Herzen I Verlustig all seiner Liebe! Nicht ein«
Nachdruck verboten.
40. Fortsetzung.
'M
sich dahin aus. Substanz nötig durch das Ein
scheinen im Speie^aal. brot auf dem Zimmer Allein! Verlassen!
druckte sie schon gegen Gesicht in die Kissen.
herangezogen wurde.
Diese harte Besteuerung wirkt daß fortgesetzt Lingrisse In die sind, weil die Belastung nicht
der Vltestttte>- aller Jahrhunderts biß zur Schwelle der Gegenwart vereinigen konnte.
Der Orden besteht noch heute. Phi tipp II. von Spanien hat 1559 das letzte Ordenskapitel abgehalten. 1577 dem Orden seine eigenartige Verfassung (Ernennung der neuen Ritter durch 'Wahl mit Stimmenmehrheit: strenge Prüfung des Lebenswandels der einzelnen Ritter, einschließlich des Landesherrn, in jedem Kapitel; Verweis und Ehrenstrafen für die. Tadelnswerten durch das Kapitel; fester Zusammenhalt der Ritter untereinander) genommen und ihn in einen gewöhnlichen höfischen Gunstorden verwandelt.
Rach dem Erlöschen der spanischen Linie der Habsburger wurde der Orden in einen österreichischen und in einen spanischen Zweig geteilt. 2n Spanien besteht der Orben, als höchster des Landes, noch heute, in Oesterreich ist er, als staatlicher Orden, seit der Staatsumwälzung erloschen. Laune des Schicksals: das mittlerweile entthronte Haus Habsburg hat den späteren „spanischen" Zweig des Ordens vom goldenen Vlies und die späteren „spanischen" Verleihungen niemals anerkannt! Dafür kann der ritterliche König Alfonso XIII. von Spanien nun das fünf- hundertjährige Bestehen des Ordens durch pomphafte Feste begehen; er ist des Ordens Oberhaupt, und Madrid nunmehr der unbestreitbare Sitz des Ordens. Aber der alte Schatz des Ordens ist nach wie vor in Wien, jetzt Staatsbesitz des Freistaates Oesterreich!
Dieser Ordensschatz, der übrigens in Wien an drei verschiedenen Stellen aufbewahrt wird, über den es mehrere wissenschaftliche Sonderveröffentlichungen gibt, da er eine große Zahl von Kunst
servieren.
Jeglicher Hoffnung bat. zehn Uhr das tränennaflt
„Was machen Sie schon so früh hier, lieber Baron!" sagte Kommerzienrat Jankes, als er gegen sechs Uhr morgens mit dem Wagen nach der Arbeitsstätte kam, um sich zu überzeugen, wie weit die Sprengungen im Tunnelbau bereitt gediehen wa.en.
Hettingens Gesichtsausdruck wurde verlegen. „Ich bin schon immer um diese Zeit hi-r, Herr Kommerzienrat."
„Jeden Tag?"
Ein knappes, erzwungenes Ricken.
„Am Abend machen Sie auch nie mit de« anderen Schluß, habe ich mir erzählen lassen. Dann sitzen sie noch bis halb elf in die Rächt: hinein im Bureau. Wollen Sie sich mit Gewalt: zugrunde richten?"
Hettingen zuckte die Achseln. „Deswegen geht man noch nicht zugrunde, Herr Kommerzienrat- Aber ich trage seit Tagen eine fürchterliche Un* ruhe in mir. Irgend etwas klappt nicht!"
„Was sollte denn nicht klappen?" verwundert« sich Jankes.
Joachim sah nachdenklich nach dem Gefeilt, das sich in gelber Färbung von dem stahlblauen Ton des Morgenhrmmels abhob. Eben kamen die ersten Arbeiter und holten sich ihre Geräte aus den Schuppen. Hemdärmelig stiegen sie die Höhe herauf. Punkt halb sieben Uhr begannt täglich die Sprengungen. Man war schon ein hübsches Stück in den Leib des Berges einge* drangen. Der Termin, den Hettingen bis 8UX Beendigung des Baues angesetzt hatte, konnte mühelos eingehalten werden.
(Fortsetzung folgt.)
kommen gedeckt wird, was letzten Endes einer Enteignung gleichkommt.
Mit Sorgen sehen wir der Zukunft entgegen. Wie soll das enden, wenn die Einsicht bei unserer Reichsregierung und den Reichstagsabgeordneten, welche berufen sind, die Geschicke unseres Volkes zu leiten, nicht bald kommt? Wohl will man mit der Durchführung des Notprogramms unfern Landwirten ' helfen; aber daß sie nur einen Tropfen auf den-heißen Stein be-
ümdvirWastliche Woche in Darmstadt.
Ansprache des LandwirischastskammerpräsidenLen Hensel. - Eine Rede des Ministers Korell.
WER. Darmstadt, 8. Jan. Seit einer Reihe von Jahren ruft die Landwirtschaftskammer anfangs Januar die hessischen Landwirte zu einem landwirtschaftlichen Vortragskursus zusammen, um den Landwirten Gelegenheit zu geben, die neuesten Erfahrungen der Landwirtschaftswifsenschaft und -Praxis durch Sachverständige zu hören und die Rutzanwendung für ihren eigenen Betrieb daraus zu ziehen. Der Präsident der Hessischen Landwirtschaftskammer,
Oekonomierat Hensel, begrüßte bei der heute eröffneten diesjährigen Tagung die den großen Rummelbräu-Saal bis zum letzten Plätzchen füllende Versammlung, und besonders den erschienenen Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, die Minifterialdirek- toren Hebel und Kray, die Ministerialräte Becker, Heil und Bauer, Provinzialdirektor Gebhardt, die Vorstände der Landwirtschaftsämter, der landwirtschaftlichen Fachvereine, die erschienenen Abgeordneten der verschiedenen Parteien und die zahlreichen Vertreter der Landwirtschafts-Wissenschaft, Prof. Dr. Ses- t o u s. Gießen, Geh.-Rat Wagner, Prof. Röhner, die Vertreter von Reichsbank, Reichspost und Finanzverwaltung.
In seinen weiteren Ausführungen erklärte der ' Redner u. a.: Wird auch das neu angebrochene Jahr mit den gleichen Enttäuschungen für die deutsche Landwirtschaft enden, wie das verflossene und die vorhergehenden Jahre, oder darf die deutsche Landwirtschaft hoffen, daß man im Safyce 1929 ernstlich an die Behebung der Rotlage der Landwirtschaft herantritt? Rach dem Kriege haben die grenzenlosen Belastungen, die Deutschland aufgelegt wurden, dazu geführt, daß die deutsche Landwirtschaft besonders schwer
Lachr Vaiarro!
Roman von 3- Schneider-Foersil.
Urbeberrechtsschutz Oskar Meister. Werdau t. Sa.
Der Gepäckträger, welcher mit ihren beiden großen Koffern auf sie zuschritt, fühlte Mitleid mit dem schönen jungen Geschöpf, dessen elegante Reisekleidung seine Aufmerksamkeit erregte. „Sie sind gut aufgehoben im Bellevue, gnädiges Fräulein. Der Hotelwagen steht draußen, wenn Sie ihn benützen wollen?"
Sie bejahte mechanisch und ging an seiner Seite nach dem blauen Auto, das noch weiter« Gäste aufnahm.
Unter halboffenen Lidern starrte sie nach der Straße, die der Wagen gleich darauf hinunter» fuhr. Eben glitt er an Hettingen und Isabella Jeska vorüber, die kein Auge für jemand anderen hatten, als für sich. Eng aneinan berge- schmiegt, schritten sie unter den Bäumen, welche die Chaussee besäumten, dahin.
In Marias Innerem zerbrach etwas. Ihr Blick bekam etwas unwirklich Ausdrucksloses, und die Lippen preßten sich zu einer unkenntlich schmalen Linie aufeinander.
Das hatte sie nicht von ihm erwartet, das nie von ihm gedacht, daß er eine verheiratete Frau, die kaum seit sechs Wochen einen der Höch adeligen Namen Wiens trug, als Geliebte in seine Arme schloß. — Und nun war alles ohne Lüge, was man in Wien von ihm erzählte. So tief war er gesunken, um eines Weibes willen!
Diese Erkenntnis verhinderte jedes andere Denken in ihr. Qualvoll zerrissen schrie ihre Seele auf, denn sie fühlte mit einer schauerlichen Gewißheit, daß sie ihn trotzdem lieben würde in alle Ewigkeit. Sogar so weit verstieg sich ihr Gehirn, so bar allen Stolzes fühlte sie sich im Momente, daß sie erwog, den Platz in seinem Herzen mit dieser Frau zu teilen, wenn er ihr dieses Anerbieten machte.
Wenn sie ihn damals nicht fallengelassen hätte an dem Tage seines bittersten Leides! Rur die Anne hätte sie zu heben und ihn zu umschlingen gebraucht, dann wäre sie heute sein Weib und die andere würde nie Macht über ihn erlangt und sich in seinem Herzen eingenistet haben.
Frage war sie ihm mehr wert.
Ihre verweinten Augen gestatteten kein Er- Sie lieh sich das Abend-
schätzen und Kostbarkeiten ersten Ranges enthält, war nach dem Weltkriege nahe daran, drm Oester- reichischen Freistaate verloren zu gehen. Das Königreich Belgien, als Rachfolgerstaat des ehemaligen Herzogtums Burgund, hatte die Auslieferung verlangt! Aus Grund umfangreicher Denkschriften mit ausführlichen Rachweisen hat die „Reparationskommission" diesen Anspruch schließlich doch zurückgewiesen.
Die Geschichte der Entstehung des Ordens ist schon frühe von der Legende umrankt worden. Der „große Herzog im Westen" soll hiernach mit dem goldenen Widderfelle der blonden Locke einer Geliebten ein ewiges Denkmal haben sehen wollen! Ueberflüssig zu sagen, daß die Annahme dieses galanten Gründungsanlasses für den Herzog, der an dem gleichen Tage seiner Vermählung mit Jsabcau (Jsave'la) den Wahlspruch annahm: „Aultre n’auray Dame Isabeau tant que vivray“ („ich werde keine andre haben, als die Dame Isabeau, so lange ich lebe") eine Fabel sein muh.
Aber, woher das „goldne Vlies" überhaupt als Ordensabzeichen? Ein Sinnbild aus der heidnische Sagenwelt als Abzeichen eines christlichen Ordens? Eine sinnbildliche und geheimnisvolle Bedeutung hat ihm sicher innegewohnt! War es im Hinblick auf den Kreuzzug nach dem Heiligen Lande, den Philipp der Gute in der Tat geplant hat, das Sinnbild des Argonautenzuges nach dem goldnen Widderfelle von Kolchis? War es das Widderfell des Kriegshelden Gideon aus dem Alten Testamente („Buch der Richter" VI, 37 bis 40), wie es der erste Kanzler des Ordens behauptet hat? Oder gar beides? Man weiß es nicht.
Aber nicht denken! Sonst würde das wahr werden, womit der Bruder ihr immer drohte, daß sie im Jrrenhause endete.
In ihrem Hotelzimmer lief sie zuerst nach den Fenstern und riß die beiden hohen Flügel auf. Sie muhte Luft haben, sonst erstickte sie. Unter ihr dehnte sich ein parkartiger Garten, der wie ein verträumtes Märchen lag. Glyzinien und Kletterrosen schwangen sich über die Mauer, und aus der Mitte eines Rondells sprangen glitzernde Wasser in ein Marmorbassin.
Gelbweih flimmerte der Kies zu ihr herauf. Sie konnte nicht anders, als sich weit hinaus- neigen, um diesen Paradiesesfrieden einzusaugen. Mit einem Male schoß sie zurück.
Unter ihr klang Isabellas Lachen auf. Wie eine silberne Glocke schwang es sich zu ihr empor. Der Mann an ihrer Seite blieb stehen, hob beide Hände dieses schönen Weibes an feine Wangen, dann an seine Augen und ließ hernach die Lippen darauf liegen. „Isa. ich bin sterblich verliebt in dich! Wenn dein Erzherzog das erfährt, wird er mich fordern."
„Der weiß eh, was du für ein gefährlicher Mensch bist!" Die Diva machte ihre Hände frei und lachte ihn an, indem sie ihren graziösen Körper zu einer tiefen Verneigung vor ihm beugte. „Herr Doktor Fehmann und seine Frau beehren sich, den Herrn Baron Hettingen zu bitten, dah er die Patenftelle bei ihrem ersten Buben übernimmt — da ist er vorläufig noch net! Ich soll bloß derzett anfragen."
„Isa! Der Hans! Mein Gott, der Hans! Wie ich ihm die Freude gönne! Selbstverständlich nehm ich an!“
„Der Richthofn hat dir selber gschriebn, hat er mir gsagt, da brauch ich dir also bloh Grüße zu bestelln. Willst sonst noch was wissn?"
„Nein."
Hettingen hatte es schroff, fast drohend herauS- gestoßen.
Maria glitt mit einem leisen Weinen am Fenster in die Knie. Ausgelöscht aus feinem
6oi VcknisD iÄ?t6ei11 .®runt) des
•l6figfeU fAeii odn Dt , wnwn Arbeit,
Ar, tes äs C9 auf 6o ft* Zwecke ist ff"; und die ' &Ä31"*
„Ich weih eine heimliche Stelle," summte er ih rleise vor und drückte den Arm, der eng in den seinen geschoben lag.“
„Schau den schrecklichn Menschn an!“ Sie suchte ein böses Gesicht zu machen. „Wie er singen Hütt solln, hat er piepst, wie ein Zeiseri, und jetzt kann er trillern wie eine Lrrchn!"
„ Für dich! Rur für dich, kleine Schwester!"
„Ich glaub's eh, du Heuchler!"
Einander in. die Augen lachend, schritten sie über den Gangsteig dem Ausgange zu. Niemand hatte den jungen Herrn bemerkt, der, hinter einer Säule stehend, ihre Degrühung mit angesehen hatte. Diebow drückte sich, als das Paar an ihm Dorbcitam, rasch in eine Rische. Belustigt lachte er vor sich hin.
Solch ein Duckmäuser, dieser Hettingen! Rannte Wiens berühmteste Bühnentünstlerin als Braut sein eigen und verriet kein Wort davon. Ra warte, mein Lieber!
Riemand hatte aber auch die schreckerstarrte junge Dame beobachtet, die mit glanzlosen Augen zwei Wagen hinter Isabellas Abteil auf den Kies des Bahnsteiges gestiegen war. Sir vermochte kaum die grüne Leder Handtasche zu tragen, die ihr wie Blei an den Fingern hing.
Mit langsam schleppendem Schritt ging sic auf einen der Träger zu und bat ihn, ihren Gepäckschein auszulösen. Aber ihre Hände zitterten derart, dah fte ihn für den Moment gar nicht zu finden vermochte. Erst nach einigem Suchen fand sie ihn zwischen Briefen und Billetts in ihrem Täschchen vor.
Maria Richthofen kam sich so elend und so gottverlassen vor, dah sie Mühe hatte, die Tränen zurückzuhalten, die ihr in die Augen schossen.
Herr Reichskanzler, und der Reichsregierung gegenüber die dringliche Bitte aus, in Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Frage alle Kräfte f ü r die Behebung der Not der deutschen Landwirtschaft einzusetzen." Die deutsche Landwirtschaft dankt dem Herrn Reichspräsidenten für seine ernsten Mahnworte. Seine Ausführungen zeigen uns wieder, daß wir einen Mann an der Spitze haben, der Verständnis hat für oll seine Volksgenossen; es sind dies Worte, die wir von Regierungsseite, von so hoher Stelle in der Nachkriegszeit noch nicht gehört haben. Die Ausführungen unseres Hindenburg lassen uns wieder Hoffnung schöpfen. Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell begrüßte die Versammlung im Namen der hessischen Regierung. Die Landesregierung sei fast außerstande, zu den von dem Vorredner angeregten großen agrarpolitischen Fragen etwas zu tun, außer durch Instruktion ihrer Bevollmächtigten in Berlin. In diesem Jahre habe die Regierung bei zwei wichtigen Attionen tatkräfttg die Interessen der Landwirtschaft vertreten; sowohl bei der Gefrierfleischfrage, wie zuletzt bei der Zuckerfrage. Hier würde der Standpunkt der Regierung sicher begrüßt werden. Die Aufgabe der Regierung sei im wesentlichen dieZusammen- arbeit mit der Landwirtschaftskammer und die Landwirtschaftspflege. Gerade deswegen sei ihm die Tagung besonders interessant.
Das ZHinifterium stehe gerade in enlscyeidenden Erörterungen und Beschlüssen über die (örün- landwirtschasl im hohen Vogelsberg, voraussichtlich schon in der nächsten Woche würden Be- sprechungen mit den Landwirten und Sachverständigen an Ort und Stelle im Vogelsberg stattfinden. Er hoffe, diesem besonderen Rolgebiet der hessischen Landwirtschaft durch die Hilfe bei der Umstellung die Lage etwas erleichtern zu können.
Zu gleicher Zeit fördere die Regierung nicht bloß die intensivere Herstellung der landwirtschaftlichen Produkte, sondern mit allen Mitteln die rnarktrnähige Verwendung dieser intensivierten Produktion. Er denke nicht nur an die Aktton bei den Obst- und Ge- müfcmärften, sondern sage voraus, daß. wenn die Grünlandw.rtschaft im hv.e i Vogel, b r; Li f- lich Erfolg bringe, eine marttrnähige Verw.mdung einzutreten habe, die den Erzeuger auch leben lasse. Auf diese Ausführungen wolle er sich heute beschränken. Der Minister wünschte der Tagung besten Erfolg.
Oie ersten Dorträge.
Hieraus sprach Prof. Dr. Hansen von der Landwirtschaftlichen Hochschule über
..Die Bedeutung dec Leistungsprüfungen mit besonderer Berücksichtigung der höhenschläge."
Ausgehend von der These, daß bei den auf der Landwirtschaft liegenden Lasten nur eine Ertragssteigerung ohne Steigerung der Kosten wirksame Hilfe bringen könne, gab er einen Abriß über die verwickelten Vorgänge bei der Vererbung. Er wies unter Bekanntgabe zahlreicher interessanter Ziffern darauf hin, daß im Deutschen Reich heute durchschnittlich jede zehnte Kuh, in Preußen jede siebente Kutz kontrolliert würde, in Baden nur 0,9 Prozent, in Württemberg 0,8 Prozent und in Hessen 0,4 Prozent des Bestandes, was hier durch die zahlreichen Kleinbetriebe erklärlich werde. In den Vereinigten Staaten würden nur 1,5 Prozent der Milchkühe kontrolliert, die Mastrassen dcv- gegen überhaupt nicht. Die Durchschnittserträge an Milch in Deutschland lägen über den amerikanischen ; auch bei uns seien die viel besprochenen Rekorderträge einzelner Tiere nahezu erreicht. Der durchschnittliche Ertrag bei uns für Riede- rungskühe sei 2300 Kilogramm, bei Höhenkühen 1800 Kilogramm. Der Redner ist der Ansicht, daß man auch in Hessen an den heutigen Viehschlägen fest halten solle. Wir müßten von der ausländischen Zuchteinfuhr loskommen und aus eigenem Schlag heraus züchten.
Unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder beantwortete Oberlandwirtschaftsrat Weiß- Stuttgart die Frage:
„welche Maßnahmen müssen auf dem Gebiete des Acker- und Pflanzenbaues In der heutigen Zelt der Krisis ergriffen werden?“
Tic Hoffnungen anf Sei ftthi.fc dürften nicht üb r- tneben werden. Besitzz rfplitterung, Mängel in der bäuerlichen Schulung, das Vorhandensein großer entwässerungsbedürftiger Flächen (etwa 10 Millionen Hektar in Deutschland) stehen vielen
deutet, darüber dürfte man sich jetzt auch in weiteren Kreisen der Bevölkerung klar sein. Die ungeheure Not der Landwirtschaft zeigen die vielen Anträge, welche im Reichstag von unfern Reichsboten gestellt werden, zeigte die große landwirtschaftliche Debatte, die fast zwei Tage dauerte. Mit Bedauern müssen wir jedoch feststellen, daß diese Debatte fast vor leeren Bänken stattfand. Unsere Volksvertreter müssen dafür sorgen, daß die Erzeugnisse der deutschen Landwirtschaft in Deutschland zu rentablen Preisen von dem deutschen Volke aufgenommen und nicht die ausländischen Waren bevorzugt werden. Die diesjährige Ernte ist von so hervorragender Qualität, daß kein Grund vorhanden ist, die Auslandware zu bevorzugen. Was müssen wir aber feststellen? Unsere Großmühlen vermahlen fast nur ausländisches Getreide, und unser heimisc!)es gutes Getreide findet keine Abnehmer, und wenn, dann nur unter den Ge- stehungspreifen. Während wir mit dem heimischen Zucker nicht wissen wohin, wird unfern Winzern ausländischer Zucker zugeführt, welcher nur deshalb billiger geliefert werden kann, weil die ausländischen Staaten vielfach hohe Ausfuhrprämien gewähren. Auf der letzten Iahrestagung des Deutschen Industrie- und Handelstages ist der Satz geprägt worden:
„Die Ackerkrume ist der wertvollste deutsche Rohstoff.“
Dies Bekenntnis zur deutschen Scholle, gesprochen von Vertretern der deutschen Industrie und des Handels, ist ein erfreuliches Zeichen für das wieder erwachende G e m e i n s ch oft s g e f ü h l der schaffenden Stände. Mit wenig Zuversicht treten wir das neue Jahr an. Am Rheine stehen noch die fremden Militärmächte. Unser Hessen- l a n d ist dadurch besonders hart betroffen. Die Dawes-Lasten drücken uns zu Boden und machen "uns zu Sklaven der Siegerstaaten. Die Ausführun
gen tn dem Bericht des Reparationsagenten find für uns niederschmetternd und entsprechen nicht den Tatsachen. Unter diesen Aussichten werden sich wohl die Landwirte und die Berussstände der Wirtschaft die Frage vorlegen: Wie wird das enden? Nur ein Hoffnungsstrahl ist in das Grau des Alltags gefallen. Unser hochverehrter Herr Reichspräsident v. H i n d e n b u rg hat bei dem Neujahrsempfang ausgeführt: „Ein lebenswichtiger Zweig unserer Volkswirtschaft leidet ganz besonders, die Can d- wirtschaft, namentlich im östlichen Deutschland. Ihr wieder aufzuhelfen und sie wieder in die Lage zu setzen, ihre Aufgaben zu erfüllen, wird eines der nächsten Probleme (ein. Deshalb spreche ich Ihnen,
Selbsthilfemaßnahmen entgegen. RichkigeEin- teilung der Kulturpflanzen nach Arbeitsaufwand und Klimaansprüchen. Ertragssteigerung durch guteUntergrundlockerung mii den verschiedenen Pflüg n, Benutzung rationeller Dung- und Jauche st ätten könnten sehr viel Nutzen bringen. Leider sei eine eingehende Auswertung der erst wenigen Versuche mit Künstdüngermittel noch nicht möglich; man müsse daher nach den Grundsätzen des Allmeisters der Düngerlehre, Professor Wagner, hinsichtlich der Volldüngung handeln. Einen Ausweg bieten Untersuchungen das Bodens auf Kall und Bodenreaktion. Die Sortenvereinheitlichung beim G etreide fei mit eine- der wichtigsten Mittel zur Absatzsteigerung; die wirksamen ilnfcautDcrtilgurjgmirtel verdienten viel größere Anwendung. Me Anlegung von Gemeindesaatgutäckern und die Rei- nrgungsanlage dienten besonders der Der- kaufsverwertung und der Standardisierung. Der Beweis fei erbracht, daß wir Sorten haben, die es mit jeder Auslandware aufnehmen tonnen. Eine Hoffnung bleibe eine rationelle Grünland- wirtschoft.
Damit waren die Vormrttagsveranstallungen beendet.
Oie Nachmittagsveranstaltungen.
Der Landesverband der Hessischen Geflügelzuchtvereine hielt um 2 Uhr im Fürstensaal eine gut besuchte Tagung ab, der auch Minister Korell und zahlreiche Abgeordnete beiwohnten.Dr. Lang vom Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen sprach über „Ziele und Aufgaben der hessischen Geflügelzuch t", um mitzuarbeiten, die ausländische Eiereinfuhr von jährlich über 300 Millionen Mark einzudämmen und überflüssig zu machen. In der Aussprache, an der sich Minister Korell, Lehrer D r o h m e, Darmstadt, Dr. Ziegenbein, Mainz, und andere beteiligten, kam zum Ausdruck, daß man auch in Hessen zu einer Verringerung der Geflügel- , sorten und zur Schaffung von Zuchtzen - tren zur Versorgung der kleineren Züchter mit Edelzuchtvieh kommen müsse.
Gleichzeitig fand im Rummelbräu-Saal die ordentliche Hauptversammlung des Verein- zur Förderung der Grünlandwirtschaft in Hessen und Rachbargebieten statt. Rach Erledigung der satzungsgemähen VereinS- angelegenheiten referierte Regierungsrat Küchle r , München, über „Neuzeitliche Ernteverfahren im Futterbau“.
Abends gegen 5 Uhr fand im Saale bei Rummelbräus die Versammlung der S i I o - 3 n * tereffenten statt. Rach einem eingehenden Bericht über den Stand der Silowirtschaft in Hessen, der einen guten Einblick in die Verhältnisse gab, folgten Vorschläge für eine planmäßige Förderung der Silowirt- s ch a f t i n H e s s e n. In Hessen bestehen zur Zeit 14 fertige Silos, etwa 4 sind im Bau und 5 bis 10 Silos projektiert. In der anschließenden Aussprache wurden noch einzelne Ergebnisse der praftischen Arbeit behandelt. Dank der Einsicht der versammelten Interessenten konnte man sofort, ähnlich wie in Ostpreußen. Sachsen und Bayern, zur Gründung eines Siloringes für Hessen schreiten. Als Vorsitzender wurde der Erbauer des ersten Silos in Hessen, Raaber , Mönchhof, zum stellvertretenden Vorsitzenden Landwirt Johann liefert II. in Ittenbach (Odenwald) gewählt.
Bahnhofsbeschwerde« in Großen-Linden.
Wie eö von der anderen Leite anssieht!
Aus Leihgestern geht uns unter obiger Ueberfchrift die nachstehende Zuschrift zu:
3m „Gießener Anzeiger" vom 3. Januar 1929 (Nr. 2, 2. Blatt) findet sich ein Schriftsatz au» Großen-Linden: „Bahnhofsbeschwerden in Großen-Linde n". Darin wird an mehreren Stellen Leihgestern erwähnt, und zwar in nichl den Tatsachen entsprechender Weise. Darum sei ge- stattet, die Angelegenheit einmal so darzuftellen, wie sie der Wirklichkeit entspricht.
Der Bahnhof Großen-Linden liegt in der Gemarkung Leihgestern. So kommt es. daß fast alles, was der Reisende von dem Bahnhof aus sieht, die Industrieanlage links und recht» des Bahnkörpers, das Dorf mit dem nach Ansicht von Autoritäten „schönsten Kirchturm Oberhefsens, die schmucken Arbeiterhäuser am Walde, zu Leih-
kfestj ^Sieben ®er EdMlc'Ü W. pJaebi ? l erlenM
WU hen dcnn tr W» &h verkehrA jhren, werden dl» SSW ” W und'^ gißen, fine M sinungsort.
Men noch/ Wn wird empfoh« Weisenden von M' Wien. Er wirb ft Ifeine großen Vpfe rh Mrklichteil IM M LchnflW Hie sind des Echu Hern sich, MNN v Ml, und schrump gestern dreht t Ber Leihgestemr i »eihgesternhotme Wie Bataillone 0n Iütig aus aus öe interlandes. Ist < I„bekannt, daß im ndustriegemeinden esonders in der Ri echgestern geht? Ü »als Gelegenheit, i signissen", wenn £ I nö Steinberg gesi iwr Seite des Bat d e 6000 Bewohnei Linden können keil feil der Berkehr d knien auf direktem
Und nun noch di Hing die Betrie [frage ist unbedin; Die Reisenden aud Wicht mehr an eine wo Schranken sich tnfen. Cs ist also hen verursacheni mach kurz vor dem
Überschreiten.
l)oß die vorgeseh (jna des Problems i W Äsung wäre Ms die Entwidiur kommende Bahnhc 'korpers gelegt w k chassen würde. 5 I all gesagt sein, d I chkimmsten Schäi llanst Erleichtern staben das Bertra Frankfurt die nac funöenen Aenderu
• - Ulf
Ofen, tourte.
MH


