Ausgabe 
8.11.1929
 
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lachtviehmarkt.

7. Hob. Austrieb: §2 Schate, 500 Schweine, beste Mast« unb Saug* lttlere Mast* unb Saug« e Kälber 68 bis 75. - nb jüngere Masthämnel ; mittlere Mastlämmer, gut genährte Schase chasvieh 30 biß 39. - t Schweine von etwa mögewicht 84 biß 87; ,nb 85 bis 88; MhiU bis 160 Pfund 80 bis aus: Kälber unb Schate weine ruhig, geringer

-richten.

to totgesahren.

, tzin schrecklicher üblichem Ausgang >nb gegen 5.30 Uhr 6,cr her Ahe des Wbau* vagen des SchlosseE i vollte, Wmfab- <t» einbicgtiL 3n oem »»* rinhtiac Tochter »ÄÄZ*. 9n dem Auto er en. Der Tod trat aus usseur trug emel Aussagen vonAugen a keinerlei Schuld an

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Zreitag, 8. November $929

Nr. 265 Erster Blatt

$79. Jahrgang

Das Kabinett Tardieu vor dem Parlament

Reaktionäre gegen den Zonngplan sein. Rus diese Weise beantworte der französische Rationalismus die Handlungen des deutschen Rationalismus mit einer Gegenoffensive. Der französische Sozialismus werde sich mit allen seinen Kräften gegen diese absurde Politik wenden, die nur dem deut­schen Rationalismus Waffen in die Hand gebe, ebenso wie dessen törichte Handlungen für den fran­zösischen Rationalismus eine Hilfe bedeuteten; und dabei fei doch vriand franzöfifcher Außenminister. Man warte mit Reugierde auf die Erläuterungen des Mannes von Locarno.

Kriegsminister M a g i v o t erklärte zu der Presse­meldung, in der von der plötzlichen E i n st e l l u n g der Rheinlandräumung die Rede war: Diese Rachricht ist entschieden zu dementie­ren. Sie kann sich nicht auf die Einstellung der

Der Kurs der Volkspartei.

Oie Besetzung des Reichswirtschafisministeriums

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Neichspsennig; für Re­ttlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20 , mehr.

Thefredattteur:

Dr. Friedr Will). Lange. Derantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen.

Berlin, 7. Rov. (Priv.^Tel.) Sn ter Presse wird jetzt im Zusammenhang mit der Kandidaten­wahl in-der Deutschen Volkspartei zur Be- ehungdes Wirtschaftsministeriums :ie Rachricht verbreitet, daß der schwerindu- trielle Flügel dieser Partei ein Ulti­matum an die Partei gerichtet habe, in dem die Kandidaten Albrecht und Moldenhauer abgelehnt tour'.en und dafür der Abgeord­nete D a u ch in Vorschlag gebracht würde. Dazu erfahren wir aus voltsparteilichen Kreisen, daß es sich hierbei lediglich umDüsseldorfer Phan­tasien" handele, zumal sich ja die Partei schon seit langem über die Kandidaten für das Reichs- wirtschaftsministerium einig wäre, die be­reits dem Reichskanzler nominiert worden wären, so dah hierbei an gar keine Abänderung mehr ge acht werden könne. Die Frage des Vorsitzenden der Partei soll erst kann gelöst werden, wenn der derzeitige Frak- tionsvorsihende Dr. Scholz wieder gesund wäre. Bis dahin würden aber noch einige Wo­chen ins Land gehen, doch könne schon jetzt da­mit gerechnet toerDen, dah dann die Wahl des Vorsitzenden in wenigen Tagen erledigt würde.

RcichZtagkabgecr.n t:r Dr. Hugo erlä't von Bochum aus zu der Meldung über angebliche Konflilte in der Deutschen Delis art i eine Er­klärung, in der es heiht: Die Bremer Ta- gung des Ausschusses für Handel

(gr|d) e tm ia glich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte

Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monatr-vezugrprelr:

2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- 14>hn, auch bei Richter* scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt.

Hernsprechanschliifse uinterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen.

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$ranlfurtam Main 11686.

Berlin, 7. Rov. (WTD.) Sn der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung kam der F a l l B ö h z ir Verhandlung. Bürgermeister Scholz beantwortete zunächst eine demokratische Anfrage nach den"' Kosten der letzten Amerikafahrt des Magistra.es dahin, dah diese Ausgaben insgesamt rund 58500 Mark betragen. Der Oberpräsitent habe be­schlossen, nach der Vernehmung des Oberbürger­meisters Böß gegen diesen, seinem eigenen An­trag entsprechend, ein Disziplinarverfah­ren mit dem Zwecke der Amtsenthe­bung einzuleiten und dem Oberbürgermeister vier Wochen Urlaub za erteilen. Der Magi­strat werde za dem heute zur Verhandlung tommenben Antrag Schwenke betreffend Amts­enthebung des Oberbürgermeisters ohne Pen- sionsgewährung sich heute der Aeuherung enthalten. Rach Eröffnung des Disziplinär- verfahrens wolle der Magistrat nicht in ein schwebendes Verfahren eingreifen.

Bei diesen Worten erhob sich großer Tumult bei der kommunistischen Fraktion. Zwischenrufe wie »Schiebung",Das war nicht anders zu erwarten" wurden laut. Den kommunisti­schen Mihtrauensantrag begründete darauf Stadtverordneter Lange. Wenn Ober­bürgermeister Böh erkläre, er habe nichts von dem Monopolvertrag mit den Sklareks gewußt, so sei dies angesichts der eidlichen Aussage des Stadtverordneten Schalldach eine infame Lüge. Auf einen Zuruf erklärte Lange, dah die Kom­munistische Partei es begrüße, wenn die beiden Banditen Gaebel und Degener hinter Schloß und Riegel säßen. Es sei aber bedauerlich, dah deren schwarzrotgoldene Helfer noch frei herum­liefen.

Für die Deutschnationalen sprach der Frattionsvorsitzende Stadtverordnete L ü d i ck e. Sollte ein Mitglied der Fraktion sich vergangen haben, so werde gegen dieses Mitglied rücksichts­los vorgegangen werden. Dem kommunistischen Mihtrauensantrag gegen Böh stimme die Frak­tion zu, mit Ausnahme des Teiles, der die Ent­lassung ohne Pension verlange, da dies nur das Disziplinargericht beschließen könne. Der Fall Sklarek bedeutet Zusammenbruch der Berliner Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Böß trage die Verantwortung hierfür. Der Oberbürger­meister habe durch sein Verhalten in der Flaggen-

Der Fall vor ben berliner Siadivewrdneleii.

Oer kommunistische M ßtrauensantraq findet weitgehende Unterstützung der bürget Uchen Parteien. Prügelszenen im Stadtpirlament.

Räumung der drillen Rheinlandzone beziehen, aus dem einfachen Grunde, weil diese Räumung noch nicht begonnen hat, und auch nicht in Frage kommen kann, solange der Houngplan nicht angenommen i st und solange dos Parlament darüber nicht beraten hat. Die gemeldeten Truppenbewegungen sind durch Gründe der Hygiene und durch Umgruppierung der Einheiten verursacht worden, was die zweite Jone anlangt, so hoben, wie vereinbart, die Mili­tärbehörden es für nützlich erachtet, die Vertei­lung der noch verbleibenden 13 e - sahungstruppen ; u ändern, hierzu be­merkt dosJournal des Debats", daß der Kriegs­minister Maginot weiterhin ausdrücklich ver­sichert habe, er werde sich, solange er Kriegs- Minister sei, der Räumung der dritten Rheinland- zone bis zu dem Tage widersehen, an dem Frankreich ausreichende Sicherheiten in den Händen habe.

frage, durch feine Bilderstürmerei, durch seinen Boykott von Gaststätten, die die schwarzweihrote Flagge gezeigt haben, die Gegensätze aufgerissen.

Außer den Deutschnativnalen sprachen sich auch die Redner der Deutschen Volkspartei, d:r Wirtschaftspartei, des Zentrums und der Völkischen für das von den Kommunisten e ngebrachie Miztrauens.o um ge­gen den Oberbürgermeister aus. Die Dertreier der Demokraten und Sozialdemokra- t e n kündigten Stimmenthaltung an. Während der Schlußworte des Kommunisten Lange kam es zu wüsten Tumulten und Prügelszenen. Lange wandte sich in schar­fer Form gegen alle Vertreter des demokratischen Gedankens und erklärte, sie könnten nur R a r - r e n oder Betrüger sein. Da er aber feine politischen Gegner nicht unterschätzte, wolle er sie für Betrüger halten. Auf lebhafte Zwischen­rufe setzte Gange hinzu: für politische Betrüger. Sn diesem Augenblick näher e sich der sozial- drmokra ische Stad tr er ordnete Tempel dn: Red­nertribüne, worin die Kommuni^en die Be­drohung ihres Redners sahen und diesem zu Hilfe eilten. Tempel hatte aber inzwischen schon den kommunistischen S adwerordneten Lange er­reicht und schlug ihm mit der Hand i n s G e s l ch t- Daraus wurde Tempel von einem anderen S.odtverordneten zurückgerissen, erhielt von den Kommunisten einen Stoß und kam zu Fall. Währenddessen entwickelte sich im Saale eine Prügelszene zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, woraufhin der stellvertretende Stadtverordnctrnvorsteher Ea- spary die Sitzung aufhob.

Bei Wiederzusammentritt der Versammlung erklärte Stadtverordnetenvorfteher Cafpary, daß im Aeltestenausschuh eine Einigung nicht zu errieten gewesen sei, daß in'olgedrs en d e Ab­stimmung über den kommunistischen Miß- trauensantrag gegen Oberbürgermeister Böh nicht Dar genommen tocr'.en könne. Darauf wurde die Sitzung geschlossen. Es wird geplant, in nächster Woche eine weitere Stadtverordneten­sitzung abzuhalten,

Löh kehrt nicht ins Amt zurück.

Berlin, 8. Rov. swTB. Aunkspruch.) wie das V.T." hört, hat sich gestern Oberbürgermeister Böß einer ihm nahestehenden Persönlichkeit gegen-

heitssragen nachgeben müssen. Warum solle man sich wegen des lgoung-Planes überstürzen? Die amerikanische Regierung habe ein Sonder- ab komme n mit Deutschland abgeschlos- , sen, so daß sie keine Fühlung mit der Bank haben werde. Franllin Bouillon fragte sodann: Liegt es im Snteresse Frankreichs, die Räumung der dritten Zone zu beschleunigen? Die Anwendung des llZoung-Planes basiere öanh ein­zig und allein auf der Ehrlichkeit und dem guten Willen Deutschlands. Die Garantien, die Frankreich besessen habe, kämen in Fortfall.

Hm die Annahme des llZoungplanes durchzu- ehen, habe Frankreich England mit Geld und Deutschland durch Preisgabe seiner Sicherheiten bezahlen müssen. Was werde nun geschehen? Werde auf der zweiten Haager Kon­er e n z Frankreich von seinen Alliierten und einen früheren Feinden ebenso in die Enge getrieben werden? Welchen Auftrag solle man den französischen Vertretern erteilen? Drei Gesichtspunkte erscyienen ihm besonders wichtig: 1. die Liquidierung des früheren Feindbesitzes, für die die Zulassung der Gebrüder Mannesmann in Marokko ein Beispiel wäre, 2. es sei notwendig, die Aufsichts - rechte der französischen Regierung festzulegen, 3. die Frage der Kommerzialisierung der deutschen Schuld müsse gelöst werden. Poincarö hätte feineryüt vor den Ausschüssen der Kammer versichert, daß die Annahme des llZoungplanes die Kommerzialisierung der deut- chcn Schuld gewährleiste. Der deutsche Außen­minister Curtius habe hingegen behauptet, daß während der Haager Verhandlungen kein Wort von einer Kommerzialisierung geredet worden sei. Man müsse sich also fragen, ob mit der Kommerzialisierung ein neuer Betrug an Frankreich beabsichtigt sei.

Line weitere Frage fei, warum das Rheinland geräumt werde, da es doch fraglich fei, ob Deutschland alle seine Ver­pflichtungen bereits erfüllt hätte. Der Poungplan hätte eine einzige pafic'.oe Grund­lage: den gulen Willen Deutsch­land s, der an die Stelle aller anderen Garan­tien trete, könne man an diesen guten Willen glauben? kürzlich hätten vier Millionen deutscher Wähler sich gegen den Poungplanausgefprochen und ihn ab­gelehnt, der doch der Triumph ihres Landes fei, weil sie die Politik des Hasses vorzögen. Das fei die sehr ernste Wahrheit. Deutschland bereite einen modernen krieg in den Gegenden vor, die die Franzosen ohneGaranlienoerlassen wollen. Bei Trier habe man 16 Rangierlinien für die Mo- bilisierung von HO Zügen angelegt, während der Verkehr Rangierlinien nur für vier Züge be­nötigt. Aehnliche Vorbereitungen seien auch bei Kaiserslautern getroffen worden. 46 Autolinien dienten alsVorwandsürManövermit Lastautomobilen von 40 PS Motorenkraft. Deutschland baue fünf Autostraßen, auf denen die b e u t f lz e n Divisionen binnen zwölf Stunden über die belgische und luxemburgische Grenze für einen neuen (Einfall nach Frankreich herantransportiert werden können.

Heber die ©aarfrage zu verhandeln, wäre zur Zeit ein großer Fehler. Stresemann und Ge­neral von Seeckt hätten aus dem Versailler Ver­trag ein Snftrument des deutschen Wiederauf st iegs gemacht. Es dürfe keinen Franzosen geben, der es nicht als seine absolute Pflicht betrachte, die Augen offen zu halten und an dem Wohle des Landes zu arbeiten.

Nach der Rede Franklin Bouillons, die an die schlimmsten Zeiten der Sahre 1920 bis 1923^ er­innert, begründete der sozialistische Abgeordnete Frossart seine Snterpellation über die all­gemeine Politik der Regierung. Mit starkem Sarkasmus spottete er über das vielköpfige Mi- nifterium und dessen heterogene Zusammensetzung. Er fragte Driand, ob er die Politik von Locarno oder die von Bar-le-Duc betreiben wolle, ob er zu Maginot sich bekehrt habe oder MaginotzuBriand? Die europäische Ent- spannung und die Friedenspolitik seien das Wich­tigste. Briand müsse deutlich erklären, tote er nut diesem Kabinett seine Politik fortsehen wolle.

Der Abgeordnete Cachin wandte sich gegen Die Regierungserklärung, die er als ein Sammel­surium von Versprechungen bezeichnete. Er gru Tardieu als Snnenminifter wegen seiner Kom- munistenverfolgungen an.

Hierauf wurde die Weiterberatung auf morgen nachmittag vertagt.

OieRäumungderdrittenZone Maginot dementiert.

Die Räumung noch nicht begonnen.

Paris, 7. Roo. (WB.) Zu der Rachricht des Sozialdemokratischen Pressedienstes, daß französische Truppen, die bereits Befehl erhalten hatten, in die Heimat zurückzukehren, plötzlich Weisung er­halten hätten, auf ihrem Posten zu blei­ben, schreibt der sozialistischeP o p u l a i r e - das solle wohl die Mntroorf der französischen Regie- rang auf das Volksbegehren der deutschen

und 3 n 6 u ft r i e der Deutschen Dvlkspartei Hot eine sehr ernste Beurteilung der wirt­schaftlichen und politischen Lage ge­bracht. Sn Sonderheit war die Besorgnis vor­handen. daß die Fraktion den ganzen tie­fen Ernst der wirtschaftlichen Lage vielleicht nicht genügend würdigen und sich zu sehr aus taktische Rück­sichten ein stellen möchte. Eine R iste in Bremen anwesender FrakllonSkolligen sah sich deshalb veranlaßt, um die. (Einberufung einer Reichstagssraktionssihung telegraphi ch zu er­suchen. Die rheinisch-westsälsche Schwerindustrie hat sich der politischen Einflußnahme sehr stark enthalten. Derjenige Teil der Frcllt on, der in den wirtschaftlichen Reformmaß­nahmen vornehmlich ben Sammelvuillt der politischen Entwicklung der nächsten Zuku: st sieht, hat sich einmütig von vornherein, was nie ver­schwiegen wurde, für die Kandidatur Dauch eingesetzt.

Heber die Frage der Besetzung des Par- teivorsihenden oder gar feiner Trennung vom Amt des Fraktionsvorsihcndcn ist nid t mit einer Silbe in Bremen diskutiert. Frei er­funden ist die Behau tung, daß irgendwelche Forderungen in Form eines Httimatamä erhoben worden seien. Weder ich noch meine Freunde denken daran, die Deutsche Dvlkspartei zu ver­lassen oder zu zersprengen.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläkr-Vuch- und §1eindruckerel B. Lange in Gießen. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7.

Oie Regierungserklärung.

Paris, 7. Rov. (WB.) Die Kammer bot beute das Bild der großen Tage, als um 3 Hhr iMnisterpräsident Tardieu die Verlesung der i2tc gierungserklärung begann. Er wurde auf der Rechten des öfteren durch starken Bei» |al[ unterbrochen, und die Entwicklung seines ^ollalpolitischen und Steuerreformprogramms l»ftc auch bei einem Teil der Linken Zustrm- mung aus. Zur Frage der auswärtigen Politik heißt es in der Regierungserklärung: (fe ist zunächst auf internationalem Gebiete un­sere Aufgabe, die Regelung ernster Probleme $n vollenden: denn durch die früheren Hand- hingen der Regierungen und die wiederholten Abstimmungen des Parlaments sind bereits ijet) t bestimmte Lösungen durch Etap­pen markiert, die man unmöglich wieder rückgängig machen kann. Wir werden uns hier­über rückhaltslos in der Debatte aussprechen, die durch die Snterpellationen eröffnet werden wird, ks wird genügen, hier die Grundsätze $u prä­zisieren, die unsere Bemühungen um die Or­ganisierung des Weltfriedens und Mr französischen Sicherheit leiten. Auf ter Haager Konferenz ist kein Abkommensentwurf ron unseren Hnterhändlern gebilligt worden, der irgendwie in Widerspruch zu unseren Grund­sätzen steht. Ob es sich um den Voungplan fcmdelt, der mit der Regelung der Schulden öer- lunben ist, die das Parlament im Suli gebilligt tot, oder um die Räumung der 3. Rhein­land zone, die von der Realisierung scimtlicher Maßnahmen abhängig ist, die geeignet sind, die Snkraftsehung des i e s agt en Planes zu sichern, oder um das Wirtschaftsregime des Saargebietes, lei dem es sich darum handelt, die Möglichkeit einer dauerhaften vorteilhaften Transaktion für die Kontrahenten zu studieren. Hm an diesen Verhandlungen mit der geistigen Freiheit, die die Sicherheit schafft, teilzunehmen, werden wir die V e r t e i di g u ng s o r g a ni s a t i o ne n unserer Grenzen aktiv fortsetzen. Wir werden nicht weniger sorgsam übet die Freiheit unserer Verbindungswege mit unseren Kolonialreichen wachen. _ Rur in Stärke und in Ruhe lebende Volker können nützlich für den Frieden arbeiten. Sn diesem (Mfte getreu der in Genf von allen unseren Vorgängern angenommenen Haltung zur Frage her Abrüstung zu Wasser und zu Lande werden to-ir im kommenden Sahre an der Londoner Kon- serenz teilnehmen. Cs ist überflüssig, hinzuzu- fügen, daß wir sämtliche Annäherungen toun- Icfen, weiterhin in unseren Freundschaften einen bcDoraugtcn Platz denen bewahren werden, die lo-ihrend der Prüfungen auf unserer Seite ftan- tair und die, wie wir, im Einvernehmen mit tarn Völkerbund sich um die Konsolidierung des Stiebens der Menschheit bemühen.

Die Regierungserklärung geht alsdann zu imnerpolitischen Fragen über und beschäftigt sich zunächst mit dem Ausbau der nationalen 1, t- Idiaft. Die Regierungserklärung schlcgt vvr, für bi; Förderung der Landwirtschaft 1750 Millionen auszuwerfen, für die Förderung mo­ralischer und sozialer Probleme 1450 Mill., für die Forderung von Sndustrie und Handel 1797 Will., für den Ausbau der franzosischen Kolonien eine Heraufsetzung der bereits be­willigten Anleihe in Höhe von 3000 Mill, auf 3E00 Mill. Frank. Die Regierungserklärung kün­digt sodann Steuerermäßigungen in Hohe von insgesamt 2339 Mill. an. Durch einen geplanten weiteren Rachlab soll versucht wer- ben. eine Steuerermäßigung von insgesamt 3340 Millionen zu erzielen.

Wir gedenken, so schließt die Regierungserklä- rwng, in Frankreich eine Politik der Prosperität eirzul it:n. Ein prosperieren­des Bc>lk ist ein Volk, bei dem das Lebenshal- tangSnibcau in sämtlichen sozialen Klassen, aber vvr allem in den weniger begünstigten Klassen, si:h regelmäßig hebt. Frankreich muh ent­schlossen auf diese Bedingung hinsteuem. Das ist a-cher Ziel. Wird es das Ziel des Parlaments 1 sein? Wir hoffen es. Das Parlament hat die Entscheidung. Das Land wird das Hrteil fällen.

Oie Diskussion.

Eine Hetzrede Franklin BouillonA'gegen die Rtzcinlandräumung.

Ministerpräsident Tardieu beantragte die so- fertige Diskussion der zwölf Snterpellatio- ram über die Bildung des Kabinetts, die Re- gerungSertlärung und die allgemeine und die Dutzenpolitik der Regierung. Hiermit erklärte fih die Kammer einverstanden, und als erster Interpellant ergriff der sozialistische Abgeordnete 1' a r e n n e das Wort. Er forderte Aufklärung über die neue Abrüstungskonfere n z und (nagte nach den Ansichten des neuen xriegS- ininisters hinsichtlich der nationalen Ver­teidigung. . , ... ,

Der Führer der sozialen und demokratischen Linken. Abgeordneter Franklin Bouillon kiitisierte die Haltung der französischen Vertreter in Haag und forderte Qlufflärung über eine Deihe von Punkten, insbesondere die Liqui­dationsfrage und die R e p a r a t i o n s - bank, sowie über die Kommerzia l i f t c rang der deutschen Schulden, /orank- »ich habe in finanziellen Fragen und in Sicher­