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fahren in der sofortigen Ernennung der beider­seitigen Botschafter bestehe, dah die Sowjet- regierung zur Zeit die Vorschläge Hen­dersons nicht annehmen könne und sie der nächsten Sitzung des Präsidiums des Zentral­exekutivkomitees unterbreiten müsse. Das Lornrnu- niguL fügt hinzu, dah die britische Regie­rung nach wie vor an dem Dünsche der Die­deraufnahme normaler Beziehungen mit der So­wjetregierung festhalte und davon Kenntnis nehme, dah die Sowjetregierung die neuen Vorschläge der britischen Regierung erwägen werde.

Starker Eindruck in Moskau.

Kown o, 2. Aug. (TL1. Funkspruch.) Wie aus Moskau berichtet wird, haben die englischen Forderungen sowie die Einstellung des eng­lischen Außenministers zu den russisch-englischen Verhandlungen in Moskauer politischen Kreisen starken Eindruck Herdorgerufen. Es verlautet, daß die englische Regierung nach russischer Auffassung die Wiederaufnahme der diplomatischen Dezi^ungen mit Moskau ü b e r - haupl nicht gewünscht und lediglich einen Dorwand gesucht habe, um die Verhandlungen abzubrechen. Am Donnerstag fand eine neue Konferenz des Rates der Volkskommissare statt, auf welcher Litwinow einen Bericht über die Llnterbrechung der englisch-russischen Ver­handlungen erstattete. Der Rat der Volkskom­missare billigte die Politik des Auhenkom- nMariats.

Russisch-chinesische Verhandlungen endgültig gesichert?

K ö l n, 1. Aug. (WB.) Nach einem Telegramm des Berichterstatters derKölnischen Zeitung" in Schanghai sind die Verhandlungen zwischen Sowjetrußland und China endgültig ge» sichert. Die gegenwärtigen Vorbesprechun­gen in Mand schult betreffen folgende Punkte: Festsetzung der Zeit und des Orts der offiziellen Verhandlungen: Einstellung der militärischen Hand­lungen im Grenzgebiet; Festsetzung, daß das Ab­kommen von 1924 die Grundlage der Verhandlungen bilden soll, sowie als dringendsten Punkt die baldige Wiederaufnahme des transsibirischen Durchgangs­verkehrs, dessen Unterbrechung im ganzen Osten aufs schwerste empfunden wird. Die Stimmung in chine- fischen Kreisen sei durchaus optimistisch.

tim die Arbeitslosenversicherung.

Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".

Berlin, 2. Aug. 2m Mittelpunkt der inner- politischen Arbeiten steht zur Zeit das Problem der Reform der Arbeitslosenver­sicherung, das gleichsam den Auftakt zur großen finanzpolitischen Arbeit des Herbstes bil­det. In der nächsten Woche wird in München unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers eine Konferenz der Länderminister über diese Frage stattfinden, in deren Mittelpunkt ein vom Arbeitsministerium fertiggestellter vor­läufiger Entwurf steht. Erst auf Grund dieser Beratungen wird dann die gesetzgeberische Aktion fortgeführt werden können. Rach Lage der Dinge ist aber kaum damit zu rechnen, dah der Reichstagsausschuß bereits am 15. d. M. zusammentreten kann, um über dieses Gesetz zu beraten. Wahrscheinlich wird der Ausschuß seine Arbeiten erst einige Wochen später auf­nehmen können; jedoch soll dafür Sorge ge­tragen werden, dah diese Arbeiten noch recht­zeitig vor dem Zusammentritt des Plenums ab­geschlossen werden.

Dec Regierungsenlwurf sieht im einzelnen dos Ausscheiden bestimmter Gruppen aus der Ver­sicherung vor und berücksichtigt vor allen Dingen die geforderte wesentliche Abänderung der Ver­sicherung für die Saisonarbeiter.

Es läht sich noch nicht überblicken, ob der Regie­rungsentwurf damit im wesentlichen den Forde­rungen gerecht wird, die in dieser Hinsicht nicht zuletzt von feiten der Deutschen Dolkspartei, so­wie auch der Demokraten erhoben worden sind. Es muh vor allem einer gründlichen Prüfung unterzogen werden, was an Möglichkeiten vor­handen ist, um eine endgültige Sanie­rung der Reichsanstalt vorzunehmen. Denn es geht nicht an, dah immer und immer wieder der Reichshaushalt mit überraschenden Reuanforde­rungen belastet wird die nur dazu da sind, den Reichsetat selbst in Einordnung zu bringen.

Der Sachverständigenausschuß hat seine Arbeiten bereits abgeschlossen, und man darf sagen, dah er es verstanden hat, nach Möglichkeit ein objektives Urteil zu fällen. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschafts­bund hat allerdings sofort bekanntgegeben, dah er die Vorschläge a b l e h n e , da sie eine Ver­schlechterung der Dersicherungsleistungen darstel­len würden. Es wird sich jedoch kaum umgehen lassen, einen gewissen Abbau der Versicherungs- lei'stungen vorzunehmen, da eine Erhöhung der B e it r ä g e um mehr als insgesamt V, Prozent, was der Sachverständigenaus­schuh auch fordert, ni-emals in Frage kommen kann.

Die Versicherung muß die Mittel aus den ihr zugehenden Einnahmen nehmen, die aber nicht so erhöht werden dürfen, dah dadurch die Dirt- schast selbst eine empfindlich? Belastung erfährt.

Die Bereinigung der Erwerbslosenfrage liegt ja in erster Linie darin, dah man die Schaf­fung wirtschaftlicher Existenzen an­strebt, und nicht darin, dah man die Kapitalien einfach in der Unterstützung aufgehen läßt. Das soziale Problem darf gewiß nach keiner Richtung hin unterschätzt werben, aber es darf eben mit eine Lösung im Positiven und nicht im Regativen finden. Die kommende Zeit wird nach dieser Richtung hin gewiß keine Erleichterungen bringen, und gerade aus diesem Grunde erfordert die Durchführung der Ver­sicherung eine strenge Kalkulation, damit in ge­rechter Weise der Rotlage gesteuert werden kann.

Sparmaßnahmen im Reichstag.

Berlin, 2. Aug. (WTD. Funkspruch.) In­folge derKürzungenderEtatstitelfür den Reichstag hat der Reichstagspräsident L ö b e den Reichstagsabgeordneten mitgeteilt, daß ihnen neben den amtlichen Druck- s a ch e n des Reichstages nur noch das Reichs-

Oie Bilanz -esVoten Tages".

Berlin, 2. Aug. (TL1. Funkspruch.) Sämt­liche Meldungen aus dem In- und Auslande lassen erkennen, dah der Rote Tag, der von den Kommunisten als eine grohe Aktion gegen denImperialistischen Krieg" gedacht war, überall ohne nennenswerte Störun­gen verlaufen ist. Teilweise ist dies den vorbeugenden Polizeimahnahmen zu verdanken, teilweise allerdings auch dem geringen Interesse, das den kommunistischen Aufzügen entgegen­gebracht worden ist. In Deutschland ist der kommunistischen Parole, den Arbeitstag schon um 3 Llhr nachmittags zu beenden, nur sehr dürftig Folge geleistet worden. Die kommunistische Kundgebung in Dresden stellte sich als ein Fiasko heraus. Die Teilnehmerzahl im Innern der Stadt dürfte mit 1000 schon sehr hoch ge­schätzt sein. In Leipzig kam es nach einer Kundgebung auf dem Reichsgerichtsplatz, die gänzlich harmlos verlief, zu kleineren Reibereien, die die Polizei gleich beenden konnte. In Essen demonstrierte ein Zug von etwa 1500 Kommu­nisten, der sich dann in aller Ruhe auf löste. In Duisburg wurden 36 Personen zwangs- gestellt, die einer Organisation angehörten, die als verschleierte Fortführung des Roten Front­kämpferbundes anzusehen ist. In Hamborn wurden 22 Zwangsgestellungen dorgenommen. Zu einer Schießerei kam es in Hamburg. Beim Auflösen eines Demonstrationszuges, der sich in der Hafenstrahe gebildet hatte, mußten die angegriffenen Beamten von der Schußwaffe Ge­brauch machen, wobei eine Person verletzt wurde.

Tumulte in Frankfurt.

Jrantfurt a.21L, 2.Aug. (MTV. Drahlbe- richl.) 3m Anschluß an die kommunistische Antl - Kriegskundgebung gestern abend auf dem Römerberg kam es zu ernten Zu - sammenstößen zwischen Polizei und De­monstranten. Als die Polizei den Demonstra- lionszug, der sich durch die Altstadt bewegte, in mehrere Gruppen zerstreut hatte, ergriffen plötzlich die Demonstranten die Offensive gegen die Polizei. Die milgeführten brennen­den Fackeln wurden gegen die Polizeibeamten und gegen die Häuser geworfen, und vom Abbruchge­lände dec Lederhalle aus erfolgte ein Bombar­dement gegen die Polizei. Besonders schwer halte es die Polizei in der Trierischen Gasse, wo die Tumulte bis gegen Mitternacht andauerten, hier fielen aus einem Haufe mehrere Schüsse, die die Polizei zu scharfen A b - wehrmahnahmen zwangen. Dabei wurde ein Demonstrant durch einen Schuß leicht verletzt. Bei den Säuberungsmaßnahmen der Polizei wurden noch weitere Demon st ranken verletzt. Auch ein Polizeibeamter, der vom Pferde gerissen wurde, erhielt durch einen Steinwurf Verletzungen am Kopf. Später erfolgten auch in der Kaiser­strahe weitere Zusammenstöße, die jedoch durch das energische vorgehen der Polizei schnell unterdrückt wurden.

Ruhe in Berlin.

Berlin, 1.Aug. (TU.) Die heutigen Anti. kriegskundgeb ungen sind ruhig verlaufen. Bei der Kundgebung der KPD. im Lustgarten muß­ten einige Personen zwangsgestellt und ein Wagen, der beleidigende Schaustellungen enthielt, sicherge­stellt werden. Der An- und Abmarsch der verschie­denen Züge vollzog sich reibungslos, und den Anordnungen der starken Polizeiposten wurde bis auf einige kleine Fälle Folge geleistet.

Die Kundgebung der S. P. D., die auf der Spielwiese im Friedrichshain stattfand, war so stark besucht, daß in den umliegenden Straßen P a r a - ellkundgebungen abgehalten werden mußten. Auch hier vollzog sich die Kundgebung selbst, und der An- und Abmarsch der Massen reibungslos. Bis um 21 Uhr wurden im Zusammenhang mit den Kundgebungen insgesamt 16 Personen zwangs­gestellt.

Hamburg.

Hamburg, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Versammlungen in Hamburg und die Demonstrationsumzüge in Altona sind im all­gemeinen ohne Zwischenfälle verlaufen. Lediglich im Hafen gab es nachmittags einen Zusammenstoß, bei dem auch Schüsse fielen. Als ungefähr 700 Kommunisten aus Altona, wo die Llrnzüge erlaubt waren, versuchten, ge­schlossen über die Hamburger Grenze zu mar­schieren, wurden von der Polizei, als die Be­amten hart bedrängt waren und einer von ihnen zu Boden geworfen worden war, 3 Schüsse abge­geben. Einer der Angreifer erhielt einen Schuß in den Oberschenkel. Durch die Schüsse konnten sich die Beamten befreien, die Angreifer er- gri ffen die Flucht.

München.

München, 1. Aug. (WTB.) Obwohl die Kummunistifche Partei in den letzten Tagen in zahlreichen angellebten Handzetteln zurrevolu­tionären Mafsenmobilisierung" aufgerufen hatte, zeigte sich im Münchner Strahenbild am 1. August nichts Auffälliges. Auch von Arbeitseinstellungen war nirgends etwas zu bemerken. Rach einer Umfrage bei zwölf Großsirmen, vor allem des Baugewerbes, ist die Arbeiterschaft heute wie auch sonst zur Arbeit angetreten. Die Polizei hatte alle Vorberei­tungen getroffen, um etwaige Demonstrationen

nach Schluß der Arbeit in den Betrieben durch energisches Eingreifen zu unterbinden.

Zusammenstöße zwischen Kommunisten und Aationalsozialisten

Nürnberg, l.Aug. (WB.) Die Kommu- n i st e n hatten für heute abend zu einer Anti­kriegskundgebung auf dem Hall-Platz aufgerufen. Die Nürnberger Polizei hatte jedoch umfassende Maßnahmen getroffen und konnte die sich ansarn- melnden Trupps der Kommunisten mühelos zer- streuen. Die Kommunisten zogen sodann in kleine­ren und größeren Scharen in die Nähe des Haupt­quartiers der N a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e n Ar­beiterpartei, die in diesen Tagen hier zu einem Reichsparteitag Zusammentritt. Beim Her­kules-Velodrom kam es zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, bei denen ein Nationalsozialist durch einen Messerstich ernstlich verletzt wurde. Er mußte in ein Kranken­haus ubergeführt werden. Die Polizei verhaftete drei Kommunisten.

Wien.

Wien, 1. August. (WB.) Die Kundgebung der kommunistischen Kriegsinvaliden in Meidling ist heute vormittag bei äußer st schwacher Be­teiligung ohne Zwischenfall verlaufen. Im Laufe der Nacht wurden einige Kommunisten verhaftet.

Zn ganz Frankreich keine ernsten Zwischenfälle.

Paris, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Innenministerium veröffentlicht um Mitternacht eine Liebersicht über den Verlauf des alsRoter Tag" 'angekündigten 1. August. Daraus ergibt sich, dah der Tag inganz Frankreich ohne ernste Zwischenfälle verlaufen ist. In Paris sind nach einer amtlichen Mitteilung im ganzen etwa700Personen verhaftet worden, darunter 50 Ausländer. Am späten Albend hat die Polizei an zwei Stellen der großen Boulevards Versuche zur Bildung von Umzügen verhindert und dabei eine Anzahl Per­sonen festgenommen. Aus der Provinz werden eine Rei^ von Verhaftungen gemeldet. So aus Bordeaux 30; aus St. Etienne 3; aus Lyon 30 und im Sommedepartement 5. Rach einer Mel­dung desPetit Iournal" aus Trohes kam es dort zu Zusammenstößen zwischen Poli­zei und Demonstranten, wobei die Polizei von der Waffe Gebrauch machen mußte, da i)ie_ De­monstranten einen Polizeiposten mit Steinwürfen angriffen. 10 Personen wurden festgenommen. In der Druckerei, in der außer anderen Blättern auch die kommunistischeHumanits" hergestellt wird, ist es heute nacht zu Zwischenfällen ge­kommen. Da die Rümmer des 1. August von der Polizei beschlagnahmt worden war, weigerten sich die Clicheure, die Druckblätter für eine An­zahl ändere Zeitungen, namentlich denAmi du Peuple", dieEre Rouvelle" und dieRepu- blique" herzustellen. Erst nach langwierigen mehr­stündigen Verhandlungen gelang es, zu einer Verständigung zu kommen, so dah die genannten Blätter nur mit Verspätung und verkürztem Text erscheinen konnten. DieHumanitö" ist heute wieder erschienen. Sie erklärt, trotz der Beschlag­nahme der Zeitung, trotz der Haussuchungen, der willkürlichen Verhaftungen und des Belagerungs­zustandes hätten die Arbeiter in ganz Frankreich gestern gefeiert und manifestiert.

London.

London, 1. Aug. (WB.) Bis 16 Uhr hatte in London noch keine kommunistische Kund­gebung stattgefunden.

Polen.

Warschau, l.Aug. (TU. Funkspruch.) Trotz der für den 1. August angekündigten grohen kommunistischen Kundgebungen ist die Ruhe in ganz Polen bis in den späten Rach­mittag hinein nicht gestört worden. In sämt­lichen Fabriken wurde, wie gewöhnlich, gearbeitet. In der Rächt zum Donnerstag nahm die Polizei viele Haussuchungen vor und verhaftete u. a. in einer Schule 30 Männer und 16 Frauen, die dort versammelt waren. Die Verhafteten leugnen jegliche Beziehungen zu der kommunistischen Bewegung, werden aber von der Pvlizei für Mitglieder des Parteibureaus ge­halten. In Wilna sind in der Rächt zum Donnerstag 20 Personen verhaftet worden. Großer Beirieb in Rußland.

Moskau, 1. Aug. (WTB. Funkspruch. Tele­graphenagentur der Sowjetunion.) Aus Anlaß des 1. August wurden in Moskau, Charkow, Leningrad und anderen Städten zahlreiche, leb. haft verlaufene Versammlungen und Demonstrationszüge veranstaltet. In den Versammlungen wurden Entschließungen angenom­men, in denen die Teilnehmer auf die Gefahr eines neuen Krieges Hinweisen und sich verpflichten, die friedliche Haltung dec Sowjetregierung zu unter­stützen. In Moskau wurden außerdem P r o t e st - entlchließungen gegen die Haltung der eng- liscyen Regierung in den sowjetistisch-eng- lischen Verhandlungen angenommen. In Volksver­sammlungen wurde die Zeichnung der dritten Industrialisierungsanleihe durchgeführt. Die Zahl der Teilnehmer an den Moskauer Demon­strationen überstieg eine halbe Million.

aesetzbla11 zugestellt werden kann. Weiter­hin wird den Fraktionen kein Schreib­material mehr gestellt.

General Oiaz in Berlin.

Berlin, l.Aug. (WB.) Der chilenische General Diaz traf heute nachmittag in Beglei­tung von Oberst Fuente und dem ihm deutscher­seits zugeteilten Hauptmann Graf Hülsen, so- wie einer Reihe weiterer Offiziere auf dem Bahn­hof Zoo ein. Zum Empfang hatten sich der hie­sige chilenische Gesandte, sowie die Mitglieder der chilenischen Gesandtschaft, ferner der Chef der Hee­resleitung General Heye und Major o. F u - netti auf dem Bahnsteig eingefunden.

Eine Auslandreise tilitz'?

K a t t o w i tz, 1. Aua. (WB.) Trotzdem gegen das Urteil im Ulitz-Prozeß Berufung eingelegt ist, hat die Staatsanwaltschaft Ulitz die Erlaubnis erteilt, zum Zweck einer Badekur eine Reise ins Ausland zu unternehmen.

Eröffnung der vatikanischen post.

Rom, 2. Aug. (WTD. Funkspruch.) Am gestri­gen Tage, an dem zum ersten Male die vati­kanische P o st eröffnet wurde, war der A n - drang geradezu ungeheuer. Schon um V88 Llhr stellten sich die ersten Personen an, um die vatikanischen Freimarken zu er­halten. Es wurden zwei Millionen Marken im Werte von 86,4 Millionen Lire ausgegeben. Am

Rachmittag besuchte der Papst die Post, wes­halb sie schon etwas vor dem offiziellen Schalter- schluß geschlossen werden mußte.

Aus aller Wett.

DieBremen" wieder daheim.

Bremen, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der LlohdschnelldamvferBremen" be-. endete heute vormittag 7,30 Llhr in Bre­merhaven seine erste Rundreise nach Reuhork und zurück.

Das Katapult-Flugzeug des Dampfers Bremen" Heinkel D 1717 war gestern mittag 12,30 iH>r imSeeflughafenDlexen glück­lich gelandet. Von dort aus wurden die Post­sachen mit einem Motorboot nach Bremerhaven gebracht und dann mit einem Auto sofort nach Bremen geschafft, wo die Post um 16 Llhr zur Verfügung der Empfänger stand.

Neue Meuterei in einem amerikanischen Zuchthaus.

Leavenworth (Kansas), 2. Aug. (WTD. Funkspruch.) Bei den gestrigen LInruhen im hiesigen Zuchthaus meuterten über 37 00 Gefangene, die sich mit Stuhlbeinen und Messern bewaffnet hatten. Sie richteten großen Schaden an. Es ist kein Gefangener entkommen. Dei dem Aufstand wurden sieben Sträflinge getötet.

Dies ist der vierte Fall von _ Gefangenen­meuterei in amerikanischen Zuchthäusern inner­halb einer Woche. Eine in dem Zuchthause von Sing-Sing geplante Meuterei wurde rechtzeitig entbedt, so dah ein Ausbruch verhindert werden konnte.

Lin polnisches Militärflugzeug über Schneidemühl.

Schneidemühl, 1. Aug. (WTB.) Heute nachmittag kurz nach 15 Llhr wurde ein pol­nisches Flugzeug, das aus östlicher Rich­tung kam, über Schneidemühl gesichtet. Das Flug­zeug überflog das Sommerfeldsche und das Scharfsche Sägewerk und einen Teil der Drom- berger Vorstadt, um dann wieder denselben Weg; einzuschlagen, den es gekommen war. Das weih- rote Erkennungszeichen war deutlich sichtbar, da das Flugzeug nur in etwa ICO Meter Höhe flog.

Schweres Autounglück.

Auf der Kieler Chaussee in der Rähe von D r a st e d t hat sich am Donnerstagmittag ein entsetzliches Autounglück ereignet. Ein hol­ländischer Kraftwagen, der mit neun Personen, sechs Erwachsenen und drei Kindern, besetzt war, versuchte, einen vor ihm fahrenden Wagen zu überholen. Dabei geriet das Auto von der Straße ab, rutschte in den Straßengraben und wurde gegen einen Chausseebaum gedrückt. Die Folgen des Zusammenstoßes, der bei einer Ge­schwindigkeit von annähernd 90 Kilometern er­folgte, waren katastrophal. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Ein Kind war sofort tot. Der Besitzer des Wagens, ein hollän­discher Arzt, st a r b unter den Händen der Hilfsmannschaften. Die anderen sieben Personen wurden mit zum Teil schweren Verletzun­gen vom Platz getragen.

Manöoerunfall eines tschechoslowakischen Offiziers.

Dielitz, l.Aug. (WTB.) Dei den in der hiesigen Gegend abgehaltenen Manövern ereig­nete sich ein LI n g l ü ck s s a l l. Eine Hand­granate war nicht zur Explosion gelangt. Als ein Oberst nach der Llrsache sehen wollte, ex­plodierte die Handgranate und rih dem Obersten beide Deine weg. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.

Der Brand von SL Llienne.

Nizza, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei dem gestrigen Brande in St. Etienne wurden 65 Häuser zerstört und von den 1200 Einwohnern 500 obdachlos.

Amokläufer in einer nocdarnecikanischen Stabt.

Spartansburg (Südkarolina), 1. Aug. Ein anscheinend irrsinniger Dahnange- stellter tötete vor dem Lagerhaus drei Kol­legen durch A x t h i e b e und verletzte zwei andere so schwer, dah sie kaum am Leben bleiben dürsten. Durch diese Bluttat brachte der Amok­läufer den ganzen westlichen Teil der Stadt in Aufruhr.

Wettervoraussage.

Die Sturmzyklone wandert nordöstlich ab und liegt heute morgen über Skandinavien. Da unter ihrem Einfluß immer noch ozeanische Kaltluftmassen bei uns eindringen, so hält zunächst noch das verhältnismäßig llihle Wetter an. Hellerer Him­mel wird mit zeitweiser Bewölkung abwechseln. Regenschauer treten höchstens noch in ganz leich­ter Form auf, werden aber später nachlassen, denn die Kaltluft saugt das im Westen liegende Hochdruckgebiet immer mehr nach dem Festland« an. Es bestehen also Aussichten auf eine Bes­serung der Wetterlage.

Voraussage für Samstag: Teils wol­kig, teils heiter, für die Iahreszeit noch kühl, höchstens noch ganz vereinzelt leichte Schauer.

Voraussage für Sonntag: Teils hei­teres, etwas wärmeres und meist trockenes Wetter.

Lufttemperaturen am 1. August: mittags 20,8 Grad Celsius, abends 16,7 Grad; am 2. August: morgens 14,2 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum 13,2 Grad. Ecdtemperatucen in 10 cm Tiefe am 1. August: abends 19,8 Grad; am 2. August: morgens 15,6 Grad Celsius. Niederschlag 0,5 mm. Sonnenscheindauer 6/4 Stunden.

Reisewetterdienst

der amtlichen IDetterbienftfteffe Gießen.

Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag und regnerisch; heute morgen zwölf Grad, Windstille, heiter bis halb bedeckt.

Küste (Westerland a. Sylt): Gestern vorherr­schend kühl, meist trübe; heute morgen 17 Grad. Südwestwind, halb bis ganz bedeckt Borkum: Gestern der Iahreszeit angemessene Temperatur, veränderlich mit Schauern; heute morgen 14 Grad, Rordwestwind, halb bis garu bedeckt. Swineinünde: Gestern kühle Rächt und meist trübe; heute morgen 17 Grad, Süd­westwind, halb bis ganz bedeckt.

Baden. (Baden-Baden): Gestern kühle Nachh Wetter besser geworden; heute morgen 15 Grap Südostwind, halb bis ganz bedeckt. Triberg: ®e. ftern kühle Nacht, Wetter besser geworden; heul« morgen 15 Grad, Westwind, heiter bis halb be deckt.

Rheingebiet. Köln: Gestern kühle Nacht uni regnerisch; heute morgen 14 Grad, Südwestwiich 1 halb bis ganz bedeckt.

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