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bar entgegengesetzte sind. Das Vorurteil, daS da und dort unbewußt sich eingesressen hat, muh unter allen Umständen au?gelchaltet wer­den. Vielleicht konnte das Gewitter der letzten Tage die Lut reinigen; versteckte Feindselig­keit ist die gefährlichste!

3d) weih sehr wohl, daß mit der nicht allzu schwierig erscheinenden Ausgleichung der jetzt aktuellen, konkreten, wirtschaftlichen und finan­ziellen Fragen die großen staatsrechtlichen Fra­gen der Reichsreform, die sich in den SchlagwortenMr.itan3mud Föderalismus" ausprägen, in keiner Weile erledigt sind. Ihre Behandlung kann schon tm Hinblick auf die Fluten mehr oder minder geistreicher Denk- schristen, Referentenentwürfe usw., die sich mit diesen Kernfragen künftiger Reichsreformen be- schäftigen, tm Umfange diese« Artikels kaum angedeutet werden. Und je großer die Flut die­ser Schriften wird, desto größer die Zeitspanne, in der wir uns noch mit diesen Dersafsungs- fragen werden beschäftigen müssen. 3m allge­meinen kann ich heute schon sagen, daß wir im Süden wie tm Norden bas gleiche Interesse haben, baldigst zu einem Dauerzustände eines organischen Aufbaues, der vom bciberseitigetr Vertrauen getragen ist, im Reiche zu gelangen. Der jetzige Kampfzustand droht uns auch nach außen, in dem großen, unZ ausqezwungenen Kampfe um die Frehei' un­seres Volkes zu lähmen. Schon um dieses Kampfes willen muß unser Dahlspruch sein und bleibens Um keinen Preis eine ^neue Main­linie" schaffen. Aber feste, starke Mainbrücken mit Verständnis für die Eigenheiten des Sü­dens und des Nordens bauen: das ist die For­derung deS Tages!

Aus der Provinzialhaupistadt.

Gießen, den 9. Februar 1929.

Dom Volksbadewesen.

Der Aufschwung deS VadewesenS ist noch ver­hältnismäßig jungen Datums. ViS zum Jahre 1380 waren im Deutschen Reiche nur vereinzelt Warmbabeanstalten in Verbindung mit § allen» fchwtmmbädcrn vorhanden. Erst in den neun» »:ger Jahren des vorigen Jahrhunderts brach die Erkenntnis durch, daß den S adtbewohnern zu jeder Jahreszeit Sssentliche CSabet nutzbar gemacht werden müßten. Mit dem Dau von Hallenbädern wurde nun begonnen, und auch Gießen e-h'.elt im Jahre 1837 sein VolkS- b a d mit Schwimmbecken.

Mährend im ersten Jahrzehnt bte Vorteile für die warmen Mannen» und Brausebäder über» wo^en. setzte der Besuch im Schwimmbade erst nach der Kr'ezSzeit stärker ein. Der gesund­heitliche Mert deS Schwimmens wurde erkannt und durch die eingerichteten Ausbildungskurse durch die Sportvereine, sowie durch die Abgabe von verbilligten Schwimmbädern an Schüler und Schülerinnen ter Volks- und höheren Schulen tn weite Schichten der Bevölkerung getragen.

Durch die starke Tenuhung der Hallenschwimm­bäder wurde die Frage aufgeworfen, ob eine liebertragung von Krankheiten tm Schwimmbad möglich sei. Durch größtmöglichste Zuführung von Frischwasser und mehrmals.-« Neufüllung beS Schwimmbeckens in der Woche suchte man Iunächst dieser Gefahr zu begegnen. Dieses Ver- ahren reichte aber bei starkem Schwimmbad- »esuch nicht aus; durch Wasseruniersuchungen Wurde fest gestellt, daß trotz der großen Frisch- Wasserzufuhr epitemi che Krankheiten, vor allem die Augenbindehautentzündung, durch Schwimm- bsbbesucher übertragen werden könnten. Bei den nun regelmäßig vorgenommenen bakteriologischen Untersuchungen te3 Schwimmbeckenwassers wur­den in einigen Städten neben großen Mengen unschädlicher Keime auch Krankheitserreger vor­gefunden. Man suchte nun nach einfachen Mitteln, um das Schwimmbeckenwas ec zu jeder Stunde keimfrei und klar den Schwimmbadbefuchern zur Verfügung zu stellen. Ein Mittel fand man in dem Reinigungsverfahren mit E h l o r g a s.

Auch die Gießener Stadtverwaltung konnte sich, aus ihrem Verantwortungsgesühl heraus, den Anforderungen nicht verschließen und erstellte tm Jahre 1925 Im Schwimmbad­betrieb eine Wafserreinigungs« und EhlorungSanlage. Das zu reinigende Schwimmwasser wird mit natürlichem Druck durch

lieber noch ein Viertelstündchen warten, die Grenze ist zu nahe . . ." Aus einen alten Stubben setz­ten wir uns nieder, und Iackl zog fein Frühstücks- Päckchen aus der Ooppentasche:

San S' net hungrig?"

Ein bißchen . .

»'s langt scho für uns zwoa. . treuherzig bot er mir Speck und Schwarzbrot an, den selbst- gebrannten Enzian, und ich ließ mich nicht lange nötigen, langte herzhaft zu. Als dann die Zi­garren brannten, kam eine gemütliche Stimmung auf, eine Art Trägheit nach der voraufgegange­nen Nervenanspannung.

Sind eigentlich öfters Lumpen im Revier?" fragte ich.

Net, daß ma sagen könnt', i bin allweil scho fät sechs Jahr' in dera Oed, aber der Franzl und i hab'n noch nie net 'was g spürt, drüben freili, im Aerarischen, da hat's amal a Weil' lang g'fpukt, no, is net lang ganga, dann Ham f* Lump'n g habt, zwoa Holzer auS der Achsenau."

So . . .! Da kann ich mir denken, daß eine Stellung beim Herrn von Andrian ein begehrter Posten ist!"

Der Jäger zog die Schultern hoch und druckste verlegen:

Scho, scho, der gnä' Herr, allen Respekt! So an Oagöherrn sind st sei net glei wieder, g'rad' nobel zahlt er, gibt auch dieweil an Gams frei oder a grina's Hirsch'l . .

Aber . . .?!"

3a, schaugen S', H-err, da is a harts Reden, und t, no i glab' net an des G red' von Leut' . .

Aha! Wohl wegen dem Hubertus Silvester?"

Dös wissen S' ag scho?!' Ganz überrascht sah mich der Iackl an:Hat's Ihna ebba der gnä' Herr selber verzählt?"

Wird schon so sein, doch nun sagen Sie mal, bas ist ja ein Märchen, eine ganz alberne Ge­schichte. an die kein vernünftiger Mensch glaubt!"

Wann S' meinen . . .

Das meine ich allerdings! Oder. . haben Sie Gründe, um anzunehmen, daß wirklich etwas an den Gerüchten sei?'

3 woaß net. was i glaub n soll, Herr. Diem fummt mir's vor. als war net aItc-3 sauber im Gebier, als wär' da ebbs, mit be Händ' kann

Große städtische Baukredite.

Die Stadtverordnetenversammlung hielt gestern nachmittag eine nichtöffentliche Sitzung ab. lieber die Vorlagen und Beschlüsse, d.e zur Veröffentlichung geeignet sind, wird uns von der Stadtverwaltung folgendes mitgetetlt:

Erweiterung der Schaltanlage des städtischen Elektrizitätswerkes.

Die im Stöbt. Elektrizitätswerk vorhandene Schalt­anlage, die im Jahre 1908, und zwar nur für Gleich, ström, errichtet wurde, ist durch die im Laufe der Jahre ausgetretene Steigerung des Stromumsatzes unzulänglich geworden. Besonders zu erwähnen ist, daß neben das Gleichstromfystcm zwei Drehstrom- lysteme mit 5000 und 20 000 Volt getreten sind und baß die Drehstromabgabe nahezu der Gleichstrom- abgabe entspricht. Die Schaltanlage ist nach und nach, entsprechend den allerdringendsten Bedürf, nissen, provisorisch ergänzt worden. Die prooiso. rische Ergänzung muh nunmehr mit Rücksicht auf die Sicherheit einer unge st orten Strom- lieferung. insbesondere aber auch zwecks B er» Hutung von Unglücksfälien, den jetzigen Verhältnissen und Erfahrungen entsprechend durch eine Reuanlage ersefst werden. Diese Reuan-' läge erstreckt sich auf «ine solche technischer und baulicher Art. Ähr Umfang verspricht die Schaffung einer ins Gew cht fallenden Gelegenheit zur Heber- tragung von Arbeiten auf das Unternehmergewerbe und zur Beschäftigung von Arbeitskräften. Die Gelamtkosten der Erweiterung sind mit 480 000 Mark veranschlagt.

Die Notwendigkeit für die Vornahme der Erwei. terung ergibt sich ohne weiteres, wenn man den Umfang des Stromumsatzes von 1908 und der folgenden Jahre mit dem Stromumsatz im Jahre 1928 vergleicht.

1908 Stromumsatz 1 023 342 kWh

1910 1384 063

1915 3 192 165

1920 5077 251

1925 - 6 671 776

1927 11 367 821

1928 a 13 000 000 ,,

Hieraus ergibt sich, daß seit 1903 eine Steige- rung des Stromumsatzes um rund 1170 v. H. eingetreten ist. Diese Steigerung durfte es wohl jedem verständlich machen, daß eine vor 20 Jahren geschaffene, in den Nachiohren nur notdürft.g er. gänzte und für das Strornverbrouchsgebiet so ro d), tige Anlage nunmehr aus vorstehend genannten Gründen eine durchgreifende Erneuerung bzw. Er­weiterung erfährt.

Die Stattverordnetenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die ents irechenden Vorschläge der Stadtverwaltung und bewilligte den obengenann» ten Kredit.

Bauliche Instandsetzung des otfen Teils der Schillerfchule. Wie aus der im Vorjahre bereits imGidiener Anzeiger' veröffentlich ien Dendchrift der Stadt­verwaltung über d.e Errlchtun; von Schulhaus­bauten hervvrgetzt. war Dorgefejen, das neben einem für die Schillerschule zu erachtenden An­bau auch eine Instandsetzung des bestehenden Gebäudeteils der Schute erfolgen soll. Die Not­wendigkeit der Instand,'ehun} ist durch «^spre­chende Deschlüsse der städti,'chm Körperschaften bereits im Vorjahr aneela;xnt worden. Nachdem nun der Anbau an die Schillerschule soweit ge­diehen ist, daß der innere Ausbau erfolgen kann, soll gleichzeitig auch die Instandsetzung des alten Teiles der Schule erfolgen. Die vorzunehmenden Arbeiten erstrecken sich ins­besondere auf die Verlegung neuer Fußböden, Ausführung von inneren und äußeren Derputz- arbeiten, Verbesserung der Beleuchtunzsanlage, da teilweise noch Gasbeleuchtung vorhanden ist, außerdem auf die Verbesserung der Heizungs- anlage usw. Erllärlich wird die Notwendigke'.t der Vornahme der Arbeiten, wenn man berücksich­tigt. daß feit 13l9 wesentliche Verputzarbeiten nicht vorgenommen worden sind. Die Fußböden liegen ebenfalls feit 18(9. Sie sind, beraorgerufen durch die starke Benutzung die Schale hat zur Zeit £03 Schülerinnen vollständig abge-re'en. Die Stadtvrrordneenversammlung ha:, nachdem nun eine genaue Kostenveranschlagung der Ar­beiten erfolgt ist. für diese dringend notwendigen Arbeiten tn ihrer gestrigen Sitzung den er­forderlichen Kredit von 700 00 Mark zur Verfügung gestellt.

Eine Wartehalle an der Straßenbahn- Haltestelle Dolkshalle.

Von der Ferien-Deputation wurde, wie be­kannt. im Vorjahre tle Errichtung einer Warte­halle an der Endhaltestelle Volks» Halle der Straßenbahn, Derbunbcn mit einer Abortanlage für Manner und Frauen, einem Raum zum Verkauf von Milch, Selters­wasser u. dgl. und einer Transformatoren st ation beschlossen. Dl« dem Projekt seinerzeit gugrunte- gelegten Pläne sind inzwischen nochmals einer Aendcrung unterzöge r tooracn, da el sich als zweckmäßig erwiesen hat, u. a. den Einbau einer Pumpenanlage für le.x auf dem Trieb be­findlichen Springbrunnen vorzufehem Die Aendcrung des Projektes erfordert insgesamt eine Mehrausgabe von 1530 Mark, die von der Stadtverordnetenversammlung gestern bewilligt wurde.

eine Filteranlag« geleitet, die mit einer beson­deren K.esart und Sand gefüllt ist. Während bei dem Durchlauf durch den Kies und Sand alle organischen Beimengungen zurückgehalten werden, wird dem gefilterten und vollkommen klar ge­wordenen Wasser nach dem Verlassen der Filter­anlage durch eine sinnreiche Apparatur 0,03 Gramm chemisch reines Ehlorgas je Kubikmeter Wasser zugesetzt. Diese Menge genügt, um alle Keime abzutöten. MU einer Pumpe wird daS nun gereinigte und gechlorte Wasser dem Schwimmbecken wieder zu geführt. Die Reinigungsanlage ist von größtem Ausmaß und bewirkt «ine täglich dreimalige Umwälzung d«S gesam­ten Beckenwassers. Ferner werden täglich 10 bis 23 Prozent Frischwasser je nach Benutzung des Schwimmbades zugesetzt. R.

Der Vogelsberg als Winlerspor'gebiet.

DerNachrichtendienst der Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reiseverkehr" veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 5. Fe- brnar unter obiger üeierfdjrift die nach­stehende Mitteilung an die deutsche Presse zwecks Abdrucks. Unserer oberhessischen Bevölkerung bringen wir mit dem Abdruck dieser Zeilen zwar keine Neuigkeit, jedoch können unsere Leser hieraus er;e$en, in welcher Weise jetzt auch von feiten der Reichsbahn für di? Der kehrSwer- bung zugunsten unseres Vogels-

ma's net greifen. . er schwieg und paffte stoßweise vor sich hin. Ich rückte unwillkürlich näher:

.Das müssen Sie mir erklären!"

38 nir zum Erklären, Herr, i myan' halt bloß so, aber schau'n S', noch nie net hat der Herr von Andrian in Terosal an guaten Bock g'schoss'n, an braven Hirsch,der and re vergunnt mir's net" sagt a, und oamat, wie i vom Seekar in Wilüachsllamm einig'stieg'n bin, da hab in gfegn.

Wen denn?! Den Hubertus Silvester?!"

Den wilden Jager, tolen d' Leut' hoahen, ja, im Nebel 13 er vor meiner g'stand'n, a greane Uniform und an Zwilling... Unser Herr hat auf ihn g'schoss'n, foane zwanzig Gäng' sind's g'west, da hat Bix versagt, mei, kannst halt nix niacha, aber g'graust hat mir's, wann d'r G'halt net so hoch wär'...

Ich wollte lachen, doch es gelang mir nicht so recht. Narrenspofsen natürlich, irgendein Körnchen Wahrheit, das maßlos übertrieben und aufgebauscht worden war, dazu die geschästige Phantasie der Gebirgler, in deren Köpsen noch immer ein gut Teil deS mittelalterlichen Aber­glaubens spukte. Und dennoch. e3 war etwas anderes über diese Dinge am Kaminfeuer zu spotten ober ihnen Auge In Auge in der majestä­tischen Bergeinfamkeit gegenüberzustehen. Da drunten, eingebettet wie ein Juwel zwischen ur- gewaltigen Bergriesen, lag der Achensee, gleich einem ungeheuren Kessel voll feuerslüssigem Sil­ber glänzte und gleißte fein Spiegel. Fast senk­recht fiel das schwarze Gewänd ab, versank in den Wuchtenden Schatten dämmernder Tiefen, un­übersehbar weit dehnte sich das Wipfelmeer, hart und klar, jede Linie scharf umrissen, hob sich die Rheiderspitze in das blasse Blau des Sep- tembermr.rflen5. dahinter türmten sich die wuch­tigen, von flimmerndem Schwer gekrönten Stein* massen des Hochkogels, unb über all dem träumte ein geheimnisvolles Schweigen, ein Hauch der Unendlichkeit... Mit langgezogenem, schrillen Schrei schraubt« sich ein Bussard In weitaus- hnlenden Spiralen über das Hochtzolz, wie leuch­tender Goldbronzcton lag c3 auf den regungslos audaebreiteten Schwingen, und jedesmal, wenn

berge» gearbeitet wird. Hoffentlich setzt di« Reichsbahn diese mit Anerkennung ver­merkten Bemühungen weiter fort. D. Red.

ADV. Eines der für die Ausübung des Wintersports und namentlich deS Skisports tm Hessenland am besten geeigneten Gebiete ist der Vogelsberg. Er ist auch wohl der schnee- reichste Teil Hessens, in dem sogar in milden Wintern die Schneedecke in den Monaten De­zember bis Februar von Ulrichstein Im Nor­den d:S Herchenhain im Süden und von Ilbeshausen und Lanzenhain tm Osten bis nach Rudingshain und Breunges­hain im Westen reicht. Größere freie Hänge bieten her HoherodSkopf. die Herchenhainer Höhe und der Ernstberg. Wer den stillen Skiwaldlauf liebt, findet gute Gelegenheit dazu tm Oberwald. Prachtvolle Rauhreisbilöungen entzücken hier das Auge. Der Blick schweift von der Höhe bis hin zum TaunuS und zur Rhön. Auf dem HoherodSkopf befinden sich zwei Skisprungschan- zen des Skiklubs Gießen, auf denen die Wett­kämpfe dieses Klubs unb der Hochschulen von Gießen, Marburg, Frankfurt unb Darmstadt all­jährlich ausgetragen werden. Unterkunftsmöglich- feiten bieten sich dem Skiläufer im Vogelöberg- gebiet in reicher Zahl unb zu mäßigen Preisen. Ein« neue große Jugendherberge des Vogelsberger Höhen-ClubS ist am Fuße der Herchenhainer Höh« (732 Meter) zu finden. 3m nahen Hart- mannshain-Herchenhain gibt es gute Gasthäuser unb Pensionen. Auf dem HoherobStopf (762 Me­

der von Sonnenglast umglänzte Körper eine Schwenkung machte, blitzte es silbern auf.

Die Zigarre war aufgeraucht, ein Blick nach dem Zifferblatt der Uhr:

Nun wollen wir mal sehen.. *

In dem kurzen, olivgrünen GraS ein tiefer AuSriß, daneben Helles Rot, blasiger Lungen- schweiß auf beiden Seiten der Führte. Iackl beugte sich nieder, nickte und hob ein paar kurz abgestanzte Schnitthaare auf:

Den kriag'n ma, foane hundert Schritt weit iS a g gang'n..

Die sperrigen Latschenäste wanden sich um Knie und Schenkel, ich sicherte die Büchse, arbei­tete mich mühsam vorwärts, nahm den Etand- hauer zu Hilfe. Und bann ein klingender Juchzer neben mir:

Hat'n scho! Do liegt all*

AuS dem zähen Gewirr ragte eine tiefschwarze, knorrige Geweihstange mit schlohweißen Enden in der Gabel..." im Nu stand ich neben dem Hirsch, tastete nach den Ryfen» fühlte die körnige Perlung...

Iackl!" //" / ,,

Wir sahen uns beide an: > '

3 gratulier', Herr!"

Ein Händedruck und dann Schwelgen. Ich beugte mich nieder, knapp hinter dem Blatt saß die erste Kugel, mitten drauf die zweite, smaragdgrüner Hauch lag über den Lichtern Hinter mir knackte es, auf abgezogenem Filz bot mir der Jäger den schweißigen Bruch, und wieder fühlte ich die zitternde, prickelnde Freude. Erbe aus Urvätcrtagen! Wie lange wir so standen, ich weih qs nicht. Iackl kniete nieder, löste dis Haken aus:

's G'weih nehma ma glei mit, i will nur erst den Hirsch ausbrrch'n un vrrblend'n, nachat fönn d' Holzer' hol'n, fan b'runt' am Brentnerschlag."

Die kurze, scharse Säge knirschte durch den Hchüdelknochen:

Lassen Sie nur, ich lüste den Zehner selbst, bas tu ich zu Hause auch immer."

Ah! Gibt's da aa Hirsch' im Riederlanb?"

Ich mußte lächeln.

..Sogar von sechzehn bis zwanzig Enden und Rehe. Hasen. Fasanen. Rebbübner. Wildenten, ich

ter) stehen drei UnterkunstShäuser veS Höhen» Clubs unb eine Heinere Herberge für Jugend» Wanderer. AIS Weitere Standquartiere für 6IU Wanderungen im Vogelsberg kommen in Frage: Breungeshain (556 Meter) am Fuße deS Hohe, rodskops, ällrichstein (620 Meter), Schotten und Michelbach. Zu erreichen ist d«r Vogelsberg aus der Richtung Kassel, Köln. Frankfurt a. M. und Koblenz über Gießen, von Frankfurt aus auch über Vilbel, von Fulda auS über Lauterbach

(^ie^encr 4iZock;enurarktpreise.

Ds kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt daS Pfund: Butter 143 bis 170; Matt« 33 blS 35 Käse (10 Stück) 63 bis 143; Wirfinq 23 M 33; Weißkraut 23 bis 23, Rotkraut 25 bis 33; gelbe Rüben 23 biS 25; roh Rüben 15 bis 23; Spinat 50 bis 60; älnter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünbohl 25 bis 33; Rosenkohl 53 blS 63; Feldsalat 150 biS 180; Tomaten 83 bis 93; Zwiebeln 20 bis 23; Meerrettich 53 bis 120; Schwarzwurzeln 50 bis 70; Kartoffeln 5'/,.; Aepfel 23 bis 43"; Dörrobst 35 bis 43; Honig 43 bis 53; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 103 bi8 120; Lauben K bis 85; Rusfe 70 bis 83; daS Stück: Eier 13 bi« 20; Blumenkohl 70 bis 143; Salat 43 bis 45; Endivien 40 bis 63; Lauch 15 biS 20.

- Wie verhindert man da« Ein­frieren der Wasserleitung? Das Ein­frieren ter Wasserleitungen wird durch daS Ab» stellen des Wassers nicht verhindert. Am besten ist es, wie von sachrentändiger Sdte mitgeteilt wird, bei starkem Frost an der Endzapfstelle einer Wasserleitung, z.D. Li einem dreistöckigen HauS bei der i.n dritten Stock wohnenden Mietspartci, ununterbrochen e!wa strohhalmstark das Wasser laufen §u lassen. Dadurch ist ein bauembrt Durchstromen von Wasser durch d.e gesamte Leitung möglid> und das Einfrieren wird Der» hindert. Die h'.ecsür an Wasserverbrauch an­fallenden Kosten sind gering Im Vergleich zu dem Schaven unb ben Unannehmlichkeiten, bie daS Einfrieren der Wasserleitung mit sich bringen kann.

* Gesellenprüfung im Schnetder- handwerk. Der Prüfungsausschuß der Freien Schneiderinnuna des Kreises Gießen gibt tm Heu. tigen Anzeigenteil bekannt, daß die Anmeldunger> zur Frschiahrsprüfung für Schnciderlehrlinge unb Schneiderinnen im Kreise Gießen am SamStag, 16. Februar, zu erfolgen haben. Näheres in der Anzeige.

Eine postalische Neuerung, bte schon seit Jahren angeregt unb feit vielen Mo­naten in Erwägung gezogen wurde, kommt jetzt in Frankfurt a. M. in den nächsten Tagen zur Ausführung. In der Innenstadt sollen ver­suchsweise sechs sogenannte Säulenpostb-iefka.'ten auigestellt werden. Die Säulenbriefkaften in einer ungefähren Höhe von 1,50 Meter werden auf dir Turgerstcige gestellt unb enthalten innen einen großen Postsack, der voll abgeholt unb durch einen leeren ersetzt wird. Der Einwurfschlitz ist groß genug, um auch größere Briefschaften auf­nehmen zu können. Durch die Aufstellung der­artiger Briefkasten macht sich die Post unab­hängig von den Hausbesitzern, die au- mitunter rocht seltsamen Gründen bi« Anbringung von IBrteftaften an ihren Häufrrn verweigerten.

Mu st «rkoffer-Beförderung vnk GepSckfrachten Für den GeschSftsreifenbev. der feine Musterkoffer als unentbehrliches Hand' roerkszeug zur Ausübung feines Berufes zu be­trachten hat, fpiett bie Frage der Ermöhigung de« Gebühren für die Musterkvfferbeförderuna eim groß« Rolle. In einigen Ländern genießen bie Rei­senden bereits z. T. bedeutende GebührenerTnäßt- guna für ihr Derussgepäck. Nachdem End« Ro- oernber bekannt geworden war, daß neuerdings fo- wohl bie Schweiz, wie Oestereich ben reisenden Knusleuten Ermäßigungen für Pie Musterkoffer. besörberung zugesichert hätten, wandte sich die Reichsoereinigiing der Reisenden unb Vertreter tm Gewerkschaftrbund der Angestellten mit einer Ein« gäbe an bie Deutsche Reichsbahngefellschaft, m ber sie erneut anregte, auch den deutschen reisenben Kaufleuten für bie Beförderung ihrer Thifterfoffef Vergünstigungen nach dem Beispiel ber benachbar­ten Länder einzuräumen. Die Deutfche Reichsbahn» gesellschaft hat. wie sie vor kurzem ber Reichsver­einigung mitteilte, bie für diese Angelegenheit zu­ständige Reichsbahnbirektion Berkin beauftragt, vis Frage ber Einfschruna eines ermäßigten Gepäck- tarife» für Musterkoffer in ber ständigen Tarif* kommisßon erneut zur Beratung zu stellen.

lenne Reviere, auf denen an einem Tage übe» tausend Hafen geschofsen werden!"

Aber naa, Herr?!" Gan- ungläubig starrt» mich der Jäger an. offenbar hegte et den Ver­dacht, daß ich lateinerte.

Ist schon so. und wissen Sie waS toeitf Ihr Herr im November zu meinen großen Jagden kommt, bann begleiten Sie ihn, da können öt sich selbst überzeugen!"

Teisil Seift I! DeeS venn'S wahr is - möchf i scho amal sehg'n!"

Sie können sich auf mein Versprechen ver» lassen"

Wie Nußkerne lagen bie kleinen, stark abge* fchlifsencn, tiefbraunen Grand'ln in meiner Hand« dann verblendete ich den Hirsch unb Iackl lud sich das Geweih auf bie Schultern. Scngenb brannte die Sonne hernieder. Heber den Matten gaukel­ten kleine, blaue Schmetterlinge, die bet VvlkS- munb Seelchen nennt, quarren» strichen ein Paar Stelndohlen ab. In tiefen, durstigen Zügen trank ich die Schönheit des SeptembermotgenS in mich Wie eine Ahnung kommenden Vergehens lag es über dem weiten Land, filberflimmernb« Splnn- webfäden, Altweibersommer, segelten durch di« unbewegte Lust, legten sich als lo'eS Gespinst um den mattblitzenden Lauf der Düchs«. Durch die träumfjaft tief« Stille schwammen von fern her Glockenllünae, mahnend, rufend... Dann um­fingen uns die dämmerkühlen Schatten de« Nadel­holzes gleich Kupfer glänzten die rilligen, rauhen Stämme, leis« zwit'chernd huschte eine Tannen­meise von Ast zu AsL

Irgendwo klang ein Heller Artlchla-, Der Jäger ßog in einen fsitwärts führenden Richt­weg ein. doch ein paar Minuten, nun lichtete sich der Bestand, unb wir stanben auf dem Hau.

.He! Andetll! MartiI"

Drüben traten zwei Holzer auS dem Schot* ten der Ranbbäume. kamen langsam nähenr

.Habfs an Hirsch'n!"

Feit ft nif. droben (legt q in be Lat'chen em Scefar, o Papier! hab' I ausg'steckt, könnt ihn glei abischaff'n."

Ich trat heran:

sForisestuna fvlsip