Ausgabe 
3.4.1929
 
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Wirtschaft.

Oie Ausdehnung der Elektrowirtschaft.

Die deutsche Elektrowirtschaft hat im Jahre 1928 weitere bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Trotz der abflauenden Konjunktur ist der in Deutschland von 122 erfaßten Elektrizitätswerken erzeugte Strom von 12 5 Milliarden Kilowattstun­den auf 14,4 Milliarden gestiegen. Man kann von einem Stromhunger in der ganzen Welt sprechen. Die verschiedenen Gebiete der elektro­technischen Industrie haben sich analog der Zu­nahme des Stromverbrauchs günstig entwickelt. Die Ausdehnung des Elektrogeschäf­tes ist nicht auf bestimmte Länder beschränkt, sondern findet äußerlich ihren Ausdruck auch in der zunehmenden Verflechtung der führenden Elektrizitätskonzerne. Diese Entwicklung würde bei verstärkter Kapital­zufuhr zweifellos noch schneller vonstatten gehen.

Der deutsche Stromverbrauch hat nach Schätzungen von sachverständiger Seite in den nächsten 10 bis 15 Jahren eine Verdoppe­lung zu erwarten. Der Verbrauch pro Kopf in Deutschland beträgt zur Zeit etwa 200 Kilowatt­stunden und macht noch nicht ganz ein Drittel des Verbrauchs der Vereinigten Staaten von Amerika aus. In Europa haben die Schweiz und die nordischen Länder einen erheblich größeren Verbrauch an elektrischem Strom. Seit dem Jahre 1900 ist die deutsche Stromerzeugung von 140 Millionen Kilowattstunden auf 12 Milliarden im Jahre 1927 gestiegen, die Erzeugung pro Kopf der Bevölkerung von 2,5 Kilowattstunden auf 190 bis 200. Der Ausnuhungsfaktor stieg in dieser Zeit von 7,0 Prozent auf 27,4 Prozent. Der Auf­schwung, der in diesen Ziffern zum Ausdruck kommt und die rapide Ausdehnung der Elektro­wirtschaft kennzeichnet, ist zum größten Teil der Elektrosizierung der Industrie zu verdanken. In den letzten Jahren hat sich jedoch auch der Heimverbrauch, der in Zukunft eine wachsende Rolle spielen dürfte, je mehr sich die Elektrifizierung der Industrie einem gewissen Sättigungspunkte nähert, erheblich gesteigert. Die Herstellung elektrischer Haushaltungsapparate ist im Jahre 1928 bedeutend erweitert worden.

Der Export von Bügeleisen, Heiz- und Koch­apparaten hat sich in den beiden letzten Jahren verdoppelt. Es ist eine Tatsache, daß bei­spielsweise der Dauer in Costarica elektrisch kocht. Eine weitere Verstärkung dieses Exportzweiges liegt durchaus im Bereiche der Möglichkeit. Die Gesamtausfuhr elektrotechnischer Erzeugnisse stei­gerte sich von 398,7 Mill. Mk. auf 488,6 Mill. Mark im Jahre 1928, was eine Zunahme um 22,6 Prozent bedeutet. Auf dem Weltmarkt ist allerdings mit einem zunehmenden Wettbewerb anderer Länder zu rechnen. Die Vereinigten Staa­ten machen die größten Anstrengungen, ihren Absatz auch auf dem europäischen Kontinent zu erweitern. Die deutsche Einfuhr elektrotechnischer Artikel ist mit 45,6 Mill. Mk. in 1928 im Ver­gleich zur Ausfuhr gering, weist jedoch gegenüber den Vorjahren eine Steigerung um 36,4 Prozent auf. Die Weltwirtschaft scheint zunächst für die erhöhte Produktion der elektrotechnischen Industrie noch genügend Spielraum zu bieten. Der starke Geschäftsgang der Elektroindustrie macht die weit­gehenden Investierungen des Jahres 1928 be­greiflich. Die ausländischen Kapitalmärkte find im vergangenen Jahre von der deutschen Elektro­wirtschaft mit rund 1/2 Milliarde Mk. in Anspruch genommen worden, und die Elektrowirtschaft steht damit an erster Stelle unter den deutschen Industriezweigen. Auch auf dem Jnlandmarkt sind größere Kapitalerhöhungen von Elektrogesell­schaften durchgeführt worden. Der starke Rohstoff­bedarf der Elektroindustrie ist auf die Gestaltung der Metallpreise nicht ohne Einfluß geblieben, insofern, als er die Aufwärtsbewegung in Kupfer und Blei begünstigt hat.

Anhaftende Depression -er Wirtschaft.

Rach der im preußischen Ministerium für Han­del und Gewerbe zusammengestellten älebersicht war die Wirtschaftslage im März nach wie vor schlecht. Der Absatzmarkt im D e r g- bau besserte sich zwar etwas, doch zeigten die für den Ruhrbergbau auf Veranlassung des Reichswirtschaftsministers abgefaßten Denkschrif­ten die krisenhafte Lage, die durch die Kündi­gung des Lohnabkommens seitens der Bergarbei­ter noch eine Verschärfung zu erhalten droht. Auch in der Eisenindustrie war die Nach­frage nach einigen Erzeugnissen etwas lebhafter. Für eine dauernde Besserung fehlen jedoch auch hier alle Voraussetzungen. In der Maschi­nenindustrie konnte der Rückgang der Be­schäftigung für den Jnlandmarkt durch die Stei­gerung der Ausfuhr nicht ausgeglichen werden. Die Lage der Textilindustrie war nach

wie vor gedrückt, ebenso die der Automobil- Industrie. In der elektrotechnischen Industrie herrscht starke Zurückhaltung. Die chemische Industrie konnte ihren im all­gemeinen befriedigenden Stand aufrechterhalten. Der Arbeitsmarkt lag noch sehr darnieder. Die Entwicklung des Baugewerbes uflb der Landwirtschaft wird ganz besonders durch die Lage am Kreditmärkte gehemmt, die sich trotz des Rückganges in Industrie und Handel bisher nicht gebessert hat. Die Devisennachfrage war gegen Ende des Monats besonders stark.

Oie Reichsbank Ende März.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 28. März hat sich die gesamte Kapi­talanlage der Bank in Wechsel und Schecks, Lombards und Effekten um 771,4 Mill, auf 2581,0 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 622,9 Mill, auf 2295,8 Mill. Mk. und die an Lombards um 91,4 Mill, auf 135,1 Mill. Mk. angewachsen. An Reichsschahwechseln wurden 57,0 Mill. Mk. aus dem Verkehr hereingenommen.

An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 827,5 Mill. Mk. in den Verkehr obgeflossen, und zwar hat ter Umlauf an Reichs­banknoten um 789,0 Mill, auf 4822,0 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 38,5 Mill, auf 503,6 Mill. Mk. zugenommen. Demgemäß hat sich der Bestand der Reichsbank an Renten­bankscheinen auf 11,7 Mill. Mk. vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 478,1 Mill. Mk. eine Abnahme um 50,2 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs- fähigenDevisen sind mit 2718,7 Mill. Mk., also um 4,7 Mill, höher ausgewiesen. Im ein­zelnen haben die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 31,0 Mill, auf 36,0 Mill. Mk. an­genommen, die Goldbestände dagegen um 35,8 Millionen auf 2 682,7 Mill. Mk. zugenommen, da der im Ausweis vom 15. März erwähnte Goldposten, der zur Verstärkung des Reuyorker Depots verschifft worden war, inzwischen am Bestimmungsort eingetroffen ist und daher aus den sonstigen Aktiven wieder in den Goldbestand übergeführt werden konnte.

Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 55,6 Proz. gegen 65,6 Proz. in der Vor­woche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 56,4 Proz. gegen 67,3 Proz.

Transaktionen im Linoleum-Konzern.

Die Derwaltungsgremien der im Linoleum- Konzern zusammengeschlossenen Gesellschaften, nämlich der Continental ßinoleum-ilnton Zürich, der Linoleum-A.-G. Giubiasco (Schweiz), der Deutschen Linoleum-Werke QI.-®. Berlin und der Linoleum-Aktienbolaget Forshaga (Schweden) ha­ben beschlossen, ihren alsbald einzuberufenden Generalversammlungen die Verteilung von 15 Prozent Dividende auf die umlaufenden Aktien bei reichlichen Abschreibungen vorzuschlagen.

Es wurde ferner der Erwerb der Aktienmehr­heit der Ql. 03. Rederlandsche Linoleum-Fabriek Krommenie (Holland) genehmigt, die mit einem Aktienkapital von 7,5 Millionen Gulden dem Jnteressengemeinschaftsvertrag und damit der Ge- winnpoolung beitritt. Die Aktienmehrheit dieser Gesellschaft geht in der Weise auf die Continen­tal Cinoteum-Hnion über, daß diese 2,5 Mil­lionen holländische Gulden Krommenie-Aktien von der Gesellschaft selbst und 1,25 Millionen hollän­dische Gulden Krommenie-Aktien aus der Hand der Vorbesitzer gegen Lleberlassung von Konzern- Aktien erwirbt. Der Aktienaustausch erfolgt pa­ritätisch Rennwert gegen Nennwert. Der divi- dendenpflichtige Aktienumlauf des Konzerns er­höht sich durch diese Transaktion, in deutsche Währung umgerechnet, von 42 auf 50,5 Mil­lionen Mark. Es wurde ferner der Erwerb einer starken Beteiligung an der S. QI. Remoise du Linoleum (Sarlino) in Reims durch die Continen­tal ßinoleum-ünion genehmigt. Diese Beteili­gung erfährt eine Erweiterung, indem die Con­tinental Linoleum-Llnion bei der Kapitalerhöhung der Sarlino von 70 Millionen Fr. auf 106 Mil­lionen Fr. weitere 33 Millionen Fr. neue Aktien zum Nennwert, davon 30 Millionen Fr. mit zu­nächst 25prozentiger Einzahlung, übernimmt. In Verbindung damit ist eine 50jährige Konvention vorgesehen, durch welche der Sarlino seitens des Linoleum-Konzerns, dessen Erfahrung, Mitarbeit und finanzielle Hilfe zur Verfügung gestellt wird, ein reichlicher Umsatz gewährleistet wird.

Den bevorstehenden Generalversammlungen im Linoleum-Konzern soll ferner vorgeschlagen wer­den, bei allen Gesellschaften ein einheitliches Be­zugsrecht auszuschreiben, durch das auf die um­laufenden Aktien ein Aktienangebot von 1:5 zu einem Kurs von nicht über 115 Prozent erfolgt.

Der Geschäftsgang wird im allgemeinen als gut bezeichnet.

* Zunahme der Konkurse. Nach Mittei­lung des Statistischen Reichsamtcs wurden im März durch den Reichsanzeiger 930 (im Februar 775) neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels ab- gelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 352 (335) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben.

*DieHeffiseye Landesbank (Staats­bank) in Darmstadt empfiehlt im heutigen Anzeigenteil ihre reichsmündelsicheren 8 Prozent Gold-Hypothckenpfandbriefe und 8 Prozent Gold- Schuldverschreibungen zur Kapitalsanlage.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 3. April. Tendenz: leicht er­holt. Von der festeren gestrigen Reuyorker Börse und der besseren Verfassung der Geldmarkt- Verhältnisse am dortigen Platze, wodurch die Be­fürchtungen einer Diskonterhöhung in Reuyork in den Hintergrund treten, ging eine allgemeine Beruhigung aus. Die Spekulation zeigte aber immer noch wenig Unternehmungslust, da Orders von Auslandseite nur in geringem Maße vorge­legen haben sollen. Zur Zurückhaltung mahnte auf der anderen Seite der zum Quartalsultimo stärker angespannte Reichsbankausweis, sowie die jetzt in ein kritisches Stadium tretenden Reparations­verhandlungen. Das Geschäft konnte sich aus diesen Gründen nur zögernd entwickeln. Auch das Ausland beteiligte sich nur sehr mäßig am Geschäft, was vor allen Dingen von ausschlaggebender Be­deutung für die Gestaltung des Börsengeschäftes in letzter Zeit war, da auch von dieser Seite den Reparationsverhandlungen jetzt mehr Beachtung entgegengebracht wird. Die G r u n b ft i m m u n g war jedoch freundlich, und ein gewisser Opti­mismus war vorherrschend. Gegenüber der gestri­gen Abendbörse waren bei den meisten bevorzugten Aktien zumeist Besserungen zu verzeichnen, die aber nur bis 1,5 v. H. gingen. An den Nebenmärkten traten zumeist kleine Rückgänge ein. Etwas leb­hafteres Interesse bestand am Elektromarkt für Elektrowerte. Siemens gewannen 2 v. $)., A. E. G. 1,25 v. H., Ehade-Aktien waren dagegen angeboten und mit minus 6,50 Mark stärker vernachlässigt. J.-G.-Farben 1,5 v. H. schwächer. Zellstoffwerte plus 1,25 v. H. Gefragt waren noch von Montanaktien Mansfelder plus 1,75 v.H., Rheinische Braunkohlen und Gelsenkirchen je plus 1 v. H. Schiffahrtspapiere bis 1 0. H. schwächer. Von Banken Metallbank plus 1,5 v. H., Danatbank und Deutsche Bank leicht ge­drückt. Renten still, aber behauptet. Im Verlause schrumpfte das Geschäft weiter ein, da Aufträge kaum mehr Vorlagen. Die Stimmung war lustlos, die Kurse blieben aber meistens behauptet. Rur vereinzelte Elektropapiere konnten um Bruchteile eines Prozentes anziehen. An» Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. etwas entspannt. Am Devisen­markt nannte man Mark gegen Dollar 4,2183, gegen Pfund 20,468, London gegen Kabel 4,8526, gegen Paris 124,18, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,15, gegen Holland 12,111.

Berliner Börse.

Berlin, 3. April. Während im allgemeinen an der heutigen Börse die Qlbweichungen der ersten Kurse gegen gestern Schluß nicht groß waren, fielen Rheinische Braunkohlen, Licht & Kraft, Lorenz und Feldmühle durch Besserungen auf, während Chemische Heyden, Gesfürel, Poly­phon, Derneiß Wessel und besonders Bemberg als schwächer zu bezeichnen waren. Der Anleihemarkt war heute lebhafter. Neubesitzanleihe eröffneten bedeutend höher, ohne daß man einen Grund für diese Bewegung erfahren konnte. Ausländer ge­schäftslos. Mazedonier etwas fester. Pfandbrief­markt still. Der Geldmarkt war ziemlich unver­ändert. Tagesgeld 7,5 bis 9,5 Prozent, Monats­geld 7,5 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel ohne Umsatz. Der Verlauf brachte- mehrprozentige Schwankungen. Zunächst schwächer, entwickelte sich am Elektromarkt unter Führung von Siemens, R. W. E. und Schuckert Geschäft und beeinflußte die übrige Börse. Auch Kupferwerte fanden stär­kere Beachtung. Später wurde es, vom Kunst­seidenmarkt ausgehend, wieder schwächer. Dem- berg und Glanzstoff verloren gegen Anfang je 5 Prozent.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 3. Qlpril. Q3ei minimalen Umsätzen war die Tendenz am heutigen Haupi- markt lustlos und überwiegend schwächer. Angebot bestand namentlich am Mehlmarkt. Weizenmehl mußte bis 0,50 Mk. nachgeben. Am Brotgetreide­markt lag Weizen 0,25 Mk. niedriger. Schwächer wurde außerdem Roggenkleie notiert. Es wurden notiert: Weizen 23,75 bis 24; Roggen 23 bis 23,25; Sommergerste für Drauzwecke 24; inl. Hafer 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futter­zwecke 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,50; Roggenmehl 30,25 bis 31,25; Wei­zenkleie 14; Roggenkleie 15 Mk. Tendenz: ruhig.

Ein neues Fagdpaßgesetz.

Das neue Jagdpaßgesetz vom 25. März 1929 regelt die Vorschriften über den Jagdschein. (Iagdpah.) Es tritt an die Stelle der seit­herigen, mehrfach abgeänderten Verordnung übet die Jagdwaffenpässe. Der Iagdpaß wird, wie seither, von dem Kreisamt ausgestellt, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz hat. Zur Ausstellung von Jagdpässen an Personen, die in Hessen keinen Wohnsitz haben, sind sämt­liche hessischen Kreisämter befugt. QUan unter­scheidet Iahresjagdpässe, Wochenjagdpässe und Tagesjagdpässe, letztere auf drei unmittelbar auf­einanderfolgende Tage. Die Pässe werden ent­weder auf den Namen einer bestimmten Person, oder auf den Inhaber ausgestellt. Jagdpässe aus Inhaber werden auf die Dauer eines Jahres ausgestellt, und zwar nur an Eigentümer oder Pächter in Hessen gelegener Jagden, die bereits einen auf ihren Namen ausgestellten Jahres­jagdpaß besitzen. Die Abgabe für Jagdpässe be­trägt für im deutschen Reichsgebiet- wohnhafte Personen für den Jahresjagdpah 50 Mk., für den Wochenjagdpaß 10 Mk., für den Tages­jagdpaß 5 Mk., für Ausländer 250 Mk. bzw. 50 Mk. bzw. 25 Mk. Dienstpässe sind stempelfrei. Das neue Gesetz ist am 1. April 1929 in Kraft getreten. Die vor dem Inkrafttreten des Ge­setzes ausgestellten Jagdwaffenpässe behalten ihre Gültigkeit für die Zeit, für welche sie ausgestellt sind.

Buntes Allerlei.

Raubüberfall im Hotel.

Der 34jährige Kaufmann v. Fredersdorfs, der bereits seit längerer Zeit gegen seine Familie einen Kampf um eine Erbschaft, die bis in die Zeit Friedrichs des Großen zurückreichen soll, führt, wurde \n einem Berliner Hotel ü b e r- fallen, gefesselt und geknebelt und seiner für die Prozeßführung wichtigen Akten beraubt. Fredersdorfs, der zur Finanzierung des Prozesses eine Reise mit einem Motorboot rund um Amerika machen wollte, wurde durch ein Stadttelegramm in das Hotel bestellt, wo ihm ein Unbekannter für die Ozeanfahrt kosten­los Ford-Motore zur Verfügung stellen wollte« Der Rechtsbeistand und ein Freund, die Freders­dorfs ebenfalls in baS Hotel bestellt hatte, fanden zu dem angegebenen Zimmer feinen Zutritt. Erst nach eineinhalb Stunden hörte man telephonisch Hilferufe und fand Fredersdorfs an Händen und Füßen gefesselt am Boden. Er war angeblich durch mehrere Zigaretten betäubt worden.

Handwerksberufe, die aussterben.

Das Statistische Reichsamt veröffentlicht soeben aus dem Ergebnis der letzten gewerblichen Be­triebszählung Zahlen über die deutschen Hand­werks- und Fabrikunternehmen. Aus dieser Ver­öffentlichung geht hervor, daß gegenwärtig in Deutschland 986 567 Lehrlinge beschäftigt sind. Die aufgestellte Statistik gibt daneben aber auch Auf­schluß über das Aus st erben ehemals wich­tiger Handwerksberufe. So finden wir in ganz Deutschland nur noch 73 Seifensiederlehr- linge, 64 Lehrlinge in der Glasbrennerei, 24 Kammacher-, 52 Knopfmacher - und drei Nadler lehrlinge.

Letzte Nachrichten.

70-km-Gegelflua des Darmstädter Fliegers Nehring. Darmstadt, 3. April. (TU. Lig. Drahtbericht.) Zum erstenmal hat am Dienstag der bekannte Darm­städter Segelflieger Rehring, der Inhaber des Dellrekords im Strecken-Segelflug auf einer bisher nicht anerkannten Rekordflugstrecke, einen großen S e g e l f l u g ausgeführt und damit den Beweis er­bracht, daß die D e r g st r a ß e eine durchaus günstige Segelflugftrecke bietet. Rehring flog in gerader L i n i e 7 1 Kilometer. Lr hat damit seinen bie- herigen Weltrekord zwar nicht ganz erreicht ihm fehlen noch knapp 200 Meter, aber die Bedeutung des Fluges liegt darin, daß auf einer b i s h e r n i ch k beflogenen Strecke diese Leistung vollbracht wurde. Im ganzen legte Rehring, die Schleifen und Kreise milgerechnet, fast 13 0 Kilometer zurück.

Sprechstunden der Redaktion

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

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Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

___________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent.

Frankfurt a.M. |

Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

Frankfurt a.M.

Berlin

Berlin 2. April

Geld

Brief

Schluß- Kurs

1-Uhr- Kurs

Schluß Kurs

Anfang Kurs.

Schlnb- KurS

1-Uht. Kurs

Schluß. Kurs

Anfang-

Schluß- Kurs

1-Uijr- Kurs

Schluß- Kurs

Anfang Kurs

Franzoflichr Holländische Italienische Norwegische

Noten.....

Noten......

16,49

168,41

22,21

112,08

59,07

2,50

112,20

81,11

64,09

12,425

73,15 Ärnnffitr

iejhi 169,09 22,29 112,52

59,31

2,52 112,64

81,43 64,37

12,485

73,45 t n TI?

Dalum

2.4.

3.4.

2-4.

3.4.

Datum

2-4.

34.

2-4.

3-4.1

Datum

2.4.

3.4.

2.4.

3 4-

Noten......

6% Dt. ReichSanlethe o. 1827 .

Du einU2lblöt.-<stf)ulb mit Uu6 los.'Rechten.........

Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . .

7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. Mi kündbar btS 1932.......

87.5

53,85 12,75

90

81

89,5

30,5

3 2,025

24,8 21,25 22,25

2 10,95

10,5

9

122

115 134 145,5

230 203,5 288,5

172 162 174,25

139,25 320

53,9

121,13

114,5

203,75

287,75

171,5

174,25

I 140,5

I 321,5

87,5

54

12,5

30,8

3J

24,8

21,2

1,95

11,1

10,6

10,5

18,2

122,13

199

161,5

115

134,25

145,25

231,25

203,65

289

172

162

174,25

140

320,5

54 12,8

121,6

161 114,25 134,25

232 203,75 288,75

170,5

161,75

174

141,25

321,5

A.E.G........... . #

Bergmann ......... 9

Elektr. Lieferungen.....10

Licht und Kraft ...... 10

Reiten 6 Guilleaume..... 6

Ges. s. Elektr. Untern.....10

Hamb. Elektr. Werke .... io

Rhein. Elektr.........9

180,65

228,75

224,9

145,5 239

243 409

178

80,5

132,5

137,75

221

109

118,75

137,25

94,13

297

128,5

145

239,5

243

360

254,9

91,5

96,25

181,9

223,25

243,25

402

178,75

129,5

133,5

108

139

298

129

72

243,75

253,5

171

96,25

181,9 228,75

173,9 221,5

146

239 150,5 172,25

217 243,75 400,75

160,5 179,25

80,5 129,25 132,5 133,25

138,5 129,75

221

108 127,25 119,75 138,25

91 108,25 94,75

298

129,5

149

92,9 71,75 240,5 245,5 362,5

255,25 119,5

92,13

97

182,5

230

223,9 145,6 236,5

151

172,5 216,25

244 401,5

179,6

129,25 131,75

134,5

129,75

220 108,75

128

119 139,25

108 94,75

300

129,5

72 239,25 243,75 363,5

254

92,25 97

Pytnpp Polzmann.......

Heidelberger Eeinent.... 10

Wayß & Freitag ...... 10

Schultheis Patzenhofer . . l'>

Cftrocrfe.........1-

«er. Glanzstoff......18

130

147.5

179

470,5

270,9

59

52

63,5

88

72,5

117,5

118

142

11,75

111,5

113

213

149

noten

148

132,5

272

58

117

150

29,75

133 oqq s

129,5

'301

250

472

406

272,5

194,5

120,25

220,5

58,75

53,75

53,13

225,25 34,75

597.9

294

132,5

-DCHiiaj Jueuerr . a tuu xronen Numänisclie Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten ..

Ungarische Noten.......

Slphifpnmnrft Berlin

*y2% Rheinische Hyp.-Bcmk Liqu.

Goldpf............

A.E.G. abg. BorkriegS-Obligation. rückzahlbar 1933 ......

4% Schweiz. BundeSb.-AnI.. . . 4% Lesierretchische Goldrte.. . .

4,20% Oesierr. Etlberrie.....

4% Oesterreich, einheill. Nie. . -

4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarijdre Staalsr. v. 1910 .

4'/,% deSgl. von 1913.....

4% Ungarische Kronenrte.....

4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . - 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

Serie 1...........

4% dcrgl. Serie 11.......

4% Rumänen converk.Rle. . . - 4%% Rumänen Goldank. von 1913

Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Tampssch. . . 8

Hansa Tampsschiss.....10

Norddeutscher Lloyd . .... 8 Allg. Deutsche Crcdttanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch.. . 12 Commerz» und Privat-Banl . 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12

Deutsche Bank......10

Tirkonto-Gesellschast Ant.. 10

Dresdner Bank......10

Mitteldeutsche Creditbaul. . 9

Metallbau!..... . . , 8

ReichSban! ........ 12

251,5

471,5

414,5

273,75

197,4

121

221,5

59,25

54,5

53

226,5

34

97,25

296

64

87

72

141,5

12

112,25

213

149,5

Schief. Elektr..... 10

Siemens & Halske 12 Transradio . . ....... 8

Lahmeyer & tto.. 10

Deutsche Erdöl ....... C

Essener Steinkohle......8

Gelsenkirchener . . . f.'/, I. 4

Harpener ....... 6

Hoesch Eisen. ...... ..8 Ilse Bergbau ....... .8 Klöcknerwerke ......7

ManneSmann........ 8

ManSfelder...... 7

Lberschlef. Eisenb. Bedarf. . . ü

Oberfchles. Kokswerke.....6

Phönix Bergbau......6V2

Rheinische Braunkohlen... io

Rhetnstahl . . . f. % Jahr 4% Rtebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahlw. ..... 6 Otavi Minen ....... 2 sh Kalt Aschersleben . 10 Kaki Westeregeln...... 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . . 1b

I- ®. Farbcn-Industrk... 12 Dynamit Nobel ....... 5 Scheideansiolt....... ,9 Goldschmidt ........ 6 RütgerSwerke ...... ..6 Metallgesellschast. ..... 11

Zellstoff Waldhof.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Eharlottenburger Woher ... 7

Dessauer GaS........8

Daimler Motoren ...... 0 Demag ..... 0

Adlerwerke filetier......5

Ludw. Loewe . ...... io

Nat. Automobil ....... 0 Orenstein & Koppel ..... b Leonhard Tietz ....... C Bamag-Meguin ....... 0

Franks. Maschinen ...... 6 Gritzner ......... 11 Heyligenstaedt ....... 0 IunghanS. ....... 4

Lechwerke. ......... 8

Mainkraftwerke ....... 8 Miag........ lo

Nekarsulmer ........ 8

Peters Union ........ 8

Gebr. Roeder ...... 10 B oigt 6 Haessner ......8

Südd. Zucker........8

Dank

Telegraphische Auszahlung.

2. April

3. April

Annliche Notierung 6klt> l Brie,

Amtliche Notierung

Welt»' l Brier

«mit,- 'Hott.

B,len. AireS Brss.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helnngfors. Italien . . . London. . . Neupork . . Paris.... Schweiz . .

Spanien.

Japan . . . Rio de Jan Wien inD° Oest. abgest Prag Belgrad . . Budapest. . Bulgarien Lissabon . . Danrig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . .

163,77 1,769

58,485 112,29 112,21

112,44 10,591

22,06 20,439

4,212 16,46 81,03 63,58 1,874 0,4985

59,11 12,464

7,393 73,37

3,041 18,93 81,72

2,066 5,465 4,188

4,240 20,973

169,11

1,773

58,605

112,51

112,43

112,66

10,611

22,10

20,479

4,220

16,50

81,19

63,70

1,878

0,5005

59,31

12,484

7.407 73,51 3,047

18,97 81,88

2,070 5,475

4,196 4,249

21,002

168,80 1,771

58,50 112,31 112,24 112,47 10,593

22,05 20,443 4,2130 16,465 81,065

63,59 1,880 0.498

59,21 12.47

7,397 73,40 3,042 18,85 81,77 2,063

5,455 4,186 4,266

20,973

169,14 1,775 58,62

112,53 112,46 112,69 10,613

22,00 20.485 4,2210 16,505 81,223

63,71 1,884 0,500

59,33 12.49

7,411 73,54 3,048 18,89 81,93 2,067 5,465 4,194 4,274

21,013

Berlin, 2. April

Held

Brief

'.'unentannetje Noten.....

Belgische Noten ........

Dänische Noten ........

Englische Noten........

4,204

58,33

111,93

20,405

4.224

58,57

112,37

20,485