Ausgabe 
7.8.1929
 
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Aus dem Reiche der Frau

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ihm

und» und

Hut nachstarrt, kann nichts anderes erwarten, als dah auch ihre Kinder ewig den Kops nach rück­wärts gedreht, alle Augenblicke stolpern und an­rennen.

Auffallend ist, um wieviel schlechter im Durch­schnitt die Gangart der Grohstadtkinder ist, als die der Kleinstadt- und Landkinder. Ganz natür­lich wird ja ihre Schaulust fortwährend ange­regt, wodurch sie nie in ein gleichmäßig rhyth-

ebenheit als Dorwand benutzte, um Gesichter grotesk zu verzerren und zu verhählichen. Spä­ter, in der realistischen ilmtoclt der großen Handelszentren wurde er Ultranaturalist: jeder Mensch, der sich in ihm besah, schaute mit einer garstigen, grünlichen Leichenfarbe heraus, so daß man alle Eitelkeit weit hinter sich lassen muhte, wollte man ihm Glauben schenken. Sn Frank­reich, dem Land der guten Manieren und der Galanterie, gewöhnten sie ihm dann seine na­turalistische Rüpelhaftigkeit ab, stopften ihm den Mund, will sagen die Rückseite, statt mit Queck­silber mit wirklichem Silber, und siehe da: Dun war er Optimist geworden, und zeigte auch

Dinge zu lenken, deren Besitz im Bereiche der I Möglichkeit liegt, nicht aber unerfüllbare Wunsche ' in ihm erwecken.

Wie oft schon hörte ich Mütter klagen, daß das Spazierengehen mit den Kindernwirklich kein Bergnügen" sei. Dein, das ist es in der Tat nicht, sondern eine ernste Angelegenheit, wie alles in der Erziehung. Richtig genommen aber kann, soll, ja muß es ein Bergnügen für beide Teile werden. Ganz besonders vielen der jungen, von undurchführbaren, modernen Erziehungs­ideen angekränkelten Müttern möchte ich sagen: Denkt daran, dah man nicht nur m i t dem Kinde, sondern auch f ü r das Kind spazieren geht. Dimmt man es mit, so muh ihm auch sein Recht werden. Dann dürfen die Erwachsenen nicht ausschließlich unter sich plaudern und jede Frage des Kindes ungeduldig abwehren, nicht vor je­dem Schaufenster, das ihr eigenes Snteresse an­regt das Kind vergessend, stehen bleiben. Man muß doch auch bedenken, daß nicht alles in den Schaufenstern für Kinderaugen berechnet ist. Was für peinliche, nicht zu beantwortende Fragen von feiten der Kleinen können da ausgelöst werden! Mag man noch so frei und modern denken, es gibt schließlich Bilder und Gegenstände, die in die Degriffswelt des Kindes nicht hmeingeho- ren, und man begeht an dem werdenden Men­schen ein großes Anrecht, wenn man derlei vor­zeitig in seine Borstellung eindringen läßt.

Die Unarten der Kinder sind oft nur Unarten der Mütter. Eine Frau, die sich nach jeder ins Auge springenden Toilette umsieht, jedem schicken

lT.

Nkrly.

quittengelbe Gesichter rosenrot!

Mehr als Selbstmord begehen kann der Mensch freilich nicht, aber ich habe mich doch manchmal gefragt, was wohl geschehen wäre, wenn Herr Darcissus statt seiner primitiven Welle einen mit Silber ausstafffierten Spiegel zur Hand gehabt hätte. ...! Alles im Leben beruht be­kanntlich auf Gegenseitigkeit. Der Spiegel zeigte dem Menschen das eigene Bild, das der Be­klagenswerte ohne ihn nie hätte erblicken non, dafür revanchierte sich der Mensch hielt ihn schlankweg für einen Mystiker

Schmid?«"

Es ist heute so weit gekomm« noch eine Frau nicht bloß schon in mittleren Sahren findet, die nicht unter Fuhbeschwerden zu leiden hätte. Erst wenn die Schmerzen unerträglich geworden sind, geht man zum Arzt. Langwierige Behandlung, teuere Schuheinlagen und angemessenes, besonderes Schuhwerk werden aber nur selten die volle Leistungsfähigkeit wiederherstellen.

Darum kann nicht oft genug und frühzeitig

Vom Spiegel

Von Garrt? Brachvogel.

Oie Tischdame.

Von Znqutt.

Sch werde gebeten, Fräulein Sonja Soundso zu Tische zu führen.Die schönste Dame der Gesellschaft", flüstert mir der gastfreundliche Hausherr ins Ohr und leitet mich durch die Fräcke und Roben, um mich vorzustellen. Sn der Tat, Sonja ist schön, schlank, jung und blond. Der Abend wird nicht verloren sein.

An der Tafel nebeneinander beginnen wir ein vorsichtiges Fragen und Antworten, um zum Thema zu gelangen. Es ist nicht schwer zu finden: denn sie hat keinen Grund, hinter dem Berge zu halten. Schon beim Hors deuvre verrät sie mir, dah sie sich eine künstlerische Begabung zuschreibt und zur öffentlichen Be­wahrung dieser Gabe in wenigen Tagen über den Ozean reisen wird. Also stürzen wir uns in das Gespräch, das sich von selber bietet, und reden von ihrem Talent, von der Ausbildung, die sie hinter sich hat, von dem Ruhm, der sie belohnen wird, von der Seereise, dem Schiff rind der Kabine: von dem Ziel der Fahrt und den Abenteuern, die sie drüben erwarten: von Der Wahrscheinlichkeit und dem Zeitpunkt der Rückkehr. Alsdann reden wir von ihren Eltern, von ihrer Kindheit und von dem Lande, in dem sie unerwachsen gelebt hat: und da dieses Land Rußland heißt, so reden wir von der Rot des Krieges und den Schrecken der Revolution und von der Besonnenheit und frühen Reise, mit der sie den Verwirrungen und Gefahren mwersehrt entronnen ist. Und zusammenfassend reden wir von ihrer Schönheit, von ihrer Sugenö, von ihrer Klugheit und zum Ueberfluh auch noch von ihrer (^sundheit.

Damit sind wir bis über den Braten gelangt und haben vor uns noch das Gis, den Käse und das Obst. Also toontber reden wir jetzt?

Smmer weiter von ihr? Aber die unverhüllte Frage aus demFaust": ..Wie steht es mit Shrem Herzen?" verbietet sich ja Wohl. Das geht mich auch nichts an. Und überhaupt, ich weiß jetzt genug über sie.

Es gibt nur eine Möglichkeit, das Gespräch fvrtzusetzen: ich mutz die Erlaubnis bekommen, von mir zu erzählen. Denn auch ich habe über

Gören. ...

Doch nicht zur liebevollen Betrachtung des mehr oder minder angenehmen Aeuheren oder für übersinnliche Borstellungen bedurfte der Mensch des Spiegels, auch auf allen möglichen anderen Gebieten zog er ihn zur Mitwirkung heran. Historisch ist er einmal höchst bedeutsam hervorgetreten, allerdings nicht als simple Glas­oder Metallsläche, sondern als Brennspiegel. Sn der Decke des Kaiserpalastes zu Konstantinopel verborgen, blendete er auf Befehl Kaiser Ma­nuels heimtückisch Enrico Dandolo, Venedigs Ge­sandten, der zur Audienz kam. Der fast erblin­dete Botschafter wurde später Doge von Venedig

an die Füße stellen. Sie beginnen zu schmerzen, aufzulaufen, oft so stark anzuschwellen, daß man nur mit Rot selbst in ausgetretenen Schuhen gehen fairn. Mit der Zeit stellt sich der mit Recht so gefürchtete Senk- und Plattfuß ein, Krampfadern kommen dazu, und ein Heer von Uebeln und Leiden schließen sich an, die Ueber- müdung und schließlich Arbeitsunfähigkeit im Gefolge haben. Sn der Tat vermögen solche Fuß- übel dazu zu führen, daß man seinen Beruf nicht mehr auszuüben vermag. Was das heute heißen will, wo von Derufsfrau und Hausfrau oft das Aeußerste verlangt wird, ist jedem ersichtlich.

Es ist heute so weit gekommen. daß»man kaum ~ in älteren, nein,

SpazierengehennMindem.

Von Emmy Gruhner.

Dicht über die gesundheitliche Seite dieser An­gelegenheit möchte ich sprechen, sondern über die rein erzieherische. Man übersieht nur mlzu häufig, daß auch in der Erholungszeit der Kin­der das pädagogische Moment durchaus nicht außer Acht gelassen werden darf. Selbstverständ­lich ist es ebenso unrichtig und verwerflich, einen Spaziergang zu nie endender Kette von Ermah-

Richtige Fußpflege.

Von Johanna von Oieh.

Die meisten Frauen leiden unter Schmerzen und Beschwerden in den Füßen. Wer solche Be­schwerden aus eigener Erfahrung kennt, wer weiß, bis zu welchen Qualen sie sich steigern können, wie Leistungsfähigkeit, Derven, Gesund­heit, ja Lebensmut und Lebensfreude durch sie verlorengehen, der kann erst ermessen, welche Heimsuchung solche schmerzenden Füße sind. Dicht selten liegt die Ursache davon schon lange zurück in den Mädchenjahren, wo man glaubte, durch schönes" Schuhwerk um die Zehen zu eng und hinten Stöckelabsatz sein bezauberndes Persönchen noch bezaubernder machen zu müssen. Später hat man Dann die Folgen zu tragen, wenn ein anstrengender Beruf oder aufreibende Haussrauentätigkeit übermäßige Anforderungen

Wäsche-Revolution.

Von Hilde Hanna Sitte-Hutter.

(Dachdruck verboten.)

Die Wäsche, die sich im letzten Sahrzehnt so sehr geändert, so sehr vereinfacht hat, steht wieder einmal am Scheidepunkte. Diesmal geht es nicht um dieMenge" des Anzuziehenden: denn da bleiben wir konservativ auf das Bescheidenste beschränkt. Für den Sommer nach wie vor nur eine Kombination, die entweder Hemd-Hose oder Rock-Hemd-Hose in graziöser Form vereinigt.

Der bevorstehende Umschwung, der sich in Paris bereits teilweise durchgeseht hat, besteht vielmehr in der Silhouette, in der Linie der Wäsche. Seit der letzten winterlichen Gesellschasts- saison nehmen Kleider mit rückwärts längeren Röcken eine durchaus favorisierte Stellung ein. Sa, man ging sogar so weit, daß man die som­merlichen Gaze- und Taftkleidchen, gleichgültig ob sie in Phantasie- oder Stilform sich repräsen­tieren: die gleiche Tendenz verfolgen lieh: vorn etwas übers Knie und rückwärts lang- länger, am längsten. Datürlich ist schwungvolle Weite der Röcke, die meist glockenartig wippen, Vorbedin­gung für diese graziöse Linie, die sowohl beim normalen rhythmischen Gang der Frau und in ganz entzückender Weise beim Tanz zur Geltung kommt. Dun hat es sich herausgestellt, dah es bei durchsichtigen Stoffen ausserordentlich schlecht aussieht, wenn dieWäschegrenze" rundum gleich- mähig in Kniehöhe verläuft. Viele Frauen muhten sich daher unter diese Art Kleider neue Kombinationen arbeiten lassen, in Art der ehe­maligen Unterkleider. Datürlich muhten sie (was an warmen Tagen außerordentlich lästig ist) unter diesen die normale Wäschekombination an- ziehen. Vereinfachung, seit jeher der beste modische Weg für alle Wäschestücke, schufen die berühmten Wiener Wäschehäuser, denn sie diktieren in Paris die Wäschemode, das allein für Kleider maß­gebend ist Wäschekombinaüonen: Hemdhosen, nach Art der neuen Kleider, vom bis zum Knie, rückwärts gleichfalls mit dem weiten, dem Boden zustrebenden verlängerten Rand, der mit der Rockgrenze der Kleider korrespondiert, also rück­wärts lang I Sn diese Hemdhosen wurde selbst­verständlich, so wie in andere Wäschestücke der Steg", der im Sommer das Höschen erseht, eingearbeitet, und nun trägt man statt der für die modernen Kleider nötigen Unterkleider und

genug auf vorbeugende Maßregeln hingewiesen Werdern Leider wird die genügende Fußpflege häufig selbst von denen vernachlässigt, die sich gewöhnt haben, eine rationelle Körperpflege zu treiben, weil sie deren Dotwendigkeit eingesehen haben. Cs herrscht im allgemeinen sogar noch große Unwisserrheit darüber, was zu einer rich­tigen Pflege des Fuhes gehört. Seden Abend sollte ein kurzes Fuhbad genommen werden. Wenn in heißem Wasser, immer mit nachfolgen­der, kalter Abwaschung. Bei ermüdeten Füßen ist eine kurze kalte Abreibung bis hinauf unter die Kniegelenke außerordentlich erfrischend. Sind die Füße gut abgetrocknet, so müssen sie tüchtig gerieben, gedrückt, geknetet und gestreckt werden und mit einem guten Hautöl dabei eingerieben. Besonders auch zwischen den Zehen soll ge­trocknet und gerieben werden, um die dort en­digenden Derven anzuregen. Wer Anlage zu Krampfadern hat oder bei wem die Müdigkeit und das Gespanntsein sich bis herauf in die Beine erstreckt, der massiere mit geölten Handflächen die Waden, immer nach aufwärts, dem Knie zu. Dazu braucht man nicht viel Oel oder Creme zu nehmen, sondern es genügt wenig, wenn es nur wirklich in die Haut eingerieben wird, nicht bloß auf sie geschmiert ist. Dachher kann man die

misches Tempo kommen, sondern mit halb zur Seite gedrehtem Oberkörper sich wie an der Leine nachziehen lassen, oder den Erwachsenen unaus­gesetzt den Schritt wechselnd, vor den Füßen um­herstolpern. Wenn eine Mutter sich aber auf dem Spaziergang dem Kinde wirklich wid­met. lassen sich diese kleinen Unarten alle leicht abgewöhnen.

Herkunft. Sagend. Plane, Hoffnungen, über Ver­gangenheit, Gegenwart und Zukunft einiges zu sagen. Cs ist nichts weiter dazu nötig, als dah sie zu erkennen gibt: Dun, und Sie? Wie steht es mit Shnen? Sind Sie am Ende auch ein Mensch aus Fleisch und Blut?

Sie fragt nicht. Ein paar vorsichtige Versuche, das Gespräch ungefragt auf meine Umstände zu lenken, beantwortet sie damit, daß sie weghört. Sie will über mich und von mir nichts wissen. Ich bin für sie nur Wand gewesen.

Und da das Thema Sonja erschöpft ist. und das Thema Sch keinen Anklang findet, so wissen wir schon über dem Eise nichts mehr miteinander anzufangen, und bis zur Gesegneten Mahlzeit haben wir uns, ohne Eklat, versteht sich, und bei Wahrung der Form, miteinander verfeindet.

Schön, begabt, klug, jung und gesund. Aber irgendwo fehlt es offenbar. Srgendwie genügt es nicht. Vielleicht müßte sie zu alledem noch ein gutes Herz haben. Und wenn sie ein gutes Herz hätte, vielleicht würde man dann in Kauf nehmen, wenn sie nicht gesund wäre oder nicht jung ober nicht klug ober nicht begabt ober sogar nicht schön.

Denn worauf würde man nicht verzichten für ein bißchen hilfsbereite Güte und Menschen­liebe ...

und rächte durch ungeheuere Verheerung des byzantinischen Reiches bas verlorene Augenlicht. Von dieser Zeit her ist dem Spiegel wohl ein kleines Faible geblieben fürder Länder und der Könige Geschick", wenigstens verraten der Fürsten-",Pfaffen-". ..Sachsen-" und andere Spiegel", daß er gerne mit Regenten, Klerikern. Suriften usw. Zwiesprache hielt und seine er­zieherischen Talente imSugenö- und Tugend - spiegel" verriet. Auch der Architekt möchte ihn nicht missen, hat eine glatte, umrahmte Fläche nach ihm benannt, gerade so wie auf der Werst des Schiffes HinterflächeSpiegel" heißt, und wie Pfauenfedern, Rehe, Samte, Blumenbeete und Schmetterlinge ihren besonderenSpiegel" haben. Dem Zoologen sind Spiegelgänse, -enten. -meifen wohlbekannt, dem Fischfreund der Spie- gelkarpfen eine sympathische Erscheinung, während die Spiegelgranate allerseits auf Antipathien stoßen Mu-fte.,, , ,

Der modernen Medizin aber blieb es Vorbe­halten. dem Spiegel auch im Leben die Wahr­sagerrolle anzuweisen, die ihm sonst nur Sage, Märchen und Aberglauben gönnten. Kehlkopf°. Augen-. Ohrenspiegel und ihre Sippen sind wert- Dolle Wahrsager, die ungleich wichtigeres ver­künden. alswer die Schönste im ganzen Land" sei. oder wer im Lauf des Kalenderjahres auf Freierssüßen daherkommt. Weil sie so klug find und im Snncrn des Menschen besser Bescheid wissen als er selbst, wird es vielleicht nicht mehr lange dauern, bis ein unheimlich geschickter Enkel dieser Spiegel sich mit Recht so nennen darf, wie sich schon seit Sahrzehnten ohne ersichtlichen Grund der große, freischwebende Toilettenspiegel nennnt§ Psyche.

Wahrsager.

Sn Sage. Märchen und Aberglauben ist _ stets die Rolle des Allwissers oder des Alles­besserwissers zugefallen. Der Spiegel Salomonis. unter feierlichen Riten aus sieben Metallen zu- sammengeschmolzen. gab bei Deumond Antwort auf alle an ihn gerichteten Fragen, imSchnee­wittchen" inquiriert ihn die Königin, wer die Schönste im Land fei, und er ist auch wirklich klug genug, zu wissen, daß sie nicht dabei in Frage kommt, und dumm genug, es ihr zu sagen. Sm Märchen von derKristallkugel" ist er da­gegen nicht nur erfahren, sondern auch gewitzt. Weitz wie holdselig die wahre Gestalt der in eine triefäugige Hexe verwandelte Prinzessin ist. und zeigt sie so dem schon etwas deprimierten Freier. Sn manchen süddeutschen Gegenden stellen sich in heiligen Dächten die Mädchen mit brennenden Kerzen in den Händen vor den Spiegel, um darin den künftigen Gatten zu erblicken. Einen Spiegel zerschlagen ist von übler Vorbedeutung, zerspringt er von selbst ober fällt er von der Wand, so sagt er einen Todesfall an, wenn Kinder zu lange vor dem Spiegel stehen, kommt hinter ihm hervor eine schwarze Hand, die sie ohrfeigt. Zweifellos bestand ein prügelnder Zu­sammenhang zwischen dieser sagenhaften Ohr- feigenhand und der Gewohnheit, die Rute hinter den Spiegel zu stecken. Sch beeile mich, hinzuzu- fügen: Vorvätergewohnheit, denn heutzutage ge­hört die Rute ja nur noch in die Hand des heili­gen Dikolaus zwecks belangloser Drohung, nicht aber auf die unedlen Körperteile unartiger

wird. _ wäre ...!"

Gut ist es zum Beispiel, tue Kinder an Fluß- gn hem Augenblick, da der Mensch zum ersten ufer zu führen. Badende Leute, schwimmende Q^a[c feine Gestalt von der zitternden Welle des Hunde, verankerte Schiffe machen ihnen Freude. Baches oder des Sees zurückgestrahlt sah. in

-Töin man Kinder aber zu Besorgungen mitneh- eben diesem Augenblick entstand auch schon eine men oder ihnen das Vergnügen der Besichti- große, blühende Snbuftrie, die Spiegelindustrie, aung von Schaufenstern bereiten, so ist darauf zu Ins Licht der Welt sollte fie freilich erst Sahr- achten dah man sie vor solchen Auslagen fest- tausende später treten, aber im Kopf des Men- hält deren ausgestellte Waren dem Kinde per- schen, der mit Staunen und vermutlich auch mit stündlich und interessant sind. Die Freude an leisem Gespenstergrauen sein eigenes Bild in Puhgegenständen zu fördern, ist durchaus nicht der zitternden Welle erblickte, sprang der Wunsch ratsam Man suche sowohl den Schönheits- als auf. das Bild in feste Formen zu fassen, es den praktischen Sinn des Kindes bei dieser Gele- unabhängig zu machen von der zitternden Welle, genheit zu entwickeln und fein Hauptinteresse auf die Regen. Gewitter, Schlamm und Schnee trüben

* ro-r:i- rY**'" 1 konnten. Die mehr kam dieser Gedanke zur Ruhe,

drängte nach Vervollkommnung, je höher das Menschengeschlecht und feine Kultur stiegen, je größer das Selbstgefühl sowohl des einzelnen wie der Gesamtheit wurde. Sm Altertum lehrte dieser Wunsch Metallplatten glänzend zu schlei­fen und zu polieren, so daß fie das Bild klar, fast unverändert zurückwarfen. Tausend Sahre später blies das luxuriöse, industrielle Venedig bereits Glasplatten, die mit Zinnamalgam be­legt wurden. Von Stalien zog die junge Sn» dustrie nach dem aufblühenden Böhmen, dem reichen Dürnberg, bis im Sahr 1665 der Han­delsminister Seibert fie nach Frankreich lockte und durch hundertfünfzig Sahre gleichsam mono­polisierte. Dun erst sollte der jahrtausendalte Wunsch Erfüllung finden in einem Kult des Spiegels, wie ihn kein anderes Land je gekannt hatte, denn eine Nation, die in allen Dingen als Vorbild der Feinheit galt, hatte selbstverständlich den Wunsch und die Pflicht, sich unaufhörlich zu bespiegeln und so immerfort Selbstkontrolle zu üben, auf daß sie auch wirklich so vorbildlich fein bliebe, wie fie war oder galt. ...

Auf dem langen Weg vom klassischen Altertum bis zur Moderne hat der Spiegel in seiner äuße­ren Erscheinung sowie in seiner Weltanschauung allerlei Wandlungen durchgemacht. Sn frühester, sagenhafter Zeit, ungefähr als Helena ihn kon­sultierte, bevor sie zum Stelldichein mit Paris ging, war er mit Vorliebe Karrikaturenzeichner. man mußte ihm scharf auf die metallene Schleif­fläche gucken, damit er nicht die kleinste An-

Füße noch mit Talkumpulver einstreuen, be­sonders, wenn man unter Fußschweiß zu lei­den hat.

Des Morgens dürfen die Füße bei dem kurzen Schwammbad. mit dem man den ganzen Körper erfrischen soll, nicht vergessen werden. Denn warum gerade sie, die tagsüber soviel zu leisten haben, bei der Pflege als Stiefkinder behandeln! Freilich muß auch hier nach dem Abwaschen gut abgetrocknet und gerieben werden, bis eine mollige Wärme sich einstellt. Damit verbessert sich bie Blutzirkulation in den Füßen und es wird den so schädlichen kalten Füßen und Blutstockungen vorgebeugt.

Weiter vorbeugend gegen Fuhbeschwerden wir­ken noch andere kleine Mittel. So sollte jedes Bett am Fußende etwas höher stehen, was mit Unterlegen von kleinen Holzklöhchen leicht erreicht wird. Die Angewohnheit der Hausfrau, die meiste Arbeit im Stehen zu verrichten, muß möglichst eingeschränkt werden. Wenn man diesen Vorsatz immer festhält, wenn man auch die kürzeste Ge­legenheit benützt z. D. in keinem Laden ein­tauft, ohne sich dabei zu setzen so wird man staunen, wieviel Anstrengung für die Füße man vermeiden kann. Wie oft auch ließe sich die Reihenfolge der Arbeiten so einrichten, daß z. B. nach dem anstrengenden Einkäufen zu Hause erst eine Stunde Flicken und Dähen eingeschoben würde. Kann man es sich nicht leisten, nach dem Heimkommen 5 bis 10 Minuten auf dem Divan sich auszustrecken, so sollte man wenigstens beim Dähen Die Füße ein Weilchen auf einen Stuhl legen. Man wird staunen, um wieviel schneller sie sich dabei erholen.

Ein wichtiges Hilfsmittel gegen Aleberanftren- Smg ist es auch, daß die Stühle die richtige öfje haben, so dah der volle Fuß, nicht bloß die Fußspitze auf dem Boden aufsteht und aus­ruht. Fast immer sind unsere Stühle zu hoch und es fehlt die leichte Verkürzung der hinteren Stuhlbeine, was das Ausruhen außerordentlich fördert.

Man sieht, daß die ganze Fußpflege und Fuh- schonung wenig Mühe erfordert. Es braucht nur ein wenig Dachdenken, guten Willen und Be­harrlichkeit. damit die Frauen sich gegen eines der verbreitetsten Hebel schützen und damit iyce volle Leistungsfähigkeit möglichst lange bewahren.

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tal, 6. August. Der in unjerem Tale so- Durchschnitt mittlere Sommergerste Abgesehen von ge- imerjrud)t einen sehr ter Stiltstossdiingung igert, so daß hier die :n nicht möglich sein i ausgiebige Regem Tangeino^ nidjt schlecht nachwM lerne ober Ewig- ,re als W vorteil- t auch von storler troirb. DasGrum- iesen recht gut, wäh- uir einen spärlichen n derhalksruchte märtet man bei den ; den ©arten werden jjeernte^^^ ijeitTiSTwr jfen Sack, dm ec che »erborgen pnhe, plötzlich das M. er an eine solche t> er hielt W? it an seinem Platz,

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Biele Kinder find gerade beim Spaziergang eine Qual für die Begleitpersonen und ebertfo für die Passanten. Die Schuld aber Hegt, wie Wenn Männer das WortSpiegel" Hören, bei allen Erziehungsfehlern auf Seite Der Ur- I schein fie überlegen und tun allesamt so. als wachsenen. Durch belebte Straßen laßt man Km- fic nur im äußersten Fall und mit Mih- der weder auf Rollern laufen, noch mit oor- vergnügen hineinblickten. Aus ihrem Lächeln gestreckten Fäusten prustend, pfeifend und zechend I eine Legion eitler Frauen empor, die ..Eisenbahn" spielen. Man gestatte iDnen nicht, ^aut männlicher Psychologie!) den ganzen Tag zu Hüpfen und zu springen, wodurch Docy^em I anderes zu tun haben, als ihr eigenes

fortwährendes Anstößen an Die übrigen Fuß- ^ild entzückt zu betrachten. Möchte man er- gäriger bedingt ist- Zum Austollen finD Die l g<»k>rmst und schüchtern einwenden, dah die Be- Spielplähe da. _ ziehungen zwischen Frau und Spiegel von jeher

Süngerc Kinder sind an der Hand zu führen, den schlimmsten Mißdeutungen ausgesetzt waren, ältere zu gleichmäßigem Vorwärtsschreiten anzu- j0 wird berUeberlegene ironisch-galant behaup- halten. Vernünftigerweise wählt man auch zu ten, daß die Frau und der Spiegel unbedingt einem Erholungs-Spaziergang nicht belebte Ge- zueinander gehören, da ja Forschungen neueren schästsstraßen mit zahllosen ^Übergängen, sondern Datums ergeben haben sollen, daß sogar Die ruhigere, die auch erlauben, mit den Kindern ein Lenus von Milo sich mit einem Spiegel in der Gespräch zu führen. Denn gerade unterwegs Hand habe modellieren lassen! Dagegen schweigt sieht ein Kind viel, was seine Wißbegierde an- &ag starke Geschlecht über jene mythologische regt und Fragen in ihm auslöst. Die Fragelust Spiegel-Miszelle, deren tragikomischer Held cm der Kleinen muh allerdings auch in gewissen anann ist. Sch meine die Affäre des jungen Grenzen gehalten werden, darf nicht in gebauten- ^areissus'. der sich im Spiegel des Wassers er- loses Gepappel ausarten, soll aber doch soweit blickte und gleich dermaßen in sich vergafft war. als möglich befriedigt werden. Deshalb ist es fcafo ihm nichts blieb, als wegen aussichtsloser wichtig, den Spaziergang richtig zu wählen, das Liebe Selbstmord zu begehen. ... Sch will nicht Kind an Stätten zu führen, wo sein Snteresse tendenziös werden, muh aber doch sagen:Wenn wachgerufen und dle Belehrung zum Vergnügen i e Geschichte einem weiblichen Wesen Passiert