Hessische Polizeiwoche.
WSR. Darmstadt, 5. Juni. Der Besuch der Polizeiwache in Darmstadt ist nach wie vor unverändert groß. Den Reigen der heutigen Referate eröffnete Regierungsdirektor Dr. Hagemann (Berlin) mit seinem Dortrag über „Kriminalpolizeiliche Vernehmung, besonders Jugendlicher". Der Redner zeigte an einer Reihe von Beispielen aus der Praxis die Verwertbarkeit der Grundsätze der Psychologie und gab sehr bemerkenswerte Ratschläge für die Praxis Bei der Vernehmung von Kindern und Jugendlichen müsse beachtet werden, daß diese nicht etwa unfertige Erwachsene, sondern selbständige Wesen eigener Struktur feien. Richtig behandelte Kinder und Jugendliche seien sehr gute Zeugen. Das Kind versuche nur, in seinem Drang nach Freiheit und Ungebundenheit, die es im Leben zu finden glaubt, Dinge, die ihm von den Erwachsenen unbegreiflicherweise untersagt seien, auf einem „Umwege" zu erreichen Hier liege das Geheimnis der meisten Phantasieerzählungen. Durch Ausräumung der Angst- ober Strafvorstellungen, die den ersten Anlaß zu diesen Umwegen bilden, ergebe sich meist alles von selbst.
Einen Einblick in die „Diensteinteilung der Schupo" gab Polizeioberst Lingens (Berlin). Die Dienstregelung der Schutzpolizei sei. durch ihre besonderen Aufgaben (Straßendienst, Revierwache, Alarmbereitschaft, Ausbildung usw.) je nach den örtlichen Verhältnissen verschieden und von dem Dienste der übrigen Beamtenschaft vollkommen zu unterscheiden. Der Redner zeigte dann, wie zusammen mit den De- amtenausschüssen und den lokalen Erfordernissen den Wünschen der Beamtenschaft Rechnung getragen werden könne.
Polizeioberst P o t e n vom Polizeiinstitut Berlin behandelte an dem Fall Haidger (Köln) die Einfatzmöglichkeiten der Polizei und die sich aus diesem Fall ergebenden Konsequenzen. Der Redner empfahl die Anwendung von Tränengas auch bei der deutschen Polizei,
wie das schon in den Vereinigten Staaten, Ror- wegen und Frankreich geschehe. Gesundheitsschädigungen kämen bei diesem Reizgas nicht vor.
Polizeioberst Hansen (Karlsruhe) stellte die Aufgaben und die Bedeutung der weiblichen Polizei heraus. Preußen verfüge über 84, Hamburg über 9, Sachsen über 6 und Baden über 17 Polizeibeamtinnen. Der Redner stellte fest, daß die allgemeine Anerkn- nung der weiblichen Polizei auf dem ihr zugewiesenen Gebiet der Tätigkeit der Kriminal- und Fürsorge-Beamtinnen zu danken sei.
Oer Marburger außerordentliche Etat für 1929.
J l Marburg, 5. Juni. Die Stadtverordneten genehmigten in ihrer gestrigen Sitzung den außerordentlichen Etat für 1 929, der insgesamt Ausgaben in Höhe von 485 000 Mark vorsieht. Es sind u. a. eingesetzt: für die Errichtung eines Fünf-Familienwohnhauses 60 000 Mk., ein Hypotheken-Dar- lehen an die Hessische Heimstätte zur Errichtung von 7 Reihenhäusern in Höhe von 28 000 Mk., für Reubefestigung des Pilgrimsteins 160 000 Mark, Ausbau der Shbelstrahe 60 700 Mk., Fuhgängersteg über die Eisenbahn vom Bahnhofsplatz nach Elsaßhausen 30 000 Mk., Kanalisationserweiterungen in Weidenhausen 43 000 Mark, und Gewährung eines Darlehens an die Gesellschaft Stadtsäle 33 000 Mk. Ob die Errichtung eines 15-Familienwohnhauses (130 000 Mk.) von der Stadt oder dem Spar- und Dauverein übernommen wird, ist noch nicht entschieden. Scharfe Mißbilligung land die Mitteilung, daß bei der A u s st e l l u n g „Religiöse Kunst inHessen" einDefizitvon54 0 0 0 M k., bei den Festspielen 1928 ein solches von 3 4 0 0 0 M k. entstanden und außerdem die Kosten der Freilichtbühne in Höhe von 52 000 Mk. nicht verzinst seien. Diese Defizite sollen durch vorhandene anderweitige Lleber-
schüssse gedeckt werden. Ebenso hat auch das städtische Sommerbad anstatt der veranschlagten Summe von 93 000 Mk. das Doppelte gekostet. Mit der Summe von 600 000 Mark für das Hallenschwimmbad kommt man auch nicht aus; der Preis wird sich auf mindestens 750 000 Mk. stellen. Die Stadtverordneten muhten Wohl oder übel zustimmen, denn das Sommerbad ist fertig, und an dem im Dau befindlichen Hallenschwimmbad kann nichts mehr verkleinert werden.
Eingesandt.
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Klagen über das Schwelwerk Trais-Horloff.
Dem Vernehmen nach soll in nächster -Zeit das stillgelegte Schwelwerk zu Trais-Horloff wieder in Betrieb genommen werden. Während der Stillegung sollten auch Maßnahmen zur Beseitigung der Liebelstände getroffen werden, die im vorigen Jahre zu einer Reihe von Beschwerden an die zuständigen Behörden Anlaß gegeben hatten. Zweck dieser Zeilen soll sein, bei d^n leitenden Stellen keinen Zweifel darüber zu lassen, daß es der Bevölkerung von Trais und den umliegenden Ortschaften um die Abstellung der bekannten Liebelstände bitter ernst ist. Es ist allseits dankbar begrüßt worden, daß auf der Tagung des Landgemeindeverbands Bürgermeister Fendt (Hungen) für die Belange der geschädigten Gemeinden eingetreten ist, und daß auf derselben Tagung der Abg. Dr. R i e - poth (Schlitz) erklärte, „auch im Hess. Landtag schenke man der Angelegenheit die erforderliche Aufmerksamkeit". Auf volksparteilichen Antrag hin ist denn auch die Sache am 14. Dezember im Landtag behandelt worden. Hoffentlich sehen auch Abgeordnete, die selbst in der Wetterau wohnen, hier nach dem Rechten. Auf mehrere, mit vielen Llnterschriften versehene Eingaben hat seinerzeit das Kreisamt Gießen geantwortet, „die
Schwelanlage weise noch wesentliche ge l auf, deren Beseitigung möglich sei. Die Werksleitung sei angewiesen, die Betriebsverbesserung baldigst restlos durchzuführen, und werde dabei von der Konzessiorrsbehörde, der Bergmeisterei Darmstadt, überwacht". Wie wir mehrfach feststellen konnten, betreiben besonders die Kulturbauämter die Beseitigung der durch die Abwässer entstehenden Schädigungen (Wiesenbewässerung, Fischerei, Flußbaden). Wir erwarten aber, daß mindestens ebenso energisch die gesundheitlichen Schädigungen durch die Gase, Ausdünstungen, Rauch- und Geruchsbelästigung bekämpft werden. Die Bevölkerung unserer Dörfer erwartet aufs bestimmteste, daß die oben angeführten Worte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in die Tat umgeseht werden. Sie legt dabei besonderen Wert auf die „restlose Beseitigung." Wir begrüßen im Interesse der Arbeiter jede neue industrielle Arbeitsmöglichkeit, nur darf ihr Wert nicht wieder durch gesundheitliche und wirtschaftliche Schädigungen in Frage gestellt werden.
Die Einwohnerschaft von Trais-Horloff und Llmgegend.
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Sonntag, den 9. Juni 1929
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Künstlerische Leitung: Universitäts-Lektor Dr. Fritz Budde.
Kassenöffnung im Theater 16 Uhr. Anfang pünktlich 17 Uhr.
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Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß das Befahren der Schneisen und Wege im Siadlwald und auch im Hangelstein durch Autos und sonstige, nicht der Holzabfuhr dienende Fahrzeuge verboten und strafbar ist. 5026C
Gießen, den 3. Juni 1929.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: vr. Rosenberg.
Staufenberg
Sonntag, den 9., u. Montag, den 10. Juni 1929 feiert der
Gesangverein Staufenberg
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Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 5. Juni 1929.
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