Der preußisch-bayerische Konflikt beigelegt.
Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen.
Berlin, 5° Februar. (IBB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Der bayerische Gesandte in Berkin, Dr. v. P c c g e r, erschien am Spätnachmittag des Montags beim preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Der Gesandte sprach dem Ministerpräsidenten das Bedauern der bayerischen Regierung über den bekannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form aus. Der preußische Gesandte in München, Dr. Denk, verläßt heute, Dienstag, Berlin, um sich wieder auf seinen Münchener Po st en zu begeben.
Offenbar um der bayerischen Oeffentlichkeit das immerhin Peinlid)« dieser Entschuldigungsoktion zu versüßen, schreibt die Bayerische Volks- Partei -Korrespondenz:
„Nach einer amtlichen preußischen Meldung erschien der bayerische Gesandte in Berlin Dr. Pre- ger nm späten Nachmittag des Montag kxi dem preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun. Der Gesandte soll dem Ministerpräsidenten das Be- dauern der bayerischen Negierung über den bekannten Münchener Vorfall und über die für die Kritik gewählte Form ausgesprochen haben. Dazu isi zu bemerken: Sn dieser Form wird die Nachricht des 2lmt>. Preuß. Pressedienstes bei dem größten Teil der bayerischen Oeffentlichkeit Erstaunen und Verwunderung auslösen imd nicht verstanden werden. Wird dadurch
doch der Eindruck erweckt, alS ob die bayerische Staatsregierung in aller Form wegen ihres Verhaltens auf Grund der letzten Berliner Besprechung sich entschuldigt habe, als ob Bayern vor der preußischen Auffassung m dem ganzen Streitfall zurückgewichen sei. Wir halten es für gänzlich ausgeschlossen, daß der Schritt des Herrn von Preger beim preußischen Ministerpräsidenten einen anderen Zweck und Sinn haben konnte, als die offizielle Llebc rm itt lun g der Antwort der bayerischen Staatsregierung auf die Erklärung, die Herr Dr. Braun am vergangenen Samstagnachmittag abgegeben hatte. Ein Hinausgehen über diese Erklärung war nach der ganzen Sachlage keineswegs geboten. Sie trug in ihrem Punkte neun dem Gebote der Höflichkeit in sehr weitem .Umfange Rechnung. Kein Mensch in Bayern hat ein 5Znteresse daran, daß zwischen der bayerischen und der preußischen Negierung ein die sachliche Auseinandersetzung erschwerender Spannungszustand besteht. Es kann aber- unmöglich zu einer befriedigenden Bereinigung der ganzen Angelegenheit kommen, wenn irgendwie der Anschein erweckt wird, als ob die bayerische Regierung sich gegcnübcr_ der preußischen Staatsregierung im älnrechl befände. Leider ist zu befürchten, daß die preußische Presse- Meldung in dieser Richtung gedeutet und aus-- gemünzt wird.
Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 6. Febr. (V.D.Z.) Vor Eintritt in die Tagesordnung fragt Abg. G r a f Westarp (Dntl.) in einer Snterpellation die Negierung, ob sie nicht schleunigst dagegen einschreiten wolle, daß von der Sozialdemokratie eine Broschüre „Sozialdemokratie und Wehrproblem" herausgegeben wird, in der Hochverrat und Landesverrat im Kriegsfälle propagiert werden. (Hört, hört! rechts.) Als Verlagsorl sei das Neich s - tagsgebäude verzeichnet. (Hört, hört!) Die Regierung müsse erklären, ob es mit der Würde des Reick^s vereinbar sei, daß der Reichskanzler seinen Auftrag von einer Partei erhalte, die den Hoch» und Landesverrat propagiert. Es sei auch ein unerhörter Mißbrauch, für eine solche Broschüre den Reichstag als Verlag.ort zu nennen. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) - Präsident Lobe erklärt, er werde die Interpellation der Regierung zuleiten. Was den Verlagsort betrifft, so könne jeder Abgeordnete das Reichstagsgebäude als seine Adresse angeben.
Auf der Tagesordnung stehen Anträge der Kommunisten, des Zentrums, der Wirtschaftspartei, der Deutschnationalen und der Sozial^ demokraten, die sich mit der Erwerbslosen- und Krisensürsorge beschäftigen. Abg. Sadasch (Komm.) verweist auf die große Erwerbslosenzahl, die jetzt schon auf 3 200 000 angestiegen sei. Für eine achtDpfige Arbeiterfamilie werde in manchen Gebieten eine Tagesunterstützung von 1,07 Mk. gezahlt, während das amtlich bewilligte Futtergeld für einen Polizeihund 1,50 Mk. betrage. (Hört, hört? bei den Kommunisten.) Der Leiter der deutschen Finanzpolitik sei in Wahrheit der Reichsbankpräsident, der Reichsfinanzminister sei nur die Marionette. Er werde vom Reichsbankpräsidenten wie ein Hampelmann hoch- und niedergezogen. (Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Die Erwerbslosen mühten selbst ihr Schicksal in die Hand nehmen und die heutige Gesellschaftsordnung stürzen.
Reichöarbeiismmrsts!- Msseil:
Ich verstehe die bittere Not der Erwerbslosen, denn ich l)abe in meinem eigenen Leben oft genug Not und Elend gesehen und dem Gespenst der Arbeitslosigkeit ins Auge geblickt zu einer Feit, in der es noch keine Erwerbslofenunterstutzung gab. (ßko her Lärm bei ben Kommunisten und Nationalsozialisten.) Für seelische und menschliche Regungen haben Sie offenbar kein Verständnis! (Neuer Lärm bei den Kommunisten. — Der Präsident ersucht die Kommunisten, doch nte Antwort auf ihre Interpellation anzuhören.) Wie die Komnmnisten zu der Arbeitsiosenzahl von 3,2 Millionen kommen, ist mir schleierhaft. Tatsächlich haben mir zwei Millionen unterstützte Erwerbslose. Auch diese Zahl aber umfaßt noch genug au Bitterkeit, Kum
mer und -IldL Der starke Frost in diesen' Winter hat die Erwerbslosigkeit in den Außenbctrieben sehr gesteigert. In der Veröffentlichung der R c i ch s a n st a l t für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung sind die Aussichten für die Zukunft mit einem Pessimismus dargestellt worden, der das berechtigte Maß weit überschreitet. Die Rcichsonstolt steyt keineswegs vor dem finanziellen Zusammenbruch-, wenn freilich der starke Frost noch lange anhält, dann müßte geprüft werden, ob der sinanziellc Aufbau der Erwerbslosenversicherung unverändert bleiben kann. Die Regierung ist der Meinung, daß der Kreis der unter die Krisensürsorge fallenden Arbeiter wesentlich erweitert nnrbcn muß. Für die Saisonarbeiter kommt die Krisensürsorge nicht in Frage. Die Erweiterung der Krisenfürsorge soll zunächst bis Anfang Mai erfolgen. Eine iveitere Verlängerung der Unterstützungsdauer hält die Regierung im Augenblick nach nicht für notwendig. Die Arbeitsvermittlung soll ausgebaut werden, besonders auf dem Lande und in den kleinen Städten. Die Regierung ist bemüht, den Arbeitsmarkt durch Vergebung zahlreicher Aufträge günstig zu beeinflußen. Mit den Mitteln der So- zialpolittk allein kann die Arbeitslosigkeit nicht beseitigt werden. Dazu ist eine Aendenmg der wirtschaftlichen Verhältnisse notwendig.
Abg. Riesener (Zentr.) vermißt in der kommunistischen Interpellation jeden Hinweis, wie den Arbeitslosen geholsen' werden könne. Die herabsetzenden Bemerkungen über die deutsche Sozialpolitik seien nicht am Platze. Die Einführung der Arbeitsloseirversicherung sei ein Ruhmesblatt der deutschen Sozialpolitik.
Abg. Schneider -Berlin (Dem.) schildert die besondere Notlage der erwerbslosen Angestellten. Bei ihnen habe die ErwerbSlosig- keit die längste Dauer. Erschreckend groß fei unter den Erwerbslosen die Zahl der älteren Angestellten. Ohne Sondermahnahmen werde man diesen Angestellten nicht helfen können, für sie sei eine Verlängerung der Dezugödauer notlDcnbig. Eine Beitragserhöhung müsse ab- gelehnt werDen. Bei iroch größerer Steigerung der Arbeitslosigkeit müßten die Mehrkosten aus allgemeinen Reichsmitteln gedeckt werden.
- Abg. Dö brich (Ehr.-Nat. BP.) meint, eine grundlegende Aenderung der Arbeitslosenversicherung lasse sich nicht vermeiden. Die Renten- psychose dehne sich immer mehr aus und hindere eine gesunde Entwicklung der Wirtschaft. Die beste Sozialpolitik sei eine Stärkung der Wirtschaft, besonders der Landwirtschaft.
Damit schließt die Aussprache. Alle Anträge werden dem Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Mittwoch: Vorlage über die Entlastung des Reichsgerichts. Kellogg-Pakt und Arbeiter- schuhgeseh.
Abrüstung sowie zum Ausbau der Möglichkeiten, vorhandene und entstehende Gegensätze der Dölkerinter- essen und offenkundige älngerechtig- keiten auf friedlichem Wege zu beseitigen. mit allem Nachdruck hinzuwirlen.
Aach -em putsch in Spanien.
Wie Sanchez Guerra verhaftet wurde.
Paris, 5. Febr. (WD.) Die Agentur Fobra erklärt die Gerüchte über eine Meuter ei an Bord des spanischen Kreuzers „Don Jaime" für unbegründet, desgleichen die Nachricht über einen an geblichen S e l b'st mord der in Ciudad Real vor urteilten Offiziere. — Nach einer weiteren Havas- Meldung aus Madrid hat General Primo de Rivera seinerseits es als falsch bezeichnet, daß es zwischen den Aufständischen und Regierungstruppen zum Kampf gekommen sei. Nicht ein Schuß sei gefallen. Sämtliche Truppen hätten sich loyal verhalten, abgesehen von einer geringen Anzahl von Artillerieoffizieren, gegen die m i t a l l e r S ch ä r s e vorgegangenmerdenwürde. Der General fapitän von Valencia habe sich bei der Verhaftung von Sanchez Guerra nicht umsichtig und energisch genug verhalten und sei deshalb s e i n e s P o st e n s enthoben worden. Er werde vor ein K r i e g s g e r icht gestellt werden. Die Zahl der Politiker, Verschwörer und anderen unzufriedenen Elemente belaufe sich auf vielleicht 1000. Das sei dw Wahrheit über die Lage in Spanien. Alles andere sei erfunden.
lieber die Verhaftung des ehemaligen Ministerpräsidenten Sanchez Guerra wirb dem „Journal" noch berichtet: Guerra und sein Sohn hatten sich am 26. Januar, aus Paris kommend, in Port Vendres auf ein kleines sran- zösischesSchiff begeben, das für diese Fahrt gemietet worden war, um nach Grao zu fahren. Acht Stunden nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Port Vendres habe das Schiff infolge Havarie zurückkehren müssen. Daraufhin hat sich Guerra mit seinem Sohn an Bord des Dampfers „An so na" begeben. Sanchez Guerra sei infolge dieser Verspätung erst am 29. Sami ar in Grao angekommen, während er nach dem vorher verabredeten Plan bereits am 27. Sanuar erwartet worden war. Sn Valencia an gekommen, habe sich Guerra zu einem Stabsoffizier der dortigen Garnison begeben, der sehr aufgeregt wegen der 48sttinbigen Ver-- spätung gewesen sei, die alle Vorbereitungen und Verabre^mgen über den Haufen geworfen habe. Der Offizier habe sofort eingestanden, daß cs zu spü t sei zum Handeln, denn die Regierung sei bereits über die Verschwörung unterrichtet. Sanchez Guerra habe dann noch vor den Offizieren des 5. Artillerie- regiments eine Ansprache gehalten. Einige Minuten später sei er jedoch von einem Polizei- inspektor in das Bureau des Zivilgouverneurs von Valencia geführt und 14 Stunden später aus Anweisimg von Madrid verhaftet worden.
Das Wettrüsten beginnt.
Der amerikanische Senat hat sich nun doch dahin entschieden, den Bau der vom Ma- ickneamt verlangten Kreuzer zu bewilligen: die Zeitklausel bleibt bestehen, so baß die Kiellegung vor dem 1. Sunt 1931 erfolgen soll. Sn London ist man über diesen Beschluß äußerst bestürzt. Es wirb angebeutet, daß die- englische Regierung nunmehr ihrerseits den geplanten Dau von drei neuen Kreuzern gänzlich aufgeben wird. Das wird aber nichts nützen. Die Amerikaner wollen mit ihrem Bauprogramm nichts anderes erreichen, als die Gleichstellung ihrer Flotte mit der englischen. Sie wollen darüber hinaus die übrigen Flottenmächte zwingen, an die Abrüstung zur See heranzugehen. Dabei kalkulieren sie so. daß die Gegenseite es schließlich doch vorziehen wirb. Abrüstungspläne zu akzeptieren, anstatt sich auf ein kostspieliges und aussichtsloses Wettrüsten einzulassen.
Kleine politische Nachrichten.
Das Reichskabinett hat beschlossen, dem Reichspräsidenten als Nachfolger des Reichsgerichtspräsidenten Simons Oen Ministerialdirektor Bumke vom Reichsjustizministcrium vorzuschlagen.
Als Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Staatssekretärs Hoffmann im Reichsernährungs Ministerium ist der dem Zentrum angehörende Ministerialdirektor Heu kam p in Aussicht genommen.
Papst Pius XI. hat an den Präsidenten des deutschen katholischen Akademikerverbandes, den hessischen Finanz- und Sustizminister Kirnberger und an den Prälaten Munch ein Schreiben gerichtet, in dem er den katholischen Sntel- lektuellen richtunggebende Anregungen und Wegweisungen vermittelt.
Aus Johannesburg wird gemeldet, daß der Finanzminister Havenga in seinem Budgetvoran- schlag, der binnen kurzem der gesetzgebenden Versammlung vorgelegt werden wird, die baldige Ernennung südafrikanischer Vertreter in Berlin, Paris und Buenos Aires vorgesehen hat. Der gegenwärtige Administrator von Südwestafrika, A. S. Werth, dürfte den Berliner Posten übernehmen.
Das dänische Königspaar hat Paris verlassen, um sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach Madrid zu begeben. Angesichts der militärischen Ereignisse der' letzten Tage hat die spanische Regierung besondere Maßnahmen für bic Sicherheit der königlichen Besucher er» gritfen. Zum Bahnsteig toerben nur König Äl- sons XHI. und sein Gefolge zur Begrüßung des dänischen Herrscherpaares Zutritt erhalten.
Aus aller Welt.
„FmuicrUcn" vor Gericht.
Berlin. 5. Febr. Es scheint wirklich, als ob sich diese Gerichtsverhandlung gegen den „Dergnügungs- oercin" Znunertreu zu einer schweren Blamage auswächst. Dies wärx uni so mehr zu bedauern, als nach den skandalösen Vorgängen am Schlesischen Bahnhof die staatlichen Organe endlich einmal Miene gemacht hatten, erusthasl gegen die Berliner Unterwelt vorzugehen. Wer die Gcrichtsverhand Hing mitgemacht hat, bekam einen erschütternden Eindruck ' non der Hilflosigkeit ber Anklage und
gleichzeitig von der Gerissenheit der Verteidigung. Bei den Angeklagten selbst saß die Geschichte durchaus fest. Keiner mar dabei gewesen, der Verein Immerireu beschäftigte sich ledigleich damit, Herrenpartien und Wohltätigkeitsfeste zu arrangieren und seine Mitglieder standesgemäß zu bestatten. Außer- dem betrieb er Stellenvermittlung, nm diejenigen Existenzen, die mit ber Staatsgewalt in Konflikt geraten waren, wieder in das bürgerliche Leben zurückzusühren. Beruf der meisten Mttglieder: ®c- schästssührcr ober Kellner. Bei Bedarf werden vor (Sericht Rührszenen aufgeführt, die nur allzu schlecht zu dem Terror passen, den dieser harmlose Verein ansonsten ausübt. Beweis dafür sind bic Zeugen, die ber Reihe nach umfielen imb nichts gesehen hatten. Auch die Hamburger Zimmerleute machten vor Gericht feine gute Figur. Ein besonderer Skandal aber ist er, baß sänttliche Angeklagten ihre Ge- ständnisie aus ber Voruntersuchung feierlich wieher zurückzogen und es habet noch wagten, hie Polizei der Nötigung zu zeihen. Für die StaafsautDrität ist dieser übrigens in der Sensationspresse übel aufgemachte Prozeß fein Ruhmesblatt. Die anständigen Bewohner dieser Berliner Gegend aber können lei- der nicht damit rechnen, daß dieser Terror des Der- brechcrtums von ihnen genommen werde, beim offenbar zeigt sich bic Staatsgewalt außerstande, dieser abgefeimten Gesellschaft gegenüber so vorzugehen, wie es nötig wäre. Uebrigens verschwenden auch eine Anzahl von Berliner Rechtsanwälten, die einen guten Nomen zu verlieren haben, ihre große forma(iftifd)e Kunst an eine Sache, die sie besser nicht zu der ihren gemacht hätten. Nach unserer Kenntnis fordern diese bekannten Berliner Rechtsanwälte für Strafverteidigungen recht stattliche Honorare. Macht sich ber harmlose Berliner Spießer Gedanken darüber, woher bic ehrenwerten Mitglie der des Vereins „Jmmerireu" zu den Summen ge- i kommen sind, die erforderlich erscheinen, nm eine
Verteidigerbank aufmarschieren zu lassen, auf der Berlins zugkräftigste Namen vertreten sind.
Die unrationelle Auglelephonie.
Die auf der Strecke Berlin — Hamburg seit längerer Zeit eingeführte Zugtelephonie, deren Einrichtung auch dem reisenden Publikum zur Verfügung steht, die aber in der Hauptsache wohl erst einmal das ganze Problem ber Zugtelephonie praktisch erforschen soll, hat sich im Laufe ihres Bestehens noch immer nicht als rentabel erwiesen uni) ihre Frequenz bleibt noch immer hinter den Erwartungen, sowohl ber Reichsposi als auch ber- jenigen des Unternehmens, bas die Zugtelephonie zur Einführung gebracht hat und ihre technischen Probleme der Lösung entgegengeführi hat, zurück, infolgedessen trifft es auch nicht zu, daß gegenwärtig Pläne über die Einrichtung der Zugtelephonie auf anderen Strecken für die nächste Zeit gefaßt worden sind. Die bisherigen Erfahrungen mit ber Zugtelephonie auf der Strecke Berlin— Hamburg haben nämlich gezeigt, daß höchstens 75 bis 80 Prozent der geführten Gespräche als eint- roanbfrei gelten können und eine einigermaßen gute Verständigung möglich ist. In den anderen Fällen gelingt es nicht, eine Verbindung zwischen dem fahrenden Zug und dem gewünschten Fernsprechteilnehmer herzustellen, was eben noch auf verschiedene technische Mängel zurückzu- führen ist. In diesem Zusammenhang bebarfjs auch ber Erwähnung, daß im gegenwärtigen Stadium auch bic Einrichtung von Runbfunkanlagcn in O-Zügen, wie sie bereits in Amerika besieht, noch keineswegs spruchreif tft Die in Ülmerifa gemachten Erfahrungen haben die Reichs- bnhnqefcUfdjaft bisher noch nicht ermutigen können, diesen Gedanken ernsthafter gegenüber zu treten, obgleich bic Anregung dazu wiederholt aus Streifen de<- Publikums und der Radioindustrie ergangen
ist. Alle Meldungen, die bereits mm Verpichen dieser Richtung wissen wollen, entbehren, mie mir hören, jeder Grundlage.
Strenge Aalte in Bulgarien.
Sn Bulgarien herrschen noch immer Temperaturen bi 5 zu 24 Grad unter Unit Die internationalen Züge verkehren infolge der Schneeverwehungen feit Montag nur b i s zur türkischen Grenze. Die Dona« ist stellenweise zugefroren. Der Verkehr zwischen Bulgarien und Rumänien erfolgt über das Gis. Aus dem ganzen Lande werden zahlreiche Todesopfer durch Erfrieren berichtet. Sn Sofia wurden die Schulen wegen der großen Kälte geschlossen. Sn der Stadt sind öffentliche Wärmestellen errichtet worden. Der Hafen von Burgas ist teilweise zugefroreren. An der Küste des Schwarzen Meere« herrschen schwere Schneeftürme, die den Schiffsverkehi vollständig unterbinden.
Treibeis aas Rhein und Mosel.
Die Stätte hat im Laufe des Dienstag so erheblich nadigelaffen, daß der Nullpunkt erreicht wurde, wodurch sich das bei Lay in der Mosel und an der Loreley im Rhein gestaute Eis in B e w c g u n g setzte. Schwere Eisblockc trieben am Abend hier vorüber, so daß bic am Mittelrhein noch durchgeführten Dampffähren eingestellt werden mußten. Lahn und Nahe sind noch völlig vereist.
Schweres Exploswnsnnglück bei einer Prozession.
In Catania ereignete sich bei einer großen Pro- Zession, bic zu Ehren ber Heiligen Agathe, ber Schutzpatronin der otabt, abgehatten wurde, und bei der wie gewöhnlich Böllerschüsse abge- feuert wurden, ein folgenschweres Unglück. Nach den ersten Böllerschüssen sprang ein Funke In eine n o ch volle Kiste mit Munition und brachte sie zur Explosion. Die ungewöhnlich heftige Detonation verursachte eine entsetzliche Pali i k unter ber vieltausendköpfigen Menge, die eiligst aii5einanbcrftob. 2lls sich die Leute zerstreut hatten, fand man auf dem Platze 25 Verwundete vor, unter ihnen mehrere lebensgefährlich Verletzte.
Großfeuer in Tteaqorf.
Das im Stadtteil Bronh am Hudson-Fluß gelegene. 25 Zimmer umfassende Fachwerk-Steinhaus des Finanzmannes Otto Marr, ist in der vergangenen Nacht durch ein Großfeue« vernichtet worden. Das Gebäude enthiekk wertvolle Teppiche, eine Bücherei, hochwertige Gemälde, u. a. einen Rembrandt. Der Werk des Gebäudes wird auf 500 000 Dollar, der ®e* samisch aden auf eine Million Dollar geschätzt. Außerdem ist unter den Brandruinen ein ® effr* schrank m i t S u toe Ien im Werte von 150000 Dollar begraben, Der Brand wurde b=mt> einen Flieger entdeckt, der die Nachbarschaft dadurch -alarmierte, daß er um das brennende Gebäudr' niedrige Kreise flog. Die Löscharbeiten trxrrer durch die grimmige Kälte behindert.
Ein aller: Sünder.
Der kürzlich verhaftete Wohltätigkeitsschwind« ler M a e tz i g. der als falscher Rei^tagSabg«- ordnetet Dr. Stolzenberg unter Verwendung gestohlener Briefbogen des Reichstages namhafte Summen angeblich für die Gefangenenfürforge erschwindelt hatte, hat aus dem Gefängnis an den Reichstagspräsidenken Lobe die Aufforderung gerichtet, ihn unter den Schutz der Smmunität als M.d.R. zu stellen. Außerdem verlangte Maetzig, dah der Reichstagsprafident eine Kom pagni« Reichswehr zu seinem persönlld)en Schutz auf* biete, ba er politisch vers olgt werde. Der Rechtsbeistand des Maetzig beantragte deshalb, daß fein Klient auf seinen Geisteszustand untersucht werde. Der Vernehmungsrichter beauftragte Sanitätsrat Dr. Leppmann, ein Gutachten üjet den Geisteszustand zu erstatten. Maetzig ist to.gcn Sittlichkeitsverbrechens und Betruges bereits 2 1 m a l vorbestraft und bereits sechsmal im S r r e n h a u s untergebracht worden.
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Voraussage für Donnerstag. anfänglich wenig veränderten Temperaturen um meist nebelig-wolligem Wetter mit vevemzet! leichten Schneefällen wieder kälter.
Aussichten für Freitag: Noch weise nebelig, auch vielfach aufhätemd und Zu nähme des Frostes wahrscheinlich.
Öufttempcrüturen am 5. Februar, mittags —4, Grad Celsius, abends — 3,9 Grad Celsius; off 6. Februar, morgens — 2,8 Grad Celsius. Maxi muff — Grad Celsius, Minimum —-13,1 Grad sius. — Sthtomperahiren am 3^ Februar: abeiuh — 4,3 Grab Celsius; am & Februar: morgens •” Grad Celsius. — Niederschlag 0,8 Millimeter. - Sonncnscheindcmer 3 Stunden.
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