Ausgabe 
6.11.1929
 
Einzelbild herunterladen

Tv

Hi

Oie Jagd im November.

Nun klingen die Hörner, läuten die Hunde und knallen die Büchsen im herbstlichen Wald.

Die Brunft des Rotwildes wie auch des Damwildes ging zu Ende. D e stark abgekom­menen Hirsche werden in pfleglich behandelten Revieren vom Abschuß nach der Feiste und Brunft ausgeschlossen, und dec Hauptaugenmerk gilt dem richtigen Wahlabschuh unter dem Kahlwild. Pürsch und Anstand sind auch hier die besten Methoden, während die Treibjagd stets dem Gedanken einer Hege mit der Büchse zuwider­läuft.

Das Schwarzwild ist feist. 3m Wald bie­ten Bucheckern oder Eicheln ihm reiche Mast. Fehlt es aber daran, so werden draußen auf den Feldern» die schon abgeernteten Kartoffel­äcker immer' wieder umgebrochen. Sobald die erste Reue fällt, wird mit dem Kreisen und Be­lagen begonnen.

Das Rehwild trägt sein graues Winter­kleid und steht in warmen Dickungen. Der Dock- abschuh dürfte für dieses 3ahr beendet sein. Der Wahlabschuß der Ricken sollte nur auf Pürsch- gang und Anstand erfolgen. Rur so kann dec Ab­schuß in wirtschaftlich richtiger Weise erledigt werden, wenn gleich es auch bequemer ist, den Abschuß auf der Treibjagd vorzunehmen. Rur über das Schicksal der mit Schrot angeblich ge­fehlten Rehe gibt man sich nicht gern Rechenschaft. Wieviel tragen die Schrote als-Hcsache langsamen Krankens und Verendens in sich. Qualvolles Ende und wirtschaftlicher Verlust sind das End­ergebnis. Das gesamte Rehwild hat in Hessen noch bis zum 30. November Schuhzeit. 3n Preu­ßen dagegen begann am 1. Rovember die Schon­zeit des Bockes, so daß durch die Verkürzung der Rickenschuhzeit (nur Dezember) dort im Novenber alles Rehwild Schonzeit hat. Eine Ausnahme macht die Rheinprovinz (ohne den Kreis Wetz­lar!). Hier spielt die Politik in den Rehw.ld- abschuh hinein. Denn die Besatzung befürchtete, vor der Räunrung ihre 3agden nicht mehr aus- schiehen zu können. Deswegen begann dort die Schuhzeit schon am 1. Rovember. Armes Reh­wild!

Der Hase steckt im Holz, solange es auf den Feldern noch unruhig ist. Allerdings rückt er gern aus, wenn das Laub fällt. Auf alten Sturzäckern, am Dachufer, in Wintersaaten hat er dann seine Sasse. Zur wirtschaftlichen Deja- gung des Hasen eignet sich am besten die Treib­jagd, und zwar am meisten das Standtreiben. Die Suchjagd mit der Verleitung zu schlechten

Weitschüssen und Schüssen von hinten sowie mit ihrer Hnruhe, wenn sie häufig ausgeübt wird, sollte man auf kleine Revierteile mitKüchen- hasen" beschränken, wenn der Hasenbesatz einiger­maßen eine Treibjagd lohnt.

Die Rebhühnerjagd ist vorüber. 3m Wald liegen Zugschnepfen, die mit kurz suchendem Hund gejagt werden können.

Dald werden sich nun auch nordische Enten einstellen. Die 3agd auf unsere heimatlichen war infolge des letzten Winters fast gleich Rull. Auf Flüssen und Dächen fallen sie ein. Eeeblänken und überschwemmte Wiesen üben eine besondere Anziehungskraft auf die Dreitschnäbel aus. Auch Gänse stellen sich meist ein, wenn es kälter geworden ist.

Die sinkende Temperatur wirkt auch günstig auf den F u ch s b a l g ein, der nun beginnt, eine willkommene Deute zu werden. Grim­bart, der Dachs, ist feist und lohnt das Gra­ben, wenn er nicht in dachsarmen Revieren ge­schont werden soll.

So bietet das Weidwerk im Rovember dem 3äger Freude genug. Doch darf er darüber nicht vergessen, daß ihn jeder Tag dem Winter näher bringt. Wer weih, wie er werden mag. Wer es gut meint mit seinem Wild, der baut vor. Die Futterplätze sind e.nzurichten und soweit zu be­schicken, daß das Wild sich daran gewöhnt und weih, wo es etwas findet, wenn die Rot kommt. Desonders wichtig ist diese Mahnahme bei Fa­sanen, die gern verstreichen, wenn sie nicht bald etwas finden, wenn die Aesung knapp wird. Desonders sei auch auf die Vorbereitung von Hühnerfütterungen hingewiesen. Es hat keinen Sinn, alljährlich über schlechte Hühnerjagd zu klagen, wenn man nichts zu ihrer Hebung tut Die Ursachen ihre^ Rückganges mögen mancherlei Art sein. Sicher -st, daß Fütterungen auf freiem, deckungsarmem FeU), die dem Huhn Schuh und Nahrung geben, ausgezeichnet sind und eines der besten Mittel zur Erhaltung und Hebung des Hühnerbesahes. Für Rehwild und Rotwild sei besonders an die Erneuerung der Salzlecken, die nur wenig kosten und glänzend wirken, erinnert. Sie fesseln das Wild an bestimmte Revier­teile, halten es von den Grenzen fern und locken es zu den Fütterungen, wenn es nottut. Heber aller Freude am Weidwerk steht der Spruch:

Kein Heger kein 3äger!"

. Hubertus.

noch werden, bah sämtliche Ausstellungsgegen­stände ausgenommen die Kinderarbeiten von Mitgliedern der Berufsorganisation der Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Zugend­leiterinnen, Ortsgruppe Gießen, angefertigt sind. Die Ausstellung war Montag bis Mittwoch ge­öffnet und fand allgemeinen reichen Beifall.

** Für den 7. November gesperrt. Der Stcaßenübergang km 1,215 dec Bahnstrecke Gießen Gelnhausen (2l u l w e g) wird für den 7. November von 8 bis 17 Uhr wegen Einbaues einer neuen Schrankenanlage nebst Straßenkanal für den Ver­kehr von Fahrzeugen aller Art gesperrt.

* Oeffentliche Düchechnlle. 3m Okto­ber wurden 1190 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: erzählende Literatur 813, Zeitschrif­ten 34, 3ugendschriften 91, Gedichte und Dramen 12, Länder- und Völkerkunde, 47, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 83, Kunstgeschichte 20, Raturwissenschaft und Technologie 31, Heer- und Seewesen 8, Haus- und Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 6, Religion und Philosophie 7, Staatswissenfchaft 13, Sport 2, Fremdsprachliches 8 Bände. Rach auswärts kamen 6 Bände. Zugang neuer (z.T. gestifteter) Bü­cher in Auswahl: Romane: H. Dlunck: Die Weibsmühle: F. Dostojewski: Die Brüder Karamasow: Kl. Hofer: Sonja Kowalewsky: 3. Laufs: Peodje Puhl: G. Renker: Stadt der 3ugenb; Heilige Berge: II. Sinclair: Wallstreet: H. Stegemann: Ende des Grasen Krall: Klara Diebig: Die mit den 1000 Kindern: F. Werfel: Tod des Kleinbürgers. Reisen: F. Doflein: Ostasiensahrt: K. Kirchäss: Meine Weltumseg- lung: G. Pfeffer: Die weihe Mah: 3. Wiese: Gustav Rachtigal. Heimatkunde: Der Glei­berg in Ratur und Geschichte. Erziehung: C. Spranger: Psychologie des 3ugendalters. Staat und Recht: Marianne Weber: Ehe­frau und Mutter in der Dechtsentwicklung: Staat und Recht im neuen Deutschland. Herausgegeben von B. Harms (ein zweibändiges Sammelwerk). Lebensbeschreibung: Marie dAgoult: Memoiren: F. Dostojewski, geschildert von seiner Tochter Aimee: 3ugendbriefe von Emile Dubois- Regmond: Wilhelm Kahl, von M. Alsberg: R. Presber: Aus der 3ugendz?it: Theodor Storm, ein Bild seines Lebens, von G. Storm: Maria Zanders, das Leben einer bergischen Frau, von Anna Casparh. Der Weltkrieg: E. Dwinger: Die Armee hinter Stacheldraht: F. Raucheisen: Westfront: L. Renn: Krieg. Raturwissen- schaft und Technik: R. Pohl: Einführung in die Elektrizitätslehre: 3os. Plaßmann: Him­melsbeobachtungen ohne Fernrohr: 3oh. Wal­ther: Bau und Bildung der Erde: Deng-Berg: Tockem, der See der wilden Schwäne: Otto Willi Gail: Mit Raketenkraft ins Weltall. Viele 3ugendschriften.

** HeberAutomobikbau und Ver­kehr s o r d n u n g" hielt am Sonntagvormitttag vor einem Kreise geladener Personen der Auto­mobilvertreter und Fahrlehrer Hrch. Appel in seinem Ceschäftslokal einen sehr instruktiven Vortrag. Herr Appel machte die Zuhörer unter Demonstrationen an einem von der Karosserie freigemachten AutomobilfahrgesteU zunächst ein­gehend mit den technischen Dingen des Auto­mobilbaues bekannt. Sehr aufschlußreich erläu­terte er die Funktionen des Diertakt- und des Zweitaktmotores, besprach den Gang des ganzen Getriebes, der Bremsen, Kuppelungen usw. Auf Grund seiner fachmännischen Erfahrungen be­tonte er unter Hinweis auf die motorische Lei­stungskraft, daß ein Kraftfahrer, der mit seinem Fahrzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 60 Kilometern in der Stunde entwickele, die Herr­schaft über den Wagen nicht mehr in der Hand habe, denn ein mit mehr als 60 Kilometer fah­rendes Auto brauche einen Bremsweg von etwa 70 Meter, und da sei es einleuchtend, daß bei einer solchen Geschwindigkeit und Reichweite des Abbremsens der HnglücksfaU greifbar naheliege.

Liebe in Ketten.

Roman von Hans Mitteweider.

Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale).

31 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Dann betraten sie den Park und schritten auf den wohlgepflegten Wegen dahin.

Diesmal war es kein Zufall, daß Felix Turnau in den Pfad einbog, der zu dem Lieblingsplah seiner Frau unter dem alten Ruhbaum führte. Ganz insgeheim hoffte er, Käthe dort zu fin­den, und immer schneller schritt er aus: aber er suchte auch den Klang feiner Schritte immer mehr zu dämpfen, um sie desto sicherer über­raschen zu können.

Seine Augen strahlten, als er schon von weitem durch die Zweige ein Helles Kleid schimmern sah. Er hielt Bodenstein zurück, der ahnungslos weiterschritt.

Käthe!" murmelte er.Dort sitzt sie am lieb­stem Wie wird sie sich freuen! Wir wollen sie überraschen. Still! Ganz leise!"

Bodenstein lächelte. Er sah doch, wie diese beiden Menschen einander liebten. Ec freute sich dessen um Käthes willen aus einer ganz bestimmten Hrsache, die bisher ihm allein bekannt war, und so schritt er leise neben dem Freunde her, bis dieser plötzlich stehenblieb, erblassen­den Gesichts und die Finger seiner linken Hand in den rechten Arm Bodensteins krampfte.

Auch dieser war stehengeblieben.

3n der lautlosen Stille, die sie umgab, hörten sie eine Frauenstimme, halblaut nur; aber sie hörten auch die heftige Erregung aus ihr Hin­gen. Dann antwortete eine Männerstimme, merk­würdig ruhig.

Sie wußten im gleichen Augenblick, wer sich Dort ein Stelldichein gab.

3solde von Kletten!" raunte Felix Turnau.

Hnd Bodenstein ergänzte:

Mit Herrn Klausen!"

Keiner fragte, was die beiden miteinander haben konnten, warum sie sich heimlich hier trafen. Sie wichen unter Vermeidung jedes Ge­räusch so weit zurück, bis sie nicht mehr ge- sehen und ihre Schritte nicht mehr gehört werden konnten.

Aber sie waren beide sehr blaß, und Turnaus Atem ging keuchend, so sehr er sich auch bemühte, seiner Erregung Herr au werden.

Sie waren dem Schlosse schon ganz nahe, als er nochmals stehenblieb und sagte:

Herr von Dodenstein, ich muß Sie bitten, von diesem Erlebnis zu schweigen."

Was ich ohne weiteres verspreche," lautete die Antwort.

Weiter besprach Herr Appel mit Sachkunde die Vorschriften der Ver^ehrscrdnung im all­gemeinen und die Verkehrsvorschriften in der Stadt Gießen im besonderen. Hierbei betonte er. daß es erforderlich sei, für eine gute Aus­bildung der Fahrer sowohl hinsichtlich der Mo­torenkenntnis, wie auch der Beherrschung der DerkeHrsvorschriften eine Ausbildungszeit von mindestens drei Wochen sestzusehen, damit die berechtigten Anforderungen an die Verkehrs­sicherheit gewährleistet seien. Weiter wies er darauf hin, daß das Sperrschild am Selterstor der besseren Hebersicht halber auf der rechten Straßenseite anzubringen sei, da es jetzt zu hoch hänge und vielfach nicht gesehen werde: an der Kaplansgafse müsse eine Aendcrung des Fahrzeichens dahingehend erfolgen, daß die Mög­lichkeit des Linkseinbiegens nach dem Kreuz­platz zu ohne weiteres erkennbar fei; in der Kirchstraße, beim Ausgang von dec Pestalozzi- schule her, fehle das WarnungsschildSchule"; ferner sei es notwendig, den Hnterschied zwischen Haupt- und Rebenstraßen durch besondere Zei­chen deutlich sichtbar kenntlich zu machen. Der sehr instruktive Vortrag fand bei den an den

Da drückte Felix Turnau ihm dankbar die Hand, und beide schritten einen Gang entlang, dessen weicher Teppich jeden Laut verschlang.

Hier!" flüsterte Felix Turnau, vor einer Tür stehenbleibend.

Das Herz klopfte ihm, als toofite es ihm die Brust sprengen: aber er wußte nicht, ob vor Freude oder aus welchem Grunde sonst.

Marterte ihn nicht auch eine heimliche Angst?

Er hob die Hand, klopfte leise und öffnete, trotzdem ihm keine Antwort wurde.

Er trat ein und sah seine Frau an einem der Fenster sitzen, ein weißes Etwas auf dem Schoße, an dem sie genäht haben mochte. Aber jetzt hatte sie den Kops auf einen Arm gestützt und schaute sinnend, sehnsuchtsvoll und träumend ins Blaue.

Sie hörte nicht das Gehen der Tür, das Rahen der Schritte: aber als Felix zu ihr treten wollte, wandte sie sich ihm zu, und Dodenstein, der am Eingang stehengeblieben war, sah, wie das holde Gesicht der schönen Frau von einem Schimmer tiefinnerer Freude überstrahlt wurde, wie sie schweigend beide Arme ausbreitete, und wie sein Freund sein glücklicher Freund an ihre Drust sank.

Weiter sah er nichts, hörte nichts: denn er war wieder hinausgegangen und hatte die Tür leise, ganz leise hinter sich eingeklinkt.

Fe.ix! Mein Felix!" flüsterte Käthe, dem Geliebten in die Augen blickend.Du bist wieder da!"

Sie brauchte nicht zu bekennen, wie sie sich nach ihm gesehnt hatte, er las es in ihren Wicken, und aus ihren Armen ließ er sich vor ihr nieder und küßte demütig ihre Hände.

Demütig und verehrungsvoll, als kniete er vor einer Heiligen: denn er sah. daß das winzige weiße Stückchen Linnen ein Hemdchen war.

Für fein Kind.

Käthe aber legte ihm eine ihrer Hände aufs Haupt, und so blieben die beiden minutenlang während ihre Gedanken in die Zukunft schweiften, die erfüllt war vom Sonnenschein hehrsten Glücks'.

Alle die schwarzen Wolken, die jemals ihren Himmel verdunkelt hatten, wichen weit zurück in diesem seligen Augenblick, und erst als Käthe ihren Gatten sanft zu sich emporzog, besann er sich auf Dodenstein und raunte ihr zu:

Käthe, ich habe immer an dich denken müssen, während ich fort war, und gesonnen, wie ich dich erfreuen könnte, und ich habe dir etwas mit­gebracht."

Er eilte zur Tür, ehe Käthe fragen konnte, und öffnete sie und sah seinen Freund draußen stehen. Er winkte ihm zu und kehrte mit ihm ins Zimmer zurück.

Käthe hatte sich erhoben und stand, vom her- einfallenden Abendschein übergossen, am Fenster, der ihr blondes Haar in eine Gloriole verwan­delte, die ihr Haupt umgab.

Derkehrsfragen besonders intereffiarten Herren mit Recht lebhafte Anerkennung.

Deruf skundlicher Vortrags­abend. Am Montag fand der erste Vortrags­abend der von der Derussberatungsstelle des Arbeitsamts Gießen veranstalteten berufskund- lichen Vortragsreihe statt, der sehr gut besucht war. Berufsberater Dr. Rottenbacher hielt zuerst einen Cinführungsvortrag über die Be­rufswahl und wies darauf hin, wie wichtig und bedeutungsvoll dieser Schritt im Leben jedes jungen Menschen ist. Durch die starke 3ndu- strialisierung und Rationalisierung unserer Zeit ist es dem Laien kaum mehr möglich, sich über die Anforderungen, die die einzelnen Berufe stel­len, selbst zu orientieren, um so wichtiger ist es deshalb, daß eine Stelle besteht, die über alle Fragen, die die Berufswahl betreffen, Auf­schluß geben kann. Reizung, Eignung und wirt­schaftliche Forderungen sind die Hauptpunkte, auf denen die Berufswahl aufgebaut werden muh. Als zweiter Redner sprach Herr Rie­derhausen, Gießen, über den Beruf des Kaufmanns. An Hand eines aufgestellten Glie­derungsschemas der kaufmännischen Verwaltung

Sie erkannte Vodenstein.

Tiefe Glut übergoß ihr Antlitz, als sie ihm entgegeneilte und seine Hände erfaßte.

Freund, lieber Freund!" hauchte sie.Wie ich mich freue!

Die beiden standen einander gegenüber, und Dodenstein sah, daß sie sich wahrhaft freute.

Er schaute auf Felix, dessen Augen ebenfalls strahlten und der nun zu ihnen trat.

»Habe ich es recht gemacht. Käthe?"

Oh. du!" erwiderte sie, schmiegte sich an ihn.

Da küßte er sie, gab sie frei und sagte froh:

So will ich deine Freude voll machen und dich allein lassen mit deinem Desucher!"

Er ging hinaus, und die beiden waren allein, öie wußten, daß eines des anderen wahrer Freund war, und die nun nebeneinander saßen, stumme Zwiesprache haltend, bis auf einmal Käthe sich erinnerte, daß sie gerade an diesem Sage so oft an Herrn von Dodenstein gedacht und ihn herbeigewünscht hatte.

Rur ihn konnte sie ja fragen nach dem, was ihr auf der Seele brannte.

Hnb sie sagte ihm offen, daß sie ihn herbei­gesehnt hatte, worauf er ihr schilderte, wie et Felix getroffen hatte.

»2eht weiß ich, daß es kein Zufall war." sagte er.Es war Fügung. Hnb nun sprechen Sie aus, was Sie drückt, gnädige Frau!"

Sie sah ihn fast betrafen an.

Was mich drückt?" w.edecholte sie, aber als sie seinen Blick gewahrte, senkte sie errötend die Lider.

3eht, jetzt mußte sie sprechen, mußte ihm auch das letzte noch offenbaren, das Furchtbare.

Hnd er würde ihr Helsen. Ganz sicher. Oder wußte er schon?

Sie öffnete den Mund zum Sprechen, zum Be­kenntnis und doch brachte sie es nicht heraus. Sie konnte nicht, wahrhaftig, sie konnte nicht. 3eht nicht.

Hnd so fragte sie nur ganz leise:

Herr von Dodenstein, wissen Sie, wie groß mein väterliches Erbteil ist?"

Er erstaunte durchaus nicht über diese Frage, wie es doch nur natürlich gewesen wäre. Er antwortete ohne Zögern:

3ch weiß es nicht, weiß nur, daß es ziemlich beträchtlich fein soll."

Käthe schwieg einen Augenblick, ehe sie weiter­fragte:

»Hnb ich darf frei darüber verfügen?"

Olein, erwiderte er.Sie sind mxh nicht voll­jährig. Sie müßten die Zustimmung 3hres Gatten haben, der 3hr natürlicher Vormund gewor­den ist."

Da preßte Käthe Turnau erblassend die Hand aufs Herz, und leise kam es übet ihre Lippen: O weh!"

eines großen Fabrikbetriebes schilderte er in interessanter, sachlicher Weise die Spezialzweige, die im kaufmännischen Deruf bestehen, und die Tätigkeit dieserSpezialisten". Der Redner be­tonte, daß bei der Wahl des kaufmännischen Berufes nicht die Art der Schulbildung, Volks-, Mittel- oder höhere Schule, ausschlaggebend ist, sondern ein kluger, klar denkender Kopf die beste Voraussetzung für einen - guten Kaufmann sei. Betriebsoberingenieur Haase, Gießen, gab so­dann ein sehr anschauliches Bild über den Ma­schinenschlosser- sowie über den Dreherberuf und zeigte an Beispielen aus der Praxis, welche hohen Anforderungen in diesen Berufen heute in bezug auf Präzisionsarbeit gestellt werden. Die inter­essanten Ausführungen wurden noch durch Licht­bilder, zu denen der Referent die nötigen Erklä­rungen gab, ergänzt. Der Vortragsabend fand bei der Zuhörerschaft starken Anklang.

** Die Freiwillige Gai 1 sche Feuer­wehr feierte am Samstagabend im Cafe Leib das Fest ihres 74jährigen Bestehens, das bei außerordentlich starker Beteiligung in schönster Weise verlief. Ramens des Vorstandes der Wehr begrüßte Kamerad Bouffier die E.schienenen, darunter den Chef der Wehr, Dc. Gail, dabei auf die hohen 3deale der Feuerwehr hinweisend. Stadtbranddirektor Braubach übermittelte die Grüße des Kreisamtes, der Stadtverwaltung und der Gießener Freiwilligen Feuerwehr. Weiter überreichte er im Auftrage des Ministeriums des 3nnern dem Kamerad Karl Franz das Ehrei^eichen für 25jährige Zugehörigkeit zur Gailschen Feuerwehr. Kamerad Goß übermittelte dem 3ubilar namens des Steigerzuges ein Ge­schenk. Das Hnterhaltungsprogramm war recht reichhaltig. Die Kapelle Wekler-Einbrod wartete mit einer Reihe gut zum Vortrag ge­brachter Musikstücke auf. Der GesangvereinHei­terkeit" hatte sich in den Dienst der Sack>e ge­stellt und erfreute unter der Leitung feistes Dirigenten, Musiklehrer Schüttler, durch eine Reihe eindrucksvoller Lieder. Recht ansprechend waren auch die von den Mitgliedern dieses Vereins, Übe und Früher vorgetragenen Duette. Desgleichen trugen die Darbietungen des VereinsWandervogel Höhenflug" wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Besondere An­erkennung verdienen noch die von Mitgliedern der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr gestellten Leiter-Pyramiden, die an Exaktheit nichts zu wünschen übrig ließen. Den Schluß dec Ver­anstaltung bildete ein schön verlaufener Ball.

Kirche und Schule.

X Wieseck, 4. Rov. Am Reformationsfest brachte der erste Gemeindeabend dieses Herbstes u. a. in einer Filmosto-Monats- scha u 50 Bilder aus Deutschland, Oesterreich, der Schweiz, 3talicn, Spanien, England, Däne­mark, Üngam, Rumänien, Afrika Persien. China, 3apan und Nordamerika vom Monat Oktober, dabei auch eine Reihe in diesem Monat ein- geweihter Kriegerdenkmäler. Den größeren Teil des Abends nahm die Vorführung einer Bild- reihe überMeißen, bie tausendjäh­rige Stadt an der Elbe" in Anspruch. Die 54 trefflichen Bilder erläuterte der Octsgeist- liche: bei Einbruch der Dämmerung vereinigte eine Lichtbildstunde etwa 250 Schulkinder in der Kirche. Freudig überrascht wurde die Gemeinde von der Nachricht, daß einer ihrer Söhne, Gene­raldirektor Dr. 3akob Hildebrand in Ziller- thal (Riesengebirge) einen Lichtbildschirm stiften wird.

Aus öetn Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt R r. 8 1 vom 5. November enthält: Dierteljahrs- ausweis der 'Provinz Oberhessen. Die Wahl­vorschläge zum Provinzialtag und Kreistag. Dienstnach richten.

Bodenstein aber schien das nicht gehört zu haben. Er fragte auch nicht, warum sie diese Aus­kunft von ihm verlangt hatte: er lächelte und sagte:

Sie sollten sich mit solchen Dingen nicht be­schäftigen, Frau Käthe. Sie sind häßlich und be­schmutzen nur die Seele."

3a, das tun sie," murmelte Käthe, die sich alle Mühe gab, ihre tiefe Enttäuschung zu ver­bergen:

3n ihr flammte die Frage auf:

Wie soll ich mich nun freikaufen von ihm? 3ch kann doch Felix nicht bitten, mir das Geld zu geben ich kann nicht!"

Eben noch so glücklich, war sie nun sehr, sehr traurig, und obwohl sie noch einmal daran dachte, daß es das Beste fein würde, wenn sie alles, alles dem Manne vor ihr beichtete. Ob­wohl sie seines Schweigens sicher war, brachte sie die Kraft zu dem Entschluß nicht auf.

Wir wollen zu Felix gehen," sagte sie.

Sie erhoben sich und schritten den Gang hinab.

Als sie zu Turnau tarnen, meinte dieser:

»3ch werde dir Dodenstein für einige Stunden entführen, um mit ihm zu Altberg zu fahren. Wir können vielleicht um acht Hhr speisen und den Grafen mitbringen.

»Ruch Derty, Felix! Sie ist so lange nicht bei mir gewesen," bat Küche, und ihr war auf ein­mal, als würde die treue Freundin ihr auch heute wieder Helsen können.

Diese Zuversicht machte sie wieder froh, und Felix ahnte nicht, wie sie sich sorgte, als sie ihm einen Gruß an die Altbergs auf trug und chn mahnte, ja beide mitzubringen.

Er versprach es und Küthe kehrte in ihr Zim­mer zurück, von dessen einem Fenster aus sie in den Hof hinabschaute und den Davonfahrenden nachwinkte.

Dann trat sie an ihren Schreibtisch und öffnete das Fach, in dem sie ihr Geld verwahrte. Felix hatte es selbst hineingelegt, damit sie es stün­dig zur Verfügung hatte, und sie wußte, daß er nie fragen würde, wozu sie es verwendet hatte.

Dieses Geld konnte sie Derndt Klausen geben und den Ring dafür zurückkausen.

Aber das andere?

Ach, sie wollte jetzt nicht daran denken. Sie wollte erst diese eine Sorge los werden und Derndt bitten, unter irgendeinem Vorwand das Schloß zu verlassen, auch nicht zu Gras Altberg zurückzukehren.

Vielleicht wußte er selbst einen Rat, wie sie das Geld bekommen konnte. Sie wollte ihn des­halb fragen.

Sie zählte die Scheine und fand, daß es wirk­lich genau zehntausend Mark waren, schob sie in einen Hmschlag und steckte diesen zu sich.

(Fortsetzung folgt.)

-er Ä'

Von

(5^1 6

Aon $ÜI

Ain l.Q

&*,a. Zeit »ur ; werde". & gcs Grunds Jung vorn

Ne Kc.d

Deschlub d Leben trat fabth-ut- die bei 3.0 Gesetzgeber für die?r Derhältn:ss im Falle d sowie der -y als dies f die besiehe!

Ne Äug' und 3nstai anfängliche scheu Ange daß im die W richtilngu muh. Dar wirtschaft der Enste Berufsunf blicbenen auf der 2 neu. Frei dah die C noch nicht 3m Weser ftation fef mvgensver W-fügt h, dah die junge T

Es ergil mähe und Leiftun kann, ßie lich gctei ausgeht, i Grundlag stungcn v Grund so: gewährt t in seinen : auf dieser Mnschen finanziere fung der nen, fori in der t antreten mit ihn werden i

Die a tigen, der 2ln dem jetzt Marl bt hin reicher wesentlich

Um zu eines wei müllen di kurz beleu technischen ousgemach! üu Beginn «n derfich Milliarden fall uingei rund 22 1

(Handw "Kraft rnuhunge, gab das rens. fei, Mttociii, 'Momme

** nc iverksrech, P unan, M das K iyg & °>ese ge|. » Ä °"e nlch Ä-ster ^legte.

Einige Sm