Ausgabe 
7.8.1929
 
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Oie Wetterlage.

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Gegenstand einer anderen Konferenz sein.

Japan und die Zlottenabrüstung.

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regte seinerzeit allenthalben das größte Auf­sehen. Bereits 1924 tauchten in allen Seilen des

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eine Er­den Sri* erzielen.

Bombenattentat in Ztgram.

Agram. 6. Aug. (WSB.) Heute gegen 1 Uhr morgens wurde auf die nächst dem Hauptbahnhof

-er Gtresemann-Rede.

Paris, 7. August. (WSB. Funkspruch.) Zur Rede Stresemanns in der ersten Sitzung der Haager Konferenz äußern sich einige Pariser Blätter.Oeuvre" schreibt: Von der Intervention Stresemanns muh man sich merken die Erinne­rung an die Enttäuschungen und an das lange Warten des deutschen Volkes, das seine volle Souveränität wiederhaben will, die Forderung, daß das politische Problem, also die Rheinlandräumung, gleichzeitig mit dem finanziellen Problem vor der Konferenz auf­gerollt werde und die Zustimmung des Reichs- außenministers zu dem Plane Briands über die Schaffung eines Verbandes der Staaten Europas. -Echo de Paris" erklärt: Durch die Ausfüh­rungen des Reichsaußenministers Strefcmann wird Briand, der von einem Verbände der Staaten Europas sprach, auf seinem eigenen Ge­biet noch überboten. Die Friedensverträge haben nicht mehr den Wert und die Bedeu­tung, die man ihnen zulegt. Dies ist im großen und ganzen der Sinn der Rede Stre-

gelegene Gendarmeriekaserne ein Bombenanschlag verübt. Nähere Einzelheiten sind zur Stunde noch nicht bekannt. Man spricht von einem Svten und acht verwundeten Gen­darmen. Die Höllenmaschine war im Keller der Kaserne untergebracht. Die Explosion rich­tete an dem Gebäude erheblichen Schaden an. Es dürfte sich um ein k o m m u ni st i s ch e s A t t e n ta t handeln. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.

heilen durchzusehen, als vielmehr Höhung seines Anteils an butzahlungen Deutschlands zu pariser Echo

O Wolkenlos.O neuer, q naro oedeexi » wolkig. ® oedetkt. «Regelt

* Schn« a Graupeln Neoei K Gewitter.(^windstille. «O> seh# leichter Ost y massiger Südsüdwest *5 stürmischer «ordwesl Die Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeiaen Stationen stehenden Zah­len gehen die Temperatur an. Die Linien veromden Orte mit gleichend auf neeresnirfeau umgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Nordmeerströmung füllt sich nach und nach auf, so daß die Luftdruckgegensähe sich immer mehr ausgleichen. Von Westen her erfolgt wieder kräftiger Druckanstieg, der sich auch weiter ost­wärts bemerkbar machen wird. Bei der herrschen­den Druckverteilung werden wir erneut ozeanische Luftzufuhr erhalten, die aber den herrschenden Witterungscharakter nur durch zeitweise aufkom­mende Bewölkung und gewitterdrohend« Störun­gen beeinflussen wird. Im allgemeinen bleibt das gegenwärtige Wetter erhalten.

Wettervoraussage für Donnerstag: Seils heiter, teils wolkig, Temperaturen schwan­kend, meist trocken.

Lufttemperaturen am 6. August: mittags 22,1 Grad Celsius, abends 15 Grad: am 7. August: morgens 17,3 Grad. Maximum 22,4 Grad, Mini­mum 9,7 Grad. Erd temp era turen in 10 cm Siefe: am 6. August: abends 25,6 Grad; am 7. August: morgens 16,4 Grad Celsius.

semanns, die in die Haager Versammlung ein­geschmuggelt worden ist.Figaro" führt aus: (Strefcmann habe guten Grund zu der An­nahme, daß er die Ergebnisse erlangen könne, die er wünsche. Was den Nest betreffe, so werde

Reich um nicht weniger als 10 Mil­lionen Mark geschädigt worden ist, er- ,te seinerzeit allenthalben das größte Auf-

10000-Svnnen-Kreuzer bauen muß, wenn nicht sowohl Großbritannien wie auch die Vereinigten Staaten sich bereitfinden sollten, ihren gegenwärtigen Bestand an Kreuzern zu vermindern. Iapan ist zwar für eine Bei­behaltung des gegenwärtigen Stärkeverhältnisses in Großkampfschiffen, wird jedoch auch bereit sein, einer Erhöhung der Altersgrenze und einer Verminderung des höchst zulässigen Tonnen- gehalts für Schlachtschiffe zuzustimmen.

Dawes-Plan bis 31. August und für die erste Septemberwoche gegenüber dem am 1. April in Kraft zu sehenden Bonng-Plan hin und empfahl Verwendung dieser Summe für kleinere Bedürf­nisse, insbesondere für die im Poung-Plan Nicht mehr vorgesehenen Besahungskosten.

Der Voungplan sehe einen geschützten und einen ungeschützten Teil der deutschen Repara­tionszahlungen vor. Solange die Zahlungen ohne Schwierigkeiten geleistet würden, spiele diese Unterscheidung keine Rolle, sobald jedoch Schwie­rigkeiten einträten, würde diese Seilung von großer Bedeutung sein. Der ungeschützte Seil gäbe ein Recht auf Mobilisierung und Kommer­zialisierung und biete somit größere Sicherheiten als der bedingte Seil der Iahresratenzahlungen.

Die englische Regierung stelle fest, daß Frank­reich von dem ungeschützten Teil der Repara­tionen fünf Sechstel erhalle, somit zwei Millionen Pfund jährlich mehr als im Dawesplan vor- gesehen war. Cs müsse offen und mit Ent­schiedenheit erklärt werden, daß dieser Stand­punkt überhaupt nicht zu vertreten sei. und es könne auch kein Versuch gemacht werden, dies zu erläutern oder zu rechtfertigen. Die englische Regierung lehne die Abänderung der festliegenden Verteilung der Tribut- Zahlung unter den Gläubigernationen ab. Großbritannien sei der Hauptleid­tragende des neuen Verteilungsschlüssels. Auch andere kleine Rationen müßten darunter leiden. Dies sei in gewisser Hinsicht äußerst un­glücklich. weil die kleinen Rationen, die jetzt auf- gesordert würden. Opfer bei der Verteilung der Tribute zu bringen, zu der Reparations­konferenz überhaupt nicht hinzu­gezogen worden seien. Ls sei das erste Mal, daß Vorschläge gemacht wurden, die ein völliges verlassen der Abmachungen von Spa und eine Verletzung des Artikels 237 des Versailler Ver­trages bedeuteten. Die englische Regierung ver­trete grundsätzlich den Standpunkt, daß sie mit der allgemeinen Festsetzung der höhe der Tribute übereinstimme, jedochdie geplante neue Verteilung unter den Gläubigern a b l e h n e.

Die englische Regierung erhebe daher Wider­spruch gegen den T^rteilungsschlüssel des QSoung- planes und auch gegen die Seilung der Zah­lungen in einen bedingten und einen unbedingten Seil. . r ,

Zusammenfassend betonte Snowden, daß der englische Widerspruch sich 1. gegen den Ver­teilungsschlüssel, 2. gegen die Art der Verteilung und 3. gegen die Bestimmungen des Boung* planes über die Sachlieferungen richte. Das eng­lische Abgeordnetenhaus werde niemals seine Zustimmung zu irgendwelchen neuen Opfern und neuer Preisgabe englischer Interessen geben. Hierüber bestehe kein Unterschied zwischen den Parteien, da alle Parteien sich hierüber voll­kommen einig waren. Eine Preisgabe na­tionaler Interessen könne von England nicht erwartet werden, solange eine englische Regie­rung im Amte sei, und jede Regierung Groß­britanniens werde darauf bestehen, daß Groß­britannien in der Regelung der Reparationen fair behandelt werde. Er habe den aufrichtigen Wunsch, daß die/ Konferenz zu einer Lösung dieser schwierigen und delikaten Frage gelange. Er müsse sich aber auf den Standpunkt seines Freundes Macdonald stellen, daß die Konferenz nur Entschlüsse annehmen könne, die auf der Gerechtigkeit aufgebaut seien. Ein Abkommen, das letzten Endes nur Anzu­friedenheit auslöse, sei kein Abkommen.

London stimmt Snowden zu. Der britische Standpunktzwar bestimmt, aber elastisch".

London, 6. Aug. (SA. Funkspruch.) Die Rede des Echatzkanzlers Snowden, deren Inhalt im wesentlichen vorauszusehen war, findet in der englischen Oeffentlichkeit vorbehaltlose Zu­stimmung. Sie entspricht dem, was man sich allgemein von Snowden versprach. In politischen Kreisen wird jedoch darauf hingewiesen, daß die Rede Snowdens erst einen allgemeinen Umriß des englischen Standpunktes gegeben habe und daß der britische Standpunkt in seinen Einzelheiten durchaus noch nicht feststehe. Damit soll offenbar ausgedrückt werden, daß die Hal­tung der britischen Abordnung zwarbe­stimm t, aber auch durchauselastisch" ist. Es kommt England also wohl nicht so sehr darauf an, seinen Standpunkt in allen Einzel*

Dienstag, ß.fluaust, 1929 7h a.Dds.

Ein unklares Programm.

Berlin, 7. Aug. (Privattel.) Der Ver­band der nationalen Minderheiten in Deutschland hat sich veranlaßt gesehen, eine Deklaration herauszugeben, in der er in begrüßenswerter Weise jede irredentistische Pv- liick ablehnt, andererseits aber eine Reihe von Forderungen aufstellt, die nicht ganz $u verstehen find. Aus diesem Grnnde erscheint es angebracht, die Deklaration in ihren einzelnen Punkten einmal näher zu betrachten.

Die nationalen Minderheiten in Deutschland sind verhältnismäßig klein. Wir haben in Ober­schlesien Polen, ebenso tm Industriebezirk Polen, dann haben wir Wenden in der Lau­sitz, einige tausend Dänen in Nordschleswig, ungefähr 300 Litauer im Tilsiter Gebiet und eine ganz kleine Gruppe von Friesen. Da Deutschland von jeher den Standpunkt vertritt, den Minderheiten die kulturelle Freiheit zu geben, deren sie in ihrer Entwicklung bedürfen, haben die nationalen Minderheiten Deutsch­lands auch nach jeder Richtung hin ihr Recht erhalten. Gewisse Gruppen, so die Wenden, versuchen zwar hin und wieder, eine autonomere Stellung durchzusetzen, dabei handelt es sich aber meistens um recht duickle Machina­tionen, die ihren Ausgangspunkt in gewissen nationalistischen Kreisen des Auslands finden. Die Polen versuchen selbstverständlich immer wieder, Anhaltspunkte zu finden, um, da sie ihre eigenen Maßnahmen gegen das Deutschtum in Polen verdecken müssen, Be­schwerdegründe gegen Deutschland konstruieren zu können. So haben sie ja auch auf der letzten Tagung des Auslandpolentums in Warschau recht heftig gegen Deutschland polemisiert, was

Die Vorbereitungen zum Weltfluge desGraf Zeppelin".

Neuh ork, 6. Aug. (Funkspruch.) Die Vor­bereitungen zum Weltfluge des LuftschiffsGraf Zeppelin" sind in vollem Gange. Am Mittwoch gegen Mitternacht amerikanischer Zeit will Dr. Eckener Lakehurst verlassen. Da die Fahrgäste der letzten Reise über den Atlantischen Ozean sich ganz außerordentlich lobend über die Reise geäußert haben, ist der Andrang von Fahrgästen, die die Reise um die Welt machen wollen, s e h r g r o h. Zum Rückfluge über Deutschland haben sich bereits 18 Personen ein­geschrieben. Der Flug soll dann von Frie­drichshafen über Tokio nach Los An­geles und Lakehurst führen. Der Fahr­preis für die große Weltfahrt betragt 9000 Dol­lar (etwa 38 000 Mark), so daß man damit rech­nen kann, daß die Fahrt auch finanziell ein großer Erfolg werden kann. Aus ganz Amerika sind außerdem große Mengen von Postsäcken und Frachtstücken einge­troffen.

Zur Zeit wird das Luftschiff, überholt und mit Wasferstofsgas aufgefüllt. Da in den Marine­depots bei Neuhork nicht genügend Gas auf La­ger war, mußte es teilweise aus anderen Ge­genden nach Lakehurst geschafft werden. Seit der Ankunft haben etwa 1 0 0 0 0 0 Men­schen das Luftschiff besichtigt. Die Blätter berichten weiter in großer Ausmachung über den Zeppelin und bringen Bilder von den Passagieren, dem blinden Passagier Albert Buschke und den mitgeführten Tieren. Man nimmt an, daß bei der Schilderung des Zeppelinfluges im Rundfunk am Sonntag 7 Millionen zugehört haben.

Reichsbahn und Reichspost.

Verkehrstechnische Zusammenarbeit.

Berlin, 6. Aug. (Priv.-Tel.) Die zwischen Reichsbahn und Reichspoft angestrebte Zusam­menarbeit auf den verschiedensten verkehrstech­nischen Gebieten, so z. B. hinsichtlich der Ein­richtung von Kraf tpostlinien, hat,wie wir hören, soeben einen neue Ansporn erfahren. Dieser erstreckt sich auf einen durchgehenden Personen- und Gepäckverkehr zwi­schen Reichspoft und Reichsbahn, da von den Benutzern des immer umfangreicher werdenden Kraftpostverkchrs wiederholt der Wunsch ausgesprochen worden ist, eine solche Einrichtung zu treffen. Zur Zeit unterliegt diese Anregung bei der Reichsbahn und der Reichs- Post einer eingehenden Überprüfung. Schon jetzt kann indessen gesagt werden, daß die Einrichtung nur für solche Derkehrsbeziehungen in Betracht kommen wird, bei denen es sich um einen Ueber- gangsverkehr von Bedeutung handelt. Irn Zu­sammenhang damit ist man übrigens auch in Er­wägungen über eine Herabsetzung der Krastpo st gebühren, eingetreten, um zu Prüfen, inwieweit sich eine solche Ermäßigung rechtfertigen läßt. Im Prinzip geht dabei das Reichspostministerium von der Voraussetzung aus, daß bei der fortschreitenden Verkehrsentwicklung eine Ermäßigung der Gebühren von Fall zu Fall weiter vorgenommen werden wird.

Das Befinden des Reichskanzlers.

Berlin, 6. Aug. (TU. Funkspruch.) In der Presse war eine Meldung aus Heidelberg verbrei­tet worden, daß sich der Zustand des Reichskanz­lers erheblich verschlimmert lxabe. Wie von zustän­diger Stelle mitgeteilt wird, trifft diese Nachricht nicht zu. 9m Befinden des Reichskanzlers war in der vorigen Woche eine kleine Komplika­tion eingetreten, die aber bereits über­wunden ist. Es ist zu erwarten, daß der Reichs­kanzler seine Kur in Bad Mergentheim bald wieder fortsctzen kann.

Aus aller Welt.

Blutige Streikunruhen in Rumänien.

3800 Arbeiter der im Tal des Iiu-Flusses bei LuPeiri gelegenen Kohlenbergwerke sind in den Streik getreten, haben das Elektrizi­tätswerk besetzt und die Maschinen zum Still­stand gebracht, so daß während der Nacht der ganze Distrikt in völlige Dunkelheit gehüllt war. Auch die Pumpstationen der Bergwerke wurden außer Betrieb gesetzt, so daß die Gefahr besteht, daß die Gruben ersaufen. Der Staatsanwalt erschien mit einer Truppen­abteilung im Streikgebiet, um Verhandlungen mit den Streikenden zu führen. Die Besprechun­gen, an denen auch der Präfekt teilnahm, blieben jedoch erfolglos. Als der Staatsanwalt im Namen des Gesetzes die Streikenden aufforderte, die besetzten Gebäude zu räumen, wurden von den Arbeitern Schüsse abgegeben. Die Truppen erwiderten das Feuer. 16 Arbeiter wurden getötet und 60 verletzt. Die Gen­darmerie konnte nicht verhindern, daß der Leiter der Elektrizitätszentrale, Ingenieur Radotz. durch mehrere Messerstiche verletzt wurde. Die Streik­bewegung trägt zwar nicht ausgesprochen kommu­nistischen Charakter, doch sind die Teilnehmer meist Mitglieder der behördlich aufgelösten ver­einigten Gewerkschaften, die kommunistisch sind.

Ein neuer Afrikaflug Millelholzers.

Der durch seinen ersten Afrikaflug, seinen Flug nach Mittelafrika, bekannte Schweizer Flie­ger Mittelholzer wird Mitte Dezember dieses Jahres zu einem neuen Reiseflug nach Afrika starten, der über Aegypten und den Su­dan nach Innerafrika führen soll. Mittel- Holzer wird ein neues dreimotoriges Fokkerflua- zeug benutzen, das er auf mehrfachen Al­penflügen erprobt hat. Die Probeflüge in so großen Höhen waren notwendig, weil bei dem bevorstehenden Afrikaflug der Kenia und der Kilimandscharo, die beiden höchsten Bergstöcke Afrikas, überflogen werden sollen. Mittelholzer unternimmt die Luftreise zusammen mit einer englisch-holländischen Jagdgesellschaft, und der Hauptzweck' des Unternehmens ist die Iagd auf Löwen und Elefanten.

Der englische Luftmarschall besichligl das Flugschiff Do. X".

Sir Sefton Brancker, der Luftmarschall von Großbritannien, stattete der Dornierroerft in Altenrhein einen Besuch ab, um das Flug- schiffDo. X" zu besichtigen. Troß des sehr schlech­ten Wetters nahm Sir Sefton Brancker in Be­gleitung von Dr. Dornier an einem Probe- fluge des Flugfchiffes teil. Nachdem auch die Werftanlagen besichtigt waren, kehrte Sir Sefton Brancker, der mit einem Flugzeug aus London gekommen war, dorthin zurück.

Ehrung deutscher Seeleute.

Am 29. Iuli geriet das dänische Motor­schiffThea" auf der Ostsee in Seenot. Die HochseefähreSchwerin", die zwischen Warnemünde und Gjedser verkehrt, setzte ein Rettungsboot aus, dem es nach langer, ge­fahrvoller Arbeit gelang, die ganze Besatzung derThea" zu retten. Die Tat hat seiner Zeit in den dänischen Blättern hohe Anerkennung gefunden. Die dänische Regierung hat jetzt den beteiligten Rettern durch die mecklenburgische Regierung ihre Anerkennung aus­sprechen lassen und dem Kapitän derSchwe­rin", Pechol, eine goldene Uhr, dem Steuermann Lerch, der das Rettungsboot führte, ein wert­volles Prismenglas und vier Matrosen silberne Pokale mit Widmung überreichen lassen

Ein Millionenbetrug vor Gericht.

Dor dem Schöffengericht Berlin-Mitte beginnt am kommenden Montag der große Prozeß gegen die Ban derolen s ch w i nd1er Shre und Genossen. Die Aufdeckung der großen Danderolenschwindeleien, bei denen das

Reiches Fälschungen Von Tabakbanderolen auf, ohne daß es damals gelang, den Tätern auf die Spur zu kommen. Es konnte lediglich festgestellt werden, daß die Schiebungen von Hamburg, Dresden, Köln und Berlin auägingen. Erst zwei Iahre später, also 1926, gelang es, auf die Spur einer verzweigten Schiebergesellschaft zu kom­men, deren Haupt, Friedrich Syr6, sich am Montag vor dem Berliner Gericht gemeinschaft­lich mit seinen Helfern und Helfershelfern zu verantworten haben wird. Im ganzen stehen außer dem Hauptbeteiligten 20 Angeklagte vor Gericht. Es wird ihnen Steuer­hinterziehung und Betrug in Gestalt von Banderolenfälschungen zur Last gelegt. Da sie auch an dem großen Einbruch in das Ber­liner Hauptzollamt beteiligt waren, bei dem ihnen Banderolen für annähernd 900 000 Mark in die Hände fielen, werden sie sich auch wegen Diebstahls zu verantworten haben. Weiter wird dem Betrügerkonsortium vvrgeworfen, daß sie Auftragszettel gefälscht und dadurch große Mengen von Steuerwertzeichen erbeutet .haben. Man nimmt an, daß der Riesenprozeß, zu dem etwa 100 Zeugen und zahlreiche Sachverständige geladen sind, mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird.

Polizei und Presse.

Während der Berliner Maiunruhen wurden>in Neukölln zwei Berliner Jour- n a l i st e n durch das rigorose Vorgehen einiger Polizeibeamten an der Ausübung ihr es Berufes gehindert und mißhandelt. Gegen den schuldigen Offizier war vom Polizei­präsidenten sofort ein Dorf ahren einge­leitet worden. Er ist jetzt nach Hanau a. M. strafversetzt worden.

Der Verkauf des Eibsees.

Die Bayrische Volkspartei hat im Landtag Ausschluß verlangt, ob die Zeitungsnachrichten von einem beabsichtigten Verkauf des den Ge­brüdern Seme gehörenden Eibsees an ein ame­rikanisches Konsortium richtig sei. In der Erklärung der Staatsregierung wird mitge­teilt, daß sich die bayerische Staatssorstverwaltung gegen die Gebrüder Serne ständig in einer ihr auf gezwungenen Abwehrstel­lung befinde. Sollte die angebliche Verkaufsab­sicht der Eibseebesiher wider Erwarten verwirk­licht werden, so bestünde zu Befürchtun­gen wegen einer vollständigen Abschließung des Eibsees fein Anlaß; da die Usergrund- ftüde mit geringer Ausnahme dem Staate gehören, so dürfte eine solche Abschließung kaum möglich sein. Jedenfalls wird die Staats­regierung alles auf bieten, um eine solche Maß­nahme zu verhindern.

Die Bayreuther Festspiele 1930.

Im Bayreuther Festspielhaus haben die Vor­bereitungsarbeiten für die Spielzeit des kommen­den Jahres eingesetzt. In den Schneiderwek- ftätten wird gearbeitet, um die neuen Kostüme fürSannhäuse r fertigzustellen. Auch die Szenerien dieses seit 1904 nicht mehr dort auf- geführten Werkes sind nach den Angaben Sieg­fried Wagners durch Kurt Söhnlein, Hannover, neu entworfen. In der enusbergszene wird die Tanzschule Laban mitwirken. Als musikalischer Leiter tritt zum erstenmal der berühmte Diri­gent der Mailänder Scala, Arturo Tosca- nini, an das Dirigentenpult des Festspielhauses. Mit ihm wid der Münchener Staatskapellmeister Karl E l m e n d o r s f in der Leitung desTann­häuser" wechseln. Toscanini dirigiert auch die drei Aufführungen desTristan". Die Auf­führungen desParsifal" leitet wieder Dr. Karl Muck. Zwei zyklische Ausführungen desRing der Nibelungen", in deren musikalischer Leitung Siegfried Wagner und Karl Elmendorfs wechseln, sind ebenfalls angesetzt.

Tokio, 6. August. (Reuter.) Wie in gut terridjteten Kreisen verlautet, hat sich die Re­gierung dahin entschieden, daß einStärke- verhältnis von 10:10:7 in Hilfs­kreuzern für Iapan unbedingt erforderlich ist und daß Japan daher noch mehrere

aber schon in seiner Beweisführung in sich zu­sammenfiel.

Der Verband der nationalen Minderheiten in Deutschland oerlanat die kulturelle Ent­wickln n g s f r e i y e it ohne kulturelle Autonomie. Wie er sich das vorstellt, gibt er nicht an, und man erkennt daraus, wie sehr ge­rade diese Frage noch einer klaren Festle - gung durch den Völkerbund, als dem Schützer der nationalen Minderheiten, bedarf. Er verlangt weiterhin die Institution eines europäischen Kulturbundes als Pendant zum Völkerbund. Was das bedeuten soll, ist allerdings nicht zu ver­stehen. Denn die europäischen Nationalitätengrup­pen haben sich ja felbft eine Organisation ge­schaffen, die ohne Frage ein durchaus wertvolles Organ zur Vertretung ihrer Interessen ist. Die Notwendigkeit einer neuen Organisation erscheint deshalb nicht gerade zweckmäßig. Dagegen muß der 5. Punkt der Forderungen des Verbandes, der die Entpolitisierung der Minder­heitenfrage" verlangt, begrüßt werden, da die Entwicklung ja zur Genüge dargetan hat, wie wenig zuträglich den Minderheiten eine Politisierung ist.

Programme sind immer zu begrüßen. Aber sie müssen, wenn sie wirksam sein wollen, auch auf dem Boden konkreter Vorschläge erwachsen. Der Verband der nationalen Minder­heiten in Deutschland dürfte ohne Frage nütz­liche Arbeit im Interesse aller Minderheiten leisten, wenn er sich anschickt, seine Ziele ge­nauer und klarer zu formulieren. Es muß in der Minderheitenfrage eine endgültige Lösung erstrebt werden. Dies hat gerade Deutschland immer mit allem Nachdruck vertreten. Und in erster Linie sind es die Minderheiten selbst, die die praktische Vorarbeit dafür leisten können.

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