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Sagegen nach Bedürfnis. Anders ist es bei chronisch verlaufenden Fieberzuständen (Tuberkulose). Hier muß genügend Nahrung zugeführt werden, schmackhafte Zubereitung der Speisen, das Borsehen kleiner Mengen und das Streben nach Abwechslung werden am ehesten Erfolge erzielen.
Man glaube ja nicht, daß diese Forderungen einfach zu erfüllen sind. Längere Zeit kochsalzarme Kost bei Nierenkranken oder kohlehydratarme Kost bei Zuckerkranken doch schmackhaft und anregend zu gestalten, ist eine große Kunst. Die ärztlichen Notwendigkeiten können hier auf die Dauer nur erfüllt werden, wenn sie praktische Verwirklichung durch die freudige Erfindungskraft und die schaffende Phantasie der Hausfrau finden.
Wirtschaft.
Normaler Halbjahresausweis
-er Reichsbank.
Daß sich der H a l b j a h r s u l t i m o normal a b g e w i ck e l t hat, zeigt eindeutig der Ausweis der Reichsbank vom 29. Juni. Die Anspannung der Reichsbank zum Halbjahrsultimo ist mit insgesamt 621,4 Millionen Mark gegenüber einer solchen von 771,4 zum Ultimo März d.J. und von 726,4 am Halbjahrsultimo des Vorjahres als durchaus normal anzusehen. Dem normalen Bild des Halbjahrs- ausweises kommt in diesem Jahre eine besondere Bedeutung zu, da in ihm zugleich der Abschluß der Restriktionstätigkeit der Reichsbank, und damit die Wiederherstellung normaler Verhältnisse auf dem Geldmarkt liegt. An sich sind die Anforderungen der Wirtschaft an die Reichsbank, wie aus der Zunahme des Notenumlaufs um 795 Millionen Mark hervorgeht, nicht gering gewesen. Die Wechseleinrichtungen erreichten aber nur einen Betrag von 415 Millionen Mark, bleiben also somit im Vergleich zum Ultimo Juni des Vorjahres mit 616,3 Millionen Mark nicht unerheblich zurück; aber die Wirtschaft hot nicht nur den Kreditweg zur Reichsbank benutzt, um den Ultimo zu finanzieren, sondern von ihr sind anscheinend größere Mengen Devisen veräußert worden und zur Reichsbank geflossen. Bemerkenswert ist, daß die Reichsbank das ihr zugeflossene Gold im Betrage von 147 Millionen Mark, welches restlos aus London stammt, nicht mit Devisen aus ihrem eigenen Bestand bezahlt hat, sondern anscheinend mit den ihr aus dem bezeichneten Wege zugegangenen neuen Devisen. Denn der Devisenbestand Der Reichsbank zeigt trotz der Goldkäufe eine Vermehrung um fast 30 Millionen Mark, so daß sich die Deckungsmittel insgesamt um 177 Millionen Mark vergrößert haben, was natürlich zu der günstigen Banknotendeckung von 47 v. H. gegen 44,8 v. H. zum Ultimo Mai beigetragen hat. Auf den Grad einer wesentlichen Entspannung deutet auch die in kurzfristigen Dispositionen zum Ausdruck kommende Erleichterung hin. Die Laufzeit der Wechsel ist gegenüber der letzten Zeit wesentlich kurzfristiger geworden, und was das Wichtigste ist, die Beanspruchung des Lombardkontos mit nicht weniger als 101,7 Millionen Mark und die Erhöhung des Reichsschatzwechsclbestandes um 103,7 Millionen Mark zeigen deutlich, daß man cs oorzieht, kurzfristig zu disponieren. Hinzu kommt, daß der bestehende Lombardsatz von 8,5 v. H., an den Sätzen des offenen Geldmarktes gemessen, als billig anzusehen ist, wenn die Banken nicht ihr Wechselmaterial hergeben wollen. Nach alledem ist mit einer raschen Entspannung der Ultimobeanspruchung zu rechnen, zumal der Zustrom von Auslandgeldern, der das Maß der Anspannung der Reichsbank wesentlich beeinflußt hat, anhalten dürfte. Die Reichsbank hat bekanntlich inzwischen ihre Goldkäufe in London fortgesetzt, die Devisenrückflüsse halten an, so daß sich die Notendeckung noch weiterhin erheblich bessern dürfte. Der gesamte Zugang an Gold und Devisen seit Aufnahme der Krcditrestriktion dürfte schätzungsweise 600 Millionen Mark betragen.
Kleine saisonniaßige Konjunkturbelebung.
Nach der auf Grund von Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengesteUten Liebersicht hat der Abschluß der Pariser Reparationsverhandlungen die Sorge der Wirtschaft um die eigene Entwicklung nicht wesentlich zu mindern vermocht. Eine kleine, zumeist saisonmähige Belebung ist allerdings ein» getreten. Auch liegt ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit, der Eintritt eines gewissen Beharrungszustandes in den Zahlungseinstellungen und ein verhältnismäßig hoher Stand des Außenhandels vor, der erstmalig wieder einen Ausfuhrüberschuß von 54 Mill. Mk. ausweist, doch 1
— Einführung in d i e heimische Vorgeschichte. Von Prof. Dr. G. Blecher. 128 S. mit 130 Abbildungen und 15 Tafeln. (312) Verlag Sv. Bindernagel in Friedberg i. H. Preis 3,50 Mark. Endlich, endlich ist das Lehrbuch, das uns bisher zur Erteilung eines vollständigen Geschichtsunterrichts fehlte, erschienen. Jetzt ist es wirklich möglich, der Forderung des Lehrplans nachzukommen und Vorgeschichte in der Volksschule zu lehren. Die vorhandenen streng wissenschaftlichen Werke waren nicht brauchbar für die Hand des Lehrers. Hier aber hat Prof. Dr. Blecher, angeregt durch die heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften, eine Arbeit geleistet, die es jedem ermöglicht, sich schnell und spielend leicht in die heimatliche Vorgeschichte einzuarbeiten und sie alsbald im Unterrichte zu verwerten. Nur das zum Verständnis Wichtigste ist aus den großen wissenschaftlichen Werken zusammengetragen und sehr klar, verständlich und übersichtlich herausgearbeitet worden, so daß jeder Lehrende sich alsbald mit dem Stoff vertraut fühlen wird. Es wird leicht fallen, den Stoff in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht nur weltgeschichtlich, sondern auch, durch das angefügte Namen- und Sachregister vortrefflich ermöglicht, kulturgeschichtlich zu bearbeiten. Es läßt sich z. B. die Entwicklung der Werkzeuge, der Waffen, der Gesäße, hier insbesondere wie der Henkel geworden ist, des Ackerbaues, der Kleidung, des Handels, der Siedlungen, des Wohnungsbaues usm. in Längsschnitten behandeln. So wird die Grundlage für den weiteren Geschichtsunterricht gelegt. Der überreiche vortreffliche Bilderschmuck, der durch Epiprojektion allen Kindern gezeigt werden kann, erhöht außerordentlich den Wert des Werkes. Für den Arbeitsunterricht ist auf allen Stufen reichlich Stoff geboten. Das Werk ist eine schon lange notwendig gewesene Ergänzung, besser gesagt Voraussetzung, für unseren heimatlichen Geschichtsunterricht. Die Mitglieder der geschichtlichen Arbeitsgemeinschaften vor allen werden das Werk freudig begrüßen. Kann es doch für ihre Arbeiten wertvollste Grundlage und Stütze sein. Schon im 3. und 4. Schuljahr sollte die Vorgeschichte, in Auswahl, erläutert und belebt durch Erzählungen, der Ausgang für den geschichtlichen Unterricht sein. Hier sei immer wieder auf die vortreffliche Erzählung „Walo, der Pfahlbauer" von demselben Verfasser hingewiesen. Wer sie einmal unterrichtlich verwandt und ausgewertet hat, wird sie nicht mehr missen wollen, und sie vor allem jedem Kinde als Hauslektüre empfehlen. Prof. Dr. Blecher ist allen Lehrern Hessens, und darüber hinaus, als derjenige bekannt, der in der heimatlichen Vorgeschichtsforschung Führer ist. Er kennt nur praktische und ganze Arbeit. Wirklich Empfehlung genug für das Werk. Es sollte aber nicht immer nur von heimatkundlichem Unterricht geredet und geschrieben werden.
ist die Arbeitslosenzahl mit 746 000 gegenüber 564 000 im Sommer 1928 und rund 300 000 im Sommer 1927 noch unverhältnismäßig hoch. Eine leichte Besserung in Industrie und Handwerk läßt deshalb noch keinen sicheren Schluß darauf zu, ob die langanhaltende wirtschaftliche Depression sich allmählich zu verflachen beginnt. Solange die Geldmarktlage keine entscheidende Des- terung erfährt, dürste auch die Wirtschaftslage im allgemeinen gedrückt bleiben.
* Von der Frankfurter Börse. Vom 4. Juli ab sind 12 Millionen Mark 8-v. H.-Anleihe des Volksstaates Hessen von 1929 — auf Feingoldbasis, 1 RM. 1,2790 kg Feingold — rückzahlbar ab 2. Januar 1936 zu 102 v. H., eingeteilt in 13 Serien von je 800 000 Mark, zum Handel und zur Notierung zugelassen.
' Die Reifenfabrikation bei Opel. Die Deutsche Dunlop Company in Hanau teilt dem WTB.-Handelsdienst mit: In der Zeitungsnotiz über die Angliederung einer Reifenfabrik an den Opel-General-Motors-Konzern wird ausgeführt, daß eine Angliederung mit maßgeblichen deutschen Reifenfabriken ohne Erfolg geblieben sei, weil keines der besichtigten Werke dem modernsten Stand der Technik entsprochen habe. Demgegenüber ist festzustellen, daß die Dunlop- Werke in Hanau nicht zu den besichtigten Werken gehören, daß keinerlei Verhandlungen mit den Dunlop-Werken geschwebt haben und solche auch voUkommen aussichtslos sein würden. Gerade diese Werke dürfen mit Fug und Recht von sich behaupten, so neuzeitliche Fabrikationseinrichtun- gen zu besitzen, daß sie in keiner Weise den Vergleich mit amerikanischen Reifenfabriken zu scheuen brauchen.
* Gylo Schuhfabrik A -G., Frankfurt am Main. Rach dem Bericht konnte der Umsatz im Iahre 1928 weiter gesteigert werden; die ungünstige Witterung in den Schlußmonaten
In die Tat umsetzen! Hier ist den Lehrern ein Mittel in die Hand gegeben, mit dem sie leicht arbeiten -können. Jeder Lehrer muß dieses preiswerte Werk besitzen, zum mindesten aber gehört das unbedingt notwendige Buch in das Inventar jeder Klasse, in der Geschichtsunterricht erteilt wird.
— Fröderic C. Hill: Lincoln, der Schöpfer einer Nation. Verlag Paul List in Leipzig, mit acht Bildtafeln, Preis 8,50 Mk. — (271) Es ist begrüßenswert, daß der sehr rührige List- sche Verlag das zweifellos vorhandene Interesse des breiten Publikums für historische Biographien auch auf die uns leider im allgemeinen viel zu wenig bekannte Geschichte der Vereinigten Staaten lenkt. Dabei ist es nicht verwunderlich, daß seine Wahl gerade auf Lincoln gefallen ist, der mit Washington um den Ruhm streitet, der größte Präsident der Vereinigten Staaten zu fein. War Washington der Gründer der nordamerikanischen Freistaaten überhaupt, der die dreizehn Kolonien von den britischen Fesseln frei machte, so steht die monumentale Persönlichkeit Lincolns an der Pforte des modernen amerikanischen Staatswesens. Lincoln ist nicht nur der Sklavenbefreier und siegreiche Führer der Nordstaaten im Föderationskriege, sondern ein großer Politiker und, was noch mehr ist, ein großer Mensch, der in seinen Anfängen als armseliger Farmer, Tagelöhner und Holzarbeiter vielleicht der letzte Amerikaner alten Stils genannt werden kann, um dann über den seltsam verschlungenen echt amerikanisch anmutenden Weg des Soldaten, Schiffers, Anwalts und Abgeordneten zum Retter seines Volkes in der gefährlichsten Stunde seiner Geschichte zu werden. Das Buch von Hill ist eine sehr klare und gut lesbare Schilderung dieser interessanten Epoche der modernen amerikanischen Geschichte.
— Handbuch des deutschen Staatsrechts, herausgegeben von Gerhard Anschütz und Richard Thoma. Verlag von I. C. B. Mohr, Tübingen. Der rührige Verlag, der eine Reihe großer wissenschaftlicher Lieferungswerke soeben beendet, zum Teil noch laufen hat, hat sich entschlossen, zur Herausgabe eines mit zwei Bänden vorgesehenen Handbuchs des deutschen Staatsrechts, das als Band 28 und 29 dem Sammelwerk „Das öffentliche Recht der Gegenwart" eingegliedert werden soll. Die Verfasser haben es sich zum Ziel gesetzt, einen systematischen Ueberblitf über das gesamte deutsche Reichs- und Landesstaatsrecht nebst der darüber erwachsenen Literatur und Rechtsprechung zu geben. Unter den zahlreichen Mitarbeitern finden sich van Kalter, Graf Dohna, Giese, Grulin, von Hippel, Hübner, Jacobi, Jellinek, Koellreutter, Meinecke, Poetzsch-Heffter, Radbruch, Saemisch, Schücking, Simons, Tartarin-Tarnheyden. (Subskriptionspreis je Lieferung 2,40 Mark.)
des Geschäftsjahres brachte jedoch eine erhebliche Störung des Wintergeschäftes. Die Rückwirkung zeige sich in einer starken Anspannung aller Betriebsmittel und in den vergrößerten Warenvorräten. Letztere konnten aber im Iahre 1929 zum weitaus größten Teil abgestoßen werden. Es wurde ein erhöhter Bruttogewinn von 3182 (2485) Millionen Mark (einschließlich 30 217 Mk. Vortrag) erzielt. Andererseits stiegen Unkosten auf 2795 (1930) Millionen Mark und Abschreibungen auf 268 000 (146 000) Mk. Aus dem gegen das Vorjahr etwas ermäßigten Reingewinn von 120 199 (189 217) Mk. werden laut Beschluß der Generalversammlung wieder 6 Prozent Dividende auf 1.35 Millionen Mark Aktienkapital verteilt. 5000 Mk. dem Wohlfahrtsfonds überwiesen und 34 199 (30 217) Mk. vorgetragen. Der zur Zeit vorliegende Auftragsbestand sei günstig. Man hoffe, wieder ein normales Ergebnis erzielen zu können, zumal man günstige Auswirkungen der Interessengemeinschaft erwartet.
* Interessengemeinschaft Schneider Creusot-Westinghouse. Die französischen Werke Ereusot traten mit Westinghouse Electric in Verbindung zwecks Gründung einer Interessengemeinschaft zur Herstellung von elektrischem Material, das auf den Westinghouse-Patenten basiert. Die neugegründete Gesellschaft trägt den Namen „Le Matänel Electrique S. W.“ und ist mit einem Stammkapital von 100 Millionen Franken ausgestattet, das durch einfachen Beschluß auf 200 Millionen Franken erhöht werden kann. Präsident der Gesellschaft ist Eugene Schneider, Vizepräsident L. A. Osborne.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 3. Juli. Tendenz: freundlich. Nachdem an der gestrigen Abendbörse das Geschäft in vereinzelten Werten etwas lebhafter war, hoffte man auch zu Beginn der heutigen Börse auf eine lebhaftere Geschäftstätigkeit. Diese trat aber nicht ein,
da Orders nur in ganz geringem Umfange vorgelegen haben dürften. Die Stimmung blieb aber freundlich. Man war befriedigt, daß aus England keine neuen Goldabflüsse stattfanden. Besondere Anregungen lagen sonst nicht vor. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten zumeist Besser un genbiszul v. H. ein. Etwas lebhafter war die Geschäftstätigkeit am Montanmarkt und in einigen Elektropapieren. Buderus, Gelsenkirchen, Mannesmann, Phönix und Rheinische Braunkohlen gewannen bis zu 1 v. H. Ein etwas größerer Gewinn trat bei Mansfelder mit plus 2 v. H. in Erscheinung. Am Elektromarkt traten nur Chade-Aktien mit plus 4,50 Mark in den Vordergrund, AEG. und Siemens waren nur geringfügig gebessert. Sonst waren hier zur ersten Notiz fast kaum Umsätze zu verzeichnen. Am Chemiemarkt waren J.-G.-Farben zur amtlichen Notiz gegenüber der gestrigen Schlußbörse 1 v. H. schwächer, gegenüber der Abendbörse nur geringfügig ab= geschwächt, da sich hier schon ein leichtes Slbgleiten des Kurses bemerkbar gemacht hatte. Glanzstoffaktien konnten mit plus 2,5 v. H. ihre Aufwärtsbewegung etwas weiter fortsetzen. Am Bauunternehmungsmarkt Hoch- und Tiefbau bis zu 3 v. H. fester. Bank- werte waren bis zu 1 v. H. fester. Das Geschäft war am Bankenmarkt nicht von besonderer Bedeutung. Nur Neichsbankanteile traten mit plus 2 v. H. aus dem üblichen Rahmen. Zellstoffwerte bis 1 v. H. gebessert und etwas reger. Das Gefchäft^Iieß aber wieder zu wünschen übrig. Vor allem bildet die Ferienzeit einen maßgebenden Faktor. Renten still, Anleihen leicht nachgebend. Ausländer ebenfalls eher etwas schwächer. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft auf ein Minimum zusammen. Die Baissepartei kam wieder mit Material an den Markt, so daß die meisten Werte bei der geringen Aufnahmelust leicht nachgaben. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, da sich wieder erstmalig nach dem Halbjahresultimo eine Besserung des Geldmarktes bemerkbar macht, doch trat eine Geschäftsbelebung nicht ein, da Orders fast vollkommen fehlten. Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld mit 8 v. H. eine Erleichterung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1974, gegen Pfund 20,351, London gegen Kabel 4,8482, gegen Mailand 92,68, gegen Paris 123,98, gegen Madrid 33,85, gegen Holland 12,0760.
Berliner Börse.
Berlin. 3. Iuli. Die freundliche Stimmung des heutigen Vormittagsverkehrs übertrug sich auch äus den offiziellen Börsenbeginn. Das trotz stark erhöhter Dörsenkredite und immer noch hohen Tagesgeldsatzes feste Neuhork regte an. Besonders die Steigerung der General-Electric-Aktie um 20 Dollar beeinflußte den hiesigen Elektromarkt, zumal noch die gemeldete Transaktion Osram-General Electric nachwirkte. Auch hofft man, daß morgen eine Diskonterhöhung der Bank von England vermieden werden Fann, da diese neue Goldverluste gestern nicht mehr erlitten hat. Die Berichte der preußischen Handelskammern sprechen von einer Saisonbelebung im Iuni. Die allgemeine Lage der Wirtschaft ist aber nach wie vor gedrückt. Die Pu- blikumsbbeteiligung blieb nach wie vor gering, während die Spekulation etwas Deckungsneigung zeigte. Im allgemeinen betrugen die Kurs- besserungen 1 bis 2 v. H. Glanzstoff, Siemens, Essener Steinkohle, Rheinische Braunkohlen, Deutsche Linoleum usw. gewannen darüber hinaus. Relativ schwach lagen Stolberger Zink bei geringem Angebot und Iunghans. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer teilweise fester. Pfandbriefe äußerst still. Vorkriegs-Kommunal- obligationen blieben gesucht. Am Geldmarkt sprach man von einer gewissen Beruhigung der internatinalcn Verhältnisse. und glaubt an eine Erleichterung nach den bevorstehenden Steuerterminen. Man weist auch besonders auf amerikanische Geldangebote hin, die für längere Sicht, etwa drei Monate, Vorlagen. Auch nach den ersten Kursen blieb die Stimmung zunächst ohne größeres Geschäft" freundlich. Später beteiligte sich die Baissespekulation wieder in stärkerem Maße. Besonders am Tietz- und BMW.-Markte führte dies zu Abschwächungen von 1 bis 3 v. H. Tietz minus 5 v. H.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 3. Iuli. Tendenz fest. — Auch' heute war die Tendenz am Produktenmarkt fest. Die tpieder beträchtlich erhöhten Auslandnotierungen boten eine starke Anregung, so daß das Geschäft in Weizen- und Roggenmehl lebhaftere Formen annehmen konnte. Auch am Futtermittelmarkt bestand heute Interesse für Weizenkleie bei einer Besserung um 0,50 Mark. Es wurden notiert: Weizen25,50; Roggen23,50; Hafer, inländischer, 23 bis 23,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,50; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 36,50 bis 36,75; Roggenmehl 31,50 bis 32; Weizenkleie 12; Roggenkleis 12,50 Mark.
Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß- KurS
1 Uhr- Kurs
Schluß. Kurs
Anfang- Kurs
Schluß- Kurs
1-Uhr- Kurs
Schluß- Kurs
Anfang- Kurs
Datum
2.7.
3.7.
2 7.
3 7-
Datum
2.7-
3-7.
2.7.
3.7.
5% Dt. Reichsanlethe o. 1827 .
Dt. Anl..Ablüs^Schuld mit AuS los.-Rechten........
DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . - 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. Ufr kündbar bis 1932.......
4y,% Rheinische Hyp^Bank Stau.- Goldps............
L.E.G. abg. BorkriegS-Obligation.. rückzahlbar 1932 .......
4% Schweiz. Bundesb..Anl.. . - 4% Oesterreichische Goldrte.. . - 4,20% Oesterr. Silberne.....
4% Oesterreich, einhettl. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte......
4% Ungarische Staats!. t>. 1910 . *¥i% beSgL öon 1919.....
4% Ungarische Kronenrte.....
4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . .
4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie I..........
4% desgl. Serie 11.......
4% Rumänen conoett. Rte. . . - 4%% Rumänen öoIbanL von 1913
Alla. Deutsche Eisenbahn . . V/i Hambura-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiss.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
llllg. Deutsche Crediicmst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelvgesellsch. . . 12 Commerz und Privat-Bank . 11 Darm st. u. Rationalbank . . 12 Deutsche Bank......10
Diskonts-Gesellschaft Süd.. . 10 Dresdner Bank......10
Mitteldeutsche Ereditbaul ... 9
Reichsbank ........12
87,25
50,8
10,13
85,75
79,9
98
29,5
2,4
1,75
23
1,8
7,7
7,5
8,8
17
122,5
113
127,25
130
220
184,75
277
172,75
158
162,75
328
50,75
10,25
113,75
127,25
218,5
184,75
163
330
87,5
50,9
10
29,6
2,45
23,1
20
22,13
1,8
7,75
7,9
7,7
122,5
193,25
156 113,5 127,5
129,75
220
184,75
277
172,9
158 162,75
325,75
50,9
10,2
23,1
20
7,6
123
113,6
127,5
129,9
218,25
185
277
172,75
158
163
330,5
A.E.G............8
Bergmann..... 9
Elektr. Lieferungen..... 10
Licht und Krasl ...... 10
Fellen 4 Guilleaume. .... 6
Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10
Hamb. Elektr. Werke .... 10
Rhein. Elektr.........9
Schlei. Elektr........10
Schuckert..... 8
Siemens 4 Halske . • • • • 12
Lahmeyer 4 dLo...... • 10
BuderuS..........5
Deutsche Erdöl.......6
Essener Steinkohle......8
Geljenkircl)ener ... s. Z4 I- s
Harpencr..........6
Hoejch Eisen. ........8
Ilse Bergbau..... 8
Klöckncrwerke........7
Köln-Neuessen..... 9
Mannesmann........8
Mansseldcr.........7
Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 6
Oberjchlcs. KokSwerkc.....6
Phönix Bergbau......6%
Rheinische Braunkohlen. . . 10
Rhcinstahl . . . f. % Jahr 4%
Nicbeck Montan......7,2
Vereinigte Siahlw......6
Otavi Minen.......2 sh
Kali Aschersleben.....10
Kalt Westeregeln......10
Kaliwerk Salzdetfurth ... 16
I. G. Farben-Jndustrie... 12
Dynamit Nobel.......6
Scheideanstall........9
Goldschmidt........5
Rütgerswerke ........ 6
Metallgesellschafi. . • • . . 11
195
217
133,5
221
240
395,5
166
75
112,5
140
145
214
108,5
122,75
98,5
293
127
104,5
70,5
239
405
237,25
162
75
87,5
128,75
195,5
221
396
75,5
141
123,4
140,6
99
128
406
236,25
194,65 220,25
156
216,5
134
221,5
142
194,75
239,5
394 147,75 165,25
112,75
130,5
140
145,5
133
213,5
108,4
129,75
122,5
138,75 86,75 105,5
98,5
292,5
127
104,65
69,9
239,5
247,5
404,25
236
76 87,75 127,5
195,9 222,25
157,13
217,5 134,13
221
152
240,4 396,25
147,5
76 130 133,13
141
147,25 134
213,25
108,5 131
122,75 140,5
88,75
105,75 98,75
294,75 128,5
70,13 241 248
406,5
236,5
Frankfurt a.M. Berlin
Berlin. 2. Juli Geld Brief
Französische 'Noten..... 16,445 16,505
-Volländlsche Noten...... 167,98 168,68
Italienische Noten...... 22,01 22,09
Norwegische Noten...... 111,55 111,99
Teutsch-Oestcrr.,ä 100 Kronen 59,00 59,24
Rumänische Noten...... 2,485 2,505
Schwedische Noten...... 112,21 112,65
Schweizer Noten..... . 80,67 80,99
Spanische Noten....... 59,88 60,12
Tschechoslowakische Noten .. 12,42 12,48
Ungarische Noten....... 72,90 72,20
Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Schluß 1-UYr- Schluß- Ansang Kurs Kurs Kurs Kur«
Datum 2.7. 3-7 2.7. 3 7.
Philipp Holzmonn....... 111 — 111
Heidelberger Cement .... 10 139 — — —
Cemeni Karlstadt......8 180 — — —
Wayß 6 Freitag...... 10 — 101,75 102,75 —
Schultheis Patzenhofer ... 15 — — 304 305,9
Oftwerke......... 12 — — 244,5 246
Bcr. Glanzstoff...... 18 428 — 425 430
Bemberg..... ... 14 — — 333 —
Zellstoff Waldhos..... 12 251 — 249,5 250
Zellsross Aschaffenburg . . . 12 180,25 181,5 180,25 —
Ebarlottcndurger Wasser ... 7 — — 113,13 113,5
Dessauer Gas........ 8 — — 196,75 196,5
Daimler Motoren...... 0 58 — 58,5 57,5
Deutsche Maschinen-Iabrik . . 0 — — 51,2 5 52,25
2. Juli
3. Juli
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Bries
Geld
Brief
Ädlerwerke Kleoer ...... 6 51 52 50,25 52
Ludw. Loewe....... 10 — — 207,5 205
Rat. Automobil....... 0 — - 26.75 26,5
Orenstcin L Koppel ..... 6 — — 90,4 90,13
Leonhard Tietz....... 6 — — 242,5 240
Bamag-Meguin ....... 0 — — — —
Franks. Maschinen ...... 6 47 47,75 46 —
Gritzner......... 11 73,25 — 72,75 —
Hcyligenstaedt ....... 0 11,25 — — —
JunghanS. ...... 4 71 — 72 —
Nckarsulmer ..... 8 — — — sz,
Beters Union ........ 8 123 — 122 —
Gebr. Roeder.......1° 115 — — —
Volqt 4 Haeffner...... 8 220 — — —
Südd. Zucker........ 8 144 148,5 144 —
Banknoten.
Amst-.RoN. Buen.-Aires Brss.-Antw- Christicmia. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors- Italien. . . London. . . Ncuyork . . Paris.... Schwei, .. Spanien . • Japan . . . Rio de Jan. Wien in D - Ccft- abgest Prag . . . . Belgrad .. Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada .. Uruguay. . Eatro •. •
168,37 1,757 58,21
111,68 111,70 112,32
10,538 21,945 20,336
4,194 16,40 80,68
60,04 1,868 0,4965
58,965 12,413
7,366 73,08 3,027 18,73
81,32 2,008
5,43 4,154 4,036
20,845
168,71 1,761
58,33 111,90 111,72 112,54 10,558 21,985 20,376
4,202 16,44 80,84 60,16 1,872 0,4985
59,085 12,433
7,380 73,22 3,033 18,77 81,48 2,012
5,44 4,162 4,044
20,885
168,34 6,759 58,22
111,72
111,69
112,42
10,54
21,95
20,335
4,1935
16,395
80,655
60,22 1,867 0,497
58,95 12,41
7,365 73,10
3,024 18,73
81,35
2,013
5,425
4,156
4,036
20,855
168,68 1,763 58,34
111,94
111,91
112,64
10,56
21,99 20,375 4,2015
16,435 80,815 60,34
1,871 0,499
59,07 12,43
7,379 73,24 3,030
18,77
81,51
2,017
5,435
4,164 4,044
20,895
Berlin. 2. Juli
Geld
Brief
Eimern konische Noten ..... Belgische Noten ........
Englische Noten........
4,174
58,25
111,55
20,304
4,194
58,49
111,99
20,384


