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Montag, d.7Jan.1929,7b aDds.
beiten, aber nicht, am ErMrungen ab;ugeben.
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werden können, unter der Voraussetzung, daß französisch-amerikanische Schuldenabkommen Frankreich ratifiziert werden würde.
Was sagt 3Rom dazu?
Vorläufig größte Zurückhaltung.
Rom, 8. Ian. (TU.) So groß das Interesse
Wahlvorbereitungen im Elsaß
Paris, 7. 3an. ($11.) Einer Kolmarer Meldung des „Temps" zufolge entfalten die Auto- n o m i st e n angesichts der Nachwahl am 13. Januar eine außerordentliche Tätigkeit. 3m Laufe des Sonntags hielten sie mehr als 30 Versammlungen ab. Abbe Haigy begab sich in Begleitung der Deputierten Walter, Bilger und Drogly sowre mehreren Persönlichkeiten, die im Heimat- bund und im letzten Auionomistenprozeß eine Rolle gespielt haaen. wie Heil, Hauß, Schall, Rossö, in einige katholische Orte, wo er zugunsten der Kandidatur des Auto» nomistenHauh sprach. Auch die Kommunisten hielten am Sonntag verschiedene Wahlversammlungen ab, in denen sie heftig die Sozialisten angriffen. Ricklin rlchtete an seine Wähler im Sund^iau einen Ausruf, in d-'m er sie ermahnt, auch weiterhin „auf dem Schiff der elsässischen Bvlkspactei' zu bleiben, oas ge^e-itnäriig uiuer der Flagge blau-weiß-rot segele, dessen Flagge aber in Wirklichkeit rot und weiß sei, d. h. das
Italien für die letzten Vorgänge in Jugoslawien zweifelsohne ist, so weiß man doch augenblicklich ni t, wie man sich zu dem Umschwung in Belgrad stellen soll. Bisher sind nur spärlich Kommentare erschienen und auch diese zeichnen sich durch die arößteZurückhaltung aus. Vor allem wird betont, daß Italien mit Ruhe und ohne Parteinahme die Vorgänge in dem jugoslawischen Nachbarstaat beobachten mäste. Das halbamtliche „Gior- nale d'Jtalia" bezeichnet die Verfassungsänderung als eine Politik der Verzweiflung. Die neue Regierung fei vor allem königlich und militärisch. Daran ändere auch nichts, daß mehr Zivilisten als Offiziere an der Regierung beteiligt seien. Die neue Regierung sei eine Diktatur, die letzten Endes auf die Person des Königs zurückgehe. Es bleibe abzuwarten, ob mit diesem extremen Mittel die innere Krise Jugoslawiens überwunden werden könne. Die bisher eingenommene Haltung der kroatischen Opposition gewährleiste den Frieden nicht.
Daß die Entwicklung in Jugoslawien den italie- nischen Blättern im allgemeinen einen willkommenen Anlaß zur Kritik des verfaulten Parlamentarismus gibt, ift verständlich. So schreibt „Iribuna" u. a.: Eine Feststellung allein ist von Bedeutung, nämlich jene des Zusammenbruchs des parlamentarischen Re- gimes, das nach französischem Muster und nach fron- zösischen Ratschlägen sich in der Vervielfältigung der Parteien, Wahlexperimenten, Kabinettskrisen und in politischer Korruption auswirkte. Der Staatsstreich in Jugoslawien stelle außerdem eine offenkundige Ver. urteilungderfranzöfifchenPolitik dar, welche von dem Bestreben geleitet gewesen sei, Italien durch die Gründung eines antiitalienischen Staates zu schwächen. Das Italien Mussolinis hat keinen Grund, seine Haltung zu ändern, da diese von zwei grundlegenden Gesichtspunkten beherrscht ist: die ßr'ung der adriatischen Streitfrage und das Angebot friedlicher Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien.
Arbeitslosigkeit und Reichsfinanzen.
Liste Folgen der weisenden Konjunfiur
Berlin, 8. Ian. Die Reichsfinanzen werden durch die scharfe Steigerung der Arbeitslosenzahl eine weitere B e l a st u n g erfahren. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit ist unverhältnismäßig schärfer als in den Vorjahren, ein deutliches Zeichen, oaß — im Widerspruch zu den optim.stischen Auffassungen Parker Gilberts — der A b st i e g der Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt immer deutlicher wird. Die endgültige Zahl der Arbeitslosen am Neujahrstage ist noch nicht bekannt, aber man darf sie auf nicht weniger als 1,6 Millionen schätzen, wozu noch jene kommen, die nur Kurzarbeit leisten oder bereits der Krisenfürsorge anhe.mgefallen sind. Einer so starken Belastung sind die Mittel der jungen Reichsanstalt für Arbeitslosen- Versicherung nicht gewachsen. Das Reich wird daher an die Reichsanstalt einen Vorschuß leisten mässen, den man bis zu Ende des Winters mit 70 Millionen Mark kaum zu hoch veranschlagt.
Parker Gilberts Rückzugslinie.
Der Im, 8. 3an. (Eigene Meldung.) 3n Washington haben nunmehr die Reparationsbe- sprechungen zwischen C o o l i d g e. dem soeben aus Südamerika zurückgekehrten Hoover, dem Finanzminister Mellon und Parker Gilbert begonnen. Beteiligt ist daran bezeichnenderweise auch der Gesandte Amerika in Mexiko, Morrow, in dem man Hoovers künftigen Außenminister sieht. Parker Gilbert hat zu seinem Bericht die Erklärung aogegeben, daß er niemandem zuleide aufgestellt sei. Wenn man Unterschiede zwischen seinem Bericht und dem des amerikanischen Haicdelscrttaches in Berlin herausgefunden habe, dann liege das einfach daran, daß der Bericht des Reparationsagenten a m 1. September absch ließe, während der Handelsattache die Entwickelung Deutschlands bis zum Ende des 3ahres mit berücksichtigt habe. Stichhaltig ist diese Unterscheidung nicht. Denn von einem Mann, von dessen Gutachten das Schicksal eines 60-Millionenoolkes erheblich mit« beeinflußt wird, müßte man eigentlich auch erwarten dürfen, daß er die Entwicklungstendenzen einer Wirtschaft richtig zu beurteilen weiß. Daran aber hat es offenbar gefehlt, denn sonst hätte Parker Gilbert sehen müssen, daß von den geborgten -12 Milliarden Mark 6 Milliarden für Reparationszahlungen verwendet sind, während die übrigen 6 Milliarden restlos in der deutschen Landwirtschaft, und zwar gegenwärtig ohne Ertrag, verschwunden sind.
Amerikas Bedingung.
Ratifizierung des französischen Schuldcnabkornmens.
Paris, 8. Ian. (WTB. Funkfpruch.) „Reuyork Herold" verzeichnet in einer Meldung aus Washington das Gerücht, die Regierung der Vereinigten Staaten würde geneigt fein, an der finanzielle n Ausgestaltung des Reparations- planes, über den der neue Sachverständigenaus- schuß Beschluß fassen werde, mitzuarbeiten unter der Bedinaung, daß die französische Regierung das s r a n z ö f i s ch - a m e r i k a n i s ch e S ch u l- denabkommen ratifiziere. Diese Ansicht sei in glaubwürdigen Kreisen verbreitet, man verweise dabei auf die Besprechungen, die P a r k e r Gi l b e r t noch mit den offiziellen Persönlichkeiten in Washington haben werde. Das Ergebnis dieser Besprechungen werde, wie man mit Gewißheit annehmen könne, das fein, daß Parker Gilbert, wenn er nach Europa zurückkehre, bereits ein bestimmtes Bild davon haben werde, in welcher Höhe deutsche Obligationen in den Vereinigten Staaten untergebracht
Hessens Finanzlage.
Die letzte
Monatsübersicht für November 1928.
Darmstadt, 8. Jan. Im Monat November ge- staltete sich die Lage der hessischen Finanzen wie folgt: Im ordentlichen Haushalt sind an Einnahmen zu verzeichnen: Steuern 7 431000 Mark, Ueberschüsse aus Unternehmungen und Betrieben 593 000 Mark, aus der Justiz 288 000 Mark, der Volksbildung ufro. 20 000 Mark und der übrigen Landesverwaltung 868 000 Mark, zusammen 9 200 000 Mark. An Ausgaben stehen dem gegenüber für die Justiz 1 024 000 Mark, Volksbildung, Wissenschaft, Kunst und Kultus 3115 000 Mark, für Wohnungswesen 750 000 Mark, Schul- dendienst 160 OOO Mark, Ruhegehälter 1 297 000 Mark und sonstige Ausgaben 3 490 00 Mark, zusammen 9 836 000 Mark, so daß im ordentlichen Etat ein Minus von 636 000 Mark zu verzeichnen ist.
Im außerordentlichenEtat stehen 15000 Mark Einnahmen, 576 000 Mark Ausgaben (Landeskultur 80 000 Mark für Zuschüße und Neuinoestierungen für Unternehmungen und Betriebe 91 000 Mark und sonstige Ausgaben 405 000 Mark) gegenüber. — In der Gesamt- abrechnung verbleibt im ordentlichen Etat für die acht abgelaufenen Rechnungsmonate des Jahres ein buchmäßiges Defizit -von 11 585 000 Mark, oem im außerordentlichen Etat ein Ueberfchuß von 2 971 000 Mark gegenübersteht.
von nun an würden der presse keine mündlichen | Mitteilungen über die Beschlüsse der Regierung ge- | macht werden. Diese würden lediglich im Amtsblatt ' veröffentlicht. Die Sitzung des Minislerratr soll sich 1 mit einer Reihe neu zu erlassender Gesetze — man j spricht von 18 — besaßt haben. — Die Blätter veröffentlichen in Sonderausgaben lediglich die aus dem Amtsblatt übernommenen königlichen Erlasse. enthalten sich jedoch jeglicher Darlegung der Ereignisse und jeglicher Kommentare.
Nach einet Meldung der Agentur Avala laufen im königlichen palai» und beim Ministerpräsidenten dauernd Glückwunschtelegramme ein, in denen dem König, der die notwendigen Schritte zu gehen verstanden habe, die Anerkennung und die Freude der Ration zum Ausdruck gebracht werden. Meldungen aus Laibach. Marburg. Serajewo, Spalato, Sebenico und anderen Städten berichten, daß der Regimewechsel von der Bevölkerung m i t ehrlicher Begeisterung aufgenommen wird und daß man in allen Kreisen in der Bildung der neuen Regierung den Beginn eines neuen Zeitalter» erblickt.
Verfrühte Hoffnungen.
y Tie Kroaten und der Staatsstreich.
Agram, 7. 3an. (TU.) Die belgradfreundliche Presse Agrams erklärt, daß der Staatsstreich König Allxanders die Kroaten und die Serbisch- Orthodoxen Kroatiens befriedige und ihnen eine Hoffnung auf Erfüllung ihrer Forderungen gebe. Dr. Matschek habe am 6. d. M. Pressevertretern erklärt, er hoffe, daß nach Beseitigung der zentralistischen Verfassung die 3deale der Kroaten verwirklicht und sie Herren in ihrem eigenen Heim würden.
Obwohl dieser Optimismus bereits durch das Dekanntwerden dec Liste des diktatorischen Kabinetts, das durchweg den kroatischen Forderungen ablehnend gegenüber- stehende Personen aufweist, wesentlich beeinträchtigt wird, so ist man sich in den Kreisen der Kroaten jetzt nach Bekanntgabe der Auflösung der Gerncindeautonomie und aller kroatisch-nationaler Parteien. Vereine und Organisationen vollkommen darüber im klaren, daß das absolutistische Regime weit davon entfernt ist, a uch nur einen Teil der kroatischen Forderungen zu erfüllen.
öer Eindruck in Paris.
Baisse des parlamenrarischen Regimes.
Paris. 7. 3an. (£.11.) Die Ereignisse in Jugoslawien werden von der Pariser Presse mit großem 3nteresse verfolgt, was sich insbesondere aus den engen Beziehungen zwischen Frankreich und 3ugoslawien erklärt. Die Rechtspresse, die in den letzten Dezemberwochen starte Kritik am französischen Parlament und am Parlamentarismus überhaupt geübt hatte, begrüßt uneingeschränkt die Maßnahme des jugoslawischen Königs. Der .Tem^s" bestreitet aber besten Absicht, eine absolute Herrschaft Herstellen und mit den Mitteln der Diktatur regieren zu wollen. Man könne versichert sein, daß der neue Ministerpräsident mit eiserner Hand das Innenministerium leiten werde. Wesentlich fei das Verbleiben Marinkowitschs im Auhenamt. Das Blatt ist der Ansicht, daß die neue Lage teilweise den Wünschen der Kroaten entgegenkomme.
Der .Aventr" sagt: GS liegt uns fern, die Ereignisse in Südslawien mit unseren eigenen zu vergleichen, aber wir möchten doch darauf Hinweisen, daß in der Lage des Parlamentarismus eine Baisse eingetreten ist. Das französische Parlament kann sich nur durch sich selbst retten. Das Land bleibt ihm verbunden. Unheil aber würde es bedeuten, wenn die gegenwärtigen Mandatare bei der gegen- toäriigen Konjunktur den Fehler begingen, das Land zu enttäuschen, um ihm Ekel einzu- flöhen. — Der „Gaulois" erklärt, eine Regierung ohne Skupschtina ist besser als eine Skup- schtina ohne Regierung. — Die „QSoIontS“ schreibt: Wenn König Alexander entschlossen ist, die Beziehungen, die die Kroaten und die Slowenen unterhalten, geschmeidiger zu gestalten, kann das Land über eine sehr gefährliche Krise Hinwegkommen. Wenn er aber durch eine vorübergehende Diktatur strenge Maßnahmen namentlich in Kroatien ergreifen will, die eine parlamentarische Regierung nicht durchsetzen kann, wird er wahrscheinlich eine blutige Explosion Hervorrufen.
die Farbe des Elsaß trage unb dessen Führer Abbe H a r g y fei. Dieser Aufruf ist unterzeichnet mit „Dr. Ricklin, gewählter Deputierter von Altkirch, vorläufig um fein Mandat betrogen".
Amanuttahs Reformkarnpf.
Konstantinopel, 7.Ian. (TU.) Nach gut unterrichteten Meldungen aus Teheran sollen die aufständischen Truppen bei der Beschießung der Sommerresidenz des Königs Amanullah diese be» chädigt haben. Die politische Lage in Kabul selbst ift unverändert geblieben. Die eingetroffenen neuen Regimenter aus der Provinz, die dem König trcugcblteben sind, haben Kabul verlassen und be- inden sich unterwegs zum Kampf gegen die Aufständischen. Man erwartet, daß diese Woche Kämpfe stattfinden, die entscheiden sollen, ob der Aufstand zusammenbricht, oder ob der König gezwungen wird, neue Kompromisse gegenüber den Aufständischen zu schließen. Die Vertreter des Priestertums in Kabul haben dem König erklärt, daß ein Frieden zwischen chm und den Aufständischen nur dann möglich ist, wenn er v o n d e n europäischen Reformen vollkommen a b s e h e n will. Amanullah lehnte ab, weitere Verhandlungen mit den Vertretern des Priestertums zu führen.
Moskau dementiert.
Moskau, 7. 3an. (WB.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion erklärt: Die von der ausländischen Presse in den letzten Tagen verbreiteten Meldungen über angebliche Bauernaufstände in der Ukraine und in Weißruß- larcd, sowie über Brotunruhen in Leningrad und Moskau sind böswillige Erfindungen. Ruhestörungen sind nirgends in der Sowjetunion vorgekommen. Die Belieferung Moskaus, Leningrads und anderer Städte mit Lebensmitteln wickelt sich ohne jede Störung ab.
Aus aller Welt.
Bundestag des Reichsbundes dec höheren Beamten.
Aus den in Königsberg stattfindenden Verhandlungen des Bundes ist besonders hervorzuheben. eine Entschließung zur Desoldung, die eine Reihe von Härten aufzählt und begründet. Die höhere Beamtenschaft habe noch nicht 80 Prozent ihrer Friedensbesoldung erreicht. Die einheitliche Defoldungsregelung sei von einem Teil der Länder durchbrochen worden. Die höheren Reichsbeamten hätten gegenüber den Landern eine starke Benachteiligung hinsichtlich ihrer Desörderungsstellen erfahren. Mit besonderem Rachdruck wird auf die Schädigung hrngewiesen, die die höheren Beamten des besetzten Gebiets durch den fast restlosen Abbau der Grundzuschläge erlitten hätten. Weitere Wünsche betreffen die Gleichstellung der Anwärter mit den Festangestellten und Besserungen des Wohnungsgeldes, namentlich der Beamten in Reuwohnungen.
Ilm die Führung der Heilsarmee.
In Vorbereitung des am kommenden Dienstag zus ammentretenben Obersten Rates der Heilsarmee, der darüber zu entscheiden haben wird, ob General Booth tm Hinblick auf sein hohes Aller und seine lange Krankheit noch weiterhin in der Lage ist, den Oberbefehl über die Heilsarmee zu führen, fanden In London während des Wochenendes zahlreiche Konferenzen statt. Sie galten dem Versuch, für die Dienstag- Tagung möglichst eine einheitliche Stellungnahme der verschiedenen Gruppen zu erreichen. Zurzeit wird die Frage der R a ch s o l g e für General Bo.th von den verschiedenen Gruppen auf drei Wegen zu lösen versucht. Eine Gruppe tritt für die Tochter des Generals, Kommissar Katharina Booth als Rachfolger ein, eine zweite Gruppe sieht in dem Stabschef, Kommissar Higgins den gegebenen Nachfolger von Booth und eine dritte Gruppe schließlich ist für die Wahl der Schwester des Generals. Eva Booth, die die Organisation in Amerika leitet
Ein seltsames Begräbnis.
Ein eigenartige^ und seltenes Schauspiel spielte sich Im Rorden Berlins und auf dem Friedrichs- felder Zentralfriedhof ab. Die Kameraden und Zunftgesellen des bei der jüngsten Berliner Straßenschlacht ums Leben gekommenen heimatlosen Wanderburschen Rörlitz gaben dem Toten das letzte Geleit nach althergebrachter Konvention und Sitte. Sie bereiteten ihm selbst die letzte Ruhestätte durch eine seltsame und nicht alltägliche Feier. Ein endloser Zug folgte dem Sarge, aber keine Angehörigen, keine Schwester, kein Bruder und kein Vater. Alle augenblicklich in Berlin befindlichen Wanderburschen in ihrer eigenartigen Tracht in weihen Hosen, Sch.'apphüten und Zylindern, in Hemdsärmeln und den sonstigen überlieferten Trachten, mit Beilen. Aexten, seltsamen Fahnen der einzelnen Gegend marschierten sie hinter dem Zuge her, die Abordnungen aus den verschiedensten deutschen Städten München, Wiesbaden, Hamburg usw. Jeder von ihnen trug auf den Werkzeugen aufgespießt eine Zitrone, das Symbol des Wanderburschen, die so sauer wie sein Leben ist. Der Sarg selbst wurde von acht hemdsärmllgen Burschen getragen und später durch drei gewalttge Schläge mit einem riesigen Hammer in die Tiefe versenkt. Ein Berg von Zitronen folgte ihm in die Erde. Später legten dann die einzelnen Zünfte und Gruppen Kränze irieder. die als respektabler Hügel das Grab schmücken.
Vulkanausbruch In Chile.
Berichte aus Chile besagen, daß infolge eines Ausbruches des Vulkans Calbuco im Grenz- distrilt eine Panik ausgebrochen ist. Zahlreiche Verletzte und Obdachlose sind in Puerto Monte eingetroffen. Sie berichten, daß mehrere Personen umgekommen sind. Der Vulkan bot vom Llanquibuesee aus einen phantastischen Anblick. Die Umgebung war he l l erleuchtet. Ein unterirdisches Getöse erhöhte den Schrecken der Bevölkerung. Aus dem Pes hado-Fluh tr.eb eine Unmenge von Baumstämmen, und es st egen von ihm mächtige Rauchwollen auf, die durch heiße Asche und brennende Bäume verursacht wurden. Die Verbindungen sind unterbrochen. Der Vulkan Puyehu Ist ebenfalls tätig.
Brand in einem Lierlager.
3n einem Seitenflügel eines Grundstückes in Reukölln brach Feuer aus. Der Lagerraum des Händlers Emst Steinhoff, in dem 80 Kisten mit zusammen 80 000 Eiern untergebracht waren, ist dem Brande zum Opfer gefallen. Der Besitzer des Eierlagers und der bei ihm ange»
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Ein Wort a dem Kalend Da hängt der Tag sein €t>rw Sen Dnus, sm der kleine »Te lasche, den jekx bei sich führt u wenn es sich i ML Da ersch, Drmerlung: .2 frei bin!"
. ober dem rilche Abrei Ärn, für Mil! Die $ derkalend graphische Haber den 6: kannte, Ludwi, Herdei und dii 3m Büchers- Goethe-, Sieutei 'Flamen, wer zä W Beamte, hat seinen btfoi TGsMchter bahner, Lehr« Kein Buch
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Wettervoraussage.
Die über Frankreich lagernde Störung hat sich unter Abflachung südöstlich nach dem Mittelländischen Meer verlagert, ohne weiteren Einfluß auf unsere Wetterlage zu gewinnen. Heber ganz Europa steigt der Luftdruck weiter an, und der Kem des Hochdruckgebietes weist über Skandinavien Barometerstände bis über 790 Millimeter auf. 3m Bereich hohen Druckes herrscht zunächst trodeneg Wetter, wobei der wollenlose Himmel vielfach zu einer Verschärfung des Frostes führen wird, aber auch zu stellen Weiser Rebel- bildung kommt es in den nächsten Tagen im Bereich des winterlichen Hochs.
Wettervoraussage für Mittwoch: Stellenweise Nebel, sonst aufheitemd, Frost teils gleichbleibend, teils verschärfend, trocken.
Ditterungsaussichten für Donnerstag: Fortdauer des ttockenen Frostwetters.
Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags —03 Grad Celsius; abends —2,1 Grad Celsius; am 8. Januar: morgens —5,2 Grad Celsius. Maximum — 0,3 Grad Celsius, Minimum —5,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 7. Januar: abends — 0,3 Grad Celsius; am 8. Januar: morgens —0,6 Grad Celsius.
Oie Wetterlage.
stellte Stephan GrabowsR sind unter dem Verdacht der Brand st tftung festgenommen wov- den, da festgestellt wurde, daß nur 30 Kisten Eier zu tausend Stück und nicht, wie Sleirchofs angegeben hatte. 80 Kisten auf Lager gewesen sind, und da sich Sleinhoft durch andere Angaben, die sofort widerlegt werden konnten, verdächtig gemacht hatte. Steinhoff, der sehr hoch versichert ist/hat sich mit seinem Gehilfen am Sonntagabend trotz der Geschäftsruhe in seinem Lager aufgehallen.
Drei Kinder erstickt.
In der luxemburgischen Ortschaft Hagen fand der nachts heimkchrende Arbeiter Schmitt in dem mit Rauch angefüllten Schlafzimmer seine Frau betäubt und seine drei Kinder erstickt vor. Die Frau konnte ins Leben zurückgerufen werden. Am Ofen zum Trocknen aufgehängte Wäsche hatte Feuer gefangen, und durch die starke Rauchentwicklung wurde die Familie im ersten Schlafe überrascht.
Kohlenoxydvergiftung.
In Freiberg in Sachsen wurde in einer ve'-fchlof- fenen Wohnung ein dort zur Untermiete wohnendes Ehepaar tot aufgefunden. Es dürfte Unglücksfall durch Kohlenoxydgasoergiftung vorliegen, das einem zu früh geschlossenen Ofen enb ft r ö m t e. Spuren eines gewaltsamen Todes waren nicht vorhanden.
Bedeutsame Radioerfiudung.
Wie die „Thüringer Allgemeine Zeitung"' meldet, ist es dem Jenaer Professor Es sau gelungen, ultrakurze Wellen ohne Antenne und mit Hilfe gewöhnlicher Rundfunkröhren bis zu 400 Kilometer zu senden. Sein Sender hat Platz in einer Zigarrenkiste. Die Wellen können auch für medizinische Zwecke verwandt werden. Kleine Tiere sterben augenblicklich, wenn die Wellen sie treffen, und Bazillenkutturen werden vernichtet.
Fünf Fischer ertrunken.
Fünf Fischer, die aus Vietzer-Strand mit einem Kutter auf See gefahren waren, waren nicht zurückgekehrt. Die Angehörigen begaben sich auf die Suche und fanden am Strande die Lerchen von vier Mannder Desohung des Kutters. Es scheint unzweWHaft, daß auch der fünfte den Tod gefunden hat.
Ein betrügerisches Wiener Filmunternehmen.
Wegen einer außergewöhnlichen Betrugsangelegenheit ist der 21jährige angebliche Filmunternehmer 3oseph Fuchs verhaftet worden. Es war ihn, gelungen, das Vertrauen eines Dominikanerpriesters zu getoinnen und mit Hilfe des Dominikanerordens und anderer Persönlichkeiten eine katholische Filmstelle „Inka" ins Leben zu rufen. Als erster sollte ein Propagandafilm für Südtirol, »Verlorene Heimat", gedreht werden, für den auch einige Berliner Filmleute engagiert wurden. Als diese in Wien eintrafen, stellte sich heraus, daß nicht einmal ein Manuskript für den Film vvrlag und F-uchs über kein Geld zur Gehaltszahlung verfügte, obwohl er bereits 100 000 Schilling von der katholischen Fllmstelle erhalten hatte, über deren Verwendung er kaum zur Hälfte Rechnung legen konnte. Die geschädigten Berliner Regisseure haben darauf ihre Ansprüche geltend gemacht und 20 C00 Schilling, die Fuchs bei einer Wiener Dank deponiert hatte, mit Beschlag belegen lassen. Da feine KollisionSgefahr vorliegt, ist Fuchs wieder aus der Haft entlassen worden.


