Freitag, 9. August 1929
179. Jahrgang
Nr. 185 Erstes Blatt
Sturm im Finanzausschuß
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'rage betrifft, so wiederholte Deutschland abgcrüstet sei und Revanche denke.
Die Mestgrenzen Deutschlands freiwillig von Deutschland im
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Deutschland vertreten sein solle. Man könne allerdings über die Ausgaben und Tätigkeit eines solchen Ausschusses verschiedener Auffassung sein, aber der Gedanke eines derartigen Ausschusses
etwa eine Stunde.
Die Teilnahme Amerikas.
Kein Interesse an den Politischen Fragen.
Haag, 8. Aug. (Tel.-Un.) Die Teilnahme der amerikanischen Regierung an den Arbeiten der beiden Ausschüsse der Konferenz steht noch nicht fest. Doch wird damit gerechnet, dah der amerikanische Beobachter Wilson an den Arbeiten des Finanzausschusses teilnehmen wird, da die Regierung der Vereinigten Staaten anteilmäßig an der Verteilung der deutschen Tri-
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butleistungen beteiligt ist. Dagegen wird eine Teilnahme der Amerikaner an den Arbeiten des politischen Ausschusses nicht angenommen. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat bekanntlich bsher auf dem Standpunkt gestanden, daß die politischen Fragen dieser Konferenz (Rheinlandräurnung, Vergleichskommission, Saarfragc) rein europäische Angelegenheiten seien, an denen Amerika nicht interessiert sei. Don amerikanischer Seite ist bisher das hier im Umlauf befindliche Gerücht nicht bestätigt worden, wonach die Regierung der Vereinigten Staaten in gleicher Weise wie die englische Regierung eine Berücksichtigung ihrer Tributforderungen bei der Festsetzung des ungeschützten Teiles der Tributzahlungen verlange. Die amerikanische Regierung soll, wie verlautet, im voraus die Forderung einbringen, daß der Teil ihrer gesamten Forderungen von etwa 66 Millionen Mark, der sich auf die Wiedergutmachung von Schäden bezieht (general-claims), in den ungeschützten Teil der Zahlungen einbezogen wird, während die Besahungskosten wie bisher im Rahmen des geschützten Teiles geregelt werden.
rlusrahlE.—.
Handlungen im Haag wiesen am Donnerstag zwei Krisenpunkte aus. Reben den hart aufein- ondergeprallten Gegensätzen ^zwischen den Gläu- bigermächtcn im Finanzausschuß steht der große Redezwei kainps zwischen Stresemann und Driand in der ersten
Geheimsitzung des Politischen Aus schuf - les im Vordergrund des Interesses. Beide Minister haben ihre gegenseitigen Auffassungen hauptsächlich zu der Frage der Rheinland- r ä u m u n g in aller Breite und Deutlichkeit targelegt, und das Ergebnis ist, daß heute noch Auffassung gegen Auffassung steht.
Siresemann
hat etwa folgendes ausgeführt: Die Desehthal- fung deutschen Gebietes zehn Jahre nach dem Kriege entbehre jeder moralischen, rechtlichen und politischen Grundlage und stehe im Wider- I p'r u ch zu dem gerade von der französischen Regierung vertretenen Gedanken einer europäischen Solidarität. Auch mit dem Locarnopakt und der Satzung des Völkerbundes lei die Rheinlandbesetzung unvereinbar. Dr. Stresemann wies ferner darauf hin, daß der Versailler Vertrag eindeutig der deutschen Regierung c in Recht a uf Räumung des Rheinlandes gebe, nachdem Deutschland seine gesamten Verpflichtungen uneingeschränkt erfüllt habe. Bittere Klage führte er darüber, dah in den vier Jahren seit dem Abschluß des Locarnopaktes die damals gegebenen Versprechungen nicht erfüllt worden seien.
Die deutsche öffentliche Meinung sei mit Recht aufs tiefste enttäuscht. Alle Versprechungen seien bisher leere Worte geblieben. Er müsse ganj offen die Frage stellen, ob man nun endlich ernsthaft daran gehen wollte, die Folgen des Weltkrieges zu liquidieren, dos Rheinland zu räumen, die Reparalionsfrage zu klären und die Grundlagen eines wirklichen Friedens und einer wirklichen Verständigung zwischen den Völkern zu schassen.
Bisher seien nur unzulänglicheSchritte getan worden. Das Anrecht Deutschlands auf Räumung des Rheinlandes nach Artikel 431 des Versailler Vertrages sei von den alliierten Regierungen bereits vor zwei Jahren anerkannt worden, da Deutschland völlig abgerüstet sei und die militärische Kontrolle auf-
men zu treffen, um 50 000 Mann abzutransportieren. V^an gewinne also nur Zeit, wenn man sofort die Techniker an die Arbeit führe. Unter diesen Umständen hätte Stresemann gegen diesen Plan nichts mehr einzuwenden gehabt.
private Besprechungen.
Stresemann bei Briand. — Hilferding bei Snowden.
Haag, 8. Aug. (TU. Funkspruch.) Im Laufe des heutigen sitzungsfreien Vormittags haben fortlaufend Verhandlungen zwischen den einzelnen Abordnungen
Verschärfung der Gegensätze.
England und Frankreich verharren auf ihrem Standpuukt.
Haag, 8. Aug. (TU. Funkfprilch.) Die erste Geheimsihung des Finanzausschusses am Donnerstagnachmittag hat einen sehr stürmischen Verlauf genommen. Die Vertreter Englands und Frankreichs haben ihren Standpunkt uneingeschränkt und teils sogar unter wesentlicher Verschärfung aufrechterhalten. Die übrigen Vertreter haben die gleichen Erklärungen abgegeben, wie in der Vollkonferenz, doch sind sie hierbei mehr in die Einzelheiten der angeblichen großen „Kriegsopfer" eingegangen, die ihre Länder zu tragen gehabt hatten. Der englische Schahkanzler hat noch einmal, und wesentlich eingehender, als in der Vollkonferenz, ziffernmäßige Angaben über die finanziellen Opfer Englands während des Weltkrieges gemacht und hat sogar die Bildung eines Unterausschusses vorgeschlagen, der Vorschläge für eine Regelung der Beträge und der Zahlungsmethoden der alliierten Anteile aus den deutschen Tributen ausarbeiten sollte. Diesem Ausschuß sollen ausschließlich die Gläubigerstaaten angehören, dagegen nicht Deutschland. Der Vorschlag Snowdens stieß jedoch auf den Widerstand Belgiens, Frankreichs und Italiens und wurde daher abgelehnt. Der französische Finanzminister Chäron gab eine scharf gehaltene Erklärung ab. Frankreich halte ebenso entschieden an seinem Standpunkt fest, wie die englische Regierung. Cs bringe moralische Opfer, die schwerer seien als die finanziellen, wegen einer einfachen finanziellen Frage zerstöre Snowden den ganzen Voungplan.
Alles in allem läßt sich sagen, daß in der ersten Sitzung die Gegensätze insbesondere zwischen England und Frankreich, die bereits zu Beginn der Konferenz zutage getreten waren, ganz besonders verschärft worden sind. Der Kampf der Gläubigerstaaten um die deutschen Tributzahlungen ist in voller Schärfe entbrannt und bietet ein wenig erfreuliches Schauspiel für die internationale Oefsentlichkeit. Von einem Rachgeben ist bisher von feiner Seite etwas zu verspüren.
Der amtliche Bericht.
England lehnt erneut den Uoung-Plan ab.
Haag, 8. Aug. (IDB.) Heber die Sitzung der Finanzkommission wurde folgendes amtliche EommuniquL ausgegeben:
Die Finanzkommission trat heule nachmittag um 4 Uhr unter dem Vorsitz des Barons h o u t a r d zusammen. Rach Regelung einiger Verfahrensfragen trat die Kommission in eine Generaldiskussion des Zoungplanes ein.
Snowden betonte von neuem die Unmöglichkeit für die britische Regierung, den Expertenbericht anzunehmen, bevor er mit Bezug auf die Verteilung der Annuitäten modifiziert sein würde. Er legte Rachdruck auf die Bedeutung, die der Frage der S a ch l i e s e r u n g e n für Großbritannien als Ausfuhrland beikomme. Er fchlug vor, die Schaffung eines Unterkomitees von Sachverständigen in Betracht zu ziehen, das u. a. die Rachprüfung der Verteilungsgrundlagen vorzunehmen hätte, um sie mit den bestehenden Abkommen in Einklang zu bringen.
Henri Ehsron stellte fest, daß es für die französische Delegation unmöglich sei, Snowdens
gehoben wurde.
Deutschland habe aber mehr noch als dies getan. Obwohl .sich die deutsche Wirtschaft in einer schweren Rotlage befinde, habe die deutsche Regierung den Voungplan als Grundlage c;ner endgültigen Regelung der Reparations- sroge angenommen. Was die Sicherheits- Stresemann, dah
Vorschlag anzunehmen. Die Experten seien im Einklang mit dem Genfer Protokoll eingesetzt worden. Sie hätten ihre Mission ersüllt. Füns Regierungen von sechs hätten ihren Vorschlag gebilligt. Mit dem Vorschlag einer neuen Aufteilung der Zahreszah- hingen sehe Snowden den plan der Sachverständigen geradezu einem Mißerfolg aus. Dieser Vorschlag sei nicht annehmbar. Alle Anregungen könnten geprüft werden, die den Mechanismus des planes nicht berühren, aber man könne nicht daran denken, entweder den Anteil, der Frankreich zu- komrnt, in Frage zu ziehen, ober die Form, unter der er Frankreich zugestanden wurde. Das fei eine sehr klare Stellungnahme, von der sich die Delegation nicht entfernen könne.
Pirelli unterstrich die Vorteile, die gesichert worden seien, und die Opfer, die jedes der Länder einschließlich Italiens habe bringen müssen. Er erwähnte die Vorteile, die Großbritannien nach den Bestimmungen des planes genießen würde, und richtete an die Konferenz einen Appell zugun- ften feiner einstimmigen Annahme. Er wies auf die Vorteile hin, die aus einer Erhöhung der allgemeinen Sicherheit und Stabilität erwachsen würden: Entwicklung des internationalen Handels und entsprechende Verminderung der Arbeitslosigkeit.
3 a f p a r schloß sich dem Appell an, den Pirelli ausgesprochen hatte. Es würde vergeblich und unmöglich sein, das werk der Experten noch einmal zu vollbringen. Die belgische Delegation sei bereit, gewisse Einzelheiten zu erörtern, aber der Poung- plan stelle ein vollständiges Werk dar, das unmöglich von neuem durchgeprüft werden könne, ohne daß seine Grundlagen erschüttert würden. 3afpar will nicht auf die Opfer und das Elend Belgiens zurückkommen, die genügend bekannt und eben so schwer wie unvergänglich seien. Der Weg, auf dem Snowden uns führen möchte, würde in einer Sackgasse enden. 3afpar schlägt vor. den Delegierten Zeit zum Rachdenken zu lassen und die Generaldiskussion zu vertagen. Die Kommission vertagte sich dann auf Samstag.
Heftige Angriffe gegen Snowden.
„Niemals ein heftigerer Streit zwischen Paris und London."
Paris, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte Presse spricht von einer Krisis der Haager Konferenz und ergeht sich in schärfsten Angriffen gegen Schahkanzler Sn ow- den. So schreibt „Matin", Snowden widersetzte sich wegen einer geringfügigen Geldsumme der Befriedung Europas. Er habe gestern wie der schärfste Rationalist gesprochen. Wenn die Haager Konferenz einen Mißerfolg erleide, dann werde man diese unerwartete Tat der zweiten Internationale zuschreiben. — 2m „Journal" wird aus dem Haag berichtet: Der dritte Konferenztag endete mit einem Theaterkoup und mit was für einem! Cs handelte sich nicht etwa nur um eine auffordernde Mahnung Snowdens, sondern um eine Provozierung und um eine Erpressung. Ueberdies habe sich der Schahkanzler auch noch seinen Rückzug selbst abgeschnitten, indem er nachdrücklich auf der Veröffentlichung dieser Maßnahme bestand. — „Echo de Paris" erklärt, man könne sagen, dah niemals ein lebhafterer Streit zwi- schenLondonundParis entbrannt sei und dah die Konferenz im Haag sich in Gefahr befinde. — Das „Petit Journal" fragt, ob es
Erste Aussprache über die Räumung im Haag.
Scharfes Rebeduett Gtresemann-Briand. - Der deutsche Außenminister fordert als endliche Erfüllung des Locarnoversprechens sofortige und bedingungslose Rheinlandräumung.—Briand verlangt Sicherheit gegen die angeblich ungenügende „moralische" Abrüstung Deutschlands und gesteht nur etappenweise Räumung zu.
richten.
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tB. Blinkspruch.) Das 16, reif gemeldet, um überflog Neuyorl lief, duh Dr. Lckenn iblanb, die Subtujfe iriebrilhrhastn s°hre° jagiere beträgt 22. 8» ch wieder ein blinder Die Suntflafion Porten Zunkspruch, in de« 30 Uhr Mitteleuropa''
der Sl-Seorgs- Schisser ist aller wohl-
ei keineswegs abzulehnen.
Frankreich besitze gegenwärtig zwar eine relative, aber keineswegs eine absolute Bürgschaft für feine Sicherheit. (!) Aus diesem Grunde könne das Rheinland nur etappenweise entsprechend der Annahme und Durchführung des Poung- Planes und der Einsetzung des Vergleichsausschusses geräumt werden. (!)
Damit hat Briand eine Auffassung vertreten, die die schlimmsten Befürchtungen rechtfertigt und geeignet ist, das bisherige Ansehen Briands als eines Schrittmachers für den Frieden, der er doch sein will, auf das tärkste zu erschüttern. Diese Tatsache kann auch nicht darin eine Entschuldigung finden, dah Briand gegenwärtig mit einer parlamentarischen Rechtsmehrheit zu arbeiten gezwungen ist. Der Fortsetzung der Aussprache im Politischen Aus- schuh am morgigen Freitag sieht man mit der größten Spannung entgegen.
Das amtliche Kommunique.
jEin technischer Unterausschuß für die Nheinlandräumung.
Haag, 8. Aug. (WB. Amtlich.) Die politische Kommission tagte um 4 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz Hendersons in Anwesenheit folgender Mitglieder: Deutschland: Dr. Stresemann und Dr. Wirth: Belgien: Hymans und van Langenhove: Frankreich: Briand und Derthelot: Großbritannien.' Sir Erie Philipps und Roel Baker: Italien: Dino Grandi und Marquis Durazzo: Japan: Adatei und Hirota. Henderson eröffnete die Sitzung, indem er darauf hinwies, daß die Kommission ihre Arbeiten auf die Genfer R e s o l u t i on vom 16. September 1928 stützen sollte und unterstrich die besondere Bedeutung, die ihr Ergebnis für die Zukunft haben würde. Driand und Stresemann setzten wechselseitig ihre Ansicht über das allgemeine Räumungsproblem und die Zusammenhänge auseinander, die zwischen den Arbeiten der politischen und Finanzkommission bestehen. Sie versicherten beiderseits ihren Willen, zu einer praktischen Lösung zu gelangen, wobei nach Rotwendigkeit Sachverständige zugezogen werden sollen. Für technische, mit der Rheinlandräumung zusammenhängende Fragen ist die Schaffung eines Unteraus- s ch u s s e s in Aussicht genommen. Die Aussprache wird morgen nachmittag 4 ilfjr im politischen Ausschuß weitergeführt.
In Berliner politischen Kreisen beurteilt man diese Einsetzung eines technischen Unterkomitees dahin, daß es natürlich zunächst notwendig ist, alle die sachlichen Fragen zu besprechen, die mit der Räumung zusammenhängen, wie die Zeit, in der die Räumung rein technisch durchzuführen wäre, die Liebergabe von Gebäuden, die jetzt zur Verfügung der Besahungsarmee stehen usw. Erst wenn dieses Komitee seine Arbeiten abgeschlossen und dem Ausschuß einen Bericht vorgelegt hat, wird der Ausschuß eine feste Grundlage haben, auf der auch die politische Seite des Problems geregelt werden kann.
Der technische Unterausschuß.
Nach Pariser Presseberichten.
Paris, 9. August. (WTB. Funkspruch.) Der im Haag weilende Korrespondent des „Matin" berichtet, es sei in Zukunft die Ernennung eines Sachverständigenausschusses ins Auge
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Mht sich mit Sjj Stanges (Bei, küburgertum". Ola. haben unser Dol! spalten. Der Ter- 4ers Predigt über haben ihm für Nr aus der Zeit Knechtschaft dank- lnke ist heute das gierender Herrscher, Schicksal Arabiens von hedschas und Kvnig von Jemen, >e Asienpolitik, die tz zu Sowietrutzland r Wichtigkeit. Ein Wesen und Macht- lichräsentanten Pan- ulihest der „E u r o - Derlag Dr. Walther oald) Ameen Ai-
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anerkannt, sondern auch von England und Station verbürgt worden. 3eht sei die Stunde gekommen, wo di. Versprechungen von Locarno in die Tat umgeseht werden müßten.
Die Besehthaltung des Rheinlandes sei keines- l»cg8 eine Bürgschaft für die Leistungen der deutschen Tributzahlunaen. Deutschland habe jedoch, um seinen Willen zu beweisen, sich im September vorigen Jahres bereit erklärt, gleichzeitig mit der Reparationsfrage auch über die Frage der Räumung zu verhandeln.
Briand
erwiderte etwa folgendes: Er zweifle nicht an i^m guten Willen der gegenwärtig Deutschland führenden Männer, doch gebe es keine Bürgschaft dafür, daß diese Männer noch lange am Ruder blieben. Riemand könne Leugnen, daß in Deutschland breite Schichten und einflußreiche Parteien bestünden, die die Politik der
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gegenwärtigen Regierung ablehnten und ihre bisherigen Entscheidungen nicht rnitrnachten. Er, Briand, gebe allerdings zu, daß Deutschland m a° t erteil abgerüstet habe, aber dafür sei eine sehr lange Zeit notwendig gewesen. (!)
wenn Deutschland materiell abgerüslet sei, so sei es dies noch lange nicht in moralischer Hinsicht (!), und die moralische Abrüstung sei für die Verständigung der Völker mindestens ebenso notwendig wie die materielle.
Allerdings unterließ es Briand, die sogenannte .moralische" Abrüstung auch für sein eigenes Land zu fordern. Frankreich habe außerordentlich durch den Krieg gelitten. Es habe den Weltkrieg nicht gewollt und man könne sich nicht darüber wundern, wenn das französische Tolk gewisse Sicherheiten für die Zukunft »erlange. Don den Sicherheiten, die dem abgerüsteten Deutschland in der Mitte eines Ringes von wasfenstarrenden Rachbarn zu geben wären, sprach Driand natürlich nicht. Aus diesem Grunde, so fuhr Briand fort, habe er in Senf die Einsetzung eines Feststel-
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Haag 8. Aug. (TU. Funkspruch.) Die Der-Ilungs- und B e r g l e i ch s a u s s ch u s s e s I stattgefunden. Der Reichsfinanzminister Hilfer- hanblunaen im Haag wiesen am Donnerstag > für die Rheinlande gefordert, in dem auch > ding hatte eine längere Unterredung zuerst nut dem - --- - ....... ~~ belgischen Minister ffrancqui, dem ersten bel
gischen Sachverständigen auf der Reparationskonferenz. Sodann sand anschließend eine längere Unterredung hilferdings mit Schatzkaniler Snowden tatt. Auch zwischen der englischen und der franzö- ischen Abordnung und dem amerikanischen Beobachter Wilson sanden heute vormittag fortgesetzt private Zusammenkünste statt. Reichsminister Dr. Stresemann suchte den französischen Ministerpräsidenten Briand um 10.30 Uhr im Hotel des Indes auf, wo etwa eine halbe Stunde später auch V e n i s e l o s eintraf. Die Besprechungen dauerten
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gefaßt, der zwei Aufgaben hätte, nämlich den für das Rheinland vorgesehenen Feftstellungs- und Ausgleichsausschuh zu studieren, und ferner für den gegebenen Fall die Modalitäten und dasTempoder Rheinlandräumung fest, zusetzen. Der Berichterstatter des „Journal" erklärt, daß Driand die sofortigeEinsehung eines militärischen U n t e r a u s s ch u s - ses gefordert habe, der die Bedingungen, unter denen die eventuelle Räumung erfolgen solle, prüfen solle. Stresemann habe diesen Vorschlag als einen Vers uch, die Dinge auf die
lange Bank zu schieben, Briand habe sich energisch dagegen verwahrt und erklärt, es sei absolut unerläßlich. Maßnah-


