Ausgabe 
8.1.1929
 
Einzelbild herunterladen

Mayen-

«spar,

Nwdoyan

ThorsE

|t>cdcen-

La Ccruna-

Montag, d.7Jan.1929,7b aDds.

beiten, aber nicht, am ErMrungen ab;ugeben.

in

das von

werden können, unter der Voraussetzung, daß französisch-amerikanische Schuldenabkommen Frankreich ratifiziert werden würde.

Was sagt 3Rom dazu?

Vorläufig größte Zurückhaltung.

Rom, 8. Ian. (TU.) So groß das Interesse

Wahlvorbereitungen im Elsaß

Paris, 7. 3an. ($11.) Einer Kolmarer Mel­dung desTemps" zufolge entfalten die Auto- n o m i st e n angesichts der Nachwahl am 13. Januar eine außerordentliche Tätigkeit. 3m Laufe des Sonntags hielten sie mehr als 30 Versamm­lungen ab. Abbe Haigy begab sich in Beglei­tung der Deputierten Walter, Bilger und Drogly sowre mehreren Persönlichkeiten, die im Heimat- bund und im letzten Auionomistenprozeß eine Rolle gespielt haaen. wie Heil, Hauß, Schall, Rossö, in einige katholische Orte, wo er zu­gunsten der Kandidatur des Auto» nomistenHauh sprach. Auch die Kommunisten hielten am Sonntag verschiedene Wahlversamm­lungen ab, in denen sie heftig die Sozialisten angriffen. Ricklin rlchtete an seine Wähler im Sund^iau einen Ausruf, in d-'m er sie er­mahnt, auch weiterhinauf dem Schiff der elsässischen Bvlkspactei' zu bleiben, oas ge^e-itnäriig uiuer der Flagge blau-weiß-rot segele, dessen Flagge aber in Wirklichkeit rot und weiß sei, d. h. das

Italien für die letzten Vorgänge in Jugoslawien zweifelsohne ist, so weiß man doch augenblicklich ni t, wie man sich zu dem Umschwung in Belgrad stellen soll. Bisher sind nur spärlich Kommentare erschienen und auch diese zeichnen sich durch die arößteZurückhaltung aus. Vor allem wird betont, daß Italien mit Ruhe und ohne Partei­nahme die Vorgänge in dem jugoslawischen Nach­barstaat beobachten mäste. Das halbamtlicheGior- nale d'Jtalia" bezeichnet die Verfassungsänderung als eine Politik der Verzweiflung. Die neue Regierung fei vor allem königlich und militärisch. Daran ändere auch nichts, daß mehr Zivilisten als Offiziere an der Regierung beteiligt seien. Die neue Regierung sei eine Diktatur, die letz­ten Endes auf die Person des Königs zurückgehe. Es bleibe abzuwarten, ob mit diesem extremen Mittel die innere Krise Jugoslawiens überwunden werden könne. Die bisher eingenom­mene Haltung der kroatischen Opposition gewähr­leiste den Frieden nicht.

Daß die Entwicklung in Jugoslawien den italie- nischen Blättern im allgemeinen einen willkommenen Anlaß zur Kritik des verfaulten Parlamentarismus gibt, ift verständlich. So schreibtIribuna" u. a.: Eine Feststellung allein ist von Bedeutung, nämlich jene des Zusammenbruchs des parlamentarischen Re- gimes, das nach französischem Muster und nach fron- zösischen Ratschlägen sich in der Vervielfältigung der Parteien, Wahlexperimenten, Kabinettskrisen und in politischer Korruption auswirkte. Der Staatsstreich in Jugoslawien stelle außerdem eine offenkundige Ver. urteilungderfranzöfifchenPolitik dar, welche von dem Bestreben geleitet gewesen sei, Italien durch die Gründung eines antiitalienischen Staates zu schwächen. Das Italien Mussolinis hat keinen Grund, seine Haltung zu ändern, da diese von zwei grundlegenden Gesichtspunkten beherrscht ist: die ßr'ung der adriatischen Streitfrage und das Angebot friedlicher Beziehungen zwischen Jugoslawien und Italien.

Arbeitslosigkeit und Reichsfinanzen.

Liste Folgen der weisenden Konjunfiur

Berlin, 8. Ian. Die Reichsfinanzen werden durch die scharfe Steigerung der Arbeitslosenzahl eine weitere B e l a st u n g erfahren. Die Zu­nahme der Arbeitslosigkeit ist unverhältnismäßig schärfer als in den Vorjahren, ein deutliches Zeichen, oaß im Widerspruch zu den optim.stischen Auf­fassungen Parker Gilberts der A b st i e g der Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt immer deut­licher wird. Die endgültige Zahl der Arbeitslosen am Neujahrstage ist noch nicht bekannt, aber man darf sie auf nicht weniger als 1,6 Mil­lionen schätzen, wozu noch jene kommen, die nur Kurzarbeit leisten oder bereits der Krisenfürsorge anhe.mgefallen sind. Einer so starken Belastung sind die Mittel der jungen Reichsanstalt für Arbeitslosen- Versicherung nicht gewachsen. Das Reich wird daher an die Reichsanstalt einen Vorschuß leisten mässen, den man bis zu Ende des Winters mit 70 Millionen Mark kaum zu hoch veran­schlagt.

Parker Gilberts Rückzugslinie.

Der Im, 8. 3an. (Eigene Meldung.) 3n Wa­shington haben nunmehr die Reparationsbe- sprechungen zwischen C o o l i d g e. dem soeben aus Südamerika zurückgekehrten Hoover, dem Finanzminister Mellon und Parker Gil­bert begonnen. Beteiligt ist daran bezeichnen­derweise auch der Gesandte Amerika in Mexiko, Morrow, in dem man Hoovers künftigen Außenminister sieht. Parker Gilbert hat zu seinem Bericht die Erklärung aogegeben, daß er nieman­dem zuleide aufgestellt sei. Wenn man Unter­schiede zwischen seinem Bericht und dem des amerikanischen Haicdelscrttaches in Berlin her­ausgefunden habe, dann liege das einfach daran, daß der Bericht des Reparationsagenten a m 1. September absch ließe, während der Handelsattache die Entwickelung Deutschlands bis zum Ende des 3ahres mit berücksichtigt habe. Stichhaltig ist diese Unterscheidung nicht. Denn von einem Mann, von dessen Gutachten das Schicksal eines 60-Millionenoolkes erheblich mit« beeinflußt wird, müßte man eigentlich auch er­warten dürfen, daß er die Entwicklungs­tendenzen einer Wirtschaft richtig zu beurteilen weiß. Daran aber hat es offenbar gefehlt, denn sonst hätte Parker Gilbert sehen müssen, daß von den geborgten -12 Milliarden Mark 6 Milliarden für Reparationszahlungen verwendet sind, während die übrigen 6 Milliarden restlos in der deutschen Landwirtschaft, und zwar gegenwärtig ohne Ertrag, verschwunden sind.

Amerikas Bedingung.

Ratifizierung des französischen Schuldcnabkornmens.

Paris, 8. Ian. (WTB. Funkfpruch.)Reuyork Herold" verzeichnet in einer Meldung aus Washing­ton das Gerücht, die Regierung der Vereinigten Staaten würde geneigt fein, an der finanziel­le n Ausgestaltung des Reparations- planes, über den der neue Sachverständigenaus- schuß Beschluß fassen werde, mitzuarbeiten unter der Bedinaung, daß die französische Regierung das s r a n z ö f i s ch - a m e r i k a n i s ch e S ch u l- denabkommen ratifiziere. Diese Ansicht sei in glaubwürdigen Kreisen verbreitet, man verweise dabei auf die Besprechungen, die P a r k e r Gi l b e r t noch mit den offiziellen Persönlichkeiten in Washing­ton haben werde. Das Ergebnis dieser Besprechungen werde, wie man mit Gewißheit annehmen könne, das fein, daß Parker Gilbert, wenn er nach Europa zurückkehre, bereits ein bestimmtes Bild davon haben werde, in welcher Höhe deutsche Obliga­tionen in den Vereinigten Staaten untergebracht

Hessens Finanzlage.

Die letzte

Monatsübersicht für November 1928.

Darmstadt, 8. Jan. Im Monat November ge- staltete sich die Lage der hessischen Finanzen wie folgt: Im ordentlichen Haushalt sind an Einnahmen zu verzeichnen: Steuern 7 431000 Mark, Ueberschüsse aus Unternehmungen und Be­trieben 593 000 Mark, aus der Justiz 288 000 Mark, der Volksbildung ufro. 20 000 Mark und der übri­gen Landesverwaltung 868 000 Mark, zusammen 9 200 000 Mark. An Ausgaben stehen dem gegenüber für die Justiz 1 024 000 Mark, Volksbil­dung, Wissenschaft, Kunst und Kultus 3115 000 Mark, für Wohnungswesen 750 000 Mark, Schul- dendienst 160 OOO Mark, Ruhegehälter 1 297 000 Mark und sonstige Ausgaben 3 490 00 Mark, zu­sammen 9 836 000 Mark, so daß im ordentlichen Etat ein Minus von 636 000 Mark zu verzeich­nen ist.

Im außerordentlichenEtat stehen 15000 Mark Einnahmen, 576 000 Mark Aus­gaben (Landeskultur 80 000 Mark für Zuschüße und Neuinoestierungen für Unternehmungen und Betriebe 91 000 Mark und sonstige Ausgaben 405 000 Mark) gegenüber. In der Gesamt- abrechnung verbleibt im ordentlichen Etat für die acht abgelaufenen Rechnungsmonate des Jahres ein buchmäßiges Defizit -von 11 585 000 Mark, oem im außerordentlichen Etat ein Ueberfchuß von 2 971 000 Mark gegenübersteht.

von nun an würden der presse keine mündlichen | Mitteilungen über die Beschlüsse der Regierung ge- | macht werden. Diese würden lediglich im Amtsblatt ' veröffentlicht. Die Sitzung des Minislerratr soll sich 1 mit einer Reihe neu zu erlassender Gesetze man j spricht von 18 besaßt haben. Die Blätter ver­öffentlichen in Sonderausgaben lediglich die aus dem Amtsblatt übernommenen königlichen Er­lasse. enthalten sich jedoch jeglicher Darlegung der Ereignisse und jeglicher Kommentare.

Nach einet Meldung der Agentur Avala laufen im königlichen palai» und beim Ministerpräsidenten dauernd Glückwunschtelegramme ein, in denen dem König, der die notwendigen Schritte zu gehen verstanden habe, die Anerkennung und die Freude der Ration zum Ausdruck gebracht wer­den. Meldungen aus Laibach. Marburg. Serajewo, Spalato, Sebenico und anderen Städten berichten, daß der Regimewechsel von der Bevölkerung m i t ehrlicher Begeisterung aufgenommen wird und daß man in allen Kreisen in der Bil­dung der neuen Regierung den Beginn eines neuen Zeitalter» erblickt.

Verfrühte Hoffnungen.

y Tie Kroaten und der Staatsstreich.

Agram, 7. 3an. (TU.) Die belgradfreund­liche Presse Agrams erklärt, daß der Staatsstreich König Allxanders die Kroaten und die Serbisch- Orthodoxen Kroatiens befriedige und ihnen eine Hoffnung auf Erfüllung ihrer Forderungen gebe. Dr. Matschek habe am 6. d. M. Pressevertretern erklärt, er hoffe, daß nach Beseitigung der zen­tralistischen Verfassung die 3deale der Kro­aten verwirklicht und sie Herren in ihrem eigenen Heim würden.

Obwohl dieser Optimismus bereits durch das Dekanntwerden dec Liste des diktatori­schen Kabinetts, das durchweg den kroa­tischen Forderungen ablehnend gegenüber- stehende Personen aufweist, wesentlich beeinträch­tigt wird, so ist man sich in den Kreisen der Kroaten jetzt nach Bekanntgabe der Auflö­sung der Gerncindeautonomie und aller kroatisch-nationaler Parteien. Vereine und Organisationen vollkommen darüber im klaren, daß das absolutistische Regime weit davon entfernt ist, a uch nur einen Teil der kroatischen Forderungen zu erfüllen.

öer Eindruck in Paris.

Baisse des parlamenrarischen Regimes.

Paris. 7. 3an. (£.11.) Die Ereignisse in Jugoslawien werden von der Pariser Presse mit großem 3nteresse verfolgt, was sich insbeson­dere aus den engen Beziehungen zwischen Frank­reich und 3ugoslawien erklärt. Die Rechts­presse, die in den letzten Dezemberwochen starte Kritik am französischen Parlament und am Par­lamentarismus überhaupt geübt hatte, begrüßt uneingeschränkt die Maßnahme des jugoslawi­schen Königs. Der .Tem^s" bestreitet aber besten Absicht, eine absolute Herrschaft Herstellen und mit den Mitteln der Diktatur regieren zu wol­len. Man könne versichert sein, daß der neue Ministerpräsident mit eiserner Hand das In­nenministerium leiten werde. Wesentlich fei das Verbleiben Marinkowitschs im Auhenamt. Das Blatt ist der Ansicht, daß die neue Lage teil­weise den Wünschen der Kroaten entgegenkomme.

Der .Aventr" sagt: GS liegt uns fern, die Er­eignisse in Südslawien mit unseren eigenen zu vergleichen, aber wir möchten doch darauf Hin­weisen, daß in der Lage des Parlamen­tarismus eine Baisse eingetreten ist. Das französische Parlament kann sich nur durch sich selbst retten. Das Land bleibt ihm ver­bunden. Unheil aber würde es bedeuten, wenn die gegenwärtigen Mandatare bei der gegen- toäriigen Konjunktur den Fehler begingen, das Land zu enttäuschen, um ihm Ekel einzu- flöhen. DerGaulois" erklärt, eine Regie­rung ohne Skupschtina ist besser als eine Skup- schtina ohne Regierung. DieQSoIontS schreibt: Wenn König Alexander entschlossen ist, die Be­ziehungen, die die Kroaten und die Slo­wenen unterhalten, geschmeidiger zu gestalten, kann das Land über eine sehr gefährliche Krise Hinwegkommen. Wenn er aber durch eine vor­übergehende Diktatur strenge Maßnahmen na­mentlich in Kroatien ergreifen will, die eine parlamentarische Regierung nicht durchsetzen kann, wird er wahrscheinlich eine blutige Ex­plosion Hervorrufen.

die Farbe des Elsaß trage unb dessen Führer Abbe H a r g y fei. Dieser Aufruf ist unterzeichnet mitDr. Ricklin, gewählter Depu­tierter von Altkirch, vorläufig um fein Mandat betrogen".

Amanuttahs Reformkarnpf.

Konstantinopel, 7.Ian. (TU.) Nach gut unterrichteten Meldungen aus Teheran sollen die aufständischen Truppen bei der Beschießung der Sommerresidenz des Königs Amanullah diese be» chädigt haben. Die politische Lage in Kabul selbst ift unverändert geblieben. Die eingetroffenen neuen Regimenter aus der Provinz, die dem König trcugcblteben sind, haben Kabul verlassen und be- inden sich unterwegs zum Kampf gegen die Auf­ständischen. Man erwartet, daß diese Woche Kämpfe stattfinden, die entscheiden sollen, ob der Aufstand zusammenbricht, oder ob der König gezwun­gen wird, neue Kompromisse gegenüber den Aufständischen zu schließen. Die Vertreter des Priestertums in Kabul haben dem König er­klärt, daß ein Frieden zwischen chm und den Auf­ständischen nur dann möglich ist, wenn er v o n d e n europäischen Reformen vollkommen a b s e h e n will. Amanullah lehnte ab, weitere Verhandlungen mit den Vertretern des Priester­tums zu führen.

Moskau dementiert.

Moskau, 7. 3an. (WB.) Die Telegraphen­agentur der Sowjetunion erklärt: Die von der ausländischen Presse in den letzten Tagen ver­breiteten Meldungen über angebliche Bauern­aufstände in der Ukraine und in Weißruß- larcd, sowie über Brotunruhen in Lenin­grad und Moskau sind böswillige Erfin­dungen. Ruhestörungen sind nirgends in der Sowjetunion vorgekommen. Die Belieferung Moskaus, Leningrads und anderer Städte mit Lebensmitteln wickelt sich ohne jede Stö­rung ab.

Aus aller Welt.

Bundestag des Reichsbundes dec höheren Beamten.

Aus den in Königsberg stattfindenden Ver­handlungen des Bundes ist besonders hervorzu­heben. eine Entschließung zur Desoldung, die eine Reihe von Härten aufzählt und be­gründet. Die höhere Beamtenschaft habe noch nicht 80 Prozent ihrer Friedensbesoldung erreicht. Die einheitliche Defoldungsregelung sei von einem Teil der Länder durchbrochen worden. Die höhe­ren Reichsbeamten hätten gegenüber den Lan­dern eine starke Benachteiligung hinsichtlich ihrer Desörderungsstellen erfahren. Mit besonderem Rachdruck wird auf die Schädigung hrngewiesen, die die höheren Beamten des besetzten Gebiets durch den fast restlosen Abbau der Grundzuschläge erlitten hätten. Weitere Wünsche betreffen die Gleichstellung der Anwärter mit den Festange­stellten und Besserungen des Wohnungsgeldes, namentlich der Beamten in Reuwohnungen.

Ilm die Führung der Heilsarmee.

In Vorbereitung des am kommenden Dienstag zus ammentretenben Obersten Rates der Heilsarmee, der darüber zu entscheiden haben wird, ob General Booth tm Hinblick auf sein hohes Aller und seine lange Krankheit noch weiterhin in der Lage ist, den Oberbefehl über die Heilsarmee zu führen, fanden In London wäh­rend des Wochenendes zahlreiche Konferenzen statt. Sie galten dem Versuch, für die Dienstag- Tagung möglichst eine einheitliche Stellungnahme der verschiedenen Gruppen zu erreichen. Zur­zeit wird die Frage der R a ch s o l g e für Ge­neral Bo.th von den verschiedenen Gruppen auf drei Wegen zu lösen versucht. Eine Gruppe tritt für die Tochter des Generals, Kommissar Ka­tharina Booth als Rachfolger ein, eine zweite Gruppe sieht in dem Stabschef, Kommissar Higgins den gegebenen Nachfolger von Booth und eine dritte Gruppe schließlich ist für die Wahl der Schwester des Generals. Eva Booth, die die Organisation in Amerika leitet

Ein seltsames Begräbnis.

Ein eigenartige^ und seltenes Schauspiel spielte sich Im Rorden Berlins und auf dem Friedrichs- felder Zentralfriedhof ab. Die Kameraden und Zunftgesellen des bei der jüngsten Berliner Straßenschlacht ums Leben gekommenen heimatlosen Wanderburschen Rörlitz gaben dem Toten das letzte Geleit nach alther­gebrachter Konvention und Sitte. Sie bereiteten ihm selbst die letzte Ruhestätte durch eine selt­same und nicht alltägliche Feier. Ein endloser Zug folgte dem Sarge, aber keine Angehörigen, keine Schwester, kein Bruder und kein Vater. Alle augenblicklich in Berlin befindlichen Wan­derburschen in ihrer eigenartigen Tracht in wei­hen Hosen, Sch.'apphüten und Zylindern, in Hemdsärmeln und den sonstigen überlieferten Trachten, mit Beilen. Aexten, seltsamen Fahnen der einzelnen Gegend marschierten sie hinter dem Zuge her, die Abordnungen aus den ver­schiedensten deutschen Städten München, Wies­baden, Hamburg usw. Jeder von ihnen trug auf den Werkzeugen aufgespießt eine Zitrone, das Symbol des Wanderburschen, die so sauer wie sein Leben ist. Der Sarg selbst wurde von acht hemdsärmllgen Burschen getragen und später durch drei gewalttge Schläge mit einem riesigen Hammer in die Tiefe versenkt. Ein Berg von Zitronen folgte ihm in die Erde. Später legten dann die einzelnen Zünfte und Gruppen Kränze irieder. die als respektabler Hügel das Grab schmücken.

Vulkanausbruch In Chile.

Berichte aus Chile besagen, daß infolge eines Ausbruches des Vulkans Calbuco im Grenz- distrilt eine Panik ausgebrochen ist. Zahlreiche Verletzte und Obdachlose sind in Puerto Monte eingetroffen. Sie berichten, daß mehrere Per­sonen umgekommen sind. Der Vulkan bot vom Llanquibuesee aus einen phantastischen Anblick. Die Umgebung war he l l erleuchtet. Ein unterirdisches Getöse erhöhte den Schrecken der Bevölkerung. Aus dem Pes hado-Fluh tr.eb eine Unmenge von Baumstämmen, und es st egen von ihm mächtige Rauchwollen auf, die durch heiße Asche und brennende Bäume verursacht wurden. Die Verbindungen sind unterbrochen. Der Vul­kan Puyehu Ist ebenfalls tätig.

Brand in einem Lierlager.

3n einem Seitenflügel eines Grundstückes in Reukölln brach Feuer aus. Der Lagerraum des Händlers Emst Steinhoff, in dem 80 Kisten mit zusammen 80 000 Eiern untergebracht waren, ist dem Brande zum Opfer gefallen. Der Besitzer des Eierlagers und der bei ihm ange»

S°rtuW

Hy

^%yrTnitt

bo^ i btn

»n

w

s habe «V » sy *

M ble 2eil- lingstag^'. 5or ft ®

haben? ss°ls

> 3uM chnM'le, roch # Doll

wir in W * die auf unfern

zu nii hi tu de Aich! damit neuen Solen» Tag.

unser Wunsch Trauer bei Hut eins Mes andere lassen. Mm Me SN« können uns a mar ein gatt bar dafür sein, Vesundheit um tun.--

Ein Wort a dem Kalend Da hängt der Tag seint>rw Sen Dnus, sm der kleine »Te lasche, den jekx bei sich führt u wenn es sich i ML Da ersch, Drmerlung: .2 frei bin!"

. ober dem rilche Abrei Ärn, für Mil! Die $ derkalend graphische Haber den 6: kannte, Ludwi, Herdei und dii 3m Büchers- Goethe-, Sieutei 'Flamen, wer W Beamte, hat seinen btfoi TGsMchter bahner, Lehr« Kein Buch

kein Buch wir wenn derHei einen Aolendei aus dem Echra wissen, ob das man es auf! notiert sich dir rosigen kleinen

So wird d- freund. Du ^er Kalender c wann Bollmond M fällt, mann '«Kn ist dir ein Und du selbst M von Xante ift doch dir Deshalb niinr tzichonj. mu6t Knn bist du I

Ntbuntt emzei daran bei Unserm

5 auch AU UN raumen uni Reichs,,

e m I

®womtnros O nrno. O naTO Dwtxl fr -rofwi» fr oeoem »Rearw » Schott atrauprm. «tDcl K Orwitttr (§)wiwiitillt.«O sd» <rntn o$i Tiassigt» SüdsuawtH % slunnach« 'lordwtrt ort Picnt fliegen mit gern winde. Die oeoen Stationen jtenendej ZaB» Kn ge)en die Temperatur an Pie Linien eerPiMeo Orte out gleite Ufr M»l M-eresaiveau timoereehnetee Lwlidrece

Wettervoraussage.

Die über Frankreich lagernde Störung hat sich unter Abflachung südöstlich nach dem Mittellän­dischen Meer verlagert, ohne weiteren Einfluß auf unsere Wetterlage zu gewinnen. Heber ganz Europa steigt der Luftdruck weiter an, und der Kem des Hochdruckgebietes weist über Skandi­navien Barometerstände bis über 790 Milli­meter auf. 3m Bereich hohen Druckes herrscht zunächst trodeneg Wetter, wobei der wollenlose Himmel vielfach zu einer Verschärfung des Frostes führen wird, aber auch zu stellen Weiser Rebel- bildung kommt es in den nächsten Tagen im Bereich des winterlichen Hochs.

Wettervoraussage für Mittwoch: Stellenweise Nebel, sonst aufheitemd, Frost teils gleichbleibend, teils verschärfend, trocken.

Ditterungsaussichten für Donners­tag: Fortdauer des ttockenen Frostwetters.

Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags03 Grad Celsius; abends2,1 Grad Celsius; am 8. Januar: morgens5,2 Grad Celsius. Maximum 0,3 Grad Celsius, Minimum5,9 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 7. Januar: abends 0,3 Grad Celsius; am 8. Januar: morgens0,6 Grad Celsius.

Oie Wetterlage.

stellte Stephan GrabowsR sind unter dem Ver­dacht der Brand st tftung festgenommen wov- den, da festgestellt wurde, daß nur 30 Kisten Eier zu tausend Stück und nicht, wie Sleirchofs angegeben hatte. 80 Kisten auf Lager gewesen sind, und da sich Sleinhoft durch andere An­gaben, die sofort widerlegt werden konnten, ver­dächtig gemacht hatte. Steinhoff, der sehr hoch versichert ist/hat sich mit seinem Gehilfen am Sonntagabend trotz der Geschäftsruhe in seinem Lager aufgehallen.

Drei Kinder erstickt.

In der luxemburgischen Ortschaft Hagen fand der nachts heimkchrende Arbeiter Schmitt in dem mit Rauch angefüllten Schlafzimmer seine Frau be­täubt und seine drei Kinder erstickt vor. Die Frau konnte ins Leben zurückgerufen werden. Am Ofen zum Trocknen aufgehängte Wäsche hatte Feuer gefangen, und durch die starke Rauch­entwicklung wurde die Familie im ersten Schlafe überrascht.

Kohlenoxydvergiftung.

In Freiberg in Sachsen wurde in einer ve'-fchlof- fenen Wohnung ein dort zur Untermiete wohnendes Ehepaar tot aufgefunden. Es dürfte Unglücksfall durch Kohlenoxydgasoergiftung vorliegen, das einem zu früh geschlossenen Ofen enb ft r ö m t e. Spuren eines gewaltsamen Todes waren nicht vorhanden.

Bedeutsame Radioerfiudung.

Wie dieThüringer Allgemeine Zeitung"' meldet, ist es dem Jenaer Professor Es sau gelungen, ultrakurze Wellen ohne Antenne und mit Hilfe gewöhnlicher Rundfunkröhren bis zu 400 Kilo­meter zu senden. Sein Sender hat Platz in einer Zigarrenkiste. Die Wellen können auch für me­dizinische Zwecke verwandt werden. Kleine Tiere sterben augenblicklich, wenn die Wellen sie treffen, und Bazillenkutturen werden vernichtet.

Fünf Fischer ertrunken.

Fünf Fischer, die aus Vietzer-Strand mit einem Kutter auf See gefahren waren, waren nicht zurückgekehrt. Die Angehörigen begaben sich auf die Suche und fanden am Strande die Lerchen von vier Mannder Desohung des Kutters. Es scheint unzweWHaft, daß auch der fünfte den Tod gefunden hat.

Ein betrügerisches Wiener Filmunternehmen.

Wegen einer außergewöhnlichen Betrugsange­legenheit ist der 21jährige angebliche Filmunter­nehmer 3oseph Fuchs verhaftet worden. Es war ihn, gelungen, das Vertrauen eines Do­minikanerpriesters zu getoinnen und mit Hilfe des Dominikanerordens und anderer Per­sönlichkeiten eine katholische Filmstelle Inka" ins Leben zu rufen. Als erster sollte ein Propagandafilm für Südtirol, »Verlorene Heimat", gedreht werden, für den auch einige Berliner Filmleute engagiert wurden. Als diese in Wien eintrafen, stellte sich heraus, daß nicht einmal ein Manuskript für den Film vvrlag und F-uchs über kein Geld zur Ge­haltszahlung verfügte, obwohl er bereits 100 000 Schilling von der katholischen Fllmstelle erhalten hatte, über deren Verwendung er kaum zur Hälfte Rechnung legen konnte. Die ge­schädigten Berliner Regisseure haben darauf ihre Ansprüche geltend gemacht und 20 C00 Schilling, die Fuchs bei einer Wiener Dank deponiert hatte, mit Beschlag belegen lassen. Da feine KollisionSgefahr vorliegt, ist Fuchs wieder aus der Haft entlassen worden.