Ausgabe 
3.7.1929
 
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Mittwoch, 3. Zuli 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ar. 153 Drittes Blatt

Aus dem Reiche der Krau

Der Weg $ur Gesundung geht durch die Küche

f) 28.6.

Heilmitteln wirklich schöner wird? Aber es

das Erleben.

»UFEHSTER

Mattion.

Waldsgatten ist 130 m

Kosmetika.

Von Franz Blei.

^örse.

Funtzpruch.) s eivas höhere Auch heutigen Frühverkehr Einen guten Eindruck :rn keine neuen Gold- landen, da sich besau.

in Aebereinkommen als Käufer zurückhielt, noch nicht zu hören. 237, Siemens 395 und

kommt ja nur darauf an, etwas hübscher auszu- sehen. Oder wie eine Frau von vierzig nur ein­mal gesagt hat: »Ich bin gar nicht hübsch. «9 tu nur so." Darauf scheint es wohl hauptsäch­lich anzukommen, um beim Manne jenen rllusro- nären Zustand zu erzeugen, in den verzaubert er behauptet, diese Frau sei hübsch, sie gefalle ihm, er liebe sie, möchte sie heiraten.

Von einem gewissen 2llter ab muh dre Frau die hohe Kunst kennen, entweder aus Schönheitsmittel zu verzichten oder sie mit einer sehr subtilen Diskretion zu gebrauchen. Versteht sie das nicht vollkommen, so wird sie schreckhaft älter aussehen, als sie wirklich ist. Dom Schmerz und der Melancholie gar nicht zu reden, denen sie erliegt, in den Stunden ihres Alleinseins und Herrichtens zu einem Kampfspiel, das für sie nur mehr eine Groteske ist. Das; man die Tochter nicht von der Mutter unterscheiden könne, das wird nur so kindliche und kindische Menschen wie die Amerikaner entzücken. Zu viel Lippenrot vernichtet die natürliche schöne Würde des Alters. Ebenso wie die natürliche Frische der Siebenzehn­jährigen grau wird unter einer Puderschicht. Aber man tanzt so viel, man tennist so viel, man schwitzt, man glänzt und so wird alle fünf Mi­nuten die Dose gezückt.

Mit dem Sterben haben sich die Menschen schlecht und recht abgefunden. Aber mit dem Altwerden sind sie immer noch nicht zurecht- gekommen, und da biegt sich der Toilettentisch unter Flaschen, Dosen, Schachteln, Apparaten, und so sitzt die alternde Frau in Angst im Heilig­tum chres angebeteten Leibes und doktert stun­denlang allein oder mit großer Assistenz daran herum. Altsein heißt heute mehr als je abge­dankt, ausgeschaltet, zum Zuschauer verurteilt sein und nicht mehr im »Betrieb" stehen, lind das ist das Entsetzlichste, was dem heutigen so sehr entseelten Menschen der Städte passieren kann. Denn das Leben, das er führte, ist weder so lustig noch so voller Freuden gewesen, als daß er nicht immer noch erwartete, es müsse erst kommen. Und so will er dafür gerüstet sein und das heißt: jung aussehen. Denn anders wendet sich das Leben ja von ihm ab und damit auch

Ernährungsbehandlung von Krankheiten.

Von Dr. W. Schtveishelmer.

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Etwas allzu pragmatistisch hat man die Par­füme, chre Erfindung und ihren Gebrauch mit Zeiten zusammengebracht, wo sich die Menschen wenig wuschen, Königinnen das Hemd nur alle vierzehn Tage wechselten (nicht nur wenn sie trauerten wie jene Isabella, deren Hemd so gelb wurde wie d« Farbe, nach der man einen Fim­mel benennt) und man am Tisch des vierzehnten Ludwig nach den Vratenstücken mit den Fin­gern griff. Gewiß spielte der dadurch etwas pene­trante Körpergeruch jener Zeiten seltenen und ungenügenden Waschens und schwerer pompöser Kleidung eine Rolle, und es entsprachen ja auch die scharfen Parfüms, wie der damals beliebte Moschus dieser ungewaschenen Zeit. Aber es dürften damals, ungestört von Denzingeruch und Kohlenstaub, die Rasen etwas robuster gewesen sein als heute. . ...

Es dürfte die Meinung falsch fern, daß die Menschen ihren natürlichen Körpergeruch, der so mannigfaltig ist wie der Mensch, durch ein Parfüm verbergen wollen. Es geht vielmehr der Wnstliche Geruch mit dem spezifischen Körper­geruch eine höchst subtile Mischung ein, die den Körpergeruch mildet, aber nicht beseitigt. So­wohl das außerordentlich große Angebot künst­licher Düfte als das besondere Wählen eines be­stimmten Parfüms dürste dem Zweck dienen, eine diskrete Vermittlung des Eigengeruches hcr- zustelleü. Rur eine dieses Zweckes ganz un­kundige Frau wird sich mit einem Parfüm so überschütten, daß man nichts sonst riecht, als auf zwei Beinen wandelndes Parfüm, womit eben der Sinn des Parfümierens aufgehoben ist. Eine Frau, die wie eine Drogerie riecht, ist ein Monstrum.

Schönheitsmittel sind Verzungungsmrt- t e l. Ihr überaus großes Angebots erklärt sich aus einer Frauenmode, welche die Fünfzigjährige noch, wenigstens was die Toilette betrifft, wie ein junges Mädchen von 20 aussehen laßt. Rur läßt die Haut, lassen die Muskeln nach. Dem sucht die alternde Frau abzuhelfen. Auch die jüngere, werm ihr Körper unter zu viel Arbeit oder zu viel Richtstun leidet. Ob man von Schön-

»Und was ist sonst zu hm? fragte der altere Herr besorgt, als der Arzt bei ihm eine Zucker­krankheit festgestellt hatte. »Von allen Dingen am wichtigsten," antwortete der Arzt, »ist die richtige Kost, die Ihre Frau Ihnen verschaffen wird. Aus der Küche wird Ihnen der Weg­weiser zur Gesundheit kommen."

Eine ganz neue Entdeckung ist es, daß der Genuß von L e b e r zur erfolgreichen Bekämpfung verschiedener Blutkrankheiten zu verwenden ist. Es ist aber nicht leicht, Leber in größeren Mengen Monate hindurch zu verabreichem Das ist aber hier nötig. Die Verordnung des Arztes läßt sich nur durchführen, wenn geschickte Frauen­hand dem täglichen Lebengericht immer neues Aussehen und verschiedenartigen Geschmack zu verleihen vermag.

3n der Tat: die richtige Auswahl und Zu­bereitung der Ernährung ist ausschlaggebend für die Bewahrung von Gesundheit, für Heilung und Besserung von Krankheiten. Die sorgende Hausfrau schafft hier mehr Gutes als hundert Medikamente und zehn Heilkuren. Denn nur auf das tägliche Leben kommt es an. Aerztliche Kuren lassen sich gewisse Zeit durchführen, dann verliert das beste Heilmittel seine Wirkung. Das Leben jedes einzelnen Tages, die Ernährung vom Morgen bis zum Abend, legt den Grund­stein zum Gesundbleiben und zur Krankheits- bC3nrUbfeten Familien befindet sich wenigstens eine Person, deren Kost besonderen Zuschnitt er­fordert. Die Frau, die für die Ernährung sorgt, mutz sich auch über die theoretischen Unterlagen des Erforderlichen klar sein. Besitzt sie Geschick, so weiß sie von diesem Grundstock aus mit leichter Mühe die übrige Kost zu gruppieren. Es soll etwa kohlehydratarm gekocht werden: Zugabe von Kartofseln wird auch die befrie­digen, die nicht an diese Kost gebunden sind. Oder fettarme Zubereitung von Saucen und Ge­müsen heißt die Losung, dann wird daS Kind, das Fett braucht, durch Extrazugabe von

Ferienausrüstung der Kinder.

Von Margret Halm.

Die Kinderkleidung zielt eigentlich dahin, bah jedes einzelne Stück so reizend und so medlnh cusgearbeitet ist, daß. bei natürlich Anverwöhnten Kindern jed^ Kleidchen ieder An- mg so lange er neu ist,für gut tad^los gehen lann. Denn schließlich A doch nichtber otoed der Kinderkleidung, cm kleines Menschenhnd her­auszuputzen, oder durch elegante Lleppigkeit hier etwas zu beweisen. Für ein ganz besonderes Fest, eine Hochzeit, ein Jubiläum nun ja. Da mag <s dann einmal besonders hoch hergehen. Sonst aber und darin pflichtet jede ver- rünstige Mutter bei. Gewiß, wenn sie ihr Klein­chen mit aus Reisen nimmt, so möchte Mutti im Hotel ein wenig Staat mit ihm machen können. Doch ist das Kind mit aller erdenklichen Sorg­falt gepflegt und sehr geschmackvoll gekleidet, so wirkt ein Kleidchen in Waschseide oder Bähst, in Leinen, Wolle oder Cröpe unter Umstanden sehr viel niedlicher als das verwöhnte Püppchen in Cröpe Satin und Spitzen. Das ist überhäuf im allgemeinen kein Kindermaterial, wenngleich wir entzückt vor einem Hängerchen aus zartrosa Cröpe Satin lavabel standen, das als Gürtel und um den kleinen Halsausschnitt von einer Kette zartrosa Blümchen umsäumt und benäht, verblüfft vor einem kleinen Stilkleid aus mattgrün changierendem Taffet, dc^, gleichfalls von Blümchen geziert, die diesmal von Taffet und Cröpe Georgette aufs feinste Ton in ~on modelliert, als Staubgefäße zartbunte Perlchen, einen Märchentraum zu verkörpern schien. Wir aber, die zu den gewöhnlichen Sterblichen uns zahlen betrachten Baumwolle, Wolle, Leinwand, Batist, Wasch- und Rohseide, und nur im äußer­sten Fall Crepe de Chine oder Georgette als die für Kinderkleidung allein in Frage kommenden Stoffe.

Die Ferienausrüstung der Kinder richtet sich ebenso wie die derGroßen" nach dem Reiseziel.

Fürs Gebirge brauchen Buben wie Mädel eine gut derbe Ausrüstung für Ausflüge und eventuelle Hochtouren. Für alle Wettermöglich­keiten sollen sie gerüstet fein. Dazu sind ein Wettermantel aus Windtuch oder Loden, em Filzhütchen mit kleinem Rand zum Schutz gegen grelle Sonne, vor allem sehr gutes Schuhwerk uni) nicht zu dünne Strümpfe, leichte poröse Wollwäsche, sowie ein Wollschal das Gegebene, ,Für das Mädel ist im Gebirge ein licht- und wasserechtes Leinenkleid modern bedruckt, für den Buben die Tiroler-Ausrüstung, ein Paar Buxen aus blauem Leinen, und Weste aus jenem grauen lederartigen Tuch, am lustigen Hosenträger mit dem Dlusenhemd und der blauleinenen Jacke be­sonders praktisch. Halbwüchsige Mädels tragen zu großen Touren unbekümmert die Breeches- Hose. Riemand nimmt Anstoß daran und dem Mädel ist's bequem. Sehr Verwöhnten hat Mama, wenn nicht gar ein dreiteiliges Sportkostümchen mit aufknöpfbarem Rock und passender Hose, eine Garnitur aus Faltenrock und Breeches mit hübsch abgestimmten Wollpullover eingepackt.

Für Gut" zur Mahlzeit im Hotel, zum Kinder­fest kommen dann noch eins bis zwei heitre Kleidchen in Frage, mit ausgeschnittenen Schuhen und Hellen Söckchen: für den Bruder ein dunkel­blauer Cheviotanzug Matrosensorm bleibt immer schön wenn er schon größer ist, eine weihe Hose. ,

Olm Meer vereinfacht sich die Kleidersrage der Kinder sehr durch den dauernden Aufent­halt am Strande. Dis zu zwölf und zu vierzehn Jahren laufen sie da möglichst einfach und we­nig bekleidet herum: in Spielanzüge oder fchlich- tefte Kittelchen, die zum Bad in einem Ru ab- gestreift und mit dem Schwimmanzug vertauscht werden können. Sehr geschickt ist es unter dem Kleid, statt Unterkleidung, den Badeanzug zu tragen, vielfach laufen sie auch nur so barm herum, er trocknet ja in Sonne und Wmd so

etwas Butter in die Suppe oder einem Butter­brot doch ohne besondere Arbeit das Zuträgliche erhalten.

Stoffwechselkrankheiten, wie die Zucker­krankheit, sind in ihrer Behandlung fast ganz von der richtigen Ernährung abhängig. Die Kost muh arm an Kohlehydraten (Zucker, Mehl, Kartoffeln) sein, zuweilen auch an Eiweih. Statt Zucker wird Sacharin zum Süßen der Speisen verwandt. Auch Kompotte und Marmeladen wer­den mit wenig Zucker oder Sacharin gesüßt. Ein eigenes, viel Luftporen enthaltendes Brot läßt eine Unterlage für Butter, Fleisch usw. gewinnen, ohne daß in Wirklichkeit viel Mehl genossen wird. Suppen und Saucen werden ebenso wie Gemüse ohne Mehl zubereitet. Es gibt eigene Kochbücher für Zuckerkranke, die eine erstaunliche Abwechs­lung ermöglichen.

Bei der Gicht handelt es sich um eine Sto­rung im Harnsäurestoffwechsel des Körpers. Harnsäurebildende Rahrungsmittel können nur in beschränkter Menge zugeführt werden. Haupt­ernährungsmittel sind Milch und Milchabkömm­linge, Eier, Gemüse und Salate, Fleisch in mäßi­ger Menge, namentlich gekochtes Fleisch, da die harnsäurehaltigen Purinstvffe großenteils in die Fleischbrühe übergegangen sind. Ungeeignet sind die zahlreichen inneren Drüsen der Tiere, wie Leber, Milz, Dries, weiter Gehirn, Lunge, CHiere, auch manche Fischarten, wie Sardinen, Hering, Hecht. Der häufig betonte Unterschied zwischen weißem und dunklem Fleisch Weißes Fleisch soll bekömmlicher sein läßt sich wissen­schaftlich nicht rechtfertigen. Bei Reigung zu Rieren st einen und anderen Steinbildungen im Körper gelten ähnliche Ernährungsgrundsätze wie bei der Gicht. Der Genuß von alkalischen Wässern kann hier manchen Ausgleich bringen.

Die Ernährungsbehandlung der Fettlei- b i g k e i t ist heute schon ziemlich bekannt, sie wird in zcchlreichen Familien durchgeführt. Butter und Schmalz, Oel und Fleischfett sind möglichst einzu- schränken, namentlich auch in Form von fetten

so kann er gleichzeitig als Strand- und Sport­mantel dienen. Ein Bademantel darf heute in der Kinderausstattung fürs Meer nicht fehlen.

Zum Landaufenthalt, zumal, wenn er sich auf mehrere Monate erstreckt, wird fast die ganze Habe eingepackt. Sport und Spiel zu Wasser und zu Lande regieren hier. Und dafür gilt es sich zu rüsten. ,

Der Bub trägt für ferne Streifzüge durch Wald und Flur, über Hecken und Bäume am besten den Tiroleranzug, von dem wir schon oben sprachen. Das Mädel trägt ein bedrucktes Kleid in möglichst derbem Stoff zur Gartenarbeit, ebenso geeignet wie zum Träumen in der Wiese liegen. Zwei hellere Wollkleider, eins vielleicht aus Kasha mit hübschem Kragen und Manschetten und eins bis zwei Kleidchen für festlichere Ge­legenheiten das genügt. Zum englischen Man­tel für Reise und Auto ist das einzig nötige Filzhütchen geschmackvoll abgestimmt. Die Jun­gens tragen Sonntags und wenn Besuch kommt, dunkelblaue Anzüge aus Tuch oder Cheviot, die Kleinen farbige Strickanzüge. Auch sie brauchen einen warmen Raglanmantel. Endlich Regen­mäntel, Windjacken, Sweaters und Pullovers mit Faltenröcken oder dunklen Hosen.

Für die kleinen Tennisspieler zwei weiße kurz­ärmelige Tenniskittel und weiße, waschbare, lange (auch kurze) Hosen und Schillerhemden.

Für alle Reisen aber und für jedes Wetter und schon vom fünften Lebensjahre ab einen Trench- I coat

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! 8 Akten von Aach Stuft.

in oft bizarrer Farbengebung, doch nicht zu auf­dringlich wirken, wenn sie in der richtigen Verar­beitung, von der richtigen Frau getragen werden.

Große malerische Strandhüte, gleichfalls aus Bast oder durchbrochenem Stroh, kecke kleine Mützen mit aufgeschlagenem Rand, sog.Bobby-Kappen", die ein Mittelding zwischen den vorerwähnten und den sog.Radio"°Kappen sind, und eine Unmenge an­derer individueller Badekäppis machen einen lusti­gen Eindruck und stimulieren die Laune am Strande.

Aber noch weiter geht die Harmonie derBade­ausrüstung". Aus weichem Frotte in aparten Ka­ros oder Tupfen werden hergestellt: der Badepaletot, der Strandschirm und die Badetasche, worin man die vielen Utensilien, deren man am Strandeun- umgänglich" benötigt, untergebracht sind, und schließlich sogar: Badeteppich, ein rechteckiges Stück Frott6, das letzte Erfüllung restlosen Zusammen­klanges ist. Das eigentliche Strandensemble: Hose und Leibchen, ist im gleichen Dessin aus Seide ge­arbeitet und auch am Badeschuh findet man das Muster des Badetepvichs wieder.

Aber, man kann sich bedeutend einfacher und bil­liger am Strande ausruben und amüsieren. Billige Kretons und indanthrenfarbene Stoffe ermöglichen dem bescheidensten Portemonnaie die Anschaffung einer Badeausrüstung, die zwar nicht gleichvollendet ist, aber, wenn sie gut paßt, von ebenfalls recht guter Wirkung sein kann.

Sehr beliebt sind auch kurze Capes aus einem neuartigen Gummistoff in gleicher Farbe wie, Schwimm-Mütze und Badeschuhe.

Auch die Gummi-Schwimmgürtel haben sich er­halten, da aus Tressen oder Leder geflochtene Gürtel im Wasser zu schwer werden und man auch am Strande den bunten Gummigürtel bevorzugt.

Das Unwesen der vielen amerikanischen Schön­heitskonkurrenzen in mondänen amerikanischen See­bädern hat einen Ueberluxus in Bade, und Strand­kostümen mit sich gebracht. Wir wollen und müssen da nicht mittun, denn noch immer gilt in der Mode das Wort, daßein Weniger mehr als ein Zuviel", und notabene gute Laune, ein heiteres Gesicht, eine nette Gesellschaft und schönes Wetter (dasgroße" Portemonnaie nicht zu vergessen) sind die beste Ge­währ für einen erfreuenden Sommer am Strande, vorzüglicher oft als das mondänste Badekostüm,

Saucen und Gemüsen. Am wichtigsten ist bis Dcrminberung der Fettzufuhr; Gemüse, Kar­toffeln und Mehlspeisen sind deshalb fettarm! zuzubereiten. Wenn man das beachtet, kann man unbedenllich zur Sättigung Brot, Kartoffeln in reichlichem Matze genießen. Don Zwischenmahl­zeiten wird man ganz absehen. Die Haupte bestandteile der Ernährung sind mageres üleisch, Brot, nicht fetter Käse, Gemüse und Kartoffeln (ohne Fettzusatz), Salat, weiche und harte Eier (Rühreier und Spiegeleier sind mit Fett zu­bereitet), Obst. Das Gesühl von Hunger darf bet den gewöhnlichen Abmagerungsbestrebungen nicht in den Vordergrund treten. Wasser kann bei Ab­magerungskuren in beliebiger Menge genossen , werden. Es soll ja nicht das Körpergewicht durch , Wasserentzug herabgesetzt, sondern überflüssiges Fett abgebaut werden. Die Behandlung über­mäßiger Magerkeit wird von all dem ge­rade das Gegenteil unternehmen, also reictstich Zwischenmahlzeiten, viel Fett in jeder Form.

Gallen- und Leberleiden lassen den Gebrauch von Gewürzen einschränken und den Fettgehalt in der Ernährung beschränken. Die Galle ist ein Hauptmittel zur richtigen Fettver­dauung: wo Störungen in der Gallentätigkeit be­stehen, wird zu reichliches Fett in der Rahrung nicht richtig verwertet, es treten Beschwerden auf. Auch der Ciweihgehalt der Rahrung soll nicht zu hoch sein. Ein besonderes Augenmerk ist bet Der Anlage der Ernährung hier darauf zu richten, daß der Darm rasch und ausgiebig arbeitet.

In der richtigen Darm tätigkei t liegt überhaupt ein Geheimnis für Gesund- und iJung- bleiben. Gewohnheitsmäßige Darmträgheit hält Stoffwechselreste zu lange im Körper zurück, sie wirken giftig auf alle Organe, es entstehen Krank­heiten und seelische Verstimmungen. Eine allzu weiche, breiarttge Kost ist auf die Dauer für den gesunden Magen und Darm nicht geeignet. Kräf­tigere Reize fördern die Darmtättgkeit. Diq Zellulosebestandteile von Gemüse und Obst, Schwarzbrot usw. wirken in diesem Sinn, aber auch die Fruchtsäuren von Obst und Honig, die Milchsäure in saurer und Buttermilch, das Fett der Butter, Zucker, reichliches Wasser tragen zup Förderung der Darmtätigkeit bei. Bei chronischen Magen-undDarmstörungen können sehr eingehende Kochvorschriften notig werden, soll der Kranke nicht an neuen Verstimmungen leiden. Gerade hier lehrt meist erst die Erfahrung int Einzelfall, was dem Kranken unzuträglich ist, und was beschwerdelos vertragen wird.

Die Ernährung bei Herzkranken wird im allgemeinen nur darauf Rücksicht nehmen, daß nicht allzuviel Flüssigkeit genossen wird und die Darmentleerung keine zu großen Anstrengungen erfordert. Kleinere Einzelmahlzeiten, wiederholt, sind manchmal einer größeren Mahlzeit vorzu­ziehen, weil der Druck des gefüllten Magens auf Zwerchfell und Herz unangenehm empfunden werden kann. Gemischte Kost, Fleisch nicht in Tiebermah, ist für Herz- und Gefätzkranke (Ar­teriosklerose) am geeignetsten.

Bei der Ernährung vonRierenleidenden kommt es zunächst auf die Feststellung an, ob Störungen in der Kochsalz- oder in der Eiweitz- ausscheidung bestehen. Milchkost ist wegen ihres geringen Kochsalzgehaltes angezeigt. Gemüse koch- salzarm zuzubereiten, erfordert Erfahrung, sonst ist der Geschmack zu langweilig. Dämpfen oder Schmoren der Gemüse mit Butter entzieht die Geschrnackstosfe weniger als Kochen in Wasser. Mehlspeisen und Obst spielen bei der Ernährung von Rierenkranken weiter eine große Rolle, Ge­würze und Fleisch treten in den Hintergrund.

Bei akutem Fieber fehlt meist Der Appetit zum Essen. Da soll der Kranke ruhig hungern, das Verlorene ersetzt sich in der Genesung in wenigen Tagen wieder. Richt den Kranken quä­len durch Aufnotigen von Speisen I Das macht mißmutig, raubt die Ruhe und belastet auch körperlich durch Speisen, die Magen und Darm nur widerwillig verdauen, soweit nicht überhaupt Erbrechen eintritt. Flüssigkeit verabreicht man

Bademoden Badefreuden.

Von Hilde Hanna Sitte-Hutter.

Es klingt wie ein Paradoxon und ist doch richtig, wenn man von der Kleidung i m Ba d e und... im Wasser spricht. Denn das, was man anzieht, wenn man ins Bad geht, verträgt, Gott behüte, nicht das Wasser. Es gibt nämlich wirklich noch immer sehr viele Frauen, die jährlich ins Bad reisen und dabei nicht mit der großen Zehe ins Wasser gehen. Und so kann man tatsächlich von einer Zwei­teilung der Bademode sprechen, von jener für das Bad und jener, die für das nasse Element be­stimmt ist.

Zum Letzteren: Die im vorigen Jahre lancierte Zweiteilung der Badetrikots hat sich teilweise über­lebt, da man herausgefunden hat, daß die Quer- streifen des bunten Leibchens, an das sich, durch einen Gürtel getrennt, die andersfarbige Badehose schloß, schlanke Frauen breit, breite Frauen noch breiter machte. Die heutige Bademode hat daher der Wiener Strickmode berechtigten Vortritt ge­lassen, die glatte Trikots mit kubistischen Motiven oder sehr vielen schrägen Streifen, die schief über das ganze Badekostüm laufen und daher die Figur strecken, vorschreibt.

Die Strandmode ist ein individuelles großes Sta­phel. Vornehm-Einfaches und extravagant Auf- fallendes hat modische Gültigkeit. Ja man kann heute sogar schon von einem Bade-Trousseau spre­chen, so reichhaltig ist die Ausstattung jener Dinge, die der Langeweile am Strande oder im Kurorte dienen. Die verschiedensten Stoffe: Streton, Crepella, matte und glänzende Seiden, Lame, Satin, Bade- Tweed, sie alle müssen dazu herhalten, schöne Frauen in mehr oder minder extravaganter Fasson zu um- hüllen. Die Hose ist fast Vorschrift für das Damen- Complät am Strande. An der Hüfte an einen Sattel genäht, bis zum Knöchel reichend, unten etwas breiter ausfallend, meist aus Seide. Ab- stechend dazu das Leibchen oder Jäckchen und bar- über noch die dreiviertellange Jacke oder den Bade- Paletot.

Der selige Bademantel aus dickem Frotts, in den man sich sorgfältig einhüllte, war zu wenig elegant, wurde unmodern und ist damit erledigt. Heute gibt es dafür katzenweiche, schmeichelnde Frottös, bafb artige Straiwstojje und viele andere NMeitep, die

rasch. Dann aber ist auch das der Kinder­kleidung sehr von Ruhen, daß der weiße See­sand kaum je ein Kleid beschmutzt. Mögen sie sich wälzen und kugeln nach Herzenslust, cur- graben und was noch mehr, kaum getrocknet klopft sich alles spurlos wieder ab.

Ünd da man am Strande mit nadten Futzch^r, höchstens aber mit Segeltuchschuhchen herumlauft, ist ein einziges Paar Halbschuhe, das auf der Äeise und abends im Hotel gerade eben zur Mahlzeit getragen wird, vollauf gen^. Vier Paar Söckchen dazu und ein paar lange Strumpfe für einen kühlen Tag. . .. . -

Zwischen acht und achtzehn Jahren tragt der Junge am Strande eine weiße Leinenhose, von einem Gürtel gehalten, und ein weiches Hemd mit offenem Kragen. Drei von jedem wird man da schon einpacken müssen. Eine Klubfade, euren Sweater oder Pullover und eine wärmere Hose und eins bis zwei Anzüge. Einen hellen für die Reise und einen dunklen zum Abend vervvll- ständigen seine Garderobe. .

Das Mädel trägt an kühleren Tagen em helles Flanell- ober Strickkleid, sowie Sweater ober Jumper zu einem Rock. Hat Mama bann noch für zwei hellefeine Kleidchen" Sorge getragen, vielleicht auch eine Klubjade erlaubt, so ist die kleine Eitelkeit sehr gut versorgt. Ein Waschhut für beibe zum Schutze gegen allzu starke Sonne. Die Sailor's Cap hat's ihnen Heuer angetan. Dem Buben sonst nur eine Reisemütze, für das Mädel ein Filzhütchen und etwa eine Helle Stroh-Cloche. Ist der Reisemantel hell gewählt, |

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