Ausgabe 
9.1.1929
 
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es bi)rf) mancher Hausfrau nötig ist. etwas darüber zu lesen, wie man diese Fünfuhrstunde ein richtet und was man seinen Gästen vorsetzt, ohne daß man besonders große Vorkehrungen da^u braucht. Eine meiner gastlichsten Freundinnen, eine Malerin, be­hauptete einmal, der Grund ihrer Gastlichkeit, die jederzeit bereit ist, Freunde zu bewirten und ihnen einen guten Tee vorzusetzen, läge darin, daß sie keine Mittel habe und keine Bedienung. Und es war immer reizend und angenehm bei ihr zur fünften Stunde, und ih' kleiner Rohrtisch stand immer gedeckt bereit.

Wirtschaft.

Dor einer neuen Werstenkrise.

Durch das umfangreiche Neubauprogramm der großen deutschen Reedereien, das im Jahre 1927 zum Teil zur Ausführung gelangt ist, ist die an Uebersetzung leidende Lage der deutschen Werftenindustrie verdeckt worden. Für das abgelaufene Jahr 1928 ist ein bedeutender Rückgang des Auftragsbestandes der deutschen Werftenindustrie festzustellen, der in dem Umfange zurückgegangen ist, in dem die Groß­bauten zur Ablieferung gelangt sind. Während das Jahr 1927 dem deutschen Schiffbau noch eine gute Entwicklung gebracht hat, gilt das für das ab­gelaufene Jahr ganz und gar nicht. Es ist anzu­nehmen, daß nach Ausführung der letzten großen Aufträge der Großreedereien, die infolge des lan­gen Anhaltens des Werftarbeiterstreiks erst jetzt wieder in Angriff genommen werden können, eine neue S ch i f f b a u k r i f e mit all ihren bedenk­lichen Folgen einfetzen wird. Diese Krise wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach um so schärfer aus­wirken, als die Anpassung der deutschen Schiffbau­industrie an die Absatzmöglichkeiten gerade infolge der umfangreichen Konkurrenz-Bauprogramme der großen Reedereien nicht die Fortschritte gemacht hat, die man im Interesse der Beseitigung der im deutschen Schiffbau herrschenden Ueberkapazität er­wartet hätte. Es wird sich zeigen, daß die Lage des deutschen Schiffsbaus, der der deutschen Lokomotiv- industris ähnelt, und daß eine Gesundung nur dann erreicht werde kann, wenn die scharfen Ratio- nalisierungsmaßnahmen, die man bei der Lokomotivindustrie durckgesetzt hat, und noch durchsetzen wird, auch bei der Werft­industrie in Anwendung kommen. Die Leistungs­fähigkeit der deutschen Werften stellt sich gegenwär­tig auf insgesamt etwa 800 000 Tonnen, der gegen­wärtige Auftragsbestand ist auf rund 350 000 Tonnen zu schätzen. Es liegt kein besonderer Grund vor, daß dieser Auftragsbestand wesentlich erhöht werden kann. Bekanntlich ist im Zusammenhang mit einer Gesundung des deutschen Schiffsbaus im Jahre 1926 bereits die Frage eines deutschen Werste ntru st s, d. h. die Zusammenfassung der gesamten deutschen Werftenindustrie zwecks An­passung an die Absatzmöglichkeiten, erörtert wor­den. Ein Trust bietet natürlich die straffsten Orga­nisationsmöglichkeiten und die Gewähr, daß tat­sächlich eine umfassende Einschränkung her Kapazi­tät vorgenommen wird. Allerdings liegen die Ver­hältnisse im Schiffbau insofern schwieriger, als in der Lokomotivindustrie, als die Reinigung in der Lokomotivindustrie leichter durchgeführt werden kann, weil cs sich zum großen Teil um gemischte Betriebe handelt, die den Lokomotivbau nur als ein Teilgebiet ihrer Produktion betreiben, und da­her um so leichter auf diese Tellproduktion verzich­ten können. Der Rationalisierungsvorgang der Lo­komotivindustrie hat bereits gezeigt, daß eine Reihe von Unternehmen auf den Lokomotivbau zugunsten anderer verzichtet haben.

Die amtliche Großhandelsindex­ziffer im MonatsdurchschnittDezem- ber 1 9 2 8. Dis für den Monatsdurchschnitt De- zember 1928 berechnete Givßhandelsin d-rxzif, er des Statistischen Reichsamtes ist mit 139,9 ge­genüber dem Dormanat (140,3) um 0,3 v. H. zuruckge-angen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstosie um 0,8 v. H. auf 134,1 (135,2) und diejenige für Kolonialwaren um 2,4 v. H. auf 124,6 (127.6) nachgegeben. Die 3n» derziffer für i rdustrielle Rohstoffe und Halb­waren ist um 0,4 v. H. auf 134.1 (1335) ge­stiegen, während dir Jnderzister für industrielle Fertiawaren um 0,3 tx H. auf 1595 (159,9) Kurückge-angen ist.

Heber 3 Milliarden Hypothekar- kredite der Svarkassen Ende 1 9 28. 3m Reich waren Ende 1928 gleich 3093 Mill. Mk. Hhpvthekarkredite d?r Starkasten vorhanden. Davon entsi?len auf landwirtscbaf lihe Grund­stücke 759, auf städtische 2334 Mill. Mark. Der als Dorrn festgesetzte Satz, daß 40 Prozent der Spareinlagen für die Gewäh-ung von Rcal- krediten zu verwenden sind, ist erreicht. Die

Neue Bücher.

Meyers Lexikon in 12 Bänden. Sie­bente, völlig neu bearbeitete Auslage. Heber 160 000 Artikel und Derweisungen auf etwa 21 OCO Spalien Text mit rund 5000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text: dazu etwa 755 be­sondere Bildertafeln (darunter etwa 100 farbige) und 280 Karlenbeilagen und Stadtpläne sowie 200 Text- und statistische Heberichten. Band 9 (Oncken bis Recherche) in Halbleder gebunden 30 Mk. Derlag Bibliographisches Institut A.-G. in Leipzig. (806.) Wer sich mit dem soeben erschienenen, vonOncken" bisRecherche" rei­chenden 9. Band von Meyers Lexikon etwas ein­gehender beschäftigt, der wird befriedigt fest­stellen: dieses Lexikon ist durchaus auf der Höhe. Das sieht man schon aus der Art, wie es den Zeitgenofsen gerecht wird. Don ihnen seien z. D. herausgegriffen: die Maler Max Pechstein und Leo Putz, die deutschen Dichter Josef Ponten, Alfons Paquei, Astert H. Rausch: Pirandello, der vielgespielte italienische Dramatiker, der Franzose Paul Raynal, der Verfasser vom Grabmal des unbekannten Soldaten": der öster­reichische Heersührer Pslanzer-Baltin, Hugo Preuß, von dem der Entwurf zur Reichsver­fassung stammt, Walter Rathenau, Ludwig Ques- sel, Raymond Poiniars, Lord Reading, 192126 Dizekönig von Indien, die südfiawischen Poli­tiker Stfepan und Pavle Radic, der spanische Anatom und Nobelpreisträger Ramon h ©ajaL Dielerörterte Tagessra-en behandeln die Artikel PaneurLpabewegun'', Pazifismus, Psychoanalyse. Rakeie.iantrieb. Rationales erung, Raumkunst mit prächtigen Schwarztafekn. Dinsormate. Puppen- spiele. Hltraviolettbestrahiung (Ergosteiin) als Mittel gegen Rachitis, Protoplasma, Pslanzen- physiologie. Entsprechend ihrer Bedeutung im heutigen Leben spielen auch Daturwifsenschaft und Technik im vorliegeirden Dande wieder eine große Roste: man betrachte nur die Artikel Ozon, Parfümerie, Phenol, Phosphor, Platin, Queck­silber, Radioaktive Stoffe, Opium, Papier, Pelz­waren (mit Dunttcsteln),Polarisation des Lich­tes" undRadioaktivität", Ruder- und Riemen­getriebe, Rammen. Pumpen und Pyrometer. Prosektionskunst und Photographie bringen in Text und Dildem Reues und Deuestes, nament­lich die Tafe'.n zur Photographie. Heoerhaupt müssen die Dilderbeilagen wieder besonders her­vorgehoben werden, von denen natürlich die far-

Hypothekenanlage der Sparkassen ist in der Zeit von 1924 bis 1928 auf das Vierzig, ache, die Spareinlagen sind aus das CI srrche gestiegen. 5>arau5 geht hervor, das; ein immer größerer Teil der Spar:i.üagen dem Realkredit zugeführt worden ist.

' Keine Derbindung Opel-General Motors. Guter Geschäftsgang bei Opel. Zu den trotz aller bisherigen Dementis nicht verstummenden Gerüchten über eine 3nter- essennahme der General Motors an der Adam Opel A.-G.. Rüsselsheim, wird dem WTB.» Handelsdienst von der Derwaltung der Opel­werke auf das nachdrücklichste erklärt, daß Der- handlungen in dieser Richtung weder stattfinden noch stattgefunden haben und alle Kombinationen über Vereinbarungen hinsichtlich des Produk­tionsprogrammes und der Absatzgebiete beider Gesellschaften usw. vollkommen aus der Luft ge­griffen sind. Eine derartige 3nteressennahme sei zur Zeit schon deshalb nicht das Ziel der Ver­waltung, weil der Geschäftsgang durchaus be­friedigend ist. wenn sich auch naturgemäß die allgemeine Wirtschaftslage ungünstig bemerkbar mache. Seit dem 15. Dezember habe sich der Auf­tragseingang merklich gebessert. Das Produk­tionsprogramm der Opelwerle für das laufende 3ahr sieht die Herstellung von 100 000 Wagen vor.

* Metallgesellschast A.-G., Frank­furt a. M. Die G.-D. genehmigte ohne Erörte­rung den belannten Abschluß mit 8 Prcz. Dividende auf die Stammaktien. Vertreten toar.n durch 39 Aktionäre 40,298 Mill. Mk. Stammaktien. 3.953 Mill. ML 7'/,Prozentige und 1L60 Mill. Mk. 6prozen1ige Vorzu">sastien.

*T o r p e d o"- Fahrräder und -Schreib- Maschinen Weilwerke A.-G.. Frankfurt am Main-Rödelheim. Rach dem Bericht litt das Ergebnis des Geschäftsjahres 1927 28 unter der Ungunst des Fahrradgeschäftes, die auf die schlechte Gesamtlage in der Branche zurückgeführt wird. Die Gesellschaft bringt nunmehr auch ein steuerfreies Motorrad auf den Markt. Die Entwicklung des Schreibmafchinengefchöftes war günffg, der Absatz im In- und Ausland befriedigend. D'e neue Duch- haltungsmaschine fand lebhafte Beachtung. Der Bruttogewinnn erhöhte sich auf (alles in Millionen

bigen vor allem In die Augen stechen: feien es die Farbentafeln Orchideen, Orden, Ornamente, Pelze, Pilze, Raubvögel (ganz prächtig), die schwarzen Tafeln: Papiergeld, Pserderassen, od r die schönen Karten und Stadtpläne, die nach wie vor die Kartographische Anstalt ies Verlags auf beacht­licher Höhe zeigen. Die Planetenkarten treten uns in völlig neuer, eindrucksvoller Darstellung vor Augen. Alles in allem: der 9. Vand setzt die vornehme Tradition der neuen Auslage in un­verminderter Güte fort.

D i eZ e i t w e n d e" (Verl, der C. H. Beck- schen Verlagsbuchhandlung in München) beginnt mit einem reichen Januarheft chren 5. Jahrgang. Jeder Aufsatz bringt Gegenwart, und das ganze Heft gibt ein deutliches Dlld dessen, was diese Monatsschrift will. Auseinandersetzung, Kampf, Entscheidung ist heute das innerste Pachos evan­gelischen Lebens auf der ganzen Front: das gibt auch der Arbeit derZeitwende" chr Gepräge unß macht sie zu einem der wertvollsten Träger protestantischen Geistes. In dem Aufsatz Mensch und Maschine" zeigt Tim Klein, daß die Maschine den heutigen Menschen zu vernichten droht, wenn es ihm nicht gelingt, eine neue freiere Stellung zu chr zu gewinnen. Wir müssen uns wieder als Geschöpfe fühlen lernen und uns der göttlichen Schöpfungsordnung einreihen, dann erhallen die beiden, die Maschine und der Wensch, ihren rechten Platz in der Wirklichkeit. Mit umfassender Sach- und Literaturkenntnis, mit ethischem Verantwortungsgefühl beleuchtet Hel- muth Schreiner in seinem AufsatzReugestaltung der Ehe?" die gegenwärtige Krisis der bürger­lichen Ehe nach der bevölkerungspolitischen und sozialen, wie auch nach der ethischen und indi­viduellen Selle. Seine Betrachtung macht deut­lich, daß Reformversuche wie die Kameradschafts­ehe chr Ziel verfehlen. Ein Kleinod moderner Crzählungskunst scheint der RomanSara Ale­sia" von Hildur Dixelius zu werden, der jetzt beginnt. In diesem Frauenschicksal aus dem schwedischen Lappland des 18. Jahrhunderts lebt alteingewurzelte Frömmigkeit, eine Atmosphäre, in der Originale gedeihen mit wirklichen Leiden­schaften und mit wirklichen Konflikten. In den wie immer gut gewürztenRandbemerkun­gen" ist auf den Schweizer Maler Christoph Oehler hingewiesen, von dessen Kunst uns drei Tllder eine Vorstellung geben.

Mark) 1,463 (1,124). Anderseits stiegen die Unkosten auf 1,261 (0,934) und die Abschreibungen auf 0,079 (0,065). Aus dem verminderten Reingewinn von 0,124 (0,153) werden bekanntlich 6 (8) Prozent Di­vidende verteilt und die restlichen 27 693 (24 764) Mark vorgetragen. In der Bilanz erscheinen bei 1,600 Aktienkapital und 0,200 Reserven die Verbind­lichkeiten mit 2508 (1,103) stark erhöht. Andererseits stiegen die Außenstände auf 2,404 (1513) und Vor­räte auf 1,299 (1,113). Die Anlagewerte stehen mit 0,689 (0,593) zu Buch; die Zugänge betragen hier 0,176 (0,065. Im neuen Jahr war der Schreib- masch.nenverkauf bisher gut (G.-V. 17. Januar.)

* Gute-Hoffnungshütte-Südafrika- Nische Eisen- und Stahl-Union. Der Vor- sitzende der neugegründeten südafrikanischen Iron and Steel Corporation, Dr. van der Byl, erklärte die Nachrichten, Vertreter der Regierung hätten mit der Gute-Hcffnungshütte eine Vereinbarung getroffen, wonach Dr. Lilge zum technischen Direktor der projektierten Stahlwerke ernannt und die Firma als beratende Ingenieure herangezogen werden solle, für unrichtig. Es sei keine derartige Vereinbarung ge­troffen, noch ein Beschluß gefaßt, ob überhaupt be­ratende Ingenieure hinzugezogen werden sollen. Authentische Mitteilungen könnten nicht vor Abschluß der Verhandlungen erfolgen.

Frankfurter Börse

Frankfurt a. M., 9. Jan. Tendenz: behaup­tet. Nachdem im heutigen Vormittagsverkehr die Tendenz recht unsicher war, eröffnete die Börse selbst in freundlicherer Haltung. Vorlie­gende günstige Meldungen, wie z. B. die erhebliche Erhöhung der Spareinlagen in Preußen im letzten Jahre, die voraussichlliche Unterbringung der Vreu- ßen-Anleihe unter Vermeidung des öffentlichen Marktes und das Eintreffen einzelner Orders, aber nur für eine geringe Anzahl von Papieren, gaben eine gewisse Anregung. Auch verhalf der weiter sehr flüssige Geldmarkt zu einer gewissen Widerstandsfähigkeit. Das Gesckäft bewegte sich jedoch nach wie vor in engsten Grenzen und kon­zentrierte sich nur auf bevorzugte Werte. Aus der anderen Selle verstimmte der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse, sowie der übrigen Aus- landbörsen, so daß eine gewisse Zurückhaltung un­verkennbar blieb. Die Beteiligung des Publikums

am Börsengeschäft war sehr gering, nur, wie schotz erwähnt, wurden in einzelnen Werten von außen­stehenden Kreisen größere Käufe vorgenommen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren zumeist Kurserhöhungen bis zu 2 v. H. festzustellen, es traten aber auch vereinzelt Kursrückgänge ein, die fid) jedoch in engem Rahmen hielten. Lebhafter ge­ragt waren Otaoi-Minen mit plus etwa 1 Mark. Auch Zellstoff Waldhof konnten infolge der Emis­sionsvorbereitungen mit plus 15 v. H. lebhafteres Interesse auf sich lenken. Im Einklang hiermit zogen Zellstoff Aschaffenburg 2,75 v. H. an. Am Elektromarkt waren die Kurserholungen sehr ge­ring. Ehade-Aktien lagen etwas niedriger. Für Farben bestand mll plus 15 0. H. etwas regere Nachfrage. Montanwerte lagen sehr still. Phönix angeboten und 1,25 v. H. schwächer. Rheinstahl da­gegen etwa 1 v. H. gebessert. Am Automarkt wa­ren Daimler knapp behauptet. Deutsche Linoleum plus 1,5 v. H., Deutsche Erdöl bei zellweise erhöhter Nachfrage 2 v. H. höher. Renten lagen still. Ana­tolier etwas nachgebend. Im Verlaufe konnten sich weitere Kursbesserungen durchsetzen, das Geschäft war jedoch sehr klein und beschränkte sich nur auf vereinzelte Werte. Lebhafte Nachfrage bestand wci ter für Otavi-Minen (erneut plus 15 v. H.) und für Zellstoff Waldhof, die weitere 25 v. H. gewan­nen. Siemens und Schlickert je plus 15 v. H. Der Geldmarkt war weiter leicht mit 45 v. H. für Tagesgeld. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Pfund 20,4025. London aegen Kabel 4,8496, gegen Paris 124 02, gegen Mailand 92,64, gegen Madrid 29,7250,. gegen Hol­land 12,083.

Bcrlr?er Börse.

Berlin, 9. Jan. Während es heute Vormittag noch eher schwächer aussah, war es zu Beginn der Börse doch wieder etwas fester. Das Geschäft blieb nach wie vor sehr gering, die Orderein­gänge bei den Banken untren spärlich, so daß die Spekulation ganz auf sich angewiesen war. Die vorzeitige Rückkehr des Neichsbankpräsidenten hatte überrascht, und die Hoffnungen auf eine baldige Senkung des Reichsbankdiskonts haben sich dadurch verstärkt. Die schwache Neuyorker Börse, die vor- mittags stark verstimmte, übte nicht mehr einen größeren Einfluß aus. Die heute bekanntgegebenen Abschlüsse der Siemensgesellschaften wurden lebhaft besprochen, über die Bilanzen war die Börse jedoch nickt ganz befriedigt. Man ver­wies auf die Ermäßigung der Bankguthaben und der Wertpapier-Bestäude bei Siemens. Dagegen befriedigt«' die Zunahme der Beschäftigtenzahl um 20 000. Die ersten Kurse schwankten um 1 bis 2 v. H. nach beiden Seiten. Am Elektromarkt nahm die Spekulation auf die oben erwähnten Abschlüße Glattstellungen vor, so daß sich meist Kursrück­gänge eronben, die bis 35 v. H. betrugen. Schwach lagen Poge Elektrizität. Man glaubt, daß die am 11. Januar stattfindende Aufsichtsratssitzung den Beschluß fassen wird, keine Dividende zu verteilen, und daß vielleicht sogar ein geringer Verlust aus- gewiesen wird. Bewegung war in Waldbof, Deutsche Erdöl und J.-G.-Farbcn, die angeblich für Auslandrechnimg gekauft wurden und 1 bis 3 v. H. anzogen. Am Montanmarkt machte sich etwas Rea- sisationsneigung bemerkbar, so daß sich meist kleine Abschläge ergaben. Nur Stolberger Zink waren ge­fragt und 2 v. H. höher. Auf eine Mitteilung über die Kunstseiden-Preispolitik in der Zukunft untren Bemberg 4 5 v. H. schwächer. Deutsche Anleihen und Ausländer waren nicht ganz einheitlich, aber behauptet. Der Pfandbriefmarkt verkehrte in ruhi­ger Haltung. Der Geldmarkt war weiter flüssig. Tagesaekd 4 bis 6 v. H., Monatsgeld 7 bis 85 v. H.,' Warenwechsel etwa 6,5 v. H. Im Verlaufe regte die Hausse In Otavi-Minen (plus 2 Mark) allge­mein an. Das Geschäft war etwas lebhafter, und es ergaben sich meist 1- bis 2-v. H.-Desienrngen. Bemberg konnten 3 v. H Glanzstoff 65 0. H. an- ziehen. In Otavi-Minen beobachtete man angeblich amerikanische Käufe.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a.OH., 9.Jan. Der Frankfurter Vroduktenmarkt verkehrte in festerer Haltung. Die höheren Auslandnotierimaen hatten eine etwas vermehrte Kauflust zur F)Ige. Das An­gebot in Aus^andware war sehr gering. In Roggen war Ware kaum vorhanden und es be­stand hiernach regere Rachfrage. Auch für Roggenmehl machte sich meist stärkeres Interesse bemerkbar. Die Preise erfuhren durchweg eine allgemeine Erhöhung. Am Futtermittelmarkt war Weizen- und Roggcnklrie behauptet, während sich von feiten der Landwirtschaft für Mais für Futterzwecke Deckungsneigung geltend machte. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23.15 Mk.. Roggen 22,50 bis 22,65. Sommergerste (für Vrauzwecke) 24. Hafer (inl.) 22.75 bis 23. Mais (gelb, für Futter?wecke) 22 bis 22 25. Weizenmehl (füdd.. Spezial 0) 3250 bis 32 75, Roggenmehl 29.25 bis 29,75. Wenenkleie 13 65 bis 13 75, Roggen- kleie 14,25 bis 14,50 Mk. Tendenz: fester.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höbe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Vrozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

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