lich hat sich der 1898 durch Oberreallehrer ®er- Hard begründete Gesangverein „H a r m o - nie" entwickelt. Sein Gründer leitete den Verein mit seinem künstlerischen Verständnis bis zum Ausbruch des Weltkrieges. In seinem Rachfolger Reallehrer Haas hat der Verein einen tüchtigen, strebsamen Dirigenten gefunden. Schon früher hatte der Verein in Konzerten und bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen zahlreiche Deweise seines Könnens gegeben. Sonntagabend trat er in einem gutbesuchten Konzert im „©olmfer Hof" erneut in die Oeffentlichkeit, wobei er seine treffliche rhythmische Disziplin und Tonfülle unter der sicheren Stabführung des Dirigenten bewährte. Die Vortragsfolge war sehr reichhaltig. Die Orchestervereinigung L a u b a ch (Leitung Christoph Högel) hatte ebenfalls wesentlichen Anteil an den schönen Erfolgen des Abends. Ebenso entzückte wieder die Konzertsängerin Liesel Döhm, verständnisvoll vom Pianisten Theodor Dröckelmann begleitet, durch ihren biegsamen, weichen Mezzo- Sopran.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
0 Aus dernKreiseWetzkar, 30. April. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat in der Zeit vom 15. März bis 15. April eine wesentliche Senkung erfahren; die Zahl der Hauptunterstühungsemp- fänger ist um über 1200 zurückgegangen. Am 15. März wurden unterstützt, a) in der Arbeits- losenversrcherung 1395 männliche und 145 weibliche Hauptunterstühungsempfänger mit 1849 Zuschlagsempfängern, b) in der Krisenfürsorge 82 männliche Hauptunterstützungsempfänger mit 156 Zuschlagsempsängern, c) in der Sonderfürsorge 1790 männliche und 19 weibliche Hauptunterstützungsempfänger mit 2246 Zuschlagsempfängern. Die Zahl der Llnterstühungsempfänger betrug am 15. April a) in der Arbeitslosenversicherung 1855 männliche und 199 weibliche Haupt- unterstützungsempsänger mit 2450 Zuschlagsempfängern, b) in der Krisenfürsorge 125 männliche Hauptunterstühungsempfänger mit 252 Zuschlagsempfängern. In der Sonderfürsorge wurden am 15. April Arbeitslose nicht mehr unterstützt.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 30. April. Die Frauen unseres Dorfes hatten am Sonntag einen seltenen Festtag. Es galt, das 40jährige Dienst- j u b i l ä u m der Hebamme Luise Schmidt Witwe zu feiern. Ein langer Zug unter Vorantritt des Posaunenchores, der Gemeindevertretung und des Ortsgeistlichen, bewegte sich am Rach- mittag von der Wohnung der Jubilarin zum festlich geschmückten Saalbau Weimer, wo bei Kaffee und Kuchen in verschiedenen Ansprachen der Verdienste der Gefeierten in ihrem verantwortungsvollen Berufe gedacht wurde. Der Kreisarzt aus Biedenkopf, die Aerzte Dr. Lang und Dr. Wetz aus Wetzlar, Dr. B u ch a ck e r aus Ahbach, sowie mehrere benachbarten Hebammen beteiligten sich an der Feier. Außer dem Posaunenchor verschönte noch der Gesangverein »Lie- derkranz" durch einige Lieder die Feier. Die Iubilarin wurde von der Gemeinde und von den Frauen reichlich beschenkt.
Maingau.
WSA. Frankfurt a. M., 1. Mai. Zu dem vor einigen Tagen gemeldeten Autodieb- st a h l, bei dem die Diebe im Stadtwald von einem Polizeibeamten gestellt wurden und es zu einer gegenseitigen Schießerei kam. wird mitgeteilt, daß es der Kriminalpolizei gelungen ist, die Täter zu ermitteln. Fe st genommen wurde der Arbeiter Otto Schaber. Der andere Beteiligte ist der entwichene Fürsorgezögling Rudolf K l ö s von hier, der bereits wegen verschiedener Autodiebstähle gesucht wird.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 30. April, tim seine Waren besser an den Mann bringen zu können, hatte ein in einer Großstadt wohnender Kaufmann bei tieber- sendung der Waren jedem Kunden eine Anzahl Kaufvertragsvordrucke zwecks Zuführung neuer Kunden beigelegt und diesem für jeden erbrachten Kunden eine seinem Konto gutzuschreibende Vergütung versprochen. Das Amtsgericht Bad- Rarcheim erblickte darin eine verbotene öffentliche Ausspielung von Waren und verurteilte chn zu einer Geldstrafe von mehreren hundert Mark. Auf seine Berufung hin wurde dieses Urteil aufgehoben und das Verfahren infolge Verbrauchs der S t r a f k l a g e eingestellt. Es wurde jetzt festgestellt, daß der Angeklagte wegen desselben Vergehens bereits durch ein anderes Gericht rechtskräftig verurteilt worden war.
Ein wiederholt vorbestrafter Arbeiter verfolgte gegen ein tirteil des Amtsgerichts Vilbel zwecks Herabsetzung der Strafe Berufung. Im übrigen war er geständig, sich erneut zweier Diebstähle schuldig gemacht zu haben. Seine Berufung hatte insofern Erfolg, als die gegen ihn erkannte, Gefängnisstrafe aus ein Iahr herabgesetzt wurde.
Wegen verbotener Iagdausübung war ein über 65 Iahre alter Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Da diese Strafe zu gering erschien, verfolgte die Staatsanwaltschaft Berufung. Der Angeklagte hatte kurz hintereinander einen Hasen, einen Fuchs und innerhalb der Schonzeit ein weibliches Rehwild abgeschossen. Wegen gewerbsmäßigen Wilderns wurde er jetzt zu drei Monaten Gefängnis verurteilt und außerdem auf Einziehung des benutzten Gewehres und der übrigen Iagdgeräte erkannt.
An der Kreuzung Licher Straße und Am Rahrungsberg war im vergangenen Iahr ein Hanomag mit einem Motorradfahrer zusammen- gestohen, wobei letzterer nicht unerhebliche Verletzungen davontrug. Wegen fahrlässiger Körperverletzung war der Führer des Hanomag durch das Amtsgericht Gießen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Berufung hatte keinen Erfolg. Auch jetzt kam das Gericht zu der tieber- zeugung, daß der Angeklagte den Zusammenstoß mitverschuldet hat, und verwarf kostenfällig die Berufung.
Wirtschaft.
Anhaltende Besserung der Wirtschaftslage des Handwerks. Nach dem Bericht des Reichsverbandes des deutschen Handwerks für den Monat April hat die bereits im März eingetretene langsame allgemeine Belebung der H a n d we r k s w i risch a f t ihren Fortgang genommen. Trotzdem darf die Feststellung nicht unterbleiben, daß der Beschäftigungsgrad im gleichen Monat des Borjahres wesentlich günstiger gewesen ist. Die Hauptbelebung ist in den Saisonhandwerken zu beobachten, jedoch konnte sich infolge der nassen und kalten Witterung die Geschäftstätigkeit auch in diesen Handwerksgruppen nicht in dem gewohnten Umfange entwickeln. Nachteilige Wirkungen der Witterung waren vor allem im Baugewerbe zu verzeichnen, wodurch die Bautätigkeit noch nicht in vollem Umfange einsetzen konnte und auch die Baunebengewerbe nur wenig in der Lage waren, Außenarbeiten in Angriff zu nehmen. Die volle Entwicklung der Bautätigkeit wurde ferner durch die in den meisten Zweigen des Baugewerbes geführten Tarif- und Lohnverhandlungen, die noch nicht überall zum Abschluß gekommen find, gehindert. Man hofft jedoch, daß alle diese Schwierigkeiten bald überwunden werden und dann durch guten Geschäftsgang die Verluste der vergangenen Monate ausgeglichen werden können. In den Bekleidungshandwerken, für die der Monat April mit zur Hauptgeschäftszeit gehört, war die Beschäftigungslage einigermaßen zufriedenstellend. In den Metall verarbeitenden Handwerken machte die immer weiter um sich greifende Normalisierung und Typisierung zahlreicher früher vom Handwerk hergestellter Artikel sich nachteilig für den Absatz des Handwerks bemerkbar. In den Nahrungsmittelhandwerken war die Geschäftslage nicht ganz ein- heillich. In den ländlichen Gebieten war infolge der Kapitalknappheit der Landwirtschaft die Lage des Handwerkes überwiegend schlechter, als in größeren Städten. Das Baugewerbe lag hier noch fast ganz still. Nachteilig wirkte sich auch der von landwirt- fchafllichen Organisationen verschiedentlich propagierte Käuferstreik für das Handwerk aus. Die Arbeitsmarktlage hat im Monat Aprll eine ganz bedeutende Erleichterung erfahren; vor allem im Baugewerbe wie in den Bekleidungshandwerken ist die Zahl der Erwerbslosen außerordentlich zurückgegangen. Trotz der schwierigen Geschäftslage find in den meisten Berufen neue Lohnforderungen gestellt worden. Die Beschaffung der Rohstoffe und Halbfabrikate machte keine Schwierigkeiten. Preisänderungen werden nur in geringem Umfange gemeldet.
Oer Gaatenstand Mitte April.
Die Preisberichtstelle beim Deutschen Landwirtschaftsrat hat am 15. April Erhebungen über den Stand derWintersaaten durchgeführt. Die Angaben der Berichterstatter wurden in Prozentziffern gemacht, wobei 100 Prozent einen Saatenstand bedeuten, wie er in einem allgemein günstigen Iahre in der jeweiligen Jahreszeit erwartet werden darf. Die Ziffern für Winterweizen lagen in den einzelnen Teilen des Reiches meist zwischen 82 und 93 Prozent. Darunter blieben u. a. die Pfalz mit 65,3 Proz. und Ostpreußen mit 67,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahre liegen die Verhältnisse in Ost
deutschland weniger ungünstig, während in Süd- und Westdeutschland etwa die vorjährigen Aussichten gemeldet wurden, die zwischen 75 und 92 Prozent schwankten. Der Stand des Winterroggens wird meist auf 80 bis 91 Prozent beziffert. Die östlichen Gebiete blieben im Gegensatz zum Vorjahre (außer Ostpreußen mit 64,4 Prozent gegen 66,2 Prozent im Vorjahre) kaum hinter den übrigen Teilen des Reiches zurück. Wintergerste zeigte einen ungleichmäßigen Stand. Die Angaben schwankten zwischen 44 und 88 Prozent. Bemerkenswert ist auch hier die niedrige Ziffer der Pfalz mit 44,2 Prozent gegen 90 Prozent im Vorjahre.
Die Auswinterungsschäden hatten nur vereinzelt stärkeren timfang. In Prozent der Anbaufläche lagen sie nur in Ostpreußen und der Pfalz höher als im Vorjahre. In Braunschweig, Lippe, Hannover, Reg.-Dez. Kassel, der Rheinprovinz und in Oldenburg werden die Auswinterungsschäden etwas höher geschäht, als im übrigen Reiche.
*
* Konkurse und Vergleichsverfahren. Rach einer Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im April durch den „Reichsanzeiger" 885 neue Konkurse und 464 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für März lauten 930 bzw. 352.
* Adlerwerke vorm. Heinr. Kleher A.-G., Frankfurt a. M. In der gestrigen Generalversammlung wurde über die Sanierungsanträge beraten. Rach langen und teilweise lebhaften Auseinandersetzungen beschloß die G.-D. Herabsetzung des Grundkapitals der Gesellschaft im Verhältnis 2:1 auf 9 635 500 Mk. gegen i 37 596 Stimmen und W e ereihö ung d s Stamm - aktienkapitals um 15 345 000 Mk. auf 25 Mill, und des auf 10 500 Mk. herabgesetzten Vorzugsaktienkapitals um 10 500 auf 21 000 Mk. gegen 35 621 Stimmen. Gegen diese Beschlüsse gaben fünf Aktionäre Protest zu Protokoll. Der Geschäftsinhaber der Darmstädter und Rationalbank. Jakob Goldschmidt, wandte sich gegen die zu Beginn der Versammlung gegen die Danatbank erhobenen Angriffe und betonte, daß - das Institut durch die tiebernahme der neuen Aktien zu 105 Prozent ein großes Risiko eingehe, doch halte er es für die Pflicht der Danatbank, der deutschen Automobilindustrie und insbesondere den Adlerwerken wie schon seither weiter beizustehen. Die Danatbank werde deshalb nicht von ihrem formellen Recht, von der tiebernahme- offerte zurückzutreten, Gebrauch machen. Verschiedene mit den Kapitalveränderungen verbundene Satzungsänderungen wurden einstimmig gutgeheißen, darunter die Einschaltung eines Zwi- schengeschäftsjahres vom 1. Rovember 1929 bis 31. Dezember 1929 und künftige Verlegung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr.
* Schriftgießerei D. Stempel A. - G., Frankfurt a. M. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 1928 einen Rohgewinn von (in Millionen Mark) 1,90 (1,75). Rach Abzug der tinkosten in Höhe von 1.24 (1,24) und der Abschreibungen von 0,30 (0,19) verbleibt einschl. 0,074 Vortrag ein Reingewinn von 0,47 (0,41), woraus 0,062 (0,05) den Rücklagen und Stiftungen zugeführt, wieder 6 Proz. Dividende auf 0,02 Vorzugsaktien und 10 (9) Prozent auf 3.20 Stammaktien verteilt werden. Zum Vortrag verbleiben 0.064.
• Frankfurter Maschinenbau-A.-G. vorm. Pokorny & Wittekind, Frankfurt a. M. Die Bilanz von 1928 schließt mit einem Rohgewinn von 509 663 Mark (i. V. 705 228). In der gestrigen Aufsichtsratssihung wurde beschlossen, der G.-V. (28. Mai) vorzuschlagen. aus dem nach Abschreibungen von 224 990 Mk. (i. V. 208 064) verbleibenden Reingewinn auf die Stammaktien eine Dividende von 4 Prozent zu verteilen. Die Vorzugsaktien erhalten die sahungsgemäße Dividende von 6 Prozent. Das erste Quartal des laufenden Jahres hat sich befriedigend gestaltet.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a.M., 2.Mai. Tendenz zurückhaltend. — Nachdem im Vormittagsverkehr die Stimmung noch freundlich war, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes große Zurückhaltung bemerkbar. Der Hauptgrund war woyl in der gänzlichenOrderslofigkeitzu suchen. Auch die Auslandkäufe, die gestern in größerem Umfange vorlagen, haben heute beträchtlich nachgelassen, so daß das Geschäft äußerst minimal blieb. Zur ersten Notierung gelangten nur wenige Papiere. Eine gewisse Beruhigung ging davon aus, daß die Lage in Paris weiter günstig beurteilt wird. Im allgemeinen war es jedoch nicht unfreundlich. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht uneinheit
lich, bei den sonst bevorzugten Werten waren sogar noch Gewinne bis zu 2 v. H. zu verzeichnen. So waren Kaliwerte, die bis 2 v. H. gewannen, etwas gefragter. Auch setzten Elektropapiere, z. B. AEG., Bergmann, Felten, Gesfürel und Schuckert, bis 1,5 v. H. höher ein, Siemens dagegen angeboten. Auch J.-G.-Farben waren, nachdem vorbörslich ein Kurs von etwa 250,50 zu hören war, zur ersten Notierung angeboten und etwa 1 v. H. schwächer. Etliches Interesse bestand noch für Wayß 8-Freytag, Deutsche Linoleum. Am Montanmarkt lagen Mannesmann, die bis 1,25 o. H. anziehen konnten, lebhafter gefragt Hier regte die Mitteilung von einer Dividendeverteilung von 7 v. H., statt 8 v. H. an, da vor einiger Zeit die Mutmaßung umlief, daß evll. überhaupt keine Dividende ausgesetzt werden würde. Auch Vereinigte Glanzstoff waren mit plus 3 v. H. gefragter. Aus einige Jnteressenkäufe wurden Reichsbank mit plus 3 v. H. aus dem Markt genommen. Die übrigen Werte waren meist leicht gedruckt. Renten ohne besonderes Geschäft, jedoch zumeist weiter leicht nngeboten. Im Verlaufe wurde die Tendenz schwächer, und es traten bei stillem Geschäft auf Abgaben Kursrückgänge ein. Deutsche Linoleum und Siemens verloren je 3 v. H., Farben, AEG. und Schuckert 1 bis 2 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 5 v. H. etwas leichter. Am Devisenmarkt war die Lage im allgemeinen ruhig. Nur Spanien war etwas abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4 2175, gegen Pfund 20 473, gegen Paris 124.1750, London gegen Kabel 4 8534, gegen Mailand 92,65, gegen Madrid 33,90, gegen Holland 12,07.
Berliner Börse
Berlin, 2.Mai. Im heutigen Vormittagsverkehr zeigte sich das übliche Bild der Geschäftsstille, doch war die Tendenz immerhin recht freund- l i ch. Vorbörslich ergaben sich mehrprozentige Kursbesserungen, die sich aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs nicht ganz halten konnten. Die ersten Kurse stellten sich aber doch meist 1 bis 3 v. H. über gestern Schluß. Man beurteilte auch heute die Aussichten für eine Einigung in Paris wieder g ü n ftj g und verwies auch darauf, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht wieder in Paris fei. Die gestrige Neuyorker Börse war zwar nicht einheitlich, Neu- york lag aber doch ziemlich fest und Tagesgeld war weiter leichter. Das Geschäft war sehr ruhig. Die Spekulation nahm einige Deckunaen und Rückkäufe vor, da man an verschiedenen Märkten (z. B. Kali) Auslandinteresse beobachten wollte. Außerordentlich schwach eröffneten Polyphon. Man brachte die großen Verkäufe von Grammophonaktien an der Neuyorker Börse in Zusammenhang mit einer Meldung, wonach die Grammophontrusteinigung schon gescheitert sei. Von Banken waren Berliner Handelsgesellschaft etwas niedriger. Nur Reichsbank bis 3,5 d. H. höher. Kaliwerte waren lebhafter. Von Montanwerten konnten Rheinische Braunkohlen und Stolberger Zink bis fast 5 v. H. anzie- ben. Aschaffenburger Zellstoff, Spritwerte, Deutschs Atlanten, Feldmühle, Papier und Bemderg waren etwas gefragt und bis 6 v. H. höher. Deutsche Anleihen zogen wieder stärker an. Ausländer durchweg schwächer, besonders Bosnier, Türken und Mexikaner. Nur Mazedonier etwas fester. Der Pfandbriefmarkt war ruhig und bis jetzt unverändert. Der Geldmarkt zeigte kaum Zeichen einer Entspannung. Tagesgeld war mit 8.5 bis 10,5 v. H. noch immer gefragt. Monatsgeld 8,5 bis 9,5 v. H. Warenwechsel ohne Umsatz.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 2. Mai. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heute wieder bei äußerst geringem Angebot und abwartender Haltung der Händler in fast geschäftsloser Haltung. Für Brotgetreide, namentlich für Weizen, bestand einige Rachfrage, bei dem knappen Angebot konnte der Preis für Weizen um 0,25 Mk. anziehen. Es wurden notiert: Wei'.en 24, Roggen 22.75, Sommergerste für Brauzwecke 23,75 bis 24, Hafer, inländischer 24 bis 24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22, Weizenmehl, südd. Spezial 0 32,25 bis 32,75, Roggenmchl 30 bis 31, Weizenkleie 1310, Roggenkleie 13,75. Tendenz ruhig.
Buntes Allerlei.
Alexander Wyneken tritt in den Ruhestand.
Der Mitbegründer und bisherige alleinige Geschäftsführer und Chefredakteur der „Königsberger Allgemeinen Zeitung", Dr. Hauptvorstandes des Vereins Deutscher ZeitungS- h.c. Alexander Whneken, Ehrenmitglied des Hauptoorstandes des Vereins Deutscher Zcitungs- verleger, der 53 Iahre lang an der Spitze der Zeitung gestanden hat, tritt am 1.Mai in den Ruhestand. In Würdigung feiner Verdienste ist er in den Aufsichtsrat der „Königsberger AN- gemeinen Zeitung" gewählt worden.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse
Berlin
Rranfrun a M.
Schluß-sPnsang flute1 ftutj
1.5. !
2.5.
2-5.
Datum
1.5.
Banknoten
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
Brief
16,54 169,90
22,24 112,62
59,30
2,53 112,93 81,61 61,32 12,54 73,50
Schluß-. bUflt flute flute
Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Philipp Holzmann .... Heidelberger Eement. . . Gement Karlstadt .... Wavß & Freitag.....
Schultheis Pahenhoser . . Osiwetke........
Act. Glanzstoss.....
Bembetg........
Zellstoff Waldhos .... Zellstoff ölschassenbiirg . . (Charlottenburger Wasser . Destauer GaS......
Daimler Motoren . . . .
Deutsche Mafchinen-Fabrik Adierwerle ÄlcDcr ....
Ludw.Locwe . . . .
Nat. Automobil . . . . » Crenfidn 4 Koppel • ■ • Leonhard Tietz . . • • • Bamag-Meguin . . . • • grants. Maschinen . . . . Gtitzner . . . • • •
aenstaedt . . > • •
-mS. ......
Cediroerfe. • ..•••• Mainkrastwerkl.....
Miag. ......
Nekarsulmer ...... Peters Union ...... Gebt. Roeder ...... Voigt 4 Haesfner . . . . Südd. Zucket.....
Berlin' 1. Mai
Geld
Französische 'JZoten ....
16,48
Holländische Noten......
169,22
Italienische Noten......
22,16
Norwegische Noten......
112,18
Deutsch Oesterr, ä 100 Kronen
59,06
Rumänische Noten......
2,51
Schwedische Noten......
112,49
Schweizer Noten ......
81,29
61,08
Tschechoslowakische Noten ..
12,48
Ungarische Noten .....
73,20
sstankfutt a. M.
Berlin
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Berlin
Schluß- Kur«
1 Uhr- flute
Schluß-IAnsang- Kurs ' flut«
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Kurs 1
1-Uhr- Rute
Schluß- Kurs
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Datum
1.5-
2.5.
1 5. |
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Datum |
15.
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1.5.
2-5.
5% Di. Reichsanlethe o. 1927
87,4
—
87,5
—
A E.G. . .......H
169,25
168,5
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169,5
DU Anl.-Mlos.-Schuld nut Aus
52,25
Bergmann . ...... vl
215
216
215,75
217
Wl.-Utem'en
—
52,4
52,4
Glettr. Lieserungen.....1°
155
—
155,75
158
DeSgl. ohne AuSlos.-Rechir .
10,25
—
10,13
10,5
Licht und Kraft ..... 101
208,5
—
208.75
210.5
7% grann. vuv.-iöi- «soiooi. un
Felten & Guilleaume.....6
143
144
143,5
144,75
kündbar bis 1932
4%% Rheinische Hyv.-Bank Clou.
88
—
—-
—
Ges. s. Slektr. Untern.. ... 10
Hamb. Glettr. Werke .... 10
219
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218,5
143
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144,75
Goldpf.
a.(fc®. abg. BorkriegS-Obligation.
76,3
—
—
Rhein. .........8
Schles. Glelir........1°
—
_
159
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Schuckert..... • • • - 8|
241
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101
—
__
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373
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4% Oesterrcichische Goldtte.. .
29,75
—
30
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Tranüradio . ..••••• 8
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—
—
142,5
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4,20% Oeklerr. Silbertte. . . 4% Oesterreich. cinfjettL Nie.
—
—
166
—
166
165,85
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Buderus ....... 6
Deutsche Erdöl ....... 6
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Hatpenet ......... 6
Hoesch Eilen. ........ 8 3üe Bergbau ........8
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_
71,9
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4% Ungarische Goldtte.
4% Ungarische Slaatsr. V. 1910
414% deögl. von 1913
4% Ungarische ßtonentte.. .
4% Tütl. Zollanleihe v. 1911
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Serie 1
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4'4% Rumänen Goldanl. von 1913
23,75
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1 11111
127,5
131
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17
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114,5
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129
Oberfchlei. Eilend. Bedarf. . . 5
—
—
82,25
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—
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8
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11
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12
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Deutsche Bank
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56,75
—
56
56
. 0
—
—-
50,5
51,5
. 5
—
—
50,25
50,5
10
—
—
213
215
. 0
——
—
—
29
. b
—
—
92
. 6
—
—
283,5
282,5
• O
—
—
—
. G
53
52
55
—
11
85
—
85,5
—
10,5
—
—
—
. 4
63,25
—
63,25
—
. 8
113
—
—
—
—
—
—
—
10
123,5
—
122,13
123,5
—
—
18
— —
. 8
125
—
125
_
10
114.5
—
—
205
—
205
. 8
150,5
150,25
150
1. Mai
2. Mai
Amtliche Notierung
Amtliche 9 Geld
Dotierung
Briet
(Seid
Brie,
Amit- :Hott.
169,39
169,73
169,41
169.75
Buen.-Aires
1,772
1,776
1,772
1,776
Btss.-Antw.
58,51
58,63
58,50
58,62
Chrtstiania -
112,35
112,57
112,36
112,58
Kopenhagen
112,38
112,60
112,36
112,58
Stockholm .
112.60
112,82
112,59
112,81
HelnngsorS.
10,593
10,613
. 10,592
10,612
Italien. - -
22,075
22,115
22,085
22,125
London. . -
20,448
20,488
20,449
20,489
Wenuort . .
4,2135
4,2215
4.2135
4,2215
Paris....
16,47
16,51
16,465
16,505
Schweiz . •
81,19
81,35
81,15
81,31
Spanien •
60,59
60,71
60,34
60.46
Japan . . .
1,892
1,896
1,895
1.899
$io de Jan
0,502
0,504
0,502
0,504
Wien In D--
Ccit. abgcst
59,175
59,295
59,16
59,28
Prag . - -
12,471
12,491
12,47
12,49
Belirad • •
7,408
7,422
7,411
7,425
Budapest - -
73,40
73,54
73.41
73,55
Bul arten
3,042
3,048
3,044
3,050
Lissabon
18.85
18,89
18,87
18,91
Danzig. . .
81,74
81,90
81.76
81.92
Konst nnn.
2.067
2,071
2.065
2.069
Athen. .
5,46
5,47
5,455
5,465
Canada
4,180
4,188
4,181
5,189
Uru uay
4,076
4,084
4,076
4.084
Cairo ■ •
20,975
21,015
20,975
21,025
Berlin, 1. Mai
(Äcld
«trief
'.'imeritaniicfcc Noten .....
4,227
-1 247
I3elgifd]c Noten • .......
58.38
58 69
Dänische Noten...... ..
112,13
112,57
Englische Noten........
20,44
20,52


