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über dahingehend geäußert, er sehe angesichts der gegenwärtigen Situation keine Möglichkeit mehr, in sein Amt zurückzukehren.

Die erste Versammlung der Sktarek-Glaubiger.

Das Ergebnis des Konkurses.

Berlin, 7. Rov. (WTB.) Heute fand vor dem Amtsgericht Berlin - Mitte d i e e r st e Gläubigerversammlung wegen der sechs Konkurse der Gebrüder Sklarek statt. Der Kon­kursverwalter berichtete über die sechs Konkurs- bilanzen der K. D. G., der Textilgroßhandels­gesellschaft, der O. H. G. Willi Sklarek sowie der Privatvermögen der Brüder Willi, Max und Leo. Er teilte u. a. mit, daß die Bücher der sechs Firmen nicht ordnungsmäßig geführt, und daß die Bilanzen unrichtig und gefälscht sind. Für ihren persönlichen Gebrauch entnahmen die drei Brüder im 2ahre 1926 166 000 Mk., im Jahre 1927 437 000 Mark, im Jahre 1928 407 000 Mk. und im Jahre 1929 bis zum Zusammenbruch 223 000 Mk. Dazu kommen die Ausgaben für das Ge - st ü t, das vcm 1926 an bis zum Zusammenbruch 703 000 Mk. verschlungen hat. Die Prüfung der Warenlager der K. B. G. hat ergeben, daß diese auf 571 000 Mk. geschäht werden, und daß man bei 30prozentiger Abschreibung mit einem Reingewinn von 400 000 Mk. rechnen darf, wozu 209 000 Mk. Forderungen an städtische Dienststellen kommen. Gefällig­keitswechsel sind stapelweise gesunden wor­den, ihnen ist jedoch nicht der gering st e Wert beizumessen. Zwei Wechsel auf den 'Ha­men Güntyer Segnet in Höhe von insgesamt 1200 Mk. sind vor der Fälligkeit eingelöst worden. Dem Gesamtaktivposten von 760 700 Mk. bei der K. B. G. steht ein Fehlbetrag von 12,3 Millionen gegenüber, so daß der Konkurs eine Quote von 5,5 Prozent ergeben dürfte. Bei der Textilgrobhandelsgesellschaft, wo die Aktiva 786 000 Mk., die Passiva 1 1,4 Millionen Mark betragen, ist mit einer Quote von 6,6 Prozent zu rechnen, bei der Firma Willi Sklarek mit 2,2 Prozent, Max Sklarek mit 2,6 Prozent. Der Konkurs Willi Sklareks wird mit etwa 1,15 Prozent abschließen, der Konkurs Leo Sklareks mit 2,2 Prozent.

Stahlhelm und Volksentscheid Der Bundessnhrer Seldte kündigt Fort» führung der Aktion an.

Breslau, 7. Rov. (TA.) Bor mehreren tausend Zuhörern führte der Gründer und erste Bundesführer des Stahlhelms, Franz Seldte, etwa folgendes aus: Der Dienstag, der 29. Ok­tober 1929, an dem das Volksbegehren zum Abschluß gelangte, wird ein historisches Datum in der neuen deutschen Geschichte sein. Zum ersten Male seit elf Jahren hat ein bewußter nationa­ler Wille eine feste Gestaltungskraft in einer mathematisch zu bestimmenden und gesetzlich ge­forderten Zahl gesunden. Die Idee des Frei­heitskampfes, die Idee des Kampfes gegen die Versklavung Deutschlands hat trotz aller Wi­derstände, trotz eines unglaublichen Terrors über vier Mlllivnen deutscher Männer und deutscher Frauen zum Bekenntnis aufgerufen. Das ist eine ungeheure Leistung. Wir jubeln nicht, wir reden nicht: aber wir haben den Sieg und wir werden diesen Sieg erweitern, wir werden durch zähe und heiße Werbearbeit in Stadt und Land die Stimmenzahl für den Volksent­scheid so hoch wie nur möglich bringen.

Es ist eine ungeheure Lüge, wenn man den Zustrom zum Stahlhelm und zu den Freiheits­kämpfern für das Volksbegehren dadurch ab­dämmen will, daß man sagt: sie wollen die Republik stürzen. Rein, das wollen sie nicht. Ich trete hiermit ausdrücklich dieser Lüge ent­gegen. Der Stahlhelm hat bewußt den Streit um die Derfassungsform vom ersten Tage seines Bestehens ab genau so verboten wie den Streit um die Konfessionsform. Spätere glückliche Ge­schlechter mögen die Frage der Staatsform aus dem freien Willen und Entschluß der freien deutschen Menschen losen. Wir armen und bit­teren Kämpfer der Jetztzeit haben keine Zeit, uns um Monarchie oder Republik zu streiten.

Briefmarken-Botamk.

Don M. Büttner.

Die weite Welt der Pflanzen, von unschätzbarer Bedeutung für Ernährung, Kleidung und Woh­nung des Menschen wie für fein fchönheits- durstiges Auge, hat in der Malerei und in der dekorativen Kunst vieler Länder zahllose Stätten liebevoller Verehrung gefunden. Auch in der Kleinkunst der Briefmarke, die dmch eigent­lich so nüchternen Verkehrs-Wecken dient, sind mancherlei Vertreter des Pflanzenreiches oft und wirksam als poesievolles Schmuckmotiv dargestellt worden. Blüten und Blätter, Sträucher, Bäume und ihre Früchte das alles findet sich auf den kleinen postalischen Bildern aus aller Welt und vermittelt uns ein ebenso anmutiges wie buntes Stückchen Raturkunde.

Wenn man einen Blick in dieses vielgestaltige Gebiet der Philatelie tun will, gesck>ehe es ohne jeden Ehrgeiz, etwa einem Sinne Konkurrenz machen oder seinem nicht eben kurzweiligen System folgen zu wollen. Wenden wir uns vielmehr, so­zusagen einem Zuge des Herzens folgend, zuerst den lieblichsten Kindern Floras zu, die nichts anderes sein wollen als Blumen. Ihre duftende Königin, die Rose, schmückt z. B. die deutschen Wohltätigkeitsmarken von 1924 oder als Wappenblume alte Marken von Reufund- laud. Die Schweiz hat ihre fleinen Gebirgsschön­heiten, Alpenrose und Edelweiß, auf einigen Postwertzeichen als charakteristische Zierde an­gebracht. Besonders hübsch sind die drei Wohl- tätigkeitsausgaben, die Holland in den Jahren 192527 erscheinen ließ. Sie zeigen farbenfreudig die Wappen der niederländischen Provinzen, um­geben von mehr oder minder stilisierten Blumen und Pflanzen, die irgendwie in besonderer Be­ziehung zu den betreffenden Provinzen stehen. Da sehen wir Lilien, Mispelblüte und Rose, ein andermal Eisblumen (silberfarbig gedruckt!), Wasserpflanzen, Orangen und Seerosen, endlich auf der letzten Ausgabe Glockenblumen, Butter­blumen, Löwenmaul und Schllfrohr also ein ganzes Herbarium für sich! Das Wappen Ja­pans, das schöne Chyfanthemum, erscheint aus fast allen japanischen Briefmarken, zuweilen noch durch Kirschblüten-weige m der poetischen

Wir kämpfen für das Vaterland, das nicht zu erfassen ist mit den Begriffen Republik unb Monarchie, aber das heiß und glühend und voll erfaßt wird durch das Wort: das Deutsche Reich. Am dieses geht unser Befreiungskampf. Ohne Scheu und Furcht vor Menschen sind wir an dieses Volksbegehren herangegangen und werden wir auch an den Volksentscheid herantreten. Wir wollen zeigen, daß es möglich ist, in Deutschland frei und ehrlich seine Meinung zu sagen.

Volksbegehren und Landwirtschaft.

Eine Entschließung der Ehristlich- Nationalen dauern- und Landvoltpartei.

Berlin, 7. Rov. (Tel.-An.) Der Vorstand der Christlich-Rationalen Bauern- und Landvolk­partei faßte eine Entschließung, die besagt: Die landvolkfremdeReichspolitik muh zur weiteren Existenzbedrohung und im Endergebnis zur Vernichtung der Landwirtschaft führen. Der in Einzelheiten nunmehr bekannt ge­wordene Handelsvertrag und Liqui­dationsvertrag mit Polen ist als mit den Lebensinteressen der Landwirtschaft unver­einbar abzulehnen. Durch die Verschleppung der Entscheidung über die Mindestantrüge der Reichsbauernfront hat die Reichsregierung zur weiteren Verschärfung der Lage in der Landwirt­schaft beigetragen. Im Volksbegehren hat sich das Christlich-Rationale Bauern- und Land­volk in die Reihe der Kämpfer gegen den Voung- plan und für die deutsche Freiheit gestellt und hat mit seiner für den Erfolg entscheidenden Stimmenabgabe bekundet, daß es nicht gewillt ist, sich auf Generationen hinaus versklaven zu lassen. Wenn die Christlich-Rationale Dauern- und Landvolkpartei ihren Millen zum Einsatz aller Kräfte gegen den Boungplan betont, so handelt sie in der Aeberzeugung, daß das deutsche Volk die Lasten dieses Tributplanes ebensowenig aus eigener Kraft tragen kann, wie die Daweslasten. Der unerhörte Terror der Reichsregierung und der preußischen Staatsregie­rung mit der ganzen Wucht des amtlichen Appa­rates hat das Volksbegehren zueiner inner- politischen Machtfrage verfälscht. Diese Verfälschung hat eine neue politische Situation geschaffen, die den Ruf nach einer Sammlung aller nationalen Kreise immer lauter werden läßt. Die Christlich-Ratio­nale Bauern- und Landvolkpartei sieht unter Be­tonung des Charakters ihrer Selbständigkeit in dem Kreis derer, die sich bisher für das Volks­begehren eingesetzt haben, einen Erfolg gegen den Voungplan nur dann, wenn die Voraus­setzungen dafür geschaffen werden, daß d i e Front der Kämpfer erweitert wird.

Spionage in der Mitteldeutschen Industrie.

Verhaftungen in Weißenfels.

Halle, 7. Rov. (WB.) Das Polizeipräsidium Weißenfels teilt mit: Auf Grund längerer Be­obachtungen wurden am 29. Oktober 1929 meh­rere Personen in Weißenfels als der Spionage dringend verdächtig sestgenommen. Die Verneh­mung hat die Bestätigung des dringenden Ver­dachts erbracht und weiter ergeben, daß in Ge­meinschaft mit Angehörigen der Reichswehr militärische Geheim­nisse verraten werden sollten, und daß Werkspionage getrieben worden ist. Aus Weißenfels sind in das Verfahren sieben Per­sonen, darunter drei weibliche, verwickelt. Vier Personen sind dem Richter, der inzwischen Haft­befehl erlassen hat, zugeführt und in das Am'ts- gerichtsgefängnis eingeliesert worden. Die Fest­nahme des einen Beschuldigten gestaltete sich in­sofern schwierig, als er bei der Verfolgung in die Saale sprang, um sie zu durchschwimmen und sich der Festnahme durch die Flucht zu entziehen. Durch ihm nachspringende Beamte wurde er vor dem Tode des Ertrinkens bewahrt und an Land gebracht. Einer der Hauptbeschuldigten, der Rei­sende Wilhelm Becker, ist flüchtig. Für die Cr- greifun des Decker ist eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt. Bei der Durchsuchung der Woh­nungen wurde schwer belastendes Ma -

Wirkung unterstützt. Auf Postwertzeichen der englischen Jungferninseln (Virgin Islands, indien) trägt die Heilige Ursula einen Lilien­zweig, wie es sich für eine Bewohnerin dieser Inseln geziemt...

Besonders häufig sind auf Briefmarken die verschiedenartigsten Rutz pflanzen anzutres- fen, die damit zugleich wichtige Wirtschaftszweige der fraglichen Länder andeuten. Kornähren be­merkt man auf Marken von Lettland, Dänemark Island, ein reifes Kornfeld bei Kanada, ein symbolisches auf einer Pestalozzi-Gedenkmarke der Schweiz. Auf die Güte feiner Kartoffeln Malta, wenigstens mit einigen Blüten dieser delikaten Pflanze hin. Mit Reisähren erinnert die Poft Chinas an das wichtigste Nahrungs­mittel der asiatischen Völker. Die portugiesische Besitzung Mozambique in Afrika gibt den Mar­kensammlern vielseitigen botanischen Unterricht, wenn sie ihnen etwa ein Maisfeld vorführt, oder Szenen aus der Daumwoll-, Tabak-, Zucker-, Kautschukgewinnung usw. auf Marken abbildet. Auch Aegypten hat 1927 einen hübschen Baum­wollzweig auf Postwertzeichen dargestellt. Dem Kaffee und seiner Kultur ist eine ganze Reihe Marken von Brasilien, Salvador, Costa Rica, Haiti, Liberia und anderen gewidmet. Kleeblüten sind bei Reufundland. Kleeblätter bei Irland und Uruguay zu finden. Ein anregendes Gefühl auf der Zunge verursacht es uns, wenn wir auf einigen Marken Frankreichs, der Schweiz und vom Kap der guten Hoffnung bei etwas Auf­merksamkeit Weintrauben entdecken. Da die Geschmäcker zum Glück verschieden sind, so ergeht es anderen vielleicht ähnlich, wenn sie z. D. die appetitliche Ananas bei Liberia oder den Baha­mas-Inseln erblicken, die Pfirsich- und Oliven­zweige bei Tripolis ober guten Appetit den Pfefferzweig auf einer Marke Liberias. Ein Oelliferant, der Mohn, erscheint auf Marken 3talien8, ein Oelzweig auf den alten Ausgaben für die französischen Kolonien und neuerdings bei Japan usw., wo freilich weniger die Del- getoinnung als eine Friedensdemonstration ge­meint ist.

Unzählbar oft ist der Lorbeer mißbraucht wor­den, um in vielen Ländern die Köpfe wirklicher oder zweifelhafter historischer Größen in Kranz­oder Zweigform auf Briefmarken zu verschönern. Es seien keine Hamen genannt, da wir ja hier

te r iaI vorgefunden, das nach dem Saat* gebiet weist, wo sich die Mittelsper­sonen befinden sollen.

Zum Tode des Prinzen Max.

Die Aufbahrung in Salem.

Konstanz, 7. Noo. (WB.) Bei der lieber- führung der Leiche des Prinzen Max von Kon­stanz nach Salem wurde der Leichenzug in Meersburg namens der badischen Staatsregie­rung von Landrat Dr. L e v i n g e r empfangen, der dem Toten das letzte Geleit bis nach Salem gab. In den Ortschaften, die der Leichenzug in später Nachtstunde passierte, hatten die Feuerwehren mit Fackeln Ausstellung genommen. In Salem ertönten beim Eintreffen des Leichenzuges die Schloßglocke und die Glocken des Münsters. Die Aufbahrung er­folgte in dem evangelischen Gemeindesaal. Hier fand eine kurze Trauerfeier statt, bei der Pfarrer Dill amtierte. Die Totenwache hielten Beamte der markgräflichen Güter. 9m Laufe des heutigen Tages werden zahlreiche Fürstlichkeiten in Salem erwartet, darunter auch die Tochter des früheren Kaisers, die frühere Herzogin von Braunschweig mit ihrem Gat­ten. Die Beisetzung findet morgen mittag statt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten werden sämtliche Mit­glieder der badischen Regierung, mit Aus­nahme des schwer erkrankten Justizministers Dr. Trunk, teilnehmen. Die Universität Heidel­berg und die Technische Hochschule Karl s- r u h e werden ebenfalls Vertreter nach Salem ent­senden. Als Vertreter des früheren Kaisers wird Prinz Adalbert zu den Trauerfeierlichkeiten er­scheinen. An der Beisetzung werden ferner Reichs- tagspräsident Lobe und als Vertreter der Reichs­regierung Reichsernährungsminister Dr. Dietrich teilnehmen. In ihrer Begleitung befinden sich Mini­sterialdirektor in der Reichskanzlei Dr. von Ha­ge n o w und der Direktor des Reichsrats Geh.-Rat Galle. Dom badischen Landtag nehmen Präsident Dr. Baumgartner und die beiden Vizepräsidenten sowie eine größere Zahl von Fraktionsoertretern teil. Reichstagspräsident L ö b e hat der verwitweten Frau Prinzessin Max eine telegraphische Beileids­bezeugung übermittelt.

Die Lage des deutschen Protestantismus.

In diesen Wochen, in denen die Verhandlungen zwischen dem preußischen Staat und der evange­lischen Kirche schweben, erscheint eine Uebersicht über die Lage des deutschen Protestantismus interessant, die im Jahrbuch der kirchlichen Behörden und der gesamten evangelischen Geistlichkeit aufgezeichnet ist. Der im Jahre 1922 erfolgte organisatorische Zusam­menschluß der deutschen Landeskirchen findet seinen Ausdruck im Deutschen Evangelischen Kirchenbund. Ihm gehören 28 Landeskirchen an und weiter die Evangelische Brüderunität, in der alle über Deutschland verstreuten Herrenhuter-Gemeinden fsusammengeschlvssen sind. Die aktive evangelische Kirchenpolitik wird von der inneren Mission betrieben. Sie umfaßt landeskirchliche und nicht­landeskirchliche Gruppen und Verbände.

Der deutsche Protestantismus umfaßt außer den Landeskirchen aber auch noch eine Reihe von grö­ßeren Freikirchen und Sekten, Kirchengemein­schaften, die sich im bewußten Gegensatz zum katho­lischen Kirchengesetz stellen, und einen reformatori­schen oder urchristlichen Standpunkt vertreten. Sie­ben lutherische Freikirchen, die am stärksten in Preu­ßen und Sachsen vertreten sind, und zum Teil die Rechte öffentlicher Körperschaften besitzen, gehören zum deutschen Protestantismus. Die stärkste Frei­kirche ist de bischöfliche Methodisten­kirche, zu der 920 Gemeinden zählen. Sie steht in schärfster Opposition zur Landeskirche. Die Sekte der Baptisten umfaßt 180000 Anhänger, von denen 64 000 getaufte Mitglieder sind. Das Charak­teristikum dieser Sekte besteht in dem Verlangen der Erwachsenentaufe aus eigener Erkenntnis. Nicht so stark ist die Evangelische Gemeinschaft, die über 25 000 Mitglieder verfügt. Auch die Men- noniten mit 30 000 Mitgliedern zählen in die Reihe der größeren Freikirchen und Sekten. Ihre Lehre ist der der englischen Quäker ähnlich. Die Innere Mission als aktivster Bestandteil des evangelischen Deutschlands umfaßt 36 Landes- und Provinzialoereine und 156 Fachverbände. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Fürsorgepflicht für Ge-

nicht Geschichte, sondern Botanik treiben. Rach der Erwähnung des Ruhrneslorbeers, der auch nicht ohne geheime Dornen sein soll, gehen wir zu einer noch stachligeren Angelegenheit über und betrachten die Disteln auf Marken Englands und Reufundlands oder die unliebenswürdigen Kaktusarten von Liberia, Mexiko, den Turks- Jnfeln usw. Gewächse, die man nicht unbe­dingt zu. den nützlichen zählen möchte.

Das Reich der Bäume, das vereinzelt schon berührt wurde, gedeiht schließlich ebenfalls auf Postwertzeichen in zahlreichen Gattungen. Die verschiedenen Daumarten erscheinen da entweder inganzer Figur", oder sie werden durch Zweige und Blätter vertreten, oderan ihren Früchten sollt ihr sie enennen". Rur einige Beispiele: die Eiche? ist u. a. auf den deutschen Marken zur Rationalversammlung 1919 dargestellt, Eichen­blätter bemerkt man bei Litauen sowie auf vielen Wertzeichen Englands und seiner Kolonien, Ahornblätler bilden die Eckverzlerungen kana­discher Marken. Die schlanke Palme wächst natür­lich, auch phllatelistisch, in so vielen exotischen Ländern, daß es eine lange Liste werden würde, wollte man sie alle nennen. Dabei sind alle ihre Familien vertreten, sei es etwa die Kokos­palme von Togo, die Dattelpalme von Tripolis oder die Fächerpalme von Rordborneo. Auch die nützlichen Kakaobäume auf Marken von Togo lassen von neuem bedauern, daß es keine deutsche Kolonie mehr ist. Verlockend leuchten aus grü­nem Laub die Früchte der Orangenbäume in Mozambique, Südafrika oder dem früheren Oranje-Freistaat. Eine Gruppe von ©ummibäu- men ragt auf der neuen Luftpostmarke Austra­liens von 1929. Der praktische (Brotbäum und seine Früchte, auf Marken der Tonga-Inseln abgebildet, ersparen ihren Bewohnern den Bäckerladen. Als drolligen Widerspruch kennt mancher Sammler den medizinisch tüchtigen Perubalsambaum, der seinem (Hamen zum Trotz nur in Salvador heimisch ist, so daß sich die dortige Post mit ihm auf einer Briefmarke brüsten kann.

Endlich sei daran erinnert, daß auf Postwert­zeichen sogar ein gewisser Obstbau getrieben wird. Außer einigen, schon unter den Rutzpslan- zen erwähnten Kostproben finden sich beispiels­weise Aepfel, Dirnen, Kirschen. Pflaumen usw. auf den Wohl tigke i tsmarlen der Schweiz, die

brechliche, Kranke, Gefährdete und Verwahrloste. Die zahlreichen Fachoerbände beschäftigen sich mit den verschiedensten Spezialaufgaben, unter denen die Jugendpflege, die Krankenpflege, Gefangenen­fürsorge genannt seien.

Kommunistische Ausschreitungen in Hamburg.

Hamburg, 8. Noo. (WTB.-Funkspruch.) In der vergangenen Nacht versuchten Kommunisten an meh­reren Stellen der inneren Stadt zu demonstrie- r e n. Die Ordnungspolizei loste die einzelnen Züge auf und machte, da tätlicher Widerstand ge­leistet wurde, von ihren Gummiknüppeln Gebrauch. Ein schwerer Zusammenstoß ereignete sich auf dem großen Neumarkt, wo etwa 500 Kommunisten die einfdjreitenben Polizeibeamten a n g r i f f e n und mit Mauersteinen, Bauholz und Abfallsbrocken bewarfen. Auch aus den Fenstern

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Wettervoraussage.

Der gestern im Rordosten einsetzende Luftdruck­fall hat sich als kräftiger Ausläufer der umfang­reichen nördlichen Störung entwickelt. Ein aus­gedehntes Schlechtwettergebiet mit Riederschlägen war heute morgen über England, dem Kanal­gebiet, sowie über Holland und dem westlichen Frankreich vorhanden. Ferner haben dort die Temperaturen durch den Herantransport der Warmluft einen Anstieg bis zu 13 und 14 Grad erfahren. Das Schlechtwettergebiet wird unseren (Bezirk überqueren und zunächst unter Erwär­mung verbreitete Riederschläge bringen. Da je­doch 'an der Rückseite des Fallgebietes sich das Zuslietzen maritimer, kühler Luftmassen bereits erkennen läßt, so dürfte für später wieder Tem­peraturrückgang, sowie unbeständiges Wetter zu erwarten sein.

Wettervoraussage für Samstag: Zu- nächst weiter Temperaturanstieg, bedeckt und Nieder- schlüge, dann wechselnd wolkig, wieder kühler, süd­westliche, später mehr westliche Winde.

Witterungsaussichten für Sonntag: Abkühlung, teils wolkig, teils aufheitemd, verein­zelte Regenschauer.

Lufttemperaturen am 7. November: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 4,7 Grad: am 8. November: morgens 4,1 Grad. Maximum 5,8 Grad, Minimum 3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 4,8 Grad: am 8. November: morgens 4,8 Grad Celsius. Niederschlag 1,4 mm.

damit die landwirtschaftliche Eigenart ihrer ver­schiedenen Kantone kennzeichnen wollte. Gan- abgesehen von dem historischen, Pfeildurchbohrten Apfel in der Hand des Keinen Tellknaben! Soweit der kurze Spaziergang durch den botanischen Garten der Philatelie. Von Linnes lückenloser Gründlichkeit ließen wir uns dabei nicht leiten, um botanisierenden Markensammlern noch einige Entdeckerfreuden übrig zu lassen.

HochschulnachrichLen.

In Cron berg i.T. verschied der Pro­fessor für Völkerkunde an der Berliner Uni* versität und frühere Direktor des Museums für Völkerkunde Dr. med. et phil. Karl von d en Steinen im 75. Lebensjahre. Wie die meisten feiner berühmten Vorgänger auf dem Gebiete der Völkerkunde, wir erinnern nur an Bastian, Emin Pascha und Rachtigal, ist Karl von den Steinen aus der Medizin hrrvorgegangen. Ge­boren 1855 zu Mülheim a. d. Ruhr, studierte er in Zürich, (Bonn und Straßburg Medizin, wählte zu seinem Spezialgebiet die Psychiatrie, war Assi­stent am Straßburger Physiologischen Institut und später Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik der Charite in Berlin. 1882 machte er die deutsche Südpolarexpedition nach Südgeorgien mit und unternahm anschließend an diese Reise eine Forschungsreise nach dem Schingu-Gebict in Zentralbrasilien. 1888 nach Deutschland zurück- gekehrt, habilitierte sich v. d. Steinen in der Berliner Philosophischen Fakultät, vertauschte aber diese Dozententätigkeit im folgenden Jahre mit der gleichen an der Llnidersitüt Marburg wo er den Profesfortitel erhielt. 1900 wurde v. d. Steinen a. o. Professor für Ethnologie <m der Llniversität Berlin und Direktorialassistent am Museum für Völkerkunde, rückte dann zum Dirigenten für die amerikanischen Sammlungen auf und erhielt 1904 die Ernennung zu deren Di­rektor. Llebcraus zahlreich find die wissenschaft­lichen Arbeiten, die v. d. Steinen auf Grund eines umfassenden Materials veröffentlicht hat. Amtlich wird die Ernennung des Reutestament- lers, o. Professors D. Karl Ludwig S chmidt von der Universität Jena zum ordentliche Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn bestätigt.

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