Ausgabe 
2.4.1929
 
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Aus der Provinzialhauptsta-t.

Gießen, den 2. April 1929.

Oer pflügende Bauer.

(Hun ist es so weit. Ich sehe heute den ersten Bauern, der draußen am Südabhang seinen Acker pflügt. Ich bleibe stehen und schaue zu. Ein Herzstahlendes Bild! Langsam, mit schweren Schritten, stampft der Mann hinter den dampfen­den Pferden einher. Der Boden ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet er kurze Zeit, überschaut die frisch gezo­genen Furchen und atmet tief auf. Spürt er auch den eigenartigen, herben Erdgeruch, der von der braunen, glänzenden Scholle ausströmt? Still steht er. wie mit der Erde verwachsen.

Dann wendet er, langsam und gelassen, und wieder schneidet das silberne Eisen tiefe Furchen in das Land.

Der zwölfjährige Iunge des Bauern schaut nach den Krähen und Staren, die emsig nach Wür­mern und Larven suchen. Als der Bater wieder zurückkommt, will der Bub das Pflügen auch einmal versuchen. Lächelnd wendet der Alte und überläßt ihm den Pflug. Er selber bleibt am Wegrand stehen und ruft nur aufmunternd: Haar! oder Hoitt!, je nachdem. Man sieht, wie die star­ken Pferde den Iungen hin und her reißen. Doch kommt er glücklich an das andere Ende und wie­der zurück. Als er aufatmend vor dem Vater steht und einige Aeußerungen erwartet, sagt die­ser zunächst nichts, pfeift nur einmal, indem er auf die Furchen sieht, die sein Iunge gezogen hat. Ia." sagt er dann,die Leute glauben, das Pflügen sei so eine einfache Sache. Da geht man hinter den Pferden her und kann sich noch an dem Pflug festhalten. Aber es ist doch ganz anders, gelt? Für den Anfang hast du deine Sache gut gemacht, das nächste Iahr wird's schon besser gehen. Ich will noch ein paar Reihen pflügen, dann frühstücken wir."

Man kann sich kaum ein schöneres Wahrzeichen des Frühlings vorstellen als einen pflügenden Dauer. Da schreitet er einher 'auf seinem Acker, auf seiner Scholle, in gelassener Ruhe den Pflug haltend, ab und zu den Pferden ein aufmun­terndes Wort zurufend. Tausend Fäden verbin­den sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät nicht nur, sondern streut auch zahlreiche Wünsche für das Wachsen und Gedeihen in die braune Erde. Wie fest er mit seinem Acker verbunden ist, haben mir zahlreiche Bauersleute bezeugt, wenn bei Feldbereinigun­gen das Land anders zugeteilt wurde. Es war ihnen wie ein Stich durchs Herz gegangen, wenn sie sahen, daß ein anderer auf ihrem Acker, den schon ihr Großvater und Urgroßvater inne hatten, pflügte und arbeitete. Erst nach und nach gewannen sie auch die neuen Aecker lieb, zunächst natürlich die in besonders guten Lagen. ilni> bei Aeckern, die in schlechtem Zustande waren, galt es als eine Ehre, das Land möglichst rasch in Ord­nung zu bringen. Wir können den Stolz des Land­mannes verstehen, wenn er dann reichlich erntete. Durch eigene, schwere Arbeit war es gelungen, dem Dok^n den höchsten Ertrag abzuringen. Er weih aber auch, daß er nicht allein alles machen kann, erkennt dankbar an, wenn Gott seine Arbeit segnet. Kommen Hagelwetter und schwere Stürme, verliert er nicht die Fassung; er kennt die Ohn­macht des Menschen gegenüber den Raturgewal­ten und beugt sich in ergebener Ruhe.

Wohl drücken auch unsere Landwirte die schwe­ren Zeiten, die Last der Steuern, aber sie ver­zweifeln nicht, werfen die Arbeit nicht von sich. Ruhig, in altgewohnter Weise ziehen sie .ihre Furchen, vertrauen der Erde den Samen an und hoffen auf eine gute Ernte, auf eine bessere Zu­kunft. Stolz brennen sic sich zu dem alten Bauernspruch:

Das schönste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld. H.

Prof. Or. Wilhelm Matthäi f.

Am Karfreitag verstarb in D a r m st a d t, wo er seit 1888 bis zum September 1912 am Ludwig- Georgs-Gymnasium wirkte, der Professor Dr. Wil­helm Matthäi im 81. Lebensjahre. Der Heimge­gangene stammte aus Gersdorf im Kreise Bunzlau (Schlesien) und kam Mitte März 1876 an das neu­eröffnete Gymnasium in Laubach. Dort beschäftigte er sich neben seiner Berufstätigkeit viel mit der hes­sischen und solmsischen Geschichte, über die er in enger Arbeitsgemeinschaft mit dem Grafen Friedrich

zu Solms-Laubach mehrere stark beachtete Abhand­lungen herausbrachte. Ferner lieferte er wertvolle Beiträge zur hessischen Geschichte, die seine enge Verbundenheit mit dem Hessenlande bekundeten. Während seiner Laubacher Zeit wirkte er auch zu­sammen mit seinem Bruder Adelbert, der Ostern 1887 an das Gymnasium nach Gießen kam, im Februar 1893 sich an der Landesuniversität für Kunstgeschichte habilitierte, dann zum außerordent­lichen Professor ernannt wurde und im Jahre 1902 als ordentlicher Professor an die' Technische Hoch­schule zu Danzig ging. Prof. Wilhelm Matthäi gehörte vom 20. September 1888 ab 24 Jahre lang dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt an, am 27. Juni 1894 wurde ihm der Charakter als Professor verliehen, am 7. September 1912 trat er auf seinen Wunsch aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Dem nun verewigten Schulmanne gehörte nicht nur die Liebe seiner Schüler, sondern auch die volle Sympathie weitester Beoölkerungs- kreise.

Daten für Dienstag, 2. April.

742: Kaiser Karl der Große geboren (gestorben 814); 1798: der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in Fallersleben geboren (gestorben 1874); 1805: der Dichter Christian Andersen in Odensee geboren (gestorben 1875); 1840: der Schriftsteller Emile Zola in Paris geboren (gestorben 1902); 1914: der Dichter Paul Heyse in München gestorben (geboren 1830).

Gießener Wochenmarktprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 3035, Wirsing 2050, Weißkraut 2030, Rotkraut 20-35, Gelbe- ben 2530, Rote Rüben 2530, Spinat 90 bis 100, Unter-Kohlrabi 1015, Rosenkohl 70. Feldsalat 250- 300, Tomaten 80-100. Zwiebeln 2530. Meerrettich 50150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6, Ausländische Aepfel 50 bis 80, Inländische Aepfel 3040, Dörrobst 35-40. Honig 4050, Nüsse 7080, Endivien 150. Iunge Hähne 120130, Suppenhühner 100 bis 120. Tauben 90-100 Pf. das Pfund. Käse 10 Stück 60140, Eier das Stück 14 Pf. Blumen­kohl 70-160, Salat 40-60, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15-30, Rettich 2030, Sellerie 20100 Pf. das Stück. Radieschen 30- 40 Pf. das Bund. Kartoffeln per Zentner 5.50 Mk.

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt­theater:Die Boheme", 18.30 bis 22.30 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Königin des Ba- rietss". Astoria-Lichtspiele: Eddy Polo.

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung: Operngastspiel des Landes­theaters Darmstadt mit PuccinisDohöme" be­ginnt um 18.30 Ahr. Am Mittwoch, 3. April, findet die erste Wiederholung von Calderons Dame Kobold" statt. Die zweite Wiederholung wird Freitag, 5. April, gegeben. In Vor­bereitung ist Georg KaisersOktobertag". Spiel­leitung: Intendant Dr. Prasch. Am Dienstag, 9. April, findet ein Gastspiel des Wiener Hof­burgtheaters mit Lernet-HoleniasDie Frau in der Wolke" statt.

*

** Die Osterfeiertage waren für viele Bürger in Stadt und Land eine Enttäuschung. Wer auf schönes Wetter und infolgedessen ge­nußreiche Osterspaziergänge gerechnet hatte, sah sich von den Launen des Wettergottes arg ent­täuscht. Schon am ersten Feiertag wehte ein kühler Wind, der am gestrigen zweiten Feiertag noch unfreundlicher wurde und im Verlaufe des Nachmittags Regen mit sich brachte. Bei diesem Wetter war es unstreitig zu Hause in der war­men Stube am schönsten, und unsere Ausflugs­gastwirte sahen sich infolgedessen in ihren ge­schäftlichen Hoffnungen stark beeinträchtigt. Aller­dings hatte der Osterreiseverkehr unter dieser Witterungsungunst nicht zu leiden. Schon am Grün­donnerstag war der Betrieb auf der Reichsbahn außerordentlich stark, so daß alle Züge bis zur höchsten Belastung gefahren werden mußten. Der Karfreitag brachte der Bahn schwächeren Fern­verkehr, jedoch einen lebhaften Betrieb im Verkehr nach den nahegelegenen Ausflugsorten. Am Ostersamstag nahm der Reiseverkehr besonders in den Nachmittagsstunden einen sehr starken Umfang an, so daß nicht nur die fahrplanmäßi­gen Züge bis zur Höchstbelastung beseht werden mußten, sondern auch eine Anzahl Sonderzüge nach Westfalen und Frankfurt a. M. notwendig

wurden. Am ersten Feiertag war der Bahn­verkehr infolge des kühlen Wetters recht ruhig, am zweiten Feiertag dagegen infolge der Rück­kehr der Fernreisenden in- den Nachmittags- und Abendstunden wieder sehr stark, so daß auch in dieser Zeit einige Vorzüge eingelegt werden muh­ten. Der gesamte Reiseverkehr wickelte sich ohne Unfall und im großen und ganzen pünktlich ab. Erfreulicherweise hatte die Polizei an den Öfter- feiertagen nichts zu tun. so daß die Festtage nach dieser Richtung hin wirklich befriedigen können. In den Gotteshäusern sah man das an den hohen Feiertagen gewohnte Bild des Gottes­dienstbesuchs. Der Verkehr in den Straßen der Stadt war, soweit wir bemerken konnten, an beiden Tagen tagsüber recht gering.

** Schnee z u Ostern. Heute nacht ist auf den benachbarten Höhen des Taunus zwischen Butzbach und Wetzlar und auf den Höhen um den Dünsberg dichter Schnee gefallen. Auch im Vogelsberg ist gestern vormittag Schnee gefallen, dem sich im Laufe der Nachmittagsstunden leichter Hagelfall anschloß.

** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Kabelarbeiten wird der Neuenweg in der Zeit vom 3. April bis einschl. 8. April polizeilich für Fahrzeuge aller Art gesperrt.

** Seltene Auszeichnung eines Schülers der Obe rrealsch ule in Gie­ßen. Auf Grund hervorragender Leistungen auf dem Gebiete der Paläobotanik wurde dem Unterprimaner Franz Kirchheimer an der Oberrealschule in Gießen durch Verfügung des hessischen Kultusministeriums das Zeugnis der Oberrealschulreife verliehen.

* Die Neubauten des Eisenbahner- heimstättenvereins am Wartweg, die im Laufe dieses Winters im inneren Ausbau fertiggestellt wurden, sind nunmehr bis auf zwei Wohnungen bezogen. Die für etwa 80 Wohnun­gen vorgesehene Baugruppe von der bis jetzt 4 Doppelhäuser (acht Wohnungen) errichtet sind und das gesamte Gelände bereits erworben ist wird, nachdem das ganze Bauvorhaben abge­schlossen ist, eine Siedlung ergeben, die als eine weitere Verbesserung unseres Stadtbildes an- gesprochen werden kann. Im Dauprogramm für dieses Iahr sind dort zehn Wohnungen vorge­sehen. Diese sollen jedoch Kostenersparnis halber nicht als Einzelhäuser, wie die bereits erstellten, sondern als Etagenwohnungen mit Dierzimmer- Wvhnungen zur Ausführung kommen.

** Licht am Professoreneck. Nachdem der erste Abschnitt der Straßenbeleuchtung am sog. Pro­fessoreneck im Laufe der vorigen Woche fertiggestellt worden war, erstrahlte am Dfterfamstagabenb die Straßenbeleuchtung an dieser Stelle zum erstenmal. Damit ist wieder ein Wunsch der Anwohner jenes neuen Wohnviertels in Erfüllung gegangen.

** Oeffentliche Dücheryalle. Im März wurden 1463 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 986, Zeit­schriften 125, Iugendschriften 105, Literatur­geschichte 4, Gedichte und Dramen 24, Länder- und Völkerkunde 71, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 88, Kunstgeschichte 8, Natur­wissenschaft und Technologie 17, Heer- und See­wesen 1, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesund­heitslehre 2, Religion und Philosophie 6, Staats­wissenschaft 11, Sprachwissenschaft 4, Sport 1, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts ka­men zwei Bände.

* Die staatliche Hagelversicherung in Hessen. Wie wir erfahren, sind die Ar­beiten im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft über die staatliche Hagelversicherung in Hessen soweit fertiggestellt, daß nach Eingang der noch ausstehenden Unterlagen und Besprechungen mit den interessierten Kreisen die Vorlage wahrschein­lich schon im Sommer dem Landtag zugehen wird.

** Der Krankenstand im Monat Fe- b r u a r. Die jetzt vorliegenden Ziffern über die Zahl der erwerbsunfähig Erkrankten im Monat Fe­bruar weisen gegenüber dem Vormonat eine ganz erhebliche Steigerung auf. Während der Reichsdurch­schnitt von 6,29 auf 6 83 v. H. stieg, weist die All­gemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) am 1. März 9734 Mitglieder (5080 männlich, 4654 weiblich) aus; davon waren erwerbsunfähig erkrankt 11,06 v. H. (1118 v. H. männlich, 10,94 v. H. weiblich). Am 1. Februar wurden 6,10 v H. (6,63 bzw. 5,52 v. H.) gezählt. Die Steigerung beträgt also 4,96 v. H. und hat zur Folge, daß die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) den zweithöchsten Krankenstand von 166 dem Hauptverband deutscher Krankenkassen an- geschlossenen Kassen ausweist. Uebertroffen wird

Gießen nur von Rastatt mit 11,48 v. H. Die All» gemeine Ortskrankenkasse Gießen (Land) weist ein ähnliches Bild auf: Mitgliederzahl am 1. März 7090 (4630 bzw. 2460), davon erwerbsunfähig erkrankt 9,84 v. H. (7,47 bzw. 14,31 o. H.); am 1. Februar waren es 5,30 v. H. (4,82 bzw. 6,15 v. H.) Kranke, also ein Mehr von 4,54 v. H.

** An paddeln der Pad dler-Gilds Gießen. Man berichtet uns: Gerade noch recht­zeitig war der Eispanzer der Lahn verschwunden, so daß am vorletzten Sonntag das diesjährige: Anpaddeln stattfinden konnte. Ein schöner Früh­lingstag war den Paddlern zu ihrem Feste be­schert worden. Die schon recht warmen Strahlen der Frühlingssonne halfen mit, daß auch der zaghafteste Paddler sein Boot hervorholte unb es den Wassern der Lahn anvertraute. Nach, einem erfrischenden Langlauf am Vormittag ver­einigten sich die Paddler am Nachmtttag, um zu­nächst die neue Dootshalle würdig einzuweihen. Nach einem Degrüßungswort des Vorsitzenden L. Wellhausen an die Gäste und Paddler hielt der Gründer der Paddler-Gilde und jetzt führend im Deutschen Kanu-Verband tätige Sportkamerad M. Brandt die Weiherede. überbrachte die Grüße des Ober-Rhein-Main- Kreiscs und würdigte in längeren Ausführungen die von der erst einige Iahre bestehenden Padd­ler-Gilde vollbrachte Erstellung einer zweiten Bootshalle. Er bezeichnete das Werk als eine einzigartig dastehende Tat im Sportleben des Kreises da die neue Halle nur von Mitgliedern der Gilde errichtet worden ist und keine fremden Handwerker mitgeholfen haben. Eine solche Tat könne nur in einem Verein vollbracht werden, in dem echte Kameradschaft gepflegt wird, denn sonst wäre cs nicht möglich, daß einzelne Mitglie­der selbst Arlaubstage zur Dootshausarbeit ver­wendet hätten. Der Redner übergab die Halle ihrer Bestimmung und wünschte dem Verein eine wmiere gesunde Fortentwickelung. Die Grundlage für eine weitere Ausbreitung des Paddelsportes sei jetzt vorhanden, da nunmehr über 50 Boote in den Bootshallen der Paddler-Gilde unterge­bracht werden könnten. Anschließend an die Ein­weihung der neuen Dootshalle wurde vom Ver- kehrswart H. Decker die Taufe der neu hinzu- gekommenen 6 Doote vorgenommen. Rach einem Abschiedswort an die zahlreich erschienenen Gäste, aus deren Reihe, insbesondere Herr Plage als Vertreter des Vereins ilferfritit, erwähnt wer­den soll, und einemHub Heil" auf das An- paddeln, versammelten sich 19 Doote zur ersten Fahrt im neuen Paddeljahre nach der Baden­burg. Ein gemütliches Beisammensein am Abend beschloß den schön verlaufenen Tag.

*'' Zuchtviehoer st eigerung. Am Diens­tag, 9. April, findet in Butzbach die zweite Zucht- oiehversteigerung des Landwirtschaftskammer-Aus­schusses für Oberhessen statt. Zur Versteigerung sind gemeldet rund 30 Fleckoiehbullen, 5 Landschwein­eber, 11 Edelschweineber und 4 Sauen der Edel­schweinrasse im Alter von 8 bis 10 Monaten. (Man beachte die Anzeige vom Samstag.)

Wiesbaden ohne Straßenbahn.

WSN. Wiesbaden, 1. April. Mit dem heu­tigen 1. April hat Wiesbaden als erste deutsche Großstadt, ja vielleicht als einzige Großstadt der Welt, sich von dem elektrischen Straßen­bahnbetrieb getrennt und das modernste Verkehrsmittel, den Auto-Omnibus, einge- führt. In der verhältnismäßig sehr kurzen Zeit von sieben Monaten hat Wiesbaden einen völlig neuen Verkehrsbetrieb auf die Beine gestellt, hat Wagen ausgesucht und bestellt und neue Hallen gebaut. Ob ne Rücksicht auf Kosten ist das Menschenmögliche geschehen, um eine unbedingte Verkehrssicherheit zu erzielen. Die technische Meisterung des Betriebes kann zweifellos als gelöst betrachtet werden. Wie weit dies auch in finanzieller Hinsicht zutrifft, muß nun die Zukunft lehren. Jedenfalls find die Augen aller Verkehrssachleute auf Wiesbaden gerichtet, ge­spannt, ob das Wagnis gelingt.

Äerttnsr- Börse.

B e r l i n , 2. April. (WTB. Funkspruch.) Nach der langen Unterbrechung konnte ' ch im heutigen Früh­verkehr bisher noch kein Geschäft emwickeln. Eine Tendenz ist noch nicht ausgesprochen. Man taxiert wenig veränderte Kurse und im Grundton freundlich.

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