wird es wegen der geplanten SteuererhShun- gen geben. Hier haben die Proteste bereits eingesetzt, so u. n. mich von der Frankfurter Jndustrie- iind .Handelskammer gegen die Erhöhung der Gewerbeertragssteuer. Die Handelskammer betont in einem Schreiben an den Magistrat, daß bei der riickläusigen Bewegung der Konjunktur die Wirtschaft einer Krise nicht mehr answeichen könne, wenn nicht eine Entlastung herbeigeführt werde. Bei der gegenwärtigen Notlage sei der einzige Weg zur Deckung des Fehlbetrags im städtischen Etat, energische Abstriche nm Haushaltsplan nor- zunehmen, besonders die Ausgaben ein jn> dämmen, die eine besonders hohe Delccktung des Haushaltsplanes darftellen. U. a. ist die Industrie- und Handelskammer der Auffassung, daß die Aufwendungen für die Wohlfahrtspflege zu meit über den Rahmen der Aufwendungen in andern deutschen Großstädten hinausgehen pnd so nahe an die Tariflöhne herankommen, daß der Wille ,311 r Arbeit gefährdet werde. Auch der Zuschuß für die städtischen Theater könne durch eine ra- tionelle Umgestaltung des Theaterwesens vermin- dert werden.' Solange Möglichkeiten für eine Verringerung des öffentlichen Aufwandes bestehen, wäre es mit dem Ernst der wirtschoftlickM Lage nnnercinbnr, neue Steuermittel anzufordern.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
*" Klein-Linden. 5. Febr. Der hiesige Turnverein feierte am Samstagabend sein diesjähriges Wintervergnügen und verband damit die Feier feines 4 0. Gründunysj ah- r e S. Sn seiner Ansprache gedachte der erste Vorsitzende, Sattlermeister Weiß, der Bedeutung des Tages. Drei Gründer des Vereins sind nod) am Leben und haben dem Verein bis heute die Treue gehalten. Es sind dies Ehrenvorsitzender Brandenburger. Luöw.V ie h- mann und Schuhmachermeister Wilhelm Weigel. Der Vorsitzende gab ferner einen Rückblick über die Vereinsgeschichte des letzten SahreS und dankte den Turnwarten für flirre unermüdliche und aufopferungsvolle Arbeit. Die vorgeführten turnerischen Uebungen der VereinSriege am Pferd und Barren, der Schülerinnen am Barren und der Turnerinnen am schrägen Darren wurden mit großem Beifall ausgenommen und zeigten, daß die leitenden Turnwarte, Ernst Pfaff. Heinrich Advph und Fritz Morneweg. mit großer Hingabe ihre Aufgaben lösen. Zwei Theaterstückchen, die von Mitspielenden recht gut wiedergegeben wurden, brachten srohe Stimmung unter die Besucher. Eine Verlosung und Kvnzertmusik beendeten die Feier.
u. Klein-Linden, ,5. Febr Ein schönes Wintervergnügen feierte am Sonntagabend im Saale des Gasthauses ..Zur deutschen Eiche" der hiesige Schützenklub „Roland". Aus Anlaß seines 20jährigen Bestehens wurde mit der Feier die Weihe eines neuen, von den Damen des Vereins gestifteten Banners vollzogen. Der Abend wurde durch ein Festgedicht. .vorgetragen von Frl. Frieda Volk, eröffnet. Aach herzlichen Begrüßungsworten des verdienstvollen ersten Vorsitzenden, Lokomotivführers Friedrich Stein, gab dieser einen Rückblick auf Die VereinSgeschichte der letzten 20 Fahre. Aach dem Einbringen des Banners durch vier Ehrenjungfrauen sprach Frl. Marie Fried- r i ch einen Prolog und überreichte dem Verein das neue Banner. Schütze Heiland von Steindorf, der Präsident des Lahn-Dill-Hüttenbera- BundeS, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Bundes. Sodann nahm Schütze Kreuter von Gießen, einer der ehemaligen Mitbegründer des Vereins, das Wort und forderte in kerniger Ansprache die Mitglieder auf. ihrem Verein die Treue zu halten. Anschließend an die Danner- weihe wickelte sich ein auserlesenes Programm ab. Ein ernster Zweiakter und zwei heitere Einakter. von den Mitspielenden ganz vorzüglich wiedergegeben, ernteten allgemeinen Beifall des gut besetzten Saales, Verlosung und Tanz beschlossen die Feier. Lobend erwähnt seien noch die vorzüglichen Darbietungen der erstklassigen Musikkapelle. Der Schühenverein steht zur Zeit mit dem Fiskus wegen Geländeerwerbs zum Ausbau neuer, moderner Schiehstände in Unterhandlung,
• Dau bringen. 5. Febr. Sm vorigen Frühjahr wurde unter Führung unseres rührigen Bürgermeisters eine Freiwillige Feuer
hohen Steppengras, dem fernen, kahenähnlichen Schrei eines Leoparden und blickten hinauf zu dem strahlenden Kreuz des Südens. Dann fing Vinzenz an zu sprechen, sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, aber der Klang seiner weichen Stimme hatte etwas seltsam Bestrickendes. — Seine Mutter starb, als sie ihm das Leben gab. sein Vater wurde von einem Wilderer erschossen, und die Jugendzeit verbrachte er in Feldkirch, trat dann bei den Birkenfeld-Dragonern ein, nahm seinen Llbschied, sührte ein ruheloses Wanderleben.
„Schau. Alterlc, da kannst nix machen, das is' wie ein Zwang, ich mutz und ich muß jagern. ich bin halt an Ahasver, hab' nit Aast noch Auah . . ."
„Bis deine Stunde doch einmal kommt," entgegnete ich lächelnd. „Du weißt ja: „die Liebe, die Liebe ist eine Himmelsmacht!"
„Ach, geh', laß mi aus. wär' ja ewig schad', wenn i' mich an so a Weiberleut hängen wollt'! Da is' mir mei Kurzhaariger, der „Söllmann", schon' lieber als so n Langhaarige, man kann zwoa Portionen G selcht's un' Knödel auch aUoan essen, gelt?"
„Spotte du nur, einmal hascht's dich schon!"
„Ao. meinetwegen, aber bis dahin - —", Und er schwieg wieder, stocherte mit einem langen Ast in das glostende Feuer, daß die auf- züngelnden Flammen für Sekundendauer seine hageren, scharf geschnittenen Züge beleuchteten.
„Schläfst schon?"
„Aein, Vinzenz."
Er drehte sich eine neue Papyros
„Du, heut' is' .El nus min schabam
„Wo - as?"
„El nus min schaban die Aacht des Verhängnisses. da geht Allah durch den Garten des Paradieses und schüttelt am Baum des Lebens., und auf jedem Blatt, das zu Boden fällt, steht ein Aame — — vielleicht auch meiner und deiner--"
„Aun hör' aber schon auf. ja?''
„Meinetwegen — irisch Allah gut' Aacht. ." „Out' Aacht . . ."
3d> wußte es längst, der Vinzenz von Andrign war ein halber Mohammedaner, Fatalist, und wenn er seinen „spinneten Tag" hatte, wie er
Nie Verpachtung von Gemeindejagden.
Das hessische 3agdrecht hat die nicht gerade angenehme Eigentümlichkeit, daß seine Bestimmungen in verschiedenen Gesetzen. Verordnungen und Minifterialverfügungen zerstreut sind, die zum Teil bis zum 3ahre 1814 zurückgehen und dadurch eine rasche Orientierung im gegebenen Falle erschweren.
Das hessische Jagörecht im engerenSinne beruht in den Provinzen Starkenburg und Ober- Hessen auf dem Gesetze vom 26. 3uli 1848, in Rheinhessen auf der Verordnung vom 21. September 1815; ferner kommen in Betracht das Gesetz über die Jagdberechtigungen an fremdem Grund und Boden vom 2. August 1858 und Artikel 7 des hessischen Jagdstrasgesetzes vom 19. 3ufi 1858.
Als Grundprinzip gilt der Satz, daß das 3agd- recht dem Grundeigentümer zusteht. Gr kann eS aber nicht selbst ausüben, sondern das 3agd- ausübunysrecht wird durch die Gemeinde, die hierbei als Vertreter der Grundbesitzer anzusehen ist. verpachtet. Der Pachtzins ist Einnahme derGemeinde. Ausnahmsweise steht das 3agdausübungsrecht dem Grundeigentümer selbst zu (Eigercjagd), wenn fein Grundeigeittum eine selbständige Gemarkung ist. oder eine zusammenhängende Grundfläche von mindestens 300 Morgen bildet, oder insoweit der Grundbesitz durch Mauer geschlossen, Zaun oder Hecke umgeben und mit Türe und Schloß versehen ist. 3ti>er kann sein Grundstück einzäunen urrb ab schließen und dadurch von der Gemeindcjagd ausnehmen. Dem Besitzer solcher Grundstücke steht allein das 3agdrecht darin zu. unter Befolgung der Polizeigesehe und soweit hiernach die Ausübmrg der Jagd zulässig er» scheint. Daneben steht das Recht der 3a^> an fremdem Grund und Boden den Besitzern von Cigenjagden an den von ihrem Grundbesitz umschlossenen Grundstücken anderer Grundbesitzer zu (Enklaven).
Die Verwerfung des Jagd rechts der Gemeinden erfolgt durch Verpachtung in Form der öffentlichen Versteigerung. Das Verfahren und die Pachtbedingungen sind teils gesetzlich, teils durch Verfügungen des Ministeriums vorgeschrieben. Auch Inhaber von Eigenjagden können diese durch Verpachtung verwerten. Den Umfang der Jagdbezirke bestimmen die Gemeinden. Bezirke non weniger als 250 Hektar Größe sollen nicht gemacht werden. Soweit bic Verpachtung auf dem Wege der Versteigerung statffindet, muß ihr ein Pachtüberschlag vorausgehen, als der das cinzuholende Gutachten des zuständigen Fvrstanttes anzusehen ist. Die Pachtzeit muh mindestens 6 Jahre betragen. Den Gemeinden wird jedoch enrpsohlen, zur Hebung des stark verminderten Wildbestandes. ferner im Interesse einer weidmännischen Jagdausübung und im allgemeinen gemeindlichen, wie auch im volkswirtschaftlichen 3ntereffe die Jagden nicht mehr unter 9 b is 12 wahren zu verpachten. Die Wiederverpachtungen dürfen jedesmal erst nach Ablaus der früheren Pachtzcit vorgenomwen werden. Eine freihändige Vergebung der Jagd ist gesetzlich überhaupt nicht vorgesehen. Indessen hat sich im Lause der Jahre eine Art Gewohnheitsrecht herausgebildet. das in gewissen 2lusnahm^ällen auch eine freihändige Vergebung zuläßt. Hierzu ist aber erforderlich ein einstimmiger Ge mei nderatsbeschlutz,
welcher der Genehmigung des Ministers des 3irnem bedarf. Voraussetzung ist ferner, daß keine Einwendungen sonstiger Beteiligter erhoben werden. Zu den Beteiligtem die gegen die freihändige 'Vergebung Ginwen- dungen erheben können, gehört jeder, der die Jagd selbst zu pachten beabsichtigt. Da bei der Jagdverpachtung in erster Linie das finanzielle Interesse der Gemeinde entscheidet, ist in den meisten Fällen ein Mehrgebot die Veranlassung zur Versagung der Genehmigung. (Conradi, das hessische Jagdrecht. Seite 33.) Vor Erteilung der Genehmigung pflegt das Ministerium eine gutachtliche Aeußerung des zuständigen Kreisamts und Forstamts einzuholen. Für die öffentliche Verpachtung find die Pachtbedingungen von dem Ministerium des Innern vorgeschrieben. willkürliche Aenderungen oder Zusätze sind ohne Zustimmung des zuständigen Kreisamts nicht' gestattet. Die Genehmigung einer offentlic^n Verpachtung darf nur versagt werden, wenn Formfehler bei der Versteigerung vorgekommen sind, oder toorm die Person des Meistbietenden zu beanstanden ist. oder wenn ein wesentliches Mehrgebot bei einer weiteren Versteigerung zu erwarten ist. Aus anderen ©cüniien darf die Genehmigung nicht versagt werden. A a dr g e * Lote sind unzulässig. Der Zuschlag kann daher einem Aachgebot ebensowenig wie Dem zweit- oder dritthöchsten Angebot erteilt werden, sondern es ist eine neue Versteigerung erforderlich. Von dem Grundsätze, daß dem Meistbietenden der Zuschlag zu erteilen ist, besteht nur eine Ausnahme, wenn im Verpachtungs- Protokoll der Zusatz ausgenommen ist, daß die Auswahl zwischrn den drei Höchstbietettden Vorbehalten bleibt, was der kreisamtlichen Genehmigung bedarf. Abgesehen von diesem Falle bedürfen die Versteigerungen nicht der Genehmigung des Kreisamts oder der Oberförsterei. Zu beachten ist. daß für einen Jagdbezirk nicht mehr als drei Pächtzrr 3 u getanen werden können, wobei es jedoch den Pächtern imbenommen ist. qualifizierte Personen mit auf die Jagd zu nehmen. Qualifizierte Personen sind solche. 6re nach Artikel 9 des Gesetzes die Ausübimg der Jagd in den Provinzen Starkenburg und Oberheffen betreffend vom 26. Juli 1848 zur Pachtung von Gemeindejagden zugelaffen sind.
Ist die Verpachtung genehmigt, so hat die Bürgermeisterei dem zuständigen Forstamt eine Abschrift des Protokolls zuzustellen und ihr von jedem späteren Ab- und Zugang von Pachtern Kenntnis zu geben. Erwähnt sei noch, daß jede vertragsmäßige Aonderung des genehmigten Jagdpachtverttages, tote z. B. Annahme neuer Pächter. Au. tritt eines Pächters, Weiterverpachtung usw. der Genehmigung der Gemeindevertretung lGemeindcrat oder Stad'.v.'rordnetenv'r'ammlung) bedarf. Der Pachtvertrag ist im übrigen ein Privatvertrag und unkcrliegt den 'Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Zum Zwecke gemeinsamer Benutzung zusammenhängender größerer Jagdbezirke können Jagd- genossenschaften gebildet werden. Der Jagdgenossenschaftsbezirk muß mindestens 1200 Hektar groß sein: die Zahl der Genossen darf dann fünf betragen, und für weitere je 300 Hektar kann ein weiteres Mitglied beitreten. Das Aähere bestimmt das Gesetz vom 19. August 1893 betr. die Bildung von Jagdgenossenschaften.
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wehr gegründet. Die aktive Mannschaft wurde in kurzer Zeit so stark beseht, daß zur Ze!i.t Aeuanmeldungen nicht berücksichtigt werden können. Die Zahl der passiven Mitglieder wächst ständig. Am Samstagabend hiell die Wehr ihr erstes Wintervergnügen ab. Obgleich nur Mitglieder mit ihren Angehörigen Zutritt hatten, war der Saal der Gastwirtschaft Weimer dicht gefüllt. Aach kurzer Begrüßung durch Bürgermeister Preis wurden zwei Feuerwehr-Theaterstücke flott gespielt. Die Besucher kargten nicht an dem wohlverdienten Beifall. Ein Teil des Musikkorps der Lollarer Wehr unter Leitung von Musikmeister Deines konzertierte und spielte dann zum Tanz auf. In der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr herrscht schöner kameradschaftlicher Geist, der sich auch an diesem Abend wieder bewahrte.
>Holzheim, 5. Febr. Der hiesige Kriegerverein hatte am Samstagabend zur Vorführung des befanntan Films „Der Weltkrieg" 1. Teil im Saale von Gg. Sames ein» geladen. Der Einladung waren auch .zahlreiche Mttglieder des Kriegervereins Dors- Gill gefolgt, so daß der Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Aach der Begrüßung durch den Vorsitzenden W. Laux I. wurde durch Herrn H i s g e n , Lich, der Wettkriegsfilm gezeigt, der „Des Volkes Heldengang" vor Augen führte und bei den Anwesenden tiefen Eindruck hinterließ. Bekannte Armeemärsche, von einer flotten Kapelle gespielt, bildeten eine feine Alm» rahmung der Veranstaltung.
f Steinheim, 5. Febr. Der Gesangverein „Frohsinn", Mitglied des Sängerbundes „Mittleres Aiddatal". hielt am Sarns-
tagavend sedne dkeSsgyefge ardenftldH neralversammlung ab. In Vertretung des? ersten Vorsitzenden erstattete Wilhelm Hofmann V. den Jahresbericht, aus dem n. a. folgendes mitgeteilt fei: Die 50. Jubelfeier Warin jeder Hinsicht ein voller Grsolg und brachte dem Verein einen starken Zuwachs an Mitgliedern. Die Teilnahme am Bundessingen in Bors- dorf bewies, daß der Verein in feinen gesanglichen Leistungen em gutes Stück vorwärts gekommen ist. Besondere Ehrung wurde neun verdienten Sängern zuteil, die über 25 Jahre dem Verein angehören. Ihnen wurde eine silberne Sängernadel nebst Ehrentafel in künstlerischem Stil überreicht. Bei der folgenden Wahl wurde Adolf Ober heim zum 1. Vorsitzenden, Gustav Ostheim zum Stellvertreter, Wilh. Hofmann V. und Richard Eckel zu Beisitzern und Richard D e s ch zum Rechner gewählt. Die Rechnungsablage durch den Rechner R. De sch bewies. daß der Verein aus finanziell gesicherter Grundlage ruht und ein beträchtlicher Ueberichnff vorhanden ist. Der Arbeitsplan für das laufende Vereinsjahr sieht u. a. vor die Beteiligung ar dem Bundeswertilngsfingen in Dauemheim.
Außerdem ist eine Sängerfahrt an den Rhein oder zur Edertalsperre in Aussicht genommen. Umrahmt wurden die Verhandlungen durch eine größere Zahl mufterhatt zum Vorttag gebrachter Chöre, die unter Leitung des Dirigenten Lehren Dietrich von Rodhcirn allgemeinen Beifall fanden.
Kreis Ariedberg.
$ Steinfurth, 5. Febr. Gestern wurde die hiesige Gemeindejagd verpachtet. Der Jagdbezirk I, rechts der Wetter, kam auf 655 Ml der Jagdbezirk II. links der Wetter, der doppel: so groß ist und viel Wildbestand hat, kam auf 201Ö Mk. Beide Teile pachtete Fabrikant Ko- s ch e w i tz aus Frankfurt, der seither nur den Bezirk links der Welter gepachtet hatte.
WSA. Assenheim. 5. Febr. Erhebliche Mengen toter Fische werden feit einigen Tagen die A i d d a Peruntergetriebeu. Es bc- finden sich darunter sehr große Hechte, Karpfen und andere wertvolle Fische. Das Fifchsterben wird bis nach Ilbenstadt und Assenheim hinauf beobachtet. Anscheinend haben giftige Zuflüsse aus irgendeinem industriellen Werk den. Massen- tvd unter den Fischbeständen des Flusses bewirkt. Mehrere tote Fische wurden den zuständigen Behörden zur Untersuchung eingeschickt.
Kreis Biivingen.
! Aidda. 4. Febr. Der Männergesang^ verein „Sänger fr an 5“, der für den 29. und 30. Juni imf> 1. Juli einen großen Ge - fangswettftreit ausgeschrieben Hot, hielt am gestrigen Sonntag im Saale des ,Garn- brinus" fernen D e le gi e r ten t a g ab. Rach eitlem Begrüßungschvr des unter der Leitung von I. D a p p e r stehenden Verein« und nach herzlichen Bagnißungsworten des 1. Vercins- vorsitzenden PH. Bechtold wurde die Liste der angemeldeten Vereine verlesen. Am W e 11 - fingen beteiligen f i ch die ff-lgenden 24 Vereine: 1. Stiadtklasse: „Liederkran^', Gei fenheim (95 Sänger), „Cacilia", Lich (62 Sänger, und „Liederkranz", Büdingen (60 S.). 2 Stadt- klaffe: „Gemütlichkeit" Wiesbaden-Erbenheim (61 S.), „Liederkranz", Franksurt-Ginnheim (50 Sänger). „Concordia". Hanau-Kefselstadt (456.), „Eintracht", Offenbach (50 Sänger). Gesangs- abteilung des Turnvereins Fechenhrnn (50 S. > 3. Stadtklasse: „Aordend", Wiesbaden 'Biebrich (33 S.), „Sängerlust", Bleichenbach (30 S.), ..Männerquartett", Hain-Gründau (38 Sänger), Liederlust". Enkheim (35S.). 1. 2 an b- klaff c: „Sängerkranz, Wa.enborn, „Germania“. Lang-Göns. 2. Landklaffe: „Teutonia", Aordeck (50 S.), „Eintracht'. Eichelsdorf (48 6.1. Männergefangverein Ober-Schmitten (47 S.) und ..Eintracht". Klein-Linden (55 S.). 3. Land- klasse: „Liederkranz". Kalbach a. Taunus (24 Sänger), „Germania". Vilbel (30 S.), „Sänger tust", Aleerholz (38 S.). „Fidelio", Ober-Wid dersheim (35 S.). „Eintracht", Ober-Wöllstad (28 S.). Richtpreisgefrönte Vereine „Eintracht", Ober-Widdersheim (41 S.), Man neraefangverein Unter-Schmitten (39 6.). „Öän* gerkranz", Rodheim a. d. Horloff (30 S.). Die Festsetzung der Preise für die einzelnen Klaffen rief eine lebhafte Aussprache hervor. Aachdem noch zu den einzelnen Punkten der Wettstreit' bebingungen Stellung genommen worden war. schloß der Vorsitzende die Versammlung.
sagte, dann tat man am besten, ihm nicht zu widersprechen. Aber sein Glaube an die Unabänderlichkeit des Schicksals hinderte ihn doch nicht, einem Büffel, der mich bei der Aachsuche mitten im Buschwald annahm, auf fünfzig Gänge die Kugel sauber zwischen die Lichter zu sehen. — Dafür pflegte ich meinen Freund dann, als er einen Anfall vom Schwarzwafsersieber bekam und brachte ihn glücklich nach Tanga, wo er noch sechs Wochen im Hospital lag. —
Sjeia fafari! Solche Erlebnisse kitten fester als Blut. — Die Rückreise traten wir wieder gemeinsam an bis Aeapel, machten einen Abstecher nach Firenze, nach der „ewigen Stadt" und Monte Carlo. Lieber Himmel, der Abend im „Casino de la societee des bains de mer", wie die größte Spielhölle der Welt beschönigend genannt wird! Der Vinzenz lachte
„Da droben müßt' eigentlich stehen „Lisciate ogni speranza, voi ch’entrate!“ San elendige Raubersbuben, dö Monakesen." 2lber dann gingen wir doch hinein und Andrian trat an die Roulette, warf gleichmütig ein rosafarbenes Tou- sendfrankenbillett auf noir---
„Falles vof jeu messieurs! — Le jeu es( fa.it!
Rien ne va plus! Rouge perd et la cooleur gagne!" Gleichmütig stopfte mein Freund das Päckchen
Banknoten in die Brusttafche seines Smokings:
„Gengan ma schon, dös is' zu sad!" Mit seinem wiegen^n Gebirglerfchritt stapfte er durch Den Saal, schwer, massig, wie Saul alles Volk um Haupteslänge überragend, dann tat er einen tie- sen Atemzug als wir draußen in den Anlagen standen:
..‘Seift. Teisi, da drin hat oane g'sess'n, a russische Fürstin oder grande cocotte, so g'nau woaß ma dös not. also, a Parfüm toter aller Gams in der Brunft - - —“
Und in St. Moritz hatten wir uns getrennt.
'Der Vinzenz fuhr sich mit der breiten, rotbraunen Protz'n über die Augen, als müsse er da etwas Unsichtbares wegwischen.
..Psüat di, Allerle. komm' guat heim un’ im Herbst, gell?"
..3d) komme mein Wort daraus!"
Wieder griff ich nach dem gelblichen Blatt:
.schreibe nicht erst, depeschiere einfach: Eintreffe Bregenz dann und dann - bist immer
willkommen, herzlich willkommen? Eine Hausehre habe ich noch nicht, „Zell [affen“, fagt man bei uns im Gebirge, und ich laß mir Zeit, mir eilt’« nicht, muß „mei Binkerl Sünden" noch früh genug abbüßen. Aber Du. Allerle? Auch noch heil und unversehrt?! Jesses Bub. freu' ich mich auf das Wiedersehen? (Kur schade, daß die Zell gar so kurz ist, läßt sich aber nicht ändern, im nächsten Jahr schießt Du dann einen Auerhahn bei mir, einen ganz guten. — Weine Gäste kommen von der Birsch zurück, muß schließen für heut? — Handschlag und Weidmannsheil, Bnrderherz? Ueberleg' nicht lang, komm!
Allzell Dein
Virtzenz."
Ja. das war noch der liebe, alte Kerl von ehedem, ein Mensch und Jäger nach dem Herzen Gottes, so aufrecht und kernig tote die Berge seiner Heimat? — Fast zärtlich glättete ich den Bogen, griff dann nach dem Kursbuch — lieber Himmel, heute hatten wir ja schon den 24. Mrgust, am 30. mußte ich fahren, unb dabei gab es in der Wirtschaft alle Hände voll zu tun . . . Wenn schon — ein Versprechen soll man hatten und — ja, und ich hatte auch wieder einmal die Wanderlust im Blute, die Sehnsucht nach den blauenden, vom ewigen Schnee gekrönten Bergen mit ihren Firnen und Gletschern, Schroffen und Schrunden, den still träumenden Seen, — — Dort droben atmete sich's leichter, fühlte man ftch feinem Herrgott näher als hier Drunten im Aiederland.
Durch das wellgeöffnete Fenster strömte in weichen Wogen der würzige Hauch vollerbliihter Rosen, ächzend und stöhnend hob die Turntuhr auS. tat zehn klingende Schläge in die Stille der Aacht. — Irgendwo, in den Ställen, brüllte ein Stück Vi<ch dumpf im Halbschlaf, surrend schwirrte ein großer, grauer Rachtfaller in dem scharf abgezirkelten Lichttreis der Lmnpc. —
Ich schob den Stuhl zurück, schaltete den Hebel aus und trat an das Fenstllr. SchweigenLes Dunkel, tief«, undurchdringliche Schotten, trau in» schwere Hochfomwernachl. .Heber das Firmament hin zuckte fernes Wstterleuchten, im Dorf schlug ein Hund an, und von dem 'Dege her. der am Wallgraben entlang führte, klang ein dreistimmig gesungenes Lied, helle, frische Mädchenstimmen :
.Wie die Blümlein
Draußen blühen
Aus den abendlichten Höh'n.
Und du willst von mir nun ziehen. Und du willst nun von mir geh'n--
Ach bleib' bei mir und geh nicht fort. Mein Herz ist ja dein Heimatsvrt —•—"
„Vinzenz!" — „Allerle?" Wie bt einem Schraubstock umspannte er meine Hände: „3effa& un die Hitz'! Gmiz dermatscht is' ma', aber itzt komm' schon — hast bei Bix? Ro also? He Sedlmaher. dö Gepa«Karten!"
Mit abgewogenem Hut trat der ÄaimnerfHenei heran, und Vinzenz hakte mich unter:
„Laß di nur erst amal anschau'n — Allerle Allerle a bissel g'ring bist im Wildbret, no. im Winter setzt ma' dann wieder Feist an, gelt?
Hinter dem Bahnhofsgebäude stand ein offener graugeftridjencr Mapbachwagen. Der Tevofaler Schioßherr lachte:
„Ah, da fchaugst! Dö Benzintillsch' hab' ich mir erst vor zwei Momll 31«’legt mit dö Rösser braucht ma sechs Stund' bis nüber m die Oed dös schasst so an Schnaufer! in der viertel Zell.' Ein DienstmMin keuchte heran, der Chauffeur hall meine Koffer verstauen, kurbelte dann an:
..Los!“
Wie eine bösartige, gereizte Bestie schoß der schw>ere Tourenwagen mit einem jähen Ruck vorwärts. dumpf 11 n6 warnend Hang der laug- gezogene Ton der Hupe. — 3m Osten stieg Der Psolcher empor und hinter ihm dämmerten in blauender Ferne der Rhätikon, der Hohe Säntis und die von ewigem Schnee bedeckten Felshäupter des ©böigen.
Vinzenz lehnte sich zurück:
„Der Eissprosstmzehner läßt griiften. er warte) schon auf dich, morgen in Der Fruah Btcfdjo ma z’sanun !"
..Und deine anderen (giäfte?“
„'Der Poldi Purkstein hat an braven Bock, Gtons g'rvt's grad g’nua, ober a Kudu wär mir liabcr, werd' wohl bald wieder niet’ Kofferl packen, is nix da herinn' in der Oed. imc Stenvr und Eis."
(Fortsetzung folgt.)


