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kommen. Er beglückwünschte Führung und Be­satzung zu dem, was sie auf dieser Fahrt um die Welt für Deutschland wieder geleistet haben. Dem Dank an Dr. Dörr, dem Erbauer desGraf Zeppelin" und an seine Mitarbeiter fügte er den Dank für die Unterstützung hinzu, die die Reichs­regierung, die württembergische Staatsregierung und ferner Rußland, Japan und Amerika dieser Fahrt zuteil werden ließen. Besatzung und das ge­samte Werftpersonal seien zu iner besonderen Feier eingeladen, sobald Dr. Eckener aus Amerika zurückgekehrt sei. Zum Schluß drückte Graf Brandenstein-Zeppelin dem Kapitän Lehmann dankbar die Hand. Die Gräfin Brandenstein-Zeppelin sprach darauf einige bewegte Worte, in denen sie ihrer Freude darüber Ausdruck gab, daß der große Gedanke ihres Vaters so herrlich verwirklicht worden sei. Es werden noch sprechen der Reichsverkehrsminister Dr. Stegerwald für die Reichsregierung, Staats­präsident Dr. B o l z für die württembergische Regie- und und Stadtschultheiß S ch n i tz l e r für die Stadt Friedrichshafen.

Ein Glückwunsch des Reichspräsidenten.

B e r l i n, 4. Sept (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat an den Luftschiffbau Friedrichshafen das nachstehende Telegramm ge­richtet:

Zum erfolgreichen IDdfflug des LuftschiffesGraf Zeppelin" sende ich Herrn Dr. Eckener und allen an diesem bahnbrechenden Werk Beteiligten in Anerkennung ihrer hervorragenden Leistungen herzlichen Glückwunsch.

gez. v. Hindenburg, Reichspräsident."

Or. Eckeners Weltlustverkehrs-Pläne.

Cleveland, 3. Sept. (WD.) Dr. Eckener hat vor seiner Abreise nach Akron erklärt, er habe bewiesen, daß das Luftschiff ein sicheres Verkehrsmittel fei; er hoffe jetzt, daß man die Schaffung von Verkehrslinien unter­stützen wttde. Der Luftschiffverkehr könne nicht mit der Einrichtung eines Fluges Rund-urn-die- Welt beginnen. Die Luftschiffverkehrslinien, de­ren Einrichtung sich zunächst empfehle, seien: eine Verbindung zwischen Kalifornien und H o - n u l u l u, eine zwischen Europa und Asien und eine zwischen Nordamerika und Süd- amer i k a.

Zwei Oeutschlandsahrten desGraf Zeppelin".

Berlin, 4. Sept. (Priv.-Tel.)®raf Zeppe­lin" wixd kurz nach seiner Rückkehr vom Welt­flug noch zwei Deutschlandfahrten unternehmen. In zwei bis drer Wochen wird das Luftschiff in Friedrichshafen aussteigen und über SchlesienundOberschlesiennach Ber­lin kommen, wo es am Ankermast festgemacht werden wird. Einen Tag oder zwei Tage später wird das Luftschiff von Berlin aus nach O st - Preußen aufsteigen, von wo es dann wieder nach Friedrichshafen zurückkehren wird. Anfang Oktober wirdGraf Zeppelin" wieder nach Amerika fliegen.

Oie Verlegung der Rheinlandkommission.

Englische Stimmen

gegen eine weitere Besetzung Wiesbadens.

London, 3. Sept. (WB.) Der Sonderkorre­spondent derTime s" in Wiesbaden berichtet seinem Blatt, bei der dortigen Bevölkerung werde das Gefühl der Befriedigung über den Abmarsch des britischen Besahungsheeres durch die Rach- richt getrübt, daß die Interalliierte Rheinland­kommission demnächst aus Koblenz nach Wiesbaden verlegt werden soll. Das be­deute, daß auch weiterhin fremdeTrup- pen in Wiesbaden verbleiben würden. Die Stadt sehe daher jetzt das britische Heer ab­ziehen und werde trotzdem nicht von der An­wesenheit fremder Truppen befreit. Wiesbaden blicke dem verbleibenden Zeitraum der Besetzung mit Besorgnis entgegen. Auch der Wies­badener Korrespondent derM orning P o st" betont, daß die beabsichtigte Verlegung der Rheinlandkommission nach Wiesbaden dort als eine ausgesprochene Verschlechterung der Lage betrachtet werde. DerDaily Telegraph" meint, die Haager Konferenz habe es unterlassen, die Stadt zu bestimmen, nach der die Oberkommission verlegt werden soll. Rach seiner Ansicht komme Wiesbaden dafür nicht in Frage, da es nach dem Abmarsch der britischen Garnison nicht gut von den Franzosen von neuem beseht werden . könne. Aich Sih der Kommission müsse eine Stadt ganz in der Rähe der franzö- sischenGrenze gewählt werden, z. B. T r i e r oder Kaiserslautern, oder auch eine Stadt im Saargebiet. Die Lösung dieser Frage müsse umgehend von Deutschland und den alliierten Mächten in Angriff genommen werden.

Liquidationsskandal in England.

Die Verschleuderung deutschen Borkriegsbesitzes.

Berlin, 4. Sept. (Priv.-Tel.) England hat es bis heute nicht für nötig gehalten, die von London 1914 sofort in größtem Stile durch - geführte Beschlagnahme deutschen Pri­vatvermögens aus der Welt zu schaffen. Immerhin haben wir im Haag durchgeseht, daß eine Kommission dieH e be r s ch ü s s e" prü- f e n soll, die nach dem Verkauf des einbehal­tenen Besitzes und der Befriedigung englischer Forderungen verblieben ist. Mehr als ein Jahr­zehnt hindurch haben wir beobachten können, wie mit dem vormals deutschen Eigentum um­gesprungen wurde. Entweder verkam es vollends, oder es wurde für ein paar Groschen losgeschla­gen. Milliardenwerte sind auf diese Weise ver­nichtet worden. In einem Punkte unterschieden sich aber die Engländer von unseren anderen ehemaligen Gegnern vorteilhaft. Wenn sie auch den deutschen Vorkriegsbesih verschleuderten, so konnte doch niemals die Behauptung aufgestellt werden, daß die unmittelbar daran Beteiligten, also die Beamten, sich mit Aussicht auf Ge­winn an diesem unsauberen Liquidationsgeschäfi beteiligten. So schien es wenigstens. Rach plötzlich aufgetauchten und nicht widerlegten Ge­rüchten haben aber die britischen Treuhänder doch mit allen möglichen dunklen Existenzen gemein­same Sache gemacht unb bewußt das Vermögen

Oer neue Kurs in England.

Eine große außenpolitische Programmrede Macdonalds in Genf.

Die Tagung des Völkerbundessteyt in diesem Jahr ganz im Zeichen Macdo­nalds, es ist eigentlich das erstemal, daß Deutschland nicht mittelbar oder unmittelbar den Brennpunkt der ganzen Debatte bildete, was uns natürlich nur angenehm sein kann. Wir geben gerh Herrn Macdonald die erste Geige ab. Er hat doch aus dem Mißerfolg, den er in der kurzen Zeit seiner Ministerpräsidentschaft vor fünf Jahren erlebte, mancherlei gelernt. Er vermeidet alles improvisierte und geht zielbewuht, ganz langsam Schritt für Schritt vorwärts, um seine Regierung, die ja auch jetzt noch eine Minder­heitsregierung ist, innerpolitisch zu untermau­ern. Dazu hat ihm der unbestreitbare Erfolg, den Snowden im Haag errang, wesentlich geholfen, und in ihren Wirkungen ist Snowdens Haltung auf den Mann der Straße berechnet, der sehr rasch herausgefühlt hat, daß jetzt in England Kräfte am Werk sind, die sich um seine Röte kümmern und nicht illusionistische Politik machen, sondern sich auf die Zwangslage ein­stellen wollen, in die England durch den Krieg hineingedrängt worden ist. Dazu ist gerade Mac­donald besonders geeignet, der gegen den Krieg stimmte und deswegen durch Jahre hindurch in seiner eigenen Heimat als Verräter vcrfehmt war, der aber dann hoch die letzte Rettung blieb, als Lloyd George abgewirtschaftet hatte. Für ihn ist die Reise nach Genf auch nicht Selbstzweck, sie soll ihm nur dasSprungbrett schaf­fen, um seine Fahrt über den Großen Teich nach Amerika gut vorzubereiten. Dazu hat Mac­donald mit großer Aufmachung in die Abrü­stungsdebatte eingegriffen. Er hat sich durch die Erinnerungen an das verunglückte Genfer Proto­koll nicht schrecken lassen, sondern greift jetzt den gleichen Gedanken wieder auf. Vor allem, um auf diesem Hmtoege die Schwierigkeiten mit Amerika beizulegen, den englischen Haushalt von den belastenden Rüstungsausgaben zu be­freien und die angelsächsische Annäherung weiter­zutreiben. Unter diesem Gesichtswinkel allein ist seine Genfer Rede zu beurteilen. Er bleibt der tragende Gedanke, hinter dem alles, viel­leicht sogar die Beziehungen zu Frank- reich, an Bedeutung zurücktreten. Herr Hen­derson hat es sehr eilig gehabt, nach Abschluß der Haager Beratungen die alte Freundschaft zu Frankreich wieder zu unterstreichen. Das ist verständlich, denn gerade, wenn England mit den Vereinigten Staaten zu einem Ausgleich kommen will, muß es sich in den kritischen Zeiten eine Rückendeckung an Frankreich schaffen. Fragt sich nur, ob nicht aus dem Zwang der Verhältnisse das Rüstungsideal, das Macdonald verfolgt, einen Ge gensatz zu Frankreich un­vermeidlich macht. Die Engländer denken nicht daran, das hat uns der Haag gelehrt, eine deutsch-freundliche Politik zu machen, wir haben deshalb auch keine Veranlassung, sie irgendwie zu stützen, aber es zeichnen sich doch immerhin Möglichkeiten ab, die aus einer Abkühlung des englisch-französischen Verhältnisses den Druck vermindern, der bisher die Bewegungsfreiheit unserer Politik einengte.

Macdonald spricht.

Abrüstung und Schiedsgericht.

Genf, 3. Sept. (WTB.) Der englische Pre- mierminiftei Macdonald, der heute nach­mittag die allgemeine Aussprache über den Rechenschaftsbericht des Generalsekretärs mit einer einstündigen Rede eröffnete, behandelte

darin alle wichtigen Dölkerbundsprobleme, vor allen Dingen die der Abrüstung und des internationalen Wirtschaftslebens, denen durch seine Ausführungen zweifellos ein neuer starker Antrieb gegeben wird. Von star­kem Beifall begrüßt, erinnerteMacdonald zu­nächst an fein erstes Auftreten vor der Völker- bundsversammlung im Iahrel925, seit welchem sehr wichtige Aenderungen vor sich gegangen seien. Die wichtigste davon sei, wie er unter dem Beifall der Versammlung feststellte, der Sin* tritt Deutschlands in den Völker­bund. Ein weiterer wichtiger Schritt sei das Zustandekommen des Kelloggpak- tes und ein dritter sehr wichtiger Schritt das Ergebnis der Haager Konferenz. Als erste Folge dieser Konferenz werden bereits in der nächsten Woche die ersten Besahungstruppen das Rheinland verlassen, um nicht mehr dort­hin zurückzukehren. Macdonald fuhr fort: Die englische Regierung wird alles tun, um

die Vorbereitungen

für die Abrüstungskonferenz

zu beschleunigen, und zwar nicht in dem Gedanken eines möglichen Krieges, sondern in dem Glauben daran, daß jede Kriegsgefahr ferner von uns ist als die Hoffnungen auf friedlichesiZusammen- arbeiten. Der Friede hat freilich ebenso sein Risiko wie der Krieg. Aber die Rationen, die als Pioniere des Friedens arbeiten, werden auch den Frieden verwidlichen.

Der erste und eigentliche Beitrag Englands für die Vorbereitung der Abrüstungskonferenz ist die Regelung der Seeabrüstung. Der beste Weg dazu ist ein Abkommen zwischen England und Amerika. Unsere Besprechun­gen sind in keiner Weise und in keiner Hinsicht irgendwie gegen irgendwen gerichtet, sondern im weitesten Sinne von dem Wunsche beseelt, durch diese Verständigung das alte Abrüstungsproblem zur Lösung zu bringen. Der richtige Weg dazu werde

die Konferenz der sechs Seegroßmächte sein. Macdonald teilte mit, daß er im Augenblick noch nicht das Ergebnis seiner Verhandlungen mit Hoover öffentlich bekanntgeben könne. Die Mittei­lung möge genügen, daß bei diesen Vereinbarungen ein Schriftstück von 20 Punkten Zustandekommen werde, von dem nur noch drei Punkte offen seien. Ohne allzuviel versprechen zu wollen, habe er doch die Hosnung, daß noch während dieser Dölkerbunds- versammlung das Zustandekommen der Vereinba­rung verkündet werden könne. Reben das Ab­rüstungsproblem stellte Macdonald als zweite wich­tige Ausgabe den Ausbau des Kellogg- Paktes, der in Uebereinftimmung gebracht wer­den müsse mit den Artikeln 12 und 15 des Völker­bundspaktes, d. h. soviel als den

Ausbau der Schiedsgerichtsbarkeit und des Schlichtungswesens.

Die englische Regierung habe beschlossen, d i e Fakultativklausel über die Schiedsgerichts­barkeit des Ständigen internationalen Gerichtshofes im Haag zu unterzeichnen. Er fei außerdem der Hoffnung, daß die Dominions ihren zur Zeit in der Völkerbundsversammlung anwesenden Delegierten ebenfalls die Anweisung zukommen las­sen, noch im Laufe dieser Völkerbundsversammlung die Fakultativklausel zu unterzeichnen.

Weiter behandelte Macdonald im einzelnen Fra­gen des nahen und fernen Orients, wobei er zu­

nächst mitteilte, daß Vorbereitungen getroffen sind, die es ermöglichen werden, daß Aegypten seine Kandidatur als Völkerbunds­mitglied stellen kann. Die orientalischen Völker, so betonte er feierlich, bringen uns heute unsere eigenen Ideen zurück und verlangen von uns die Freiheit. Man dürfe nicht abwarten, bis es au einem Ultimatum komme, wogegen es keine Hilfe geben werde. Zum

Minderheitenproblem übergehend, stellte Macdonald fest, daß es niemals möglich fein werde, Europa in reine Nationchstaaten einzuteilen. Auf keinen Fall dürften die Minder­heiten der Unterdrückung ausgesetzt sein. Was die Vorgänge in Palästina angehe, so biete Eng- land den Opfern nicht nur feine Sympathie, sondern auch seine Unterstützung an. Es handele sich im übrigen dabei nicht um einen Konflikt zwischen Judentum und dem Islam, sondern einfach um einen Aufstand. Im übrigen sei d i e Ruhe längst wiederhergestellt, was die erste Pflicht der englischen Regierung gewesen fei. Schließlich betonte Macdonald

die Bedeutung der wirtschaftlichen Probleme

an die der Völkerbund mit immer größerer Ent* schlassenheit herantreten müsse. Vor allen Dingen müsse das Problem der Zollsätze geregelt wer­den, und zwar von dem Grundgedanken aus, daß kein Land ohne den gedeihlichen Wohlstand der übrigen Staaten florieren könne. Die englische Re­gierung werde mit allen Kräften daran mitarbeiten, die politischen Abkommen durch wirtschaftliche Ab* kommen zu ergänzen, und der Völkerbund werde bei seiner Tätigkeit auf wirtschaftlichem Gebiet die volle Unterstützung Englands finden. Macdonald schloß mit einem starken Bekenntnis für die Mög­lichkeit einer weitgehenden internationalen Zusam* menarbeit auf dem Boden der gegenseitigen Selbst­achtung der Völker, aus deren Denken der Rüstungs­gedanke endgültig verbannt werden müsse. An seine Stelle müsse das Vertrauen treten und das gegen­seitige Verständnis, damit eine neue Aera des in­ternationalen Zusammenlebens bald heraufgeführt werden könne.

Genfer Echo.

Günstiger Eindruck bei der deutschen Delegation

Genf, 3. Sept. (WB.) Die Rede Macdonalds fand bei der überwiegenden Mehrheit der Dele­gierten der Völkerbundsversammlung und auf den bis zum letzten Platz besetzten Tribünen eine be - geisterte Aufnahme. Als Macdonald die Rednertribüne verließ, ging als einer der ersten Staatssekretär o. Schubert auf ihn zu, um ihn mit einem herzlichen Händedruck zu beglückwün­schen. B r i a n d begnügte sich damit, Macdonald kurz zuzuwinken; man erwartet daher in Genf mit größter Spannung seine Antwortrede. In den Wan­delgängen des Reformationssaals bildete die Rede mit ihren überaus einprägsamen Wendungen den ganzen Abend über den Gegen ft and lebhaf - ter Erörterungen. In den Kreisen der beut- schen Delegation wurde der Hinweis Macdonalds auf die wertvolle Mitarbeit, die Deutschland seit seinem Eintritt in den Völkerbund leistete, besonders angenehm empfunden. Auch die übrigen Äußerun­gen des englischen Premierministers, soweit sie Fragen der allgemeinen Politik betreffen, fanden durchaus ihre Zustimmung.

gegen Provisionen unter seinem eingesch-ätzten Wert abgegeben. Von einem neuen Skandal kann man. nicht sprechen, da die Liquidationen selbst einen der ungeheuer­lichsten Skandale darstellen, die sich jemals ab­gespielt haben. Auf diese noch unaufgeklärten Machenschaften der Treuhänder soll auch die be­harrliche Weigerung der Engländer zurückzufüh­ren sein, das heiße Eisen der Liquidationen anzurühren. Der Schleier ist aber bereits etwas gelüftet, wir werden vermutlich sehr bald er­fahren, wie man sich nicht nur art deutschem Besitz bereichert hat, sondern auch was von dem umstrittenen Heberschuß von 350 Millionen Gold­mark tatsächlich noch übrig geblieben ist.

Oer Brückenkopf Kehl nicht vergessen.

Eine englische Ente.

Berlin, 3. Sept. (Priv.-Tel.) In der deut­schen Oeffentlichkeit hat man die englische Mel­dung aufgegriffen, nach der es in London be­dauert würde, daß für die Räumung des Brückenkopfes von Kehl kein nähe­res Datum festgesetzt ist. Hierbei ist schon den Engländern die Unkenntnis der Zusammen­hänge zum Rachteil geworden, so daß die dies­bezüglichen deutschen Kommentare völlig falsch sind. Denn wie wir aus zuverlässiger Quelle er­fahren, hat man ausdrücklich in den Haager Räumungsprotokollen gerade in Erwartung, daß bei den Brückenköpfen eben-1-'" Mißdeutungen auftreten könnten, festgesetzt, daß in dem glei­chen Zeitraum die zu u e n einzelnen Zonen gehörigen Brückenköpfe, die alle namentlich angeführt worden sind, geräumt werden müssen. Es erübrigt sich also, auf die falschen Kommentare einzugehen. Ge­wiß hat Frankreich ursprünglich die Absicht gehabt, bestimmte Re st gebiete noch zu behalten, der deutschen Delegation ist es aber ge­lungen, diese franzöl ische Absicht zu durchkreuzen.

Oie Wirtschaftslage in Oeutsch-Güd-West. Ein Bericht des Administrators.

Berlin, 4. Sept. (Priv.-Tel.) Heber die augenblicklich herrschenden Zustände im ehemali­gen Deutsch-Südwestafrika geht uns von der Deutschen Kolonialgesellschaft eine Zuschrift zu, die interessante Einzelheiten über öie wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse m Deutsch-Südwestafrika enthält. Es heißt dort u. a.: Die finanzielle Lage Deutsch-Südwestafri­kas läßt erkennen, daß sich das Land in einer Periode stetigen Fortschrittes be»

findet. Mit Ausnahme des Bergbaus ist auf allen Einnahmekapiteln des Etats ein Heber» schuh festzustellen, der insgesamt 85 000 eng­lische Pfund beträgt. Besonders interessant ist es, daß die reichen Diamantfunde anj Rord- ufer des Orangeflusses die Hoffnung auf eine ständige Besserung der Lage zulassen. Infolge­dessen rechnet man auch, in der Diamanten­industrie eine wertvolle Einnahmequelle für das ganze Land zu finden. Der ungenügende Reg en fall in der letzten Saison hat aller­dings die Aussichten der Farmwirtschaft für das kommende Jahr recht ungünstig gestaltet. So war z. D. in dem nördlichen Cingeborenengebiet fast völliger Regenmangel. Es droht daher eine Wiederholung der Hungersnot von 1915, bei der unter den Stämmen der Eingebore­nen eine katastrophale Hungersnot ausbrach. Die augenblickliche Mandatsverwaltung wird daher umfassende Hilfsmaßnahmen durchführen müssen. Als Folge des Regenmangels ist das gänzliche Auf hören der Viehausfuhr aus Süd- westafrika zu verzeichnen. Auf dem Gebiet des Eisenbahnverkehrs soll ein stetiger Fort­schritt festzustellen sein. Für die Erneuerung der Schienenwege sind etwa eine Diertelmillion Pfund Sterling aufgewandt worden. Die Anlagen auf den Strecken wurden verbessert, ebenso die Unter­künfte für die Eftenbahnangestellten. Hebet nahe­zu 500 Meilen ist einkombinierterEisen- bahn-Autoverkehr eröffnet worden. Diese Ausführungen der Deutschen Kolonialgcsell- schast entstammen einer Ansprache des Ad- min i strators im Südwester Landesrat, ihre Richtigkeit wird sich vom deutschen Standpunkt aus nur schwer prüfen lassen.

KeineAenderungderenglischen Politik in Palästina.

L o n d o n , 3. Sept. (WB.) Zu der E i n s e tz u n g einer Kommission zur Untersuchung der Vor­gänge in Palästina bemerkt derAmtliche Britische Funkdienst": Im Hinblick auf die in gewissen Kreisen gemachten Vorschläge wünscht der Kolonialsekretär klarzustellen, daß die englische Regierung sich kei­neswegs mit dem Gedanken trägt, die Frage der weiteren Wahrnehmung des englischen Mandats in Palästina einer Nachprüfung zu unterziehen, und daß man keine Enquete plant, die auf eine Aenderung der Haltung Großbritanniens hinsichtlich des Mandats oder der Politik hinaus- laufcn könnte, die in der Balfour-Deklara­tion von 1917 definiert und in dem Mandat verkörpert und deren Ziel es ist, den Juden in Palästlnaeine nationale Hei m^i t zu schaffen. Die jetzt eingeleitete Untersuchung be­schränkt sich demnach auf die a k t u e l l c n Notstände und erstreckt sich nicht auf den Gesichtspunkt der höheren Politik.

Oie Wetterlage.

iberdeen-

Dienstaa. d. 3.~5ept 1929 7b_apd5,-

©wolkenlos. cs neuer. c> naio hedecxi.» wolkig, a Gedeckt «Regen

* Schnee cs Graupeln, s NeDel K Gewitter .©Windstille. O. seh» «eicnter Osi massiger Südsüdwest <5 stürmischer nordwesl Oie Pfene fliegen mit dem winde. Die oei den Stationen stenenden Zah­len gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichen} euf Meeresniveau umaencnoeten Luftdruck

Wettervoraussage.

Der hohe Druck wirb zwar burch bie flache west* liche Störung abgeschwächt, aber trotzdem steht zu­nächst noch keine Umgestaltung der Wetterlage be­vor. Leichte Bewölkung zieht zwar zeitweise in unserem Bezirk auf, jedoch sind keine Niederschläge zu erwarten, auch bewegen sich bie Temperaturen in den seitherigen Grenzen.

Wettervoraussage für Donnerstag: Morgens stellenweise dunstig, tagsüber heiter, auch zeitweise bewölkt, wärm und trocken.

Witterungsaussichten für Freitag? Noch wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 3. September: mittags 29,8 Grad Celsius, abends 22,2 Grd; am 4. September: morgens 16,8 Grad. Maximum 30,2 Grad, Minimum 14 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. September: abends 27,2 Grad; am 4. September: morgens 20,2 Grad. Sonnenscheindauer 9% Stunden.