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torisch imb technisch tw8 Tempo unserer Zett- Uufte ntcht so mitgemacht haben wie die Binnen- deutschen, wenn sie im ganzen beschaulicher sein mögen und Zeit haben, freuen wir uns dessen, daß es auch dies noch im Bereich des deutschen Lebens gibt. Es kann für uns alle ein Quell der Gesundung sein.

Natürlich greift der internationale Ztvutsa- tionsprozeß auch in die auhendeutschen Bereiche über, aber er wirkt heute stärker auf die staats- verwaltcnden Mehrheitsvöiker ein. Ihre große Zeit war die des Leidens und des Kampfe.) ge­gen den alten Herrschastsstaat! damals haben sie die volklichen Kräfte entwickelt, die ihnen die Selbstbehauptung bis zu dem Augenblick ermög­lichten, in dem ihnen der Staat in den Schoß fiel. Aber jetzt, wo sie aus der Armeleuteluft heraus sind, wo sie den Anschluß an die große Welt des Westens gefunden haben, da scheint auch ihrem Leben die Gefahr zu drohen, sich in der Zivilisation des Westens aufzulösen. Unsere aüßendeutschen Gruppen sind mehr in den Schat- ten geraten: Prag, Bukarest. Belgrad. War­schau und In der Ferne Paris spielen dieselbe Bolle nicht wie beim Mehrheitsvolk. Die groß­städtischen Zentralen des Mutterlandes aber He­gen zu fern, als daß sie das auhendeutsche Le­ben so leicht in ihren Strudel einbeziehen konn­ten. Man lebt doch auch wieder geruhsamer, man hat einestärkere Fähigkeit der Borarbeitung".

Aber eS drohen doch auch Gefahren, der Mensch ist doch nicht nur ein Glied der na­türlichen Lebensgemeinschaft seines BolkStums. die Bolksgemeinschaft beruht doch nicht nur auf der Zwangsläufigkeit der natürlichen Dor- ausseyungen, sie beruht auch auf freiwilli­gem Entschluß. Der auhendeutsche Mensch tritt doch auch in Interessenkreise ein, die ihn mit Menschen des anderen Bolkstums verbinden, er erlebt auch die volkfremde Welt und kann so auch an den Scheideweg geraten, der ihn von seinem Dolk ab und zum sremden Dolke hinführt. Es kann so zu einem Zersehungsprozeh kommen: er beginnt zumeist bei der Intelligenz. Gar leicht ersteht bei ihr das Verlangen zu ter staatStragen- ben Oberschicht deS fremden Dm.es zu gehören: inan will sozial aufstetgen und findet das ererbte DolkStum als ein Hemmnis im Wege: man be­ginnt sich die Sprache und den Lebensstil dieser Oberschicht zuzulcgen und den eigenen Volks­genossen gegenüber Distanz zu üben. So ward der elsässische Bourgeois leicht -um Franzosen, der deutschungarische OberschichtSmensch leicht zum Magyaronen, der Lodzer Fabrikant zum Glied der polnischen Gesellschaft. Darüber mühte die Masse der Volkheit ins reine Vegetie­ren bineingeraten. Die Gefahr bestand weithin vor dein Kriege, AlS unser Reich so machtvoll dastand, drohten wir weithin unser Dolk zu ver­lieren. Als unser Reich zerschlagen ward, haben wir es wieder gefunden. Damals stieg die Vision dym Gesamtvott auf und gab uns nur Ziele. Sie stieg vielleicht mehr noch wie im deutschen Bin­nenland bei denen draußen auf und wirkt seither zu un- herein. AlS die Staatengehäuse zusam­menbrachen, da entstand jene- neue Lebensgefühl. daS gar viele draußen, die sich dem Staatsvolk verbunden fühlten, zum eigenen deutschen Heimat- Volk »urückführte. DaS Gemeinschafisbewutztsein erwachte zu neuer Kraft und trieb neue Formen deS Gemeinschaftslebens auS sich heraus: man suchte darüber hinaus Fühlung nicht nur mit dem Htammvolk Im Reich, sondern auch mit den ande­ren deutschen Volksgruppen Europas, so dah die grobe deutsche Dolksgruppenbewegung ent­stand, die zu dem Kongreß der organisierten deut­schen Volksgruppen Europa- führte, die au der Fühlungnahme mit den anderSvölkischen Volks­gruppen ähnlicher Lage führte, die die euro­päische Minderheitenbeweguna erzeugte, welche ihren Mittelpunkt im Kongreß der organisierten Volksgruppen Europas gefunden hat. Ein neues ein volkiiches Freiheitsideal erwächst so vom Dolkstumsboden her: bei allen Volksgruppen er­tönt der Rus nach kultureller Autonomie, wie sie vorbildlich in Estland verwirklicht ist. DaS Verlangen aber nach wirklicher DolkSsreiheit in Europa drängt zu einer Reuordnung deS Ver­hältnisses von Volkheit und Staatlichkeit, drängt zur Hebcrtolnbung deS selbstsüchtigen Rationalis­mus des 19. Jahrhunderts, drangt zu wirklicher Dölkerbefriedung hin. Daraus aber kann unserem deutschen Volke ein neuer Glaube und ein neues LebenSgefühl erwachsen, -um ersten Male seit den Tagen Herders und FichteS steigt wieder das Ideal gesamtdeutschen

Gießener Konzeriverein.

VII (Lymphonie») Konzert.

Das letzte Eymvhoniekonzsrt der Saison richtete seinen Blick auf da- Muficschaffen der slawischen Länder, die bei aller Eigenart doch letzten Endes in starker Abhängigkeit von unserer westeuro­päischen Musik stehen.

Es war sehr reizvoll zu beobachten, welche indi­viduellen Abwandlungen der Musikcharaiter durch die einzelnen Pevsönlichkeiten erfuhr. So hin­terließ Smetanas Ouvertüre zurVer­kauften Braut" einen sehr starken Eindruck durch die sprudelnde Frische, ein sich überftür- izendes Melos, durch gesund pulsende Rhythmik; Bem impulsiven Aufwallen stand Versonnenheit, der satten Instrumentation klang'iche Durchsich­tigkeit gegenüber. Hniversitätsmusi.dircklor D r. Temesvary erfaßte das Werk mit Verve, erfüllt mit echter Musikantenglut und -geist; und so wirkte es sich zündend im Hause auS.

Strawinskys Pulcinella-Suite be­deutet im Vergleich zu den weiter zurückliegenden Werten einen starken Fortschritt im Stil. Das Durchgehen durch die Thematik Pergolesis hat sich bei ihm besonders reinigend ausgewirkt. Pulcinella, die heitere Charaktermaske der Commedia dell'arte, wird für ihn zum Sinnbild für das Schwanken zwischen Sein und Schein, zwischen Sein und Wol­len. Und hinter heiterem, komischem Spiel offenbart sich ein ernster Sinn. Der Komponist fühlt sich be­rufen, in naturhafter Frische uns manches weniger Beachtete zu sagen, und möchte uns eine Umwer­tung bieherioer musikalischer Klangwerte verständ­lich machen Die Mittel dazu besitzt Strawinsky, vor allem den Geist zu neuartigen, originellen, ost über­raschenden Einfällen. Was Strawinsky aus den Pergolcsischen Grundthemen macht, kann man, wenn auch mit Einschränkungen, als positiven Wert hinnchmen. Der alte konzertante Stil wird wieder wach, die solistische Durcharbeitung des Orchesters erfd^int in das Kammermusikalifche abgclenit. neue Klangkombinatiemen erstehen: instrumentale Klang- llnd Geräuscheffekte werden dienstbar gemachi, .st in Instrument soll mrhr seinen gefühlsbetonten Eigen­wert zur Schau tragen; selbst die Posaune, deren Ton sonst nur bei gewichtigstem Erleben hörbar

kulturellen Gemeinschaftsleben- auf, der Glaube auch an eine Sendung de- deutschen Volke« in Europa. So liegt denn heute die neue Aufgabe klar vor Augen: jede Gruppe in sich zu lebendiger Ein­heit zusammenzusassen, zwischen den Gruppen lebendige Wechselbeziehung zu schaffen, sie alle mit dem Muttervolk in lebendige Wechselwirkung zu setzen und in ihr zu erhalten, das gesamt­deutsche Volk aber in das Ringen um eine ge­rechte Reuordnung in Europa einzuseyen. Das Verhältnis aber zwischen dem Reichsvolk und den Gruppen draußen hört darüber auf, das Verhältnis de« Betreuers zum Betreuenden au fein, es wird zu einem Verhältnis wechsel­seitigen Gebens und RehmenS. Die Volkdeutschen im Ausland werden so aus Objek­ten der Fürsorge zu Subjekten im deutschen Ge- famtkulturreich.

Damit ist aber die Bedeutung der Außenreichs- deutschen für das gesamte Deutschtum nicht er­schöpft; sie haben nicht nur eine Aufgabe nach innen, fte haben auch eine Aufgabe nach außen. Sie leben als deutsche Menschen in fremden (Staaten und inmitten fremder Völker, sie sind mit ihren Interessen in das Geben dieser Staaten und Völker eingeflochten, sie kennen diese Völker und ihre Kulturen, man hat sich trotz aller Gegensätze doch im täglichen Leben auch wieder aufeinander eingespielt, eS ist auch hier ein Geben und Rehmen hin und her: Die Außendeutschen find so die gegebe­nen Vermittler zwischen dem deut­schen Dolke und den fremden Völ­ker n. Don dem Ansehen, das sie genießen, hängt das Ansehen mit ab, welche- das deutsche Gesamtvolk genießt; sie haben die Ausgabe,in ihren Staaten auf eine innigere Verflechtung der politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zu Deutschland hinzuarbei-

ten". Sie sind al» Vorposten deS deutschen Vol­kes Brückenpfeiler für die Herausbildung eine- auf Dölkersreiheit und Gemeinsamkeit der Inter­essen aufgebauten Mitteleuropas. Sie hatten einst bei dem Kulturgefälle nach Osten hin die große Aufgabe, west- und mitteleuropäische Kultur zu den jungen Völkern des Osten- hinzutragen, sie haben diese Völker einst in den Bannkreis deut­schen Lebens hineingezogen, so dah auch heute noch die deutsche Sprache die unentbehrliche Der- mittlungssprache zwischen den ostmitteleuropäi­schen Völkern ist. Wenn wir auch in den letzten Jahrzehnten einen Zusammenbruch des deutschen Kulturlebens bei den aufstrebenden Völkern des Osten- erlebt haben, es ist doch immer noch ein großes Altivum vorhanden. In dem Maße, in dem die Wogen des Chauvinismus abebben, wird sich die- wieder geltend machen, vorausgesetzt, dah die Dinnendeutschen aus der Engstirnigkeit des reinen Staatsbürgertums sich zu universa­lerer Betrachtung wieder werden aufschwingen, vorausgesetzt, daß sie sich zu dem Bewußtsein durchringen, dafür in erster Linie verantwortlich zu sein, dah sich In Europa eine auf Recht ge­gründete Ordnung durchsetze. Damit die Auhen- deulschen aber wie in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft, Vermittler fein können, müssen sie kulturell den Kleinvölkern stets um eine Zeit­spanne voraus bleiben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit engster kulturpolitischer Zusam­menarbeit zwischen dem Dinnendeutschtum und den volkdeutschen Außengruppen. Sie bedür­fen um ihrer Ausgabe willen dauernder Be­fruchtung vom Mutterlande her. Das Mutter­land muh ihnen das geistige und technische Rüst­zeug zur Verfügung stellen, auf daß sie sich selbst in ihrer deutschen Art steigern können, auf daß sie auch die Mittler zwischen dem Oesamtvolk und den Mittel» und Kleinvölkern des OstenS sein können.

Oie Schnee- und Dustbmchschä-en im Oberwald des Vogelsberges.

Don llniv.'prof. Or. Donselow, Gießen.

Die Dalbgebiete deS VogelsbergeS in einer Höhenlage von etwa 503 m aufwärts führen die BezeichnungOberer Vogelsberg" oder kurzOberWald". Sie sind infolge ihrer rauhen Lage, hohen Niederschläge (etwa 1200 mm Im Jahre und somit daS Doppelte von Gießen, und ter dadurch bedingten lange dauernden und "tiefen Dchneelage das hauptsächlichste Skigelände von Oberhessen. das durch seine ausgedehnten Wälder, die weite Fernsicht und den Wechsel von Tälern und Kuppen gleichzeitig reich ist an landschaftlicher Schönheit und auch in dieser Hin­sicht ten Anforderungen der Sportausübung astethisch und technisch voll entspricht. Jedem Skiläufer fällt aber störend und fein Schönheits­empfinden verletzend die Tatsache auf. dah In der sonst anscheinend so harmonischen Waldnatur deS Oberwaldes unzählige Stämme der aus fast der Hälfte der Fläche verbreiteten Fichte durch Schnee- und Duftbruch an Gipfel und Schaft gebrochen sind, zersplittert und abgestorben umherliegen und mit dem unverwertbaren ReiS- holz oft meterhoch den Boden bedecken. Sinnend hält er an, staunt über die furchtbaren Zerstö­rungen. die hier der Schnee, dem er seine Lust, seinen Sport und seine Ausspannung verdankt, angerichtet hat und fragt sich wohl mit Recht, ob und warum es der Forstwirtschaft nicht ge­lingt, diese Schäden zu vermeiden. Schäden, die das landschaftliche Bild nicht weniger verunstal­ten. als sie offenbar ten Ertrag der Waldwirt­schaft schmälern, da es sich bei den gebrochenen Bäumen in ter Hauptsache um schwaches, oder nicht hiebreifes und deshalb minderwertiges Holz handelt. Die Ursachen dieser Erscheinung liegen im folgenden:

Der Oberwald war ursprünglich ein reine« Laubholzgebiet, das Nadelholz fehlte dem Vogels­berg überhaupt und fomit auch den oberen La­gen vollständig. Eine Statistik berichtet aus dem Jahre 1832. daß damals noch etwa 49 Prozent der Bestockung ans Laubholz, und zwar vorwie­gend Buchen bestand, der in geringer Anzahl Der Bergahorn, die Dirke, Vogelbeere und Winterlinde beigemischt war, und auf nur etwa 6 Prozent ter Fläche wuchsen Fichte mit toe»

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ntgen Kiefern und Lärchen. Die ungünstigen Derwertungsverhältnisse des Buchenholzes, da- bis vor wenigen Jahrzehnten fast nur Brenn­holz lieferte, im scharfen Wettbewerb mit der billigeren Kohle lag und damit eine geringere Rentabilität ter Laubholzwirtschast bedingte, veranlaßten feit Ente des vorigen Jahrhunderts einen Wechsel im Anbau der Holzarten, wodurch die fchnellw ach sende. Nutzholz in größter Menge liefernde, überall auf dem Markt begehrte und damit den größten finanziellen Effekt verspre­chende Fichte so begünstigt wurde, dah im großen Teil te« Oberwaltes. besonders in der Um« gegend de- HoherodskopfeS ihr Anteil bis auf Die Hälfte der gesamte Waldsiäch« anwuchs. Die Hauptinvafion ter Fichte erfolgte in ten Jahren 1890 bi« 1910, und die jetzigen Fichten» bestände besitzen dementsprechend meist ein Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Fichten find fomit im Oberwald nicht autochthon, fentern außerhalb der Grenzen ihre- natürlichen Verbreitungs­gebiete- auS rein wirtschaftlichen Erwägungen durch ten Forstmann künstlich angepflanzt. Beim Anbau einer Holzart außerhalb ihrer urfprüng- lichen Grenzen muh aber, wie die Erfahrung ter letzten Jahrzehnte lehrte, forgfältig Rücksicht Darauf genommen werten, dah nur solche Rassen der neu einzuführen den Holzart Verwendung finden, die aus einem klimaparallelen Heimat­gebiet stammen. Dort hat in jahrtausendelangem Kampf mit ter Hmwelt eine scharfe Auslese ter Individuen staltgefunden, so dah nur solche Stämme und ihre Nachkommen übriggeblieben sind, die ten örtlichen Verhältnissen am besten anaepaht sind und ihren Gefahren am sichersten widerstehen. Diese wichtige Tatsache kannte man in der Perode des Hauptanbaus der Fichte noch nicht. Man benutzte wahllos Damen und Pflanzen, wie sie die Klenganstalten und Pflanzenhandlungen lieferten, die aber zum großen Teil wegen des reicheren und häufi­geren Fruchtens ter Tiefstands-Fichtenrafsen wohl von solchen abstammten. Tieflandsrasfen besitzen breitere und dichtere Aeste, brüchigeres Holz als Höhenfichten, sie können die schwere, häufig einseitige Belastung durch Schnee schlechter aus­

wird. wird zum thematischen Instrument; das Thema herrscht, die Posaune ist nur noch Darsteller, der von allem hergebrachten Wesen entkleidet ist. Kontrabah und Posaune werten in dem Duett ge­genübergestellt; kühne Thematik wird in den Varia- tionen entfaltet. Die edle Menuettenmelodie wird versachlicht, aus dem Bereich des Sentiments ge­zogen. sich im Augenblick grotesk gebärend. Im Finale ein Sprühen, ein Taumeln; Heterophonie bis zur Kakophonie. Aber alles ist geisterooll ge­macht; Musik, die mit dem Intellekt bei großem Können und starkem Selbftbewußtsein geschaffen wurde, die den Gemütsimpuls nicht kennt und auch niemals gelten lassen würde, die aber mit ihren sublimierten Feinheiten sich interessant, anregend, prickelnd und witzig gebärdet. Nicht Humor, ter aus Tatsachen, Erlebnissen und Gegebenheiten heraus spricht, sondern Witz, der sich in ter Zuspitzung ter Formelierung gibt

Hnb wie das alles fein, sprühend heraus­profiliert wurde. daS war geistvoller Witz im Musikalischen, beten Pointe stets treffend an rechter Stelle faß. Den Ausführenten gebührt hinsichtlich ter Schwierigkeit tes Werkes und seiner spröden, schwer zugänglichen Art eine ganz besondere Anerkennung für die geleistete künst­lerische Arbeit

Den Höhepunkt des Abends stellte Tschai­kowskys .Pathetische" bar. Hier übertraf Temesva r y sich selbst Da wuchs das Werk groß, gigantisch an seinen Höhepunkten her­aus; da versank es; da schwebte graziöse, wenn auch teilweise verhaltene, Heiterk.it durch den zweiten Satz. Triumph hallte im dritten wider. Das große SHicksalserleben der Ecksätze war ein Gebanntfein für alle, von ter e.sten bi« zur letzten Note. Das Orchester folgte dem Impuls des Dirigenten, in treue.-, sachlicher Hingegeben- beit; ein jeder sch en den anderen noch über­bieten zu wollen in der Feinheit. b:r musika i- schen Nuancierung. Befon e:s zu loben war die verhaltene Weichfeit ter tiefen Bl ch.Instrumente.

Die Reihe ter Orchesterveransta'tnngen hat mit diesem musikalischen Glanzpunkt leitet ihr Ente erreicht. Was in den drei Konzerten ge­boten wurde, das war erle ene Kunst, die durch- | aus jeden Vergleich nach je ter Richtung hin j aushalten konnte. Dr. H.

Oer Film als Silbermine.

Wie jede junge Industrie hat auch die Film- fabritation zunächst mit einer großen Verschwen­dung gearbeitet, und es sind riesige Summen nutzlos vertan worden. Hm ein Filmdrama von 50CO Fuß Länge in ten Lichtspieltheatern zu zeigen, verbrauchten die Regisseure manchmal 50 000 bis 200 000 Fuß Filmband. weil die auf genommenen Szenen immer wieder verworfen und durch andere Aufnahmen ersetzt wurden. Schließlich haben sich die Fabrikanten solche Vergeudung von Zeit und Geld nicht mehr gefallen laßen, und man ist zu sparsameren und praktischeren Methoten bet Herst.llung fort­geschritten. Erst kürzlich erzählten Pariser Film­stars, bie bei einer deutschen Filmaufnahme mitgewirkt hatten, in Pariser Blätter bewundernd, wie vorzüglich die Organisation In Deutschland sei und wie hier bie ganze Zeit ausgenutzt werde. Zu solchen Sparmethoden ist jetzt auch der amerikanische Film gezwungen, der sich so­lange im Gefühl seines Reichtums um ,Kleinig­keiten" nicht gekümmert hat. DaS Zilmgeschäft in Amerika i"t auch keine Goldgrube mehr, und so hat man in Hollytoood wenigsten- versucht, sich aus dem Film selbst eine kleineSilber- grübe" zu gestalten. In den Bottichen der gro­ßen Filmateliers, die die für bie Herstellung verwendeten Chemikalien enthalten, finden sich Silberwerte von Tausenden von Dollars, bie bisher nicht beach et wurden. Die Chemikalien, durch die bie vie.en Kilometer Filmband ent­wickelt werten, nehmen etwas von dem Silber tes Films an. Ein Fuß Film läßt freilich nur eine so winzige Menge Silber in den Gesäßen zurück, daß man sie ohne Mikroskop kaum sehen kann. Aber wenn Millioren Fuß Film ent­wickelt werden, bann bleibt eine sehr beträcht­liche Wenge Silber zurück. Während man bei uns schon lange biten wertvollen Heberresten Aufn-.erksanne-.t widmet, ist man in Hollywood erst jetzt dazu Übergebungen, durch ein einfaches Dersahren das Silber zu retten. Auf diese Wei e toerben in jedem Atelier wöchentlich mehrere Pfund Silber gewonren, und der Gesamtertrag dieser0i[Termine geht jährlich in viele Hun- derttausende von Dollar. Man erstreckt aber

halten und erliegen deshalb leicht den Hndilben des Oberwalbwinters. Da- ist bie eine, sehr bedeutende Hrsache de- Schnee- und Eisdruche- in ten hohen Lagen des Vogelsberges. Hätte man bie Provenienzfrage schon früher ernannt und beachtet, hätte man eine geeignete Gebirgs­rasse ter Fichte. Fichten mit langen, dünnen, biegsamen Aesten. ten Typ terSäulenfichte" verwendet, wie er sich besonders im Hochgebirge, im Schwarzwald und in den nordischen Reichen Schweden, Norwegen, besonder- in Finnland fin­det. ter den Schnee an ten Aesten abgleiten läßt, so hätten Verheerungen von dem Aus­maße, wie sie sich jetzt Im Vogelsberg finden, kaum entstehen können.

Immerhin ist das nur eine Hrsache der Schä­den. Eine zweite, ebenfalls wichtige liegt darin, dah die Fichten im Obcrwald auf Standorte kamen, bie von Natur aus nährstoffreich und, da als Vorfrucht Laubholz ftanb. auch physikalisch und biologisch in bestem Zustand waren.'Die Er­fahrung lehrt auch hier, daß nach einem solchen Fruchtwechsel auf gutem Boten das Holz zwar sehr rasch wächst, aber bet Anteil ter weit» lumigen Zellen sehr groß, da- Holz weniger zug- und bruchfest, also leicht brüchig und schnee- bruchgefährdet ist. Diese Wirkung hätte allerdings innerhalb gewisser, wenn auch engerer Grenzen auch bei einer Gebirgsrasie der Fichte mit in Kauf genommen werten müssen. Zudem find die Fichten im Alter von 20 bi- 40 Jahren be­sonders gefährdet; je älter sie werden, desto mehr mindern sich die Schäden.

Außer diesen naturgesehlich bedingten Faktoren spielen aber noch sch.idenerhähente Momente mit, bie in ter Art ter früheren Fo.stwirlschafts- führung im Oberwald begrüntet sind. Dazu zählt insbesondere die dichte Erziehung ter Ficht en- beftänte in ten ersten Jahrzehnten ihre« Leben«, wodurch die Kronen hoch am Stamm binauf­gelrieben tourten, sich ungleichmäßig entwickelten und ter Schwerpunkt tes schlanken Stammes weit nach oben zu liegen kam. Das hatte zur Folge, dah die Dvuchgefahr ter Krone und des Schaftes aus statifchen Grünten erhöht wurde. Die meisten und verheerendsten Schn.e- und Duftbruchschäden finden sich deshalb im gleichaltrigen, reinen, wenig durchforste en Fichten-estand. Allgemein zeigt sich anderseits im Oberwald, dah emztln- stehente Fichten in Mischung mit Buchen lange, gleichmäßige Kronen bilden und damit in viel höherem Maße von ten Schnee- und Duftschäten verschont bleiben. Beite Beobachtungen geben dem Forstmann ten nicht zu übersehenden deut­lichen Wink, In Zukunft die Zusammensetzung ter Holzarten und ten Destockungsaufbau im Oberwald so zu gestalten, daß Reinbestänte Monokulturen nach Möglichkeit vermieten wer­ten. und ferner die einzelnen Bäume im lockeren Dcstantesschlusse und in ungleichaltri er Best an- besstruktur auf wachsen. Forsttechnisch begeidynet man eine solche Destantesform als »Dlenber- wald". Gr findet sich in ter Natur überall in den gesährte.en, w.ndumbvaustrn und sch. eer.ichen Hochlagen ter Alpen, an der Baumgrenze, in ter »Schutzwaldregion". auch in ten höheren Lagen teS Schwarz walte- und tes bayerischen Waldes. Seine Vorzüge, auch für den Wirt- sHaftswald. werden aber in ter jüngsten Zeit, insbesondere hinsichtlich feiner außerordentlichen Sicherheit gegenüber allen Gefahren ter an­organischen und organischen Natur, immer mehr etfannt, und er findet deshalb in ihm Eingang, wo schwierige Produklionsverhältnisfe vorliegen, die durch Suimacinflüf,«, ungünstige Humu-zer- setzung u. dgl. bedingt find.

Die Hrsache te- Hebel- erfermen, bedeut et, wie überall, fo besonder- in ter Forstwirtschaft, schon fast seine Heilung. Die Waldtesitzer des Ober» Waldes, die hessische Staatsforstverwaltung. die Freiherrlich von Rieteselsche Forstverwaltung usw., geben mit Eifer und großem Verständ­nis daran, auf den verwüsteten, bisher schlecht rentierenden Waldslächen unter Ausnutzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und bet eigenen Erfahrung, neuen, gegen Gefahren besser ge­sicherten und ertragreicheren Wald anzulegen. Sorgfältige Beachtung ter Rassenfrage bei ter Auswahl tes Saatgutes, Bejründung von ge­mischten, möglichst ungleichaltrigen Beständen, Erziehung ter einzelnen Stämme im lockeren Schluß nach Art tes BestockungsaufbaueS im Blenterwald sind die Programmvunkte des neuem Wirtschastszieles im Obertoalb. Es ist zu hoffen, dah in Zukunft viele Jahre, ja Jahrzehnte wird es bei den langen Produktson-tzeiträumem

diese eigenartige Bergwerkstätigkeit jetzt nicht nut aus den entwickelten Film, sondern auch auf bi« großen Mengen von Filmband, bie nicht ver­wertet werten, weil bie Aufnahmen auS irgend­einem Grunde nicht befriedigten. Tonnen solche« Filme wurden früher achtlos fortgeworfen; man kann jetzt Millionen von Dollar zurückgewinnenr indem man diesem Film das Silber entzieht.

Hochschulnacknchten.

Profesior Dr. jur. HanS Carl Nipperdeh an der Hniversität Köln hat den Duf an bie Handelshochschule Berlin abgelehnf. hier sollte er bas durch das Ableben teS P^>I. Eltzbacher erledigte privatrechtliche Ordinariat übernehmen Professor Dr. jur. Franz Beherle in Basel hat den Ruf auf Öen Lehrstuhl für deut­sches bürgerliches Recht und Hante'.srecht an der Hniversität Greifswald als Nacholger von Prof. W. Schönfeld zum Beginn des Sommer- femeftcr« angenommen.

Der an bet Hniversität Breslau neu* errichtete Lehrstuhl für öffentliches Recht ist ten» Königsberger Ordinarius Dr. jur Ludwig Walbecker angeboten worden. Darmstädter von Geburt, widmete sich Waldecker in Gießen und Würzburg dem Studium der Recht^wifsen» schäften, wurde 1S02 Referendar in Gießen. 1909 As elfer in Darmstadt und war dann mehrere Jahre bei ter Verwaltung bet hessischen direkten Steuern bcschä tlgt. 2m Jahre 1911 promovierte Waldecker in Gießen und erwirkte zwei Jahre später seine Zulassung al 3 Privatdozent für ösfent iche- und Genossenscha'tlrecht an ter Hni- versität Berlin. Der durch den Weggang deS Prof. H. Meerwein an ter Hniversität Kö­nigsberg erledigte Lehrstuhl der Chemie ist dem auhcror.enll.chm Prosessor und Abteilue'.gs- vorstch'.r am chemischen Institut ter Hnversit t Berlin Dr Fritz Paneth ang?bolen worden. An der Innsbrucker Hniversität ist der außerordentliche Professor Dr. 2os:f Bruch 8um ordentlichen Professor der romanischen Philo­logie ernannt worden.