Ausgabe 
9.7.1929
 
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Wenn Sie wirklich noch nach Todd's Heim wollen, werde ich Sie hinbringen. Die Stunde ist da, für die ich mir selbst das Vergnügen dieses Besuches versprochen habe", sagte er feierlich.

Ein Wagen brachte sie an das Ende von Lissom Grove, und dann bogen sie in die Sackgasse Lissom Lane hinein. -Zwei Beamte in -Zivil er­warteten sie, und gemeinsam ' gingen sie die Straße hinunter, bis sie zu dem Heim kamen, das auf der anderen Seite, der Straße ihnen gegenüberlag.

Was ist denn da nebenan für ein Haus?" fragte Larry und blickte nach einem unansehn­lichen Hause mit geschlossenen Fenstern hinüber.

Das war früher mal eine Wäscherei", sagte der eine Polizist.Hinter dem Hause ist ein Hof und eine Art Scheune."

Wäscherei?" sagte das junge Mädchen nach­denklich.Erinnern Sie sich, daß an dem.Abend, wo man mich entführen wollte, ein Wäscheliefer­auto vor meiner Tür stand?"

Alle Wetter," rief Larry,das stimmt!"

D i e Wäscherei konnte es aber nicht gewesen sein, Miß", sagte der Beamte.Sie liegt schon seit zwölf Monaten still. Die Firma machte ban­kerott, und irgendeiner hat das Geschäft gekauft, scheint aber noch nicht zu arbeiten."

Das Tor da führt direkt auf den Hof, wie ich annehme?"

2a, Sir. Ich habe aber noch keinen Liefer­wagen herauskommen sehen, und ich weiß nicht einmal, ob sie überhaupt einen haben", sagte der Detektiv.Heutzutage gibt es so viele Motor­wagen, daß man sie unmöglich alle kennen kann."

Larry ging die Stufen hinauf und klopfte. Der­selbe kleine, alte Mann öffnete die Tür.

Vier Menschen!" kreischte er.Lind lauter Fremde! Was wollen Sie denn?"

Ich möchte Mr. Dearborn sprechen", antwor­tete Larry. .

Ach ja, Sir, Sie sind ja -der Herr, der am Sonntag früh um 6 Llhr hier war", sagte der kleine Mann und trippelte voraus durch den langen Gang.Kommen Sie man alle mit! brüllte er.Vier Mann zu Besuch, Srr!

Ehrw. Iohn Dearborn kam ihnen aus seinem Bureau entgegen und nötigte sie in das Zimmer.

Mr. Holt? Ich glaubte doch Ihre Stimme zu erkennen", sagte er. Sein Diktaphon war in Gang, und ein dickes Manuskript in Maschinen­schrift lag auf dem Tisch. Er strich liebkosend mit der Hand darüber hinweg, als er sich aus seinen Stuhl setzte.

Ieden Abend kommt ein Herr, der mir dies vorliest", sagte er wie in Antwort auf Larrys Gedanken.Hut) was ist nun die Veranlassung zu Ihrem heutigen Abendbesuche? Haben Sie Ihren blinden Iake gefunden?"

Getroffen habe ich ihn, aber leider nicht ge­funden", sagte Larry grimmig.Ich möchte nur noch einmal das Haus sehen. Ich habe eine Dame bei mir."

Sehr angenehm", sagte Ehrw. Iohn Dearborn und erhob sich.

Llnwillkürlich streckte das junge Mädchen die Hand aus, die der Mann ergriff.

Es wird mir ein großes Vergnügen sein, Sie herumzuführen. Sie haben noch einige Be­kannte bei sich?"

Larry stellte sie vor, und Iohn Dearborn führte die kleine Gesellschaft die Treppe hinauf.

Wir wollen diesmal von oben beginnen", sagte er scherzend.Unser Freund Lew liegt immer noch in seiner Zelle."

Ist es nicht etwas unsicher für Sie, einen Mann im Hause zu haben, der nicht ganz bei Verstand ist?"

Er ist sehr schwach," entgegnete Iohn Dear­born,und ich bringe es nicht über mein Herz, ihn in ein Hospital zu schicken. Früher oder spä­ter, befürchte ich, werde ich es ja doch tun müssen."

Larry stand auf dem Treppenabsatz neben dem jungen Mädchen und fragte sie leise:

Wollen Sie vielleicht den alten Mann sehen? Er ist gerade nicht sehr Er beendigte den Satz nicht.

Ia, ich möchte ihn sehr gern einen Augenblick sehen. Vergessen Sie doch nicht, daß ich Pflegerin in einer Blindenanstalt gewesen bin."

Dearborn führte sie nach dem kleinen Raum. Kein Licht brannte, obwohl auf jedem Treppen­absatz Lampen waren. Blinde brauchen ja kein Licht, dachte Larry.

Der alte Mann in der Zelle lag ruhig mit ge­falteten Händen auf seinem Bett. Er schwatzte nicht mehr und war viel ruhiger wie an dem Tage, wo Larry ihn zuerst gesehen hatte.

Wie geht es Ihnen denn heute?" fragte Larry.

Der Mann gab keine Antwort. Das junge Mädchen legte ihm ihre Hand auf die Schul­ter, und der Mann fuhr herum.

Geht es Ihnen besser?" fragte sie.

Wer ist da? Bist du's, Iim? Bringst du mein Essen?"

Geht es Ihnen besser?" fragte Diana noch einmal.

Dring mir auchn Topf Tee, willste?" sagte Lew und legte sich wieder auf den Rücken. Derselbe Ausdruck ergebener Entsagung, den sie schon bei ihrem Eintreten bemerkt hatten, erschien in seinem Gesicht.

Das junge Mädchen beugte sich nieder und sah den alten Mann genau an. Er schien ihre Gegenwart zu fühlen, streckte eine Hand aus und berührte ihr Gesicht.

Das ist doch eine Dame? sagte er.

ilnö dann trat Iohn Dearborn dazwischen und nahm die Hand des Alten zwischen seine beiden Hände.

Geht es Ihnen besser, Lew?" fragte er. Der Mann zwinkerte.

Is schon richtig, Sir. Es geht mir fein. Danke schön."

Diana verlieh die -Zelle, und sie blickte ge­dankenvoll vor sich hin, als Larry zu ihr trat.

Was gibt's denn?" fragte er leise.

Der Mann ist tot", flüsterte sie.

Tot?" wiederholte er verblüfft.Unfinn. Der Mann ist nicht tot.

Sie nickte nachdrücklich mit dem Kopf.

Ich verstehe Sie nicht, Diana", sagte Larry und befürchtete einen Augenblick, daß die Fol­gen ihres Ohnmachtsanfalles noch nicht ganz geschwunden waren, und daß sie phantasierte.

Tot", wiederholte sie so leidenschaftlich, daß er sie sprachlos anstarrte.Genau so tot, als ob er kalt und leblos auf jenem Bette liegen würde. Oh, es ist grausam, bestialisch grausam."

Iohn Dearborn und die beiden Detektive waren noch in dem Raum und sprachen über den Kranken.

Aber was meinen Sie denn, Diana?" fragte Larry.

Haben Sie es denn nicht bemerkt? Ich habe es früher schon einmal zu sehen bekommen", sagte sie mit leiser, schwankender Stimme.Haben Sie denn nicht die kleinen schwarzen Punkte an den Ohren des Mannes gesehen? Das sind die Pulvermale. Der Mann ist taub gemacht worden."

Taub?" wiederholte er, ohne noch die ganze Bedeutung dieser Entdeckung fassen zu können.

Sie haben mir verschiedenes von dem erzählt, was der Mann am Sonntag gesagt hat, als Sie ihn sahen." Sie sprach hastig und im Flüster­ton.lind jetzt verstehe ich, was vorgegangen ist. Ein Schuh ist ganz dicht bei seinen Ohren abgefeuert worden, und nun ist er tot.",

Aber ich verstehe immer noch nicht."

Haben Sie es sich klar gemacht," sagte sie jetzt sehr langsam,was es bedeutet, blind und taub zu sein?"

Allmächtiger Gott!" stöhnte er.

lind das ist es, was dem Mann widerfahren ist, den sie Lew nennen. Iemand, der aus persön­lichen Gründen sein Leben schonen will, hat es dem Bedauernswerten unmöglich gemacht, -Zeug­nis gegen ihn abzulegen."

Was meinen Sie damit?"

Was ich meine? Das ist der Wann, der die Braille-Schrift geschrieben hat, die in Stuarts Tasche gefunden wurde."

(Fortsetzung folgt.)

WM

des J.L T. Hessen-Lch

-H. Hasfo.Nassoviae, ftcCi

6<nz«n deutschen Volkes. Das Erlebnis des Welt- tkrirges lehrt uns die große, jeden deutschen

der die Qcmeinlamen Zie rhr uni Turnerschasien $ ürperliche Durchbildung ul ii für vaterländliche L

Dir sehen ein neue# Ziel, mit einer neuen Ddtanfdjauung ein neues Zeitalter aufzubauen, einen neuen deutschen Dom zu errichten.

2'u; unserer Geschichte wuchs unser Schicksal und der aSüm unseres Schicksals ist die Gemeinschaft des

lind handeln sollst du so, als hinge Von dir und deinem Tun allein Das Schicksal ab der deutschen Dinge lind die Verantwortung wär dein.

>ina, stud. Wissel, bari , Eichen für die Einladr ten Worten die hohen $ i Derbandes hervor.

Die Rede schloß mit einem Salamander qu* den Reichspräsidenten und unser deutsches

Freiheit im Denken und Lehren, Freiheit im wollen und wirken,

geteilter, kasuistischer Verordnungen.

tlun aber ringen neue Ideen um ihre Gel- tlutg. Wir stehen am Beginn einer neuen Epoche.

Si® Xon* «taten ÄL' -_________-_____________________

V Aünanz vorn umspannende Gemeinschaftsidee. Der

M "Meine sei nicht Rümmer in einer verantwor- ^uxnctungSmaui tetäw nmgslosen Masse, sondern ein jeder ein täti- n dn Eisenwerk Teil, ein verantwortliches Glied im Ge-

mmerhaufen. Die Gegenwart windet sich in liefen. Die Fundamente der Wissenschast wanken.

Physik zerbricht ihren eigenen Maßstab. «Lastein lehrt die Relativität von Raum und -Jet. Theologie, Philosophie, Medizin suchen nach itien Grundlagen, lind selbst das Recht, bis- Cti ein Fels im Meere, verläßt die große Linie nn) wankt in der Flut auf den Augenblick ab*

...bc des deutschen Volks- und Staatslebens.

1 die auf alle Teilwbm "^ses Verantwortlichkeitsgefühl jedes einzelnen mochte, wurde von mX "Deutschen sei das neue Band innerer Einigung Gesongsdarbietunaen ? ganzen Volkes. Dos gesamte Volk eine ein- enberg umrahmt ®n £ gliche Ration. Der Wille zum Daterlande i der Provinz M über alles triumphieren. Darum weg mit

eitert bcchloN b» unserem akademischen Dünkel. Wir alle sind das

--- Ael Bclf. Hinweg über alle trennenden Klassen­gegensätze. Schulter an Schulter mit allen Volks- genossen, jeder an seiner Stelle aber mit dem 'Tesühl der Verantwortung gegenüber dem Va- leilanbe, der Volksgemeinschaft.

DaS ist der Geist, mit dem wir Turnerschafter in die Dahn treten. Wir haben die große Auf- .jabc, für Ertüchtigung des deutschen Volkes . , ~ mitzuarbeiten, und unsere Volksgenossen zu ehr-

"X'2 . v iae und wehrlichen verantwortungsbewußten

n des Dankes die von 3c, . Mnschen zu erziehen. Das ist unser Ziel. Dann eteiligung an 6tc|cn2urnt .^r wird das Deutsche Reich neu erstehen in in hervorragender Weife :, nicht nur von äußeren Bedrückern, son-

stisl treuen Vemeinfchasv Ätzern auch in innerer Freiheit des deutschen innere Fühlung zu sörden Maschen. Wir alle, die wir geboren sind von c verehelichen, im 2.C.-K beutfe^n Müttern, die uns das Band unserer ß. 6. Warburg verfitzend wutschen Sprache umschlingt, haben diese eine Ausgabe für die Zukunft unseres heißgeliebten deutschen Vaterlandes.

toNcn mische Freiheit? GS ist nicht die Zügellosigkeit,

in, He Sucht nach Raufen und Saufen, die uns

16 X mancher ilebeltoollenbe' andichten möchte, es ist . nicht die Freiheit der Person, des Individuums, ift die Freiheit des Ethos,

re,,°r6ratf

Ne, biTfNb £ ------------------

MuN des S?4 getragen von dem Gefühl der Verantwortlichkeit m ^vrvdinz eSlr .:<(Cnüber dem großen Ganzen. Machen mir uns iuqh "Nintoitiu? Ifar, daß wir heute an einem Wendepunkt im Welten- a[Sn '^ialDoli fc >B>«hen stehen. Jahrtausendelang haben Welt» ^Evr Matias - .iifdjauungen miteinander gerungen. Die Zert- ^°er iw in ,jIbc d«r Geschichte lösten einander ab. Das - . n ge» Anzeichen unseres heutigen Zeitalters ist ein

S anwesend» an-, itilmmctljaufen. Die Gegenwart windet sich in ,,°"hias strack oN - - - " "" '

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QJcIetlanb.

Unter den flotten Weisen der Kapelle Topp, unter frohem Liederklang und anregendem Ge- dclkenaustausch der alten und jungen Turner- schnter enteilten nur zu schnell die erhebenden Stunden. Auf Wiedersehen im nächsten Iahre in Marburg I

Ülus dem Amtsverkündigungsblatt.

' Das Arn t s v e r nd i g u n g sb l a t t Qlr. 47 vorn 5. Iuli enthält: Einfuhr von Kirschen nach Schottland. Straßensperre.

jitilnMoMMon.

Roman von Edgar Wallace.

Nachdruck verboten.

kN Fortsetzung.

..Glauben Sie, sie haben ihn gefangen?1 6c schüttelte den Kopf.

Rein, Fred hält sich still. Er ist verschwun- bti. weil er fürchtet, sie fassen ihn doch noch." .Dann gehört er also nicht zu der Bandes .Fred?" 'Er lachte.Fred ausgeschlossen. Aicd ist ein Wolf, der nicht mit dem Rudel äiit. Er jagt allein. Er plündert Gerechte und Luxerechte in gleicher Weise aus. Reben anderen 3ji$en ist er vor allem stolz darauf, daß er mvnials Mitglied irgendeiner Bande gewesen ist, uwd ich möchte beinah behaupten, dies ist der Snrnb, daß er verhältnismäßig selten die Kon-

bietet- g nit -

VtsOffl ^ndere^ Ä nod) ^eine-n S"

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2 t 0 ckwer t, t herrschen, biete ^net sowie Leier°^^phonen, dürfen, Md für Dowen. 2h^schl- -n E^Aschen NeI "jjfi jf-Z'n Publ'kM'.Ä^jn nfil s^urnzen feiner Gaunerstrei^e zu tragen hatte.

lieuyork ha' t^v , .^c Zi ift in London," brummte er vor sich hin,und crhallen, grifft11 habe so eine Idee, als ob wir ihr sehr bald

Aschen bekommen."

Mionät'Ml zur- yie bald das aber fein würde, konnte er n mit kleineren^ ^5 nicht ahnen.

tann ifl ,tnh sich 5t arbeitete über eine Stunde und schien iNoche W? E Sonas Anwesenheit völlig vergessen zu haben,

t-dien auch nicht die Blicke zu bemerken, die sie 4ri von Zeit zu Zeit zuwarf und die ihn an geplanten Besuch in Todd's Heim erinnern

'sMm.

Sogen nach Dogen schrieb er voll. Er hatte die Siavohnheit, seine verschiedenen Fälle in er» höhlender Form zu Papier zu bringen und die -Hzeinen Ergebnisse in abgeschlossenen Absätzen niiberzulegen. DieseBerichte" waren merkwür- diz aussehende Dokumente, die von Randbemer- :fingen und Korrekturen zwischen den Zeilen über- ' It-Trn. Endlich war er mit seiner Arbeit zu Zide und legte die Dogen in ein Schubfach. Dann rlcnl er auf, streckte sich, ging an das Fenster -und sah hinaus. Es war spät am Rachmittag. '2>r seinen Blicken lag das wundervolle Gc- : melde des Themse Embankment, ein Blick auf !>kue Drücken, die den bleifarbenen Strom über- Vmmten, auf schlanke Türme, die im rosen- Menen Dunst der untergehenden Sonne auf» dachten, auf die lange Linie der grünen Bäume, Sii die breiten Bürgersteige in <S<t)<itten hüllten, ooif die braunroten Wagen der Straßenbahn, eilfertig auf tauchten und verschwanden Stückchen, ein kleines, köstliches Fragment in London, erfennbar selbst für die, die niemals iife ungeheure Stadt gesehen, niemals chrem >vaufhörlichen Pulsschlag gelauscht hatten.

Larry Holt kratzte in höchst unromantischer 2eise seine Rase und blickte düs junge Mädchen 3teifclnö an.

Ordentliche Sitzung des Kreistags. Benach­richtigung der Gendarmeriestationen durch die Ortspolizeibehörden. Die Ferien des Kreis­ausschusses. Dienstnachrichten.

Oberheffen.

Landkreis N etzen.

al. Allendorf (Lahn), 8. Juli. Donnerstag, 11. Juli, begehen die Eheleute Ludwig Weis I. bas seltene Fest der Diamanten-Hochzeit. Der Ehemann ist geboren am 26. April 1845 zu Allendorf (Lahn), war lange Jahre Bahnwärter, zuletzt Weichensteller am Bahnhof Gießen, und ist schon längere Zeit pensioniert. Die Ehefrau ist gebo­ren am 17. Juli 1850 in Münchholzhausen, Kreis Wetzlar. Das Jubelpaar hat 4 Kinder, 12 Enkel und 23 Urenkel.

t Trais a. d. L da., 8. Juli. Der Ertrag der Gemeindekirschenanlage war dies- mal sehr gering. Bei der öffentlichen Berstei- gerung wurden nur 68 Mk. gelöst, gegen 450 Mk. im vorigen Jahr. Die cheidelbeerernte in unseren Wäldern läßt sich besser an und ist eben in vollem Gang.

+ Grünberg, 8. Iuli. Am Samstagabend hielt der hiesige Zweigverein vom Vo­gelsberger Höhen-Club imTaunus" eine außerordentliche Hauptversammlung ab. Hierbei wurde von dem Vorsitzenden, Deal-' lehrer K 0 h l b a ch, dem seitherigen Vorsitzenden, Oberstudiendirektor Angelberger, der 19 Iahre dieses Amt innehatte, eine Urkunde über seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden überreicht, unter entsprechender Würdigung seiner Verdienste um den hiesigen V. H. C. Außer­dem wurden noch zwei weiteren verdienten Mit­gliedern Urkunden als Ehrenmitglieder überreicht. Cs sind dies Forstmeister i. R. Schneider und der langjährige Rechner des Vereins, Bankier PH. I ö ck e I. Bei der bann vorgenommenen Dekorierung der eifrigsten Wan­derer formten 13 mit einer Auszeichnung bedacht werden, welche sich im Wanderjahr 1928 an mindestens elf von den zwölf planmäßigen Wan­derungen beteiligt hatten, darunter ein Mitglied, das zum zwölften Male sich unter den Aus­gezeichneten befand. Cs folgten noch ein paar Stunden geselliges Beisammensein.

* Inheiden, 8. Iuli. Heute feierte der älteste Einwohner unseres Dorfes, der Straßenwärter i. R. Heinrich Frank, im Kreise seiner Familie seinen 8 5. Geburts- t a g. Geistig und körperlich noch recht rüstig, hilft er seinem Sohn noch täglich bei allen land­wirtschaftlichen Arbeiten in Hof und Feld und nimmt mit Interesse Anteil an den Gescheh­nissen des öffentlichen Lebens. Mit Stolz berichtet er immer wieder gern von seinen Erlebnissen in den Kriegen 1866 und 1870/71, die er beide mitmachte. Er, der heute hier noch alleiniger Veteran dieser Kriege ist, war Mitbegründer und lange Iahre Vorstandsmitglied unseres Krie­gervereins, dem er heute noch als Ehrenmitglied angehört. Auf dem Dezirkskriegerfest des Be­zirks Hungen in Langd wurde ihm mit noch zehn anderen Veteranen des Bezirks von Prä­sidialmitglied S c r i b a das Hassia-Ehrenkreuz überreicht. Die Vorbereitungen zu dem am 20., 21. und 22. Iuli stattfindenden 35. <51 i f - tracht" sind in vollem Gange. Die Kleinarbeit tungsfest des GesangvereinsEin- der Ausschüsse wird in dieser Woche beendet, in der nächsten Woche wird der Festplatz mit allem Zubehör in Ordnung gebracht.

Kreis Friedberg.

WER. Friedberg, 8. Iuli. Am 10. Iuli feiert Prof. Dr. Karl Schmidt, eine mar­kante Erscheinung im oberhessischen Musikleben, bekannt als ausübender Künstler, wie als er­folgreicher Musikschriftsteller, seinen 6 0. Ge­burtstag. Reben seiner Mitarbeitertätigkeit an einer Reihe von Fach- und Tageszeitungen

stellte Pros. Dr. Schmidt allen idealen Be­strebungen seine Gaben zur Verfügung, zumal er den Flügel meisterlich beherrscht. Bekannt wurde er auch durch das von ihm verfaßte, weitverbreitete Geistliche Liederbuch und ein zehnbändiges Arienalbum.

Kreis Büdingen.

wr. Büdingen, 8. Iuli. Gemeinderechner .Wilhelm Laubach von Orleshausen, der seit 8. Iuli 1889 ununterbrochen das Rechneramt

der Gemeinde Orleshausen versieht, feierte heute sein 4 0. D i e n st j u b i l ä u m. Dem Iubilar. der trotz seines hohen Alters noch sehr rüstig ist, wurde durch Kreisdirektvr Dr. Gaßner ein Glückwunsch» und Anerkennungsschreiben der hes­sischen Regierung überreicht.

Talen für Mittwoch, 10. Juli

1509: der schweizerische Reformator Johannes Calvin in Noyon geboren; 1919: der Musik- gelehrte Hugo Riemann in Leipzig gxstorben.

Turnen, Sport und Spiel.

Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.

o. Die Iubiläumswettkämpfe des Spiel» und Sportvereins Bielefeld litten sehr unter der schlechten Witterung. Die Beteiligung aus Rord-, West» und Mitteldeutschland war recht stark. Mit je einem zweiten und dritten Sieg kann die Gießener Spielvereinigung zufrieden sein.

In den Einzelkonkurrenzen star» tete Depperling über 800 Meter und wurde knapp hinter Schöne (Magdeburg) Zweiter. Rach sehr scharfem Anfangstempo konnte Dep­perling die Spitze nehmen, mußte aber den Magdeburger kurz vor dem Ziel passieren lassen.

Die 3xl000-Meter°Staffel brachte den 1900ern in der Aufstellung Tönges, Depperling, Peters einen dritten Sieg in 8:30,5 Minuten ein. Tönges konnte nach gutem Lauf den Stab an zweiter Stelle abgeben. Depperling, durch das vorangegangene Rennen noch ermüdet, fiel weit zurück. Peters als Schlußmann lief ein glänzendes Rennen, bis sich feine alte Ver­letzung wieder bemerkbar machte, doch konnte er immerhin den dritten Sieg sicherstellen. Sie­ger wurde Viktoria (Magdeburg) in 8:26,4Min., Zweiter D. S. C. (Gütersloh) in 8:27,9 Min.

Ä.f.B. Leichtathletik.

IugendNubzwelkampf Splelvereinigung gegen V.f.V. 95:81.

Die Spielvereinigungsjugend konnte den ersten Klubkampf gegen ihren Lokalgegner nur verhält­nismäßig knapp mit 14 Punkten Unterschied ge­winnen. In Anbetracht der Tatsache, daß V. f. B. erst in diesem Jahre den Jugendleichtathletikbetrieb richtig ausgenommen hat und zudem infolge Ver­hinderung einiger seiner Besten für diese Ersatz ein­stellen mußte, darf man angesichts der Wettkampf­erfahrung und Stärke des Gegners das Ergebnis als einen moralischen Erfolg der Leute vom Wald­portplatz bezeichnen, die mit ihren Leistungen sich elbst und ihrer Leitung das beste Zeugnis aus- tellten. Die Konkurrenzen wickelten sich dank der guten Organisation des Platzvereins flott und rei­bungslos ab und ergaben eine Reihe spannender Kämpfe, bei denen beiderseits sehr guter Sport geboten wurde.

Die Ergebnisse: Klasse A.

100 Meter: 1.Balser, Sp.Vgg., 12,6; 2.Geller, V. f. B., 12,7; 3. Gottmann, V.f. B., 12,9; 4. Otto, Sp. Vgg., 13 Sek.

2 0 0 Meter: 1. Schlarb, Sp. Vgg., 26,4; 2. Bal­ser, Sp. Vgg., 26,9; 3. Lenz, V. f.B., 27,2; 4. von Rotenhan, V. f. B., 27,4 Sek.

1500 Meter: 1. Koch,Sp. Vgg., 4:48,4; 2. Rüb- samen, D. f. B., 4:51,2 Min.; 3. Peters, Sp. Vgg.; 4. Müller, V. f. B.

Hochsprung: 1. Schlarb, Sp. Vgg.^ 1,55; 2. Geller, V. f. B., 1,50; 3. v. Rotenhan, V. f. B., 1,50; 4. Borgmann, Sp. Vgg., 1,45 Meter.

Speerwerfen: 1. Müller, Sp. Vgg., 41,30; 2. Jung, Sp. Vgg-, 34,30; 3. Gottmann, V. f. B., 32,38; 4. Luh, V. f. 23., 31,90 Meter.

4X100-Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 49,6 2. V. f. B. 60 Sek.

Klasse B:

100 Meter: 1. Koch, Sp. Vgg., 12,2; 2. Gur- Hardt, Sp. Vgg., 12,4; 3. Kirchheimer, V. s. B., 12,5;

4. Stroh, V. f. B., 12,7 Sek.

300 Meter: 1. Koch, Sp. Vgg., 42,1; 2. Steuer- wald, V. f. B., 42,2; 3. Motz, Sp. Vgg., 42,8; 4. Hell- mayer, D. f. B., 43 Sek.

Weitsprung: 1. Steuerwald, V.f.B., 5,16; 2. Gräf, Sp. Vgg., 5,02; 3. Felsing, Sp. Vgg., 4,76; 4. Hellmayer, V. f. B., 4,25 Meter.

Diskus: 1. Rodriges, Sp. Vgg., 29,90; 2. Luh, V. f.B.,27,90; 3. Auer, Sp. Vgg., 27,50 Meter; 4. Schweitzer, V.f. B.

Kugel: 1. Koch, Sp. Vga., 11,62; 2. Gräf, Sp. Vgg., 9,75; 3. Luh, V. f.B., 9,67; 4. Steuer- wald, V. f.B., 9,39 Meter.

4X100 -Meter-Staffel: 1. Sp. Vgg. 50,2; 2. V. f. B. 50,6 Sek.

Klasse C:

100 Meter: 1. Paulus, V. f. B., 13,8; 2. Happ, V. s. B., 14,4; 3. Rohrbach, Sp. Vgg., 14,7; 4. Gruse, Sp. Vgg., 14,9 Sek.

4X50-Meter-Staffel: 1. 93. f. 23. 29,4; 2. Sp. Vgg. 30,2 Sek.

Ballweitwurf: 1. Herbert, Sp. Vgg., 63,50; 2. Groß, Sp. Vgg., 54,80; 3. Schmidt, 23. f. B., 52,90; 4. Happ, 23. f. B., 46,10 Meter.

Weitsprung: 1. Happ, 23. f. 23., 4,14; 2. Pau­lus, D. f. B., 4,04; 3. Schmelz, Sp. Vgg., 3,98; 4. Satzberg, Sp. Vgg., 3,92 Meter.

Klasse D:

5 0 Meter: 1. Weil, V. f. B., 7,5; 2. Volk, Sp. Vgg., 7,6; 3. Küpper, V. f. B., 7,8; 4. Schmitz, Sp. Vgg., 7,9 Sek.

4X 5 0 - M e t e r - S t a f f e l: 1. 23. f. 93., 31,8; 2. Sp. Vag. 32,2 Sek.

Weitsprung aus dem Stand: 1. Weil, 93. f. 23., 2,10; 2. Volk, Sp. Vgg., 2,02; 3. Schmitz, Sp. Vgg., 1,87; 4. Steuerwald, 23. f. 23., 1,82 Meter.

Speerwerfen: 1. Weil, 93. f. 93., 22,32; 2. Volk, Sp. Vgg., 21,06; 3. Schäfer, V.f. B., 20,58; 4. Schütz, Sp. Vgg., 16,86 Meter.

Handball in Lich.

Am Sonntag fand auf dem Licher Sportplatz ein Handballspiel zwischen der Mannschaft der Unterprima II des Realgymnasiums Gießen und der Abteilung des LicherTurn- v er eins statt. Kurz vor Halbzeit konnte der gastgebende Berein den ersten Ball einsenden, so daß bis Halbzeit das Spiel 1: 0 für Lich stand. In der letzten Hälfte der zweiten Halbzeit fiel das Ausgleichstor, zwei Minuten später konnte die Gießener Mannschaft ein zweites Tor für sich in Anspruch nehmen. Kurz vor Schluß des Spieles holten die Licher Turner auf, so daß beim Abpfiff das Spiel 2: 2 stand.

Handball in Fronhansen (Lahn).

Aronhausen Staufenberg 4:3.

Fronhausen konnte dieses Spiel für sich entschei­den. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf.

Handball Sv. 1899 Großen-Bnseck.

Schüler Mio. Gießen Schüler 3:1.

Beim Vorspiel in Gießen mußten die Bufecker | Jüngsten eine hohe Niederlage hinnehmen, da sie