Ausgabe 
2.4.1929
 
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die sowjetrussischen Ziele in Indien, die Moskau nun zu verwirklichen hoffe. Groß- britannien wünsche ein starkes und geeintes Af­ghanistan, während Rußlands Interessen auf ein schwaches Afghanistan gerichtet seien. Groß­britannien könne nicht länger über diese Tat­sachen hinwegsehen, ebensowenig wie über die, daß Stalin die Ausdehnungspolitik der Zaren übernommen habe. Die Fest­stellung des führenden indischen Blattes stützt sich auf die inzwischen von russischer Seite wider­legten Berichte, wonach das Heberschreiten der afghanisch-russischen Grenze wegen der auf russi­scher Seite in Gang befindlichen geheimen Rü­stung seit einiger Zeit unmöglich gemacht wird.

Widersprechende Meldungen aus Mexiko.

London, 1. April. ($1L) Die Vorhut der mexikanischen Regierungstruppen unter dem 'Be­fehl von General Lopec ist am Samstag in der Rähe von Corralitos, 20 Meilen südlich von Jiminez, auf fünf unter dem persönlichen Be­fehl des Oberkommandierenden der Rebellen, Ge­neral Escobar stehende Kavallerieregimenter ge­stoßen. Es kam zu einem schweren Kampf, der nach einer Mitteilung von General Calles mit der Riederlage der Rebell-n ge­endet haben soll. Die Rebellen hätten sich in voller Auflösung in westlicher Richtung zurück­gezogen und zahlreiche Tote und Verwundete zurückgelassen. 3n Jiminez soll es den Regie­rungstruppen gelungen sein, den Bahnhof und den Rordteil der Stadt zu besehen.

Die immer wieder festgestellte Zermürbung der aufständigen Streitkräfte Cscobars findet nicht überall Glaubern Bereits vor einer Woche war von General Calles der Rückzug der Aufständigen auf den Dacimba-Paß, 120 Meilen von Jiminez entfernt, berichtet worden, während die Rebellen in Wirklichkeit sich niemals nördlich von Jiminez zurüö^ezogen haben. Die in der letzten Zeit von den Regierungstruppen eingesetzten Bomben- f l i e g e r sollen den Feind stark zermürbt haben. Von den Aufständigen wird dagegen auf die Wirksamkeit der Flugabwehr-Einrich­tungen hingewiesen, da bereits vier Regie- rungsflieger abgeschossen wurden.

Die amerikanischen Handelskammern gegen die neuen Sinwandernngsquoteo.

Washington. 30. März. (WB.) DieHan­delskammer der Vereinigten Staaten" hat an die mehr als 1600 ihr ungegliederten Handels­kammern den Bericht ihres Einwanderungsaus­schusses gesandt, in dem die Llrsprungs- klaufel, durch die bekanntlich die Einwan­derung aus Deutschland stark ein­geschränkt wird, abgelehnt und die Bei­behaltung der gegenwä rtigen Quo­ten warm befürwortet wird. Der Bericht tritt für eine Aufhebung der Llrsprungsklausel noch vor dem Inkrafttreten der neuen Quoten wäh­rend der Sondersession des Dundeskongresses ein. Die neuen Cinwanderungsquoten werden auch auf der vom 29. April bis 3. Mai statt- sindenben Iahrestagung der amerikanischen Han­delskammern zur Debatte gestellt werden.

$fir eine liberal-konservative Koalition in England.

London, 1. April. (WTD.) Die konservative Daily Mail" tritt in einem Leitartikel für die Koalition zwischen den Anhängern Baldwins und Lloyd Georges bei den Reuwahlen und im Parlament ein. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Konservativen bei den Reuwahlen nicht gewinnen können. Die Konservativen gingen vielmehr einer Riederlage entgegen und sie wüßten das. Hm zu verhindern, daß die S o z i a l i st e n als die größte der drei Par­teien ins Hnterhaus einzögen und aufgefordert würden, die Regierung zu bilden, mühten die Gegner der Sozialisten, die in den Wahlkreisen noch immer die Mehrheit haben, gemeinsam stimmen. Die liberal-konservative Koalition sei unvermeidlich, entweder vor oder nach den Wahlen.

Oie ttebungspläne der Reichswehr.

Berlin, 1. April. (Priv.-Tel.) Die Disposi­tionen für die alljährlich im Spätsommer statt­findenden Mänöver der Reichswehr werden, wie wir erfahren, schon jetzt getroffen. Allerdings sind die Beratungen noch im Gange, doch scheint schon jetzt festzustehen, daß die großen Manöver in der Gegend von Würzburg abge­halten werden. Als Termin für diese Manöver, an denen die 7. und die 5. Division, zu der auch das 2.-R. 15 zählt, sowie die 3. Kavallerie­division teilnehmen, wird die zweite Hälfte des September genannt, und die Leitung der Ma­növer soll das Gruppenkommando II überneh­men, dessen Oberbefehlshaber der General der Artillerie Freiherr Kreß von Kressen­stein, der zur Zeit den Chef der Heeres­leitung vertritt, ist. Der Plan der weiteren kleineren Hebungen wird im einzelnen zur Zeit noch erörtert.

Aus aller Welt.

AMenfahUversucheausdemMrburgring

Adenau, 1. April. (WTB) Der Nürburgring sah heute das ungewohnte Schauspiel von Raketen- sahrten, bei denen der bekannte Fahrer V o l k - bart die ihm gestellte Aufgabe zufriedenstellend löste. Trotz bewölktem Himmel hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Volkhart erschien in Begleitung eines Fräulein Waldenfels aus Düsseldorf sowie des Herrn Sonders von Adenau kommend. Nachdem die letzten Vorbereitungen ge­troffen waren, wurde unbemerkt von den Zuschauern ein Startversuch auf dem Raketen­rad vorgenommen. Um 14.30 Uhr ertönte die Stimme Volkharts im Lautsprecher, um dem Publi­kum seine Absichten und seine Ziele bekanntzugeben. Sodann begab sich Volkhart zu seinem Wagen, der den Zuschauern verborgen an der äußeren Nord kurve stand. Ein Zischen, ein Rauschen, eine Dampfwolke und aus der Kurve heraus schoß der rote Wagen mit 130Kilometer Ge­schwindigkeit, eine riesige Feuer- und Rauch« sahne hinter sich lassend, an der Tribüne vorbei; neben Volkhart saß seine Begleiterin, Fräulein Wal- Hensels. Ein Auto brachte Volkhart dann vom Ziel zum Startplatz zurück wo er dem Publikum wieder­um durch Lautsprecher seine Eindrücke über die

Der amerikanische Voischaster Zerrick f

Der neue Bürgerkrieg in China

Der verstorbene Botschafter war von 1878 bis 1886 Advokat in Cleveland. Im Jahre 1877 wandte er sich dem Geschäftsleben zu, insbeson­dere dem Bankwesen, 1894 wurde er Präsident der Sparbank von Cleveland. Politisch trat er als führendes Mitglied der republikanischen Partei hervor. Oeffentliche Aemter jedoch, die ihm nacheinander von den Präsidenten Mac Kinley, Roosevelt und Taft angeboten wurden, fchlug er aus Geschäftsrücksichten zunächst aus. Erst 1903 lieh er sich zum Gouverneur von Ohio Wahlen. Im Jahre 1912 ging er dann als Bot­schafter nach Paris. Als dort im September 1914 die Regierung nach Bordeaux verlegt wurde und die meisten fremden Diplomaten ihr folgten, blieb H. in Paris zurück, wo er die ihm anver­trauten Interessen -besser wahren zu können glaubte. Sein Verhalten trug viel dazu bei, die in Paris ausgebrochene Panik zu mildem. Zusammen mit seiner Frau widmete er sich um­fangreichem Hilfswerk. Im Dezember 1914 kehrte er nach Amerika zurück, da inzwischen der Demo­krat Wilson Präsident geworden war, auf dessen besonderes Ersuchen er nur einstweilen in Paris gehlieben war. Er widmete sich dann wieder seinen umfangreichen geschäftlichen Interessen und

der Kriegsfürsorge. Im Jahre 1921 schickte ihn der neue republikanische Präsident Harding aber­mals als Botschafter nach Paris.

Herrick war ein ergebener Freund Frankreichs und der französischen Politik und leistete Frank­reich nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im Jahre 1915 weit größere Dienste, als er es auf dem Pariser Posten je hätte tun können. Er gehörte mit Roosevelt, Root, Deck, Manning, Hibben und anderen zu den Männern, die unter dem amerikanischen Volke und im Weißen Hause am eifrigsten für den Bei­tritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg gegen Deutschland arbeiteten. So sah man in Frankreich -licht mit Hnrecht in ihm oft mehr den Botschafter Frankreichs in den Ver­einigten Staaten, als den amerikanischen Bot­schafter in Frankreich. In Washington vertrat er in allen Fragen, in denen Frankreich und die Vereinigten Staaten nicht einig gingen, mit großer Heberredungskunst den Standpunkt Frank­reichs.

Wie die Pariser Presse aus Washington mel­det, hat das Ableben Herricks einen tiefen Ein­druck auf die amtlichen Washingtoner Kreise ge­macht, in denen er als der fähigste Diplomat der Vereinigten Staaten angesehen wurde. Für den aussichtsreichsten Rachfolger Herricks in Paris hält man den gegenwärtigen amerikanischen Bot­schafter in Brussel und persönlichen Freund des Präsidenten Hoover Hugh G i b s o n. Doch rech­nen dessen Freunde mit einer Ablehnung, da Gib- son üher fein Privatvermögen verfügt und daher die Sonderausgaben, die dem Pariser Botschafter der Vereinigten Staaten durch den alljährlichen Besuch einer großen Anzahl von Amerikanern erwachsen, für untragbar hält. Auch der frühere Vizepräsident Dawes, der vor kur­zem als Rachfolger Houghtons in London ge­nannt wurde, wird als aussichtsreicher Kandi­dat für- den Pariser Posten benannt. Ebenfalls nennt man den gegenwärtigen Botschafter in Rom Fletcher, der schon früher den Wunsch bekundete, entweder nach Paris oder nach Lon­don zu gehen.

starke Rettungskolonne wurde teilweise unter herabstürzenden Gesteinsmassen begraben. Zwei Arbeiter wurden getötet und acht ver­letzt. In ganz Limburg herrscht eine ungeheure Erregung.

Wettersturz im Gebirge.

München, 2. Mürz. (WTD. Funkspruch.) Während der Osterfeiertage tobte in München ein ziemlich heftiger Sturm, der Regen untermischt mit Schnee brachte. Die Temperatur sank bis auf den Rullpunkt. Bei schwerem Rordweststurm ging über Kempten in der vergangenen Rächt ein Wintergewitter nieder und heute früh setzte Schneefall ein, der mehrere Stunden anhielt. Bei 2 Grad Kälte ist 10 Zentimeter Reu­schnee gefallen. In den Bergen des Allgäu ist bereits in der Rächt zum Ostermontag bis auf 1500 Meter Höhe herab Reuschnee gefallen. In der Ostermontagnacht ist im Schwarzwald ein starker Temperatursturz eingetreten. In allen Höhenlagen ist Reuschnee gefallen. Auf dem Feldberg, auf dem das. Thermometer gestern abend noch etwa Rull Grad anzeigte, sank das Quecksilber bis auf 6,9 Grad unter Rull. Auch in der Ebene stieg die Temperatur nur wenig über den Rullpunlt. Der Reuschnee liegt bis in die Täler hinab.

Schwerer Unfall in eitlem Sleinbruch.

In Quiddelbach bei Trier wurden in einem Steinbruch der Landwirt I u n g l a s und sein Schwager, der Landwirt Esser, durch eine angebohrte Steinsäule, die sich plötzlich spaltete und zusammenstürzte, erschlagen. Iunglas ist Vater von sieben, Esser Vater von sechs Kin­dern.

Eine ganze Familie durch Gas getötet.

3n der Rächt zum ersten Feiertag ist in Berlin-Weihensee der Arbeiter Wilhelm Mundt mit seiner Frau und seiner 14jährigen Tochter durch ausströmendes Gas getötet worden. Das Hnglüd wurde erst entdeckt, als Feiertagsgäste am Aachmittag keinen Einlaß in die Woh­nung fanden, obwohl man sie ausdrücklich ein­geladen hatte. Sie benachrichtigten die Polizei, die die Wohnung, aufbrechen ließ. Sämtliche

Paris, 1. April. (I1L) Myron T. H e r r i ck, Botschafter der vereinigten Staaten, ist Sonntag, nachmittags um 5 Uhr, einem Herzschlag er­legen. Er stand im 72. Lebensjahre und war zwei­mal der diplomatische Vertreter Amerikas in Haris, darunter die letzten acht Jahre ununterbrochen. Bei dem 3 Kilometer langem Weg hinter dem Sarge Marschalls Jod) zog er sich eine Erkältung zu, an deren Folgen er durch Herzschlag am Sonntag ver­schied. Für den verstorbenen Botschafter findet am Oonnerstagoormittag in Paris eine Totenfeier statt, bei der Ministerpräsident p o i n c a r 4 im Namen der Regierung sprechen wird. Die sterbliche hülle des Botschafters wird auf einem französischen Kreuzer nach den vereinigten Staaten übergeführt werden.

Fahrt mitteilte. Es folgte darauf der Start mit einem Raketenrad. Dieser Versuch enttäuschte die Zuschauer insofern, als das Rad mit feiner La­dung von Sander-Raketen nur etwa 300 Meter zu­rücklegte. Aber auch dieser erste Versuch auf einem solchen Rade war als gelungen zu bezeichnen. Auf den dritten Start brauchten die Zuschauer nur fünf Minuten zu warten, denn es mußten nur die noch warmen Raketenhülsen aus dem Wagen entfernt und neue Raketen geladen werden. Der Wagen stand auf einer kleinen Steigung und kam diesmal daher Tn nicht so großer Fahrt wie das erste Mal an den Tribünen vorbei. Die Fahrt endete am Nord­ende der Tribüne. Die Zeiten für die beiden letzten Fahrten waren nicht gemessen worden. Die Schal­tung der Raketen erfolgte paarweise, je nach der Enzündung durch den Fahrer.

Schwere Grubenkaiastrophe in Belgien.

Brüssel, 1. April. (WTD.) In einer Koh­lengrube in der Rähe von Genck (Provinz Lim­burg) erfolgte Samstagabend um 21 Hhr in einer Tiefe von 700 Meter, als gerade die zweite Tagesfchicht sich anschickte, hinaufzufah- ren, eine Explosion schlagender Wet- t e r. Die Arbeiter flüchteten unter Schreckens­rufen nach allen Richtungen. Der sofort ein­geleitete Rettungsdienst stellte fest, daß zahlreiche Arbeiter sich noch in der brennenden Grube befanden. Bis heute vormittag wurden 25 bis zur Hnkenntlichkeit verkohlte Leichen und drei Verletzte i n h o f s n u n g s l o s e m Zu­stande geborgen.

Heber die Hrsache der Katastrophe wird noch folgendes bekannt: Die 28 Mann starke Beleg­schaft wartete dicht gedrängt in einem Loch die Zündung einer Mine a b, durch die Ge- stelnsmassen gesprengt werden sollten. Hnglück- lccherweise traf der Sprengschuß auf eine mit schlagenden Wettern ge-f üllte Fels­spalte. Das Feuer dehnte sich über eine Strecke üDn 55 Meter aus und erreichte sämtliche in dem Coaje hockenden Bergarbeiter. 25 von ihnen wur­den getötet und die drei anderen durch Brand­wunden schwer verletzt. Sonntagnachmittag er­eignete sich ein neues Hnglück. Eine 12 Mann

London, 1. April. (Telun.) In dem bisheri­gen Verlauf des neuen Bürgerkrieges in China liegen alle Vorteile auf Seiten Tschiangkei- scheks. Dem militärischen Haupte der drei Ran- kinger Armeegruppen kommt die Haltung Gene­ral Fengs zu Hilfe. Als ein weiterer, für die Kriegslage wesentlicher Hmstand ist ein unbluti­ger Staatsstreich in Kanton zugunsten Tschiangkeischeks zu verzeichnen. Im einzelnen liegen über die letzten Bewegungen folgende Mel­dungen vor:

Die Rankinger Truppen gehen in drei Gruppen vor. Alle drei haben den Befehl Tschiangkei­scheks, wo sie immer auch auf gegnerische Streit­kräfte stoßen sollten, sofort anzugreifen. Der Vor­marsch der drei Armeegruppen wird unterstützt durch ein Geschwader von zwölf Kanonenbooten, das auf dem QJangtfe operiert und drei Luft­geschwadern, die vor allem der Vorhut der Trup­pen Aufklärungsdienste leisten. In englischen Be­richten wird behauptet, daß der gesamte Auf- marschplan von dem deutschen militäri­schen Ratgeber unter der Verant­wortung von Oberst Bauer ausge­arbeitet sein soll. Auf verschiedenen Teilen der Front ist es bereits zu größeren Zusammen­stößen gekommen. Die Streitkräfte der Wuhan- Regierung sollen die östliche Ecke der Provinz Hupeh geräumt und sich auf die zweite Vertei­digungslinie zurückgezogen haben. Die Befehls­haber der ersten, zweiten und dritten Rankinger Armee sind angewiesen worden, zu einem be­stimmten Datum einen gemeinsamen Vor­marsch einzuleiten.

Sn Hankau selbst sind bereits starke 3er* sehungserscheinungen festzustellen. Zahl­reiche Chinesen sind in aller Heimlichkeit nach dem ausländischen Riederlassungsgebiet überge­siedelt, und die Banken werden mit Forderungen auf Hebertragung der Guthaben nach ihren Schanghaier Riederlassungen bestimmt. Mit der Einnahme der Stadt durch die Rankingtruppen wird überall gerechnet. Die militärischen Leiter

der Wuhan-Regierung legen nach weiteren Be­richten auf Hankau keinen entscheidenden Wert mehr, nachdem feststeht, daß General Feng nunmehr als Preis seiner Hnterstützung Tschiang­keischeks Hankau übernehmen will. Feng kam von seiner ursprünglichen Absicht, die Provinz Schantung zu übernehmen, ab, nachdem General Tschangtschungtschang wieder auftauchte und die Reste der Rordarmeen mit der Besetzung von Tschifu bereits einen wesentlichen Erfolg hatten. Die Kontrolle Hankans durch Feng wird aber von der Wuhan-Regierung nicht ungern gesehen, da damit, wie immer der Krieg auch ausgeht, die Macht Tschiangkeischeks entscheidend geschwächt wird.

Heber den unblutigen Staatsstreich zu­gunsten Tschiangkeischeks wird aus Hongkong berichtet, daß die Kwangsiführer Wang- shao und Litschung sich in der vergangenen Woche nach Wutschau begaben, um als Vergel­tungsmaßnahmen gegen die Verhaftung des Gou­verneurs von Kanton, Litschai, durch die Ran­kinger Behörden einen Marsch gegen Ranking zu organisieren. Wie »Reuter" aus Tschifu be­richtet, ist die Ruhe in der Stadt feit dem Ein­marsch der Truppen Tschangtschungtschangs nicht gestört worden. Tschangtschungtschang hat dem britischen Konsul die Zusicherung gegeben, daß die chinesischen Truppen das internationale Rie- derlassungsgebiet von Weihaiwei nicht betreten würden.

Schwere Kämpfe am Aangise.

London, 2. April (WTB. Funkspruch./Daily Telegraph'' meldet aus Schanghai vom 1. April: Sechz'g Meilen nordöstlich von Hankau sind am Nordufer des Dangtses zwiscl)en den Truppen der Nankingregierung und den Hankaustreitkrästen schwere Kämpfe im Gange. Die Nankingregie­rung erwarte zuversichtlich, daß General Feng- j u h s i a n g Hankau binnen zwei Wochen in seiner Hand haben werde. Der Handelsverkehr im Dangtsetal ist völlig lahmgelegt.

Owolkenlos 0heiter. (|naft> Bedeckt. ® wolkio. $ bedecktRegen, * Schnee ^Graupeln e Nebel "R Gewit^r,® Windstille. O-. sehr leichter Ost ^5 massiger Südsüdwest q, stürmische' Nordwest die Piene fliegen mit dem Winde. Die beiden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleiche«! au* Meeresniveau umaerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Die Druckstörung hat sich weiter südwärts ent­wickelt und läßt über Schlesien einen Kern mit Barometerständen von 745 Millimeter erkennen. In­folgedessen hat auch der Vorstoß polarer Luftmassen nach Süden weitere Fortschritte gemacht. In ganz Deutschland hat abermaliger Temperaturrückgang eingesetzt, und auch heute morgen lagen die Tem­peraturen im Osten durchweg unter Null Grad. Die .Kaltluftzufuhr an der Rückseite der Störung - fuhrt in unserem Gebiet weiterhin zu unbeständiqcnt Aprilwetter. Kühles Wetter mit vielfach nächtlichem Temperaturrückgana bis unter Null Grad sowie noch verbreitete Schauer treten morgen auf. Jedoch dürfte der mit dem Kaltluftzustrom verbundene Luftdruckanstieg alsbald zu mehr beständigem Wet­ter fuhren.

Wettervoraussage für Mittwoch: Zunächst noch unbeständiges Wetter mit Regen- unb Graupelschauern, kühl mit Nachtfrostgefahr.

Wettervoraussage für Donners­tag: Ruhigeres, mehr aufheiterndes Wetter, keine oder nur oereiirzelt noch geringe Niederschläge, Temperaturen wenig verändert.

Lufttemperaturen am 1. April: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 2. April: morgens 3,9 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. April: abends 2,4 Grad; am 2. April: morgens 3,1 Grad. Nie- verschlag 4,8 nsn. Sonnenscheindauer % ffihmtnsL

Gashahne in der Wohnung waren ordnungs­mäßig geschlossen, jedoch hat anscheinend der Gummischlauch des Gaskochers sich unter dem Druck des Gases gelöst.

Sechshundert Uhren gestohlen.

In der Rächt zum Ostersonntag wurde in ein Goldwarengeschäft in Breslau durch das 40 Zenti­meter starke Kellergewölbe ein Einbruch verübt. Die Diebe erbeuteten für etwa 27 0 0 0 Mark Goldsachen. Der Laden war während der ganzen Rächt von drei Lampen erleuchtet, so daß vorübergehende Passanten ihn übersehen konnten. Insgesamt sind etwa 60 0 Hhren gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Der König von Aegypten an Eckener.

König Fuad I. von Aegypten hat durch seinen Ministerpräsidenten folgendes Danktelegramm an Dr. Eckener auf dessen bekanntes Telegramm von Bord desGraf Zeppelin" gerichtet:Ich bin von Seiner Majestät beauftragt. Ihnen, der Be­satzung und den Passagieren desGraf Zeppelin" den herzlichsten Dank für Ihre freundlichen Grüße und Glückwünsche zum Geburtstage Seiner Maje­stät zu übermitteln. Seine Majestät der König be­auftragte mich ferner, Ihnen die besten Wünsche für Ihren glücftichen Flug hinzuzu- fügen. Alles dies hofft jedoch seine Majestät Ihnen selbst bei seinem kommenden Besuch, dem er mit Vergnügen entgegensieht, mitteilen 311 können. Mohammed Machmut Pascha. Königlich­ägyptischer Ministerpräsident."

Professor Bruno Möhring f.

Der Berliner Architekt Bruno Möhring ist im 66. Lebensjahre gestorben. Seinen Ruf hat er sich besonders durch seine Arbeiten für die deutsche Abteilung auf der Pariser Weitaus st el- l u n g im Jahre 1900 und für die vier Jahre später abgehaltene Ausstellung in S t. Louis begründet. Die Bonner Rheinbrücke, die Mosel­brücke Traben-Trarbach u. a. sind seine bedeu­tendsten Schöpfungen. Auch den Bahnhof der Schwebebahn Elberfeld hat er entworfen.

Sechs Arbeiter bei der Rückkehr von der Arbeitsstätte ertrunken.

Auf dem Wege von Charles Island nach Rilford im nordamerikanischen Staate Con­necticut schlug ein mit sechs Männern besetztes Ruderboot um. Die Insassen, die von der Arbeit zurückkehrten. ertranken.

Schweres Autobusunglück in Rordspanjen.

Nach einer Meldung aus Santander ist ein Au­tobus bei Bucaramanga ins Gleiten ge­kommen und in einen Abgrund gestürzt. Acht der Insassen wurden getötet und zwölf schwer verletzt.

Schwere Sturmschäden in uen Vereinigten Staaten.

Mehrere Staaten des mittleren Westens sind von tornadoartigen Stürmen heimgesucht worden, die beträchtlichen Schaden anrichteten. Betroffen sind namentlich das nördliche Wis­consin. Minnesota. Iowa und Rord-Dakota. wo ein schwerer Schneesturm tobte. Die aus denr Sturmgebiet nach Chikago verkehrenden Züge tref­fen dort erst mit stundenlangen Ver­spätungen ein. Der gesamte Telegraphen. - verkehr mit dem mittleren Westen ist unter­brochen. Milwaukee war nahezu einen ganzen Tag von der Hmwelt abgeschnitten, ebenso St. Louis und andere Städte Missouris

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