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Der Beamte im neuen Staat.
Eine Hede des Staatspräsidenten Dr. Me!ung bei der Abschlußfeier der Hessischen Verwaltungsakademie.
fortsetzen. Trotz der Drohungen Hugenbergs und Hitlers werde der reaktionäre Antrag schließlich mit einem Mißerfolg enden. Immerhin werde die Abstimmung interessant sein da sie einen Einblick in das Denken der deutschen Massen ermöglichen werde.
Nationalsozialismus uni) Etaatsform.
Hitler zur Frage Monarchie oder Republik
München. 2. Rov. (SU.) Der ehemalige bayerische Kronprinz Rupprecht hatte sich einein bayerischen Minister gegenüber zu dem Volksbegehren in ablehnendem Sinne geäußert und auch ein Ultimatum Hitlers, das ihn zum Widerruf seiner Erklärung aufforderte, abgelehnt. 2m Zusammenhang mit diesen Dor° gangen wird nun ein Artikel Hitlers in der Samstagsausgabe des „Illustrirten Beobachters" viel beachtet, worin Hiller zur JSrage der Slaatsform Stellung nimmt. Er rügt die Haltung des Kronprinzen Ruprecht zum Volks» begehren und erklärt, die nationalsoziaustrsche Bewegung habe bisher die Frage Republik oder Monarchie nicht berührt. Wenn aber die Monarchen s c l b st wenig Wert auf eine solche Gesinnung legten, dann werde das der Anlaß sein, eine gründliche Ueberprüfung der nationalsozialistischen Einstellung vcrzunehmen. Man könne es auf die Dauer dann nicht mehr verantworten, daß durch die Offenlassung der Frage Monarchie oder Republik den republr» kanischen Behörden Handhaben für Die Unterdrückung und Verfolgung hunderttausender braver Menschen gegeben wurden, daß man selbst aber in derselben Zeit auch Rippenstöße von berufensten Vertretern der Monarchie bekäme. Er halte es bei solchen Erfahrungen für richtig, von nationalsozialistischer Seite die Republik als Staatsform eindeutig anzuerkennen und nur der Rovemberdemokratie den rücksichtslosesten Kampf anzusagen und weiter durchzuführen.
Die Ergänzung des Reichskabmeits.
Der Bolksparteitcr Dr. Albrecht wird voraussichtlich Wirtschastsminister.
Berlin, 4. Rov. Rachdem in diesen Sagen im Anschluß an die volksparteiliche Fraktions- sitzung ohne Unterbrechung interne Besprechungen zwischen den interessierten Parteien über die Regierungsumbildung stattgefunden haben, darf man nunmehr annehmen, daß die Umbildung der Reichsregierung keinen Schwierigkeiten mehr begegnen wird. Wenn auch das Zentrum durch seinen Abgeordneten Brüning zu erkennen gab, daß es am liebsten das Justizministerium mit einem anderen Portefeuille vertauschen würde, so kommt dieser Aeußerung anscheinend nur der Charakter einer vorsorglichen Maßnahme zu, da man nach unseren Informationen auch in den Kreisen des Zentrums auf dem Standpunkt steht, in Anbetracht der kurz bevorstehenden zweiten Haager Konferenz, die in etwa vier Wochen eröffnet werden soll, nach Möglichkeit jede Kabinetts- kr-isis auszuschalten. Somit durfte Der Reichspräsident schon in den nächsten Sagen Dr. Curtius zum endgültigen Reichsauhen- minifter und höchstwahrscheinlich den volksparteilichen Abgeordneten Dr. Albrecht zum Reichswirtschaftsminister ernennen. Wahrscheinlich wird die nächste Kabinettssihung das komplette Reichskabinett schon beisammen sehen.
Die Aufklärung „ der Gprengstoffanschläge.
Altona. 2. Rov. (S.-U.) 3n einer vom Pressedezernenten des Altonaer Landgerichtes einberufenen Besprechung gab der Untersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Dr. M a s u r , eine Darstellung der bei den Bemühungen zur Aufklärung der S p r e n g st o f f a n- schlüge erzielten Fortschritte. Die Vernehmung von Herbert Schmidt hat nach den Ausführungen Dr. Masurs ergeben, daß der fluch- t i g'c Alfred Kaphengst Höllenmaschinen systematisch herstellte Die Höllenma schinen wurden auf einer Wiese bei Altona vor Der jeweiligen Verwendung aus - probiert. So stammen die in Itzehoe und in Oldenburg zur Explosion gebrachten Bomben von Kaphengst. Als H a u p t a n st i f t e r für alle Anschläge hat nach den bisherigen Feststellungen der Hofbesitzer Klaus Heim aus St. An- nen-Oesterselde zu gelten.
In der Pressebesprechung wurde noch mitgeteilt, daß der unter dem Verdacht Der Begünstigung am Freitag festgenommene Werner Brandt aus Altona dringend verdächtig sei, die Flucht des Alsred Kaphengst in irgendeiner Verbindung mit Berlin finanziert zu haben. Brandt, Der Maler von Beruf sei, sei es auch gewesen, der die zur Bombenherstellung dienende Werkstatt nach deren Liquidation von Kaphengst und Schmidt abgemietet habe. Ueber die Rolle, Die Der LanD- volksührer Hamkens - Setcnbüll in Der Bombenangelegenheit spiele, teilte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Eichholz folgenDcS mit: Zur Richtigstellung immer wiederkehrenDer irresüh- renDer Rachrichten in Der Öffentlichkeit, insbesondere iü Schleswig-Holstein, weist Die Justiz- Pressestelle in Berlin-Moabit Darauf hin, Daß Die Voruntersuchung auch gegen Landwirt Wilhelm Hamkens-Setenbüll ihren Fortgang nimmt; Denn Hamkens selbst hat bei seiner polizeilichen Vernehmung und später zu Protokoll des Untersuchungsrichters erklärt, er habe aus persönlichen Aeußerungen des Landwirts Klaus Heim erfahren, daß dieser d i e AnwenDungvonGewaltmitteln plane. Als einen seiner Mitarbeiter hierbei habe Klaus Heim den Kaufmann Herbert Volck bezeichnet. Daß bei den ersten drei Attentaten Der SynDi- hi8 Guido Weschke beteiligt gewesen sei. habe er. Hamkens, gleichfalls gesagt. Diese Dezich- tigungen hat Hamkens auch bei seiner richte» lichen Gegenüberstellung mit Dem angeschulDigten Heim aufrecht erhalten. Danach besteht gegen Hamkens nach seiner eigenen Aussage mindestens der begründete Verdacht eines Vergehens gegen Paragraphen 13 des Sprengstoff- gesetzeS unvermindert fort
Darmstadt, 3. Rov. Die Hessische Verwaltungsakademie feierte gestern im Beisein Des Staatsp: '.deuten Dr. Adelung, des Innenministers Le u sch ne r, zahlreicher Gäste und 5Sörer Den Abschluß ihres ersten Sechssemester- Lehrga?.g,'. Rach Der Begrüßungsrede des Stu° dienleiters Professor Dr. Hollah und musikalischen Darbietungen hielt
Staatspräsident Dr. Äderung.
eine Ansprache, in Der er il a. erklärte:
Ich bin Der Einladung gefolgt, weil Ihre Arbeit wie kaum eine zweite restlos Der öffentlichen Verwaltung zukommt und weil in dieser Arbeit ein so hohes Maß von Idealismus und Wertschätzung des Peamtenberufs überhaupt enthalten ist, daß es mich drängt, Sie von Herzen zu beglückwünschen. — Ich begrüße vor allem Den fortschrittlichen Geist, Den Die Derwaltungsaiademie erkennen läßt, den Geist, Der sich nicht nur auf Die Rechte des Berufsbeamten stützt, sondern Dec auch Die erweiterten P f lich ten des Beamten des demokratisch-repu- bilitanischen Staates klar erkannt hat und sich Darauf einstellt. Es läßt sich nicht leugnen, daß heute das Beamtentum eine wesentlich andere Stellung im Staate einnimmt, als vor Dem Kriege. Die Träger des früheren . ObrigEeite- staates waren neben Den Fürsten Die Beamten und das Heer. Sie waren der Kern, das Absolute des Staates; in ihre Berechtigung unD Damit in ihre Produktivität in rein staatlichem Sinne waren Daher keinerlei Zweifel gesetzt.
Rach Dem Kriege ist nun Der Staatsaufbau auf Die breitere Basis Der Volks- gesamtheit gestellt, in der Die Beamtenschaft nur ein Seil unter Seilen ist und nicht mehr als die alleinige Stühe des Staates angesehen wird. Diese Umlehrung der Slaatsauf- sassung zeigt sich vielleicht am deutlichsten Darin, daß Dolkskreise, Die früher dem Staate ablehnend oder gleichgültig gegenüberstanden, heute — ich erinnere beispielsweise an Die veränderte Stellung Der Arbeiterschaft — zu den
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
Merkwürdige Behandlung der Landes» Universität Gießen.
Darmstadt, 2. Rov. Im Finanzausschuß des Hessischen Landtags wurde ein demokratischer Antrag, ein Feldbereinigungsamt von Oberhessen nach Rhein Hessen zu verlegen, durch Die Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Da die Feldbereinigungsarbeiten in Oberhessen bereits sehr weit vorgeschritten sind, ist ein Amt bereits nach Rheinhessen verlegt.
Eine längere Aussprache entspann sich um Die Regierungsvorlage auf Reueinrichtung des Lehrstuhles Elektrotechnik II an Der Technischen Hochschule, wofür an persönlichen Kosten 4954 Mk., an Sachkrediterhöhung 833 Mk. und für anzuschaffende Apparaturen und Einrichtungsgegenstände einmalig 80 000 Mk., davon 40 000 Mk. alsbald verlangt werden. Im kommenden @tat_ wird sodann Die erste von Drei Jahresraten für Dau und Einrichtung eines Institutes für Fernmeldetechnik mit 130 000 Mk. angefordert werden.
Professor Petersen und Staatspräsident Dr. Adelung betonten die Wichtigkeit dieses Lehrstuhles und die Bedeutung für die hessische Elek'-oindustrie, die einen Betrag von etwa 170 000 RM. als Zuschuß in Aussicht gestellt habe. Die Technische Hochschule Dominiere in diesem Lehrfach und Die Ausfuhr Dieser Apparate sei ein beträchtlicher Anteil am Deut- eben Export. Rach längeren Beratungen wird die Vorlage mit zehn zu Drei Stimmen des Landbundes und des Abg. Dr. Best (VRP.) angenommen. Da Die nach Artikel56 Der hessischen Verfassung notwendige qualifizierte Mehrheit damit erreicht war, gilt der Lehrstuhl als genehmigt. Diese qualifizierte Mehrheit fand sich nicht für die Regierungsvorlage über Bewilligung von Be - rufungsforderungen bei Besetzung des durch Emeritierung von Professor Dr. Elbs sreiaewordenen ordentlichen Lehr- stuhls für Chemie an Der Universität Gießen, wosür an persö"'ichen Kosten 1000 Reichsmark und einmütig an Sachlostcn 8003 RM. verlangt werden. Die- Vorlage muh also durch das Plenum gehen, wo ihre Annahme aber sicher ist.
Oie Nachfolge des Ministerialdirektors Liebel.
Darmstadt, 2. Rov. (WTB.) Wie wir hören, soll als Rachfolger des verstorbenen Mini- sterialdircktors Uebel von der Landwirtschaftsabteilung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft Graf Matuschka aus Koblenz in Aussicht genommen sein. Das Vorschlagsrecht zu diesem Posten stand dem Zentrum zu und Die Betrauung von Graf Matuschka soll so gut wie sicher sein. Richt nur in Der Presse des Bauernbundes, Der Die Besetzung Dieses für Die LanDwirtschaft wichtigsten Postens mit einem hessischen Fachmann verlangt, macht sich WiDerstanD gegen Diese Rachfolgeschaft geltend», auch innerhalb Der Koalitionsparteien scheinen Die Wider- ftänDc noch nicht r ft los beseitigt zu sein.
Oie Eröffnung des Disziplinarverfahrens gegen Oberbürgermeister Böß.
Berlin, 2. 2kov. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Der Ober- vräsiDent persönlich Den Oberbürgermeister Böß über Die gegen ihn erhobenen BeschulDi- gungen vernommen und dem Anträge des Oberbürgermeisters entsprechend Das förmliche Disziplinarverfahren eröffnet. Zum Untersuchungsrichter ernannte Der OberpräsiDent Den auch in Den sonstigen Disziplinarsachen fungierenden Oberregierungsrat Sapolski. Dem Anträge des Oberbürgermeisters Böß auf Beurlaubung hat Der Oberpräsident zunächst auf vier Wochen entsprochen. Sn sämtlichen
stärksten Stützen des Staates zu rechnen sind. Wir sehen ferner, wie sich heute die Wirtschaft, die früher dem Staate lediglich das Recht zugestand, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, bemüht, selbstgestaltend in das Staatswesen einzugreifen. Und sie ist es ja auch, Die zuerst Die Frage von Der Produktivität des Berufsbeamten aufgeworfen hat.
Die Beamtenschaft hat in ihrem überwiegenden Seil erkannt, daß dieser gewandelten Staatsauffassung innerhalb des Volkes und innerhalb DeS wirtschaftlichen Lebens auch ein neuer TYP Des Beamten entsprechen mutz. Der Beamte im parlamentarisch regierten Staate bedarf Der viel stärkeren DurchDringung, Daß er Das Organ zur Ausführung ganz bestimmter Lebensziele Des Staates, Der Ration, ist. Wer Den Staat als Die höchste Organisationsform volklicher Gemeinschaft erkannt hat, der kann nicht Gegner des Berufsbeamtentums sein, weil dieses im Mechanismus der Staatsapparate gar nicht entbehrt werden könnte. So haben wir gesehen, wie Das Beamtentum fein Bestes getan hat an Aufbau und Ausbau, weil es sich in seiner Mehrheit nicht der Zeit verschloß und ihre Rotwendigkeiten rechtzeitig erkannte. Und wenn Die Arbeit Der Hessischen Verwaltungsakademie ihren Seil dazu beigetragen hat, diesen Geist in die hessische Beamtenschaft hineinzutragen, so muh man ihr zugestehen, Daß sie im wahrsten Sinne im Dienste deö Volksstaates arbeitet. Dafür spreche ich Ihnen Den Dank Der hessischen Regierung aus unD wünsche dieser Ihrer Arbeit auch für die Zukunft das beste Gelingen.
Anschließend sprachen Dr. C l a ß für den Deutschen und Hessischen Beamtenbund, Rektor K i - lian, Mainz, für die Hörer, Professor Dr. Giese, Frankfurt, für die Frankfurter und ein Vertreter der Hamburger Verwaltungsakademie. Die Festrede hielt der ehemalige Rcichsminister Dr. Schiffer über die Stellung des Beamten I früher und heute. Musikalische Darbietungen be- I endeten Die Feier.
eröffneten Disziplinarverfahren aus Anlaß Skla- rek ernannte der Oberpräsident den Oberregierungsrat Dr. Gaede zum Beamten der Staatsanwaltschaft.
Grenzverletzung durch ein polnisches Militärflugzeug.
Mess ritz, 2. Rov. (WSB.) Heute nachmittag 2.30 Uhr landete bei der Stadt Dornst an der deutsch-polnischen Grenze auf deutschem Gebiet ein polnisches Militärflugzeug. Der Pilot, ein Flugschüler Der Posener Militärflugschule, gab an, er habe wegen Benzinmangels notlanden müssen. Er behauptete ferner, auf dem Rückfluge von Posen nach Dromberg gewesen zu fein. Dis zur Klärung der Angelegenheit wird das Flugzeug beschlagnahmt.
Aus aller Welt.
Schwere Erkrankung des Prinzen Max von Baben.
Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs, liegt seit einiger Zeit im Städtischen Krankenhaus in Konstanz schwerkrank darnieder. Der Zustand des Kranken war (Sonntag besorgniserregend, doch trat nacht3 eine Besserung ein, so daß Der Kranke lange schlafen konnte und zeitweise das Bewußtsein wiedererlangte. Der Prinz steht im 63. Lebensjahre.
Zum Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte.
Zu dem Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte e. G. m. b. H. teilt Der Deutsche Ge- nossenschaftsverband mit: „Die Bank für Deutsche Beamte ist im Lause des Jahres 1926 Mitglied des Revisionsverbandes gewerblicher Genossenschaften zu Berlin geworden. Bei einer bereits im März 1927 vorgenommenen außerordentlichen Revision der Bank durch den dem Deutschen Genossenschaftsverband angeschlossenen Revisionsverband ergaben sich schwerste Verfehlungen. In einer eingehenden Besprechung mit Vorstand und Aufsichtsrat wurde die Bedingung gestellt, daß Die bisherigen leitenden Direktoren der Bank, die beiden Brüder Weber, und Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Rothscheidt, sofort ihres P ostens enthoben würden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wies diese Forderung höhnisch zurück. Um dem jetzt unvermeidlichen Aus sch luh aus dem Revisionsverband zu entgehen, trat Die Dank aus Dem Revisionsverband aus und schloß sich dem Reichsverband der Landbundgenossenschaften an. der die Bank ohne Rückfrage bei dem Deutschen Cenossenschaftsverband a u f n a h m. Der Revisionsverband des Deutschen Genossenschaftsverbandes hatte damit alle gesetzlichen Möglichkeiten eines Einschreitens erschöpft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats trägt jedenfalls für die großen Verluste Der Bank die Hauptverantwortung."
Born D.DA.
Auf der Herbsthauptausschußsitzung des Vereins für das Deutschtum im Ausland gedachte der Vorsitzende, Gesandter z. D. Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen zunächst des verstorbenen Außenministers, in welchem der V. D. A. und das Auslanddeutschtum einen verständnisvollen Freund verloren habe. Professor Dr. R ü h l m a n n (Berlin) gab sodann ein aufschlußreiches Bild der mit sehr großen staatlichen Mitteln arbeitenden französischen Kulturpropaganda, die sich in erster Linie auf Organisationen wie die in gewisser Beziehung ähnlich wie der V. D. A. arbeitende Alliance tran- gaise stützt. In den für Deutschland sich ergebenden Folgerungen warnte Dr. Rühlmann im besonderen vor einer Kürzung wichtiger Kulturaufgaben im Etat, zumal die Parlamente bei der Macht der wirt- schastlichen und sozialen Organisationen zu einer Streichung gerade solcher Mittel neigten. Der Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden, Konteradmiral a. D. Seebohm, ließ das umfassende Arbeitsgebiet des D. D. A. nach Innen und außen hervor- treten, zeigte im besonderen, wie die Werbungs- und Sammeltätigkeit auch durch die schwierigen Wirtschaftsverhältnisse nicht beeinträchtigt morden ist. Besondere Beachtung erfordern Die Derfolgungsmaß-
nahmen in Polen, die sich in den letzten Tagen wieder mit verstärkter Kraft gegen die deutschen Führer und die deutsche Jugend richten. Im neuen Staate Jugoslawien beginnen sich die Verhältnisse fast ebenso schlimm wie in Südtirol zu gestalten. Eine Tragödie erschütternden Umfanges spielt sich in Rußland ab, wo hunderttausend tüchtiger deutscher Bauern den für diese auswärtsstrebenden Menschen unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen durch Auswanderung zu entgehen suchen, ohne daß irgendeine Möglichkeit, ihnen wirklich zu helfen, besteht. Die Schulgruppenleiter des V. D. A. wollen der Hauptleitung zur 50. Jahrestagung Pfingsten 1930 eine Jubiläumsspende der Jugend zur Verfügung stellen. In der Plassenburg bei Kulmbach hat sich der V. D. A. für seine Jugend ein schönes Heim als Ausgangspunkt für Grenzlandwanderun- qen geschaffen. In Sachsen ist dem Verein von der Deutsch-Amerikanerin Margarete Cronan ebenfalls ein Heim geschenkt.
Der falsche Miilclschullehrer.
In Landsberg an Der Warthe wurde Der in Driesen beschäftigte Mittelschullehrer. Johann Uphus aus Bentheim vom Erweiterten 'Schöffengericht wegen schwerer Urkundenfälschung und wegen Betrugs zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt morden. Uphus hatte sämtliche für seine Laufbahn erforderlichen Abgangszeugnisse und sonstigen Dokumente, asgefangen vom Abiturientenzeugnis, felbft angefertigt und war auf Grund dieser gefälschten Urkunden vom Oktober 1926 bis Herbst 1928 als Mittelschullehrdr in Driesen z u allgemeinerZusriedenheit tätig. Die Sache kam erst ans Licht, als er sich selbst plötzlich auch den Doftor titel verlieh. Der Bürgermeister von Driesen sah sich dadurch zu einer genaueren Untersuchung veranlaßt. Die ergab, daß Uphus zwar Das Gymnasium in Bentheim absolviert, aber kein Reifezeugnis erlangt hat. Trotzdem hat er auf Grund eines selbst angefertigten . Reifezeugnisses vier Seme st er Naturwissenschaft studiert. Nach dem plötzlichen Ende seiner Lehrtätigkeit in Driesen hatte er sich nach Göttingen begeben, um dort Theologie zu stu- dieren. Auf eine ihm zugegangene schriftliche Aufforderung des Driesener Bürgermeisters, der Regierung in Frankfurt a. d. O. feine Dokumente zu übersenden, hatte er auf einer mit dem Namen feines Bruders unterzeichneten Karte geantwortet, Johann Uphus fei d e r ft o r b e n. Dank dieses Kniffs war er zunächst einige Monate unbehelligt geblieben.
TBo wird am meisten Kaffee getrunken?
Amerika ist der größte Abnehmer der Kaffeeerzeugung Brasiliens. Aber die ^reinigten Staaten haben keinesfalls Den größten Verbrauch überhaupt. In Schweden wird mehr Kaffee getrunken als in Amerika und noch höher ist der Bedarf an Kaffee in Dem kleinen Dänemark. Eine Statistik hat festgestellt, daß in Schweden z. D. jährlich 7 Kilogramm Kaffee pro Kopf der Bevölkerung konsumiert werden. Der Amerikaner verbraucht nur 6 Kilogramm, während auf Die Bewohner Belgiens unD Hollands 5Va Kilogramm für jeden Einwohner berechnet sind. Deutschland, Italien und Die Schweiz führen nicht mehr als 3 Kilogramm für jeden Einwohner ein. Am bescheidensten ist Der Kaffeeverbrauch in England (V» Kilogramm), Denn die Engländer sind als Teetrinker bekannt. Don Den „faffcetrinlenden“ Städten stehen Konstantinopel an erster. Wien an zweiter Stelle. In Konstantinopel entfallen auf jeden Bewohner mehr als sieben, in Wien zuwellen bis zu neun Kilogramm Kaffee jährlich.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Das westliche Hoch hat sich unter Verstärkung nach Dem Kontinent ausgebreitet unD über Frankreich, sowie im Westen von Deutschland zum Auflösen Der Wolkendecke geführt. Dagegen brachte im nordöstlichen Telle Deutschlands Der Rückseiteneinfluß Der abziehenDen nordischenStö- rang heute morgen noch Riederschläge. Der hohe Druck bestimmt zunächst Die Wetterlage, so Daß trockenes Wetter mit nächtlichem Temperalur- rüdgang bis in Gefrierpunktnähe unD Darunter zu erwarten ist. Eine stabile Wetterlage von längerer Dauer scheint sich jedoch nicht zu entwickeln, da sich bereits im Rordwesten über den britischen Inseln unter Baromcterfall Warmluft vordrängt und dort schon wieder zu Riederschlägen führt.
Wettervoraussage für Dienstag. Stellenweise Frühnebel, tagsüber vielfach heiteres Wetter, trocken, nachts Frostgefahr.
Witterungsaussichten für Mittwoch. Anfänglich Fortdauer der herrschenden Wetterlage, später Bewölkung und mllderes Wetter wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 3. November: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 4. November: morgens 1,6 Grad. Maximum 9,6 Grab, Minimifm 1 12 Grad. - .


