Ausgabe 
4.11.1929
 
Einzelbild herunterladen

nS-CL

icrdecn-

8 «ff Klagern

[WPans ° VranKt

Lorn - 5cilly5Z^K22

5onntaa, INoVemb. |92g^81mas;

Durch men sich aus uns. nach 5dl Herbst-B Viren sr Zimmers

Da stan der strahl Er tom r schnnung sollen ui Dtnteru

Ich h< gcholl. < trachtet, heraus, wenn toi len sie st sie ab ui entfallet.

Äir w< der den bereut- * lern goSete ff färbten aubcrh^ rand 5 müde sur

Heb Aruc

Es K Hcrbstv^ dir dann ch°-ie-,.- wir loM diese He stimmte

Der Beamte im neuen Staat.

Eine Hede des Staatspräsidenten Dr. Me!ung bei der Abschlußfeier der Hessischen Verwaltungsakademie.

fortsetzen. Trotz der Drohungen Hugenbergs und Hitlers werde der reaktionäre Antrag schließlich mit einem Mißerfolg enden. Immerhin werde die Ab­stimmung interessant sein da sie einen Einblick in das Denken der deutschen Massen ermöglichen werde.

Nationalsozialismus uni) Etaatsform.

Hitler zur Frage Monarchie oder Republik

München. 2. Rov. (SU.) Der ehemalige bayerische Kronprinz Rupprecht hatte sich einein bayerischen Minister gegenüber zu dem Volksbegehren in ablehnendem Sinne geäußert und auch ein Ultimatum Hitlers, das ihn zum Widerruf seiner Erklärung aufforderte, abgelehnt. 2m Zusammenhang mit diesen Dor° gangen wird nun ein Artikel Hitlers in der Samstagsausgabe desIllustrirten Beob­achters" viel beachtet, worin Hiller zur JSrage der Slaatsform Stellung nimmt. Er rügt die Haltung des Kronprinzen Ruprecht zum Volks» begehren und erklärt, die nationalsoziaustrsche Bewegung habe bisher die Frage Republik oder Monarchie nicht berührt. Wenn aber die Mo­narchen s c l b st wenig Wert auf eine solche Gesinnung legten, dann werde das der Anlaß sein, eine gründliche Ueberprüfung der nationalsozialistischen Einstellung vcrzunehmen. Man könne es auf die Dauer dann nicht mehr verantworten, daß durch die Offenlassung der Frage Monarchie oder Republik den republr» kanischen Behörden Handhaben für Die Unterdrückung und Verfolgung hun­derttausender braver Menschen gegeben wurden, daß man selbst aber in derselben Zeit auch Rippenstöße von berufensten Ver­tretern der Monarchie bekäme. Er halte es bei solchen Erfahrungen für richtig, von natio­nalsozialistischer Seite die Republik als Staatsform eindeutig anzuerkennen und nur der Rovemberdemokratie den rücksichts­losesten Kampf anzusagen und weiter durchzu­führen.

Die Ergänzung des Reichskabmeits.

Der Bolksparteitcr Dr. Albrecht wird voraussichtlich Wirtschastsminister.

Berlin, 4. Rov. Rachdem in diesen Sagen im Anschluß an die volksparteiliche Fraktions- sitzung ohne Unterbrechung interne Besprechun­gen zwischen den interessierten Parteien über die Regierungsumbildung stattgefunden haben, darf man nunmehr annehmen, daß die Umbil­dung der Reichsregierung keinen Schwie­rigkeiten mehr begegnen wird. Wenn auch das Zentrum durch seinen Abgeordneten Brüning zu erkennen gab, daß es am lieb­sten das Justizministerium mit einem anderen Portefeuille vertauschen würde, so kommt dieser Aeußerung anscheinend nur der Charakter einer vorsorglichen Maß­nahme zu, da man nach unseren Informationen auch in den Kreisen des Zentrums auf dem Standpunkt steht, in Anbetracht der kurz be­vorstehenden zweiten Haager Konfe­renz, die in etwa vier Wochen eröffnet wer­den soll, nach Möglichkeit jede Kabinetts- kr-isis auszuschalten. Somit durfte Der Reichspräsident schon in den nächsten Sagen Dr. Curtius zum endgültigen Reichsauhen- minifter und höchstwahrscheinlich den volks­parteilichen Abgeordneten Dr. Albrecht zum Reichswirtschaftsminister ernennen. Wahrscheinlich wird die nächste Kabinettssihung das komplette Reichskabinett schon beisammen sehen.

Die Aufklärung der Gprengstoffanschläge.

Altona. 2. Rov. (S.-U.) 3n einer vom Pressedezernenten des Altonaer Landgerichtes einberufenen Besprechung gab der Untersuchungs­richter, Landgerichtsdirektor Dr. M a s u r , eine Darstellung der bei den Bemühungen zur Aufklärung der S p r e n g st o f f a n- schlüge erzielten Fortschritte. Die Vernehmung von Herbert Schmidt hat nach den Ausfüh­rungen Dr. Masurs ergeben, daß der fluch- t i g'c Alfred Kaphengst Höllenma­schinen systematisch herstellte Die Höllenma schinen wurden auf einer Wiese bei Altona vor Der jeweiligen Verwendung aus - probiert. So stammen die in Itzehoe und in Oldenburg zur Explosion gebrachten Bomben von Kaphengst. Als H a u p t a n st i f t e r für alle Anschläge hat nach den bisherigen Feststellun­gen der Hofbesitzer Klaus Heim aus St. An- nen-Oesterselde zu gelten.

In der Pressebesprechung wurde noch mitge­teilt, daß der unter dem Verdacht Der Begün­stigung am Freitag festgenommene Werner Brandt aus Altona dringend verdächtig sei, die Flucht des Alsred Kaphengst in ir­gendeiner Verbindung mit Berlin finanziert zu haben. Brandt, Der Maler von Beruf sei, sei es auch gewesen, der die zur Bombenher­stellung dienende Werkstatt nach deren Li­quidation von Kaphengst und Schmidt abge­mietet habe. Ueber die Rolle, Die Der LanD- volksührer Hamkens - Setcnbüll in Der Bombenangelegenheit spiele, teilte Staatsanwalt­schaftsrat Dr. Eichholz folgenDcS mit: Zur Richtigstellung immer wiederkehrenDer irresüh- renDer Rachrichten in Der Öffentlichkeit, ins­besondere Schleswig-Holstein, weist Die Justiz- Pressestelle in Berlin-Moabit Darauf hin, Daß Die Voruntersuchung auch gegen Landwirt Wilhelm Hamkens-Setenbüll ihren Fort­gang nimmt; Denn Hamkens selbst hat bei sei­ner polizeilichen Vernehmung und später zu Protokoll des Untersuchungsrichters erklärt, er habe aus persönlichen Aeußerungen des Land­wirts Klaus Heim erfahren, daß dieser d i e AnwenDungvonGewaltmitteln plane. Als einen seiner Mitarbeiter hierbei habe Klaus Heim den Kaufmann Herbert Volck bezeichnet. Daß bei den ersten drei Attentaten Der SynDi- hi8 Guido Weschke beteiligt gewesen sei. habe er. Hamkens, gleichfalls gesagt. Diese Dezich- tigungen hat Hamkens auch bei seiner richte» lichen Gegenüberstellung mit Dem angeschulDigten Heim aufrecht erhalten. Danach besteht gegen Hamkens nach seiner eigenen Aussage mindestens der begründete Verdacht eines Ver­gehens gegen Paragraphen 13 des Sprengstoff- gesetzeS unvermindert fort

Darmstadt, 3. Rov. Die Hessische Ver­waltungsakademie feierte gestern im Beisein Des Staatsp: '.deuten Dr. Adelung, des Innen­ministers Le u sch ne r, zahlreicher Gäste und 5Sörer Den Abschluß ihres ersten Sechssemester- Lehrga?.g,'. Rach Der Begrüßungsrede des Stu° dienleiters Professor Dr. Hollah und musi­kalischen Darbietungen hielt

Staatspräsident Dr. Äderung.

eine Ansprache, in Der er il a. erklärte:

Ich bin Der Einladung gefolgt, weil Ihre Ar­beit wie kaum eine zweite restlos Der öffent­lichen Verwaltung zukommt und weil in dieser Arbeit ein so hohes Maß von Idealis­mus und Wertschätzung des Peamtenberufs über­haupt enthalten ist, daß es mich drängt, Sie von Herzen zu beglückwünschen. Ich begrüße vor allem Den fortschrittlichen Geist, Den Die Derwaltungsaiademie erkennen läßt, den Geist, Der sich nicht nur auf Die Rechte des Berufs­beamten stützt, sondern Dec auch Die erweiterten P f lich ten des Beamten des demokratisch-repu- bilitanischen Staates klar erkannt hat und sich Darauf einstellt. Es läßt sich nicht leugnen, daß heute das Beamtentum eine wesentlich andere Stellung im Staate einnimmt, als vor Dem Kriege. Die Träger des früheren . ObrigEeite- staates waren neben Den Fürsten Die Beamten und das Heer. Sie waren der Kern, das Ab­solute des Staates; in ihre Berechtigung unD Damit in ihre Produktivität in rein staatlichem Sinne waren Daher keinerlei Zweifel gesetzt.

Rach Dem Kriege ist nun Der Staatsaufbau auf Die breitere Basis Der Volks- gesamtheit gestellt, in der Die Beamtenschaft nur ein Seil unter Seilen ist und nicht mehr als die alleinige Stühe des Staates an­gesehen wird. Diese Umlehrung der Slaatsauf- sassung zeigt sich vielleicht am deutlichsten Darin, daß Dolkskreise, Die früher dem Staate ableh­nend oder gleichgültig gegenüberstanden, heute ich erinnere beispielsweise an Die veränderte Stellung Der Arbeiterschaft zu den

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Merkwürdige Behandlung der Landes» Universität Gießen.

Darmstadt, 2. Rov. Im Finanzausschuß des Hessischen Landtags wurde ein demokrati­scher Antrag, ein Feldbereinigungsamt von Oberhessen nach Rhein Hessen zu verlegen, durch Die Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Da die Feldbereinigungs­arbeiten in Oberhessen bereits sehr weit vor­geschritten sind, ist ein Amt bereits nach Rhein­hessen verlegt.

Eine längere Aussprache entspann sich um Die Regierungsvorlage auf Reueinrichtung des Lehrstuhles Elektrotechnik II an Der Technischen Hochschule, wofür an persönlichen Kosten 4954 Mk., an Sachkredit­erhöhung 833 Mk. und für anzuschaffende Appa­raturen und Einrichtungsgegenstände einmalig 80 000 Mk., davon 40 000 Mk. alsbald verlangt werden. Im kommenden @tat_ wird sodann Die erste von Drei Jahresraten für Dau und Ein­richtung eines Institutes für Fernmeldetechnik mit 130 000 Mk. angefordert werden.

Professor Petersen und Staatspräsident Dr. Adelung betonten die Wichtigkeit dieses Lehr­stuhles und die Bedeutung für die hessische Elek'-oindustrie, die einen Betrag von etwa 170 000 RM. als Zuschuß in Aussicht gestellt habe. Die Technische Hochschule Dominiere in diesem Lehrfach und Die Ausfuhr Dieser Appa­rate sei ein beträchtlicher Anteil am Deut- eben Export. Rach längeren Beratungen wird die Vorlage mit zehn zu Drei Stimmen des Landbundes und des Abg. Dr. Best (VRP.) angenommen. Da Die nach Artikel56 Der hessischen Verfassung notwendige qualifizierte Mehrheit damit erreicht war, gilt der Lehr­stuhl als genehmigt. Diese qualifizierte Mehrheit fand sich nicht für die Regie­rungsvorlage über Bewilligung von Be - rufungsforderungen bei Besetzung des durch Emeritierung von Professor Dr. Elbs sreiaewordenen ordentlichen Lehr- stuhls für Chemie an Der Universität Gießen, wosür an persö"'ichen Kosten 1000 Reichsmark und einmütig an Sachlostcn 8003 RM. verlangt werden. Die- Vorlage muh also durch das Plenum gehen, wo ihre Annahme aber sicher ist.

Oie Nachfolge des Ministerialdirektors Liebel.

Darmstadt, 2. Rov. (WTB.) Wie wir hö­ren, soll als Rachfolger des verstorbenen Mini- sterialdircktors Uebel von der Landwirtschafts­abteilung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft Graf Matuschka aus Kob­lenz in Aussicht genommen sein. Das Vorschlagsrecht zu diesem Posten stand dem Zentrum zu und Die Betrauung von Graf Matuschka soll so gut wie sicher sein. Richt nur in Der Presse des Bauernbundes, Der Die Besetzung Dieses für Die LanDwirtschaft wichtigsten Postens mit einem hessischen Fachmann verlangt, macht sich WiDerstanD gegen Diese Rachfolgeschaft geltend», auch innerhalb Der Koalitionsparteien scheinen Die Wider- ftänDc noch nicht r ft los beseitigt zu sein.

Oie Eröffnung des Disziplinarver­fahrens gegen Oberbürgermeister Böß.

Berlin, 2. 2kov. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Der Ober- vräsiDent persönlich Den Oberbürgermeister Böß über Die gegen ihn erhobenen BeschulDi- gungen vernommen und dem Anträge des Ober­bürgermeisters entsprechend Das förmliche Disziplinarverfahren eröffnet. Zum Untersuchungsrichter ernannte Der OberpräsiDent Den auch in Den sonstigen Disziplinarsachen fun­gierenden Oberregierungsrat Sapolski. Dem Anträge des Oberbürgermeisters Böß auf Be­urlaubung hat Der Oberpräsident zunächst auf vier Wochen entsprochen. Sn sämtlichen

stärksten Stützen des Staates zu rechnen sind. Wir sehen ferner, wie sich heute die Wirt­schaft, die früher dem Staate lediglich das Recht zugestand, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, bemüht, selbstgestaltend in das Staats­wesen einzugreifen. Und sie ist es ja auch, Die zuerst Die Frage von Der Produktivität des Berufsbeamten aufgeworfen hat.

Die Beamtenschaft hat in ihrem überwiegenden Seil erkannt, daß dieser gewandelten Staats­auffassung innerhalb des Volkes und innerhalb DeS wirtschaftlichen Lebens auch ein neuer TYP Des Beamten entsprechen mutz. Der Beamte im parlamentarisch regierten Staate be­darf Der viel stärkeren DurchDringung, Daß er Das Organ zur Ausführung ganz bestimmter Lebensziele Des Staates, Der Ration, ist. Wer Den Staat als Die höchste Organisationsform volklicher Gemeinschaft erkannt hat, der kann nicht Gegner des Berufsbeamtentums sein, weil dieses im Mechanismus der Staatsapparate gar nicht entbehrt werden könnte. So ha­ben wir gesehen, wie Das Beamtentum fein Bestes getan hat an Aufbau und Ausbau, weil es sich in seiner Mehrheit nicht der Zeit verschloß und ihre Rotwendigkeiten rechtzeitig erkannte. Und wenn Die Arbeit Der Hessischen Verwaltungsakademie ihren Seil dazu beigetragen hat, diesen Geist in die hessische Beamtenschaft hineinzutragen, so muh man ihr zugestehen, Daß sie im wahrsten Sinne im Dienste deö Volks­staates arbeitet. Dafür spreche ich Ihnen Den Dank Der hessischen Regierung aus unD wünsche dieser Ihrer Arbeit auch für die Zukunft das beste Gelingen.

Anschließend sprachen Dr. C l a ß für den Deut­schen und Hessischen Beamtenbund, Rektor K i - lian, Mainz, für die Hörer, Professor Dr. Giese, Frankfurt, für die Frankfurter und ein Vertreter der Hamburger Verwaltungsakademie. Die Festrede hielt der ehemalige Rcichsminister Dr. Schiffer über die Stellung des Beamten I früher und heute. Musikalische Darbietungen be- I endeten Die Feier.

eröffneten Disziplinarverfahren aus Anlaß Skla- rek ernannte der Oberpräsident den Oberregie­rungsrat Dr. Gaede zum Beamten der Staats­anwaltschaft.

Grenzverletzung durch ein polnisches Militärflugzeug.

Mess ritz, 2. Rov. (WSB.) Heute nachmit­tag 2.30 Uhr landete bei der Stadt Dornst an der deutsch-polnischen Grenze auf deut­schem Gebiet ein polnisches Mili­tärflugzeug. Der Pilot, ein Flugschüler Der Posener Militärflugschule, gab an, er habe we­gen Benzinmangels notlanden müs­sen. Er behauptete ferner, auf dem Rückfluge von Posen nach Dromberg gewesen zu fein. Dis zur Klärung der Angelegenheit wird das Flugzeug beschlagnahmt.

Aus aller Welt.

Schwere Erkrankung des Prinzen Max von Baben.

Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs, liegt seit einiger Zeit im Städtischen Krankenhaus in Konstanz schwerkrank darnieder. Der Zustand des Kranken war (Sonntag besorgniserregend, doch trat nacht3 eine Besserung ein, so daß Der Kranke lange schlafen konnte und zeitweise das Bewußtsein wiedererlangte. Der Prinz steht im 63. Lebensjahre.

Zum Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte.

Zu dem Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte e. G. m. b. H. teilt Der Deutsche Ge- nossenschaftsverband mit:Die Bank für Deut­sche Beamte ist im Lause des Jahres 1926 Mit­glied des Revisionsverbandes gewerblicher Ge­nossenschaften zu Berlin geworden. Bei einer bereits im März 1927 vorgenommenen außer­ordentlichen Revision der Bank durch den dem Deutschen Genossenschaftsverband ange­schlossenen Revisionsverband ergaben sich schwerste Verfehlungen. In einer ein­gehenden Besprechung mit Vorstand und Auf­sichtsrat wurde die Bedingung gestellt, daß Die bisherigen leitenden Direktoren der Bank, die beiden Brüder Weber, und Der Vor­sitzende des Aufsichtsrats, Rothscheidt, sofort ihres P ostens enthoben würden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wies diese Forderung höhnisch zurück. Um dem jetzt unvermeidlichen Aus sch luh aus dem Revisionsverband zu entgehen, trat Die Dank aus Dem Revisionsverband aus und schloß sich dem Reichsverband der Landbundgenossenschaften an. der die Bank ohne Rückfrage bei dem Deutschen Cenossenschaftsverband a u f n a h m. Der Revisionsverband des Deutschen Genossen­schaftsverbandes hatte damit alle gesetzlichen Möglichkeiten eines Einschreitens erschöpft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats trägt jedenfalls für die großen Verluste Der Bank die Haupt­verantwortung."

Born D.DA.

Auf der Herbsthauptausschußsitzung des Vereins für das Deutschtum im Ausland gedachte der Vor­sitzende, Gesandter z. D. Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen zunächst des ver­storbenen Außenministers, in welchem der V. D. A. und das Auslanddeutschtum einen verständnisvollen Freund verloren habe. Professor Dr. R ü h l m a n n (Berlin) gab sodann ein aufschlußreiches Bild der mit sehr großen staatlichen Mitteln arbeitenden fran­zösischen Kulturpropaganda, die sich in erster Linie auf Organisationen wie die in gewisser Beziehung ähnlich wie der V. D. A. arbeitende Alliance tran- gaise stützt. In den für Deutschland sich ergebenden Folgerungen warnte Dr. Rühlmann im besonderen vor einer Kürzung wichtiger Kulturaufgaben im Etat, zumal die Parlamente bei der Macht der wirt- schastlichen und sozialen Organisationen zu einer Streichung gerade solcher Mittel neigten. Der Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden, Konteradmiral a. D. Seebohm, ließ das umfassende Arbeits­gebiet des D. D. A. nach Innen und außen hervor- treten, zeigte im besonderen, wie die Werbungs- und Sammeltätigkeit auch durch die schwierigen Wirt­schaftsverhältnisse nicht beeinträchtigt morden ist. Be­sondere Beachtung erfordern Die Derfolgungsmaß-

nahmen in Polen, die sich in den letzten Tagen wieder mit verstärkter Kraft gegen die deutschen Führer und die deutsche Jugend richten. Im neuen Staate Jugoslawien beginnen sich die Verhältnisse fast ebenso schlimm wie in Südtirol zu gestalten. Eine Tragödie erschütternden Umfanges spielt sich in Rußland ab, wo hunderttausend tüchtiger deutscher Bauern den für diese auswärtsstrebenden Menschen unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Verhält­nissen durch Auswanderung zu entgehen suchen, ohne daß irgendeine Möglichkeit, ihnen wirklich zu helfen, besteht. Die Schulgruppenleiter des V. D. A. wollen der Hauptleitung zur 50. Jahrestagung Pfingsten 1930 eine Jubiläumsspende der Jugend zur Ver­fügung stellen. In der Plassenburg bei Kulmbach hat sich der V. D. A. für seine Jugend ein schönes Heim als Ausgangspunkt für Grenzlandwanderun- qen geschaffen. In Sachsen ist dem Verein von der Deutsch-Amerikanerin Margarete Cronan ebenfalls ein Heim geschenkt.

Der falsche Miilclschullehrer.

In Landsberg an Der Warthe wurde Der in Driesen beschäftigte Mittelschullehrer. Johann Uphus aus Bentheim vom Erweiterten 'Schöffen­gericht wegen schwerer Urkundenfälschung und wegen Betrugs zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt morden. Uphus hatte sämtliche für seine Laufbahn erforderlichen Ab­gangszeugnisse und sonstigen Dokumente, asgefangen vom Abiturientenzeugnis, felbft angefertigt und war auf Grund dieser gefälschten Urkunden vom Oktober 1926 bis Herbst 1928 als Mittelschullehrdr in Driesen z u allgemeinerZusriedenheit tätig. Die Sache kam erst ans Licht, als er sich selbst plötzlich auch den Doftor titel verlieh. Der Bürgermeister von Driesen sah sich dadurch zu einer genaueren Untersuchung veranlaßt. Die ergab, daß Uphus zwar Das Gymnasium in Bentheim ab­solviert, aber kein Reifezeugnis erlangt hat. Trotzdem hat er auf Grund eines selbst angefertigten . Reifezeugnisses vier Seme st er Naturwis­senschaft studiert. Nach dem plötzlichen Ende seiner Lehrtätigkeit in Driesen hatte er sich nach Göttingen begeben, um dort Theologie zu stu- dieren. Auf eine ihm zugegangene schriftliche Auf­forderung des Driesener Bürgermeisters, der Re­gierung in Frankfurt a. d. O. feine Dokumente zu übersenden, hatte er auf einer mit dem Namen feines Bruders unterzeichneten Karte geantwortet, Johann Uphus fei d e r ft o r b e n. Dank dieses Kniffs war er zunächst einige Monate unbehel­ligt geblieben.

TBo wird am meisten Kaffee getrunken?

Amerika ist der größte Abnehmer der Kaffeeerzeugung Brasiliens. Aber die ^reinig­ten Staaten haben keinesfalls Den größ­ten Verbrauch überhaupt. In Schweden wird mehr Kaffee getrunken als in Amerika und noch höher ist der Bedarf an Kaffee in Dem kleinen Dänemark. Eine Statistik hat festge­stellt, daß in Schweden z. D. jährlich 7 Kilo­gramm Kaffee pro Kopf der Bevölkerung kon­sumiert werden. Der Amerikaner verbraucht nur 6 Kilogramm, während auf Die Bewohner Belgiens unD Hollands 5Va Kilogramm für jeden Einwohner berechnet sind. Deutsch­land, Italien und Die Schweiz führen nicht mehr als 3 Kilogramm für jeden Ein­wohner ein. Am bescheidensten ist Der Kaffee­verbrauch in England (V» Kilogramm), Denn die Engländer sind als Teetrinker bekannt. Don Denfaffcetrinlenden Städten stehen Konstan­tinopel an erster. Wien an zweiter Stelle. In Konstantinopel entfallen auf jeden Be­wohner mehr als sieben, in Wien zuwellen bis zu neun Kilogramm Kaffee jährlich.

Oie Wetterlage.

Qwontemos O neuer. <jnaft> nedecKL» »roiKig. oedeent eKegtti

* Schnee a Graupeln. - MeDel K Geeiter.(§)Wind$tille.-O^ «enter Ost massiger Südsüdwest, ft sturmucner ncrdwesl Oie »lene fliegen mit dem wmde. Pie oeiden Stationen stenenden Zah­len geben die Temperatur an. Die Linien veroinden Orte mit gleichen^ ml Meeresniveau umgertthnelen Luftdruck

Wettervoraussage.

Das westliche Hoch hat sich unter Verstärkung nach Dem Kontinent ausgebreitet unD über Frank­reich, sowie im Westen von Deutschland zum Auflösen Der Wolkendecke geführt. Dagegen brachte im nordöstlichen Telle Deutschlands Der Rückseiteneinfluß Der abziehenDen nordischenStö- rang heute morgen noch Riederschläge. Der hohe Druck bestimmt zunächst Die Wetterlage, so Daß trockenes Wetter mit nächtlichem Temperalur- rüdgang bis in Gefrierpunktnähe unD Darunter zu erwarten ist. Eine stabile Wetterlage von län­gerer Dauer scheint sich jedoch nicht zu entwickeln, da sich bereits im Rordwesten über den britischen Inseln unter Baromcterfall Warmluft vordrängt und dort schon wieder zu Riederschlägen führt.

Wettervoraussage für Dienstag. Stellenweise Frühnebel, tagsüber vielfach heite­res Wetter, trocken, nachts Frostgefahr.

Witterungsaussichten für Mitt­woch. Anfänglich Fortdauer der herrschenden Wetterlage, später Bewölkung und mllderes Wetter wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 3. November: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 4. November: morgens 1,6 Grad. Maximum 9,6 Grab, Minimifm 1 12 Grad. - .