Ausgabe 
9.8.1929
 
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denkbar fei, bah der englische Sozialismus seine. Grundsätze internationaler Doktrin vergesse und die ganze Entspannung in Europa gefährde, um an die demokratischen Auffassungen und an den Chauvinismus des Portemon­naies zu appellieren. Man suche vergeblich eine vernünftige Erklärung für den Faustschlag Snowdens. DieVolonte" schreibt, in einem unglücklichen Augenblick, in dem gegen eine kontinentale Solidarität die Wortführer Großbritanniens einen scharfen An­griff gegen den lgoungplan führen, empfänden Franzosen und Deutsche das Bedürfnis, ein­ander näherzurücken. Schon vor längerer Zeit erklärten wir, daß die französisch-deutsche Zu­sammenarbeit die Grundlage des kontinentalen Gebäudes sei. Driand und Stresemann haben sich dahin verständigt, den Erfolg der Haager Konferenz üby alles zu stellen. Die französisch­deutsche ZusaEnenarbeit wird sich aber bemühen, nicht antibritisch zu sein.

Am Rande des Abgrundes."

Pessimistische Stimmung in London.

London, 9. August. (WTB. Funkspruch^) Aach derDaily Mail" ist es allen klar, daß die Engländer nicht nachgeben werden. Wie Morning Post" schreibt, hat Snowden die bri­tische Fahne an die Mastspihe genagelt und die Konferenz an den Rand des Abgrundes gebracht.Daily Chronicle" spricht, wie verschie­dene andere Blätter, von einem Ultimatum und sagt, in den meisten Kreisen werde angenommen, ein Abbruch der Konferenz ser unver- m e i d l i ch. Rach demTimes"-Bericht aus dem Haag, ist man dort insbesondere in der britischen Delegation der Ansicht, daß bon einer Krisis, einem Stillstand oder Ultimatum keine Rede sein könne.Daily Expreß" berichtet, die Fran­zosen seien wütend. Ebenso die Italiener und die Belgier. Es scheine sehr zweifelhaft, ob die britische Delegation während des Wochen­endes im Haag bleiben werde. Immerhin sei es möglich, daß em Ausweg gesunden werde. Rach dem Bericht desDaily Herald" beeinträchtigt Snowdens Offenheit bie Konferenz; britische Kreise wiesen jedoch jeden Gedanken an einen Ab- 6nid) der Tagung zurück.Daily Mail" weist darauf hin, daß auf deutscher Seite Be­sorgnis wegen Snowdens unnachgiebiger Er­klärung und ihrer gereizten Aufnahme in franzö­sischen Kreisen herrschte. RachDaily Mail" hat Macdonald entgegen anders lautenden Mel­dungen nicht die Msicht, sich nächste Woche zur Teilnahme an den Sitzungen nach dem Haag zu begeben.

Die Reform der Arbeitslosenversicherung.

Keine Mehrheit im Kabinett für den Wisfcllschen Gesetzentwurf.

Berlin, 8. Aug. (Priv.-Tel.) Wie wir soeben erfahren, ist nunmehr der Gesetzent Wurf zur Arbeitslosenversicherungsre- f o r m fertiggestellt worden. Aller Voraussicht nach wird er noch im Laufe des heutigen Tages dem Kabinett zugeleitet werden. Es steht bis zur Stunde aber noch nicht fest, ob sich das Kabinett bereits morgen mit diesem Gesetzentwurf befassen wird. Rach Lage der Dinge dürfte die Möglichkeit bestehen, daß der Reichsarbeitsminister über­stimmt wird. Denn die sieben anwesenden Mi­nister sind in der Mehrzahl gegen den Gesetz­entwurf des Reichsarbeitsministers, der, wie wir erfahren, die Vs pr ozen ti ge Beitrags­erhöhung beibehält. Für den Gesetzentwurf würde neben Reichsarbeitsminister W i s s e l l nur noch der Reichsinnenminister S e v e r i n g stim« men, während die Haltung des Reichsverkehrs- Ministers Stegerwald noch sehr umstritten zu fein scheint. Auf jeden Fall dürften die Mi­nister Groener, Dietrich, v. Guörard und Schätze! gegen den Entwurf stimmen. Das bedeutete, daß der Gesetzentwurf bereits im Kabinett zu Fall käme. Aus diesem Grunde scheint man die Absicht zu haben, vorher noch einmal mit dem Haag in Verbindung zu treten, da die dort weilenden 'Minister ja an der Abstimmung nicht beteiligt sind, sonst dürfte dem Reichsarbeitsminister nichts anderes übrig bleiben, als doch noch gewisse Abänderun­gen seines Gesetzentwurfes zu treffen, um viel­leicht auf diese Weise eine, wenn auch sehr ge­ringe, Mehrheit im Kabinett durchzüsetzen. Aus dlesem Grunde nimmt man in hiesigen poli­tischen Kreisen an, daß die Kabinettsihung erst in der kommenden Woche stattfinden wird.

Kommunale Finanzpolitik.

Der Deutsche Städtetag als Finanz« beratungsstclle.

Berlin, 9. Aug. (Priv.-Tel.) Auf Anregung des Präsidenten der Girozentrale beabsichtigt der Deutsche Städtetag nunmehr von sich aus gleich­sam eine Zwifchenberatungs stelle in Anleihefragen zu schaffen, die auf der einen Seite eine bessere Regulierung des An­leihemarktes herbeiführen könnte, und anderer­seits aber ohne Frage zur Unterbindung von unsicheren Geldquellen geeignet wäre. Der Deutsche Städtetag, der seine Pläne in einem längeren Rundschreiben an die angeschlossenen Gemeinden dargelegt hat, ist überzeugt, auf diese Weise eine wesentliche Erleichterung der kommu­nalen Finanzpolitik herbeiführen zu kön­nen. Es läßt sich nicht leugnen, daß nur eine sorg­same Behandlung der sowohl im Inlande als aber auch im Auslande zur Verfügung stehenden Geldquellen zu einer gesunden kommunalen Fi­nanzpolitik führen kann. Dazu gehört in aller­erster Linie die Einschränkung sogenann­ter kommunaler Zwerganleihen, und es wäre wirklich zu begrüßen, wenn es dem Deut­schen Städtetag auf diese Weise neben meiner planmäßigen Kurspflege, die bisher noch sehr zu wünschen übrig lieh, gelingen würde, für die Zukunft eine Grenze durchzusetzen, die nicht unterschritten werden darf, und die zumin­dest in der Höhe von einigen Millionen liegen mühte. Rur auf diese Weise wird es möglich sein, die Wiederher st ellung der Lombard- fähigkeit der Kommunalanleihen zu erreichen. Diese Cebsthilfe der Kommunen wird es andererseits gewih auch leichter ermöglichen können, die geplanten finanzpolitischen Mah- ncchmen des Reiches in einer Weise durchzu­führen, die neben der Sicherung des den Kom­munen zustehenden Anteils an der Reichsüber- weisungsstcuer endlich zu einer auf der ganzen Linie sanierten städtischen Finanzpolitik führen kann.

Graf Zeppelin" auf dem Wege nach Friedrichshafen.

Das Flugwetter fürGraf Zeppelin".

Hamburgs. Aug. (WB.) Das Seeflugreferat der Deutschen Seewarte zu Hamburg gibt folgende Uebersichl über die Wetterlage auf dem Ozean in der Fahrtlinie desGraf Zeppelin": Das Tief­druckgebiet im Raume zwischen Neu- fundlandundGrönland entwickelt sich unter langsamer Ostwärtsverlagerung weiter. Da jedoch das ausgedehnte Hochdruckgebiet über dem Atlantik, das sich von der Biscaya bis zu den Bermudas erstreckt, nur eine geringe Aenderung aufweist, so verstärken sich zwischen 45 und 55 Grad Nordbreite die Luftdruckgegensätze, wodurch dort Winde in westlicher bis südwe st kicher Richtung mit einer Stundengeschwindigkeit von 30 bis 60 Kilometer auffrischen. Allerdings herrscht in der fördernden Westströmung vielfach schlechtes Flugwetter, indem aus tiefen Wolken Regen fällt, strichweise sogar Nebel auftreten. Südlich des 45. Grades nördlicher Breite ist das Wetter besser, die Windgeschwindigkeit ge­ringer. lieber den britischen Inseln macht sich jetzt zunächst ein Tiefdruckgebiet bemerkbar, das südlich

von Island in Bildung begriffen ist, so daß über Westeuropa veränderliches Wetter an­getroffen werden wird.

Letzte Gtandortmeldung.

Reuyork. 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Ass. Preß meldet aus Washington, das Marinedeparte­ment fing einen Funkspruch vomGraf Zeppelin" von 11.30 Uhr nachts MEZ. auf, in dem die Posi­tion des Luftschiffes mit 41 Grad nördlicher Breite und 52 Grad westlicher Länge angegeben wird. Rach einer weiteren Meldung der Associated Preß hat das Marineamt in Washington einen Funk­spruch desGraf Zeppelin" erhalten, aus dem her- vorgeht, daß sich das Luftschiff um 5 Uhr früh MEZ. auf 41,20 Grad nördlicher Breite und 45,05 westlicher Länge in einer Entfernung von ungefähr 1500 Meilen von Reuyork befand. Die Geschwindig­keit beträgt etwa 125 Kilometer die Stunde. U m 8 llhr MEZ. befand sich das Luftschiff auf 42 Grad nördlicher Breite und 40 Grad westlicher Länge. An Bord ist alles in Ordnung.

Die deutsche Delegation durch die holländische drille

Der AmsterdamerTelegraaf", der sich im Kriege durch seine fanatische Deutschfeindltchkeit auszeichnete, inzwischen jedoch zu einer wesentlich sachlicheren Haltung zurückgekehrt ist, entwirft in einem längeren anschaulichen Artikel ein Bild von den deutschen Persönlichkeiten, die an der Haager Konferenz teilnehmen. Stresemann und Schacht seien die markantesten Figuren.Beide sind groß gebaut und für das neue Deutschland typisch. Ebensowenig wie Dr. Stresemann es unter der alten Regierung zum Reichsauhenminister gebracht hätte, wäre Dr. Schacht unter der Re­gierung des Kaisers zum Reichsbankpräsidenten ernannt worden. Die Kraft des einen liegt in seiner starken parlamentarischen Stellung, die des anderen in seinen sehr engen Beziehungen zu den deutschen Großbanken, wo er seine ganze Ausbildung durchmochte. Unter der kaiserlichen Regierung wären ihm diese beiden Faktoren eher im Weg gewesen. 3m übrigen zeigen Stresemann und Schacht, deren Zusammenarbeit nicht immer vorbildlich gewesen ist, die größten Gegensätze.

Or. Stresemann

ist durch und durch Parlamentarier. Er ist weich und dehnbar, ohne sich jedoch von seinen großen Zielen, die er verfolgt, abbringen zu lassen. Kleingeisterei und Pedanterie sind ihm ein Ab­scheu. 3n der inländischen Politik ist es ihm ge­lungen, Handel und Industrie wieder Einfluß auf den Gang der Dinge zu verschaffen, nachdem jahrelang die Sozialdemokraten, vom Zentrum und den Demokraten unterstützt: allmächtig ge­wesen waren. Auf dem Gebiet der Ausland­politik wünscht er eine herzliche Verständigung mit Frankreich und England auf Grund der im Versailler Vertrag festgelegten Grenzen. Er hofft auf die vollständige Räumung des deutschen besetzten Gebietes, um sich damit den Ehren­namen zu erwerben, den im 3ahre 1873 die Franzosen ihrem Thiers gegeben haben, noch- es ihm gelungen war, die deutschen Truppen früher vom französischen Gebiet zu entfernen. Er verlangt die Räumung in der möglichst kürze­sten Zeit, wird wegen der Kontrolle über das Rheinland zu dem einen oder anderen Kompro­miß geneigt sein und zufrieden sein, wenn die Saarfrage nur angeschnitten wird. Er wird der hauptsächlichste deutsche Wortführer sein, wobei ihm seine vertrauliche Zusammenarbeit mit Briand große Dienste leisten wird.

Der hauptsächlichste Sprecher und Verhand­lungsleiter in finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten wird

Dr. Schacht

fein. Er hat nichts von der äußerlichen Weich­heit, die dem Außenminister die Verhandlungen erleichtern. Seit der Inflation nimmt er in finanziellen Fragen In Deutschland mehr oder minder die Stellung eines Diktators ein. Seine Maßnahmen sind kurz und scharf, aber immer logisch und folgerichtig. Er ist wahrscheinlich der befähigtste Reichsbanspräsident, den Deutschland je besessen hat Daß auch er zu Kompromissen geneigt ist, hat die letzte Konferenz In Paris be­

wiesen, wo erlieber das halbe Ei nahm, als die leere Spitze".

Um die zwei Hauptfiguren gruppieren sich dann kleinere Gottheiten, deren Bedeu­tung stark wechselt. Da sind an allererster Stelle die Politiker, die bei einem günstigen Ergebnis der Konferenz sich die Verdienste teilen wollen. Zu diesen gehört der Zentrumsminister

Or. Wirth,

der an den Verhandlungen als Minister für die besetzten Gebiete teilnimmt. Aus dem eigenartigen Briefwechsel, der zwischen ihm und dem Vor­sitzenden der Zentrumspartei, Herrn Kaas, ge­führt wurde, war ersichtlich, daß das Zentrum seine Fordernden noch höher stellt als Strese­mann. Dr. Wirth ist in der deutschen Politik ein verdienstvoller Mann. Er hat den Grundstein gelegt zu dem System, das jetzt auf der Haager Konferenz seine Krönung finden soll. Er emp­findet es mehr oder minder als Unrecht, daß andere die Früchte seiner Saat ernten werden. Seine offizielle Aufgabe besteht in der Regelung der technischen Angelegenheiten der Räumung. Don größerer Bedeutung ist aber seine Anwesen­heit aus politischen Gründen, da er bei möglichen Entscheidungen die mächtige Zentrumspartei bin­den kann.

Or. Httferding,

der Finanzminister, sollte theoretisch auf dieser Konferenz eine sehr große Rolle spielen kön­nen, da doch sicher viel über Finanzangelegen­heiten gesprochen werden wird. Dennoch ist es unwahrscheinlich, daß seine Persönlichkeit den Ver­handlungen den Stempel aufdrücken wird. Hilser- ding gilt im allgemeinen als intelligenter und angenehmer Mensch. Er war früher, nachdem er feine Praxis als Arzt an den Ragel gehangen hatte, ein bekannter Journalist mit ausgespro­chen revolutionären Reigungen. Doch wachsen ihm die Ereignisse sehr schnell über den Kopf. So wenig wie er imstande war, die Inflation auf­zuhalten, konnte er es verhindern, daß während seiner gegenwärtigen Ministertätigkeit ein be­denklicher Fehlbetrag in der 'Reichslasse entstand. Die Maßnahmen, die er dagegen ergriff, so die Reichsanleihe,'waren wenig glücklich. Auch er ist der Mann einer großen Partei er vertritt die Sozialdemokratie, und seine Verantwortlich­keit wird um so größer sein, als der Reichskanz­ler Hermann Müller durch Krankheit verhindert ist, nach dem Haag zu kommen. Man wird aber zweifellos das Schauspiel erleben, daß der revo­lutionäre Sozialist hinter der Autorität des Reichsbankpräsidenten Schuh suchen wird.

Auch die Rolle des Ministers

Or. Curtius

für Wirtschaftsfragen wird nicht welterschütternd sein, er unterstützt auf verdienstliche Weise feinen Freund und Parteigenossen Dr. Stresemann. 3m besonderen sind ihm die Belange der Groß­industrie anvertraut, aber gerade in diesem Lager sind nur wenige, die nicht davon überzeugt sind, daß sie ihre Belange am besten selbst vertreten können.

Oer gekürzte Etat der Technischen Nothilfe.

Berlin, 9. Aug. (Prlv.-Tel.) Die Haupt- stelle der Technischen Rothilse hat soeben eine Llebersicht über die Folgen der Kürzungen am Etat der Technischen Rothilfe, die bei der letzten Rclchstagsberatung vorgenommen wurden und nach denen ihr nur noch ein De trag von 1 Million Mark bewilligt wurde, veröffent­licht, der immerhin recht interessante Zahlen auf­weist. Während die Haushaltsmittel im 3ahre 1925 noch 3 Millionen und im 3ahre 1928 2,25 Millionen betrugen, belaufen sie sich im jetzigen 3ahre nur noch auf 1 Million. Aus diesem Grunde mußte auch ein starker Abbau in der Zahl der Dienststellen erfolgen, von denen 1925 68 Stellen, 1928 30 Stellen und 1929 17 Stellen existierten. Der Stand des hauptamtlichen Personals wies 1925 371 Köpfe, 1928 150 und 1929 weist er nur noch 70 Köpfe auf. Die Zahl der neben- und ehrenamtlichen Dienststellen und Or- ganlsationSeinheiten ist nach und nach von 2230 Sonder gruppen auf 895 Ortsgruppen zusammen­geschmolzen. Trotzdem kann der Katastro­phenhilfsdienst aber für die Zeit vom 1. Oktober 1928 bis zum 30. 3unl 1929 immer noch 83 Einsahfälle aufweifen, wobei Branden­burg-Magdeburg 17, Bayern 15, Hannover- Braunschweig 12 und Sachsen-Anhalt-Thüringen 10 Fälle zu verzeichnen haben. ES wird beä- balb zu prüfen sein, auf welcher Basis die Existenz der T. R., die ohne Frage allein schon in dem Katastrophenhilfsdienst ihre Berechti­gung findet, in der Zukunft ausgebaut werden kann.

Aus aller Welt.

Der internationale Europa-Rundslug.

Der erste der am Europa-Flug teilnehmenden Flieger, der in Lyon angekommen ist, ist Car­berry, der Mittwoch um 14,40 ilfjr landete und um 15,19 ilbr weiterflog. Als letzter der Flieger, die den Weiterflug antraten, berührte Hagemeier um 16,52 älhr die" Ctappenlinie und stieg um 17,24 älhr zum Weiterflug auf. Eine Reihe anderer Flieger, die zwischen 18 und 20 ilfjr an- tarnen, flog nicht weiter. Der italienische Flieger­leutnant Ciberrati beschädigte beim Start um 16,36 Llhr die Lauf rüder seines Flugzeuges. Wahrscheinlich kann er morgen aufs neue ft ar­ten. Bis Donnerstag 3 Uhr nachmittags hatten die folgenden der am internationalen Enropa- rundflug teilnehmenden Flugzeuge dieZ w a n g s- etappe Mailand mit Richtung auf Venedig verlassen: sechs deutsche Teilnehmer, nämlich die Flugzeuge des Aero-Clubs von Deutschland, des Luftfahrtvereins Essen, von Raab-Kahenstein und der Akademischen Fliegergruppe Darmstadt, sowie die beiden 3unkersslugzeuge. Von ausländischen Teilnehmern sind die beiden englischenMotten" unter Führung von Droad und Miß Spooner sowie sechs italienische und ein französisches Flugzeug gestartet. Die übrigen Teilnehmer befanden sich noch im Anfluge auf Mailand.

In A g r a m kam am Donnerstagmittag als erster Teilnehmer des Europa-Rundflugs auf dem Flug- platz der englische Flieger B r o a d an. Um 14.44 Uhr machte Broad sich wieder auf den Weg in Rich­tung Belgrad. Um 14.41 Uhr traf Miß Manfred Spooner ein. Um 15.22 Uhr flog sie mit Ihrem Apparat weiter. Carberry traf mit dem Flugzeug B3 um 14.47 Uhr ein und Graf stieg um 15.20 Uhr wieder auf. Nehring kam auf dem Apparat B 5

um 15.17 Uhr an, flog aber wegen eines Schadens an dem Tank nicht weiter. Belmotte traf auf E 7 um 15.52 Uhr ein. In Belgrad traf als Erster am Donnerstag um 17.03 Uhr der Engländer Broad auf dem Apparat H 5 ein.

DieBremen" hält den Rekord.

Der Cunard-DampfcrM a u r e t a n l a* hat die Fahrt CherbourgReuyork in vier Ta­gen 23 Stunden zurückgelegt. Es ist dem Dampfer damit gelungen, feinen eigenen frühe­ren Rekord um drei Stunden und 34 Minuten zu schlagen. Er ist jedoch um fünf Stunden und 18 Minuten hinter dem Rekord des Lloyd-Dampfers .Bremen" zurück­geblieben. DieBremen" wird bereits am 14. August ihre zweite Amerika-Reise antreten. Schon jetzt sind alle Plätze a u 81> er­lauft Gegenwärtig wird in Bremerhaven an der Erhöhung der Schornsteine des Schiffes gearbeitet, um die Rauchbelästigung der Passagiere auf dem Sportdeck zu beseitigen.

Raubüberfall auf einen Kraftwagen.

Gin Autounfall, der sich in der Rächt zum Sonntag auf der GablonzReichenberger Straße (Böhmen) bei Kunnersdorf ereignet hatte, hat sich als verbrecherischer Anschlag her- ausgestellt. Bei der Untersuchung fand man nämlich unter dem zertrümmerten Auto eine Browning-Pistole. Dieser Revolver wurde als Eigentum des Mitfahrers Mi- zera erkannt. Die Leiche des Kraftwagenführers Klemm wies zwei Steckschüsse im Kopfe auf, die seinen Tod herbeigeführt hatten. Mizera hat, wahrscheinlich in der Absicht, K^mrn zu berauben, auf diesen geschossen, der sofort getötet wurde, wodurch der Wagen führer­los wurde. Das Auto stürzte dann über eine acht Meter hohe Böschung hinab, wobei auch Mizera schwere Verletzungen erlitt, denen er erlag. Der zweite Mitfahrer Hartig wurde leicht verletzt. Bei seiner Vernehmung beteuerte Hartig unaufhörlich seine Unschuld. Er erklärte, Mizera überhaupt nicht zu kennen. Der ermordete Klemm sei sein Freund geivesen.

Zwei schwere Berkehrsunfälle.

Ein Lastauto einer Brauerei fuhr bei Beckingen an der Saar gegen einen mit Stangen­holz beladenen unbeleuchteten Wa­gen. Mehrere Stangen drangen dem Chauffeur in den Leib und töteten ihn. Die Frau des Verunglückten wurde in der gleichen Nacht von einem Kinde entbunden. Bei Saarfeld ge­rieten zwei Arbeiter unter einen mit Ziegel­steinen beladenen Lastkraftwagen. Einer wurde getötet, der andere schwer verletzt.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Azorenhoch ist bis weit über Deutschland hin vorgestoßen und stellt eine weitere Beruhi­gung der Wetterlage in Aussicht. 3edoch kommen infolge der wechselweisen Zufuhr ozeanischer Luft- massen ab und zu noch Störungen vor, die stel­lenweise regendrohende Bewölkung mit sich brin­gen. Die Temperaturen werden tagsüber wie­der etwas ansteigen.

Wettervoraussage für Samstag.

Vielfach aufheiternd, auch zeitweise wolkig, tagsüber Erwärmung, meist trocken.

Lufttemperaturen am 8. August: mittags 20,6 Grad Celsius, abends 16 Grad: nm 9. August: mon gens 14,1 Grad. Maximum 21,6 Grad, Minimum 12,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. August: abends 19 Grad: am 9. August: morgens 17 Grad Celsius. Niederschlag 1,2 mm. Son- nenscheindauer lj Stunden.

Reisewetterdienst

der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.

Rheingebiet (Koblenz): Gestern milde Rächt und meist trübe: heute morgen 11 Grad, Rordwind, halb bis ganz bedeckt.

Baden (Baden-Baden): Gestern der Jahres­zeit angemessene Temperatur, regnerisch: heute morgen 15 Grad, Windstille, halb bis ganz be­deckt. Tri berg: Gestern to armer Tag und meist heiter: heute morgen 16 Grad, Rordostwind, heiter bis halb bedeckt. Freiburg: Gestern warmer Tag, meist heiter: heute morgen 15 Grad, Ostwind, heiter bis halb bedeckt.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag und meist heiter: heute morgen 14 Grad, Rordwind, anhaltender Regen. (Berchtesgaden): Gestern warmer Tag und meist heiter: heute morgen 16 Grad, Ostwino, halb bis ganz bedeckt.

Küste (Westerland a. Sylt): Gestern der 3ah- reszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 15 Grad, Südostwind, halb bis ganz bedeckt. (Swinemünde): Gestern warmer Tag. Wetter schlechter geworden; heute morgen 16 Grad, Westwind, halb bis ganz be­deckt. (Borkum): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 15 Grad. Rord- westwind, heiter bis halb bedeckt.

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