Bestellungen des Auslandes tvaren wie im Vorjahre zufriedenstellend.
* Portland-Cement-Werke Heidelberg-Mannheim-Stuttgart A. - G., Heidelberg. Vach dem Bericht war im Jahr 1928 ein Rückgang des Absatzes zu verzeichnen, der auf Reuerrichtung von Fabriken und größere französische Zementausfuhr zurückgeführt wird. Die Onlandpreise blieben unverändert, dagegen gingen die Preise auf den Aeberseemärkten zurück. Es gelang, durch technische Verbesserungen und Rationalisierung trotz Verteuerung der Gestehungskosten fast aller Detriebsmaterialien und der erhöhten Cisenbahnfrachten den Stand des Vorjahres zu halten. Es wurde ein Bruttogewinn von (in Mill. Mk.) 8,89 (8,17) einschl. Vortrag erzielt. Davon beanspruchten Linkosten, Steuern, Abgaben usw. 3,30 (2,77) und Abschreibungen 1,73 (1,61). Aus dem verbleibenden Reingewinn von 3,04 (3,13) werden wieder 10 Prozent Dividende auf die Stamm- und 5 Prozent auf die Vorzugsaktien vorgeschlagen. Der Reserve werden wieder 0,15 überwiesen und 0,26 (0,17) vorgetragen. Im neuen Jahre habe der Absatz bis Mitte März fast gänzlich gestockt. Ob dieser Ausfall in den kommenden Monaten ausgeglichen werden könne, sei noch nicht vorouszusehen. G.-D. am 14. Mai.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 6. Mai. Tendenz: fest. — Da man dem Endziel der Reparationsocr- handlungen sehr nahesteht und mit einem günstigen Abschluß rechnen kann, war man zu Beginn der heutigen Börse zuversichtlich und fest gestimmt. Das Geschäft nahm in Spezialwerten teilweise sehr lebhafte Formen an, da man im In-, wie im Auslande sehr optimistisch ist und die These daran knüpft, daß man jetzt mit Vertrauen in die Zukunft blicken kann. Auf der anderen Seite war man, aber nur anfangs, etwas verstimmt über die Geldknappheit im Reiche und über das Auflegen einer neuen 500-Millionen-An- leihe, doch konnte dieser Grund infolge der günstigen Börsenverhältnisse nicht nachteilig wirken, zumal noch Auslandorders eintrafen. Auch die etwas entspannten Geldmarktverhältnisse trugen zur Festigung der Tendenz bei. Gegenüber Samstag- Schluß waren Besserungen durchschnittlich bis zu 5 v. ch. zu verzeichnen. Die favorisierten Werte waren selbsiverständlich die führenden und überschritten dieses Ausmaß teilweise ganz erheblich. So wurden vor allem Kaliwerte, von denen Aschersleben 5,5 v. ch., Salzdetfurth 9 v. ch. und Westeregeln 8,5 o. H. gewannen, lebhaft aus dem Markte genommen. Der stark gesteigerte Absatz des Deutschen Kalisyndikates im April rief diese Bevorzugung hervor. Auch für Elettroaktien bestand lebhafteres Interesse. An der Spitze standen hier Siemens mit plus 7,5 v. Sy, Gesfürel mit plus 6 v. Sy, Licht 3- Kraft und Bergmann, die je 5 v. H. anziehen konnten. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen nicht bemerkenswert verändert. Am Chemiemarkt wurde auch den Farbenwerten recht reges Interesse entgegengebracht. J.-G.-Farben eröffneten 4 v. ch. fester, Scheideanstalt plus 2,5 v. ch. Am Montanmarkt war kaum nennenswertes Geschäft zu verzeichnen. Rur für Spezialwerte bestand regere Nachfrage, und diese konnten bis 4,5 v. H. anziehen. Der gesteigerte Kaliabsatz wirkte hier günstig. Dem Markte der Zellstoffwerte wurde ebenfalls mit einem Gewinne bis zu 5 v. Sy mehr Beachtung geschenkt. Gefragt waren noch am Bankenmarkt besonders Rcichsbankanteile mit plus 9,75 d. Sy, Commerzbank mit plus 5 d. Sy, Glanzstoff plus 8 v. Sy, Svenfka plus 4 Mark, Karstadt plus 5 u .Sy, Deutsche Linoleum plus 5,75 i). Sy und auch zeitweise Bauunternehmungen. Renten hatten keine besonderen Umsätze, doch lagen deutsche Anleihen in Anbetracht der günstigen Lage ebenfalls höher. Bei verschiedenen Schwankungen blieb im Verlaufe die Stimmung freundlich. Bei weiterer Kaufneigung konnte sich das Kursniveau weiter bis zu 2,5 v. Sy erhöhen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 o. Sy unverändert, aber nicht mehr so stark gesucht. Am Devisenmarkt lagen Devisen angeboten. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2175, gegen Pfund 20, 47, London gegen Kabel 4,8830, gegen Paris 124,17, gegen Mailand 92,61, gegen Madrid 33,90, gegen Holland 12,07.
Berliner Börse.
Berlin, 6. Mai. Die Rachrichten aus Paris standen an der heutigen Börse im Vordergründe des Interesses. Schon am Samstag konnte man im Laufe der Börse Deckungen solcher Kreise, die bisher an keine Einigung geglaubt hatten, beobachten, und auch im heutigen Vormittagsverkehr setzte sich diese Kaufneigung fort. Ein Llnsicherheitsfaktor war allerdings der neue starke Geldbedarf des Reiches und der Gesetzentwurf einer 500 Millioncn-An- leihe. Die Modalitäten dieser Anleihe fanden geteilte Beurteilung, auch läßt sich noch nicht
übersehen, welche Folgen für den deutschen Kapitalmarkt entstehen werden. Während sich heute vormittag das Geschäft größtenteils innerhalb der berufsmäßigen Spekulation abwickelte, lagen angeblich zu den ersten Kursen Auslandsorders vor, die in Verbindung mit weiteren Deckungen auf Materialmangel schließen liehen. Die Rotierungen wiesen gegen Samstag Schluß Gewinne bis zu 5Prozent auf. Besonders Bank- und Montanwerte hatten beachtenswert lebhaftes Geschäft. Von Spezialwerten sind A. G. für Verkehrswesen, Allgemeine Lokal- und Kraft, Reichsbank, Schubert & Salzer, Bemberg, Glanzstoff, Schultheis, Kaliaktien, Deutsche Linoleum, Polyphon und Siemens zu erwähnen. Bei diesen waren Steigerungen von 6 bis 12 Prozent festzustellen. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer wenig verändert. Pfandbriefe widerstandsfähig. Liquidationspfandbriefe und Anteile eher gefragt. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld bleibt mit 8,5 bis 10,5 Prozent gesucht, Monatsgeld 8,5 bis 9,5 Prozent. Roch den ersten Rotierungen war die Stimmung geteilt, das Geschäft war ruhig und die Kurse bröckelten teilweise um 1 bis 2 Prozent ab. Immer wieder neu eintreffende Kausorders boten aber dem Markte eine gute Stühe, so daß der Grundton trotz kleiner Rückgänge immer freundlich blieb. Von wenigen Papieren abgesehen, waren später die Kurse wieder über Anfangsniveau. Rur Elektroaktien und Kaliwerte waren lebhafter und bis 2 Prozent gebessert. B. M. W. gaben 2 Prozent ihres Gewinnes wieder her.
Frankfurter Eiermarkt.
Frankfurt a. M., 4. Mai. (Großhandelspreise unverzollt und ohne Fracht.) Die Stimmung war weiter etwas freundlicher, die Preise konnten erneut etwas anziehen. Der Absatz blieb unverändert, da der Konsum immer noch zurückhaltend war. Nachstehende Preise waren zu Horen: Italiener 9,50 bis 10, bulgarische 8,75 bis 9, holländische 9,50 bis 12. südslawische 9 bis 9,20, polnische 7,25 bis 7,50, russische 8,50 bis 9, dänische 9,50 bis 12, belgische 9,80 bis 10,20, schlesische 9,50 bis 10, bayrische 9 bis 9,50, norddeutsche 9,50 bis 10, rumänische 8,50 bis 8,75 Alles pro Stück in Pfennigen.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 6. Mai. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 22,75; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; Hafer, inl., 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75 bis 22; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32 bis 32,50; Weizenkleie 12.85 bis 13; Roggenkleie 13,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisczwecke 33 bis 50; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 48 bis HO; Heu, süddeutsches, gut. gesund, trocken 13 bis 13,50; Weizen- und Roggenstroh, drähtgepreßt 5,25 bis 5,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5; Treber, getrocknet 19,75 bis 20 Mk. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heute in ausgesprochen flauer Haltung. Für Brotgetreide machte sich kaum Angebot bemerkbar, so daß auch hier wenig Geschäft zu verzeichnen war. Dagegen war Mais 0,25 Mk. niedriger, auch Mehl war mehr angeboten und verlor ebenfalls 0,25 Mk., Futtermittel verloren ebenfalls 0,25 Mk.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 6. Mai. Auftrieb: 1483 Stück Rinder, darunter 316 Ochsen, 66 Bullen, 608 Kiihe, 401 Färsen; 603 Kälber; 33 Schafe; 4558 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollflelschige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 58 bis 63 Mark, ältere 54 bis 57; vollfleischige, jüngere 49 bis 53. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57; sonstige vollfleischige oder ausgemästeto 50 bis 53. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 44 bis 46; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 bis 43; fleischige 34 bis 38; gering genährte 30 bis 33. Färsen (Kalbinnen und Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 59 bis 63; vollfleischige 54 bis 58; fleischige 50 bis 53. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74; geringe Kälber 60 bis 69. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77; vollfleischige von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; von zirka 200 bis 240 Pfund 75 bis 78; von zirka 160 bis 200 Pfund 75 bis 78; fleischige von zirka 120 bis 160 Pfund 70 bis 75 Mark. — Marktverkauf: Rinder mäßig rege, ausverkauft. Schweine, Kälber und Schafe lebhaft, geräumt.
Kunst und Wissenschaft.
Psihner-Feiern in München.
Die Pfihner-Fe st Woche, die am Sonntagabend mit einer Festaufführung der Oper „Palästrina" im Rationaltheater unter Leitung
des Komponisten ihren Abschluß fand, erreichte am 6 0. Geburtstage des Komponisten (5. Mai) ihren Höhepunkt mit einer Kundgebung in der großen Halle der Ausstellung. Das Orchester der Staatstheater brachte unter der Leitung von Hans Knappertsbusch den Schlußchor und die Ansprache des Hans Sachs aus den „Meistersingern" zum Dortrag. Psitzners „Christelflein", vom Orchester der Staatstheater mit 1000 Kindern der Münchener Singschule zur Aufführung gebracht, weckte stürmischen Beifall. Die Festreden feierten Pfitzner als Symbol deutscher Seele und deutscher Musik. Staatsminister Goldenberger gab bekannt, daß Hans Pfitzner sich entschlossen hat, seinen bisherigen Wirkungskreis an der Akademie der Künste in Berlin aufzugeben, um dem Ruf des bayerischen Staatsministeriums zur Führung einer Meisterklasse für Komposition an der Staatlichen Akademie für Tonkunst in München anzunehmen, und daß Pfitzner deshalb seinen Wohnsitz nach München verlegen werde. Der Rektor der Universität, Geheimrat Dr. Bum ke, überbrachte mit den Glückwünschen der Universität die Ernennung Pfih- ners zum Ehrenbürger der Universität. Professor Sigmund v. Hauseggcr gab bekannt, daß der Allgemeine Deutsche Musikverein Pfitzner die Ehrcnmitgliedschaft verliehen hat. Schließlich verkündete der Oberbürgermeister der Stadt München den Beschluß des Stadtrats, Pfitzner die goldene Ehrenmünze zu verleihen. Das Deutschlandlied schloß die eindrucksvolle Feier ab.
Das neue Follwang-Mufeum in Essen.
Bor einer großen Zahl geladener Gäste wurde am Samstaavormittag das neue Folkwang- Museum der Stadt Essen feierlich eingeweiht. Oberbürgermeister Bracht hielt eine kur^e Ansprache, in der er den Männern dankte, die sich um dieses Werk besondere Verdienste erworben haben, insbesondere dem früheren Reichskanzler Dr. Luther, Generaldirektor Janus, Dr. Georg H i r s ch l a n d usw. Der Redner gedachte weiter der großzügigen Spende Eugen von W a l d t h a u s e n s, der dem Museum ein Kapital von 40 000 Mk. zur Verfügung gestellt hat. Rach weiteren Ansprachen betonte der Oberpräsident der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, daß die Stadt Essen ihrer historischen Aufgabe, die Kunst zu pflegen, bis auf den heutigen Tag in wachsendem Maße gerecht geworden sei. Museumsdirektor Gosebruch hielt eine programmatische Rede über den Umfang aller Fragen, die mit der Folk- wang-Jdee verbunden sind.
Der neue musikalische Leiter der Frankfurter Oper.
Auf Vorschlag des Opernintendanten Professor T u r n a u hat die Theater-Deputation den Kapellmeister Wilhelm Steinberg (Prag) als Nachfolger von Professor Clemens Krauß in seiner Eigenschaft als erster Kapellmeister der Frankfurter Oper verpflichtet
Buntes Allerlei.
Wie der Engländer glaubt, daß der Deutsche ihn sieht.
Ein Londoner Blatt veröffentlicht eine Reihe von Beiträgen seiner ausländischen Berichterstatter, in denen gezeigt werden soll, welche Vorstellungen die verschiedenen Völker von den Engländern haben. Auch aus Deutschland wird eine solche Schilderung geboten, die uns freilich als eine Karikatur anmutet und weniger objektiven Wert besitzt, als vielmehr uns zeigt, wie Engländer glauben, daß wir sie sehen. Die deutschen Anschauungen vom englischen Volk werden folgendermaßen zusammengefaßt: „1. Alle Engländer sind gleich. Ihre Schulbildung, ihr Sport und ihre politischen Parteien haben jeden Funken von Individualität aus ihnen herausgetrieben und die Engländer zu einem Volk von Durchschnittsmenschen gemacht. 2. Der Engländer ist ungebildet. Er weiß nichts von Literatur, Musik, Religion oder Philosophie. Er hat keine künstlerischen Reigungen; er kennt keine fremden Sprachen. Er lernt nichts, wenn er im Ausland reist. 3. Er ist kalt und berechnend. Leidenschaft kennt er nur vom Theater her. Jahrhunderte puritanischer Llnduldsamkeit haben das geringe Temperament verkümmern lassen, das er von seinen sächsischen Vorfahren geerbt hat. 4. Der Engländer hat einen nüchternen Verstand und ist außerordentlich praktisch. Er hat eine natürliche Spürnase dafür, wo Geld zu machen ist. 5. Er ist ein geborener Diplomat, denn er brütet stets weitschauende und feine Pläne für die Vergrößerung Englands aus. Gleichzeitig sind aber englische Diplomaten meist dumm und haben nur eine überraschende Geschicklichkeit, immer auf ihre Füße zu fallen und Rückschläge in Triumphe umzuwandeln. Sie sind außerordentlich gewissenlos und hinterlistig. 6. Engländer sind reich, brauchen keine Steuern zu zahlen und sind unverbesserlich
faul. Durch ihren Hang zum Wochenende werden sie ihr Reich verlieren. 7. Der Engländer ist Deutschlands gesellschaftliches Vorbild. Deutsche Männer, die etwas auf sich halten, versuchen, englisch auszusehen. Dabei ist ihre Methode so: a) Strecke das Kinn vor, b) ziehe die Mundwinkel herunter und c) ziehe die Augenbrauen herauf! Das gibt den englischen Ausdruck verächtlicher Lleberlegenheit. Hast du glücklich diesen englischen Ausdruck erreicht, dann unterhalte dich nur von Bridge, Golf, Polo und Kraftwagen. Das wird dich zusammen mit Steifheit und Zurückhaltung des Benehmens zum vollkommenen Engländer stempeln und dich willkommen machen, wo du erscheinst. 8. Engländerinnen sind häßlich, männlich und zeigen zuviel von ihren.Deinen; sie sind unfähig zur Liebe und treiben nur Sport."
Deutsche Retter aus Seenot.
An Bord des im Hamburger Hafen liegenden Hapagdampfers „Samos" erschienen der polnische Konsul in Hamburg und vier weitere Herren des polnischen Konsulates, um für die Rettung des polnischen Ozean- flugzeuges „M a r s ch a l l P i I s u d s k i" aus Seenot am 4. August 1928 den offiziellen Dank der polnischen Regierung auszusprechen. Dem Kapitän der „Samos" wurde eine Bronze, den übrigen an der Rettung Beteiligten goldene und silberne Zigarettendosen überreicht. Im Hause des Konsuls fand dann ein Frühstück statt, in dessen Verlauf herzliche Trinksprüche gewechselt wurden.
Letzte Nachrichten.
Owen Youngs Zahlungsvorschlag.
Paris, 6. Mai. (WTB. Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlungen über den Owen Young- schen neuen Zahlungsoorschlag werden vermutlich heute nachmittag beginnen, dann aber morgen, Dienstag, vormittag in ein aktives Stadium treten. Bei dem Youngschen Vorschlag handelt es sich, wie verlautet, um eine Annuitäten- st a f f e l, die mit 1 6 5 0 M i l l i o n e n beginnt und jedes Jahr um 25 Millionen steigt. Auf die Periode von 37 Jahren berechnet, gelangt man also zu einer Durchschnittsannuität von 1 9 8 0 Millionen Mark, für die Dauer der ersten zehn Jahre berechnet auf eine solche von 1787 Millionen Mark. Wenn man den Zinsen- und Tilgungsdienst der Dawesanleihe einbeziehen will, wird sich die auf 37 Jahre berechnete Durchschnittsannuität auf 2 0 5 0 Millionen Mark stellen. In den Zahlen des Youngschen Schemas sind alle Leistungen, die von Deutschland gefordert werden können, einbegriffen. Diese Youngschen Zahlen sind von der deutschen Delegation als Lrörte- rungsgrundlage angenommen worden unter der Bedingung, daß bestimmte, von Deutschland zu fordernde Voraussetzungen wirtschaftlicher Ratur berücksichtigt werden. Ls ist selbstverständlich, daß bei einem Abkommen, das nicht nur rein wirtschaftlicher Argumentation entspricht, gewisse Schutzmaßnahmen (Transferschuh usw.), die nicht nur dem Interesse des Schuldners, sondern auch dem des Gläubigers dient, getroffen werden müssen. Die wirtschaftlichen Bedingungen sind heule vormittag dem Vorsitzenden der Reparalions- konferenz, Owen D. Young, mitgeteilt worden. Was die Stellung der einzelnen Delegationen anbelangt, so verlautet zuverlässig nichts, jedoch kann ausdrücklich hervorgehoben werden, daß die französische Delegation noch nicht Stellung dazu genommen Hal, da sie die Rückkehr des ersten Delegierten Moreau, die heule nachmittag erfolgt, abwarten will.
GchweresMotorradunglückinFrankfurt
Zwei Tote und ein Schwerverletzter
F r a n k f u r l a. M., 6. Mai. (WTB. Draht- bericht.) Am Sonntagvormitlag gegen 10 Uhr erfolgte an der Ecke Dom- und Braubachstraße ein Zusammen st oh zwischen einem Personenkraftwagen und einem Motorrad. Der Führer des Motorrades und fein Begleiter, der 25jährige Mechaniker hurt Wettermann und der gleichaltrige Kaufmann Wilhelm S y m a n f k i wurden in lebensgefährlichem Zustande, und der Führer des Personenkraftwagens, der Kaufmann Hermann Ring, in fchwerverlehtem Zustand in das heiliggeist-hofpilal verbracht. Wettermann und S y m a n f k i sind gegen 2 Uhr im Kranken- aus g e ft o r b e n.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
Franklurt a. M.
Berlin
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58,62
112.62
20.537
Berlin 4- Mai
Geld
Bries
Französische Noten.....
Holländische Noten......
(italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch festere,k 100 Kronen
Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schwerer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten ..
Ungarische Noten.......
Devisenmarkt Berlin
Telegraphische
16,475
169,26
22,14
112,21
59,06
2,51
112,64
81,21
60,70
12,51
73,32
-Frankfur
Auszahli
16.535 169.94
22,22 112,55
59,30 2,53
113,08 81,6ß 60,94 12,57
73,62
t a.M.
ing.
4- Mai
6. Mai
Amtliche Notierung
Geld 1 Bncr
Slmtliche Notierung Geld | Briet
Amst.-Non. Buen- AireS Brss-.Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm - Helstngfors. Italien. . . London. . . Neunork . . Paris.... Schweiz . . Spanien .
Japan . . . Nio de Jan Wien in D-- Lest, abgcst Prag Belgrad - • Budapest • - Bulgarien Lissabon Tatnig- - .KonUantm. Athen. . Kanada ■ Unnuat) . Cairo - .
169,41 1,772
58,50
112,39 112,32 112,59 10,592
22,095 20,451 4,2135 16,465 81.185
60,28 1.895 0.502
59,175 12,472
7,407 73,41
3.044 18,88 81,76
2.058 5,455 4-183 4.076
20,975
169,75 1.776 58,62
112,59 112,54 112,81
10,612 22,135 20,491
4,2215 16,505 81,345
60,40 1,899 0,504
59,295 12,492
7,421 73,35
3,050 18,92
81,92 2,062
5,465 4,191
4,084
21,025
169,38 1,771
58,50 112,35 112,31 112,59 10.592 22,075
20,444 4,213
16,465 81,17 60,17 1,888 0,502
59,17 12,463
7,407 73,37 3,047 18,88 81,76
2,058 5,455 4,182
4.076 20,965
169,72 1,775
58,62
112,57
112,53
112,81
10,612
22,115 2p,484 *4,221
16,505
81,33
60,29 1,892 0,504
59,29
12,483
7,421
73,51
3,053
18,92
81,92
2,062
5,465
4,190
4,084
21,005


