Ausgabe 
2.4.1929
 
Einzelbild herunterladen

Dienstag, 2. April 1929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Nr. 76 Drittes Blatt

Lumen, Sport und Spiel

Geschichten aus aller Welt

mögen.

Heimat.

(Fortsetzung folgt.)

Sn Brigittas Augen leuchtete ein plötzliches Verstehen auf.

Sa, ja," sagte Boldenkampf nickend,Sie ha­ben es richtig erfaßt, Kind. Es ist wohl nicht schlimm, wenn ein alter Mann, wie ich, Herzcns- geheimnisse ausplaudert. Die deutsche Heimatluft, Die Sie mir mitgebracht haben, und die mich durch Sie, liebes Kind, plötzlich umweht, mag schuld daran sein. Es gab eine Zeit, da ich Christiane Lührmann zur Frau begehrte und mit nach China nehmen wollte. Sie liebte mich, und ist bald gestorben vor Gram über unsere Tren­nung; aber sie vermochte sich dennoch nicht vom Heimatboden loszureißen, trotz aller Liebe. So ging ich allein. Lange habe ich gehofft, daß sie eines Tages doch zu mir kommen würde. In­zwischen bin ich alt und grau geworden. Eine seltsame Frau, die Christiane Lührmann."

Auch ich habe sie lieb", sagte Brigitta leise.

Seder, der in ihre gütigen Augen blickt, muh sie lieben. Oft treibt mich die Sehnsucht ihret­wegen nach Deutschland; aber ich wurzele nun doch zu fest in allem, und bleibe."

Schwester Srene, meine Vorgängerin, hei­ratete?" fragte Brigitta, um das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken. . ,

Leider zu rasch, daß ich bis dahin nicht einmal Ersah schaffen konnte. Hoffentlich machen Sie es ihr nicht sofort nach, Schwester, das wäre hart für mich, wenn auch nicht verwunderlich, denn an Bewerbern wird es Ihnen noch weniger fehlen."

Fürchten Sie nichts, Herr Boldenkamp, ich werde niemals heiraten", sagte Brigitta Holler­mann fast abweisend.

Holla, Kind, ich möchte daran nicht allzu fest glauben!" rief dieser lachend aus. Aber der Ausdruck in Schwester Brigittas Augen lieh ihn plötzlich stillschweigen.

So war über diese junge, zarte Madchenblute auch schon der erste heiße Sturm der Enttäu­schung hinweggefegt, und hatte sie geknickt.

Brigitta Hollermann erhob sich jetzt schnell, uno reichte dem Missionar die Hand, um sich zurück­zuziehen. . . ,

Er nahm sie fest in die seine und sah ihr ernst und gütig ins Gesicht. Dann sagte er:

Schlafen Sie gut, Schwester Brigitta, die erste Nacht im fremden Land. Merken Sie sich Ihren Traum," setzte er dann scherzhaft hinzu,man sagt, dah dieser in Erfüllung ginge."

Und Brigitta Hollermann träumte in dieser ersten Nacht von zwei blauen, ernsten, ach nur zu gut bekannten Männeraugen, die näher und näher kamen, bis sie ganz in den ihren zu ver­sinken schienen. Dann sank sie, und sank immer tiefer, und erwachte mit einem Namen auf den Lippen.

»Hans-Jörg", «ans er in ihv.

Oie Liebe derBrigtttaHollermann

Vornan von Elisabeth Ney.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Der Missionar sah sie etwas verblüfft an

Sie meinen das Heimweh, Schwester Brigitta. O'ja, das kommt Wohl jeden an. Dem einen früher, dem anderen später. Es ist wie eine Krankheit, die durchgemacht werden muh. Wer glauben Sie mir eines, Schwester, wer einmal den Zauber dieses Landes kennt, den Sieht ertrotz Heimat immer wieder wie mit tausend Süden nach hier zurück. Einmal, vor wahren, war ich in Deutschland, aber die Sehnsucht trieb mich wieder fort, obwohl ich viel Liebes daheimlassen ^'^/e letzten Worte Doldenkamhs hatten müde, traurig geklungen, so dah Brigitta überrascht ^Waren es denn alle Schiffbrüchige des Lebens, die das Schicksal ans ferne Alfer spulte?

Se höher sie mit dem Auto emporkletterten, desto kühler, aromatischer wurde die Luft was nach der Hitze da unten im Hafenviertel un­geheuer wohltätig wirkte.

Die Höhe war erklommen.

Brigitta stieg, von Doldenkamp gestutzt, aus ^Re^ngslos stand sie dann, und genoß die ^Dort ^chts^st das Missionshaus, und die breite, zweistöckige Villa daneben wird nun Ihre Heimat werden, wo Sie hmfort als gestrenge Herrin residieren sollen, unterbrach der Mlssiv nar ihr andächtiges Schweigen.

Brigitta blickte sich verwirrt um.

Eie sah «njctne Dillen, !>je M <n entJuden6en, groben Gärten standen, und sie sah mit langem, umsassendem Bli-I nach dem großen. h-llenHau - mit den langen, breiten Veranden, in das sie nun ^^omL^"L°L-s^r." Ä N«

NUN an von Ihrem Zimmer aus haben können^ denn es ist mit das schönste der Villa, das ich ^Ein^freundUche, ganz in Weih geneidete junge Schwester empfing sie und führte ftg 6,111 kommen heißend, nach dem ersten Stockwerk.

Sie sprach nur gebrochen Deutsch, und Brigitta freute sich ihrer guten englischen Sprachrennt- nisse die ihr eine Verständigung leicht machte.

Nutzen Sie sich nun erst aus Schwester Bri­gitta," sagte die weitzgekleidxte Kollegin freund­

lich.Zum Souper stellen wir Sie dann den anderen vor."

Brigitta, endlich allein mit ihren wild auf sie einstürmenden Gedanken und neuen Eindrücken, vermochte jedoch von der angebotenen Nuhe keinen Gebrauch zu machen.

Sie lehnte noch lange träumend am geöffneten Fenster, und versank in andächtiges Schauen.

Das Heim barg dreißig Kinder in buntem Ge­misch: ffeine Engländer, Franzosen, Japaner und reiche Chinesenkinder. Es waren alles Kinder, die, etwas kränklich oder zurückgeblieben, beson­derer Pflege und Erholung bedurften; im Alter von eins bis acht Jahren. Zwei englische und eine chinesische Schwester betreuten sie. Die deut­sche Schwester, die das Heim bisher leitete, hatte plötzlich geheiratet, und Brigitta sollte an ihre Stelle treten.

Nach der gemeinsamen Wendtafel bat sie Mis­sionar Doldenkamp, noch ein wenig mit auf die dem Speisesaal angegliederte Terrasse zu kommen, da schließlich noch so manches zu reden und zu fragen war.

Drigitta folgte ihm gern.

Die Terrasse führte in den werten, unendlich großen Park, der von Palmen, Zedern und tropi­scher Dlumenpracht angefüllt war.

Man sah in weichen Sesseln, und der Missionar machte sie nunmehr mit allen ihren Obliegen­heiten vertraut. t ,

Der Dienst sollte am kommenden Morgen be­ginnen.

Drigitta merkte bald, daß große, verantwor­tungsreiche Anforderungen an sie gestellt wur­den; aber sie sah den Dingen, dank Schwester Christianes tüchtiger Anleitung, völlig ruhig ent­gegen, im Bewußtsein, dieser Arbeit vollkommen gewachsen zu sein.

Eine stille Freude überkam sie hier, in diesem entzückenden Stückchen Gottesnatur nach Kräften wirken und schaffen zu können.

Allmählich lenkte Boldenkamp das Gespräch auf Deutschland über.

Wie geht es Schwester Christiane; ist sie ge­sund? Wie schaut sie aus?" fragte er plötzlich mit merkwürdig verschleierter Stimme, tue Brigitta aufhorchen lieh.

Dann aber berichtete sie von der gütigen, neben alten Dame und deren Bruder, dem Sanitatsrat Lührmann, in begeisterten Worten.

Der alte Herr sah still-lächelnd dabei, und sah wie abwesend in die Ferne. .. . ,

So hat sie sich also noch gar nicht verändert, die Christiane Lührmann, bis auf das weiße Haar. Das Herz ist jung und gütig geblieben, sagte er dann leise.Wie mich das freut, Schwe­ster Drigitta! Schwester Christiane ist eine tapfere Frau. Seltsam, daß sie nicht tapfer genug war, mit mir in die Fremde zu ziehen.

stündigem Spiel konnte der Mittelstürmer den Siegestreffer für Frankfurt erzielen. Trotz aller Aleberlegentjcit der Frankfurter blieb es aber bei diesem Stande bis zum Schlußpfiff. Notweih Frankfurt konnte beim Turnier in St. Malo in der Bretagne zwei schöne Siege erringen. Am Sonntag schlug sie Al. S. Servonnaise St. Malo mit 1:0 und am Montag eine englische Amateur­mannschaft mit 3:1.

Sn der Schweiz spielte der Freiburger F. C. gegen Biel 3:3. Saar 05 Saarbrücken schlug Solothurn 5: 0 und V. f. B. Stuttgart Lausanne Sport 2:0. Die Stuttgarter Kickers trennten sich vom F. C. Lugano 1:1 und erzielten das gleiche Nesultat gegen die Grashoppers Zürich. Phönix Karlsruhe konnte im Elsaß den F. C. 95 Mülhausen mit 3: 0 besiegen.

Das Pariser Fußballturnier führte am Sonn­tag den V.f.R. Fürth mit der schweizerischen Mannschaft Etoile Chaux-de-Fonds zusammen; trotz großer Aleberlegenheit der Deutschen trenn­ten sich beide Mannschaften 0:0. Ned Star Olym- pique schlug C.A. Paris 3:0. Am Montag konnte V.f.N. Fürth auf Pariser Boden einen bemerkenswerten Sieg über Red Star mit 4:2 erzielen. CA. Paris fertigte Etoile Chaux-de- Fvnds mit 3:0 ab.

Auch der K.F.V. Karlsruhe, der beim Oster- tumier in Luxemburg weilte, kehrte mit zwei schönen Erfolgen zurück. Er schlug Spora Luxem­burg 4:1 und die schweizerische Mannschaft St. Gallen 4:2.

Der Breslauer S.C. 08 muhte in Polen auf grundlosem Spielfeld gegen Wartha Posen an­treten und blieb mit 2:5 bzw. 1:4 geschlagen. Wacker Halle wurde in Südfrankreich von Olhm- pique Marseille mit 4:1 geschlagen.

Handball der O. T.

Io. Vorwärts Mtv. Ludwigshafen 5:5.

Tg. Rödelheim Tg. Biebrich 5:3.

To. Jahn Grünweiß Io. 60 Eoblenz 9:2. Wartburgverein Frankfurt Id. König 4:1. Mtv. Oberrad Ig. Mainz-Kastel 7:4. Ig. Sachsenhausen Ig. Jügesheim 7:4.

Westfalen Dortmund - Zung-Oeutschland-Oarmstadt 6:2. Sm Dortmunder Südbad standen sich am Oster­montag Westfalen Dortmund und Jung-Deutsch» land-Darmstadt im Clubkampf gegenüber. Sämt­liche Staffeln wurden von Westfalen gewonnen, und nur das Wasserballspiel konnten die Darm­städter ganz überlegen mit 9:1 (6:0) gewinnen. Budig, der einen Weltrekordversuch angemel­det hatte, erschien nicht am Start, da die Bahn des Südbades nicht in rekordmähiger Verfassung war und die ganze Veranstaltung ursprünglich im Nordbad vor sich gehen sollte. Ergebnisse: Freistilstaffel 6X100 Meter: 1. Westfalen Dort­mund 6:52,8. Schwellstaffel 50, 100, 200, 300, 200, 100, 50 Meter: 1. Westfalen Dortmund 12:28, 2. Lagenstaffel 3X100 Meter: 1. Westfalen Dort­mund 3:55. Wasserball Iung-Deutschland-Darm- stadtWestfalen Dortmund 9:1 (6:0).

Radrennen in Frankfurt am Main.

Am zweiten Osterfeiertag eröffnete die Stadion- bahn in Frankfurt a. M. ihre diesjährige Saison. Zu den Gröffnungsrennen hatten sich mehrere tausend Zuschauer eingefunden. Den Rennen wurde durch den Ausfall von Sawall und Kre- wer, für die Bauer (Berlin), Schäfer und Christ­mann (Frankfurt) einsprangen, die Sensation ge­nommen. Irn Kleinen Osterpreis über 20 Kilo­meter fuhr der Kölner D e d e r i ch s ein glän-

fernfahrt BerlinWittenbergBerlin über 170 Kilometer zum Austrag. Die Fahrer batten sehr unter der schlechten Witterung zu [eiben. Regen. Hagel und orkanartige Winde machten den Teilnehmern schwer zu schaffen. Am Ziel traf eine fünfköpfige Spitzengruppe ein, auS der heraus S i e r o n s k i (Berlin) knapp vor Gott­wald als Sieger hervorging. Bei den Herren­fahrern kamen drei Mann geschlossen zum Ziel. Sm Endspurt siegte hier Püschel (Berlin). Er­gebnisse: . x

Wertpreisfahrer: 1. Sieronski (Berlin) 6:10.50, 2. Gottwald (Fachenberge), 3.Nitzschke «Chemnitz), 4. Weih (Berlin), 5. Franke (Berlin) dichtauf.

Herrenfahrer: 1. Püschel (Berlin) 6:58.30, 2. Weidenberg (Berlin) eine halbe Länge zurück.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Alarm im Hindudorf.

(c) Kalkutta.

So ganz hat sich die Exotik mit dem Film noch nicht abgefunden. Ja, in China soll es sogar noch Leute geben, die sich nicht einmal vor einen gewöhnlichen photographischen Apparat zu stellen trauen,- weil sie fürchten, dadurch ihr Augenlicht einzubüßen. Da kann man sich nicht wundern, dah die Filmkamera ein Hindudorf in helle Aufregung versetzt hat und fast zu Mord und Totschlag führte.

Ein englisches Filmunternehmen veranstaltete Aufnahmen in einem Dorfe des indischen Ge­bietes Gudzerat, wobei eine Räuberszene dar- gestellt werden sollte. Leider hatte man es ver­absäumt, die Dorfbewohner rechtzeitig von dem Plan zu verständigen, und als nun die Film- schauspieler unter dem ohrenbetäubenden Ge­schrei der Regisseure und dem Lärm des Auf­nahmeapparates als Räuber verkleidet durch die Straße zogen, ergriff die Bevölkerung Entsetzen. Sie hielt die Filmdarsteller für wirkliche Ban­diten, den Ausnahmeapparat für ein Maschinen­gewehr, und während Frauen und Kinder ihr Heil in wildester Flucht versuchten, fielen die Männer über die Schauspieler her und ver­prügelten sie nebst den Regisseuren mords- jämmerlich. Schließlich wurde aus der benachbar­ten Stadt telephonisch polizeiliche Hilse von den Bauern angefordert, die dann aber bald zum größten Erstaunen der Hindus für die Fremd­linge Partei ergriff, von denen der größte Teil ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. An sich hätte die Filmgesellschaft zufrieden sein können, wirkliches Leben ausgenommen zu haben, doch die Aufnahmeapparate, die Filmrollen, waren total zerstört. Als einziges Aktivum bleibt die Reklame für das betreffende Filmunterneh­men übrig, dessen Name aber gerade aus diesem Grunde verschwiegen sei.

Stillcben im Haifischmagen.

(n) Stockholm.

Matrosen eines schwedischen Schoners hatten auf der Heimreise von Ceylon in den dortigen Gewässern einen ungewöhnlich großen Hai, ge­wissermaßen zum Zeitvertreib, erlegt. Dom Ha^ fisch sind für den Seemannsgaumen bekanntlich nur die Flossen genießbar. Nachdem diese solch löblichem Gebrauche zugeführt worden waren, bekam einer der Maaten den Einfall, an einem Haifisch einmal anatomische Studien zu machen, insbesondere aber seinen Mageninhalt zu studie­ren. Das Monstrum wurde also waidgerecht

zerlegt, der Magen anfgeschnitten, und der hier gemachte Befund ist nicht nur aufschlußreich für den Zoologen und Biologen, sondern auch inter­essant für jeden Verfasser spannender Aleberfec- romane.

Man fand in dem Magen des Hais, der offen­bar gerade an seinem Todestage ein» überaus reichliche Mahlzeit eingenommen und noch kaum verdaut hatte, folgende fchöne Dinge: einen Sarong (malahisches Bekleidungsstück). einKisten- brett, einen toten Hund, vier wohlerhaltene Edamer Käse, rund und rot wie gerade aus der Molkerei gekommen, etwa 1 \ Zentner Fische und andere Meerestiere, ein Silber-Nagelpflege- neeessaire. ein Aktenbündel, zum größten Teil unleserlich, eine Musterpackung mit Klavierhäm­mern einer Berliner Firma, einen Knäuel Kapot (in der letzten Zeit oft angewandter pflanzlicher Bettfedcrnersatz aus Niederländifch-Indien), eine verrostete Ankerspihe, einen Ballen anscheinend englischer Zeitungen, drei Flossen und Skelett­teile eines jungen Haifisches und eine zwischen Ellbogen und Gelenk durchgebissene Menschen­hand.

Das ist nicht etwa Seemannslatein oder eine verfrühte Hundstagemeldung, denn der Kapi­tän des Schoners hat das alles fein säuberlich in sein von der Stockholmer Reederei eingesehenen Logbuch eingetragen. Mit dem gleichzeitigen Ver­merk. daß seine Leute feine Haifischflossen mehr

zendeS Rennen und konnte einen leichten Sieg herausfahren. Der Große Osterpreis über 70 Kilometer mußte nach 10 Kilometer wegen Re­gens abgebrochen werden. Die Rennen wurden auf Mittwochabend verlegt. Ergebnisse: Kleiner Osterpreis 20 Kilometer: 1. Dederichs (Köln): 16:01,2; 2. Dauer (Berlin) 340; 3. Schäfer (Frankfurt) 600 ; 4. Thollembek (Brüssel) 730; 5. Aerts (Brüssel) 1280 Meter zurück. Flieger­hauptfahren für Amateure: 1. Schmitz (Frank­furt). Großer Osterpreis, 70 Kilometer. Stand bei 10 Kilometer: 1. Dederichs 8:45; 2. Thollem­bek 150 Meter, 3. Aerts 180 Meter, 4. Dauer 220 Meter, 5. Christmann 320 Meter zurück.

Berlin Wittenberg Berlin.

Die Ortsgruppe "Berlin der Deutschen Rad- sahrer-Alnion brachte am Ostermontag die Rad-

Techaus ade!

(c) I o k i o.

Japan konnte bisher den Ruhm für sich in An­spruch nehmen, trotz aller Modernisierung doch feine Iradition und mit ihr feine Romantik bewahrt zu haben. Die ganze Lebenshaltung des japanischen Volkes deutet darauf hin, daß sich an diesen Ver­hältnissen grundsätzlich in absehbarer Zeit auch nichts ändern wird. Nur ist jetzt eine Bresche in die Romantik des ostasiatischen Kaiserreiches geschlagen worden: das leehaus oerschwindet, jene Viertel der japanischen Großstädte, wohin sich noch Menschen, die dem Magnetismus des modernen Lebensrhyth­mus nicht erlegen waren, flüchten konnten. Um der Wahrheit gerecht zu werden, es gab auch andere Flüchtlinge". Jedenfalls sah sich die japanische Re­gierung jetzt oeranlaßt, die Errichtung neuer lec- Häuser nicht mehr zu gestatten, und den bestehen­den Instituten den Gewerbeschein zu entziehen. Es erhebt sich allerdings damit eine große soziale Frage: was soll aus den von soundsovielen Ope­retten her jedem Europäer bekannten Mädchen wer­den, die auf eine Art, die in der ganzen Welt nicht nachgeahmt werden kann, den Besuchern den lee

Sie richtete sich in ihrem Bett auf und sah, dah es noch Nacht war.

Wieder nagte die seltsame Alnruhe in ihr, o dah sie zuletzt aufatmend einen Morgenrock überwarf und hinaus auf die kleine Veranda ihres Zimmers trat.

Die Nacht war warm und eigentümlich feucht.

Unter ihr lag jetzt tiefschwarz das Wasser des Ozeans.

Taufend Lichter glitzerten vom Ufer her und von den unzähligen Schiffen, die wie lichte Ge­stalten gespenstisch langsam dahinglitten.

Weiter links lag, wie in unzählige Feuerlimen getaucht, die Stadt Hongkong mit ihren groß­städtischen, europäischen Restaurants, feenhaft be­leuchteten Cafes und Gärten.

Lange stand Drigitta unbeweglich, und sah träumend auf diese glitzernde Märchenwelt.

Shr Traum fiel ihr wieder ein.

Merken Sie sich, was Sie geträumt haben, man sagt, daß cs in Erfüllung ginge", hatte der Missionar gesagt.

Sie lächelte bitter.

Hans-Jörg Eggenbrecht war wohl nun für sie für immer verloren, nachdem sie selbst Länder und Meere zwischen ihn und sich gesetzt hatte.

Wo mochte er weilen?

Lieber Gott, wenn ich nur das eine wüßte, ob er noch lebt und ob er wohl noch an mich denkt", flüsterte sie traurig, und eine Träne löste sich langsam aus ihren Augen.

Dann aber lachte sie bitter auf.

Wie konnte sie von ihm ein freundliches Ge­denken erwarten, wo er doch in jener Nacht ge* demütigt, bis ins Innere getroffen, von ihr gegangen war?

Müde kehrte Drigitta endlich ins Zimmer zu­rück, und erst ganz allmählich sand sie den all­erbarmenden Schlaf.

Tante Gitta, liebe Tanta Gitta!" Bald schallte auch hier dieser Rus der kleinen, bunt zusammen­gewürfelten Schar sehnsüchtig nach der stets hei­teren, blonden Schwester, die so schön zu erzählen und zu spielen verstand, wie keine der anderen Schwestern.

Aber nicht nur die Kleinen, auch die Erwach­senen fügten sich ganz Brigittas gütiger Leitung, die sie fest und bewußt in ihren kleinen Hän­den hielt.

Missionar Boldenkam kam des Abends stets vom Missionshaus herüber, und dann faßen sie an den herrlich warmen Maitagen auf der großen Parkterrasse und plauderten von der alten Heimat.

So war Brigitta Hollcrniann restlos glücklich, btt, auf das nagende innere Leid, das hier beinah noch stärker an ihr zehrte als in der alten

Der Osterfußball in Süd- und Westdeutschland.

Die Spiele um die süddeutsche Meister- schäft wurden am Sonntag mit drei Ireffcn fortgesetzt. In der

Runde der Meister

siegten die Münchener Bayern in Neunkirchen über Borussia Neunkirchen erst nach hartem Kampfe mit 2:0. In der

Runde der Zweiten und Dritten, Abtlg. Nord hatte Union Niederrad einen schwarzen lag und verlor auf eigenem Platze mit 1:3 gegen den V. f. R. Mannheim. F. .Sp. V. 05 Main? gewann nach wenig überzeugendem Spiel über B. s. L. Neu- Isenburg mit 4:2.

Süddeutsche Freundschaftsspiele.

Die süddeutschen Ligavereine waren zum größten leit entweder nach dem Auslande, oder nach aus- ivärts gereift, so daß in Süddeutschland selbst nicht viele Freundschaftsspiele stattfanden. Eintracht Frankfurt siegte am Sonntag über Preußen Essen mit 3:0; mußte sich aber am Montag den Augsburger Schwaben mit 0:2 unterlegen bekennen. Preußen Essen schlug am Montag in Bingen den Sp.V. Hassia Bingen mit 4:2, Schwaben Augsburg siegte am Sonntag über den D.f.L. Neckarau mit 3:2.

Sm Münchener Osterturnier konnten am Sonn­tag die heimischen Mannschaften zwei eindrucks­volle Siege erringen. D. S. V. München schlug H. A.S. K. Agram 3:1, und 60 München fertigte Vic toria Berlin sogar mit 8:0 ab. Am zweiten Feiertag konnten sich die Berliner durch einen 1:0-Sieg über D. S. D. München wieder rehabilitieren und am Montag gegen eine aus dem S. V. Homberg und dem V. f. D. Ruhrort kombinierte Mannschaft mit 1:8, und mit dem gleichen mageren Siege über H. A. S. K. Agram mußte sich auch München 60 zufrieden­geben. , . ,

Der 1. F. C. Nürnberg weilte, tote viele andere süddeutsche Vereine, an Ostern in West­deutschland. Am Sonntag siegte er über die Sp. Vgg.07 Köln-Sülz mit 1:0 und am Mon­tag über Schalke 04 mit 4:1. Wacker- München verlor am Sonntag gegen Ale­mannia Aachen hoch mit 1: 6, und Turu Düsseldorf fertigte den V. f. R. H e i l b r o n n mit 5:1 ab; Heilbronn unterlag auch am Montag gegen die Sportfreunde Neuß mit 1:3. Die Sp. Vg g. Für th schlug am Sonntag For­tuna Düsseldorf 3:0 und am Montag Ca­strop 02 mit 9:0. Mannheim 08 siegte am Sonntag gegen Horst-Emscher mit 3:1 und am Montag über Sportfreunde Essen mit 1:0. Sn Saarbrücken toar der F. C. Drühl S t. G a l l e n zu Gast, der mit 1:3 gegen den F.Sp. D Saarbrücken verlor. Schließlich schlug noch der B.S. C. Köln in Wiesbaden den Sp. V. Wiesbaden mit 2:0.

Deutsche Fußballer im Auslande.

Unfere an den Feiertagen im Auslande wei­lenden Fußballmannschaften kehrten zum Teil mit guten Erfolgen wieder heim. Insbesondere kann dies von den Frankfurter Vereinen F u ß - ballfportverein und Rotweih gesagt werden. Der F. Sp.V., der am Sonntag in Brünn gegen Zidenice 5:2 gespielt hatte, lie­ferte am Montag in Wien der Vienna das fäl­lige Rückspiel. Die Frankfurter hinterließen in Wien den besten Eindruck. Bereits nach halb­