Donnerstag, 2. Mai 1929
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. W2 Dritter Blatt
eahunocn Der Innungen, wwie uoer uie ^iuuw meyn-iui» : ,r < nv
"-Nicht fiter, Me SanjnxtBramm«. aufaab« p l ° d - - crbfi° te
Nachdruck verboten.
18 Fortsetzung.
berechtigung sei Die Eintragung in Die Hand- werksrotte. Weitere Aenderungen bringe die HandwerkSnovelle sodann noch für die Bildung von Zwangsinnungen, für die Statuten und Satzungen der Innungen, sowie über die Staats-
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Stunden, die er im Kreise Der Kollegen auf den Konferenzen verbracht hatte.
Grünberg, 1. Mai. 3n feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Dem einberat mit der Festsetzung der endgültigen Gewerbesteuer für 1 9 28. Vor der Beschlußfassung soll der Gemeinderechner nochmals über die Sache gehört werden. Das Douaesuch Des Kaufmanns Christoph Schweihguth. der hinter dem Schloßgarten am sog. Rondell ein Wohn-
hauS errichten will, wurde unter der Bedingung genehmigt, daß er auf die Zuführung von Licht. Wasser, Straßenbau und Kanalisation verzu^et. Da die'beiden hiesigen Sportvereine schon mehrmals die Instandsetzung desSp ort-
Der brüllende Schlund.
Aber es war nur ein kurzes, verzweifeltes Aus- bäumen, ein Versuch. Er mißlingt. Wieder schweigen die Maschinen. Run rast alles zu den Kabinen: niemand weiß wohl recht, warum. Gewiß — unter jedem Bett liegen die Korkwesten: jeden Vormittag haben die Schiffsjungen sie wie kleine Mannequins harmlos und unauffällig spa- zierengehenderweise vorgeführt. Aber während man diese entsetzlichen grauen Gürtel aus der Lade reißt, wird erst die Situation in nackter Brutalität klar. Immer näher kommt der Tod: ein kurzes Zappeln vielleicht in den eisigen Wassern des Kattegatt — und dieses herrliche Leben, mit Musik, mit Duft, mit Wein und Frauen, ist vorüber.
Gibt es keine Rettung?
Der Kapitän muß her! Wo ist der Kapitän? Tausende Füße rennen die Treppe hinaus, die zur Kommandobrücke führt: dort oben stehen Drei Männer, die den Anstürmenden weder freundlich noch feindlich entgegenblicken: der Ka' pitän, der erste Steuermann, der Steuergast. In ihren Händen blinken drei Brownings.
Der Anblick der drei schweigenden Männer schafft eine neue Situation. Wer sich verteidigt, hat ein Ziel, das er zu retten wünscht: dieser Gedanke geht durch Hunderte von menschlichen Gehirnen zu gleicher Zeit. Es muß eine Hoffnung geben, sonst würden die drei Männer nicht hier oben stehen.
Der Kapitän nimmt das Wort.
„Die Gefahr ist nicht so groß, als Sie Deuten," sagte er langsam. „Und zu Ihrer Beruhigung kann ich Ihnen sagen, daß zwei Engländer mit aller Kraft auf uns zusteuern. In zwei Stunden müssen sie hier sein."
„In zwei Stunden," murmelte es aus der Menge, „in zwei Stunden ..."
„Inzwischen werden wir. obwohl es überflüssig ist. die Rettungsboote in Bereitschaft sehen. Ich bitte aber, um Panik zu vermeiden, richig in die Kabinen zu gehen. Alles wird gut abgehen."
Man hat das Gefühl, daß man diesem ernsten Manne mit Dem breitgekinnten Amerikanergesicht glauben darf. Man hat das Gefühl, daß er über Kräfte verfügt, über geheime Kräfte, die die Macht haben. Die Hilfe der Götter aus dem Richts herbeizurufen: daß ihm Wind und Wetter dienstbar sind, daß die Wellen der Marconi- Ration. Die Stimme der Sirenen feine Boten sind, über die er nach Belieben kommandiert. Und daß das Schicksal des einzelnen bei diesem starken und ruhigen Wanne in guten Händen ist. Man geht Die Treppe hinunter: unten warten dreißig, vierzig, fünfzig Stewards. Eie haben sich seltsam gewandelt: halb Kellner, halb Gefängniswärter, Die sie waren, haben sie ihren Kellnerberuf unter irgendeinem bestimmten Befehl plötzlich abgelegt. Man erkennt, daß sie zum äußersten entschlossen sind: obwohl man keine
rechtigt zurückwies.
Landkreis Gictzen.
eingeschlossen.
Kreis Schotten.
□ Laubach, 30. April. Für die Schuler Der hiesigen Realschule und Volksschule, sowie der benachbarten Gemeinden fand im Saale des Solmser Hof" ein Vortrag über Tuberkulose, ihre Entstehung, Verbreitung und Bekämpfung durch Dr. Sell von der Landesversicherungsanstalt Darmstadt statt. Der Vortrag wurde durch Vorführung guter Lichtbilder den Schülern veranschaulicht. Abends wurde derselbe Vortrag für Erwachsene gehalten und erfreute sich reger Teilnahme. — G e m e inde r a ts- s j h u n g: Die von dem Lehrerrat der Realschule eingereichte Liste der Freistellen ini Schuljahr 1929'30 fand die Genehmigung des Gemeinderats. Zur Wiederbelebung der Bautätigkeit wurden für die im Jahre 1929 begonnenen Bauten fünf Jahre lang steuerliche Vergünstigungen befürwortet. Die aus Anlaß der Kanalisierung beschlossene OrtS- s ah u ng wurde genehmigt. Das Fahrend es Sprengwagens während des Sommerhalbjahres soll öffentlich vergeben werden. — Eine genußreiche Wanderung unternahm am Sonntag- mittag der hiesige Zweigverein d e s V o- gelsberger Höhenklubs unter Führung von Studienassessor Schweiß gu t. Man wanderte zunächst zum Tiergärtner Weiher, sodann nach Dem Lampertstor, Runde Steinswiese, zum sagenberühmten „Hälleschborn" <Bom an der Halde), Weickartshain, Seenbrücke, Lardenbach. Hier hielt man Einkehr im Gasthaus „Zur Linde" lDiehl). Die Wanderung bot verschiedene herrliche Ausblicke auf Den Oberwald, auf Ulrichstein. Taufstein, Hoherodskopf. In prächtiger Abendsonne wanderte man hochbefriedigt auf dem „Lardenbachcr Fußpfad" heim. — Sehr gedeih-
Vornan einer Nacht
Von Paul Rosenhayn.
des Handwerkerstandes sei es nun, sich auf die neue Handwerlsnovelle einzustellen und an Deren Ausbau tatkräftig mitzuwirten. Deshalb sei für jeden Handwerker der Beitritt zur Organisation eine unbedingte Rotwendigkeit.
Auf den mit lebhaftem Beifall auf genommenen Dortrag folgte eine Aussprache über allgemeine Berufsfragen, wobei auch Beschwerden über Vorkommnisse bei Submissionen der Stadt Alsfeld zur Sprache kamen, wobei Bürgermeister Dr. VöIsing die gegen die Stadtverwaltung erhobenen Vorwürfe als unbe»
Schlage auf; nun ist alles einerlei; der Kapellmeister läßt Den Geigenbogen fassungslos fallen; Durch die plötzliche Stille hört man das Geschrei Der Frauen; und man begreift, daß in Den vor- Deren Teil des Schiffes das Wasser cmbrmgt. Seltsam — Die Maschinen haben aufgehört zu arbeiten: ohne Daß man den Uebergang gemerkt hätte, begreift man es, nur mit Den Re» Den, nicht mit Dem Verstand.
Wieder werden die Türen aufgerissen: jäh Dringt feuchter Wind herein. Rein, es ist Sturm; nie kommt ein Unglück allein. Das Schiff bäumt sich auf. legt sich auf Die Seite, alles mit einer schweren, wie müden Bewegung, so. als ob es sich, ein sterbendes Tier, her Zwecklosigkeit feines Zappelns bewußt wäre. Der Rebel hat plötzlich aufgefjört, Der Wind mag umgesprungen fein man vermag nicht mehr so recht zu denken, alles geht in einem so entsetzlichen rasenden Tempo, Daß Das Gehirn nicht zu folgen vermag. Wan hört Das Klingeln von Signalen, die keiner begreift: brüllend geht die große Dampfpfeife. Man muß sie meilenweit hören; sicher arbeitet auch in Diesem Augenblick Der Morsetelegraph, man ist nicht weit vom LanDe — wohl aber weit genug, um in Der Einsamkeit dieser dunklen Rächt lautlos zu versinken.
Ein hoher Schifssoffizier tritt ein. Er hat ein ruhiges Gesicht; merkwürdig, er hält einen Revolver in Der Hand.
„Keine Gefahr. Ladies und Gentlemen! Wir sind auf ein treibendes Wrack ausgelaufen; cm kleiner Schaden. Er wird schon repariert. Wenn Der Herr Kapellmeister vielleicht endlich die Geistesgegenwart haben möchte, wieder anzu- fangen — in einer Stunde werden Sie über Den kleinen Zwischenfall lächeln"
Aber Die Mahnung ist zwecklos; Denn alles Drängt zu Den geöffneten Türen Der Strom quillt hinaus auf Die nächtlichen Decks, über denen das höhnische Licht Der Glühlampen glitzert. Das Schiff hat sich nach Steuerbord hinübergeneigt; und, während man es angstvoll begreift, neigt es sich weiter. Schreiend Drängt alles hinüber nach BackborD; Türen krachen zurück: Die eiserne Pforte, Die die Welt des De- colletes von Der Zweiten Klasse scheidet, wird plötzlich, wie von unsichtbarer Hand, aus den Angeln gerissen; mit Donnerkrach poltert sie auf das Deck nieder. Ein schwarzer Strom quillt hervor, heulend, mit entsetzlichen Flüchen, An- llagen gegen Den Kapitän, gegen Das Schicksal, gegen Gott gellen durch die Luft. Der Haufe Drängt vorwärts — wie in Dem Gefühl, daß hier oben, in der Well der schimmernden Schultern die Gefahr geringer sei.
Das Stampfen der Maschinen rattert plötzlich wieder auf; Der Atem stockt — sollte das Unglück abgewendet fein?
des Goldwertes bei einer Tilgungsdauer von 30 Jahren abgclöst. Für gewünschte Darablosung werden nach wie vor 10 Proz. deS Goldwerte« vergütet. - Dem Gesangverein..Sanger- kränz" R i d d a wurde anläßlich deS mit seiner 90jähriqen Jubelfeier verbundenen Gesangswett- streites am 29. und 30. Juni und 1.3uli em Ehrenpreis von 100 Mk. gestiftet.
Ridda. 1. Mai. Auf Dem heute hier ab- gehaltenen Frühjahrsmarkt waren 325 Ferkel und Läufer auf getrieben. Eine grofecLy0.?1 Kauflieohaber hatte sich eingefunden. Die Preise waren gegen voriges Jahr sehr hoch. Es teurpen durchschnittlich ein Paar 6 Wochen alte Ferkel mit 75 Mk.. ein Paar 8 Wochen alte mit 90 Mk. und ein Paar Läufer mit 120 Mk. bezahlt. Wegen der hohen Forderungen zögerte mancher Kauflustige mit dem Abschluß und muhte so ohne Erfolg wieder heimkehren. Die Züchter hatten fast alle ihre Ferkel abgesetzt. Die Preise ür fette Schweine sind wieder etwas zurückgegangen. Diese Tiere werden gegenwärtig ür 70 Pfennig das Pfund Lebendgewicht verkauft. , . . . «
- Echzell, 1. Mai. Gestern feierte der älteste Einwohner unserer Gemeinde, der Landwirt Reinhold Stoll, seinen 88. Geburt s t a g. Von Kind auf in der Landwirtschaft tätig, erfreut er sich noch einer verhältnismäßig guten körperlichen Rüstigkeit.
]:[ Gelnhaar, 30. April. Rachdem die Genehmigung zum Bau der hiesigen Wasserleitung vom Ministerium des Innern em- getrosfen ist, konnte dieser Tage mit der Arbeit begonnen werden. Den Hochbehälter bekamen die hiesigen Maurermeister ßeinberger und Weber für 9000 Mark zugeschlagen, die Legung Der Leitung von 4,2 Kilometer erhielt Die Firma Leinertvon Birstein für 42 000 Mk. In dieser Summe ist die Lieferung von Röhren. Anfahren. Aufbrechen und Zudecken, kurz alles in allem,
sichtigung desselben stattfinden. Weiterhin berichtete Beigeordneter Keller über die Schritte, die er in Der Frage ,.R e u b a u e i n e s S p r i t - zenhauses" bis jetzt unternommen hat. Zunächst galt es, Die Desihverhältnifsc deS alten Spritzenhauses sestzustetten. da bei einem vor dem Kriege stattgefundenen Verkaufe dieses Gebäudes für 10 000 Mk. vom Staate damals Der Verkauf nicht genehmigt wurde und Dabei u. a. auch die Behauptung auftauchte, her Grund und Boden gehöre nicht der Stadt. Demgegenüber hat der Beigeordnete an der Hand Der alten Akten einwandfrei festgestellt. daß die Stadt Besitzerin des Gebäudes nebst Grund und Boden ist. Ein vom 11 Mai 1847 von dem damaligen Bürgermeister Henrich mit dem Staat, vertreten durch das damalige Kreisamt Grünberg, abgeschlossener Vertrag Der in Abschrift vorliegt, besagt, daß das Gebäude — damals Arresthaus — m Den Besitz Der Stadt gelangt mit her Beschränkung, Daß eS nicht mit einem Aufbau versehen werden
Waffen in ihren Händen sieht, weih man, daß ic sozusagen Den Zeigefinger am Abzug halten.
Die Stewards kommandieren mit leiser, von Entschlossenheit erfüllter Stimme, daß die Herr- chaften sich sofort in ihre Kajüten zu begeben haben. Die Masse, hypnotisiert von Dem Zwang Der Disziplin, gehorcht; wie das Vieh treiben die Stewards Die Passagiere vor sich her. An den einzelnen Treppentüren spalten sich kleine Kolonnen ab; je spärlicher hie Zahl Der abgefon- herten Passagiere wird, desto fühlbarer wird der eiserne Zwang, den die hinter ihnen Schreitenden ausüben.
Seltsam - aus Dem Saal klingt neue Musil. Man wirst einen Blick über die Reling; das Schiss liegt noch immer still; die Maschinen schweigen: aber der Kapitän hat von naher Hilfe gesprochen. Man muß den Stewards gehorchen daß die Panik verhütet wird, liegt im Interesse aller.
Die Stewards lassen die Passagiere in die einzelnen Kabinen eintreten — vielleicht auch, daß sie sie hineinstoßen: Dann rollen die Kabinen- türen ins Schloß, eine komplizierte und starke Echließvorrichtung macht Die Passagiere zu Gefangenen. Mit verhaltenem Atem sehen es die Weiterschreitenden; Angst wachst in ihren Rerven auf; schon meldet sich Opposition.
Da. plötzlich, mit einem einzigen furchtbaren Buck schießt das vordere Teil des Schiffes ins Wasser.
Run ist alle Disziplin zum Teufel. Die Eiu- geschlossenen brüllten in ihren Kabinen wie Tiere in brennenden Stallungen. Kommandoworte halten durch die Rächt; ertrinken in dem allgemeinen Geheul.
„Zu den Booten!"
Wieder sind plötzlich Schiffsangestellte Da, man weiß nicht, wer sie sind. Sic übernehmen hie Führung; alles klimmt zum Bootsheck emvor. Roch brennen die Lampen, noch beleuchten sie die Schilder mit der Inschrift: Zu den Rettungsbooten.
In den Kabinen schwillt das Brüllen zum Geheul an. Ein paar Matrosen gehen von Tür zu Tür. schließen auf, fassen die Passagiere bet den Händen, führen sie zu den verschiedenen Treppen; jedes Doot hat seine bestimmten Insassen.
Aber mit einem Schlage sind hie Passagiere Sieger. Aus hem Schiffsbauch quillt es heraus, von Den Kesseln, von den Maschinen kommen rußige unh geschwärzte Kerle. Oder sind cs Reger? Man weih es nicht, man begreift nur, Daß in hiesem Augenblick Die ilntcrtoelt siegt — Daß Das Recht des Stärkeren von Dieser Sekunde an das Entscheidende fein wird. Wan hört gellendes Schreien, man hört das Krachen von Schlägen, schmierige Fäuste klatschen nieder auf blühendes Frauenfleisch. Seide zerreißt, krachen'' nun herrscht der Kampf aller gegen alle.
(Fortsetzung folgt.)
eingeführt. .
Fräulein Kolb vom Berufsamt Gießen ergänzte die Ausführungen Des Dortragenden in bezug auf die Beratung der weiblichen Lehr- ^AlSdann zeigte Diplomhandelslehrer Müller 1 Gießen) an Hand von zahlreichen Lichtbildern in einem Ergänzungsvortragc die praktische Aus- sührung Der Berufsberatung in Form von Eig- nungs- und Intelligenzprüfung der Berufssuchenden an besonders hierzu konstruierten Apparaten. , r„_.
Den zweiten Teil der Versammlung füllte em Dortrag des Syndikus Röhr der Handwerks- kammer-Rebenstelle Gießen über die neue HandwerkSnovelle und deren Auswirkung auf das Handwerk aus. Der Redner verstand es ausgezeichnet. Den an sich etwas trockenen Stoff in überaus anregender Weise darzustellcn. Die Handwerkernovelle bedeute nur eine teilweise Erfüllung des vom deutschen Handwerkerstand feit Jahren erstrebten Handwerkergcsehes. Er erläuterte sodann im einzelnen Die hauptsächlichsten Aenderungen gegenüber dem seitherigen Rechtszustand. Als wichtigste Aenderung bezeichnete er die Schaffung Der Handwerksrotte und die Schaffung des neuen Wahlrechts zur Handwerkskammer. Auch hier werde jetzt das parlamentarische Wahlrecht nach Listen mit allgemeiner, geheimer Wahl eingesuhrt. an Stelle Der seitherigen Wahl durch die Ko» verschasten, h. h. durch die Innungen und OrtS- gewerbevereine. Voraussetzung für die Wahl-
Oberheffen.
Handwerker-Tagung in Alsfeld.
tet Alsfeld, 30. April. Am vorigen Sonntag fand im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" in Alsfeld auf Veranlassung des Bezirks Alsfeld des hessischen Handwerks- und Gewerbeverbands unter dem Vorsitz von Gewerbelehrer Rohrbach (Alsfeld) eine allgemeine Handwerker» er samm- lung statt, die auch aus der Umgegend gut besucht war.
Zunächst hielt Dr. Rottenbacher vom De- russamt Gießen einen Vortrag über „Die Grundlagen Der modernen Berufs- be r a tun g“. Der Redner ging davon aus. daß in Der heutigen Zeit Der fortschreitenden Rationalisierung eine öffentliche Berufsberatung Der nach Der Schulentlassung vor Der Berufswahl stehenden jungen Leute eine unbedingte Rotwen- Digteit sei, insbesondere brauche das Handwerk wirklich tüchtige Facharbeiter. Die Hauptaufgaben der Berufsberatung bestehen einmal darin, mit Rat und Tat den Berufsuchenden beizustehen, sodann aber auch durch richtige Verteilung auf hie einzelnen Derufsgruppen Mangel und Lieberfluh an Arbeitskräften in den einzelnen Gewerben auszugleichen. Hierin liege auch die volls- wirtschaftliche Bedeutung Der öffentlichen Berufsberatung. Für die Berufswahl sei zu beachten, daß die Derufseignung wichtiger fei als Die Derufsneigung. Der Vortragende gab sodann einen interessanten Lieberblick über Die Organisation und Die praktische Durchführung Der öffentlichen Berufsberatung. Diese baue sich auf ^rn Personalbogen her entlassenen Schuler unh Schu» lerinnen auf, der unter Mitwirkung her Lehrer, DeS Schularztes und von Fachpsychologen aufgenommen werde und ein möglichst genaues Bild jedes einzelnen Lehrlings gibt. Die Erfahrung habe bewiesen, daß die beratenen Lehrlinge sich besser bewähren, als die ohne Beratung eingestellten jungen Leute. Zur wirksamen Durchführung her Berufsberatung werde die Einführung von Sprechstunden auch auf kleineren Plätzen
Die Musik bricht ab; man weiß nur, daß em Schlag, ein dumpfer, krachender Schlag, durch Den Rumpf Des Schiffes gegangen ist; und daß man Das Gefühl hat, Das Schiff stehe plötzlich mitten im Meere still. Der Schlag hallt noch nach. Die Wände zittern, Das ganze Schiff Dröhnt; Die Luft ist erfüllt von einem unbeschreiblichen Sausen unh Brüllen; bleiche Gesichter wenden sich einander zu; eine Tür geht auf; jemanD lammt herein; man starrt ihn an; es ist cm Mann in irgendeiner Schiffsuniform, nichts Höheres, vielleicht ein Zahlmeister, vielleicht em Bote Des Kapitäns; er geht mit schnellen Schritten durch Den Saal, zu Der Heinen Treppe, die ;uin Orchester führt. Mit Drei, vier Sahen springt er die Treppe hinaus; man sicht ihn Dem Kapell- meifter etwas zurufen, was man nicht versteht, was man nur ahnt. Der Kapellmeister nickte Drei-, viermal, auch er 'st blaß; auAes stiert in Den Saal hinunter, auch sein Blick schweift durch Die hohen Fenster hinaus m das undurch- dringliche, zähe, breiige Grau; der Mann in Der goldbliyenden -Uniform gibt ihm Plotzl^) einen Stoß, daß er taumelt. Da behnnt et sich, er rafft sich, sozusagen, auf. reifet sich zusammcin Er kommandiert irgend etwas, was man nicht versteht. Lind plötzlich rattert cm la nger Mar ch Durch den Raum. Einen Moment langtest sich Die Spannung, die Suggestion dcr flotten Me 'lohte, Das Bewußtsein, daß die bürgerliche Ord nung gesiegt hat. Das ruhige und vertrauen erweckende Gebaren dieses vicrschrotlgcnMan- nes in Der goldblitzenden Uniform - Es Wirt für einen Augenblick beruhigend. das Leben ist doch fester verankert, als man bisher geglaubt batte! Aber ebenso schnell tritt etwas Reues ein: Türen werden auf gerissen, herein sturmen Frauen und Kinder, schreiend; fie werfen Die Arme in die Lust und brüllen etwas m Den Saal. Man weih nicht, was ße wollen; aoer nein, Das ist eine Lüge, Die man sich selbst oor macht; man weiß cs ganz genau.
Immer irrsinniger spielt Die Musil, als ob sie Das Schreien überhröhnen wolle, als ob .öciepi gegeben wäre: Daß diese Herrschaften m Den Smokings unh Decolletes nicht erfahren Durften, was jene Menschen aus her Dritten Klasse ihnen zu sagen haben. Ein paar Schiffsangestellle kommen herein; sie wollen Diese frechen ZwlschenDeck- passagiere zur Räson weisen; in Diesem Augenblick aber geht ein zweiter, noch stärkerer Stofe Durch Das Schiff. Die Musik hört mit einem
!-! Bau bringen, 30. April. Am Sonntag hielt der hiesige Spar, und Dorschußverein m der Wirtschaft Weimer seine diesjährige Gene- r a l v e r s a ,n m l u n g ab. Aus dem Geschäftsbericht, den der Direktor Albach erstattete, sei folgendes berichtet: Der Geschäftsgang zeigte im Laufe des .............
verflossenen Jahres eine erfreuliche Auswarisbewe- Dürfe, ebenso solle es auch nicht zu Wohnzwecken qunq. Der Gesamtumsatz betrug 178 083 Mark. Die verwandt werden. Eine weitere ^dingung war Aktiva stiegen von 57 207 Mk. aus 88 292 Mk.; die noch, daß ein am Hause angeorachtes Sternbild Passiva von 56 801 Mark auf 86 992 Mark. Die des Hl. Antonius an d,e staatliche Domäncnver- Spareinlagen erhöhten sich von 37.144 Mark aus waltung abgeliefert,werden mußte. Aus diesen 65 288 Mark. Darin sind enthalten 2085 Mark der Tatsachen ist cs daher für die Stadt schwierig. Schul parkasse, die von 96 Sparern, das find 73 v. $). durch anderweitige Verwendung des alten Geber Gesamtschülerz-alst, aufgebracht wurden, und wo- I bäudes Mittel für einen Sprihenhausneubau zu durch es möglich war, an die Konfirmanbensparer gewinnen. In her Besprechung wurde aoer vc- 1201 90 Mark an Ostern auszuzahlen. Durch Spar- tont, daß man trotzdem die oadx m jeher Weise Markenverkauf des Adholsystems gingen ein 7303 fbrbern müsse. Auch her Erstand der Frei- Mark gegen 2962 Mark im Vorjahre. Aus bie Ge- willigen Feuerwehr hat sich mittlerwene an bie {diäftsanteile würben 809 Mark einbezahlt, so baß staatliche Brandversicherungsanstalt gewandt und diese jetzt 4744 Mk. betragen. Die Hypothekenforde- um einen Zuschuß für den Reubau gebeten, rungen fliegen von 7000 Mk. auf 24 000 Wik. und I ©t’ciö BÜDiNütN.
bie Schuldscheinforberungen von 34 307 Mark auf I ra.
44935 Mark. Durch bie vermehrten Spareinlagen I ßj Ridda. 30. April. In der jüngsten Gebrauchte kein Bankkredit in Anspruch genommen, m ei n de r a t s s i h u n g tourten u a folgenDc unb es konnte der bestehende sogar auf 10 766 Mk. Beschlüsse gefaßt: Gelegentlich des Herbst herabgesetzt werden. Der Reingewinn beträgt m a r k t e s 1 9 2 9 sott wieoer eine V c r l o s u n g 1)00 35 Mark Daraus werben 10 v. H. Divibenbe I von Vieh, landwirtschaglichen Geraten und Ge- an bie Genossen bezahlt, ein Teil wirb dem Reserve- brauchsgegenständen stattfinten und zwar sotten fonbs iiberw'esen, her dadurch von 1223 Mark auf diesmal 10 000 Lose zu 1 Mk. Sum Vertrieb 1890 Mark erhöht wird. Der Rest wirb her Be- kommen. — Die von Der Provinz unter Kosten triebsrürflagc überwiesen. Die Mitgliederzahl ist beteiligung der Stadt zugesagte Pf la st er ung durch Tob und durch Ausscheiden von Richtinter- d c r n e ue n Dr u cke wird zuruckgeftettt. da nach essen!en von 166 aus 157 zuriickgegangen. Dem Ansicht des Gemeinderats hre^nit der Sache Rechner Braun wurde Entlastung erteilt. Bei her nicht gedient ist sondern eine Erweiterung der Vorltandswabl wurde der Direktor W. Albach, Drucke erforderlich erscheint. — Der Verputz der der Liasse schon 36 Jahre vorsteht, auf weitere ! und äußere Anstrich des Rathauses sechs Jahre einstimmig wiederqewählt. Auch bie laut sott noch vor Dem diesjährigen Sangerfest e; - Satzung ausscheidenb?n zwei Aufsichtsratsmitglieber neuert und bei Dieser Gelegenheit endlich auch wurden wiedergewählt. Nächstes Jahr soll bes Der innere LImk> au De s R a t h a us e S 6P”r “nb S8°rW,”er' m'Ä cToie uTa^tä Ä t Ä eins yKA werde Samstag wurde her Gemeinderat die Befreiung der im Iahre
iii einei Konferenz des Bezirkslehrer- 1929 begonnenen Wohnungsneubauten von Der Vereins Lollar unser verdienter Lehrer Gemeindegrundsteuer für Das Iahr 1929 und «nr. Ehrenmitglied Des Bezirks- die nächstfolgenden 5 Iahre, vorausgeseyt. daß ?ereirtf ernannt Herr Kurz gedachte mit Wor- auch Der Kreis und die Provinz von Erhebung len des Dankes der schönen und gemütlichen, der Grundsteuer Abstand nehmen. - Die An- aber auch her arbeitsfrohen und anregenden schasfung einer Motorspritze su* dw aver aua) ver utinawi ---I Mittige Feuerwehr Ridda wurde zuruckgestettt. da
die mit her Stadt Ridda im Brandhilfeverband stehenden Gemeinden fast ausnahmslos die Beteiligung an den Anschaffungskosten abgelehnt haben. — Die auf die Stadt entfallenden Kosten für die Umänderung der Straßenbeleuchtung belaufen sich auf 500 Mark und wurden übernommen. - - Gemäß Entscheidung des Ministeriums werden die A11 b e s i tz - anleihcnd er Stadt Ridda mit 17,5 Proz.


