Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Landwirt L. Fischbach IU. in Eckel-Hausen. Hieraus erstattete der Geschäftsführer Plitt einen Rückblick über die 60jährige Tätigkeit deS VereinS. Daraus ging her­vor, daß sich die Kreisviehkasse Biedenkopf in ihrer 60jährigen Wirksamkeit mit Hilfe ihrer aus­gezeichneten Ortsbevollmächtigten und Taxatoren zu einem machtvollen Unternehmen entwickelt hat, das in acht preußischen Kreisen segensreich wirkt und in seinen gemeinnützigen Einrichtungen weit hinaus über die engere Heimat vorbildlich geworden ist. Rach verschiedenen aus der Ver­sammlung vorgetragcnen Wünschen auf das wei­tere Wachsen und Gedeihen des Vereins schloß die schöne Feier.

Heute Aufsichtsratösihung der Hekoga.

Darmstadt, -1. Mai. Wie WTB.-HanDclsdienst erfährt, wird die nächste Aufsichtsratssitzung der Hekoga, in der über die Vorschläge an die Generalversammlung Beschluß gefaßt werden soll, am Montag. 6. Mai. in Darmstadt stattfinden.

Das Raab-Kahenstein-Lustschiff schwer beschädigt.

Kassel, 6. Mai. (Telun.) Das von den Raab-Katzen st ein'Wcrkcn Kassel gebaute K l c i n I u f t s ch i f f R K 27, das am Samstognachmittag non 6.05 Tlhr bis 6.55 Ahr eine gelungene Probefahrt gemacht hatte, wurde Sonntagnachmittag, als cs auf dem Flugplatz Waldau am Ankermast verankert lag, beschä­digt. Während das Wetter der vorangegange- ncn Tage die Arbeiten am Luftschiff und die ersten Fahrten äußerst begünstigte, hatte sich in der Rächt zum Sonntag ein heftiger Süd­wind erhoben, der das wenig bewachte Schiff heftig hin- und herwarf. Als gegen Mittag auch Vöen auftraten, die das Schiff vom Boden abhoben und mit großer Wucht wie­der auf den Boden warfen, sah man sich g»wungen, das Schiff zu entleeren, in­folge des heftigen Sturmes wurde dabei die Kielsdihe abgebrochen und das Leit­werk beschädigt.

Rach einem Telegramm der ..Montagspost" aus Kassel wurde an dem Luftschiff auch eine der Stabilisierungsflächen zerrissen und einer der Motoren z e r st ö r t.

Konsumverein Gießen und Umgegend.

Der Aufsichtsrat des Konsumvereins Gießen und Amg egend hatte die Vertreter der gesamten Mitgliedschaft auf gestern morgen zu einer außerordentlichen Versammlung im gro­ßen Saale des Gewerkschaftshauses eingeladen. Rach Eröffnung durch den Vorsitzenden des Auf­sichtsrates, Fr. Vetters, gab Geschäftsführer Diener ein Bild über den Stand der Ge­nossenschaft am 31. Dezember 19 28 (1. Halbjahr). Während bei Ablauf des vorigen Geschäftsjahres der Stand der deutschen Wirt­schaft noch als zufriedenstellend bezeichnet werden konnte, machte sich mit Eintritt in das laufende Geschäftsjahr 1928,29 eine ungünstige Wirtschafts­entwicklung bemerkbar, mit verursacht durch den großen Kampf in der westdeutschen Metall- industrie. Dazu kommen die wirtschaftlichen Ver­luste durch die ständig steigende Arbeitslosen­ziffer, die auf über 2 000 000 angestiegen sei. Der überaus strenge Winter habe hierzu viel mit beigetragen durch Den zeitweise herrschenden Koh­lenmangel. Die Preise für Kartoffeln und Gemüse erfuhren eine Steigerung. Trotz all dieser Er­schwerungen im Wirtschaftsleben sei ein weiterer Aufstieg der Genossenschaftsbcwegung zu ver­zeichnen. So habe die Großeinkaufsgefellschaft deutscher Konsumvereine in Hamburg den Umsatz in der Hondelsabteilung um 18 v. H., in der Eigenproduktion um 23 v. H. erhöhen können. Der Warenumsatz des Konsumvereins Gießen be­trug in der Zeit vom 1. 3uli bis 31. Dezember 1928 1 443953,76 Mk., der Bäckereiumsah in der gleichen Zeit beziffert sich auf 206 741,69 Mark, insgesamt 1 650 695,45 Mk. (1927: 1 611 737 Mark 82 Pf., also ein Mehr von 38 957,63 Mk. -- 2,41 v. H. Diese Erhöhung des Umsatzes sei trotzdem als nicht befriedigend zu bezeichnen. Das zweite Halbjahr habe sich indessen besser ange­lassen und gebe zu den besten Hoffnungen Anlaß.

Sodann machte Geschäftsführer Diener noch interessante Mitteilungen über den weiteren Innenausbau der Genossenschaft und machte auf die im Saale hergerichtete Ausstellung vonWaren aus fünf verschiedenen Geschäften aufmerksam.

Kassierer Günderoth erstattete den Kassenbericht. Aus der Halbjahresbilanz ist zu erwähnen: Aktiva: Betriebsbeständc: a) Vorräte 312 528,12 Mk., b) Einrichtungen 124 470,00 Mk.. zusammen 433 998,12 Mk. . Grund­besitz 501 080,00 Mk.: Angelegte und flüssige Mit­tel 340510,97 Mk.: Forderungen 7847,21 Mk., ins­gesamt 1 283 436,30 Mk. Passiva: Geschäfts­guthaben 217 642,81 Mk.. Reserven 246 295,85 Mark, zusammen 463 938,66 Mk.: Grundschulden 21 992,80 Mark: Laufende Verpflichtungen 791 234,81 Mk., insgesamt 1 277 166,27 Mk. Die Erübrigung beträgt 6270,03 Mk. Waren-Ab- rechnuug: An Waren- und Limonadensaldo 90 437,11 Mk., Warenrohertrag 225 073,85 Mark, zus. 315510,96 Mk.: Per Warenbestände 312 528,12 Mk., Bäckereisaldo 2982,84 Mk., zus. 315510,96 Mk. Gewinn-undVerlustrech- n u n g ; Aktiva 240 470,57 Mk., Erübrigung 6270,03 Mk.. zus. 246 740,60 Mk. Passiva: 246 740,60 Mk. Das Sparkonto weist aus 566 199,74 Ml. Die Spareinlagen sind zu 60 v. H. flüssig. Der Mitgliederstand beträgt 10 436. Der Grundbesitz wurde auch im Berichtszeitraum ver­mehrt.

Der von dem Sekretär Huber verlesene ge­setzliche Devisionsbericht nahm längere Zeit in Anspruch und fand die Billigung der Versamm­lung.

Die Aussprache über den Halbjahres-Ge­schäfts- und Kassenbericht und die eingegangenen Anträge war lebhaft. Die Anträge fanden nach dem Schlußwort des Geschäftsführers Diener ihre geschäftsordnungsmäßige Erledigung.

Punkt 3 der Tagesordnung betraf die Satzungsberatung. Rach Besprechung und Ergänzung der einzelnen Paragraphen wurde die neue Satzung einstimmig angenommen.

Der letzte Punkt, Ausbau der lonsumgenossen- schaftlichen Presse, wurde wegen der vorgerück­ten Stunde von der Tagesordnung abgeseht und wird in gesonderten Sitzungen erledigt werden.

Der Derhandlungsleiter. Fr. Vetters, schloß um 1 Ahr dis Sitzung.

Furchtbares ilnglürk an einem Bahnübergang.

Ein Auto von der Lokomotive erfaßt. Drei Tote, zwei (schwer- und drei Leichtverletzte.

IvSR. Frankfurt a. 2tf 5. Mai. Am Sams­tagabend 22.35 Ahr erfaßte eine leer van Ober- roden nach Frankfurt a. M, fahrende C o - komokive auf der Bahnstrecke Vuchschlag - Oberraden an dem schrankenlosen und unge­sicherten Bahnübergang der ßreisstraße Dreieichenhain-Philippseich ein von acht jungen Leu­ten besetztes Personenauto. Die Lokomotive, die angeblich nur eine Geschwindigkeit von 37 Stun­denkilometer hakte, schleifte das Fahrzeug noch 13 7 Meter auf dem Bahnkörper m i t. Rach der Ducht des Zusammenstoßes zu ur­teilen, muß das Automobil mit großer Geschwindig­keit gefahren jein. Die Todesopfer des Unfalls sind: der Dagenführer Dilhclm klemm aus Heu­senstamm, Liste Roth aus Dietzenbach: auf dem Transport nach dem Langener Kreiskrankenhaus starb ferner Käthe Müller, ebenfalls aus Dietzen- bad). Schwer verletzt wurden im Langener Kreiskrankenhaus eingeliefert Lisbeth Lehr aus Diehenbad) und Hans S ch r o t h aus Heusenstamm. Mit leichteren Verletzungen kamen Fritz Sperl, K ü ß n e r und Liesel kolb davon. Das Fahrzeug wurde vollständig zertrümmert.

diesem grauenhaften Unglück berichtet der Mitarbeiter von Wagners SüdwestDeustchen Nach- richtenDiest, der sich sofort an die Unglücksstelle be­gab, u. a. folgendes: Da nachweisbar der Lokomotiv­führer seiner Dienstordnung gemäß einige Zeit vor dem Passieren der Straßenüberführung Läutesignal gab, kann nur angenommen werden die öffent­liche Meinung der dortigen Bevölkerung spricht die

gleiche Ansicht aus, daß die jungen Leute ange­trunken waren und randalierten, so jede Aufmerk- samkeit vergaßen und das ßäutefignal überhörten, oder doch versuchen wollten, noch vor der heran- nahenden Lokomotive, die hier in eine Gerade ein­biegt und erhöbtc Geschwindigkeit erhält, vorbeizu­kommen. Den Unfall erleichtert haben mag die Tat­sache, daß die Kreisstraße gerade hier ein leichtes Gefälle Hot und Durd) Bäume und Sträucher beson­ders unübersichtlich ist. Auf der anderen Seite ist jedod; wieder zu berücksichtigen, daß cs sehr gegen die jungen Leute und ihre Geistesverfassung spricht, daß sic zu acht in einem kleinen Personenwagen Platz nahmen. Verschiedene Leute der Bevölkerung sind sich darin einig, daß cs sich um eineVer­gnügungsfahrt" mit Alkohol und Mädels handelte, die ein so trauriges Ende fand. Eine Frau, die in allernächster Nähe wohnt, erzählte, wie sie kurz nach 10.30 Uhr das Krochen und die Schreie hörte. Einen Augenblick lang sah man noch das Leuchten der Scheinwerfer, das dann verlöschte. Offenbar muß die Lokomotive das Automobil gerade in der Mitte der Gleise erfaßt hoben, anders ist es nicht zu er­klären, daß dos Fahrzeug noch eine so lange Strecke mitgeschleift werden konnte. Von anderer Seite hören wir noch, daß wegen dieses Uebergangs be­reits Verhandlungen geführt wurden, die die An­bringung einer Schranke betrafen, daß sich diese Verhandlungen aber zerschlugen. Wenn dieses Un­glück auch nach der allgemeinen Darstellung unzweifelhaft auf dos Verschulden der Autoinsassen zurückzuführen ist, so steht es anderseits ganz außer Zweifel, daß es bei geschlossener Schranke hätte ver­hütet werden können.

Der Sternhimmel im Mai.

mfe. Das Hauptereignis dieses Monats, näm­lich die Sonnenfinsternis, die zugleich mit dem Reumond am 9. eintritt, bekommen wir leider nicht zu sehen. Sie ist nur auf der südlichen Erdhälfte und in den Aequotorialgegenden sicht­bar, und der Streifen ihrer Vollständigkeit fällt überwiegend ins Meer, so daß die Beobachtung schwierig wird. Auch die Sichtbarkeit der Wan­delsterne ist in diesem Monat nicht allzu günstig.

Westen neigenden Löwen mit dem Hauptstern Regulus erkennt man leicht an feiner Sichel­gestalt und findet ihn, indem man die Ver­bindungslinie der letzten Sterne des Großen Bären in der dem Polarstern entgegengesetzten Richtung, also nach Süden verlängert. Den Hauptstern der Jungfrau, die Spica, kann man leicht finden, wenn man vom Großen Bären über den Arktur nach unten geht. Msdann folgt

STE/tNBUOER:

STABEN

(t) Vo//montf d 3. Pierfa/

XjEenu/

(J)Jieprfrr

Jfarn«> AT/e/ne Buch- \ zfaban

i r z

Drr di« 94Stvndeniak'm von Mitt er - «MU.V. bis Mitternacht ein«» Tagt» en.t- hahendo Kreis und di« di ei punktiert« Linie, der sogenannte Horizont, sind fest- »tehend tu den! en. Dtr Sternhimmel dreht rieh samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger drr Himmelruhr M 93 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeil» einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnet« Horizont umrahmt die tui der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um Ü« Monatrmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- natsmittc Will man zu erster anderen Stund» beobachten. so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Be­obachtung »stunde zeigt: dadurch werden die zu 'dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin - «ingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo- natrmittc ist der gerade Pfeil */3 Stunde früher, für je 5 Tagt nach der Monats­miete 1/3 Stund« »fiter zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun- :gen ein, wenn er die angedeutete Lieht- gsitolt zeigt.

Die Venus allerdings erstrahlt in voller Hel­ligkeit, aber als Morgenstern, so daß die we­nigsten sie sehen werden; wer aber vor Sonnen­aufgang nach Osten aus dem Fenster schaut, wird über ihren mächtigen Glanz erstaunt sein. Der nächsthellste Wandelstern, der Jupiter, ist gänzlich unsichtbar, und am Abendhimmel sind nur der Mars und der Saturn zu sehen, von denen der Mars immer schwächer wird, während beim Saturn die Veränderlichkeit we­niger ausgeprägt ist. Er steht fast genau an der tiefsten Stelle des Tierkreises. Auch der Mer­kur ist wenigstens nach seinem Ort am Himmel des Abends sichtbar, am 16. sogar 50 Minuten lang. Ob man ihn wirklich zu sehen kriegt, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Am Fixsternhiminel sind einige Tierkreisbilder sehr gut zu sehen. Den sich nun allmählich nach

im Tierkreis die Waage mit zwei ungefähr gleich Hellen Sternen, von denen der rechts unten stehende deshalb bemerkenswert ist, weil er säst genau auf der Tierkreislinie liegt. Weiter­hin folgt das Sternbild des Skorpions, das freilich zur Zeit des Vollmondes, also um den 23. herum, von dessen Strahlen völlig verschlun­gen wird. Früher rechnete man das ganze Stern­bild der Waage noch mit zum Skorpion: daran erinnern noch jetzt die Ramen der beiden Haupt­sterne: denn Zuben-cl-schemali heißt die nörd­liche und Zuben-el-dschenubi die südliche Schere, womit die Scheren des Skorpions gemeint sind. Der Sage nach hat er damit den Orion tot- gebissen: denn dieser verschwindet, wenn der Skorpion aufgeht. K ü st e r m a n n.

Wirtschaft.

Oer Geldmarkt unter dem Einfluß des Devisenmarktes.

Die Vorgänge auf Dem Devisenmarkt haben in Der Derichtswoche die Entwicklung am Geld­markt stark beeinflußt. Der Angriff der internationalen Spekulation gegen die deutsche Mark, der von Amsterdam und Paris ausgegangen ist, brach schnellzu« farnmen, dies war aber nur möglich, weil die Reichsbonk starke Devisenanforderungen, beson­ders in den letzten Tagen des April, befriedigen konnte. Der Zeitpunkt für diesen Angriff auf den Markt war insofern gut gewählt, als infolge Der OelDoerteuerung in Reuhork erhebliche kurzfristige Kredite ameritanischen Ursprunges in Europa, insbesondere aber in Deutschland, gekündigt wur­den und nach Amerika zurückgeflossen sind. Hinzu kommt, daß der Reuyorkcr Markt gegenwärtig auch für langfristige Anlagen keine Gelegenheit bietet. Es muh leider festgestellt werden, daß die Aussichten für eine Beruhigung der Reu- Yorker Geldmarktverhältnisse, die so weitgehend auch Den deutschen Geldmarkt in ihre Einfluß­sphäre ziehen, nicht gerade günstig sind. Wenn auch Die erheblichen DevisenansorDerungen am deutschen Geldmarkt bedeutend nachgelassen ha­ben, was nach Dem Rückschlag nicht anders er­wartet werden konnte, so zeigte sich doch in Den letzten Tagen Der Derichtswoche toieDer größere Dachfrage, und Die Reichsbank war gezwungen, wiederum mit einem Betrage von schätzungsweise 8 bis 10 Mill. Dollar am Devisenmärkte zu intervenieren. Als Wechselwirkung zu Den De­

visenansprüchen zeigen die Geldsätze eine starke Verteuerung, und das Angebot am Privatdiskontmarkt war so groß, daß Die regulierende Stelle sich zu einer Erhöhung des Satzes entschloß, womit der Privatdiskont auf den offizieller Tagessah von 7,5 Proz. flieg. Maßgebend für Die Heraufsetzung Des Satzes ist wohl einzig und allein, durch eine Verteuerung des Geldes Die Finanzierung von Devisenkäufen durch Die Banken einzudämmcn.

Die Anspannung des Reichsbank zum April-Altimo war eine außergewöhn­liche, um nicht zu sagen kritische, wenn man da­von ausgeht, daß die Deckungsquote hart an Die gesetzliche Grenze von 40 Prozent gelangt ist. Zu Der starken Anspannung Der Reichsbank hat nicht nur Der große Abgang an GolD und Devisen in Höhe von 230 Mill. Mark beigetragen, sondern auch, was nicht übersehen werden darf. Die über Das normale Maß hinausgegangenc 3n- lanDbeanspruchung sowohl auf dem Wechsel- als auch auf Dem Lombardkonto. Die starke Inan­spruchnahme des WechselkreDits Der Reichsbank mag mit Der Befürchtung einer weiteren Dis­konterhöhung Zusammenhängen, Die nicht ohne weiteres von Der HanD zu weisen ist. Ob eine Diskonterhöhung Die Verhältnisse am Geldmarkt bereinigen kann, ist allerdings fraglich. Die Reichsbank wird im Bewußtsein Der in Der letzten Diskonterhöhung liegenden schweren Be­lastung für Die Wirtschaft vorerst den Umfang der Rückflüsse in diesen Tagen abtoarten, für Den allerdings bisher keine günstigen Anzeichen vor­liegen. Da die in Anspruch genommenen Wech­selkredite größtenteils für Devisen- faufc verwendet werden, so wird Die Reichsbank eS sich angelegen sein lassen, vor

allem das aufkommendc Wechselmaterial genauer zu kontrollieren, um die Einreichung inländischer Wechsel mit Dem Zweck des Deviscnkauss ein- zuschränkcn. Wie gespannt Die Verhältnisse lie­gen, gehl wohl am besten aus der immer häu­figer auftrctenDen Forderung nach Kredit- restriktion hervor. Man muß sich aber Dabei Die schweren Folgen vergegenwärtigen, Die sich aus einer solchen Maßnahme für eine gerade im Konjunkturrückgang befindliche Wirtschaft er­geben würden.

Generalversammlungen im Salzdetfurthkonzern.

Die (5>encralt>erfammhing der Kaliwerke Aschersleben schic Die Dividende auf wieder 10 Prozent fest. Heber das laufende Geschäfts' jahr wurde u. a. mitgeteilt, daß der Umsatz in 40er Düngesalz gegenüber Dem Vorjahre eine Steigerung erfahren habe, Die jedoch auf Kosten des Minderabsatzes an Kainit gegangen sei. Die übrigen Salzsorten seien ungefähr in demselben Umfange wie im Vorjahre abgeseht worden. Man rechnet damit, daß mindestens die vorjährigen Absahzisfern erreicht werden.

Die Generalversammlung der (S o n f o li­nierte Alkaliwerke z u Westeregeln genehmigte Den Abschluß mit wieder 10 Prozent Dividende Uebcr das laufende Geschäftsjahr wurde mitgcteilt, daß Der Absah des Kalishn- dikals in Den ersten vier Monaten des Jahres 6,5 Mill, dz K 20 gegen 6,4 Mill, dz K 20 im gleichen Zeitraum des Vorjahres beträgt. Die Steigerung ist auf stärkere Abrufe Des Auslandes zurückzuführen, das bisher am Absatz mit etwa 26 Prozent gegen 25 Prozent im Vorjahre be­teiligt war. Die gemeinsam mit Dem französi­schen Kalisyndikat im Ausland geschaffenen Propagandastellen sollen weiter ausgebaut wer­den. Die Abnahme seitens Der Deutschen Land- wirlschaft müsse angesichts Der schwierigen Lage als befriedigend angesehen werden. Die For­derung nach einer Senkung der Kalipreise sei mit Rücksicht auf Die Gestehungskosten Der Werke nicht durchführbar. Durch Den letzten Schieds­spruch und die Arbeitszeitverkürzung fei für Die Kaliindustrie eine Gesamtsteigerung Der Lohn- kosten um reichlich 20 Prozent cingetreten, Die durch Ralionalisierungsmaßnahmen keineswegs mehr ausgeglichen werden könne. Erschwerend komme ein fühlbarer Mangel an gelernten Berg­arbeitern hinzu, Der sich vor allem daraus er­gebe. daß infolge der Knappschafls-Penfions- vorschriften Bergarbeiter jetzt schon im Alter von 50 Jahren pensioniert würden, wodurch Der In­dustrie die erfahrensten Arbeiter, die zum An- Icmen des Rachwuchses gebraucht werden, viel zu früh entzogen würden, lieber neue Projekte auf chemischem Gebiet könne zur Zeit nichts ge­sagt werden. Die Gesellschaft beschäftige sich nach verschiedenen Richtungen hin. Irgendein Ab­schluß fei bisher nicht erzielt worden. Die Kohlenverschwelungsanlagen entwickelten sich wei­ter gut. lieber die Ringgesellfchaft wurde mit- geteift, daß irgendwelche Ergebnisse noch nicht erzielt worden seien.

Die Generalversammlung der Kaliwerke SalzDetfurth setzte Die DiviDenDe auf wieder 15 Prozent fest. Wie mitgeteilt wurde, hat die Gesellfchast bis l.Mai 330 990 dz K 20 gegen 263 599 dz K 20 im gleichen Zeitraum des Vor­jahres abgeseht. Diese beträchtliche Steigerung von 25,6 Prozent ist auf Den Erwerb von Quo­ten, sowie auf andere Quotengeschäfte zurück­zuführen. Durch weitere technische Berbesserun- gen ist Die Leistungsfähigkeit der Werke erhöht worden. Im Anfang dieses Jahres ist die Er­zeugung von Rebenprodukten in verstärktem Maße ausgenommen worden. Durch den Quotenzuwachs wurde die Beteiligung in Brom erheblich erhöht. Weiter erhielt die Gesellschaft neue Quoten in Ehlormagnesium und Gauge. Die sonstigen Ver­suche auf chemischem Gebiet sind noch nicht ab­geschlossen.

Stark erhöhter Katiabsah.

Der Absatz des Deutschen Kalisyndikats betrug im April 1 125 351 dz Reinkali gegen 674 593 dz im April 1928, in den ersten vier Monaten 1929 6 548 316 dz gegen 6 393 828 dz in Der gleichen Zeit des Jahres 1928 und im Düngejahr 1928-29 (Mai 1928 dis Avril 1929) 14 368 362 dz gegen 12 897 824 dz im Düngejahr 1927 28.

* Die amtliche GroßhanDelsindex- ziffer. Die auf Den Stichtag des 1. Mai berechnete GroßhandelsinDexziffer Des Statistischen Reichsamtes ist mit 136,1 gegenüber Der Vorwoche (136,3) leicht zurückgegangen. Von Den .ßauptgruppen hat Die In­dexziffer für Ägrarstoffc auf 127,1 (126,8) und Die Iiiderziffer für Kolonialwaren auf 126/) (126,4) leicht angezogen. Die Indexziffer für inDuftriellc Rohstoffe und Yalbwaren ist um 0,5 v. H. auf 131,6 (132,2) und Diejenige für inDuftriellc Fertigwaren um 0,2 o. S). auf 157,4 (157,7) zurückgegangen.

* Der StanD Der Spareinlagen bei Den Deutschen Sparkassen (£ n D c März. Ende März 1929 belief sich Der StanD Der Sparein­lagen bei Den Deutschen Sparkassen auf 7825,2 Mil­lionen Mark, gegen 7653,5 Millionen Mark En De Februar 1929. Der Zuwachs stellt sich mithin auf 171,7 Mill. Mk. gegen etwa 240 Mill. Mk. im Februar. Im einzelnen betrugen Die Einzahlungen 567,7 Mill. Mk. (Davon aus Aufwertung 23,7 Mill. 'Diarf unD aus Zinsgutschriften 18,1 Mill. Mk.) und Die Auszahlungen 396,0 Mill. Mark. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Deposileneinlagen beliefen sich Ende März auf 1485,9 Mill. Mk. gegen 1520,2 Millionen Mark Ende Februar.

' Heinrich Lanz A.-G., Mannheim. Aus Der Aaffichtsrakssitzung erfahren wir, daß sich für 1928 ein Reingewinn von etwa 250 000 89 000) Mk. ergibt, Der mit 100 000 Mk. zu Wohl­fahrtszwecken Dient, währenD 150 000 (89 000) Mk. vorgetragen werden sollen. In den ersten vier Monaten des laufenden Geschäftsjahres war der Geschäftsgang etwas besser, als im Vorjahre. Der Absatz des neuen großen Rohöltraktors ge­staltet sich stetig.

* Knorr-Bremse- A.-G., Berlin - Lich­tenberg. Der Abschluß weist einen Brutto­gewinn von 12,716 (16,502) Mill. Mark aus. Rach Abzug non 6,710 18,845) Mill. Mark Un­kosten und 1,328 (2,020) Mill. Mark verbleibt ein Reingewinn von 4,677 (5,636) Mill. Mark, woraus nach Beschluß der G.-V. 500 000 Mark der Re­serve zugeführt, 8 (10) Proz. Dividende verteilt und 177 206 Mark vorgetragen werden. Der Be­richt erwähnt Den Rückgang Der Bestellungen der deutschen Reichsbahn, hebt aber zugleich die umfangreichen Reparalionsaufträge hervor, von denenoEfsekluierungen erst im neuen Geschäfts- jähre vorgenommen werden. Für die Erledigung dieser etwa 60 Mill. Mark Q(uf träge mußten erhebliche Einrichtungen getroffen werden. Die