Ausgabe 
7.8.1929
 
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einer Hemdhose nur ein Kleidungsstück, die Stil-Kombination. die letzte Wäscheneuheit, so benannt nach der Rückwärts-Lang-Tendenz der Stilkleider.

Aber nicht genug mit dieser Revolution: auch die anderen Wäschestücke wollen sich die Grazie der rückwärts längeren Kleidung nicht entgehen lassen. Die neuesten Nachthemden (übrigens auch aus Seide puritanisch einfach, gewöhn­lich nur mit dem gleichen Stoff oder einem zart abstechenden einroulliert und mit ganz wenig Handajour oder Toledo verziert), die in dem Fluh der Linie ein wenig an die griechische Ge­wandung erinnern, reichen vorn, gleich den Klei­dern, etwa zehn Zentimeter über das Knie und haben rückwärts denSchwalbenschwanz", der, aus den zarten duftigen Wäschestoffen gearbeitet, sehr reizend aussieht. Die Form dieser neuesten Nachthemden ist dreifach: entweder in Empire­form (nach Art der erhöhten Taille), wo der Stoff unter der Brust etwas eingehalten wird und diese nach Art der Kleider ä la Grecque oder Königin Luise hochgehalten wird: zu dieser Empireform sehen kleine Puffärmelchen lehr lieb aus: sie und eine Masche, unter der Brust ge­wunden und lang herabhängend, verzieren dieses Luxusnachthemd, das jedoch vorn kurz und rück­wärts lang ist. Die zweite Form ist die strenge der Hemdblusen: der englische Wäschestil, die ein­zige Form, die gleichmäßige Länge vorschreibt. Unö die dritte, nunmehr hochmoderne Form: ein kleiner viereckiger oder auch ein größerer runder, die Schultern zur Geltung bringender Ausschnitt, durch roullierten Stoff gehalten und in ganz feinem Zug die Stoffülle gebändigt, die glatt am Körper herunterflieht (gleichfalls vorn kurz, rückwärts lang) und in der anatomischen Mitte durch ein zu knüpfendes Band gehalten ist.

Selbstverständlich läht die Wäsche-Revolution, die der Silhouettenänderung dec Kleider gefolgt ist, auch die Hauskleider, die zwischen Wäsche und Kleidern liegen: Schlafröcke, Pyjamas, Teagowns, nicht unberührt, die sich gleichfalls emanzipiert gebärden und die Formel betonen: schöne Beine soll man zeigen, aber nur von vorn: rückwärts wird man dann würdig im wallenden Kleid oder Hemdchen. Die Mode will es so!

Tumm, Sport und Spiel.

Lahn-Oünöberg-Gau im A. O. T.

Zn L o n d o r f hatten sich am Sonntag über 100 Zugendturner bzw. Schüler zu dem all­jährlichen Wetturnen eingefunden. Unter der be­währten Leitung von Gauturnwart Wagner, Lollar, wurden die Wettkämpfe glatt abgewickelt. Eine 4x100-Meter-Staffel um den Gauwander­preis konnte der Turnverein Lollar in der vor­züglichen Zeit von 554/ip Sek. gewinnen. Den Schluß bildete eine kernige Ansprache von K. D a u p e r t jr., welcher auf die Bedeutung des Schülerturnens und der allgemeinen Körper­pflege hinwies. Cs folgte alsdann die Preis- verteilung.

Die Ergebnisse lauten: 1. Heinrich R ei t, Daubringen, 112 Punkte, 2. Willi Fink, Wilh. Moos, und Adolf Klinkel, Lollar, 111; 3. Karl Kraft, Odenhausen, 108, 4. Karl Müller, Lollar, 107, 5. Karl Schäfer, Wieseck, 106, 6. Erich Schmidt, Launsbach, 1-05, 7. Helmut Lich, Londorf, 104, 8. Willi Häs­se l b a ch, Londorf, Willi Volk, Launsbach, Willi Decker, Rodheim, Karl A l g e h e r , Lollar, Gustav Mank, Wieseck, 103, 9. L. Launspach, Reiskirchen, Wilh. Roll, Dau­bringen, 102, 10. Willi Eisenhut, Wieseck, 101.

Oie deutschen Tennismeisterschaften.

Die internationalen deutschen Tennis­meisterschaften brachten hervorragende Er­folge der deutschen Teilnehmer. Der Rostocker Rahe fertigte den irischen Bertreter Rogers nach heftigem Kampf 9:7, 4:6, 6:1, 7:5 ab. Dr. Kleinschroth zeigte sich in blendender Ver­fassung und schlug Mackenthum 6:4, 6:4, 6:3. Altmeister Froitzheim besiegte den Ameri­kaner Millen mühelos 6:2, 6:3, 6:2. Don den ausländischen Teilnehmern war am Montag der Südafrikaner S p e n c e zum erstenmal im Spiel. Gegen den Berliner Remmert konnte er sich nur knapp 2:6, 6:3, 8:6, 6:4 behaupten. Zm Damen­einzel schlug Frl. P e i tz die Französin Adamoff.

Die deutschen Tennismeisterschaften brachten am dritten Tage einige recht unerwar­tete Ergebnisse. Der Hamburger Dr. Dessert lief Dr. Kleinschroth in den ersten beiden Sätzen 6:1, 6:2 davon, woraufhin Kleinschroth aufgab. Der Südafrikaner S p e n c e spielte gegen von Stamm und hatte alle Hände voll zu tun, um den jungen Deutschen 3:6, 7:5, 6:3, 9:7 aus dem Rennen zu werfen. Weiter gewannen der Deutsch-Böhme Menzel, der Franzose D o u s -

s u s und der Zapaner O h k a ihre Spiele.^ Zm Damen-Sinzel gab es eine kleine Sensation. Fräu­lein L ö w e n t h a l (Berlin) unterlag der deut­schen 3uniorenmeifterin Frl. Sander 3:6, 3:6.

Daten für Donnerstag, 8. August.

Sonnenaufgang 4.33 Uhr, Sonnenuntergang 19.37 Uhr. Mondaufgang 8.34 Uhr, Monduntergang 21.21 Uhr. . .

1867: die Radiererin Kothe Kollwitz in Königs- berg geboren; 1897: der Kunsthistoriker Jakob Burkhardt in Basel gestorben (geboren 1818).

Aus dem Amisverkündigungsblatt.

*DasAmtsverkündigungsblatt Rr.55 vom 6. August enthält: Reichssteuerüberweisungen. Tagung des Hessischen Chordirigenten-Verbandes. Gießener Ferienkurse. Feldbereinigungen Röd­gen und Trohe. Auftriebsgeld für Schweine auf den Märkten der Stadt Lich. Dienstnachrichten.

Wirischafi.

Arbeitsgemeinschaft der hessischen Kreditgenossenschaften.

Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Kredit­genossenschaften (Richtung Schultze-Delitzsch) ver­öffentlicht soeben die Bilanzziffern per 30. 3uni 1929. Während die Bilanzsumme nur gering­fügig auf 71.1 Mill. Mark gestiegen ist, zeigt das Gesamtbild gegenüber der Aprilbilanz eine merkliche Entspannung des Status. Dec durch die Restriktion der Reichsbank auf die Wirtschaft ausgeübte Druck zur Einschränkung des Kredit­volumens hat sich auch bei den genossenschaft­lichen Bolksbanken ausgewirkt. Die Gesamt­kredite gingen um 3/i Million, die Giroverbind­lichkeiten sogar um 1,1 Million zurück. Da gleich­zeitig seitens der Kundschaft neue Gelder ein­gelegt wurden, allerdings etwa 75 Proz. davon kurzfristig, so konnten die flüssigen Gelder weiter gestärkt und bestehende Bankverpflichtungen teilweise vermindert werden. Von den täglich fälligen Verbindlichkeiten waren am Stichtag stark 60 Proz. in flüssigen Mitteln angelegt; die Liqui­dität ist also als ausreichend zu bezeichnen. Die Spareinlagen stellten mit rund 38 Millionen Mark über die Hälfte des Betriebskapitals dar. Das Eigenkapital betrug über 11 Mill. Mark. An Krediten waren einschließlich der Wechsel- kredite am 30. Zuni 1929 insgefamt 66V2 Mill. Mark gegeben, ein für die hessische Wirtschaft recht ansehnlicher Betrag.

* Mittlere Ernte z u erwarten. Nach den soeben im Statistischen Reichsamt zusammen- gestellten Ergebnissen der ersten Erntevorschätzung, die in diesem Jahre erstmalig schon nach dem Stand von Anfang Juli (nach den Berichten der Saatenstandsberichterstatter über die durchschnitt­lichen Hektarerträge) durchgeführt worden ist, ist für das gesamte Reichsgebiet im großen und gan­zen eine mittlere Getreideernte zu erwarten. Es muß jedoch hierbei berücksichtigt werden, daß das Getreide zu Anfang Juli noch allgemein auf dem Halm stand, dem Einfluß der Witterung also noch ausgesetzt war. Im einzelnen betragen die Hek­tarerträge im Reichsdurchschnitt 1929 für Winter- roggen 17,2 dz (1928 nach der endgültigen Er­mittlung 18,5 dz), Winterweizen 19,6 dz (22,3 dz), Wintergerste 19,4 dz (25,2 dz), Sommergerste 19,3 dz (21,6 dz), Hafer 19,2 dz (19,9 dz). Unter Zugrundelegung der vorstehenden Hektarerträge und der Anflächen würde sich bei den genannten Halmfrüchten für 1929 folgende Gesamtmenge er­geben: Winterroggen rund 8 Mill, t, Winterwei­zen rund 3 Mill, t, Wintergerste 0,3 Mill, t, Sommergerste 2,6 Mill, t, Hafer 6| Mill. t. Im Vergleich mit dem Jahre 1928, das eine gute Ernte erbrachte, bleiben bifc diesjährigen Erträge nach den ersten vorläufigen Meldungen der Berichterstatter, die nach früheren Erfahrungen regelmäßig späteren Ergänzungen und Berichti­gungen unterworfen sind durchweg zurück.

Verhandlungen der Zsolrerrohr- Fabrikanten. 3n Frankfurt a. M. fanden Besprechungen der Zsolierrohr - Fabrikanten statt, in denen eingehend über einen Kartell­vertrag verhandelt wurde. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, ist hinsichtlich des Wortlautes dieses Vertrages eine Verständigung erzielt wor­den. Gewisse Vorbehalte machen jedoch noch weitere Verhandlungen nötig.

* Keine Fusionsverhandlungen Phönix Continental. Entgegen anders lautenden Meldungen, die von einem bevorstehen­den Abschluß der Fusionsverhandlungen zwischen der Harburger GummiwarenfabrikPhönix" A.-G. Harburg und der Continental Gummiwerke

A.-G. Hannover wissen wollen, verweist die Ver­waltung von Phönix auf die Erklärungen, die in der G.-V. vom 31. Iulr abgegeben sind, worin positiv festgestellt wurde, daß die Fusionsver­handlungen abgebrochen und nicht wieder aus­genommen worden sind, und daß weiter auch nicht die Absicht besteht, sie wiederaufzunehmen. Diesen Erklärungen habe die Verwaltung von Phönix nichts hinzuzufügen.

Houbenwerke A.-G.. Krefeld. Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Geschäfts­jahr trotz schärfster Konkurrenz eine Steigerung des Umsatzes herbeiführen. Cs wurde ein Ge­winn von 29148 Mk. erzielt, woraus laut Ge- neralversammlungsbeschluß 6 Prozent Dividende auf die Vorzugsaktien verteilt und die restlichen 25 728 Mk. vorgetragen werden. Wie mitgeteilt wurde, konnte die Hoffnung auf eine kleine Divi­dende für 1928 nicht erfüllt werden, weil die schwankende Konjunktur eine Anspannung der Bilanz verursacht habe (458 952 Mk. Kreditoren, 350 952 Mk. Debitoren und 537104 Mk. Vor­räte). Die zur Erlangung von Reparations­aufträgen geführten Verhandlungen könnten als abgeschlossen gelten. Der Vertrag laufe zwei Iahre, und man hoffe, demnächst von Paris größere Aufträge zu erhalten.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 7. Aug. Tendenz zurück­haltend. Die heutige Börse war überwiegend von günstigen Momenten beherrscht, aber trotzdem konnte sich keine regere Geschäfts- tätigfeit entwickeln. Die Stimmung war jedoch im Grun?kon zuversichtlich, zumal von der Geldmarkterleichterung in Neuhort und dem festen gestrigen Schluß der dortigen Börse ein vorteilhafter Einfluß ausging. Auch das Anziehen des Pfundkurfes in Paris und das Nachlassen der Goldabflüsse der Bant von England wirkten sich vorteilhaft aus, wobei die bestehenden Befürchtungen hinsichtlich einer nicht zu vermeidenden Diskonterhöhung fast vollkommen in den Hintergrund traten. Das Ge­schäft war aber klein, da Orders fast vollkommen fehlten, so daß die Spekulation auf sich selbst angewiesen war. Daraus war es in der Haupt­sache auch zu erklären, daß nach dem offiziellen Beginn Ware herauskam. Das herauskommende Material nahm keinen größeren Umfang an,' das Angebot blieb zu gering, um das Kursniveau nach unten zu beeinflussen. Nur einige Spezial- werte waren zeitweise etwas stärker gesucht, und vor allem waren es Glanz st offaktien, die auf die in Aussicht stehende Einigung mit den Farben- Unternehmungen 5 Prozent hö­her eröffneten. Farben selbst waren eher an­geboten und etwa 1 Prozent schwächer. Am Clektromarkt gaben AEG., Bergmann, Licht & Kraft, ©effürel und Schucker t von 0,75 bis 1,25 Prozent nach. Stärker ver­nachlässigt waren Chade-Aktien minus 2,50 Mark, und Siemens minus 1,5 Prozent. Sonst war die Umsatztätigkeit minimal. Montan- werte allgemein bis 1 Prozent schwächer. Nur Harpener konnten leicht anziehen. Renten ft UL Zm Verlaufe verstärkte sich die Zurück­haltung. Das Fehlen jeglicher Orders wirkte geschäftshemmend, und das Kursniveau senkte sich erneut durchschnittlich um 1 Prozent. Am Geldmarkt machte die Gelderleichterung wei­tere Fortschritte. Tagesgeld ÜDar auf 7,5 Pro­zent ermäßigt. Am Devisenmarkt war das Pfund mit 20,3675 weiter etwas höher. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4,1967, gegen Paris 123,97, gegen Mailand 92,80, London ge­gen Kabel 4,8521, gegen Madrid 33,16, gegen Holland 12,1140.

Berliner Börse.

Berlin, 7. Aug. Bei der geringen Umsah- tätigleit, die augenblicklich an den Effekten­märkten herrscht, ist bei der Kursgestaltung viel vom Zufall abhängig. Zm Freiverkehr, d. h. außerhalb der offiziellen Börse, werden zuver­lässige Kurse überhaupt nicht mehr genannt, da kaum etwas gehandelt wird, und eine Tendenz ist deshalb vormittgs meist nur rein ver­suchsmäßig vorhanden. Heute gaben die Goldgewinne in F rankreich und Eng­land zur Zurückhaltung Veranlassung. Der Tagesgeldsah in Neuyork erfuhr eine leichte Er­mäßigung. Hinsichtlich der Londoner Dis­kontsätze war man noch geteilter Ansicht, doch scheinen die Goldverluste aufgehört zu haben. Die anhaltende Geschäftslosigkeit machte sich auch zum Börsenbeginn stärker bemerkbar und drückte auf das Kursniveau. Das Ausland hielt ebenfalls mit Aufträgen stärker zurück und es ist auch hier nicht anzunehmen, daß, solange die Haager Konferenz dauert, oder min­destens einige sichtbare Resultate erzielt sind, sich an diesem Zustande etwas ändert. Die ersten Kurse zeigten meist Rückgänge von 1 bis

2 Prozent. Berger verloren 6 Prozent, Svenska 4 Mk.. Glanzstoff zogen dagegen im Einklang mit der internationalen Festigkeit der Kunst­seidenwerte bis zu 4 Prozent an. Mansfelder waren 1,5 Prozent höher. Deutsche Anleihen nicht einheitlich. Ausländer ruhig. Anatolier und Macedonier etwas fester. Pfandbriefe eher schwächer. Der Geldmarkt war nicht weiter entspannt. Tagesgeld nannte man, nachdem es vormittags bis 7 Prozent vereinzelt herunter­gegangen war, mit 7,5 bis 9,5 Prozent. Monats­geld mit 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel mit 7,75 Prozent. 3m Verlaufe trat durchweg eine leichte Besserung ein. Die Bewegung ging be­sonders vom Elektromarkt aus, an dem Siemens, Schuckert und Elektrische Lieferungen etwa 2 Prozent gewannen. Ferner waren Oren- ftein, Deutsche Waffen, Kunstseideaktien, Sprit» werte und einige Montanwerte lebhafter.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 7. Aug. Am heutigen Hauptmarkt war die Haltung allgemein merklich schwächer. Die Händlerschaft war nut geneigt, zu merklich ermäßigtem Preise die angebotene Ware aufzunehmen. Am Brotgetreidemarkt gab Roggen 25 Pfennig nach. Am Mehlmarkt war Weizen- und Roggenmehl ebenfalls je 25 Pfennig im Preise ermäßigt. Auch Futtermittel tag'r schwächer. Es wurden notiert: Roggen 21,50 bi: 21,75, Hafer, inländischer 22, Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50 bis 21.75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 38,50 bis 41,25, Roggenmehl 30,50 bis 31,25, Weizenkleie 10,50, Roggenkleie 12. Tendenz flau.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 6. August. Die erneuten scharfen Preisrückgänge an den überseeischen Termin­börsen machten sich am hiesigen Produktenmarkt im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft verhält- nismäßig stärker geltend als in der Preisge­staltung für Brotgetreide zur prompten Wag- gvnverladung. 3n Auslandweizen kamen Ab­schlüsse bisher noch nicht zustande, da sich deutscher Weizen wesentlich billiger stellt. Das Angebot von Neuweizen war ziemlich spärlich und fand zu 2 bis 3 Mark niedrigeren Preisen schlank Unterfunft. Roggen alter und neuer Ernte war zwar reichlich angeboten, die Reporteure und Exporteure bekundeten jedoch auf etwa 3 Mark niedrigerem Preisniveau gute Nachfrage, wäh­rend die Mühlen, angesichts des stockenden Mehl» geschäfts nur zögernd Ware aus dem Markt nehmen. Am Lieferungsmarkt setzte Weizen in den vorderen Sichten 3 Mark, per Dezember 6 Mark niedriger ein, Roggen hatte PreiSein- buhen von 2,50 bis 3,75 Mark zu verzeichnen. Weizenmehl ist zur Herbstlieferung billiger an- geboten. Locoware wird zu wenig veränderten Preisen für den laufenden Bedarf gekauft. Das Roggenmehlgeschä^ stockt weiterhin. Hafer bei keineswegs dringlichem Angebot ruhig. Winter, gerftc weiter matt. Zn Sommergerste kommen Abschlüsse noch nicht zustande. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 260 bis 262, Sep» tember 265 bis 265,50, Oktober 266,50 und Geld, Dezember 270 bis 270,50; Roggen, märkischer. 197 bis 198, September 215, Oktober 218 bis 219, Dezember 224 bis 223,75 bis 224; Futter­gerste 175 bis 188; Wintergerste 169 bis 174; Hafer, märkischer, 180 bis 189, September 201 bis 200 bis 201; Oktober 204.50; Mais. La Plata. 226 bis 227; Raps 335. (100 kg): Weizenmehl 31 bis 36; Roggenmehl 26,10 bis 29; Weizen­kleie 12 bis 12,75; Roggenkleie 12 bis 12.25; Viktoriaerbsen 40 bis 48; kleine Erbsen 28 bis 34: Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 27 bis 30: Ackerbobnen 22 bis 25; Wicken 28 bis 32; Lupinen. blau, 21 bis 22; Lupinen, gelb, 29 bis 31; Rapskuchen 19,30; Leinkuchen 23 bis 23,50; Trockenschnitzel 11,40 bis 11,50; Soja» schrot 20 bis 20.40. (50 kg): Kartoffelflocken 16,50 bis 16,80 Mark.

Vermischtes.

Zwei Personen in Flammen umgefoirmen.

In Wcerberg bei Schwaz (Nordtirol) brannte ein zum größten Teil aus Holz gebautes Bauern­haus so rasch nieder, daß sich der Besitzer Angerer und fein ältester, zwölf Jahre alter Sohn, die auf dem Dachboden schliefen, nicht mehr retten konnten und in ben glommen umfamen. Die Frau des Besitzers, welche mit den sieben anderen kleinen Kindern im ersten Stock schlief, rettete die Kinder, indem sie sie aus dem Fenster warf und dann selbst nachsprang.

Lprcchüunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot.

Die hinter den \

Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.

Zapieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozer

It.

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Berlin, 5- August

Geld

Brief

Französische Noten.....

Holländische Noten......

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Deutsch-OeKerr. ä 100 .Kronen

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1-Uhr Kurs

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6.8. | 7 8.

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168

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111

119

103,75

284

125

112,13

233,5

239

393

224,4

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75

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110

118,5

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141

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185,5

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172,5

135,65

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129,5

217,5

111

126

119,5

137,75

107,5

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285

125

111,65

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233,5

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172,5

75 112,25 134,5 134,5

143

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118 139,25

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110,9 64,5

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74 83

Philipp Hoizmann.....<

Heidelberger Cement .... 10

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Rumänische Schwedische Schweizer N

Noten......

n......

Elektr. Lieferungen.....io

Tesgl. ohne AuSlos.-Rechte . . .

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gelten & Guilleaume..... 6

Ges. s. Elektr. Untern.. ... 10

Hamb. Elektr. Werke .... 10

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Schultheis Patzenhofer ... 15

Ostwerke.........12

Ber. Glanzsioss......18

Bcmbcrg.........14

Zellstoff Waldhos.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

Eharlottenburger Wasser . . . '

Dessauer GaS........8

Daimler Motoren......O

Deutsche Maschinen-Fabrik . . c

Adlcrwerke Klever......t

Ludw. Loewe.......10

Wat. Automobil.......O

Orenslein 4 Koppel.....6

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten .....

Devisenmarkt Berlin

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AEG. abg. BorkriegS-Obligation., rückzahlbar 1932 .......

Schles. Elektr........10

Telegraphische Auszahlung.

*% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . 4% Ocstcrreichtfche Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. Silberne.....

4% Oesterreich, einhettt. Nte . .

4% Ungarische Goldrte......

Siemen- L Halske.....12

6. August

7. August

BuderuS . . 5

Deutsche ErdSl.......6

Essener Steinkohle......8

Gelsenkirchener ... f. % 3 4

Harpener..........6

Harsch Eisen. .«... .8

Amtliche Notierun

Geld l Brie

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Amtliche Notierung

Geld s Brief

Amst.-Rott. Buen.-AircS Brss.-Anlw- Christiania - Kopenhagen Stockholm - HclsingforS. Italien. . . London. . . Neuvork . . PoriS.... Schweiz . . Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Ceft. abgcst. Prag . . . . Belgrad . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . - Danzig. . . Konstantin. Athen. . Canada Uruguay. - Eairo - -

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7,362

73,17

3,037 18,78

81,34

2,003

5,42 4,179 4,126 20,87

167,27 1,763

58,405 111,95 111,92 112,58

10,555

21,96 20,383

4,201

16,44

80,795 61,39 1,977

0,4095

59,19 12,423

7,376 73,31

3,043 18,82

81,40

2,007 5,43

4,187 4,134 20,91

4% Ungarische Staat-r. V. 1910 .

*y,% dcsgl. von 1913.....

4% Ungarische SVronenrtt.....

4% Türk. Hollanlcihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Aul..

Serie >...........

Ilse Bergbau . .......8

Krauls. Maschinen......*'

Heyliaensiaedt .......®

..................4 Lechwerke.........*

Mainkraftwerke.......8

...............1°

Nelars ulmer.........

Peters Union........8

Gcbr. Roeder.......10

Böig! 4 Haeffner......8

Südd. Zucker........8

Ban

4% dcsgl. Serie 11.......

Köln-Neuessen..... 9

Mannesmann...... . 8

ManSfelder.........7

Oberfchles. Eisenb. Bedarf... 6

Oberschlcj. KokSwerkc.....6

Phönix Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen... 10

Siheinstahl . . - s. % Jahr 1/, Riebeck Montan......7,2

Vereinigte Stahl»......>

Olavi Minen.......2 sh

Kali Aschersleben.....10

Kali Westeregeln......10

Kaliwerk Salzdetfurth ... IS

I. ®. ffarben-Industrie ... 12

Dynamit Nobel.......6

Scheideanstalt..... 9

Goldschmidt ........6

4% Rumänen converl. Wie. . . . 4/i% Rumänen Goldanl. von 1918

Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4%

Hamburg-Amerika Paket ... 8

Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8

Hansa Dampsschiss.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Mg. Deutsche Ereditanst. . . 10 «armer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgescllsch. . . 12 Eommerz» und Privat-Bank. 11

Lärmst, u. Nationalbank . . 12

Deutsche Bairk......10

Li-ronto-Geselllchast Ant.. . 10

Dresdner Bank......10

Berlin, 5. August

(Selb

Brief

Ameruantlche Noten.....

belgische Noten ........ Dänische Noten ...... Englische Noten........

4,169

58.32

111,43

20,32

4,189

RetchSbank........12

RütgerSwerke ....... 6

Metaligefellschast......U

1

1,87 0.40