Ausgabe 
3.4.1929
 
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Mittwoch, 3. April 1020

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Nr. 77 Drittes Blatt

Aus dem Reiche der Frau

nnbere Kräfte zu gewinnen, um

Schleife. Eine gute alte Mkannte mit einem neuen Gesicht. Sie verändert völlig umgestaltend die Silhouette der Frau. Und wenn die warmen Lage kommen, wird man plötzlich an Stelle der nüchternen sachlichen Erscheinungen anmutige weibliche" Frauen sehen. Die Schleife herrscht. Bald ist sie eine Schärpe, bald ist sie eine An- Häufung von Schleifchen, die in kurzen Abständen untereinander sitzen, am Oberteil des Kleides beginnen, am Rockfaum aufhören. Jede Blende endet in einer Schleife. Sie sitzt am Aermel und bildet feinen Abschluß. Sie zeigt sich am Gürtel, und variiert ihn irgendwie. Die Einsätze sind ohne Schleifen kaum denkbar. Und auch die Lingerie­krägelchen wollen sich diesen Aufputz nicht ent­gehen lassen. Immer ist die Anordnung der Werte des Rockes ausschlaggebend für den Stil des Kleides. Als der männliche Einschlag in der Frauenkleidung Richtlinien gab, waren die Röcke eng oder die Falten wurden so eingesetzt, daß sie sichtbar nicht in Erscheinung traten. Run hat sich das alles geändert. Die Faltengebung ist weicher und offensichtlicher. Plissees sind, werter beliebt, wohl, weil sie hauptsächlich den iugend- lichen Eindruck vermitteln. Daneben erschernen Schößchen, Volants und die graziöse Tunika. Demzufolge werden die R v ck e e t w a s l a n g e r Roch nicht lang. Aber sie reichen unbedingt bis über das Knie. Für den Nachmittag und für den Abend bedecken sie rückseitig die halbe Wade. Das lange Abendkleid, dessen Enden dre Knöchel erreichen, wird trotz aller Gegenströmungen ernr- qcr Modeschöpfer nicht von der Bildfläche ver­schwinden. Doch sollen die Längenterle nie anders als aus durchsichtigem Gewebe gefertigt fern. Man bedient sich hierzu des Chiffons, des Geor­gettes des Tülls, der Spitze. Lang herabrecchende

in etwas Butter und einem Eigelb abgerührt mit Solz, etwas Pfeffer und gewiegter Petersilie nach Geschmack gewürzt mit mehligen Händen zu kleinen Würstchen geformt. Auch mit Salat ser­viert und wenn man will doch es muh nicht sein noch einem Rädchen Wurst.

So könnte man noch weiter fortfahren, billige und doch hübsche Abendgerichte zusammenzu­stellen, die sehr dazu beitragen, die abendliche Stimmung im Familienkreise zu erhöhen.

Leben lang Handlangerin bleiben oder aus.dem Hause gehen will, muh sich diesen Borschriften fügen, genau wie die Putzmacherin, die Friseuse und andere. Soll man dies mit Freude oder mit Bedauern begrüßen? Eine Erschwerung des Le­benskampfes bedeutet es in jedem Falle wenn es auch eine Höherwertung des Handwerks und der Frauenarbeit im allgemeinen genannt wer­den kann.

Da hätte ich mit den Schneiderinnen. Putz­macherinnen, Friseusen, den selteneren Schmie­dinnen und Schlächterinnen schon eine gai^e An­zahl von weiblichen Handwerkern aufgezählt, Ve­nen man heute begegnet. Außerdem erfreuen sich die Buchbinderei und die Buchdruckerel noch ziemlich starten Zuspruchs von feiten der Erwerb suchenden Frauen. Mchbindereikursc haben ein­zelne Gewerbeschulen, wie z. B. das Lettehaus. schon vor längerer Zeit eingeführt. Schuhmacherei treiben seltsamerweise nur wenige Frauen. Dafür ist das Kunsthandwexk besser vertreten. Die Uhr­macherei. die Photographie, die Goldschmiedekunst. die Kunsttischlerei und die Holzbildhauerei schei­nen sich für Mädchen ganz hervorragend zu eignen. Eine Schule für Holzbildhauerei und Kunstschniherei besteht seit Jahren m Warm- brunn im Riesengebirge und nimmt auch Mäd­chen als Schüler auf, beschäftigt selber werb­liche Arbeiter und vermittelt Stellen. Am we­nigsten anzuraten für Unbemittelte scheint das Goldschmiedehandwert - sofern die Goldschmiedin nicht auf Selbständigkeit verzichtet und als Ge- sellin in einer großen Fabrik oder Werkstatt ar­beiten will. Selbständige Handwerkerinnen wer­den am ehesten in kleineren Städten ihr Fort- kommen finden, wenn sie nicht etwas Anlage­kapital anwenden und ihrem Handwerk em etwas künstlerisches Mäntelchen umhängen können. Dann hat das Handwerk auch heute noch einen goldenen Boden. Für ein Mädchen freilich wird die Be­schäftigung mit einem Handwerk, wenn dieses seinen Reizungen und seiner Begabung ent- spricht, mehr Lebensbesriedigung bieten als ein Amt, denn die bildnerische Arbeit mit der Hand und der Phantasie liegt dem weiblichen Wesen näher. ,

Solch ein Handwerk zu lernen, nun. das kann man als Mädchen genau auf demselben Wege wie der Knabe. Erst die Schule je nach dem Geldsack, der Befähigung und dem erwählten Handwerk. Bolts-. Mittelschule oder Lyzeum, möglichst bis zu Ende besucht, dann die entspre­chende Lehrzeit in einer größeren, als leistungs­fähig betannten Werkstatt, daneben Fachschule; dann Gesellenstück und Meisterprüfung und es wird der fleißigen Handwerkerin nichts sch-' len. ob sie nun Gärtnerin. Goldschmiedin. Tisch­lerin, oder Barbierin oder Wäscherin ist.

Was sott man nur immer am Abend kochen?

Von Margret Halm.

überdeckt werden. ..... , <

Sehr hübsche Abwechslung auch bildet warmer Reis mit Tomatensauce übergossen und mit geviertelten harten Eiern rund um Die Schüssel besetzt mit grünem Salat serviert. Oder aefülltePfannkuchen aus übrig gebliebe- siemSpinat,sowie Blumenkohl mit H u 6 r et Kartoffeln und Salat. Sehr schmackhaft auch in bcifieni Fett gebackene K a r t o f f e l c r oq u e t - tes aus einer Masse von Kartoffelbrei, den mm;

weil die optische Bildwirkung der Frau unterstrich. In dem Vormittags-

Oie frauliche Silhouette verändert das Modebild.

Don Ruth Goeh.

Mädchen und Handwerk.

Don Florentine Gebhardt.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen!" Wann hätte dieses Wort mehr Gültigkeit gehabt, als in unserer Zeit? UnD wem gilt es mehr, als denen, die durch ihrer Hande Arbeit sich dies Brot erwerben müssen? Frei­lich hat es immer eine große, große Zahl von Mädchen und Frauen gegeben, die dies ,hr Leben lang tun mußten. Dann kam jene Bewegung, die durch die Rotwendigkeit hervorgerufen wurde, und die wir dieFrauenbewegung" nennen, und erschloß dem weiblichen Geschlecht noch andere, geistiger Arbeit bedürfende Berufe, Veamten- laufbahnen verschiedener Art neben den haus­wirtschaftlichen Erwerbszweigen. Aber dm srau hat nun einmal ganz besonderes Geschick im Gebrauch ihrer Hände, und so ist es kein Wun­der, daß jetzt tnehr und mehr auch Frauen sich dem Handwerk zuwenden. Im Grunde genommen muß man sich nur wundern, daß dies nicht schon längst geschah. UnD genau betrachtet, hat es ja auch schon immer Handwerkerinnen ge­geben was sind Die Schneiderei, die Putz- macherei. dies besondere Gebiet weiblicher Er­werbstätigkeit. denn anderes, als ein Handwerk- Lind wie manche Handwerkertochter hat auch schon früher in Rot- und Krankheitsfällen Dein Vater in der Werkstatt geholfen, wie manche Witwe das Handwerk des verstorbenen Gatten selbständig fortgeführt hat! Niemand, hat ,ich darüber verwundert und aufgeregt. Heutzutage freilich muß ja alles besonders gebucht und ver- öffeiitlrcht werden. Lind so sind die ganz ab­sonderlichen Fälle von weiblichen Schmieden und Schlächtern, von denen zuweilen die Zeitungen berichten, genau besehen, auch nichts Neues denn jene setzen auch nur das Gewerbe des Va­ters des Gatten fort. Rur ein Unterschied, und freilich ein sehr großer, besteht zwischen Den Handwerkerinnen von heute und einst jetzt darf fein Mädchen, keine Frau das Hcmdto^i selbständig betreiben, ohne vorher die gesetzliche Lehrzeit durchgemocht, die Gesellen- und even­tuell Meisterprüfung bestanden zu haben. Auch die Schneiderin der Zukunft, wenn sie nicht ihr

Ehe und Beruf

Don Luise Scheffen-Oöring.

und nach Geschmack etwas Sardellenpasta pikant gewürzt, mit Oel verrührt und gewiegter Peter­silie abgerührt. In diesem Falle streicht man nun das Innere der ausgehöhlten Tomaten gleichfalls durch ein Sieb und verlängert die Farce durch das gewonnene Tomatenmark. Eihälften und To­maten werden nun beide mit der gleichen Farce gefüllt und hübsch mit Grün verziert gereicht.

Eine andere Art gefüllter Tomaten die ebenso als Abendgericht, tote auch einmal als Borspeise gereicht werden kann: hier rechnet man etwa auf drei Tomaten zwei hartgesottene Eier Die teilt man mit dem Eischneidemaschinchen in dünne Scheiben, welche man mit einer Ma­yonnaise übergießt und füllt sie in die rohen Tomaten ein, welche man auch als Körbchen schneiden kann. Wieder bildet reichlich frische Petersilie, vielleicht noch ein paar Zitronen­scheibchen eine appetitliche Plattengarnitur.

Gin warmes Eigericht, sogenanntverlorene Eier", bereitet man. indem man die ganzen Eier Über sprudelndem Salzwasser aufschlagt sie hineinwirft, abkocht und sie mit dem Siebloffel aufgefangen auf geröstetem Brot mit etwas ~o- matenfauce übergossen reicht oder m rohe To­maten eingefüllt oder aber in Ragouttopfchen, welche man noch kurz mit einer Kasedecke in der Röhre überkrustet.

Käsesalat aus fein geschnittenem oder ge­schabtem Schweizerkase, Eiersalat aus ge­schnittenen harten Eiern oder W u r st s a l a t aus Kochwurst oder Leberwurst hergestellt, alle an­gemacht wie jeder grüne Salat sättigen sehr und bilden für viele trotz ihrer Einfachheit em äußerst pikantes Abendgericht.

Auch einige Aufläufe sind als Abendmahlzeit sehr zu empfehlen. Berschiedene Käseauflaufe welche man nach bewährten Rezepten bereitet und im Ofen aufzieht, sog.französische Kartoffeln", hergestellt aus abgekochten m Scheiben geschnittenen Kartoffeln und harten Eiern, welche man gut untermengt, mit Butter­flöckchen durchsetzt und mit pikanter Kasekriiste Überdeckt in Der Auflaufform aufzieht.

Nudelauflauf oder Makkaroni eine Lage Nudeln, eine Lage Schinken oder eine Lage Makkaroni oder Reis und eine Lage Fleisch- reste wobei Nudeln, Makkaroni oder Reis stets den Abschluß bilden und mit einer Kasekruste

menft. Die Ränder sind großflächig, bewegt und unsymmetrisch. Der Kopf so großmaschig gefloch­ten. daß das Haar durchschimmert. Blumen, Bän­der', Radeln ergeben die Garnituren. Bastgeflechte werden mit Rohseiden zusammen verarbeitet, wo­bei Hell und Dunkel einander gegenüberstehen. Oft erinnern Die Hüte Der neuesten Mode an einen Gartenhut unserer Großmütter, der uns aus Familienbildern her bekannt ist. Sie haben wie diese etwas Gemütliches und Anhei­melndes. Aus der Erinnerung ebenso gut bekannt ist das Tuch. Ueberall Schals überall Tücher. Zuweilen wiederholt sich in ihnen das Muster und das Material des Aufputzes. Selbst der Schleier wird wieder hervorgeholt, er soll Der Frau das Verhüllende schenken, auf das sie solange verzichten mußte. Dom Hutrand flattert er herab und reicht bis zur Rase. Oder er hegt wie ein duftiger Hauch um den Kopf des Hutes und hängt dann nur einige Zentimeter über Die Krempe. Die frauliche Rote in Der Mode wendet sich vom Girltyp vollkommen ab. In die Hand Der Frau ist gegeben, sich in das neue Bild ein­zufügen. Es wird ihr nicht schwer werden, es ist Der GrunDzug ihres Wesens, Frau zu sein unD Frau zu scheinen. Weg mit Den Fanatikerinnen Der überschlanken Linie. Sie brauchen nicht mehr zu hungern. Die neue Mode verlangt Rundlich­keit, Molligkeit.

Eine berufstätige Frau, die eine Ehe eingeht, und ihren Beruf ausgibt, vertauscht Damit non Den Beamtenfrauen abgesehen wirtschaftlich eine sichere gegen eine unsichere Position. Wird der Mann leidend, verliert er seine Stellung, stirbt er, wird die Ehe geschieden, immer steht sie zu­nächst einem Nichts gegenüber, und gerade bei Der Ueberfüllung unseres Wirtschaftslebens wird ihr die Wiederaufnahme der Arbeit in vorgerückten Jahren äußerst erschwert sein. Die Gefahr, daß sie Dann ihrerseits der Gemeinschaft irgendwie zur Last fällt, ist ernst zu nehmen und niemand, Der auf diese Fälle hin einmal seinen Bekanntenkreis ansieht, wird behaupten wollen, daß es sich hier um Ausnahmeerscheinungen handelt. Von hier aus verstehen wir daher sehr gut, daß alle Frauen bei der Eheschließung den Wunsch haben, wenigstens m einer losen Verbindung z. B. durch gelegentliche Vertretung oder irgendwelche Teilarbeit mit ihrem bisherigen Berufsarbeitstreis zu bleiben. Hinzu kommt als weitere Schwierigkeit, daß es

Mit einem Schlage hat Die Mode ein anderes Gesicht bekommen. Sie macht keine Zugeständnisse. Unbeirrt geht sie ihren Weg, in Der lieber« zeugung, Daß ihre Anhängerinnen sich fugen müssen. Im Gegensatz zu Den sachlichen Schnitt­formen Der letzten Zeit ist die Mode weiblich fraulich geworden. Die eckigen, geometrischen Fi­guren verschwinden, an ihre Stelle tritt Die gra­ziöse weiche Garnitur. Mit Dem WortLin­gerie" ist das Duftige, Rieselnde. Zarte charak­terisiert. Es sind meistens niedliche, kleine weihe Krägelchen, es sind Spitzen und Tollfalten, Vo­lants und Manschettchen, die unter diesem Namen segeln. Oft kommt noch eine Weste dazu. Sie hat jedoch nichts von Dem Herrenmähigen, Das man sich Darunter vorstellen könnte. Aus feinstem Ge­webe Georgette, Batist oder Spitze ziert sie das einfarbige und das bunte Kleid. So wie das Gewand zur Frau gehört, gehört die Lingerie zum neuen Kleid. Vielfach sind es kostbare De­tails Die sie erstrebenswert machen. Man versieht sie mit echten Spitzen, mit handgenähten Säumen, kleinen eingestickten Mustern, kurz es ver­einigt sich alles hier zum Wesen Der Eleganz. Ein weiteres Attribut der weiblichen Rote ist Die

Wer kennt Den tiefen Seufzer nicht, Die bange Akraae jeder Hausfrau:Was soll man nur immer am Albend geben? Alle Tage Kaltes? Ein wenig Wurst, ein wenig Käse mit Kartoffeln ober nur mit Brot!" Der Norddeutsche hat sich daran gewöhnt und taut gedankenlos allabendlich Die kalte Stulle. Er weih kaum noch, was er ver­zehrt Wir aber möchten gerne Den Abendtisch zu einer Stätte der Erholung gestaltet und so­weit es in unserer Macht (sprich Geldbeutel) liegt, Durch Das, was wir dem Gaumen anzu- bieten haben, in Das ErholungsstunDchen auch ein wenig Freude tragen. Das heißt nun abso­lut nicht, daß wir besondere Ausgaben machen müssen. 2m Gegenteil! Gerade für Den Abend läßt sich so vielerlei bereiten, Das nahrhaft und chmackhaft zugleich und Doch nicht einen Pfennig teuerer ist, als Das Cwig-Wurstig-Kalte.

Die beliebtesten AbenDgerichte entstehen aus Resten welche Die Hausfrau in geschickter Form zu verwenden weiß. Längst hat sie errechnet wieviel vorteilhafter es ist. zu Mittag reichlich cinzukaufen, so daß genügend übrig bleibt, um aus dem Rest das Abendbrot noch zu bestreiten. Zumal aus F l e i s ch r e st e n lassen sich ganz vorzügliche kleine Abendgerichte Herstellen In der Regel wird man Das Fleisch in kleine Stück­chen schneiden oder mahlen, um die Möglichkeit zu haben, durch ein geweichtes Drot^en, em El etwas Mehl das Vorhandene billig zuver- länaern Diese Farce kann nun mit Salz uno Pfeffer gewürzt, in Muscheln oder Ragouttopfchen eingefüllt und mit einer pikanten Kruste von ge­riebenem Käse, etwas Semmelbrosel und Zitronen­geschmack im Ofen aufgezogen werden. Will man Die Masse verfeinern, so unterzieht man ihr ein paar klein zerhackte Pilzchen. Ebenso, wie die Muscheln oder Töpfchen werden ausgehohlte To­maten, Gurken, Kartoffeln oder weiße Düben mit Fleifchfarce gefüllt und in einer Kasserolle dicht gesetzt mit etwas Brühe von aufgefülltem Tomatenmark gedämpft. ___ _ _ , .

Fischreste lassen sich am Albend ebenso in Muscheln eingefüllt und mit einer Kasekruste aus gezogen oder auch als Fischsalat servieren. .

Hat mau von Mittag keine Reste übrig, jo lassen sich vor allem aus Eiern sparsame uno doch sehr beliebte Abendgerichte bereiten. Mil großer Freude wird eine Platte mit ^ssischen Eiern und kaltgefüllten Tomaten begrüßt. Sie herzustellen wird auf jeden Kopf ein Ei harte gesotten, das Gelbe glatt verrührt oder durch ein Sieb gestrichen, mit Salz und Pfeffer, Sens

kleid tritt trotz des Sportlichen und Schlichten Das Feminine in Der Mode hervor. Die Jumper inD handgestrickt und haben aparte Farbzu- ammenfteUungen. Man ist in dieser Hinsicht durchaus nicht kleinlich, sondern mischt rot und gelb mit grau und grün, und dieses Experiment gelingt, weil das Muster gütige Beihilfe leistet. Auch in Den maschinell hergestellten Exemplaren legt man auf Farbenfreudigkeit und schöne Zeich­nungen großen Wert. Der Gürtel ist in die Taille verlegt worden. Obgleich das Oberteil des Kleides legerer ist, modelliert der Schnitt die Form des Körpers und besonders den Einschnitt in Der Taille, lind gerade das ist typisch für das Frau­liche in der Mode. Der R o ck hat Plissees. Keller- falten, seitliche oder vorder- und rückseitige sal- tengruppen. Zu jedem Kleid das Jäckchen. Kleine zierliche Gebilde, in allen Farben Pran­gend. Sie bedecken das Kleid wenig und kom­plettieren es dennoch. Besonders bann, wenn es ärmellos gearbeitet ist. Am Jäckchen wie auch am Kleid und Mantel Hohlnähte. Zuweilen wiederholen sie sich an Den Hüten. Das Stroh 'ift locker porös. UnD Die Tatsache, daß in Der kornmenDen Saison fast ausschließlich Stroh- h ü t e getragen toerDen. ist eine weitere Beweis­führung für das Vorhandensein Der weiblichen IDee in der Mode. So sind Die Strohformen schmeichelnd, malerisch, stets das Gesicht einrah-

Die veränderte Stellung der Frau bedingt eine Neuordnung und Neuformung der ge» sellschafllichen Anschauungen, um deren end­gültige Gestaltung mir heute noch ringen. Einen wertvollen Beitrag zur Lösung die­ser Aufgabe bietet Verfasserin in ihrem eben erschienenen BucheFrauen von heute", dem wir die nachstehenden Ausführungen entnehmen. (272 Seiten. In Leinen 6,50 Mk. Verlag von Quelle 8-Meyer, Leipzig.)

Kinder von größter Wichtigkeit, daß die Geldmitt^ nicht zu beschränkt sind, und da kann in einem Stock außerhäuslicher Berufsarbeit der Mutter auch fur gewissenhafte Eltern die einzige Möglichkeit Der Verbesserung ihrer Einnahmen gegeben sein.

Das Ringen um die Frage Ehe und Beruf pat in dem Kampf um dasZölibat der Beamtin eine besondere Zuspitzung erfahren, und die hier ge­troffene Entscheidung ist auch von besonderer Be­deutung, denn mit Recht empfängt alle Pttoate Regelung von Dem staatlichen Vorbild ous^afl* gebende Antriebe. Nachdem im Artikel 128 der Ver­fassung feftgetegt worden war:Alle Staatsbürger ohne Unterschied sind nach Maßgabe der Gesetze und entsprechend ihrer Befähigung und ihren Lei­stungen zu den öffentlichen Aemtern zuzulassen. Alle Ausnahmebestimmungen gegen weibliche Be­amte werden beseitigt", war durch Artikel 14 der Personalabbauverordnung, der die verheiratete Be­amtin auf vierteljährliche Kündigung setzte, Die Gleichberechtigung der Frau sehr eingeschränkt wor­den, und diese Einschränkung ist auch im August 1925 trotz des einmütigen Protests Der Frauen aller Parteien aufrechterhalten geblieben. _ __

Die Frage hat aber auch im Blick auf Die Ho­milie ihre zwei Seiten. Wenn Helene 2 a n g e Darauf hinweist, daß es unter Den heutigen Lebens- beDingungen Der bevölkerungspolitisch und volks- moralisch gesundeste Weg ist, wenn junge Ehen aus der Grundlage der Arbeit von Mann und rau begründet werden und wenn die Frau ihren Beruf so lange behält, bis die ersten wirtschaftlichen Schwierigkeiten Der Haushaltsuhrung überwunden sind, bann deckt sich diese Anschauung mit der eines männlichen Abgeordneten, der bei der Verhandlung über das Gesetz ausführte:Wir wollen die Auf­rechterhaltung Der Ehe. Wir wollen es ermöglichen, daß man zur Ehe schreiten kann. Wir wollen Die Möglichkeit geben, daß Beamte und Beamtinnen mit verhältnismäßig noch schmalem Anfangsgehalt genau so gut einen Ehebund eingehen können, wie es etwa bei einem Arbeiter oder einer Arbeiterin oder zwischen Angehörigen freier Berufe Der Fall wäre Hier aber verbietet oder verhindert man Dau und führt dadurch im Gegensatz zu einer verstän­digen Bevölkerungspolitik ungel)eiierliche Gefahren und Mißstände herbei." Aber wenn das Zölibat der Beamtin zweifellos Die Entstehung eheahnlick)ev freier Verhältnisse begünstigt, so ist es andererseits nicht gut möglich, daß ein Staat, Der Die iza mitte in neuer Weise wertet, einer Familienmutter die volle Berufsarbeit einer Beamtin zu weist. Auch die Berufsarbeit Der verheirateten Beamtin birgt in sich Die Gefahr Der gewollt kinderlosen und kinderarmen Ehe und die Möglichkeit für eine Beamtin bei Eheschluß und Ausscheiden aus Dem Staatsdienst eine AbfinDungssumme oder eventuell ein Ruhe­gehalt zu erhalten, gibt ihr vor allen anderen Be­rufen schon eine besonders günstige Stellung. Ob es möglich ist, auch innerhalb des Staatsbetriebes elastische Lösungen zu finden, z. B. Halbtagsarbeit einzuführen, erscheint sehr zweifelhaft

Es liegt in Der Natur der verwickelten Frage, Daß mir heute nicht imstande sind, eine vollbefriedi- qenbe Lösung zu finden. Einer Frauengeneration von morgen, die das Berufsleben und feine Werte kennt die aber andererseits von neuem Willen zur Mutterschaft erfüllt ist, wird es obliegen, hier Schritt für Schritt den gangbaren Weg zu erar­beiten, von uns heutigen wird man nur fordern müssen, daß mir ohne vorgefaßte Meinung nach irgendeiner Seite hin an die Dinge Herangehen, wobei Der verantwortungsbewußte Dienst an der Gemeinschaft das einzig feststelsendc richtunggebende Ziel unserer Entscheidimgen ist.

ihrer Arbeitskraft für andere Arbeiten frei zu machen. Diese Freizeit Der Familienmutter für ge­sellige, künstlerische ober ehrenamtliche Betätigung zur Verfügung zu stellen, gilt als Das schönste Vor­recht der Ehefrau Der finanziell gut gestellten Schicht und es beDeutet auch für viele Frauen, persönlich angesehen, eine iDeale Lösung. Aber leider ist alle diese Betätigung wirtschaftlich völlig unproduktiv und bringt dadurch nicht nur die Ehefrau Dem intensiv beru lich arbeitenden Mann gegenüber leicht in eine chiese Lage, sondern steht bei unserer heutigen Wirt chastslage für sehr viele Ehen außer­halb der Diskussion. Der harte Lebenskampf, das fehlende Kapital, macht es für manches Elternpaar, gerade, wenn es sich nicht auf ein Kind beschränken will, heute zu einer ernsten Gewissensfrage: wie und wo kann die Frau ihre Arbeitskraft möglichst nutzbringend mit einsetzen, und in den zaghaften jungen Ehen, wo es gilt, für Das Erscheinen Des zweiten und Dritten Kindes alle Wege zu ebnen, kann neben Der Eiternsck-aftsversicherung auch em Stück beruflicher, befolDeter Arbeit für Die Ehefrau eine Lösung darstellen. Einmal sollten wir Der Heimarbeit Der Frau in diesem Zusammenhang unsere besondere Aufmerksamkeit zuwenden und sie als eine glückliche Lösung Der Bereinigung von Be­ruf und Mutterpflicht in neuer Weise zu beleben suchen, und Dabei kann auch alle literarische unD unterrichtliche Tätigkeit zu einem Stück Heimarbeit werden. Aber auch Der Gedanke außeihauslicher Halbtagsarbeit" verdient Erwägung. Nicht gerade als ideale Lösung! Für eine Mutter ist jede regel­mäßige Trennung von ihrem Kinde vom Hebel, besonders in kranken Tagen des Kindes, und jede Mutter weiß, wie bei mehreren Kindern, auch-Schul­kindern, Die AnforDerungen an sie von Jahr zu Jahr wachsen unD was es für die Kinder bedeutet, wenn Die Mutter ihren vielerlei BeDürfnifsen frisch kann. Aber Darüber

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