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Nr. 205 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Zreitag, 51. August (028

I

anbcrgctoürklt. 2tuf grcften

UNalö 5) im bette

von Metern

niemals anher Sicht für einen Kameraden, den

Sin Berliner Ärüilcr fchrieb unlängst htm

einen Strick, da- troö lautem Beifall von

der

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8en

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14. gortleßung.

Nachdruck verboten.

3n dasselbe

Hau»?

fflücn-

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nenftücte tft Wenn wirtsam« Stücke so

Strecken ist der AU beiden Seiten Komitadschis und zu bieten. Alle g:bt ein Gendarm,

wollen wird, baß sie sei. d. h. sie wird dem ttallenischen Einfluß unterworfen In Rom und nicht in Tirana ent» sich da- Schicksal Albaniens, und wenig

e, un- Sinne

Italien immer bleiben, scheidet

in# tW'

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grohen Aiehrhert de- Publikum- ersichtlich ab» gelehnt worden war: e- war ein lLrmrnder Er» folg, aber ein Drsolg der großen Hand- schuhnummern. GS gibt nämlich eine Claque. wenn Ite auch nicht so au-sieht, wie theatersremde Gemüter sie sich vielleicht vorstellen mögen. Cs ist. um einen etwa- wilden Vergleich atrAuwenden, mit den Elaqueuren wie mit den Vitaminen. Man sieht sie zwar nicht, aber sie sind mcht-desto» weniger da, und die Wirkung ihrer Anwesenheit lästt sich nachweisen. Man formte in dem Ver­gleich noch Weidergehen und die Behauptung auf» stellen, daß. wie in der Bohrung die Vitamine, im Theater die Claqueure daS belebend? Element bilden und zwar um so mehr, je geringer das dramatische Lebenselement de- au »geführt en Düh-

z4)obcn Sie schon gehört", hiefo e» morgen? im Bäckerladen, der Lion d'ott wirb abgerissen, lind wissen Sie, wohin sie ziehen? In da» Haus der Longeoille'"

Bitt' I von I and I len-

und uoX- iW raen.

iltti i»W nIV iin* ndl« an.

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.. . Nicht möglich!" .Diese Iran Odette?

de- Grcnzweges abgehol t um Bäubern keinen Unterschlupf paar Hundert Meter sieht od?r

Verhangniffe.

Vornan t»on Liesbet Dill.

Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).

Karabiner geloben, entsichert. Noch größer alt die Zahl dieser Grenzwächter ist die Zahl der weiß gestrichenen Hokkreuze zu beiden Seiten der Strass, die den tragischen Au-gang der Unvorsichtigkeit einzelner 7tcifcnt<n oder Gen- barmen symbolllreren Diele Grenze ist ir.c ge- die Hervorrusung von Zwischenfällen zu erlcich» trrn die da- eine Mal Albanien und Italien da- andere Mal Jugoslawen Vorwände bieten, von d-

und Är.cir»cQrbc:citangen m verschleiern.

Htd# t(! gewißer al- daß die 3kdidxrungcn ttaiun i^et Diät: er. ganz Albanien sei für das Königtum Skanb.rb g» lll. betet tert, bestenfalls £elb<!tauld)dng bedeutet. Selbst die echten, an­der inneren Geschichte dc» Lande- hervorge» wachsene Herrscher er reuten sich keiner wirklichen Beliebtheit bei den Bergbewohnern, die immer geneigt Warrn, sich zu erheben, wenn versucht wurde Steuern von ihnen einzutreiben. In Jugo­slawien leben Tausende fcrbi'cher Flüchtlinge denen der albanische Boden zu h: wurde, als 'ich Achmed Zogu damals gegenüber dem Ita- henerturn au- einem Saulu- in einen Paulu» verwandelte und ihnen denen da- Verichwörer» tum im Blute liegt, steht für ihre politisch? Pro­paganda in den gegen 403 003 jugoslawischen Staatsbürgern alben er Basse ein ausgezeich­netes Material zur Verfügung. Belgrader Mel­dungen versichern, bei den legten .Wahlen" in Albanien sei wegen de- Terror- fein einziger oppositioneller Abgeordneter gewählt worden. Was Wunder daß die Krönung- eieriichkeitcn im vollständig italienitierlen Tirana ohne Miß- klar, g vor sich gehen konnten. In Wirklichkeit tändelt es sich nur um ein weitere- Anzeichen für die Verschlechterung der politischen Atmo­sphäre im traditionellen Sturm winkel Europa-,

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kann der Stock hier abgerissen und der Lion b'or4 umgebaut werden."

Das ist eine großartige 3bee; Madame bat we­nigstens Schneid", rief der Architekt. .Ich lege Ihnen morgen meine Pläne vor."

.Ist das dein Ernst, Odette?" fragte Charles, als sie allein waren,daß mir ausziehen sollen aus dem alten Hause, da droben hin?"

.Ja'" sagte sie.Ich habe den Wunsch schon langt, in einer anderen Umgebung zu leben. Hier erstickt man. Ich bin noch nie herausgelommen, seit ich verheiratet bin, und habe immer in dieser engen Stadt gelebt."

Aber du hast dich doch nie herausgewünscht?" rief er erstaunt

Sie mußte lächeln.Ach Lharles, im stillen habe ich immer gehofft, du würdest einmal von selbst daraui kommen, aber du hast nie an etwas anderes gedacht als an deinen Deinhandel und die Jagd. Deiner Mutter war es recht. Und für das ijaus war es auch <o am besten. Aber wir find doch auch noch da. Dieser Prozeß hat uns viele Jahre zurück­gebracht. Ich will alles allein machen, du sollst dich um nichts kümmern. Ich ordne alles mit dem Advokaten. Tantes Erbschaft ich habe es schon ausgerechnet reicht für beide Häuser. Laß uns hier ausziehen. Charles ... und ein neues Leben anrangen, wir beide ..."

Sie lehnte ihren Kopf an feine Brust, als ob sie müde sei.

Und sie a>ar es auch.

Sie lehnte sich heraus aus dem engen Kontor, den niedrigen, engen, altmodischen Stuben, an denen so viel Erinnerungen hingen.Ich will einen Strich darunter machen." Ihre Sippen zuckten, während er sie erstaunt anblickte. Es mar so festen, daß Odette einmal so aus sich herausging. Das mar wie ein Ausbruch bei ihr. Als ob sich Langzurück- gebämmies losgerifsen hätte.

Charles, Charles, begreifst du das nichtLaß uns einmal eine schöne Resie machen", fuhr sie fort,und uns die Welt anlehen, heraus aus bieer Lust, diesem Himmelsstrich." Ihre Stimme zitterte leicht.

Charles schüttest« den Kopf.Steifen, jetzt? Und in das Haus zuriickkehren? Odette, ich weiß nicht, ob du das kannst ..."

.Könntest du es denn?" fragte sie. und schaute zu ihm hinaus.

de- Worte- durchschlagenden Erfolg zu erzielen scheinen, so ist da- oft eine von der Claque erzielte Wirkung Denn da- eigentliche Theaterpublikum pflegt, tote eS im Bühnensargon heißt, auf den Händen zu fitzen: es upplauksicrt erst, toenn e-, sei es durch da- Stück, sei e- durch die Dar­stellung. wirklich mitgerissen wird. BlS es dazu kommt, kann aber eine dramatische Arbeit, auf deren Inszenierung viel Mühe und viel Geld vertoendct worden ist. praktisch lehr durchgesallen sein. Da- zu verhüten, ist die eigentliche Aufgabe der Clague. ohne die in Berlin beispiel-weise keine- der sog. Amüfrertheater auSkommen zu können glaubt. (Bin O peret tene rf ol g. eine Schwank-Premiere ist ohne Clague kaum denkbar: daß sie sich aber darüber hinau- selbst in Erstaufsührungen ernsthast zu wenender Arbeiten toirflam zeigt, da- wird den Bühnen, die auch in solchen Grstaufführungen fürstlich

jemrlncrt Bestall zu geben. Dieser eigentliche und wirkliche Claqueur kernst gewöhnlich Nit Stu k lchon von den Proben und weiß genau, wann e- an der Jett ist da- Publckum zum Applau­dieren zu enrnrrticm.

®tn lolcher. scheinbar spontan vom Augenblick e-ngegedeivr Bestall wird in einen bi- d^h.n unlustigen und stimmung-losen Haufe manchmal Wunder wirken, in der nächsten Sekunde klastchr da- ganze Haus Gelegentlich kommt e- frei* A auch vor. daß ein solcher Claqueur, Stümper in feinem Fach und meist ohne Ahmrng von der Pfvchologie de- Theaterpublikums. im unge.i.f r.etften Augenblick loslegt Die N reffenda Si.lle de- Stiicke- mag auf der Probe vielleicht für den Beifall geeignet erscheinen. aber bet b.-r Aist- führung aus irgendeinem Grunbe abgefallen, wir­kungslos verpufft fern. Da- augenblicklich heran-- zufühl eil. erfordert ein stet- wache- plvcholvgifche- wnge<ü|)( Hal der Claqueur e- nicht und ballert er los. In ist wütendes Pst! Pstl ans allen TeUen des Theaters und eine manchmal nicht wieder ^t^umachende Verstimmung de- Publikums dic

Im Jahve ITT? Tarnen einige Autoren und Schauspieler zum erstenmal auf den Gedanken, die Stimmung de- Publikum- durch eine Anzahl bezahlter Männer mit sicherer Hand zu lenken und so Ginfluß aus den örfolg einer Austührung *u gewinnen, da- war die Geburt» stunde der X&eattrclaquc. Ch machre Ni» P.:l< - Ium regeltochte Gegendemonstration en Ratürlich kam es dabei mehrere Male zu wüsten Prügellzenen zwischen Besuchern und Olaqucurcn. Mit der Zeit nahm die Institution der Claque immer festere Formen an. Gin guter Claqueur zu fein galt al» em einträglicher Leben-beruf G- aab wahre Meister ihrer Branche, und ein Autor konnte sich glücklich schätzen. tocim ihm ein solcher berühmter Clague-Ches für gute Worte und teure- Geld feine Hilfe zustcherte. Adar noch ror kurzem ist tn Frankreich und in Oesterreich- Ungarn die Uraufführung eine- Stucke» ohne tätige Mitwirkung der Clague eine äußerst ge­wagte Sache gewesen. Monsieur L e b l o n d in Pari-, Schöntag. der Clagueches der Wiener Hosoper, und Onkel Weidinger. der .Grsolg- macher de- Budapester Staat»!Heater»'. inar-m stadtbekannte Figuren, Me jeder Theaterbesucher der älteren Generation kannte.

Mit der Zeit feierte da- (Maquetocfcn wahre Orgien. Das Publikum wurde am Gängelband geführt, und die wirklichen Heroen de- Theater» waren Ne Claqueure und In Pari- auch die .Pieureure". denen die Ausgabe zufiel, an den Höhepunkten der Tragödie Crgriffenheit zu markieren. Monfieur Leblond hatte feste Tarise. er lieferte dafür alle-, wa- man wünschte. Seine ..Schwarze Bande" applaudierte auf Bestellung. Gr machte au- Autoren, Schauspielern und Schau- spiclerimwn Berühmtheiten, scheute aber auch nicht davor zurück, sie zugrunde z» richten. er ließ st« dann einfach au-pfeifen. - ein moderner Conbottierve, der immer in den Diensten der

Stimmung machen lassen, von der Kritik mit Fug und "Recht angcfreibet.

Wie sieht beim nun die zwar unsichtbare, aber trotz ihrer Tarnung hörbare Clague eigentlich auS? Harmlose Gemüter denken vielleicht, daß vor dem "Beginn der Vorstellung so eine Art Unteroffizier hi Zivil seinen Zug von "Senil6- klatschcrn in- Parkett führt, wo die Mannschaften au-schwärmen, um die für sie bestimmten, über da» ganze Theater verteilten Sitze einzunehmen. So plump wird die Sache natürlich nicht gemacht. Beruf»clagueure, die sich lediglich von dem Auf­einanderschlagen ihrer Handteller ernähren, gibt es in Deutschland Wohl überhaupt nicht. Aber es gibt zahlreiche, mehr oder weniger gute Freunde de» Direltor». de- Regisseur-, de- Autor», de- Kapellmeister- und der Darsteller, lauter Leute, die nicht beleidigt sind, toenn ihnen em Pvemicrenplatz, sofern st« ver­heiratet sind, auch ein Platz für tfroe Frau, grntt- und franko in- Haus gesandt wird, Die von diesen Karten mit Vergnügen Gebrauch machen, und die. selbst wenn sie einigermaßen krtttsch ver­anlagt sein sollten, doch schon wegen de» billigen Vergnügen- in genügend guter Laune sind, um beim ersten Signal die Hände zu rühren. Dicke- Signal ist freilich keineswegs verabredet: man darf sogar behaupten, daß niemand unter den Freikärtlern überhaupt eine Ahnung von der Cnstenz eines solchen Signal- hat, aber gegeben wird e- darum doch, und noch mehr e- wird getreulich wenn auch ganz unbewußt be­folgt. Diese- Signal zum Applaus wird stet- nur von einigen Wenigen gegeben; eS sind ge­wöhnlich ein paar der Direktion sehr nahestehende, thralertundige Personen, die sich auf die P s y - chologie des Parkett» und demgemäß auf die Kunst verstehen, im wirksamen Augenblick durch spontane- Klatschen das Zeichen zum all-

liegt daher an her Form und Etikette eine» Regime», sllr da» der Wille de» albanischen Dolle- kaum etwa» bedeutet."

Andere französische "Blätter, die weniger ge­halten sind, tn Uebereinstimmung mit dem Quai d'Orsad gute Miene zum b-len Spiel zu machen, sprechen, toi« .Part» Soir" offen au», daß ft« von der Krönung Achmed ZoguS eine ,über­mäßige Stärkung de» Italienischen Sinflusscs" in Albanien erwarten. Gs herrscht polittsches 5autoetter am Balkan. Die unter den Rach- kritgsvcrhältn Ilsen festgesrorenen Volksmassen kommen tn Bewegung, und diese Bewegung staut sich überall bedrohlich hinter den Dämmen, die das Vertrag-wert der Siegerstaaten aufgerichtet bat; soweit derStatus quo dadurch unhaltbar geworden zu sein scheint, sucht sich die 'Diplo­matie der Großmächte neu zu orientieren, und eS bilden sich neue Gegensätze und neue Grup­pierungen. Ueberall aber herrscht die "Jlcigung vor. sich durch ft raffe Diktaturen zugleich gegen Volkserhebungen zu sichern und einen leicht zu bandbalx-nden Apparat für die Durchführung imperialistischer Zwecke in die Hand zu be­kommen. Ucbcrraschend wirkt dabei da- Hand- inhandarbeiten Giiglands und Frankreichs. Jugo­slawien wird genötigt, den schlimmsten Stein des AnstoßeS im Verkehr mit Italien durch Ratifizierung deS Rettonu-Derlrages aus der Welt zu schassen, dafür aber durch eine Inter­vention in Sofia zur Unterbindung der revolu­tionären mazedonischen Organisation gegen Ueber- raschungen von der bulgarischen Seite h?r ge­sichert. Doch tn Jugoslawien wie in Bulgarien

Niemand wurde klug aus ihr. Sie hott? feinen Verkehr mehr. Die Türen hotten sich vor ihr hör­bar geschloffen nach biefer dunklen Geschichte. Auf- geklätt war sie immer noch nicht. Der Mörder hotte sich nie gesunden, würde lich wahrscheinlich auch nicht finden lasten, nachdem so lange Zeit darüber vergangen mar. Niemand hätte sich in der ganzen Umgegend sinden lasten, der dieses einsame Haus dort oben bezogen hätte. Nun zog sie selbst hinein.

Meiner Treu', den Mut hätte ich nicht", sagte die Frau des neuen Notars, die in dem modernen Villenviertel wohnte.

Nun. Artemis, was sogen Sie denn zu un­serem Plan?" fragte Chattes eines Abends, als er in die Küche fatn, rno die Alte am Herde bei den Kasterollen stand. Sie knickte Reisig und schob es Ins Herdfeuer.

-Ach. wozu soll man sich den Mund verbrennen. Herr Chattes? Der mürbe denn aus mich hören?"

Dir hoben Ihre Anficht immer geachtet. Arte­mis". fagte Charles. .Ich habe Sie oft um Rot gefragt."

Die Alt« verzog chr Gesicht: .Ja. nachher, aber nie vorher."

..Es ift Ihnen allo nicht recht, daß wir den Lion b'ori aufbauen''"

Doch, das ist mir 'chon recht", fagie die Alte. ..Dann kriegt rüon roohl endlich einmal ein an- ständiges Zimmer. Di« Löcher da droben ... ba

.Ich? Warum nicht? Es ist ein geräumiges Hous, und der Garten, der Wald dahinter, da läßt cs sich schon leben ... Aber du. wirft du mir dann nicht kommen und, wie Mama in den letzten Iah ren, dann nachts Lichter" schen und »Stimmen' hören, und wenn der Sturm die Bäume im ©ar­ten biegt, glauben, daß jemand im Pavillon seufzt?"

Er fah Jie an. Heber ihre Stirn senkte es sich mie ein Schatten. Sie versuchte zu lächeln.Das ist vorbei", jagte sie fest. Und sie sah aus wie be­freit. als ob etwas Schweres hinter ihr läge, mit dem sie aufgräumt habe und fertig geworden sei.

badetten In Zahlung. Und di« Schauspieler zahl- ben; denn ntananb wagte, sich den allmächtigen Warm zmn Fctnd gu machen. Gi« sensationelle Gericht-Verhandlung fand statt, und" Leblond wurde tn dem gefällten Urteil verboten, künftig tn irgendeinem Pariser Theater zu erscheinen. Am 30. Mai desselben Jahres konnte man aus den Ankündigungen de-Thcatrc Historique" lesen: ,La Duchesse de la Vaubalitre", und dar­unter: .DieClaauehatausgebört". Di . si- stolzen Worte entsprachen ober nicht den Tat­sachen, beim die Claque lebt auch heute noch, ob­wohl 1896 «in französisches Gericht dekretierte, daß sieein Werk der Lüge und Korruption" sei

Im selben Jahre seicrte der Claqvechei S ch ö n- tag in aller Öffentlichkeit fein fünfundzwanzig- jährige- Jubiläum. Zu Shren diese- Iubiläums lagen sich zwei Parteien in den Haaren: die eine wollte die Claque abschaffen, die andere erklärte, daß sie ein notwendiges Hebel sei. Damals ver­stiegen sich die Künstler der Wiener Hosoper zu

Don Mffolmis Gnaden.

Don Dffo ttorbad?.

.Die Sttrnm«. die Sie ausiordert. bic Krone anzunehmen. Ist di« Stimme de» ganzen Volke-, da- fest zu Ihnen hält ol- zu feiner Seele und feiner Kraft. Do- albanUch« Volk fetzt Ihnen die Krone von Ska-'.derdeg Huf- Haupt. Sv lautet der Schluß brr A-rette mit der eine Ab­ordnung der ur.i-.ngfi gewiihtten aIbanifchen Nationalversammlung dem bi-Lerigen Präsidenten Achmed Zogu dl« albanische Kron« onbal be er al- Skanderbea III. angenommen hat. Außerhalb Albaniens ist «s aber nur die albanisch? Presfe die sich den An- ' i Jd' Nn aibanifchen

Volkswi le Lrnstzui ehn.en. Achmed Zogus eigene Laufbahn liefert den fchlugendsie.i Beweis, wie stark die Ketten fiitb womit das politifcheSchick­sal Albanien» an do» saszistttch« Italien ge- Mlclt iii Auf jugosiatoifchem Boden und mit jugosiatt:sicher Unt.r'lützung rüstete er seinerzeit ffrofKT.teile au» . ir. i-c Ru«fen" zu'amineu' aeketzle Banden auö. um da» italicnfreundlichc Regime kes Premierministers Fan Rolls an­geblich zugunsten einer unabhängigen Gnttvick- kung dc» Lande» zli stürzen. Der Staatsstreich gelang unb er konnte bic Rcp.tblik und sich zu ihrem Präsidcnlen auSrufen. ober kaum war er am Ruder, als <r auch feine wenig zahlungs- Träfttgen jugos'.atoi'chen Freunde n rr'ct und sich au emem gefügigeren und wirksameren Werkzeug stallens machen ließ, wie eS Fan Roll gewesen war. Da» beschleunigte Tempo, in dem nun die .friedklche Durchdringung" Albanien- vor sich ging, besesttgte bei Mussolini und seinen Leuten immer mehr die Aeberzeugung daß er au- ienern selben Hol; geschntttcn sei. aus dem die Gngländer In Aegypten einen K^nig Fuad, im Irak einen K. nig Feisol schnitzten.

Diese- ägypsische imt> irakische Beispiel muh freilich davor warnen, die Mctamnrphilc dc» Präsidenten Achmed Zogu zum ,Ä5ntg" ober Mbret Skanderbeg lll. für eine so ausschließlich formal« Angelegenheit zu nehmen, wie es her Pariser ^Temps" vom 24. August im Leitartikel tut .Ob Achmed Zogu Präsident der Republik bleibt". heißt es dort,ober sich ;um König proklamsircii läßt, das ändert nichts an der Lag« der Dinge in Tirana. Maa die Macht Achmed ZoguS prälidensiell oder königlich sein, sie wirb niemals eitoaS . «in. al# trn?

Meistzahlenden stand. Im Jahve 1877 wurde schließlich sein Tveiben den Direktoren zu arg. Man rief die Gericht» zu Hill«, die fests^llten. daß Leblond die Schauspieler geradezu ausgc- beutet hatte. Besahen diese fein Geld, so nah-, der Clagueches auch Juwelen und anbere Kost-

Die firitif der großen Handschuhnummer

Die unsichtbai-e, aber hörbare Claque. Sine Eselsbrücke der Amüsiertheater. - Leblonds ^Schwarze Bande". Berühmte Claqueure und ^.pleureusen^.

23cm Hans HaupsiBrondeqg.

löst bk bet tisch-französische Stabillsieru ng--

pvlitik di« von fman^iellen Transakttonen zur Stärkung zentralik'.i'cher Rezierungsgewalten be­gleitet ist, heftige Smpörung m toc.tcn Ärnlcn aus. bic sich bei den kroatttchen Dauern zu I einer S«;elsionsbcw7gung steigert und das fasii- stsich« Italien farai da- sragwürdige lugoslawsiche Gntgegci'komnvn nicht darüber hin'l catäulchen. daß b c brittkch-lranzösilch« ®inbeitefrtmt im Mittelmeer im ganzen feinem Ausdehnung»- kräng fest« Schran.'e, fetzen soll In ksiefern Zu- anmienhonge bedeutet die Thronbesteigung Ach­med Zogu- al- Ekandcrbeg lll. mch,» al# die planmäßig« Steigerung d.'r Sloßkrast dc- itcr lienllchen ImperiaUsmu» aus dem Balkan Die wirtschafttichc Srfchliehung Albanien- befindet sich durch die albonifchc Staatsbank und d.e mit ihr verbundene Gefellichasi zur Cn:wicklung Al­baniens. die das au.>fchließsiche Recht zum "Bau yon Straßen und Csienbahnen hat ganz unter itosicnifcher Kontrolle. Sb.nfo ist da- albanische Heer unb hie aldan sche Flotte ein zuverlö'sige- Machtwerlzcug Itasien» da- sich auch da» Recht zum Hasenbau vertraglich gesichert bat. Was Wundcr daß sich in Jugoslawien nicht nur die Kroaten, sondern auch d.e grvh'crbi'cheii Krei'e bunt) die Krönungs'cier in Tirana quj neue leunruhigt fühlen. Dic albanisch-jugoslatoifche Grenze läuft quer ükr die 10-3 bis 3>X? hoben Berge Alboniene Weder geographisch noch ethnologisch lind die beiden Länder klar von­einander geschieden. Aus beiden Selten der künst­lich gezogenen Grenze liegen Siedlungen alba­nischer unb serbische.- Familien bunt durchein-

rieht Ihnen^ ja doch fein Kost mehr hinein ... Aber daß Sie in bas Haus der Longeollle ... nein ... das verstehe ich nicht ..."

Wo sollten wir denn hin, bis mir wieder ein Doch über dem Kopfe Hoben?"

Nun, do gibt es auch noch andere Häuser als ausgerechnet das."

Andere Häuser? Sie meinen da» Duponsche Haus?"

.Ja. das meine ich. Das läge doch, weiß Gott, am nächsten. Und er ist doch immer noch in Ihr-r Schuld/

Woher wissen Sie das, Artemis?"

Das denke Ich mir so, denn sonst hätte man doch einmal etwas vom Herrn ffapitaine gehört Mber andere Garnisonen, andere Gedanken ... Ich wette, der denkt gar nicht mehr an seine Schulden.'

.Ich hob« Ihn auch bis jetzt noch nicht ge­mahnt."

Zahlt er denn wenigstens die Zinsen?" Die Akte schwenkte den Ealatkorb, daß bic Daher- tropfen spritzten.

»Dos ist |c auch nicht nötig. Das summiert sich bann einfach. In Marokko Ist ba» Ceben auch mcht gerade billig."

Die Alte brummte etwas, wie:Unb die Weiber auch!"

Es ist eine Eparfoh« für die Jungens, Artemis. Die Zinsen werden jedes Quartal ins Hauptbuch geschrieben und damit gut. Und «Ines Tages, wenn f)crr (fapitaine die reiche Frau anbringt, dann wird es abgemacht, ganz feierlich vor dem Notar."

Ach ja, Herr Charles. Wenn Sie sich nur nicht tou'chen. Sie sind so gut, viel xu gut Sie kennen die Menschen noch lange nicht.

.Kennen Sie fi« denn, Artemis?"

..Ich kenne sie schon."

Die 81te schnitt Kräuter in die große Schüssel. .Ich weih, mos ich von Ihnen zu hatten Hobe und mache mir keine Illusionen mehr. Man erlebt ja doch nur Enttäuschungen mit den Menschen."

Es mar ein Ausbruch, der aus einer verschlosse­nen, leidenschaftlichen Seele zutage trat und der Charles überraschte. Das Derbara sich In tiefem eigensinnigen Bauernkopse, in ihrem oerdorrt n, vertrockneten Herzen?"

Ihre Worte gingen ihm nach.

(FvrUetzimg folgt.)

Die Leute wunderten sich über Frau Odette.

Diese hübsche unb für eine Kleinstadt sehr ele­gante Orkan,erin, über die sich Madame (Bontarb oft ihren ßreunbinnen gegenüber beklagte, boß die junge Fran ihr ganz allein die Wirtschaft über­ließe, sich nicht um bas Hau» kümmerte, für die Knaben die alte Artemis sorgen lieft: Frau Odette hatte nun das Regiment im »Lion d'or" in die Hand genommen.

Es war etwa - Leidenschaftliches in ihrer Ar- beit »lüft und Schaffenskraft, etwas mie Trotz gegen das Schicksal.

Etwas Fremdes schien, plötzlich in die sonst so lässige, fanitc. zarte Frau gefahren zu fein. Sie drängte Charles, den Umbau zu beginnen. Und die Handwerker kamen ins Haus.

Aber als sie das Dach unterfuchten. zeigte es sich als durch unb durch morsch und das Gebälk verfault. Wohin man tarn, stieß man auf wurmiges Holz, die Schornsteine mußten abge neun men. das ganze Dach neu geteert und gedeckt werden

21n Ihrer Stelle. Herr Gontard", mcink her Architekt, ..würde ich das ganze Haus von Grund auf neu bauen lasstn. Mit Dahcrleilung, elektri­schem Licht, neuem Anstrich unb hohen Stuben, ein modernes Haus, dos Sic Ihren Söhnen als Erdteil hinteriahen können. Diest Flickereien kosten fast so viel wie ein Neubau, und nach zehn Jahren staben mir wieder einen versoulten Dachstuhl . .. Denn da einmal ein Brand ausbricht ..

Den Gedanken hab« ich schon lange erwogen", sagte Charles. .Ader wohin mit uns. wenn Sie uns das Doch vom Kopse abdccken?"

Wir", fügte Odette, während ihre Augen auf- leuchteten,wir ziehen hinaus in bas Haus meiner Tonte am Walde."

»Ist das dein Crnst?" fragte Charles verblüfft. . --Das ist schon lange meine Idee", sagte sie. ..Das Haus steht leer. Niemand nimmt es uns ab. Dir lasten es schön Herrichten, die Decken weißen, neue Tapeten hmeinkleben und ziehen bonhin. Dann