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AuchVayernllagtgegen dasReich Ansprüche auf Zintzzahlunü ans Post- und Eisenbahnabfindung.
München. 4. 3an. (WB.) Gleich der sächsischen und drr württemdergischen Regierung hat nunmehr, wie von maßgebender Seite bestätigt wird, auch die bayerische Staatsregierung beim Slaatsgerichtshof Klage gegen das Reich wegen der Ansprüche aus den Staatsverträgen über den Aebergang der Pvst und der Eisenbahn auf das Reich erhoben. um drr Einwendung der Verjährung zu begegnen. Die bayerische Klage erstreckt sich jedoch nicht auf den Kapitalanspruch, sondern auf die Zinsenansprüche, die seit der Einstellung der Zinszahlungen durch das Reich seit 1. Oktober 1923 angefallen sind. Die Kapital- beträge betragen in alter Markwährung 620 Millio en Mark bei der Postabfindung und 563 Miliio.en Mark bei der Eisenbahnab'indung. 3n der Eröffnungsbilanz der Reichspvst t.t der Wert der bayerischen Post mit 152 Millionen Mark ungerechnet. Diese 152 Millionen sieht Bayern als das Minimum des Kapitalbetrages nach heutiger Währung an, auf den die Zinsen zu gewähren wären. Bei bar Eisenbahnab indung wird davon ausgegangen, daß die Zinsen aus einem Kapitalbetrage von 128 Millionen Mark eingeklagt werden. Die Zinsenar.sprüche werden bezüglich des Zinsen dien stes aus der Postabsindung mit 4,5 Prozent, bezüglich der Cisenbahnabsindung mit 4 Prozent geltend gemacht.
Nie Kontrolle
im Reichsbahnbetrieb.
Berlin. 4. 3an. (Lelun.) Zu Beginn des neuen 3ahres hat die Reichsbahn in einem sehr wichtigen Dienstzweig, nämlich der Llederwa- chung des gesamten Betriebes durch Kontrolleure. eine Vereinheitlichung eintreten lassen, nachdem bisher trotz der Zusammenfassung aller deutschen Bahnen in der Reichsbahn die KontrolltäiigLcit in den verschiedenen Ländern noch nach ben alten, von den Ländereisenbahnen ausgestellten Grundsätzen gehandhabt wurde. Seit dem 1. 3anuar gibt es bei den Reichsbahndireknonen vier Arten von Kontrvllinstanzen, nämlich Betriebs-, Oberbau-, technische Betriebs- und Frachtenkontrolleure, deren Ausgaben in einer neuen Dienstanweisung
standen. Die vorzeitig explodierte Bombe galt damals dem König, der aber dem Mordanschlag nur dadurch entging, daß er sich etwas verspätet hatte. Offenbar wollten die Verschwörer, die bei einem Gelingen des Anschlages eingetretene Verwirrung und innenpolitische Spannung benutzen, um eine revolutionäreGegenbewcgung auszulösen. Einen anderen Zweck dürfte das Attentat kaum gehabt haben.
Daß ober in den Reihen des Faszismus sich sogar an hervorragender Stelle Gegner der fa- szistischen Staatsordnung befinden, gibt zu denken. In der Vergangenheit, namentlich als Mussolini schwer krank darniederlag und bereits ernsthaft mit seinem Ableben gerechnet wurde, ist wiederholt darauf hinqewiesen worden, daß die erste Folge seines Todes eine Gegenrevolution fein würde, zu der namentlich auch jene Faszisten stehen würden, die vor dem Marsche Mussolinis auf Rom der kommunistischen oder sozialistischen Bewegung angehörten.
Eine gewiße Bestätigung dieser Annahme ist setzt erfolgt. Man wird allerdings abzuwarten haben, ob die weiteren Untersuchungen einer ausgedehnten Verschwöörung auf die Spur kommen werden. Daß Antifaszisten das schwarze Hemd angelegt haben, darf übrigens nicht verwundern, arbeitet der Faszismus doch nach wie vor mit dem Mittel des Terrors, was viele Italiener veranlaßt haben dürfte, sich dieser Bewegung dem Schein nach anzuschließen, um vor Verfolgungen und Schikanen gesichert zu sein. Sehr wahrscheinlich wird die Aufdeckung dieser Verschwörung eine große Reinigungsaktion auslösen, und mit der Ausstoßung jener Elements endigen, dis nicht restlos zuverlässig erscheinen.
Nie Slowakei zwischen Tschechen undLlngarn Zur Verhaftung des Abgeordneten Tuka.
Prag, 4. 3an. (WB.) Wie die Prager Presse meldet, wird das Verhör des verhafteten Abgeordneten Luka (slowakisch-katholische Partei) mehrere 'Lage in Anspruch nehmen, da der gesamte Komplex der Politik der slowakischen Dollspartei und die Rolle, die Luka in dieser spielte, geklärt werden soll. 3n einer heute abend in dem slowakischen Blatt »Slowak" erscheinenden Erklärung wird der Chef der slowakischen Voltspartei, Abgeordneter Hlinka, gegen dir Ver- fcofüing Lukas P r o t e st e r he b e n und sich und feine Partei mit Luka identifizieren. 3n den K . 'en der slowakischen Volkspartei wird die ge^en Luka erhobene Beschuldigung, er habe mit dem nach dem Umsturz nach Polen geflüchteten magyarophilen Slowaken 3eh- liczka, der von dort aus eine heftige gegen die Tschechoslowakei gerichtete Agitation betrieb, in Verbindung gestan- d e n, zurücrgewiesen. Luka habe seit der Zeit, da 3ehliczka die Slowakei verlassen habe, alle seine Annäherungsversuche abge- lehnt. Als Führer der slvwattschen Volkswehren habe Tuka niemals etwas ohne das Wissen der Parteileitung oder des Parteivorstandes unternommen. — 3m Zusammenhang mit der Affäre Tuka wurde gestern abend in Pveßburg eine Dame verhaftet. Unter den Gegenständen, die in der Wohnung Lukas und in der Redaktion des „Slowak" konfisziert wurden, befindet sich ein Teil seiner Korrespondenz, größtenteils u n - ga risch geschriebene Briefe, in denen ihm für die Arbett. die er für die Slowakei und die slowakische Sache geleistet hat, gedankt wird. Die tlnmögtchkeil der Prager Pfändung.
Berlin, 4.Jan. (TU.) Zu der Meldung über geplante Pfändungen in der deutschen Gesandtschaft in Prag wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die Firma Loy & Markus versucht habe, einen Betrag in Höhe von 1,5 Millionen Kronen auf dem Wege der Pfändung zu erlangen. Die Angelegenheit falle jedoch unterdenDawesplan. Eine Sondervergütung komme nicht in Frage. Im übrigen sei es völkerrechtlich eine U n m ö g l i ch • feit, in einem Gesandtschaftsgebäude eine Beschlagnahme oder Pfändung oorzunehmen.
genau umrissen sind. Den DetriebSkon- t r o 1l e u r e n liegt die Kleber wachung des gesamten Betriebs- und Verkehrsdienstes ob, sie haben darauf zu achten, daß die Betriebssicherheit überall voll gewahrt ist, daß die einschlägigen Vorschriften eingehalten, Maßnahmen für gesteigerten Verkehr rechtzeitig getroffen und wieder ausgehoben werden usw. Die Oberbaukontrolleure die häufig schnellfahrende Züge in der Lokomotive oder auf dem letzten Wagen begleiten müssen, haben die besonders verantwortungsvolle Aufgabe der Ueberwachung der Gleisunterhaltungs- und Smeuerungsarbei- ten, während die technischen Betriebskontrolleure in der nicht minder wichtigen Ueberwachung der Sicherungsanlagen und Fern- meldoeinrichtungen tätig sind. Die Frachten» kontrolleure haben auf möglichst vollständige Erfassung der Ei inahmen aus dem Güterverkehr zu achten, die Gewichtsangaben, sowie die Frachtberechnungen der Gut. jenbungen nachzuprüfen. Insgesamt werden im ganzen Reichs- bahnneh weit über hundert Kontrolleure dauernd tätig fein.
Ner Ruf nach der ReichsVerkehrsordnung.
Berlin, 5. Ian. (Priv.-Tel.) Die Ausarbeitung einer neuen Verkehrsordnung für Berlin, die bis jetzt bereits anderthalb Jahre beansprucht hat, gibt einigen Kreisen jetzt Anlaß, die Schaffung einer Reichsoerkehrsordnung zu fordern. Man hält es für richtiger, erst dann die Berliner Verordnung herauszubringen, wenn man die Gelegenheit benutzt hat, wenigstens einen großen Teil der von ihr betroffenen Verkehrsfragen für das ganze Reich einheitlich zu ordnen. Solche Forderungen dürften aber von fachlich nicht ganz zutreffenden Voraussetzungen ausgehen und es liegt fein Anlaß vor, hier von Seiten der Länder oder der Städte einen Eingriff in ihre Rechte zu befürchten. Es wird nicht alles nach dem Berliner Maß zugeschnitten.
Zunächst sind auch selbst für eine Rahmenverordnung dem Reich gar nicht die rechtlichen Befugnisse gegeben, eine Derkehrsordnung für ganz Deutschland aufzustellen, da wohl für den Kraft- wagenoerkehr diese Möglichfeit gegeben wäre, aber nicht für die unzähligen anderen Verkehrsarten. Vor allem aber erübrigt sich diese Forderung, da bereits seit Jahren ständig zwischen den Ländern und dem Reich über die Fragen der Verkehrsord- nung zum Zwecke gemeinsamen und gleichgerichteten Vorgehens verhandelt wird. Wie wir von un« terichteter Seite hören, schweben auch zur Zeit über einzelne Detailfragen solche Besprechungen. Es hat sich dabei ergeben, daß man erfreulicherweise praktisch in fast allen Ländern in prinzipiellen Fragen der Verkehrsregelung das gleiche System gewählt hat und daß etwa bestehende Unterschiede unvermeidlich im Wesen des Pro- blems, d.h. der verschiedenen Bedürfnisse der Städte und Provinzen liegen. Aeußerlich dokumentiert sich die Uebereinstimmung z. D. schon in der G l e i ch - artigfeit der Verkehrszeichen für Kraftwagen, so daß ein Rahmengesetz des Reiches für eine Derfehrsregelung nicht in Frage kommt. An zuständigen Stellen wenigstens besteht in dieser Richtung keine Absicht.
Reform der Sozialverwaltung.
Konferenz der Hanpiversorgurigsämter.
Berlin, 5. 3cm. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, werben schon seit längerer Zeit bei den zuständigen Stellen im ReichsarbeitSministerium und bei anderen, an der Aufstellung des Etats direkt beteiligten Regierungsämtern Erwägungen angestellt, ob es nicht möglich sei. im Gebiet der Hauptversorgungsämter. die mit der Rentenzahlung an die Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen beauftragt sind, Einsparun - gen vorzunehmen. Es heißt sogar, daß sich in dieser Richtung detaillierte Pläne in Vorbereitung befinden. Es handelt sich dabei um eine äußerst schwierige Frage, da die Regierung, d. h. das Reich, hier eine soziale Verpflichtung gegenüber den Kriegsopfern übernommen hat, die i n vollem' Umfange aufrechterhalten werden muß. Cs dürften also vor allem verwaltungstechnische Eins arungen und überhaupt eine Reform des sehr ausgedehnten Versorgungswesens in Frage kommen. Cs verlautet weiter, daß diese Fragen auch auf der heutigen Konferenz der Direktoren der Hauptversvrgungsämter im Reichs- arbeitsministerium besprochen worden sind. Reben diesen Problemen der Erzielung von Ersparnissen sind auch die Vorschläge und Wünsche, wie sie z.B. der Städtetag u. a. im Sinne der Heber- tragung der Zusatzrente von den Fürsorgestellen an die Versorgungsämter geäußert hat. Gegenstand der Beratungen gewesen.
Sozialversicherung und Volkswirtschaft.
Berlin, 4. 3an. (SäL) Amtlich wird mit* geteilt: „Die Oesfentlichkeit hat sich im Zusammenhang mit der allgemeinen Finanzlage in der letzten Zeit vielfach kritisch mit der ang.'blichen Thesaurierungspolitik der öffentlichen Derficherungsträgrr beschäftigt. Don zuständiger Sette ist demgegenüber auf das Selbstvcrwaltungsrecht l ec Vcr iche- rungsträger und äuf die Rotwendig.'eit der Erhalt u n g ihrer Liquidität wegen der großen Ausgaben verwiesen worden, die ih. en auf dem Gebiet der vorbeugenden und heilenden Gesundheitsfürsorge des Gemeinnützigen Wohnungswesens usw. und vor allem ihrer Rentenlast erwachsen sind. Auch dec die Bersicherungs- gelder nicht als öffentliche Gelder im Sinne des gewöhnlichen Sprachgebrauchs aniieht. muß anerkennen, daß die Sozialversicherung mit der gesamten deutschen Wirtschaft und dem Reichshaushall aufs Engste verbunden ist. 'Die Versicherungsträger haben diesen Gesichtspunkt schon bisher nach Maßgabe ihrer Qllittet und ihrer Bewegungsfreiheit Rechnung getragen. Die am 5. Januar 1929 unter Vorsitz von Ministerialdirektor Dr. G r i e s e r im Reichsarbeitsminister um bcg nnendcn Verhandlungen sind bestimmt, den Ausgleich zwckch:n den Belangen der Volkswirtschatt und des Reichöhau5halts auf der einen und denen der Sozialversicherung auf der anderen Seite weiterzufördern."
Aufstand auf Neuguinea.
London, 5. Jan. (WTB. Funkspruch) Eine ernste Lage ist in R a b ul (Neuguinea) entstanden. Die Stadt wird von 3000 Kanaka- und anderen
Arbeitern der Pflanzungen bedroht. Diese Arbeiter haben gemeutert, und die Eingeborenenpolizei hat sich ihnen angeschlossen. Der Aufstand ist anscheinend gut organisiert. Der Verwalter, Brigadegeneral Wisdom erklärte, daß er die Lage
Die Reform des Ürhedemchis.
Der Kampf um die Schutzfrist.
Berlin, 5. 3an. (Priv.-Tel.) Die von den großen kulturellen Verbänden schon feit langer Zeit erstrebte Reform des llrheberschuhrechtes, die auch im Mai und 3uni auf der Konfe - ren-z der Autorsnverbände in Rom zur internationalen Diskussion stand, um eine für alle Länder einhett'iche ^Irheberschudge'e gebung zu schaffen, steckt trotz aller Bemühungen der interessierten Kreise und Verbände und trotz der Berei w llig eit der Regierungen noch immer in den Kinderschuhen. Es ist, wie wir hören, wegen der unerhörten Kompliziertheit der ganzen Materie bisher noch immer nicht gelungen, auch nur positive Vorschläge in dieser oder jener Richtung hin zu machen, obgleich sich hervorragende Juristen, wie Dr. Rosenberger. Dr. Zeitin, Dr. Kopsch und viele andere eingehend mit der Materie beschäftigen und Vorschläge über Vorschläge und Anregungen über Anregungen geben, die dann immer wieder wegen der Vielheit der Meinungen und Auffassungen verworfen werden müssen.
3m Vordergrund des Interesses steht bei der Reformierung des älrheberrechtes die Heraufsetzung bzw. Herabsetzung der Llrheberfchutz- f r i st, die bekanntlich in fast jedem Lande verschieden ist. 3n Deutschland fordert die Mehrheit der kulturellen Verbände eine Heraufsetzung der ^Irheberschuhfrist, um die S r- trägnisse aus den kulturellen Schöpfungen der Künstler auch nochihrenRachkommen nutzbar zu machen. Auf der anderen Seite fordert die Mehrzahl der Verleger schäft eine wesentliche Herabsetzung der Dauer der Llrheberschutzfrist. da sie auf dem Standpunkt steht, daß eine Beibehaltung des jetzigen Zustandes für sie wirtschaftlich nicht tragbar fei. Die Behörden sind trotz der verwickelten Sachlage der ganzen llrheberschuhfrage mit Kräften bemüht, eine Klärung und vernünftige Gesetzgebung über Urheberschuhfragen zu schassen Gegenwärtig ist der Reichswirtschaftsrat dabei, die verschiedenen Anregungen, Anträge und Resolutionen, die sowohl von deutschen als auch außerdeutschen Kulturverbänden bezüglich einer Reform der gegenwärtigen Gesetzgebung vorliegen, zu überprüfen, um dann seinerseits praktische Vorschläge für eine vernünst'gc Gesamtregelung zu machen Rach dem gegmtoär- tigen Stand der Dinge dürfte das aber wohl noch geraume Zeit in Anspruch neunen.
Der Führer der deutschen Anthroposophen ermordet.
Die Tat eines Geisteskranken.
Nürnberg, 4. Jan. (WB.) Heute abend kurz nach 8 Uhr pjurbe der Vorsitzende der Anthropo- sopyischen Gesellschaft in Deutschland, Dr. Karl Unger (Stuttgart), als er das Luitpold-Haus in Nürnberg betrat, um dort einen Vortrag zu halten, von einem Geisteskranken durch drei Schüsse niedergestreckt und auf der Stelle getötet. Der Anwesenden bemächtigte sich ungeheure Erregung, doch gelang es besonnenen Männern bald, die Leute zu beruhigen. Der Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft, Lehrer Körner, machte die Mitteilung, daß ein geisteskranker Mensch, namens Krieger, den die Gesellschaft schon seit dreißig Jahren kenne und der von den Mitgliedern nur Wohltaten genossen habe, Dr. Unger sehr schwer verletzt habe. Man brachte Dr. Unaer, der bewußtlos inmitten einer großen Blutlache z u - sammengebrochen mar, in den Lehrsaal und legte ihn dort nieder, wo er hatte sprechen sollen. Bald darauf starb der Verletzte. Der Täter wurde do.i den erregte:! Besuchern des Vortrages sofort fest genommen und leistete der Festnahme keinerlei Widerstand. Er wurde später der Polizei übergeben, die ihn als den 56jährigen Mechaniker Wilhelm Krieger, Rürn- berg, Volta-Straße 5 wohnhaft, identi izierte. Krieger war mit Dr. Unger schon seit Jahren bekannt und ist zweifellos als Geisteskranker anzuspr-echen, da er vor nicht langer Zeit in einer Heilanstalt untergebracht ttwr und neuerdings wieder unter Verfolgungswahn litt. Es scheint, als ob Kmeger in Dr. Unger denjenigen gesehen habe, der ihn verfolgen würde, und als er durch eine Zeitungsnotiz auf den Vortrag Dr. llngerd aufmerksam wurde, benutzte er die Gelegenheit, um die entsetzliche Tat auszuführen.
Kunst un- Wissenschaft.
Der Gerhark-haupfmann-Prels 1929.
Lei pzig, 5. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Gerhart-Hauptmann-Preis für 1929 wurde dem jungen Dichter Heinrich Hauser für seinen Roman „Brackwasser" erteilt, der in der Sammlung .Zunge Deutsche" des Verlags Philipp Reclam jun. erschienen ist.
Aus oller Wett.
Schwere Schisfskalastrophe an den Balearen.
Paris, 5. 3an. (WTB. Funkspruch.- An den Dalearen-3nseln ist der französische 7000-Tonnen- Dampfer „Malakoff" am 2. 3anuar abends gesunken. An Bord befanden sich 25 Mann Besatzung und zwei Passagiere. Nur ein Offizier und 5 Mann konnten durch den Leuchtturmwächter gerettet werden. Der Dampfer war von Le Havre in See gegangen, sollte Marseille anlaufen und von dort nach Madagaskar gehen. Der Dampfer ist auf der Westseite der 3nfel Artrus (?) gegen den Leuchtturm gelaufen. Als das Unglück sich ereignete, schlief der größte Tell der Besatzung. Das Schiff sank in sieben Minuten.
Hochwasser in Rom.
In ganz Italien hält das Unwetter weiter an. Schnecstürme werde, aus den Alpengegenden gemeldet, die auf den Alpenbahnen Verspätungen wie auch eine teilweise Störung der telephonischen und telegraphischen Verbindungen verursachen. Aus Sizilien werden heftige Schneestürme gemeldet. In Trient trat in der vergangenen Nacht während des reichlichen Schneefalls ein heftiges Winter
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gewitter auf. — Das Hochwasser des Tiber bildet in Rom das Hauptereignis des Tages Der Pegelstand am heutigen Nachmittag betrug 14,75 Meter. Es ist dies der höchste Stand feit 1913. Hunderte von Menschen schauen von den Brücken auf die reißenden Fluten des Tiber hinab, die zahlreiche ausgeriffene Bäume mit sich führen. Die alte Tiber- inlel ist z. B. überschwemmt. Die berühmte Paulus- Basilika auf der Straße nach Ostia ist gänzlich von Wasser umgeben. Nach Ostia selbst fahren keine Autobusse mehr, sondern nur noch Kähne. Bisher wurden mehr als 300 Personen in das städtische Asyl gebracht. In Orte ist, den letzten Berichten zu- folge, der Tiber bereits um zwei Meter gefallen, in Rom fällt er jedoch noch nicht, weil die Gedirgs- ftüsse der Sabina große Wassermengen mit sich führen und der Regen nicht aufhören will.
Drei Kinder ertrunken.
Beim Betreten eines Weihers ertraufen in brr Rähe von Wehrden (Saargebiet) drei Schulknaben im Atter von acht, zehn und elf 3ahren. Eine Rettung war nicht mög.'ich, da die Einbruch- ftelle mitten im Weiher liegt und das. Cis nicht genügend tragfähig war.
3m Gebirge erfroren.
Der 18jährige Schüler Horst Laux aus Leipzig hat sich auf einer Schneeschuhtour mit einem Schulkameraden auf dem Aiesengebirgslamm verirrt, so daß die beiden die Rächt im Freien zubringen mutzten. Dabei ist Laur, der einzige Sohn einer Witwe, erfroren. Sein T-e- gleiter konnte sich in die Spinbierbaude retten.
Fünf Schüler
erhalten die preußische Rettungsmedaille.
Das preutzischr StaatSmi iiterium hat wieder die Griimerungsmedaille für Rettung aus Gefahr an eine große Zahl wagemutiger Rlenschen verllehem Unter ihnen bejnben sich nicht weniger als fünf Schüler: Hans Günther Dühring aus Elberfeld, Kurt Pamalfki aus Kiel, Karl Kühnapfel aus Emmerich, Oskar Z i s en i h aus Potsdam und Friedrich D r e b e i aus Raumburg/Saate.
Zahlreiche Todesopfer der Lholera in Vorderindien.
Eine furchtbare Choleraep.dem e. d e Tausend« von Menschen hingerafft, verursacht in Tra - vancore große wirticha tliche Verluste. 3n dieser Woche erkrankten etwa 1020 Personen, von denen die Hältte starb. Die Gesamtzahl der Erkrankungen in den letz en 4 Monaten beträgt etwa 14 000, davon sind 8000 gestorben.
Oie Wetterlage.
®werxemas. 0 neuer O naft> »edecRt. ® voixig. e oroecni «Kege«|
» 5chnee a »reupein « nebei R Orwittp.^wmostilk. »CS senr «Knte- 0$i £> n«stoe» sudtuowest q ’.tc/mijtne» nordv/esl Oie Pfene mecen mit dem wmae Pie oeiaen Stauoncn stenenden Zah» ten gesen die Temperatur an Pie Linien verbinde.) Orte mit gleiUiet* nf nzeresaiveau umaererhneten Luitdruca
Wettervoraussage.
An der Ostseite des seit letzten Dienstag unsere Wetterlage beherrschenden Hochdruckgebietes drängen die Druckstörungen das Hoch mehr nordostwätts ab. Trotzdem werden seine Kaltluftmassen vorerst bei uns das Frostwetter noch halten. Jedoch ist zu Beginn der kommenden Woche durch das Vordringen maritimer Warmluftmassen ein weiterer Abbau des hohen Druckes, sowie Temperaturanstieg nicht ausgeschlossen.
Wettervorhersage für Sonntag: Meist wolkig mit stellenweiser Aufheiterung, Frost, keine oder nur vereinzelte Schneefälle.
Witterungsaussichten für Montag: Abschwächen des Frostwetters uxrhrscheinlich.
Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags —4,7 Grad Celsius, abends —4,9 Grad Celsius' am 5. Jan.: morgens —3,5 Grad Celsius. Maximum — 3,2 Grad Celsius, Minimum —5,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 4. Januar: abends —.0,3 Grad Celsius-, am 5. Januar: morgens —0,6 Grad Celsius. — Schneedecke 1 Zentimeter.
Dinlerfporknachrichten der Hess. Delterdlenststelle.
Vogelsberg (Hoherodskopf): Nebel, minus 7 Grad Celsius, 25 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski sehr gut.
Odenwald (Tromm): Bedeckt, minus 5 Grad Celsius, 10 Zentimeter Schnee, stark verweht, Spottmöglichkeit keine.
Sauerland: (Winterberg): Nebel, minus 9 Grad Celsius, 25 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neufchi^ee, etwas verweht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
Schwarzwald (Feldberg). Nebel, —12 Grad Celsius, 30 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Beschaffenheit: etwas verweht. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — R u h e st e i n. Bewölkt, —8 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut.
Alpen (Garmisch-Partenkirchen). Bewölkt, —7 Grad Celsius, 36 Zentimeter Schnee, Pulverschnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. — Berchtesgaden. Bewölkt, — 6 Grad Celsius, 75 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel gut.
Freitag, d. 4.Jan. 192'9, T aDd^.


