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•* Für die Schmückung deutscher Sammelgräber auf den früheren Kriegsschauplätzen wurde vor einigen Wochen von der hi?s gcn Ortsgruppe des Bundes Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge eine Sammlung in Gieren und Umgegend veranstaltet, die das erfreuliche Resultat von rund 1500 Mark erbracht
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16. Die Desamizahl der h en 4 Donnen betrögt d 8000 gestorben.
1831: Reichspostminister Heinrich von Stephan. Gründer des Weltpostvereins, in Stolp geboren.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmackt: Butter 140 bis 160 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käse flO Stück) 60 bis 140. Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.). Weißkraut 10 bis 15 (6 bis 7 Mk.), Rotkraut 20 bis 25 (12 bis 15 Mk.), Arpfel 20 bis 43 (20 bis 35 Mk.), Birnen 10 bis 30 (10 bis 20 Mk.), Kartoffeln 5 (3,80 bis 4.50 Mk.), gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 25 bis 35, Unter, kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosen, kohl 40 bis 60, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 80 bis 90. Zwiebeln 15 bis 20. Mrerrettich 50 bis 150. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Dörrobst 35 bis 40. Rüste 60 bis 80. Honig 40 bis 50, junge Hahne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 pro Pfund: Eier 18 bis 19, Blumenkohl 60 bis 120, Endivion 20 bis 30 Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück.
Bornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Artillerist enverein: Generaloorsammlung, 8,30 Uhr. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsber- ger": Qrdentl. Generalversammlung. Stadt Lich, 8,30 Uhr. — Däckerverein .Früh auf“: Generalversammlung. „Stadt Kassel', 8 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Fürst der Abenteurer". — Astoria-Lichtspiele: „Die Mädchen, farm".
— Lageskalender für Sonntag. Stadtthsater: „Die geschiedene Frau“, 18 bis 21 Uhr. — Gießener Koirzert-Verein: Konzert .Wilhelm Backhaus". 5 Uhr nachm.. in der Reuen Aula der Universität. — 224er: Weihnachtsfeier, 8 Uhr, im Auerhahn. — Reichsverband der Zivildienstberech!igten:Moiuttsoersamnt- lung. 4 Uhr nachm., in der „Stadt Lich". — Eis-Verein: Militärckonzert auf der Eisbahn von 2,30 bis 4,30 Uhr. — Lichtspielhaus, Dahnhof- straße: „Der Fürst der Abenteurer“. — Astcria- Lichtspicle: „Die Mädchens arm".
— Stadttheater Gießen. Aus dem Stodt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß das Neue Operettentheater Frankfurt die morgige Operette „Die geschiedene Frau" nur einmal geben wird. Die Aufführung findet zu ermäßigten Operettenpreisen als Fremdenvorstellung statt. Diese bekannte Operette von Leo Fall wird auch in Gießen große Zugkraft haben. — Als Neuinszenierung geht nächste Woche Otto Ernsts „Flachsmann als Erzieher" unter der Spielleitung von Julius B a st 6 in Szene. — Dienstag, 8. Januar, zum letztenmal „Der Patriot", Drama in fünf Akten von Alfred Neumann. Mittwoch, 9. Januar, zweite Wiederholung des Schwanks „Charleys Tante" (Musik von Hugo Hirsch).
— Verein für das Deutschtum im Aus- lande. Die „Arbeitsgemeinschaft der Gießener Jugend- und Schulgruppen des VDA." veranstaltet am morgigen Sonntag, 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Saale der „Liebigshöhe" einen „Bunten Abend" mit reichhattigem Programm. Im Interesse der ge- meinnütziqen Ziele des VDA. ist ein Besuch zu ernp. fehlen. Man beachte die heutige Anzeige.
— Der Goethe-Bund hat zu seinem dritten dieswinterlichen Dichterabend den bekannten Dichter Earl Zuckmayer gewinnen können. Der Dichter steht heute durch die Aufführungen seiner beiden Bühnenwerke „Schinderhannes" und „Katharina Knie" im Mittelpunkt des literarischen Interesses. So wird der hiesige Vortragsabend Zuckmayers, der ein guter Interpret seiner Werke ist, wohl allseits das größte Jnteresie finden. (Siehe heutige Anzeige.)
— Vom Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird uns geschrieben: Vom 7. bis 10. Januar wird im Lichtspielhaus eine Revue aufgeführt mit dem Titel „Drunter und drüber"; 25 Bilder, 20 Mitwirrende, 200 Kostüme. Die Revue gastierte bisher mit größtem Erfolg in allen Großstädäten. Bekannte Künstler von Namen sind dabei, u. a. Lydia B u s e w s k a vom Staatstheater Mannheim, Hans Kraushaar vom Operettentheater Leipzig sowie das bekannte Tänzerpaar Hildegarde de Peer und Gerd van Durp vom Staatstheater Amsterdam. Die Kostüme sind in den ersten Berliner und Pariser Ateliers angefertigt. Man beachte die heutige Anzeige.
— Gesellschaft für Erd- und Völker- künde. Kommenden Donnerstagabend in der Neuen Aula Lichtbildervortrog von Professor Dr. Bu r • chard (Jena) über „Bulgarien, Land und Leute". (Siehe b^it'ge Anzeige.)
— Gewerbeverein Gießen. Nächsten Donnerstag Mitgliederversammlung mit wichtiger Tagesordnung. (Siehe heutige Anzeige.)
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Or. Meesmann 60 Jahre alt.
Am heutigen 5. Januar kann der frühere langjährige Syndikus der Mainzer Handelskammer, Dr. rer. pol. b. c. Paul Meesmann in Gießen, der heute noch als Verwalrungsdirektor der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berufsgenosienschaft, sowie als Geschäftsführer des Mitteldeutschen Fabri- kontenvereins und der Süddeutschen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller tät.g ist, seinen 6 0. Geburtstag begehen. Als Praktiker wie als Theoretiker der Volkswirtschaft hat Meesmann Hervorragendes geleistet und sich zugleich nicht mindere Verdienste als nationaler Politiker erworben, der das unerschrockene Bekenntnis zu seinen varerländischen Ueberzeugungen im Jahre der Ruhrbesetzung 1923 mit mehrmonatiger Haft in französischer Gefangenschaft und darauf folgender Ausweisung aus dem besetzten Gebiet hat büßen müssen. Die Zeit seiner unfreiwilligen Muße hat er im Wintersemester 1923 24 zu Vorlesungen an der Hessischen Landesuniversität Gießen benutzt, die, neuerdings unter dem Titel „Grundfragen der Wirtschaft" gedruckt, eine wertvolle Ergänzung volkswirtschaftlicher Lehre aus der Praxis der Wirtschaft barbieten. Schon vorher hatte, bei Gelegenheit seiner 25jährigen Zugehörigkeit zur Mainzer Handels- tammer, die Universität Gießen Meesmanns fruchtbare Tätigkeit im Dienste der Wirtschaft und der Erkenntnis ihrer Lebensbedingungen durch die 23er- leihung des Dr. rer. pol. h. c. anerkannt.
Die Gießener Diehmärkte 1928.
Im verflossenen Jahre fanden in unserer Stadt 24 Rindermärkte statt gegen 17 im Jahre 1927. Der A u f t r i e b auf den Rindermärkten des Jahres 1928 bezifferte sich insgesamt auf 27 361 Stück; davon waren 20 382 Stück Großvieh und 6979 Kälber. Der Gesamtauftrieb im Jahre 1927 belief sich auf 16 680 Stück, wovon 11 667 Stück Großvieh und 5013 Kälber waren. Durchschnittlich standen auf jedem Rindermarkt des Jahres 1928 zum Verkauf 849 Stück Großvieh und 291 Kälber.
Das Jahr 1928 brachte weiter 1 2 Sch weine- Märkte, gegen 16 im Jahre 1927. Der Gesamtauftrieb im Jahre 1928 belief sich hier auf 1255 Tiere, von denen 1253 Ferkel und 2 Schlachtschweine waren; die entsprechenden Ziffern des Jahres 1927 sind 2091 bzw. 2087 bzw. 4. Im Durchschnitt waren 1928 auf jedem Schweinemarkt 104 Ferkel zum Verkauf gestellt.
Pferdemärkte wurden im Jahre 1928 zwei abvehalten, die gleiche Zahl wie im Vorjahre. Der Auftrieb belief sich im Jahre 1928 auf 834 Stück, wovon 779 Pferde und 55 Fohlen waren; die entsprechenden Ziffern des Jahres 1927 sind 727 bzw. 695 bzw. 32. Der Durchschnittsauftrieb auf jedem Pferdemarkt belief sich im Jahre 1928 auf 390 Pferde und 28 Fohlen.
Oer Wiesecker Auioverkauf gescheitert?
Wie uns aus W i e s e ck berichtet wird, soll der Verkauf der Kraft-Omnibusse des ZweckverbandesWieseck-Alten-Buseck an die Kraftverkehrsgesellschaft e s - s e n" durch Rücktritt der letzteren von dem geplanten Kaufe gescheitert fein. Der Betrieb der Omnibus-Linie, der am 1. Januar von der Kraft- Verkehrsgesellschaft ,Flesten" übernommen werden sollte, ist bis jetzt noch in den Händen des Zweck- verbandes Wieseck-Alten-Buseck verblieben. Als Gründe für den Rücktritt der Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" hört man die verschiedensten Angaben, auf deren Wiedergabe wir hier verzichten, da wir nach dieser Richtung hin bis zur Stunde mit Zuverlässigkeit nichts feststellen konnten.
Oer Karneval in Hessen.
WSR. Nachdem schon im vorigen Jahve die dem Karnevalvergnügen lange Zett gezogenen Grenzen weitgehend gelockert worden sind, hat der hessische Mi'ist er des Innern verfugt, daß in biefem Jahre die Regelung der Karnevalveranstaltungen wieder ausschließlich durch die örtlichenPolizeibehörden erfolgen soll. Damit ist in Hessen wieder dieselbe Karnevalsordnung wie vor dem Kriege in Kraft, wo baä herkömmliche Fast nachts treiben und die an ben meisten Orten tradi ionellen Fastnachts- umzüge grundsätzlich keinerlei Einschränkungen unterworsen waren. Rur im besetzten Gebiet sollen erforderlichensalls durch die Provinzialdirektion Rheinhessen in Mainz bestimmte Richtli ien erlassen werden, um Zusammenstöße mit den Desatzungstruppen zu vermeiden.
Daten für Lonntag. 6. Januar.
1412: die Jungfrau von Orleans in Domremy ge- boren; — 1822: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Neubuckow geboren; — 1828: der Literatur- und Kunsthistoriker Hermann Grimm in Kassel geboren; — 1838: der Komponist Max Bruch in Köln geboren; — 1925: der Musitüirigent Ferd. Löwe in Wien gestorben.
Daten für Montag, 7. Januar.
1529: der Erzbildner Peter Vischer in Nürnberg gestorben; — 1695: Maria Stuart hingcrichtet; —
Aus her provinzialbaupistadt.
Gießen, den 5. Januar 1929.
Landesmijsionsfest.
Dor mehreren Jahren hat die Ostenbacher Firma Gebrüder K l i n g s p o r ein Werk des Künstlers Rudolf Koch herausgegeben, daS im Scherenschnitte den Zug der drei Weisen — oder, wie man auch sagt — ber drei Kö. ize aus dem Moroenlan.de darstellt. Mit reicher Kraft der Phantasie reiht der Künstler ei i Bild an das andere. Die drei Männer stehen in dunkler Rächt, auf einem Turme bei einem Sternkundigen und f(bauen nach einem Sterne aus. der glänzeird am Himmel steht. Run rüsten sie sich zur Reise nach dem Westen, sie nehmen Aoschied von ihren Gereuen, ein Kamel wird mit dem Reisegepäck beladen. Durch weite Länderst recken geht der .'eg, eine Brücke wölbt sich über einen Fluß.
c - diese Brücke ziehen die Männer mit ihrem ,ieic. Dann ist ein breiter Strom zu überfahren, ?' Fährmann rudert hinüber, In der Heide a;tc i die Reisenden neben einem Ziehbrunnen, ,i.. einem Feuer; dunkel ist die Rächt, aber der v ein leuchte'. Der Winter lastet auf dem Lande, c e Zv:i Äö. i;e wärmen sich im Walde an einem ,~ucr. Endlich gelangen sie an einem Winter- ai i- >d nach Bethlehem, die Bevölkerung des b^ädtchens strömt zusammen und staunt das Wüstentier an. Don Kindern geleitet gehen dir Männer nach dem Stalle und finden das Jesuskind in der Krippe liegend.
Wir dieser Künstler die alte Geschichte ausdeutet, Io hat das auch das Volksgemüt durch Jahrhunderte getan Wunderstme Li der und Bräuche heften sich an den Zug der drei Könige, und der Epiphanien- oder Dreikönigtag. der auf den 6. Januar fällt, ist in alter Zett ein hervorragender Festtag der Christenheit getoe en. Längst wird dieses Fest nicht mehr besonders gefeiert. Es ist in der Renzert zum L an de s mrs s i o n s- feste geworden, weil man von dem Gedanken ausging, daß die drei Könige die ersten Heiden gewesen seien, die zu Jesus kamen. Leider fehlt eS heute immer noch in weiten Kreisen an dem Verständnis für die Arbeit der Heidenmission; die Zeit, da man über die Missionare und ihren Umgang mit den Regern, sowie über die Arbeit der Missionsvereine in der Heimat unpassende Scherze machte, ist noch nicht vorüber, und die Heidenmission wird immer noch im Grunde genommen von kleinen Kreisen religiös angeregter Menschen getragen. Solche, die die Sache ernster nehmen, sagen auch, die europäischen Christen hätten kein Recht, Völker, die in fernen Erb le len wohnen, für ihre Weltanschauung zu gewinnen, da auch die Europäer sich gegen ähnliche, ihnen zugedachte Bestrebungen wehren würden. Wer so redet, verkennt die innerste Art des Christentums. Sind seine Anhänger davon überzeugt, daß ihnen in ihrem Glauben an Christus das Beste und Heilsamste geschenkt ist, so können sie nicht davon lassen, das Evangelium weiterzutragen. Eine Christenheit, die keine Mission treibe, wäre aller Ideale bar, würde sich selbst für bankerott erklären.
Seit ungesähr hundert Jahren ist die Christenheit eifrig am Werke der Heidenbekehrung, an allen Punkten der Erde sind blühende Missionsgemeinden entstanden. Heute sieht sich die Mission vor neue und schwere Aufgaben gestellt. Die Missionare haben erkannt, daß sie es keineswegs überall mit Menschen zu tun haben, die aus der Stufe einer sehr primitiven Kultur stehen. In Indien, Afrika und China sehen sich die Sendboten der Christenheit vor Menschen gestellt, die leine Christen sind und über eine altererbte Kultur verfügen. Darum kann es dort nicht mehr . s;en, mit dem Glauben auch eine neue bessere Kultur bringen zu wollen, sondern es heißt, die Gedankenwelt des Christentums in das geistige Leben der fremden Völker hineinzutragen. Man (mm heute nicht mehr die kirchlichen Formen, wie sie in frommen Kreisen Württembergs zu finden sind, einfach nach Asien übertragen, sondern es gilt, dort neue Formen zu suchen. Das ist keineswegs ein neuer Gedanke; schon Paulus hat in fiarer Erkenntnis der Lage gesagt, daß et den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche geworden sei. In Japan, Korea und Indien bestehen jetzt schon nationale christliche Kirchen, die, was ihre Verfassung und ihre Formen betrifft, nicht von Europa abhängig sind und die den abendländischen Kirchen, die unter sich mannigfach gespalten sind, in dem Einigungswerke voraus sind. Richt vergessen darf werden, daß die Mohammedaner mit Waffen geistiger Art scharf gegen die Missionsbestrebungen der Christenheit kämpfen. DaS hat sich namentlich gezeigt, als auf dem Internattonalen Kongreß der Missionare, der Ostern 1928 zu Jerusalem tagte, die neuen Aufgaben der Mission klar herausgestellt wurden.
Wer die Geschichte der Heidenmission verfolgt hat, der weiß, daß sie in der Zukunft dem Gebote der Stunde gewachsen sein wird und daß es die Heimatgemeinden an brr Darreichung der nötigen Mittel nicht fehlen lassen dürfen. Ick, tt.
hak. Mit Hilfe dieser Summe konnte für die Schmückung der Sammelgräber unserer gefallenen Brüder auf den früheren Kampfseldern viel getan werden. Die Höhe des Sammlungse^ebnisses ist von der Bundesleitung mit großer Befriedigung vermerkt worden.
" Zusammenstoß zwischen Motorrad und Auto. An dec Ecke Bismarckstrahe und Ludwigstraße ereignete sich heute vormittag gegen Vs10 AUjr ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer mit Beisitzer und dem Personenauto eines hiesigen ArzteS. Der Arzt kam mit seinem Wagen nach Zeugenaussagen in sehr mäßiger Geschwindigkeit und unter vorschriftsmäßiger Signalgebung die Bismarckstrahe entlang in der Richtung nach dem Schiffenberger Weg. Als er die Ludwigstraße kreuzen wollte, kam im gleichen Augenblick der Motorradler, ein Soldat unseres Bataillons, mit einem Zivilisten auf dem Soziussitz aus der Richtung Ludwigsplah her und rannte das Auto in der Mitte an. Durch den Anprall kamen die Motorradler natürlich zu Fall, wobei der Zivilist schwere Verletzungen am Kopfe erlitt, während der Soldat mit leichteren Verletzungen daoongekommen zu sein scheint. Der Lenker des Autos, der Arzt selber, erlitt durch Glassplitter einige Schnittwunden im Gesicht, trotzdem bemühte er sich sosort um den ichweroerletzten Zivilisten, der bald darauf von der rasch herbeigerufenen Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz * nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden mußte. Wo der Lenker des Motorrades, der Soldat, geblieben ist, konnte uns bisher nicht angegeben werden. Das Motorrad ist schwer beschädigt, das Personenauto hat in der Mitte der Karosser.e einigen Schaden erlitten. Der Vorfall hatte natürlich im Handumdrehen eine riesige Menschenansammlung zur Folge.
** Eine Ortsbausatzung für das Baugelände an der Grünberger Straße und der Straße nach Rödgen, dem sog. Professoreneck, wird im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Die Museen sind am Sonntag, 6. Januar, zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet. Die Räume sind erwärmt.
** Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.
** Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald, Bezirk des Försters Arft, mürben folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter 18 Mark, Buchenknüppel 13 Mark, Buchen- stocke 8 Mark je Raummeter; Buchenreiser 25 Mark, Eichenreiser 15 Mark, Fichtenreiser 12 Mark je hundert Wellen.
•* Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet tri Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, dem am Mittwoch Schweinemarkt folgt.
*♦ Die Frankfurter Pferdemärkte für 1 929 werden im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Interessenten seien auf diese Anzeige besonders hingewiesen.
Kunst und Wissenschaft.
Glückwünsche des hessischen Slaatspräsidenken an die kleistprelsträgerin.
Staatspräsident A d e l u n g hat an die diesjährige Kleist Preisträgerin, eine geborene Mainzerin, folgenden Glückwunsch gerichtet: „Frau Dr. B a d v a n y i geb. Reilinn Berlin. Sehr verehrte Frau Doktor! Zur Verleihung des Kleist- Preises 1928 für Ihre beiden Novellen „Aufstand der Fischer von St. Barbara" und „Grubetsch" spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch aus. Ich habe mich sehr gefreut, baß ber Kleistpreis diesmal an ein Kind des Hefsenlanbes, an eine Mainzerin, gefallen ist. Ich wünsche Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit weiterhin solche Erfolge unb bin mit bem Ausbruck meiner aufrichtigen Hochschätzung Ihr ergebener A b e l u n g."
berliner Börse.
Berlin, 5. Jan. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Dormittagsverkehr ist von Geschäft bis jetzt kaum die Rede. Die Stimmung scheint jedoch eher etwas freundlicher zu sein, da man mit weiteren Deckungen der Spekulation an der Börse rechnen zu können glaubt. Das Kursniveau ist noch unverändert. Farben etwa 265. Am Devisenmarkt hörte man Paris 124,09, Mailand 92,63, Madrid 29,73, das Pfund 485,1750 und den Dollar 4,2005.


