Ausgabe 
1.5.1929
 
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Seitenwand des Apparates liegt. Der Leiter braucht also den Handfernsprecher zum Sprechen und Hören nicht ans Ohr zu nehmen, vielmehr wird jedes von den andern Teilnehmern ge­sprochene Wort durch den Lautsprecher im gan­zen Zimmer hörbar, ebenso wie jedes im Zim­mer des Leiters gesprochene Wort durch das Mikrophon den Teilnehmern an der Besprechung zugeleitet wird. Diese Ergänzung bedeutet na­türlich einen wesentlichen Vorteil: Der Leiter kann unbehindert im Zimmer umhergchen, in Akten blättern. Aufzeichnungen machen usw. (Be­tritt während der Besprechung jemand das Zim­mer des Leiters, für dessen Ohren die Unter­redungen nicht bestimmt sind, so braucht der Leiter nur den Hörer abzunehmen: er schaltet dadurch das Gespräch auf seinen Handfernspre­cher, verwandelt also seinen Apparat in einen gewöhnlichen Fernsprecher. Die Teilnehmer an einer solchen Fernsprechanlage können auch ohne die Teilnahme des Leiters miteinander sprechen, indem sie einfach die den gewünschten Teilneh­mern zugeordneten Hebel an den Apparaten um­legen.

Die Vorteile einer solchen Anlage liegen auf der Hand. Infolge der Möglichkeit, in jedem Augenblick sämtliche verantwortlichen Mitarbei­ter anhören und sprechen zu können und sie ihre Meinungen gegeneinander abwägen zu lassen, kann der Geschäftsleiter natürlich ganz anders schalten und walten, als wenn er eine Anzahl Cinzelgespräche zu führen hätte und die einzel­nen Herren zeitraubende Wege antreten mühten. Große Handelshäuser, Danken und Industrie­unternehmen, vor allem solche, bei denen die einzelnen Betriebsstätten weit voneinander ent­fernt sind, bedienen sich schon in großem ilm- sange der neuen Einrichtung, die wieder einen großen Erfolg im alten Kampf des Menschen gegen Raum und Zeit darstellt.

Wirtschaft.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die amtlichen Zahlen über den Umfang der Arbeitslosigkeit am 15. April be­stätigen die vorläufigen Angaben der Landes­arbeitsämter, daß auch in der ersten Hälfte des Monats April die Arbeitslosigkeit wei­terhin erheblich zurückgegangen ist, da vor allem die Auhenberufe viele Arbeits­kräfte aufnahmen. Die Zahl der Hauptunter- slühungsempfänger in der Arbeitslosenversiche­rung betrug am 15. April ingesamt 1 480 000, davon 1 197 000 männliche und 283 000 weib­liche Personen. Am 31. März wurden insgesamt 1 900 000 Personen unterstützt. In der Zeit vom 31. März bis 15. April ist also ein Rückgang der unterstützten Arbeitslosen um rund 420 000 ein­getreten. Rach den vorläufigen Berichten ist die Arbeitslosigkeit auch nach dem 15. April weiter zurückgegangen. Die Zahl der Hauptunter- stühungsempfänger in der Krisenfürsorge ist in der Berichtszeit von 192 000 auf 198 000 ge­stiegen.

Die Reichsindexziffer für die Le­benshaltungskosten im April. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten /Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, 'Bekleidung und ^sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs­amtes für den Durchschnitt des Monats April auf 153,6 gegenüber 156,5 im Vormonat. Sie ist sonach um 1,9 v. H. zurückgegangen. Der Rück­gang ist im wesentlichen auf eine Senkung der Ernährungsausgaben zurückzuführen: insbeson­dere haben die Preise für Eier, Milch und Butter sowie für Kartoffeln nachgegeben. Die Index­ziffern für die einzelnen Gruppen betrogen (1913/14 = 100): für Ernährung 154,0, für Woh­nung 126,0, für Heizung und Beleuchtung 151,2, für Bekleidung 172.7, für densonstigen Bedarf, einschließlich Verkehr" 191,6.

* Deutsche Petroleum 21.-®. Aus dem nach Abschreibungen von 1326 815 Mk. (i. V. 2 016 470 Mk.) verbleibenden Reingewinn von 1 661 382 Mk. (1050 705 Mk.) werden 4 (i. V. 0) Prozent Dividende vorgeschlagen werden.

* Diskuswerke Frankfurt a. M. Ma­schinenbau 21.-©. Aus 110 672 ((86 764) Mk. Reingewinn sollen 30 000 (14 000) Mk. der Re­serve zugeführt, 5000 () Mk. für Gründung eines Reservefonds verwendet, 10 Prozent Divi­dende verteilt und 18 092 Mk. vorgetragen wer­den. (A.-K. 500 000 Mk., G.-V. 8. Iuni.)

* Frankfurter Allgemeine Versiche­rung s - A. - G», F ra n kf u rt a.M. Die Divi­dende für 1928 ist bei erhöhtem Reingewinn mit unverändert 12,5 v. Sy zu erwarten. Die Frankfurter Lebensversicherungs-A.-G. wird die Dividende auf 15 o. Sy (im Vorjahre 12 o. Sy) erhöhen.

Sie hessische kommunale Gasfernversorgung.

Die Denkschr

Vom Vorstand der Hekoga wird uns mit­geteilt: In der Aufsichtsratssitzung der Hekoga vom Montag hat der Vorstand das Ergebnis der in eingehenden Erhebungen und Verhandlungen gewonnenen finanziellen und wirtschaftlichen Werte vorgelegt. Die genaue Ausrechnung und rein zahlenmäßige Gegenüberstellung der Endergebnisse der ver­schiedenen Angebote für Ferngasbezug, sowie für das Projekt oer eigenen zentralen Gasanstalt ergibt folgendes Bild:

1. Eigene zentrale Gasvecjorgungsaastalt.

Der Vorstand hat aus dem vorliegenden Ma­terial den Eindruck gewonnen, daß die Anlage­kosten sich auf etwa 16,5 bis 17 Mill. Mark stellen dürften und daß die Gasselbstkosten min­destens 4,28 Pf. pro Kubikmeter betragen. Die Stellungnahme zu dieser Frage ist außerordent­lich beeinflußt von dem mit dem Betrieb einer solchen Kokerei verbundenen Risiko.

2. Das Angebot der Südwestdeutschen Gas-A.-G., Frankfurt a. 2H.

Aus der Frankfurt-Mannheimer Leitung oder ab Frankfurt a. M. beträgt der Durchschnitts­preis 4,5403 Pf. pro Kubikmeter. Rechnet man die Erzeugung des Mainzer Werks, für die höhere Preise verlangt werden, hinein, so ergibt sich ein Durchschnittspreis von etwa 4,9 Pf. Außerdem ist eine Kohlenklausel vorgesehen, die eine Gaspreiserhöhung um 6,1 Proz. bringt, wenn der Kohlenpreis um 10 Proz. steigt. Das Werk soll mit 4200 Wärmeeinheiten und einem Druck von 500 MillimeterWassersäule ausgestattet werden.

3. Das Angebot der Ruhrgas-A.-G. in Essen.

Der Hekoga wird Gas von 4500 Wärmeeinhei­ten in unbegrenzter Menge mit einem Mindest­druck von 10 000 mm Wassersäule angeboten. Der Gaspreis ist gestaffelt. Er geht von rund 4,29 Pfennig bei 60 Mist. cbm Abnahme auf 3,58 Pf. bei 250 Mill, cbm Absatz zurück, wobei die innerhalb eines bestimmten Gebiets abgegebene Menge der Hekoga gutgebracht wird. Außerdem wird für die Versorgung gewerblicher und in­dustrieller Betriebe eine weitere Preisermäßi­gung zugestanden. In der Ruhrgas-Kohlen­klausel bringt eine lOprozentige Kohlenpreiser­höhung eine Gaspreiserhöhung um 5,05 Pro­zent. Außerdem hat die Ruhrgas-A.-G. sich be­reit gefunden, für die Errichtung der Leitung ab Siegen mit der Hekoga eine gemischt-wirtschaft-

Kokereibetrieb (Gutachten E)

Kokereibetrieb (Ueberarbeitung durch den

Vorstand)

Fremdgasbezug von Frankfurt ohne Mainzer Verpflichtungen

Fremdgasbezug von Frankfurt mit Mainzer

Verpflichtungen

Fremdgasbezug von der Ruhr, nur Kommunalgas

Fremdgasbezug von der Ruhr, 60 Millionen

Kubikmeter Kommunal- und 20 Millionen Kubikmeter Industriegas

Fremdgasbezug von der Saar

k der Hekoga.

liche GeseUfchaft zu bilden, woraus sich weitere finanzielle Vorteile errechnen.

4. Das Angebot der Ferngasgescllschaft Saar m. b. h.

Die Gesellschaft bietet frei Worms Gas zum Preise von 4 Pf. pro cbm bei Abnahme von 80 Mill, cbm, heruntergehend bis 3,1 Pf. bei Abnahme von 300 Mill, cbm an. Dieser Gas­preis ist jedoch aufgebaut auf dem jetzt tatsäch­lich bezahlten mittleren Kohlenpreis des fran­zösischen Franken, von dessen Veränderung er mit 75 Prozent abhängig ist. Unterstellt man, eine spätere Angleichung der Sparkohlenpreise an den Ruhrkohlenpreis, dann würde der Gas­preis betragen für 8 Mill. cbm ungefähr 5,05 Pf., für 100 Mill, cbm ungefähr 4,8 Pf. und über 150 Mill, cbm' 4,62 Pfennig.

5. Gastransportkosten.

Einen besonderen Faktor bilden die Gastrans­portkosten, für die gleichfalls ein Gutachten ein­geholt wurde. Danach würden sich die Gesamt­jahresausgaben aus dem Fernleitungsdienst auf folgende Summen stellen: bei eigener Kokerei 1,14 Mill. Mk., bei Anschluß an Frankfurt 0,97 Mill. Ml., bei Anschluß an die Ruhr 0,407 Mill, und bei Anschluß an die Saar 1,040 Mill. Mk.

Hierbei ist mit einem mittleren Gasdurchsatz von 169 Mill. Kubikmeter im Durchschnitt der 30jährigen Vertragsperioüe gerechnet. Bei einem Durchsatz von 80 Millionen Kubikmeter betragen die Ziffern pro Kubikmeter einschließlich der zusätzlichen Verteilungskosten im Mainzer Gebiet bei Projekt 1 1,28 Pfennig, beim Anschluß an Frankfurt 1,08 Pf., beim Anschluß an die Ruhr 0,5, beim Anschluß an die Saar 1,19 Pf. pro Kubikmeter.

6. Zusammenfassung.

Unter Berücksichtigung des Vorhergesagten ergeben sich demnach für eine Gasabnahme von 80 Millionen Kubikmeter im Jahr für die einzelnen Lösungsmög­lichkeiten die in der untenstehenden Tabelle verzeichneten Gasselbstkosten pro Kubik­meter in Pfennigen, wobei auch für Fernleitungsdienst Steuern, Unterhaltung und lieber« wachung der Leitung, Versicherungen usw. nicht ein­begriffen sind.

Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, in einer demnächst stattfindenden weiteren Sitzung wegen des Antrages an die Generalversammlung endgültig Stellung zu nehmen. Die Denkschrift soll mit ungekürztem Text in nächster Zeit den Betei­ligten zugehen.

inftanbs»

Transport­

Verluste

Ins­

preis

kosten

gesamt

3,2700

1,280

0,082

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4,2800

1,280

0,107

5,6670

4,5403

1,085

0,150

5,7753

4,8848

1,085

0,161

6,1308

4,0897

0,500

0,035

4,6247

3,9647

0,500

0,034

4,4987

5,0500

1,190

0,114

6,3540

Mannesmannröhren-Werke. Die Mannesmannröhren-Werke schließen das Ge­schäftsjahr 1928 mit einem Rohgewinn von 35 597253 (33 637 840) Mark. Von ihm sind ab- zusehen die Gesamtunkosten mit 8 396 584 (7 751 972) Mk., Anleihezinsen mit 84 000 (72 000) Mark, Steuern einschl. Industriebelastung mit 7 761579 (5 814 320) Mk. unö die Abschreibungen auf Anlagen mit 8 833105 (7 493 364) Mk. Aus dem einschl. Vortrag verbleibenden Reingewinn von 13 723 651 (15 786 571) Mk. sollen 7 tt. V. 8) Prozent Dividende auf 139 999 800 Mk. Stamm­aktien verteilt und 3 121 839 (3 201 666) Mk. vor­getragen werden. Infolge der Auswirkungen des Frostes ist der Versand in den ersten Monaten des neuen Iohres gegenüber dem gleichen Zeit­raum des Vorjahres zurückgeblieben, ebenso der Auftragsbestand, letzterer namentlich in gewalzten Döhren für das Inland. Der Auftragsbestand ist aber etwas höher als am 1. Ianuar 1929.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 1. Mai. Tendenz still. Zu Beginn der heutigen Börse war das Geschäft sehr ruhig und beschränkte sich nur auf ganz vereinzelte Werte. Die Maifeier übte hinsichtlich der Geschäfts- entwicklung insofern einen Druck aus, daß verschie­

dentlich die Börsen im Auslande und auch in Deutschland geschlossen waren. Die Tendenz war jedoch nicht unfreundlich, da man die internationale politische Lage weiter optimistisch betrachtet. Auch der sehr feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse sowie die wieder etwas entspannteren Geldmarkt­verhältnisse (in Neuyork war gestern Tagesgeld 10 o. Sy gegen 16 o. Sy am Vortage) machten einen günstigen Eindruck, jedoch konnte trotz der günstigen Momente das Geschäft keine Aufwärtsbewegung er­fahren, da das Ausland am heutigen Börsengeschäft nur wenig interessiert war. Nur am Farbenmarkt wurden von Auslandseite verhältnismäßig viel wei­tere Jnteressenkäufe vorgenommen. Eine gewisse Zurückhaltung übte die Tatsache aus, daß Gerüchte Verbreitung fanden, wonach bei den in Berlin ab« gehaltenen Maifeiern Tumulte entstanden seien. Gegenüber den gestrigen Abendkursen war die Ten­denz nicht einheitlich, da verschiedentlich aus Anlaß des Zahltages noch in einigen Werten Abgaben vorgenommen wurden. Im Vordergründe des In­teresses standen Farben und am Elektromarkt AEG., die bei 1 v. Sy höherem Kurse lebhaft gefragt waren. Besonderes Interesse machte sich für Felten plus 5,75 v.Sy bemerkbar. Etwas schwächer eröffneten Berg­mann, Schuckert, Licht & Kraft, die bis 1 v. Sy ver­loren. Don internationalen Werten waren Soenfka

mit minus 5 Mark stark angeboten. Montanwerte hatten ebenfalls kaum Geschäft zu verzeichnen, doch lagen hier die Kurse zur ersten Notiz weiter leicht gebessert. Nur Mansfelder leicht gedrückt. Kaliwerte und Zellstoffpapiere, bei ebenfalls geringem Umsatz, eine Kleinigkeit höher. Danatbank zumeist 1 v. Sy schwächer. Renten still und gut gehalten. Im Ver­laufe blieb die Umsatztätigkeit weiter klein. Die Kurse gaben leicht nach. Am Geldmarkt warTages- geld mit 9 v. Sy weiter angespannt. Am Devisen­markt war die Lage weiter beruhigt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2175, gegen Pfund 20,466. London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,63, gegen Madrid 33,70, gegen Holland 12,0760.

Berliner Börse.

Berlin, I.Mai. Nach einem sehr zurückhalten­den und nicht einheitlichen Dormittagsverkehr, bei dem so gut wie gar keine Umsätze zustandekamen, eröffnete die Börse ebenfalls in un^icherer Tendenz bei ruhigem Geschäft. Nur in einzelnen Werten, wie I.-G.-Färben-Industrie und Polyphon, ging es etwas lebhafter zu. An anregenden Momen­ten, die aber heute kaum wirkten, waren die zum Schluß sehr feste Haltung der gestrigen Neuyorker Börse und Vermutungen von bevorstehenden Inter' ventionen der Banken am dortigen Geldmärkte zu erwähnen, auch die fortschreitende Besserung am Ar- breitsmarfte wurde kaum beachtet. Aus Paris lagen keine neuen Nachrichten vor, die gestern beobachte­ten Auslandkäufe vermißte man heute fast ganz, doch ist dabei zu berücksichtiaen, daß verschiedene Auslandbörsen und auch deutsche Börsen heute ge­schlossen waren. Schon wenig herauskommende Ware genügte, um das Kursniveau ein bis zwei Prozent, vereinzelt auch darüber hinaus, zu senken. I.-G.-Farben-Industrie konnte sich behaupten. Poly­phon lagen weiter schwach. Weil Verwaltungsmit­glieder von Paris nach London gefahren sind, ver­mutete die Börse, daß die Verhandlungen dort er­gebnislos verlaufen find. Der Kurs ging wieder um 8,5 x>.Sy zurück. Von Montanwerken, die im allge­meinen schwächer lagen, waren Mannesmann auf die 7proz. Dividende etwas fester. Salzdetfurth, Bemberg, Glanzstoff, Feldmühle, Transradio und Siemens verloren bis 4,5 d. Sy, während Löwe und einige andere Werte sich leicht befestigen konnten. Adlerwerke waren auf die heutige Generalversamm­lung 2 v. Sy schwächer. Deutsche Anlechen blieben behauptet. Ausländer waren überwiegend schwächer, besonders Bosnier und Mexikaner. Der Pfandbrief­markt war bis jetzt sehr ruhig. Am Geldmarkt hielt die Verknappung noch unverändert an, Tagesgeld war mit 8,5 bis 10,5 o. Sy gesucht, Monatsgeld mit 8,5 bis 9,5 d. Sy Warenwechsel waren ohne jeden Umsatz. Der Verlauf der Börse blieb sehr uneinheit­lich und nervös. Nach einer vorübergehenden leich­ten Erholung wurde es später wieder schwächer, nur Polyphon, Felten, Reichsbank und Svenska (Schwe­dische Streichhölzer) hielten sich.

Frankfurter tzZctrcid, börfe.

Frankfurt, a.TL, 1. Mai. Der Produkten- markt verkehrte in stiller Haltung. Umsätze kamen kaum zustande: obwohl die Auslandnotierungen etwas höher lauteten, traten verschiedentlich Ab­schwächungen ein, die aber nur gering waren. Be­sonders am Futkermittelmarkt waren Mais, Wei­zenkleie und Rvggenkleie 0,25 bis 0,50 Mark schwä­cher. Brotgetreide blieb unverändert und gut gehal­ten, nur Sommergerste war angeboten und eben» falls etwas niedriger. Bei schleppenden Umsätzen blieb das Mehlgeschäft klein. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23,75; Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 23,75 bis 24; Hafer, inländischer, 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 32,25 bis 32,75; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 13,10; Roggen- kleie 13,75 Mark. Tendenz ruhig.

Kunst und Wissenschaft.

Friedrich Lienhard f.

Der Schriftsteller Prof. Dr. Friedrich Lien­hard ist im Alter von 64 Iahren plötzlich ge­storben.

Lienhard wurde am 4. Oktober 1865 in Roth- bach im Elsaß geboren. Er studierte Theologie und Philologie in Straßburg und (Berlin, wurde Hauslehrer, darauf freier Schriftsteller, schließ­lich (1896) Feuilletonredakteur derDeutschen Zeitung". Schon während seiner journalistischen Tätigkeit entstanden die ersten, bekannter gewor­denen dichterischen Arbeiten Lienhards. Von ihnen sind zu nennen: dieLieder eines Elsässers", die DramenEulenspiegel" undMünchhausen", so­wie dieWartburg-Trilogie". Von seinen Ro­manen wurde die elsässische Revolutionserzählung Oberlin" wohl das reifste seiner Werke, viel gelesen. Seit 1920 wirkte der Verstorbene in Weimar als Herausgeber der vom Freiherrn von Grotthuß 1898 begründeten ZeitschriftDer Türmer".

Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

stranksurl a. M.

Berlin

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Kurs

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Datum

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Desgl. ohne AuSkof.-Rechte .

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kündbar bis 1932

88

-_____

*y,% Rheinische Hyp.-Vank Stau..

Goldps.

76,5

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V.C.G. abg. Vortriegr-Obltgattan. rückzahlbar 1932

88

_

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101

_

_

4% Dcitcnddjifdie Goldrte.. .

29,75

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4,20% Leslerr. Silberne. . .

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1,95

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24,4

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4% Ungarische StaatSr. V. 1910

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__

22,8

4% Ungarische Kroncnrte.....

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4% Türk. Zollanletbe v, 1911 -

4% Türkische Bagdadbahit-Anl.,

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Hamburg-Amerika Bakel ... 8

Pamb.-Südam. Tampfsch. . . 8

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Norddeutscher Lloyd .... 8

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111

111

110,25

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127

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Berliner Handelsgesellsch. 12

211.75

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267

Deutsche Bank . . 10

Ttakonto-Gesellschafl 0nL. . 10

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153

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153

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Dresdner Lank ... lu

Mitteldeutsch« Lreditbanl ... 9

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Berlin

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144 90,75

66,9 236,5 242,75

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166,75 208,25

153 205 139,75 216,25

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189

235,5 367,25 141,25

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112,25 130

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235 241,5 374,5

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Philipp Holzmann......7

Heidelberger Cement .... 10

Gement Karlstadt......8

Wavb 4 streitag......10

Schulthei» Pahenhofer ... 15

Ostwerke.........12

Bcr. Glanzsioff......18

Bemberg.........14

Zellstoff Daldbos.....12

Zellstoff Aschaffenburg ... 12

Charlottenburger Walser ... 7

Deilauer Gas . . 8

Daimler Motoren . . . . 0

Deutsche Mafchtiien-Fabrik . . o

Adlerwerte Kleoer......6

Ludw. Loewe.......10

Nat. Automobil . ...... 0

Orensteiu 4 Koppel.....5

Bamag-Mcguin ....... 0 strankf. Maschinen ...... 6 Gritzner ....... 11

Heyligenstaedt ....... 0

IunghanS. ........ 4

Lechwerke. ......... 8

Mainkraltwerke.......8

Miag. ....... 10

Nekarsulmer ........8

PeierS Union ........ 8

Gebr. Roeder.......10

«olgl 4 Haesfner......8

Südd. Zucker 8

117,5

146,5

175

433

183

56,5

50,5

85

10,5

63,13

113

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123

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50

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Banknoten

Berlin, 30. April

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Ameritaniichr Holen.....

4,227

4,247

Belgische Noten . .......

Dänische Noten ........

58,43

112,15

58,67

112.59

Englisch« Noten........

20,465

20,545

Berlin 30» April

Geld

Brief

französische Noten.....

vollandliche Noten......

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Dentsch-Oesterr.i 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten .

Ungarische Noten

Devifenmartt Berlin

Telegraphische

16,48

169.41

22,16

112,18

59,10

2,51

112,48

81,44

61,23

12,475

73,25

-Frankfur Auszahl,

16,54 170,09 22,24 112,62 59,34 2,53 112,92 81,76 61,47 12,535 73,55 t a M.

rng.

30- April

1» Mai

Amtliche Notierung

Held 1 Brie-

Amtliche Notierung

Geld | Brier

Amu»- Ron» Bucn.-Aires Brss.-Antw Christicmta - Kopenhagen Stockholm - HelnngforS» Italien. .

London. . . Nenvork . . Paris. . . - Schwei; . . Spanien » Japan » » » Rio de Ian Wien in D-- CtfL abgesl Prag - - » Bellrad Budapest » Bul arieo Lissabon Danzig - . . Konst.mtin- Athen- . Tanada Uru uay. Cairo .

169,41 1,772

58,525

112,36

112,39

112,59

10,593

22,075 20,449

4,2135

16,465

81,15 60,39

1,894 0,502

59,18

12,472

7,408 73,41

3,042

18,85

81,73

2,066

5,46

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4,076

1 20,975

169.75 1,776

58,645

112,58

112,61

112,81

10,613

22,115

20,489

4,2215

16,505

81,31

60,51

1,898 0,504

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7,422

73,55

3,048

18,89

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2,070

5,47

5,189

4,084

21,025

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58,54

112,35

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1,900 0,504

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4,189 4,074 21,02