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auch beim Sprechen werden allerfeinste Speichel­tröpfchen verspritzt, die sich lange schwebend in der Luft halten und, schließlich zu Boden sinkend, sich dem Staube beimischen. Beim Husten und Diesen soll man sich deshalb die Hand oder das Taschentuch vor den Mund halten, bei stär­kerem Auswurf besondere Speigefähe benutzen; das Ausspucken auf den Fußboden ist streng zu vermeiden.

Der größte Feind aller Bazillen ist das Licht der Sonne. Don ihrem Strahl getroffen sterben die Keime in kürzester Zeit ab, sogar die sonst sehr widerstandsfähigen Tuberkelbazillen. Des­halb ist eine ausgiebige Besonnung der Wohn- und Schlafzimmer nötig. Der Strahenstaub ist sehr viel ungefährlicher, als der Staub in der Wohnung, weil die Verdünnung der Bakterien in der unbegrenzten freien ßuft eine sehr große und der Staub immer wieder sehr gründlich besonnt wird.

Die Ansteckungsquellen sind immer in der Um­gebung des kranken Menschen zu suchen, meist in dessen Wohnung, oder in anderen geschlossenen Bäumen, in denen er sich aufhält. Schuh vor An­steckung allerlei Art gewährt für Kinder und Erwachsene der möglichst lange Aufenthalt in staubfreier, frischer ßuft.

Daten für Lamstag, 3. August.

Sonnenaufgang 4.26 Uhr, Sonnenuntergang 19.45 Uhr. Mondaufgang 1.24 Uhr, Monduntergang 19.18 Uhr.

1492: Kolumbus tritt seine erste Entdeckungsfahrt an; 1811: Gründung der Universität Breslau; 1914: Kriegserklärung Deutschlands an Frankreich.

Bornotizen.

TageskalenderfürFreitag. 8. Abon- nementskonzert, Liebigshöhe, 8.15 Uhr. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die weiße Sklavin", auf der Bühne Gastspiel des TänzerpaaresHelios und Longfield".

** Glockengeläute am 11. August in Hessen. Das Landeskirchenamt hat die evangeli­schen Dekanate und Pfarrämter angewiesen, wie in früheren Jahren am Verfassungstag, 11. August, ein allgemeines Glockengeläute anzuordnen. Das Geläute soll, einer Anregung des Deutschen Evan­gelischen Kirchenausschusses entsprechend, von 1 bis 1.15 Uhr mittags ftatlfinden. Die Kirchenbehörde weift aber die Veranftaller der weltlichen Ver­fassungsfeiern darauf hin, daß am Sonntag, dem 11. August, auf die Gottesdienste die gebührende Rücksicht genommen werden soll.

** Dienstjubiläum. Am 1. August beging der Vorarbeiter Hermann Backes aus Großen- Linden sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der Eil­gutabfertigung Gießen, bei der er ohne Unter- brechung tätig war. Der Vorstand der Eilgutabferti- gung und alle Bediensteten ehrten den Jubilar in einer kleinen Feier und überreichten ihm zur Er­innerung an den Tag ein Geschenk.

** Geschäftsjubiläum. Die Firma Paul Richter, Papierwarenbandlung, Bismarckstr. 9, konnte gestern am 1. August, ihr 40jähriges Ge­schäftsjubiläum begehen.

** Oeffentliche Lesehalle. 3m 3uli wurden 1011 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 725, Zeitschriften 17, 3ugendschristen 47, Literaturgeschichte 1, Gedichte und Dramen 9, Länder- und Döllerkunde 72,

Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 80, Kunstgeschichte 12, Daturwiisenschaft u. Technologie 18, 5)eer- und Seewesen 7, Haus- und Land­wirtschaft 2, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 10, Fremd­sprachliches 2 Bände. Rach auswärts kamen 5 Bände.

** Sommerfest der Damen Alters - Vereinigung 1879/1929. Man berichtet uns: In den festlich geschmückten Räumen der Karlsruhe fand am Donnerstag das Sommerfest der Damen- Altersoereinigung 1879/1929 statt. Die Leitung der in allen Teilen würdig verlaufenen Feier lag in den bewährten Händen der Dereinsoorsitzenden Frau Ruhl, die wieder bewiesen hat, daß sie es meisterhaft versteht, Feste zu arrangieren. Am Nachmittag waren die Altersgenossinnen mit ihren Angehörigen und geladenen Gästen bei Kaffee und Kuchen vereinigt. Für die Kinder gab es verschiedene Überraschungen. Mit einem sinnigen Prolog, gesprochen von Frl. B i e r a u , wurde die Abendseier eingeleitet. Ein« abwechslungsreiches Programm sorgte für angenehme Unterhaltung. Frau Brusius, die bekannte Gießener Künstle- rin, erntete für ihre dezenten Darbietungen ftürmi- scheu Beifall. Etwas Besonderes boten Frl. C a ft e i n und Frl. Kröck, die mit ihren Kostümtän­zen jung und alt entzückten. Zwischen den einzelnen Darbietungen erfreute Frl. Bierau mit ihren Liedern zur Laute. In dankenswerter Weise hatte Herr Ruhl die Ausschmückung des Saales und die bengalische Beleuchtung des Gartens übernom­men. Umrahmt wurde die anregende Feier durch die flotten Weifen der bekannten Kapelle Wel­ler, die später bis zur frühen Morgenstunde zum Tanz aufspielte.

** Abonnementskonzert. Für das heute abend auf der Liebigshöhe 8.15 Uhr stattfindende 8. (letzte) Abonnementskonzert ist bei der Auf­stellung der Musikfolge jedem Besucher insofern Rechnung getragen, als die Wünsche, soweit es sich ermöglichen ließ, berücksichtigt wurden. Die OuvertürenWilhelm Teil" undOrpheus in der Unterwelt", sowie die Fantasien:Ma­dame Butterfly",Die Königskinder" undDer fliegende Holländer" sind auf vielseitigen Wunsch in der Musikfolge ausgenommen, ebensoDie Post im Walde". Außer oben angegebenen. Stücken hat Obermusikmeister Löber Charakter­stücke, Walzer und ein Potpourri vorgesehen, so daß jeder Besucher auf seine Kosten kommen dürfte. Die Militärkapelle wird, wie in früheren so auch in diesem 3ahre, ein oder mehrers Sonderkonzerte im Anschluß an die Abonne­mentskonzerte veranstalten. Das erste Sonder­konzert ist vorgesehen für Mittwoch, 7. August, abends 8.15 Uhr, auf der Liebigshöhe.

** Wasserfestlichkeiten. Wenn am näch­sten Sonntag der Himmel nicht allzureichlich Wasser spendet, dürfte die Lahn das Ziel vieler Sport­freunde und Schaulustigen werden. Außer der Re­gatta der Gießener Rudergesellschaft, die alljährlich die Einwohnerschaft an beiden Lahnufern versam­melt, veranstaltet der Männer-Bad-Verein, gegr. 1836, mit der Feier des 93. Stiftungsfestes in fei­ner im laufenden Jahre abermals erweiterten An­stalt ein Strandfest. Der Vormittag ist dem Wett­schwimmen aller Altersklassen gewidmet. Die Ver­anstaltungen am Nachmittag haben nicht nur fest­liches, sondern zum großen Teil auch sportliches In- teresse. U. a. kommt im Wasserballspiel die Gau­meisterschaft der B-Klasse im Gau Hessen der Deut­

schen Turnerschaft zum Austrag. Partner sind Ta Wetzlar II. und To. Gießen 1846 II. Ferner soll ausgeschwommen werden der Christian-Zimmer« Gedächtnis-Wanderpreis. Es folgen Erklärungen und praktische Vorführungen in der Lebensrettung durch die Schwimmabteilung des To. Gießen 1846, Austragung der Gaumeisterfchast der A-SIaffe im Wasserballspiel zwischen To. Wetzlar I. und To. Gießen I. Die Turnerinnen des To. Gießen wer­den mit Wasserreigen und Figurenliegen auftreten. Der unterhaltende Teil besteht aus Konzert. Ge­sangsvorträgen des Quartettvereins, Kinderpolonaife, Wurstschnappen, Preisschießen usw. (Siehe heutige

** $03 olkstümliche Rheinfahrt. Wie das Hapag-Reisebureau in Gießen im heutigen Anzeigenteil mitteilt, findet am Sonntag. 4. August, die dritte volkstümliche Rheinfahrt statt. Es verkehren ein Sonderzug und Sonder­dampfer. Die Abfahrt findet in Gießen morgens um 6.32 Uhr statt; die Reise geht über Mainz Rüdesheim Riederwald Ahmannshausen KoblenzGießen; Ankunft in Gießen abends 22.10 Uhr. so daß alle auswärttgen Teilnehmer noch mit den fahrplanmäßigen Zügen nach Hause fahren können. (Siehe Anzeige.)

Berliner Börse.

Berlin 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Ge- schäftsumfang war zwar gestern abend in Frankfurt etwas geringer geworden, die Tendenz blieb jedoch trotzdem im heutigen Frühverkehr freundlich. Man hofft noch auf eine Ueberrafchung in der hweutigen AEG.-Sitzung, verweist auf die feste Haltung der Kunstseidenwerte im Ausland und glaubt, daß sich die Ermäßigung des Privatdiskonts noch auswirken könne. Kurse sind aber vorläufig noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,81, London gegen Mailand 92,80, London gegen Spanien 33,20, London gegen Kabel 4,8518, London gegen Berlin 20,3650.____________________ _

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten.

Verantwortlich für Politik: i. D. Ernst Blumschein.

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Aus Der Pwvinzialhaupistadt

Gießen, den 2. August 1929.

.Staub, ein Feind der Gesundheit. Don Medizinalrat Or. Weber, Waldkirch. Körperliche Unlustgefühle können wir als Warnungszeichen ansehen dafür, daß uns irgend­eine gesundheitliche Gefahr droht, so auch das Gefühl der Belästigung, wenn wir in staubiger Luft atmen müssen. Deshalb werden wrr schon ganz von selbst solche Gegenden meiden, in denen viel Staub in der Luft herumfliegt, oder in Räumen, in denen viel Staub entwickelt wird, durch Lüftung für Reinigung der Luft sorgen. Aber nicht immer ist dies möglich, und es gibt auch Staub, den wir nicht ohne weiteres wahr­nehmen und der uns trotzdem schwer gefährden kann, so daß wir auf Mittel sinnen müssen, die Staubentwicklung nach Möglichkeit zu verhüten, oder dem Staub seine gefährliche Eigenschaft zu nehmen.

Die Gefahren des Staubes find dreifacher Art. Einmal kann der Staub giftige Bestandteile ent­halten, wie es in gewissen Gewerbebetrieben vor­kommt. Dann kann der Staub aus kleinsten, scharfen, zackigen und kantigen Körnchen bestehen, die die Schleimhäute der Lunge verletzen und sich in diese einbohren, so daß schließlich, wie bei Steinhauern und Kohlenarbeitern, die ganze Lunge von solchen Massen durchsetzt wird. End­lich können an die kleinsten Staubteilchen Krank­heitskeime gebunden sein, die lange in der Lust Herumfliegen und von uns eingeatmet werden. Das ist die Gefahr des täglichen Lebens. Wir brauchen nur einmal in einem anscheinend ganz sauberen Zimmer einen Sonnenstrahl zu beob­achten, der durch eine Lücke des Fensterladens fällt, und wir sehen das Spiel der Myriaden von Sonnenstäubchen, die auf und nieder tanzen. Eine restlose Beseitigung des Staubes in der Wohnung ist nicht möglich, so sauber wir sie auch halten mögen; aber je weniger Staub vor­handen ist, um so geringer ist die Gefahr, krank zu werden, denn die Ansteckung hängt sehr wesentlich von der Menge der aufgenommenen Keime ab.

Es kommt also für die Gesunderhaltung auf zweierlei Mittel an: einmal die Staubbildung und Staubaufwirbelung möglichst zu verhüten, zwei­tens zu vermeiden, daß die Staubteilchen mit Krankheitskeimen beladen werden. Der erste Zweck wird erreicht durch größte Sauberkeit in der Wohnung, durch Bermeiden trockenen Auf- kehrens der Böden. Auch zum Abwischen von Möbeln und Wänden bedient man sich zweck­mäßig eines leicht angefeuchteten Lederlappens, damit der Staub immer gleich gebunden wird. Das Reinigen der Schuhe vor Betreten des Zim­mers verhütet, daß neuer Schmutz hereingetragen wird, der wieder zu Staub zerfällt. Fleißiges Lüften und Durchzug treibt den in der Luft schwebenden Staub zum Fenster hinaus.

Die Bazillen im Staub stammen vom Menschen, der irgendwie krank ist, oder selbst gegen An­steckung unempfänglich, ansteckende Keime in sich beherbergt und um sich verstreut. Dies geschieht in den meisten Fällen durch die Atmungsorgane beim Husten, Riesen, Sprechen und besonders beim Ausspucken. Bei jedem Hustenstoß, aber

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Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 5384D.

Gießen, den 17. Juni 1929.

I. A. des Amtsgerichts Gießen^ Leo, Ortsgerichtsoorstehek,