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Nachdruck verboten.

des Tischtelephons rih.

sprach französisch,

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Eie sind doch zu Hause, Graf? lassen Sie sich dann nicht hören?"

die Stimme diese Woche

seiner Kehle

Cher ami, ich denke noch erlegen."

Er vermochte entpressen.

15. Fortsetzung.

Lösegeld zu

Antwort zu Warum

Wann kommen Sie?" stieß er heraus.

Ich überlasse es Ihnen, Tag und Stunde bestimmen."

Dann am Sonntag!"

Ia! - Zeit?"

Zwischen sechs und sieben Uhr morgens."

aufgeschreckt. Ein Dienstmann brachte ein kleines, orgfältig verschnürtes Päckchen. Cs enthielt den Rahmen, welcher Drunhildes Photo umschlossen hatte.

Mit einem Fluch schleuderte er ihn in die Ecke, daß das Glas zersprang. Wenn dieser junge Mensch sein Sohn wäre! Oder sein Sohn würde!

Um den Gedanken, die ihn durch ein Labyrinth von verbrechen und Sünde führten, zu entrinnen, ließ er sich seinen Braunen satteln und von diesem durch die Sommernacht tragen.

lichkeit zu treten."

** 120 Kilometer Stundengeschwin­digkeit! Ein Versuchszug mit 120 Kilometer Stundengeschwindigkeit verkehrte in der Zeit vom 27. bis 29. November auf der Strecke Frankfurt Bebra und zurück. Die Versuche galten indes weni­ger der zu erreichenden Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern, als der Ausprobierung der Ge­schwindigkeit, mit der Kurven befahren werden kön­nen. Auf der Maschine des mit unheimlicher Ge­schwindigkeit daherkommenden, aus nur vier Son­derwagen bestehenden Zuges befand sich eine tech­nische Kommission, für die ein besonderer technischer Hilfs- und Unfalldienst auf der ganzen Strecke ein­gerichtet war.

Licht- undDerkehrStag in Bad-Nauheim

4 Bad-Nauheim, l.Dez. Zum erstenmal ist für den Silbernen Sonntag auch für hier die Durchführung einer größeren Werbeveranstal­tung. eines Licht- und Verkehrstages, geplant. Die rührige Vereinigung der Einzel­händler gab die Anregung, und der Vorstand erhielt in einer stark besuchten Mitgliederver­sammlung die Zustimmung zu den vorgelegten Plänen, nachdem Stadt und Bad - undKur- Verwaltung ihre Beteiligung an der Ver­anstaltung in entgegenkommendster Weise zuge.« sagt haben. Die Bad- und Kurverwaltung wird an verschiedenen Stellen ihres Bereichs große Christbäume aufstellen, ferner den Sprudelhof und die Sprudel bengalisch beleuchten und auch durch Beleuchtung des Iohannisberges mitPech-

sackeln zur wirkungsvollen Gestaltung des Licht« festes beitragen. Die Stadt will durch Aufstel­lung von Christbäumen und festliche Schmückung einer alten Linde an der oberen Parkstrahe für eindrucksvolle Lichteffekte sorgen. Die Konzerte der Kurhauskapelle finden durch Lautsprecher Übertragung nach der Stadt. Die Geschäfts­welt selbst, die nach einem bestimmten Schlüssel die zur Finanzierung nötigen Geldbeträge von den Beteiligten erheben wird, veranstaltet einen Schaufen st erwettbewerb, bei dem die Bewertung durch Stimmkarten des Publikums er­folgt. Außer dem Schaufensterwettbewerb soll für die Käufer eine Prämienverteilung stattfinden. Der vorbereitende Ausschuß, dessen Pläne die allgemeine Zustimmung weitester Kreise finden, verspricht sich von der Veranstaltung zumindest einen großen moralischen Erfolg.

Diebstähle in Oberheffen.

v. Londorf, 30. Nov. In der Nacht zum Samstag wurden dem Schlossermeister Deckel dahier 9 schwarze, reinrassige Hühner aus seinem Hühnerhaus gestohl'en. Hoffent­lich gelingt es der Gendarmerie, den oder die Täter ausfindig zu machen. Es sollen in letzter Zeit schon öfter Hühner und Enten abhanden gekommen sein.

Q Gambach, 30. Nov. In der Nacht zum Samstag wurde im hiesigen Bahnhofsge- bäude ein Einbruch verübt. Der Dieb gelangte in den Stationsraum, den er durchsuchte. Auch dem nebenliegenden Güterraum, in dem angekommene Güter aufbewahrt wurden, stattete er einen Besuch ab, wo er einige Pakete durchwühlte und ein Paket mit Tabakwaren mitgehen hieß. Bares Geld konnte er nicht finden, da der Stationsvorsteher die Geld­kassette mit in seine Wohnung genommen hatte. Auch in den benachbarten Stationsgebäuden von Oberhörgern und Münzenberg wurde in derselben Nacht eingebrochen, so daß die Vermutung naheliegt, daß sämtliche Diebstähle von ein und der- selben Person ausgeführt wurden. Hoffentlich gelingt es, den Dieb dingfest zu machen.

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Bewußtsein.Wovor willst du mich warnen, Akab?"

Der Hindu sah, wie die Knie seines Gebieters auf- und niederwippten und betrachtete ihn mit­leidigIch dachte nicht, Sahib, daß du solche Furcht vor mir empfinden würdest."

Ich bin nur überrascht, Akab." Anstetten hatte sich nun soweit in der Gewalt, daß er auf­stand und einige Schritte auf den Inder zu­machte:Droht irgendwelche Gefahr, vor der du mich warnen willst?"

Der Hindu nickte.Während du hier träumst, Sahib, geht die Frau, die du liebst, ihrem Schick­sal Entgegen. Noch kannst du sie zurückholen."

Drunhilde?"

»Ia!"

Sie schläft noch!"

Nein! Du kannst dich überzeugen, Sahib."

Anstetten wollte nach Akabs Arme fassen und traf ins Leere. Tonlos heiser rief er dessen Namen.

Ja, Sahib! Du mußt nicht nach meiner Seele greifen wollen! Sie ist so körperlos, wie die deine. Aber es bleibt dir nicht mehr viel Zeit, wenn du sie retten willst. Sie geht bereits über die Wie,en nach der Stadt. Zögere nicht länger."

Der Baron starrte mit weitoffenen^ Augen. nach dem Schreibtisch und hielt die Fäuste an die Schläfen.Akab!" f s t

Die Stelle, wo der Hindu gestanden hatte, war leer.

Im Dorfe hatten die Glocken ausgeläutet. Eine Hummel taumelte ins Zimmer und fiel schwer in den Kelch der dunklen Samtrose, die in einer der Vasen stand. Rixa lag schlaftrunken auf dem großen Fell neben dem Divan und streckte die Füße von sich. ,

Anstetten rief ihren Namen. Sie schnellte auf und schoß nach der Türe, auf welche er eben zuging. Cs war ihm lieb, daß er auf dem Korri­dor dem Zimmermädchen begegnete und es fragen konnte, ob die gnädige Frau im Frühstückszim­mer sei.

Sie knixte höflich.Die Frau Baronin kämen Sonntags immer erst gegen zehn Uhr herunter."

Er nickte und verließ das Haus durch die Türe, die nach dem Park ging. Erst als er sich außer Sehweite des Schlosses wußte, begann er zu laufen.Such, Rixa! Such!"

Die Hündin setzte vor ihm her über die stoppe­ligen Wiesen, sprang in den Fluß, den sie der Breite nach durchschnitt und kam unterhalb wie­der heraus.

Er schrie sich heiser. Sie horte nicht mehr. Erst als die äußersten Villen der Stadt in Sicht kamen, traf er sie mit hängendem Kopf und lechzendem Maule auf einem Seitenwege stehen.

Rixa, was bist du für ein dummes Mädchen!"

Baron Anstetten hielt Sonntagsruhe in der Stille seines Arbeitszimmers. Er hatte unter der Hitze Indiens kaum mehr gelitten, als unter der sengenden Glut der letzten Wochen. Dazu die ungewohnte Beschäftigung, frühmorgens drei Uhr aus dem Bett zu steigen und dann bis in den Mittag auf den Feldern tätig zu sein. Am Nach­mittag desgleichen. Er war schmaler geworden und sühlte ein Müdesein, das ihm zuweilen alle Muskeln lähmte.

Ein paar Tage noch, dann war dis Ernte unter Dach, dann würde er nicht mehr so überlastet sein. Vom Dorf herüber läuteten die Glocken. Eine Mahnung, daß es noch andere Dinge gab, als abgeerntete Weizen- und Kartoffelfelder.

Daß man so furchtbar müde sein konnte! An- stettens Kopf glitt willenlos gegen die Lehne im Rücken. Der Stuhl war dicht an das große Mittelfenster gerückt und dessen beide Flügel weit zurückgeschlagen. Ein unbestimmtes Etwas ließ ihn das Gesicht zur Seite wenden. Das Wort im Munde erstarb.

Akab!"

Der Hindu stand unweit von ihm an den Schreibtisch gelehnt und lieh den Blick aas dem Ueberraschten ruhen.Warum erschrickst du, Sa­hib? Du hast mir doch erlaubt, daß ich dich ab und zu besuchen komme?"

Der Baron rang nach Fassung.Ist irgend etwas Unvorhergesehenes geschehen, daß du die Reise hierher gemacht hast?"

Nichts, Sahib! Cs ist alles in Ordnung. In Dardschiling blühen die Balsaminen auf dem Grab des Toten. Das Haus in Benares ist ver­sperrt und deine Freunde verständigt. Du wärest nach China weggereist."

Akab!" Anstetten fror, trotz der Schwüle, die zu den Fenstern hereinkam.Mit welchem Dampfer bist du herübergekommen?"

Mit keinem! - Ich liege in Dardschiling in meiner kleinen Mansardenstube. Nur meine Seele ist bei dir, dich zu warnen, Sahib."

Anstetten griff nach dem Buche, das vor chm auf dem Tische lag und befühlte den Deckel, ob er träume. Cr war vollkommen wach und bei

breitet werden, ist für den 9. Dezember vor­gesehen. Die endgültige Entscheidung liegt in Händen der Generalversammlung, deren Termin erst von der Aufsichtsratssihung anberaumt wer­den muß und unter dem Gesichtspunkt erfolgen dürfte, daß den beteiligten Städten und Provinzen genügend Zeit zur Vor­bereitung ihrer Stellungnahme bleibt.

Die Woche vor dem Ultimo hat am Geldmarkt eine gewisse Anspannung gebracht, die schließ­lich auf Grund des verstärkten Angebotes am Privatdiskontmarkt zu einer Heraufsetzung des Satzes um i/s auf 7 Proz. führte. Diese An­spannung hängt, abgesehen von den gestiegenen Fälligkeiten bei der Reichsbank, vor allem mit der stets vorhandenen Geldnachfrage der Kom­munen zusammen, die sich auch in der vorher­gehenden Woche am Geldmarkt bereits bemerk­bar gemacht hatte. Der Monatsgeldmarkt und der Tagesgeldmarkt zeigen allerdings nur die vor dem Ultimo üblichen Anspannungser,chei- nungen. Es wird jedoch mit einer raschen Ent­lastung nach dem Ultimo, wie wir sie in den vorangegangenen Monaten gehabt haben, nicht zu rechnen fein, da im Verlauf /Monats Dezember sich bereits der Bedarf an Geld für das Weihnachtsgeschäft bemerkbar macht und auch im übrigen die Voreindeckungen für den Iah« resultimo, der zeitlich mit dem Dezemberultimo zusammenfällt, in größerem Umfange schon früh­zeitig cinzusehen Pflegen. Ob der Iahre^ Ultimobedarf des Reiches für den offenen Gel> markt eine ausschlaggebende Rolle sp.elen to., ist eine Frage, deren Beantwortung davon ab­hängt, wie sich das Reich die nötigen Gelder be­schaffen wird. Eine Aeußcrung des Reichsfma/'- ministers liegt bisher nicht vor. Man geht wo:)l nicht fehl in der Annahme, daß das Reich sch wiederum wie schon einmal einen Ueberbrückungs« kredit bei den Banken besorgen wird, um über seine Kassenschwierigkeiten wenigstens vorüber­gehend Hinwegzukommen. Dies ist um so toaijr* 1 scheinlicher, als es den Banken ihrerseits mbg.ch

Das Erbe -esHerrnvonAnstetterr Roman von 3- Schneider-Foersil.

Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

Wirtschaft.

Festeres Aussehen des Geldmarktes.

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geführt. Die Steigerung betrug hier gegen den Vormonat 0,31 v. H. _

" Berechtigt freiwillige Buchfüh­rung das Finanzamt zu einer Buch- undBetriebsprüfung? lieber dee Frage geben die von dem Bücherrevisor Hermann Will, Gießen, herausgegebenenAktuellen Steuerfra­gen" (November-Ausgabe) folgende Aufklärung: Ein Recht der Finanzämter auf Vornahme von Buch- und Betriebsprüfungen ist nach einer Reichsfinanzhofentscheidung (18. Oktober 1929 l IV A 177'29) nur dort gegeben, wo eine gesetzliche Buchführungspslicht besteht, also nicht bei Han­delsbetrieben, die freiwillig Bücher führen. Solche sind nur verpflichtet, für Ilmsatzsteuerzwecke Auf­zeichnungen über die umsahsteuerpflichtigen Liefe­rungen und Leistungen zu verlangen. Eine Buch­prüfung kann also nur für Zwecke der Umsatz­steuer vorgenommen werden. Dabei kann nur die Vorlegung der Schriftstücke und Geschäfts­bücher gefordert werden, die für die Umsatzsteuer von Bedeutung sind. Als solche können auch Bücher in Frage kommen, die freiwillig zum Zwecke der Crtragsermittelung geführt werden, wenn sie Eintragungen enthalten, die sich auf umsahsteuerpflichtige Lieferungen beziehen. An­dere Bücher, z. B. solche, die lediglich Ausgaben enthalten, brauchen nicht vorgelegt zu werden.

** Spihenverbände und Hilfswerk für die Wolgadeutschen. Dem Lendes- verband Hessen des Vereins für das Deutsch­tum im Ausland (V. D. A.) erhalten wir fol­gende Mitteilung:Die charitativen Verbände, vertreten durch das Rote Kreuz, und die Deutschtumsverbände, vertreten durch V. D. A sind zu einer Aussprache über ein gemeinsames Vorgehen in der Hilfsaktion für die Wolgadeutschen zusammengetreten, die fol­gendes Ergebnis hatte: Für den V.D. A. kommt eine eigene Sammeltätigkeit zunächst nicht in Frage Jedoch hat er seine Gruppen ange­wiesen, die dem Roten Kreuz übertragenen charitativen Hilfsmaßnahmen, die sich auf die in Deutschland eingelrofienen Auswanderer be­schränken werden, werbend und nachhaltig zu unterstützen. Der V. D. A. wird auch weiterhin in enger Verbindung mit allen maßgebenden behördlichen und körperschaftlichen Stellen die Entwicklung der rusiischen Auswanderers rage be­obachten und behält sich vor, gegebenenfalls mit einem eigenen Aufruf vor die breite Oeffent-

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Sie heulte auf und sprang an der Umgittc- rung eines Parkes hoch, machte kehrt und bellte gegen das grünlackierte Gestänge.

Sei still," schalt er ärgerlich. Er suchte nach einer Bank und fiel erschöpft darauf nieder Wenn er am Ende doch nur geträumt hattet Wenn es nichts als eine Halluzination gewesen wäre? Derartiges sollte es ja geben. Er hatte schon des öfteren darüber gelesen und cs mit einem Lächeln abgetan.

Aber Akab! Rein, Akab war wirklich und wahrhaftig dagewesen, hatte vor ihm gestanden und mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dah Brunhilde sich in Gefahr befinde.

In Gefahr! Wie rätselhaft das alles Hang!

Kirchgänger schritten an ihm vorüber. Er konnte hier nicht sihenbleiben. Rixa trottete ge- horsam neben ihm her, als er jetzt, einen Rasen überquerend, nach dem Inneren der Stadt ein- bog. Zu toll, wenn er einem Spuk zum Opfer gefallen wäre! .

Er ging an den Dillen vorüber, welche tn tiefster Sonntagsruhe hinter verschwiegenen Git­tern träumten.Oerhen" las er. Die Gestalt des Herrenreiters drängte sich in fein Erinnern. Ob er noch immer der schöne Mann war, der mil feiner Apvlloerscheinung Frauen und Mädchen bezauberte? Ganz deutlich sah er dessen schmal« Gesicht vor sich, in dem die dunklen Augen so irisierend brannten, dah mehr als ein Herz darüber zerbrochen war.

Rixa!" Er fuhr nach dem Halsband, das f« trug und zog sie zu sich heran. Sie heulte mark­erschütternd, rih sich los und sprang gegen dar Gitter, das in halber Höhe das Oertzensch« Wappen trug. ,

Es war Anstetten peinlich, die Ruhe der Strayi durch das Gekläff des Tieres gestört zu wissen Aber cr konnte die Hündin nicht beruhigen Verärgert knüpfte er das Halsband an die Leine die er in der Tasche trug, sie dadurch zur RaM dUObcn8in dem luxuriösen Rauchsalon Ogg"* horchte ein Ohr nach dem Heulen und Klaffen

Was ist, Drunhilde?"

Die schöne Frau war aufgesprungen, eilte a - das Fenster und nahm die Madrasgaromv. etwas zur Seite. Ein völlig blutleeres Gesiw- sah dem Grafen entgegen, als er jetzt, neben 1= tretend, auf die Straße blickte. ,

Wer hat ihm verraten, dah ich fjier innr Oerhen erblaßte.Sie müssen einen Spion v» Hause haben, Baronin."

Ich nicht! Aber Sie, Graf Oerhen!

Er beherrschte sich mühsam.Wenn man em Sohn hat, wie Sie, Drunhilde' -

Was ist dann?" Ihre Augen schillerten C« hatte die Dorhänge zurückfallen lassen und sia nun Brust an Brust mit ihm.

(Fortsetzung folgt.)

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Auf einen Blick entfernte er sich wieder. Er­schöpft fiel Oerhen in feinem Arbeitszimmer auf den Stuhl vor dem Schreibtisch und suchte mit dem Blick nach dem Bilde, zu dem seine Wege duhende Male am Tage gingen.

Cs fehlte an dem gewohnten Platz. Soviel er sich auch umsah, er konnte es nicht entdecken. Sollte einer der Domestiken? Nicht möglich! Auf sein Läuten kam der Diener und versicherte, daß es noch heute morgen hier gestanden habe sogar vor einer Stunde noch. Wenn er nicht irre, sei es noch dagewesen, als der junge Herr von Anstetten gekommen war.

Cs ist gut!" Oerhen begriff. Bernd hatte sich nicht gescheut, zum Sieb zu werden und das Bild seiner Mutter aus seinem Hause wegzu­schassen. Wenn es gelänge, diesen Knaben für sich zu gewinnen?

Seine Gedankengänge wurden ein Gewirr von Erwägungen, aus welchen ihn erst das Klingeln

gesuchte Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffee­wirtschaft ohne Ausschank geistiger Getränke tm Hause Kaiserstraße 127 zu Friedberg zu erteilen unter der Bedingung, dah die Kaffeewirtschast an Markt- und Sonntagen nur von 7 Uhr vor­mittags bis 7 Uhr nachmittags geöffnet gehalten werden darf. Die Kosten des Derfahrens wurden dem Antragsteller zur Last gesetzt und der Streit­wert auf 1000 Mk. festgesetzt.

-Als dritter Punkt der Tagesordnung wurde die Klage des Christian Steuernagel in Bad-Nauheim, Lutherstraße 3, gegen die Stadt Bad-Nauheim wegen Heranziehung zu den Straßenbaukosten verhandelt. Der Kläger war anwaltlich vertreten. Ferner war die Stadt Bad-Nauheim vertreten. Der Dertreter des Kla­gers war der Ansicht, daß nach Art. 21 der All­gemeinen Bauordnung und §5 des Ortsbau­statuts die Anforderung der Stadt nicht zu Recht bestehe, und bemerkte, daß das Anwesen des Klägers, das als wirtschaftliche Einheit zu be­trachten sei und zwischen Mittelstrahe und Lulher- straße liege, einen Ausgang nach der Mittelstraße seit deren Anlage im Iahre 1912 gehabt habe. Ruch stünden Lagerhaus und Garage weit hinter der Baufluchtlinie der Mittelstrahe zurück, so dah hierdurch eine Heranz'ebung zu den Straßenkosten nicht gerechtfertigt sei. Er erflärte sich evtl, damit einverstanden, 25 Prczent der Straßenkosten, die im Iahre 1912 entstanden sind, zu bezahlen, ent­sprechend den Aufwertungsbeltimmungen. Der Dertreter der Stadt schilderte eingehend auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Der- pflichtung zur Zahlung des vollen Straßenkosten­beitrags. Der Provinzialausschuh wies die Klage als unbegründet zurück und verurteilte den Klä­ger unter Festsetzung des Streitwertes auf 1616 Mark in die Kosten des Verfahrens.

Als vierter bzw. fünfter Punkt der Tagesord­nung wurden verhandelt

1. die Klage des Bezirksfürsorgever- ba ndes der Stadt Gießen gegen den De- zirkssürsorgeverband des Kreises Schotten wegen Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Georgine Mai aus Frankfurt a. M. und

2. die Klage des Dezirksfürsorgeverbandes Dieburg gegen den Bezirkssürsorgeverband Friedberg wegen Erstattung von Unterstüt- zungskosten für die Konrad Heuschkel Ehefrau aus Petterweil.

In der ersteren Streitsache wurde die Klage als unbegründet zurückgewiesen, in der zweiten Sache wurde der Klage stattgegeben und der Be­klagte verurteilt, dem Kläger 693 Mark zu zah­len, ferner die demnächst entstehenden Konten zu tragen und außerdem dem Kläger 25 Prozent von 690 Mark Mehraufwand zu ersehen. Der Beklagte wurde ferner in die Kosten des Verfah­rens verurteilt.

"DerHess. LandesverbandzurDe- kämpf ung der Tuberkulose (Heilstätten­verein) hält seine diesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, 11. Dezember, im Sitzungssaal der Landesversicherungsanstalt in Darmstadt ab.

** Der Krankenstand im Monat Oktober. Am 1. November waren im Haupt- verband deutscher Krankenkassen (Sih Berlin) bei einer Mitgliederzahl von 5 799 251 (3 087 685 männlich, 2 711 563 weiblich) 3,85 v. H. (3 93v. H. männlich, 3,78 v. H. weiblich) ecwerbsun ä ig Er­krankte vorhanden. Die Kurve hat also ihre ansteigende Tendenz auch im Oktober beibe­balten, wenngleich die Steigerung eine geringe (0,6 v. H.) war. Die Allgemeine Ortälranlen.aje Gießen (Stadt) hatte bei einer Mitgliederzahl von 10 416 (5633 männlich, 4783 weiblich) einen Krankenstand von 3,81 v. H. (3,71 männlich, 3 93 weiblich), mithin gegen den Stand vom 1. Okto­ber eine Steigerung von 0,33 v. H. Bei der All­gemeinen Ortskranken a,fe Gießen (Land) waren 7907 Mitglieder (5320 männlich, 2537 weiblich) vorhanden, davon wurden 3,17 v. H. (2,86 v. H. männlich, 3,83 v. H. weiblich) als erwerbsunfähig

Aus drr Provinzialhcuiptstavt

Gießen, den 2. Dezember 1929.

Provinzialausschuß-Sihung.

Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzungdes P r v- vinzialausschufses der Provinz Oberheffen statt.

Als erster Punkt der Tagesordnung stand zur Verhandlung die Beschwerde der Reinhold Kölsch II. Eheleute in Beienheim gegen den Bescheid des Dezirkswohnungskommissars des Kreises Friedberg vom 11. Mai 1929 wegen Fest- setzung des Enteignungspreises. Der Bezirks- wohnungskommissar des Kreises Friedberg ent­eignete durch Bescheid vom 11. Mai 1929 den Reinhold Kölsch H. Eheleuten zu Beienheim ge­höriges Hosreitengelände, und zwar 400 Quadrat­meter, zugunsten der Adolf Köhler Eheleute da­selbst, die hierauf einen Neubau errichten wollen, und setzte den Eni. , iungspreis auf 2,50 Mk für den Quaöratmete. fest. Gegen diesen Bescheid verfolgten die Kölsch Eheleute Beschwerde mit dem Eintrag, den Enteignungspreis auf min­destens 5 Mk. festzusehen. Beide Parteien waren in der Verhandlung anwaltlich vertreten. Der Bezirkswvhnungslvmmi sar nebst Dausachverstän- digen machen geltend, daß unter Berücksichtigung der in der letzten Zeit getätigten Geländeverkäufe ein Cnteignungspreis von 2 Mk. für angemessen zu erachten sei und daß durch einen Mehrpreis von 0,50 Mk. die besonderen Verhältnisse, die dem Grundstück einen etwas höheren Wert geben, zur Genüge berücksichtigt seien. Dem gegenüber wandte der Vertreter der Beschwerdeführer ein, daß für dieses wertvolle Hosreitengelände ein Enteignungsprcis von 2,50 Mk. viel zu niedrig sei, da die Kölsch Eheleute sehr geschädigt wür­den, zumal Köhler dicht an ihr Wohnhaus heran­bauen würde und hierdurch die Möglichkeit ge­geben fei, seinen Nachbarn mit allen möglichen Schikanen, insbesondere durch Beeinträchtigung von Licht und Luft zu belästigen. Er beantragte den Enteignungspreis auf 5 Mk. pro Quadrat­meter festzusetzen. Der Vertreter der Gegenseite führte aus, daß eine Schädigung des Nachbars überhaupt nicht in Frage komme, daß dieser viel­mehr später nur Vorteile haben könne. Was der Wert des Geländes betreffe, so sei zu bemerken, daß gleichwertiges Gelände in der Nähe zu 2,50 bis 2,70 Mk. pro Quadratmeter abgegeben wor­den fei. Der Provinzialausschuß kam zu keinem abschließenden Urteil. Er beschloß, das Verfahren auszusetzen, um den Beteiligten Gelegenheit zu n»ben, durch Eintragung einer dinglichen Siche­rung die Möglichkeit einer späteren Beeinträchti­gung der Licht- und Luftzufuhr am Wohnhause der Beschwerdeführer auszuschließen.

Als zweiter Punkt der Tagesordnung kam zur Verhandlung das Gesuch des Bäckermeisters Gust. Weisensee in Friedberg um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Hause Kaiserstraße 127. Dieses Gesuch wurde in den letzten Iahrcn bereits zweimal von dem Pro- vinzialausschuß verhandelt und abgelehnt. Nach­dem nun das Polizciamt Friedberg gegen die Ge­nehmigung nichts einzuwenden hatte und auch das Kreisamt Friedberg trotz gewisser Bedenken gegen die Person des Antragstellers dem Pro- vinzialausschuh die Entscheidung überlassen wollte, erkannte der Provinzialausschuß nach geheimer Beratung zu Recht, dem Antragsteller die nach-

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Haben Sie einen kleinen Sonnenstich?" lachte Brunhilde.Das ist doch die Zeit, in der ein normaler Mensch noch schläft. Und"

Das Gespräch wurde plötzlich unterbrochen. Oertzen konnte den Grund nicht erfahren. Jeden­falls wehrte sich das Fräulein in der Zentrale sehr energisch dagegen, die Schuld zu tragen.

Run wußte er soviel wie nichts. Kam Brun­hilde oder war ihr diese Stunde tatsächlich zu früh. Vielleicht rief sie noch einmal an. Aber den ganzen Abend rasselte die Klingel nicht mehr. t ,

Rur gegen acht Uhr wurde er durch em Klingelzeichen im Flur in seinem Dahinbrüten