Ausgabe 
7.8.1929
 
Einzelbild herunterladen

pro

De­den Der

Oberheffen.

Zettel- und ZIegenmarlt mit Prämiierung in Hungen.

L Hungen, 6. 2lug. Zu dem gestern hier ab­gehobenen Ferkel - und Ziegenmarkt wa­ren 455 Ferkel und 158 Ziegen einschließlich Läm­mer aufgetrieben. Der Handel auf dem Ferkel­markt war gut, während der Verkauf auf dem Ziegenmarkt infolge des starken Angebots von Jungböcken zu wünschen übrig lieh. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis zu 35 Ulf., 6 bis 8 Wochen alte 3645 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 45-55 Mk., 10 bis 12 Wochen alte 56 bis 62 Mk., Einleger bis zu 80 Mk. das Stück. Zie­genböcke wurden verkauft je nach Ware bis zu 100 Mk. das Stück. Mit dem Ziegenmarkt war eine Prämiierung von Ziegen verbun­den, die folgendes Ergebnis hatte:

Klasse I. Böcke (2 Jahre und älter): 1. Preis (10 Mk.): Gemeinde Utphe. 2. Preise (8 Mk.): Gemeinde Obbornhofen, Gemeinde Hat­tenrod. Anerkennung (3 Mk.): Gemeinde Hun­gen, Gemeinde Laubach.

Stadtsekretärs ins Auge zu fassen sei. Die Sache wird nochmals vertagt. Dom Beigeordneter wird vorgeschlagen, anläßlich des Verfas­sungstages ein Platzkonzert und ein Feuer­werk zu veranstalten. Der Gemeinderat lehnt mit 6 gegen 4 Stimmen cs ab, Mittel für den vom Deigeordnelen gemachten Vorschlag zu bewilligen.

* Grüningen, 6. Aug. Am vergangenen Sonntag feierte der hiesige TurnvereinGut Heil" sein 20jähriges Destehen, verbunden mit einem Vereinswetturnen. In den Morgenstunden wickelte sich in flottem Tempo der - Wettkampf ab. Sonderwettkampf zeigte den einzelnen Turner auf seinem Spezialgebiet. Vach dem Eintreffen der geladenen auswärtigen Vereine wurde mit­tags der Festzug aufgestellt, Unter Musikbeglei­tung bewegte er sich durch unser Dorf. Auf dem Festplatz angekommen, fand die allgemeine De- grüßung durch unseren Ehrenvorsitzenden, Lehrer-

Eingesandt.

(, c Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Sladtanlelhea.

Unter den Anleihebesihern der Stadt Gießen herrscht großes Erstaunen, Beunruhigung und vielfach Erbitterung darüber, daß die Stadtver­ordneten die Aufwertung der Gießener An­leihen auf den Mindestsatz von 12,5 für das Hundert festgesetzt haben. Der Treuhänder hat dem Vernehmen nach dies auch nicht anerkannt und die Aufwertung auf 20 Prozent beantragt. Gießen hat dagegen die Entscheidung des Mini­steriums angerufen. Der Degründung, daß die Stadt Gießen kein Geld für eine höhere Auf­wertung hat, steht der Umstand entgegen, daß Gießen allgemein für eine der reichsten Städte von Hessen gilt, auch fortwährend große Ankäufe tätigt, so folgte dem Duschschen Garten, der jetzigen Dürgermeisterei, die Liebigshöhe, die Philosophenwaldwirtschaft, das Einhorn, die Hardthöse, die Lackfabrik in den Eichgärten usw., auch leistete die Stadt große Beiträge für Sport­plätze, die Volkshalle, die Flugplatzeinrichtung usw. Jetzt zuletzt noch schuf sie an der Carl-Vogt- Straße eine monumentale Treppen- und Brun- nenanlage mit einer Säulenhalle darüber, die Gießener Propyläen genannt. Daß Gießen die Mieteinnahmen der Gnauthstrahe bei einem Ka­pitalaufwand von 3000 Reichsmark einzieht (In), ist früher schon einmal ausgeführt worden.

Der Gießener Bürger, der seinerzeit ver­trauensvoll Stadtanleihen nahm, fragt sich, warum er zugunsten derer benachteiligt werden solle, die ihr Geld anderweitig anlegten, und wird für die Folge allen Stadtanleihen, auch wenn man nun den Ausweg der Sammelanleihen wählt, sehr mißtrauisch gegenüberstehen. Dazu kommt, daß andere Städte viel höher aufwerteir, das hessische Babenhausen 20 Prozent, sogar in bar. Daß eine Verkürzung der Stadtanleihe- besiher der Stadt die Verwaltung sehr erleichtert, kann zur Entschuldigung derselben nicht dienen. Auch der Einwand, daß dann die Steuern er­höht werden mühten, kann nicht gelten. Kein ge­recht denkender Bürger wird sich auf Kosten der gutgläubigen Anleihezeichner bereichern wollen. Auch bleibt immer der Ausweg, daß die Stadt einen kleinen Teil ihres reichen, noch in der letzten Zeit stark vermehrten Besitzes abstoßt. Käufer werden sich finden. Gesetzliche Bestimmungen stehen dem nicht entgegen. Gesetzlich ist eine Auf­wertung bis 25 Prozent vorgesehen und eine höhere Ablösung als das Minimum von 12,5 Prozent ausdrücklich angeregt. Wenn augenblick­lich das Geld knapp ist, könnten für später erhöhte Zuweisungen vorgesehen werden. Es ist zu hoffen, daß vorstehenden Erwägungen von den maß­gebenden Stellen Rechnung getragen wird. Es empfiehlt sich daher auch, die bezüglichen Papiere nicht aus der Hand zu geben. Für Sparkassen­guthaben wurden wenigstens 18 Prozent be­willigt.

Hause- wirb jedoch auf Vorschlag des Bürger- Meisters in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt.

Ein Vorschlag der Wasserkommission, bem Wassermangel zu steuern, indem jeder Ein­wohner, der eine Zapsstelle im Garten hat, mit 3 Mk. besteuert werden soll, fand keine Gegen­liebe. da ja hierdurch doch nicht der Zweck er­reicht würde. Der Gemcinderat sieht in der Anschaffung von W a f s e r m e s s e r n die ein­zige Möglichkeit der Abhilfe und beschließt dem­entsprechend. Angebote hierüber sollen dem Ge­meinderat vorgelegt werden und man hofft, durch den Bezug von zirka 1000 Wassermessern einen günstigen Preis'zu erhalten. Es wird ausdrücklich betont, daß die Anschaffung der Wassermesser das billigste für die Gemeinde ist, da hierdurch der Gemeinde weiter keine Kosten entstehen und je­denfalls viel Wasser gespart wird, was seither an die Stadt Gießen bezahlt werden muhte. Für die Reubauten Abel und Kreiling ist die Wasserfrage noch zu regeln. Es werden ver­schiedene Vorschläge gemacht und besprochen, doch wird an dem Vorschlag, die Wasserleitung vom Cichenröderweg ab zu legen, festgehalten.^er- meister Schvmber soll hierfür Voranschlag anfordern und dem Gemeinderat vorlegen zwecks endgültiger Regelung.

Ein Beschwerdeschreiben der Freiw. Feuer­wehr zwecks Verbot von Verleihen von Feuer­löschgeräten an Private und Geschäftsleute ruft eine größere Aussprache hervor. Der Gemeinde­rat beschließt, daß dies für die Folge ausge­schlossen ist und bewilligt die Reuanschaffung von 30 Meter Schläuchen. Wegen der Ersatzlei­stung durch den betreffenden Geschäftsmann soll die Feuerwehr ihr Gutachten über die Brauch­barkeit der von diesem gebrauchten Schläuche ab­geben.

Die Kosten für die Verfassungsfeier übernimmt die Gemeinde.

Ein Antrag auf Abgabe von Steinen aus dem Gemeindesteinbruch fand Annahme, je­doch sollen nur bis zu drei Wagen abgegeben werden zum Preise von zwei Mark pro Wagen. Die von der Gemeinde verpachtete Sandgrube soll für die Folge einer strengen Kontrolle unter­zogen werden: der Bürgermeister wird das Rot- wendige veranlassen.

Da Wieseck zur Zeit ohne geeigneten Dade- p l a h ist und den Freunden des Badens an der Lahn dauernd Schwierigkeiten entstehen, wird vom Gemeinderat dringend gebeten, die bereits seit langem mit der Gemeinde Launsbach ge­führten Verhandlungen zum 2lbschluh zu bringen, zumal die Kosten für die Benutzung des Launs- bacher Badeplatzes sehr gering sind.

Landkreis Gießen.

Momberger (Dießen) statt. 3» ferner Rede ging er auf den Zweck urtb die 3tcte der Deut­schen Turnerschaft ein und gab dann anschließend in kurzen Zügen ein Bild von der Geschichte des Turnvereins. Der Ansprache schloß sich das Schauturnen an. Die Damenriege des Turn­vereins Lang-Göns bot einige Reigen und meh­rere Gruppen Stabübungen. Eine Musterriege an Darren und Reck zeigte der Turnverein Münzenberg. Auf unserem Sportplatz neben der Sing- und Turnhalle wurden noch einige Faust' ballspiele zwischen den Vereinen Holzheim, Mün­zenberg und Grüningen ausgetragen. Dei Tanz verbrachte man den Rest des Rachmittags. Um 7 Uhr erfolgte die Preisverteilung. Die erreichte Punktzahl der einzelnen Turner erwies, daß sogar Höchstleistungen zu verzeichnen waren. Allge­meines Interesse erregten die am Abend vorge­führten gymnastischen Darbietungen und mehrere Keulenübungen. Allgemein kann gesagt werden, daß der aufstrebende Verein eine vorzügliche Entwicklung genommen hat.

+ Grünberg, 6. Aug. In der jüngsten Gemeinderatssitzung unter Vorsitz von . Beigeordneten Keller waren neun Gemeinde­räte anwesend. Eine Kommission hat die Traß- straße bei Hartmannshain besichtigt, und chr Urteil über diese Art der Strahenherstellung fällt in günstigem Sinne aus. Einstimmig faßt daher der Gemeinderat den Beschluß, die Pro­vinzialdirektion, Abteilung Tiefbau, zu ersuchen, dem Gemeinderat einen Voranschlag wegen I n - standsehung der Bahnhofstraße in Traß zu machen. Das an der einen Serie be­findliche Pflaster, sowie die Gosse, welche beide in schlechtem Zustande sind, sollen ebenfalls er­neuert werden. Da zur Bahnhofstraße etwa 7000 Mark nötig sind, außerdem für Wasserleitung in der Färbgrabengasfe und Wasserleitung und Kanalisation in der Gartenstraße weitere 4000 Mk., so soll mit der Bezirkssparkasse, dem Vvrschutz- verein und dem Bankgeschäft PH. I ö ck e l wegen der Geldbeschaffung unterhandelt werden. Der Straßenbau des Reststückes der Theo-Koch- Straße, an dem das neue Finanzamt liegt, der von einem Gemeinderate wegen der Eröffnung dieses Gebäudes am 1. September angeregt wird, soll noch zurückgestellt werden, bis sich die voll­ständige Senkung des an/gefüllten Bodens voll­zogen hat. Die Durchführung der Garten- straße durchschneidet das Grundstück eines Be­sitzers' in die Siraßenflucht fallen 408 Quadrat­meter, während 601 Quadratmeter als unwirt­schaftlich gelegene Reststücke zu beiden Seiten liegenbleiben. Mit dem grundsätzlich von der Stadt festgelegten Preise von 1,50 Mark Quadratmeter für Straßengelände ist der siher einverstanden, dagegen fordert er für Quadratmeter der Reststücke 2,50 Mark. Gemeinderat beschließt als letztes Angebot nur 1,80 Mark zu bewilligen. Die vom Gemeinde­rat Z i n ß e r vorgelegte Ortssatzung, welche die Anstellung eines Derufsbürgermeisters Vor­sicht. ist Gegenstand längerer Aussprache. Der Beigeordnete, sowie die Gemeinderäte Zintzer und Schmidt sprechen sich in zustimmendem Sinne aus, während die Gemeinderäte R o t b und Schetlhaas im Grunde wohl dafür sind, aber die Sache noch für verfrüht halten. Vom Beigeordneten wird darauf hingewiesen, daß bei der wohl bald erfolgenden Ruhestandsversetzung des StadtdienersKreuder dje Anstellung eines

Ülus der Provinzialhauptstadt.

I Gießen, den 7. August 1929.

Gießener Verfaffungsfeier.

Wie bereits mitgeteilt wurde, beginnt die Die- Heuer Berfassungsseier am tommenben Sonntag, 11. d. M., pünktlich 15,15 Uhr in der Volkshalle. Das Musikkorps des 1. Datl. Jnf.-Reg. 15, die Gesang-, Turn- und Sportvereine wirken mit. Am Sonntagvormittag ist ein Anlagen kontert der Militärkapelle in Der Südanlage vorgesehen. Zur Feier in der Volkshalle laden im heutigen Anzeigenteil Provinzialdirektor G r a e f und Oberbürgermeister Dr. Keller ein; es sei noch­mals auf diese Bekanntmachung hingewiesen.

*

Unter dem TitelZehn Iahre Deutsche Republik" haben die hessischen Landtagsab- gcorbneten Reiber und Storck ein Gedenkbuch zum Verfassungstage 1929 herausgegeben, das im Verlagshaus von Wolfgang Schröter in Darmstadt erschienen ist. Das Büchlein enthalt folgende Beiträge: Staatspräsident Dr. h. c. Adelung:Zehn Jahre Deutsche Republik; Kreisschulrat Karl Storck, M. d. L.:Der erste Reichspräsident"; Kreisschulrat Ignaz Goh:Hin­denburg"; Minister Leuschner:Vom deutschen Dolksslaat. Die Bedeutung der Weimarer Ver­fassung"; Rektor Julius Reiber, Md. L.:Die Kulturaufgaben der Deutschen Republik". Finanz­minister Kirnberger:Von Volks- und Völker­gemeinschaft"; Minister für Arbeit und Wirt­schaft Korell:Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der letzten zehn Jahre"; Krcisschul- rat Wilhelm Loos:Der Deutschen Republik". Weiter sind in diesem Gedenkbuch die Bilder der beiden Reichspräsidenten enthalten. In erster Linie ist die Schrift für Schüler bestimmt.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Son­derkonzert, ausgeführt vom Musikkorps I./15, 20i Uhr, Liebigshöhe. 117er: Mitglieder-Versamm­lung, bei Kamerad Emil Sied, Hammstraße. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna".

Eine Massenchor-Probe der Ge­sangvereine zur Derfassungsfeier am kommenden Sonntag findet morgen, Donnerstag, 20.30 Uhr in der Volkshalle statt. Man beachte die heutige Anzeige.

Sonderkonzert. Für das heute abend auf der Liebigshöhe stattfindende Sonderkonzert der Militärkapelle ist von Obermusikmeister Go­ber eine geschmackvolle Zusammenstellung von Musikstücken älterer und moderner Komponisten vorgesehen. U. a. bringt die Vortragsfolge je ein Solo für ViolinceUo (Ich grüße dich") und für Trompete (Die Teufelszunge"). Außerdem kom­men zum Vortrag Stücke aus den OpernRo­samunde",Faust",Bohöme" undHoffmanns Erzählungen". Der zweite Teil beginnt mit einem Fanfarenmarsch für Heroldtrompeten und Kesselpauken; das Konzert findet mit zwei neuen Schlagern seinen Abschluß.

* Rundflüge über Gießen. Von heute ab finden, wie man uns mitteilt, bis auf weiteres vom Gießener Flugplatz aus zu mäßigen Preisen Rundflüge mit einer Sportmaschine statt. Inter­essenten seien auf die heutige Anzeige verwiesen.

* Straßensperrung, mitgcteilt vom Oberhefsischen Automobilklub E. V. (A. v. D.) Gießen: Die Strecke SimmersbachOberdieten im Zuge der Straße DillenburgEibelshausen- BreidenbachBiedenkopf ist von Kilometer 17,7 bis 18,5 bis einschließlich 15. August 1929 für Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge gesperrt. Um­leitung über Oberhörlen.

" Der Hessische Chordirigenten- Verband veranstaltet am 7. und 8. September in Offenbach a. M. eine Tagung zur Weiter­bildung der Chordirigenten.

" D. H. V. Auf dem 4. Reichsjugendtag des Bundes der Kaufmannsjugend im Deutschnatio­nalen Handlungsgehilfen-Verband in Danzig wurden kaufmännische Berufswettkämpfe durch­geführt, an denen viele hundert Kaufmannslehr­linge und Junggehilfen aus allen Volksdeutschen Gebieten teilnahmen. Die beruflichen Wettkämpfe, die In Kurzschrift, Situationsaufgaben und Fremd­sprachen ausgetragen wurden, waren nach De- russgrmppen und Lehr- bzw. Gehilfenjahren ge- gltebert. Aus der Ortsgruppe Gießen des D.H.V. konnte der Jungkaufmann Otto Erb einen zwei­ten Preis in der Fachgruppe Versicherungen er­werben.

Klasse Ii. Böcke (1 Jahr alt) : 1. Preis I (10 Mk.): Gemeinde Hattenrod. 2. Preis (8Mk.): Gemeinde Inheiden. 3. Preise (5 Mk.): Gemeinde Laubach; Heinrich Münster, Hattenrod.

Klasse 111. Ziegen (3 Jahre und äl- ster): 1. Preise (10 Mk.): Friedrich Löffler, Hungen; Friedrich Stauf, Utvhe; Andreas Bur­kart, Ettingshausen; Jakob Raumann, Laubach; Karl Münster, Hattenrod. 2. Preise (8 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Wilhelm Konr. Dern II., Lang-Göns; Heinrich Albohn HL, Hattenrod; Wilhelm Keil II., Ettingshausen; Karl Otto Jä­ger, Laubach; Karl Peter, Laubach. 3. Preise (5 Mk.): Philipp Schul Witwe, Hattenrod; Hugo Keil, Ettingshausen; Karl Börger, Bellersheim. Anerkennung (3 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Wilhelm Grünbein, Hungen; Wilhelm Kaiser, Bellersheim.

Klasse IV. Ziegen (2 Jahre alt): 1. Preis (10 Mk.): Heinrich Rau IV., Hattenrod. 2. Preise (8 Mk.): Heinrich Münster. Hattenrod (zwei); Otto Fink, Hattenrod; Dietrich, Hatten­rod; Rudolf Hahn, Obbornhofen. 3. Preise (5 Mark): Gotth. Stein, Ettingshausen; Ferdinand Kammer 11., Obbornhofen. Anerkennung (3Mk.): Wilhelm Keil, Ettingshausen.

Klasse V. Ziegen (1 Jahr alt): 1. Preis (10 Mk.): Wilhelm Kaiser, Bellersheim. 2. Preise (8 Mk.): Friedrich Stauf, Utphe; Hein­rich Münster, Hattenrod; Köhler, Bettenhausen. 3. Preise (5 Mk.): Karl Schwarz, Hungen; Fried­rich Löffler, Hungen; Heinrich Rühl II., Utphe; Wilhelm Schwarz, Utphe; Rudolf Hahn, Obborn­hofen; Valentin Weppler, Harbach; Andreas Burkart, Ettingshausen; Wilhelm Keil II., Et­tingshausen; Emil Schäfer, Hungen.

Klasse VI. Zeitziegen: 2. Preise (6 Mark): Karl Otto Jäger, Laubach; Wilhelm Keil II., Ettingshausen; Gotth. Stein, Ettings­hausen; Heinrich Münster, Hattenrod.

Schlußberatung zum Voranschlag in Wieseck.

jt, Wieseck, 6. Aug. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner letzten Sitzung mit der Schlußberatung zum Voranschlag. Die Umlage, die mit 60 895 Mk. festgesetzt war, wurde durch verschiedene Abstriche und Aende- rungen auf 53 000 Mk. festgesetzt und vom Ge­meinderat gegen die zwei Stimmen der Kom­munisten genehmigt. Die Steuersätze für Grund­steuer auf Gebäude und Bauplätze, für Grundsteuer auf land- und forstwirtschaftlich ober gärtnerisch genutzte Grundstücke, sowie die Ge­werbesteuer werden vom Kreisamt nach Prüfung des Voranschlags festgesetzt, und wird dann der Gemeinderat in einer späteren Sitzung diese Sätze beschließen.

Die Besetzung des Polizeidiener- postens, der großes Interesse entgegengebracht wurde, war für viele eine Ueberraschung. Wurde doch der seitherige Flurschütz Vogel mit zwölf Stimmen gegen den Wachmann Karl Weller, der nur 5 Stimmen erhielt, gewählt. Der seit­herige Gemeindeschäfer, der durch die Auf­gabe der Schäferei frei wird, wird als Flur- schüh eingestellt. Ein Vorschlag von Gemeinderat Werner, die Besetzung des Wiesenwärter­postens mit dem Gemeindetaglöhner- und Fried­hofswärterposten zu vereinigen, fand bis auf eine Stimme Annahme.

Der Bericht der Baukommissivn wurde zum Teil von Bürgermeister Schorn- b e r und von Mitgliedern der Kommission er­teilt, und es fand hierbei eine rege Aussprache statt. Besonders war es die Auseinandersetzung mit einem Anlieger an der Straße nach Gießen, wo das von diesem erworbene Gelände zum Teil für den durch den Bebauungsplan vorgesehenen freien Platz (angrenzend an die Gemarkung Gie­ßen) verwendet werden muß. Die von dem An­lieger gemachten Bedingungen kann die Ge­meinde nicht eingehen und wurde deshalb Bür­germeister S ch o m b e r beauftragt, nochmals mit dem Betreffenden zu verhandeln. Ferner wird der Gasometer an der Gießener Straße dem­nächst einen anderen Standort erhalten. Der Platz wird noch bestimmt.

Ein Vorschlag der Baukommissivn, der den Bau von 12 Wohnungen (dreimal drei Zimmer und neunmal 2 Zimmer) vorsieht, fand Annahme, jedoch soll dadurch das Bauvorhaben der Baugenossenschaft nicht beeinträch- tigt werden, sondern auch dieses Bauvorhaben (vorgesehen sind auch hier 12 Wohnungen) soll von der Gemeinde durch Bereitstellung von Ge­lände unterstützt werden. Für die Gemeinde­bauten sollen alsbald Skizzen und Voranschläge vorgelegt werden.

Dem Schmerzenskind Wiesecks, Strahen- inst ands etzung, soll nun auch bald abge­holfen werden. Vorerst sollen deswegen die Kana- lisierungsarbeiten in der Gießener Straße, der Philosophenstraße und der Möserstraße durchge- füchrt werden. Voranschläge für diese Arbeiten sind bereits angefordert. Die Hausanschlüsse zur Kanalisierung in der Kornblumenstraße werden diesen Herbst durch die Gemeinde auf Kosten der Anlieger durchgeführt. Um den Haus­besitzern die Sache zu erleichtern, können diese die Kosten in bis zu drei Jahresraten bezahlen. Hierbei wird gewünscht, daß diese Arbeiten durch hiesige Erwerbslose ausgeführt werden, damit die Gemeinde die Möglichkeit hat, den Zuschuß von der Erwerbslosenversicherung zu erhalten, denn nur dadurch ist es möglich, die Arbeiten über­haupt auszuführen.

Wegen des Verkaufs des Backhauses an der Gießener Straße an Wilhelm Haas ha­ben wiederholt Verhandlungen stattgefunden und nun drängt Haas auf Erledigung, da er noch die­ses Jahr mit seinen Um- und Reubauarbeiten beginnen will. Sein Angebot auf Barentschädi- gung von 3500 Mk. an die Gemeinde und Ueber- nahme der Kosten für den Abbruch des Back-

Bücheriisch.

Heidelberger Festspielbuch 1 92 9. Herausgegeben vom Verein Heidelberger Fest­spiele e. V. VerlagDas Theater", Berlin w 35. Das Buch bringt eine Reihe bedeutsamer Bei­träge erster Autoren. Gerhart Hauptmann ist mit einer Reihe menschlich und dichterisch bemer­kenswerter Aphorismen vertreten. UeberFlo­rian Geyer" als nationales Drama schreibt Al­fred Kerr. Zur Aufführung vonTroilus und Cressida" führt ein Essay von Wilhelm von Scholz. Arthur Eloesfer gibt eine schöne Be­trachtungThomas Mann als Redner", der bekanntlich in diesem Jahre die Eröffnungs­rede der Festspielr gehalten hat.

Berliner Börse.

Berlin, 7. August. (WTB. Funkspruch.) Es läßt sich bei der Geschäftsstille im heutigen Frühverkehr noch keine Tendenz erkennen. Die Momente, die zu der gestrigen Schwäche führ­ten, scheinen heute nicht mehr vorhanden zu sein, deim einerseits ist der Geldmant in Reu- york wieder leichter geworden, anderersetts hat sich der Pfundkurs in Paris wieder wesentlich gebessert, so daß die Goldarbitrage von England nach Frankreich unlvhnend wird. Kurse sind noch nicht zu hören.

tttvanke, sebwSebllche Ätafret

sind Sorgenkinder!

Kttteke un-» AMch

schaffen

blühende, gesunde ^lndev.

w

Verkauf durch Willi Letsch, Giefeen, Krofdorfer Strafte 16, Fernruf 3235.

SCHÖNAU b. CHEMNITZ

1H

2316V