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daß das gute Einvernehmen zwischen der Turncr- sch-ufl und der Stadtverwaltung auch in Zukunft er­halten bleiben möchte.

Damit hatte die großartige und imposante Sieger­ehrung ihr Ende erreicht. Es war gegen Mitternacht, als die endlosen Tischreihen sich allmählich zu lichten begannen.

Keiner von den Tausenden, die den eindrucksvollen und überaus harmonisch verlaufenen Festlich- keilen des gestrigen Abends beiwohnten, wird sich dem Eindruck hoben entziehen können, an einem hohen Ehrentage Gießens mitgefeiert und an^ einer wahrhaft volkstümlichen Kundgebung der Freude und des berechtigten Stolzes teilgcnommen zu haben.

Turngau Hessen O. T.

beim 14. Deutschen Turnfest in Köln.

o Die Hessenturner haben nachstehende Siege errwigen, tue um so wertvoller sind, als aus dem Verhältnis der Sieger zu den auf Grund der zugelasssnen auserlesenen Teilnehmerzahlen in den einzelnen Mehrkömofen die scharfe Auslese bei den an sich schon hohen Anforderungen ersichtlich wird.

Der Zwölfkampf der Männer

(Jahrgänge 1909 bis 18*9) mit je zwei Pflicht- und einer Kürübung am sprunghohen Heck »nd Pferd 1,20 Meter hoch, einer Pflicht- und einer Kür­übung am Barren 1,60 Meter hoch, einer Gruppe aus den allgemeinen Freiübungen und drei volkstümlichen Uebungen. Tcilnehmerzahl 1355, Sieger 407 in 45 Rängen. Mindestleistung 160 P Der erste Rana verzeichnet 208 Dunkle. Aus dem Gau waren zeyn Turner zugelassen; fünf wurden Sieger, darunter Karl Reuter vom To. 1846 Gießen erster Lieger des Zwölfkampfes und damit zugleich der erste Zieger des 14. Deut'chen Turn­festes überhaupt. Es war ein stolzer, unvergeßlicher Augenblick für die Hessenturner, als der Dberturn wart der Deutschen Turnerschaft sSteding, Bremen) auf hoher Tribüne unter den Augen von etwa 200000 Männer und trauen aller deutschen Stämme, der Grenz- und Auslandeutschen den ersten Sieger mit dem schlichten Eichenkranz schmückte und damit auf der Jahnwiese alle übrigen Kranzsieger ihre Kränze sich selbst aufs Haupt setzten.

1. Rang mit 208 Punkten: Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, und Emil P r e i ß, Aurora Illi­nois, To. Frischauf, Amerikanischer Turnerbund, Ehikago.

Zum Vergleich seien weiter angeführt: 2. Rang, 207 P., Reh, Johann, Tv. 1888 Feuerbach, Kr. 11, Schwaben. 3. Rang, 205 P., Monk, Hans, Tv. Gurs-Muths, Berlin, Kreis 3b Brandenburg. 4. Rang, 203 P., Stracke, Alfred To. 1886 Eichen, Kreis 3a Pommern, und Pfeiffer, Hans, Hamburger Turnerschoft 1817, Kreis 4 Nor- den, und Baß, Josef, Tv. 1860 München, Kr. 12 Bagern. 5. Rang, 201 P., Sta nis, Kurt, Tur ncrschaft Greitz, Kreis J3 Xhüringen. 6. Rang, 200 P., Millers, Otto, To. 1856 Delmenhorst, Kreis 5 Unterweser und Ems, und Mach, Alfred, Tv. Hindenburg, Oberschlesien, Kreis 2 Schleiften. 7. Rang, 198 P., Borne mann, Karl, Turn gemeinde 1848 Bielefeld, Kreis 8a Westfalen und Lippe. 8. Rang, 197 P., Iaenecke, Gerhard, T. u. Sp. V. 18-59 Essen-Ruhr, Kreis 8b Rhein­land, und Meine!, Paul, Tv. Georgenthal, Kreis 14 Sachsen. 9. Rana, 196 P., Heolze r, Martin, Tv. 1860 München, Kreis 12 Bayern, und Wedekind, Kurt, Aeltere Turngemeinde Kassel, Kreis 7 Oberweser. 10. Rang, 18^ P., Sch mi d- bauer, Anton, Tv. 1860 München und Pfau, Franz, Tv. 1946 Nürnberg, Kreis 12 Bayern, und Bonatz, August, Tb. Hamburg-Ahlbeck, Kreis 4 Norden.

Weitere Siege für den Gau Hessen sind: M. Rang, 189 P., Sinnwell, Willi, To. Bad- Auheim 1860. 32. Rang, 173 P., Steller, Heinrich, To. Burgsolms. 34. Rang, 171 P., Goetsch, Paul, T. u. Sp. B. 1860 Marburg. 43. Rang, 162 P., Rathschla g, Adolf, Tv. 1859 Nidda.

Z e h n k a m p f (Geräte) der Männer (Zahrg. 1909 bis 1889) mit je zwei Pflicht- und einer Kür­übung am Reck, Barren und Pferd, und einer Gruppe der allgemeinen Freiübungen. Teil­nehmerzahl 350, Sieger 75 in 26 Rangen, Min­destleistung 150 P., der 1. Rang verzeichnet 182 Punkte. Aus dem Gau waren 4 Turner zu­gelassen: 2 wurden Sieger. 22. Rang, 154 P., «link, Adolf, T. u, Sp. V. 1860 Marburg. 26. Rang, 150 P., Seth, Richard, Tv. Großen- Linden.

Fünfkampf der Mältner in volks- l u m l i d) c n Uebungen (Jahrg. 1910 bis 1894)

mit 100-Meter-Lauf, Weithochsprung, Stadweit- sprunz, Kugelstoßen, Kugelschockcn). Teilnehmerzahl 2202, Sieger 1096 in 42 Rängen. Mindest- leistimg 75 P., der 1. Rang verzeichnet 125 P. Aus dem Gau waren 8 Turner zuaelassen, 3 wurden Sieger. 27. Rang, 90 P., Weitershaus, Fritz, Tv. Großen-Linden. 32. Rang, 85 P., Beaustein, Willi, T. u. Sp. V. 1860 Marburg. 34. Rang, 83 P., Malkomefius, Ludwig, Mtv. Gießen.

Neunkampf der Aeiteren (1. Asterkloss«, Jahrgänge 1888 bis 1884; 2. Altersklasse, Jahr­gänge 1883 und ältere) mit je einer Pflicht- und Kürübung am Reck, Barren und Pferd, einer Gruppe der allgemeinen Freiübungen und zwei volkstümlichen Uebungen. 1. Klaste: 307 Sieger in 43 Rängen, Mindestleistung 120 Punkte; der erste Rang verzeichnet 168 Punkte. Aus dem Gau waren zwei Turner zuaelassen; einer wurde Sie­ger. 33. Rang, 130 P., Feuer st ein, Anton, -ld. 1860 Bad-Nauheim. 2. Klasse: Teilnehmer- zohl 951 Turner, 324 Sieger in 47 Rängen, Min­destleistung 120 Punkte; der erste Rang verzeichnet 176 Punkte. Aus dem Gau war ein Turner äu= gelassen, er wurde Sieger. 28. Rang mit 139 P., Müller, Karl, Mtv. Gießen.

Fünfkampf der Melieren in volks­tümlichen Hebungen. (1. Astersklasse, Jahr­gänge 1.888 bis 1884; 2 Altersklasse, Jahrgänge 1883 und ältere) mit 75-Meier-Lauf, Weithoch­sprung, Weitsprung, Kugelstoßen und Kugelschocken. 1. Klasse: 306 Sieger in 37 Rängen, Mindest­leistung 75 Punkte; der 1. Rang verzeichnet 126 P. Aus dem Gau waren zwei Turner zugelassen; beide wurden Sieger: 10. Rang, 104 Punkte, Schneider, Toni, M t o. G i e h e n. 31. Rang, 81 Punkte, Möller, Hermann, Tv. 1862 Lauter­bach. 2. Klasse: 432 Sieger in 40 Rängen, Min­destleistung 75 Punkte: der 1. Rang verzeichnet 121 Punkte. Aus dem Gau waren zwei Turner zugelassen, beide wurden Sieger; 25. Rang, 90 P., Klimm er, Heinrich, T.- u. Svo.Frohsinn", Haina (Kloster). 40. Rang, 75 P., Weiß, Karl, Tv. Klein-Linden.

Siebenkampf der Turnerinnen (Jahrgänge 1910 und ältere) mit je einer Pflicht­übung am Reck, am Barren und am Pferd, einer Gruppe der allgemeinen Freiübungen und drei volkstümlichen Uebungen. Teilnehmerzahl 1141 Turnerinnen, 516 Sieger in 35 Rängen, Mindest­leistung f3 Punkte; der 1. Rang verzeichnet 131 P. Aus dem Gau waren vier Turnerinnen zuge­lassen; drei wurden Siegerinnen. 22. Rana mit 106 Punkten Münnich, Elfriede, To. 18 4 6 Gie­ßen; 28. Rang mit 100 P. Hofmann, Paula, Mtv. Gießen; 30. Rang mit 98P., Schwan, Ria, Mtv. Gießen.

Dierkampf der Turnerinnen in volks­tümlichen Uebungen. (Jahrgänge 1910 und ältere) mit 100-Meter-Lauf, Hochsprung, Weitsprung und Kugelstoßen. 667 Teilnehmer, 242 Siegerinnen in 26 Rängen, Mindestleistung 60 P., der 1. Rang verzeichnet 86 Punkte. Aus dem Gau waren zwei Turnerinnen zugelassen, eine wurde Siegerin. 18. Rang mit 68 Punkten, Espach, Tilli, M t v. Gießen.

Dolksturn meist er. Turnerinnen°Hoch- sprung, 2. Sieg. Else Bickelhaupt, Mtv. Gießen, 1,48,4 Meter.

Schwimmen.

Die L a h n st a f f c I erreichte planmäßig Hie- derlahnstein. Don dort wurde die Urkunde durch den Oberleiter der Stoffel, Dauschwimmwart Franz Sauer (Gießen), der vorüber kommen den Rheinstassel zuaeschwonnnen. Als Gruß der Lahn­gaue an die Feststadt Köln verzeichnet die in Gießen ycrgesteMe Pergament urkund? die Worte: Bleib deutsch, du herrlich Land am Tttyein!

Möwe im Gimm.

Roman von Sophie Kloerß.

28. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

In einer Stunde bin ich am Sec, im Englischen Sorten."

Er wartete dort schon auf sie. Als sie sein klares, lutes Gesicht sah, den warmen Blick in den Augen, Sie festen Linien um den Mund, ein Gesicht, das solch unbeschreibliches Vertrauen einflöfote, war ihr mit einemmal alles nur halb so schlimm.

.Fomin", sagte sie.Ich habe Zeit. Ich bin Frei- räulein. Jetzt will ich nichts, als eine Stunde lang lonz glücklich sein. Mit dir. Hast du mich noch lieb, )u?"

Er sah sich um, unb als in den verschneiten Steigen !ein Mensch zu sehen war, riß er sie leidenschaftlich *n seine Arme und gab ihr eine wortlose Antwort, hie alles aussprach.

Ich bin fortgeloufen, Heinz."

..Gott sei Dank. Ich konnte das Weib da nicht sitzen vhen, ohne daß es in mir vor Empörung kochte.

Es war noch schlimmer. Er wollte mich heiraten, >u"

Was?"

«ein Gesicht, voll starren, Entsetzen, brachte sie »tun Lachen.Ach, Herzliebster, wenn du so nut" chausl, vergeße ich schon wieder all meinen Zorn aus 'cm Menschen. Ermorden hält' ich ihn können, als :r da vor mir stand und meinte, die Maria von llltheirn konnte Frau Eassbesitzer Schmoller werden."

Mario, ich will dir nur sagen, wärest du heute ,icht von selbst sortaegangen, ich l)dtte an deine Cante, die Berliner Dame, geichr.co.-i, und geturnt , sie dich sortholte."

Da erzählte sie ihm von RoIIminn.

Was Heinz Godesheim über ÄoUntunn hörte, er. rijien ihm wie eine Erlösung aus dem Wirrjal

Aber liebste Moria, dos ist doch das einzig ruf), igr- Selbstverständlich fährst du heute mit ihm. Ich habe feine Stunde Ruhe, bis ich dich in sichc em Schutz weiß."

Liebster, ich wollte doch so ueni meitiriernn. un nächsten Monat wenn die Tonte mir Geld K schickt hätte wär' ich wieder ine Atelier v pmgen. Und bis dahin hätt' sich auch 'weder lefunben. Weißt, zwanzig Mark hob' ich noch"

Laß mich mal offen sein, auch menn's dir weh tut. Mein Herz, dein Talent mag dir einmal in Jahren ein bescheidenes Brot geben. Mehr ich muß es dir sagen, mehr wird es nie fein. Und auch dies bescheidene Brot ist ungewiß. Warum willst du nicht die Gastfreunbsä)aft deiner Verwandten annehmen, bis ich uns das kleine Nest an der Elbe bauen kann."

3cf) würde so gern ein brauchbarer Mensch."

Meinst du, daß nur die berufstätigen Frauen brauchbare Menschen sind? Hab' mich lieb und mach' mein Leben reich, bann tust du tausendmal mehr. Mehr als Glück schenken kann keine Frau, Dein Herz ist dein größter Reichtum."

Es klingt so schön, was du sagst, und dock ist mir so angst. Und wenn Elena kommt und sucht mich hier?"

Die findet dich auch in Berlin. Und denk' doch, in einigen Wochen bin ich auch dort, wenigstens für dos nächste halbe Jahr soll ich dich hier allein lasten?"

Ja, ja, alles ist richtig. Und immer hab' ich das Gefühl, als wenn da noch ein Rechenfehler fei. Weißt du, wenn ich abends zur Ruhe bin und der Tag verlangt nichts mehr von mir. bann kommt bas so über mich, als wenn ich mitten in Sturm unb Branbung treibe. Unb ich finbe feinen Halt. Wie eine Möve. bie zu weit fortgeflogen ist von ihrer Küste unb im Wirbel der Elemente hilflos urnfommen muß. So schmack fühl' ich mich dann. So ohne Kraft. So gar nicht vorbereitet auf den Komvf ums Leben."

Meine süße Möve, wenn bas micber kommt, bann benfe immer, ba irgenbwo in ber Flut schwimmt ein festes kleines Boot, bas ist stark unb groß genug, ben verflogenen Bogel an feinem Bord Zu bergen. 26enn er sich ihm nur anuer- trauen will.'

Maria lächelte ganz getröstet. ..Das Bild soll mit mir gehen. Wenn ich wieder bie Branbung spüre, will ich immer nach dem Boot ovssckzauen.' Sie lehnk' sich an seine Schulter.Jetzt seh' ich erst, wie schön es heule hier draußen ift Die ein heim licher Zauberp-irten Komm, mir wollen ganz tief hineina.hen in seine Stille."

Tiefblau, Rolfe spendend unb neue Räte oer- heis>enb, stand ber Winterhimmel über brr oer- irtwiten Welt KcM war es. aber so windstill, baß die scharfe Kälte fein Frösteln auslöste. Unb die

Schwimmen (Tümer).

50-Weter-Strcckentauchen: TL llhclm Schäfer, Tgde. Fried>?rg. 36l.'y Sek. (als über­botene Höchstleistung über 39,4 Sek.l.

Mehrkampf: 5. Lieg Hans Geismar, Tv. 1846 Gießen 127 P. - Wich. Schäfer, Tgde. Friedberg, 125!* Ic P.

Schwimmen (Turnerinnen).

100-Meter-Brustschwimmen (2 Tur­nerinnen zugelas>en): 2. Sieg TiUi Alt hoff (2Im2>t), Tv. 1846 Gießen, 1:34,4 Mru.

200-Meter-Lagenschwimmen: l.Sieg 2iIIi A11hoff. Tv. 1846 Gießen, 3:42.2 Minuten. Der Bericht sagt: Tllii Air Hoss hatte das Rennen jederzeit in der Hand. Schon in der 6eikr.(age ging sie in Führung und gab bic'c nicht mehr ab, ohne von ehren GcFnerinnen be­droht zu werden."

4x50-Meter-Bru st staffel: 2. Sieg Tv. 1846 Gießen, 3: 12,2 Min.Der Bericht sagt: ,3m

ersten Lauf gab eS einst fch.rrfen Ka.mpk -wAchsn A. T. D. Bonn und Tv. 1846 Gieftsu 2och bei 1^0 Meter lag Bonn 2 Meier zurück. Die Schluß- sthwinunerin von Bonn hatte bis 1$>D Meter den Qkrluft zwar auigeholt, mußte jedoch dem besseren Endspurt von 2.Ui Mthofs (Gießen)

dvppetem Handschlag beugen."

Sin unv-raeftlich-s Erlebnis wird für alle Be­sucher des Mitielrheinr abends die Anweser»» heil deS Turnucheers Fr. LI ahn auS Shi.'ago bleiben, der der Beranstaltung mit seiner Frau beiwohnte. Stürm, che Äuni^coungen begrüßten den hohen Gast bei seinem Erscheinen. Der KrriS- Vertreter entbot dem Enkel des großen Turn­vaters in trefflichen Worten bdon^rrt herzlichen Willkomm und feierte ihn als echten Turnbruder als einen Mann von femijem deutschen Weken der wandle auf dem Pfade seines großen Ad-.unu Das alte Turnerlied: .Ein Bus ist erklungen" war die begeisterte Antwort der Festbesucher auf die Rede des 1. Krei^Vertreters.

IX. Olympische Spiele in

Oer zweite Tag.-Lammers Dritter im 400-Meter-Endlauf.

Amsterdam.

Der zweite Tag des leichtathletischen Olympias brachte die Lntscheibuog der 10 0 Meter. Leiber sielen schon in ben Zwi­schenläufen Lorks unb f) o u b e n aus unb zwar verlor Hauben gegen Mac 211 list er (USA.) (10,6). Williams (Kanada), Legg (Südafrika) und tatet) (USA.). Nur bet Argentinier Pina war hinter h o u b e n. 3m zweiten Zwischenlauf qualifizierte sich bann Lammers hinter Lon­don (England) (10,6) unb cor TVykoss (USA.). Earls wurde v.erler vor Rüssel (USA.) unb Fitzpatrick (Kanada). Unter riesiger Spannung wurde bann zv.m Lnblauf geschritten. Erst ber dritte Start gelang. Anter ungeheurer Erregung im ganzen Stadion setzte sich zunächst Lammers an bie Spitze. Wenige Meter vor bem Ziel aber passierte ihn brr fianabier Williams und im Ziel fing ihn ber Reger Conbon noch mit Brust- breite ab. Größer noch als bie Begeisterung der Zuschauer wat bk Enttäuschung berAme­rikaner, wurde doch W y k o f f nur vierter und Mac 21U i ff e r war Letzter.

Das genaue Ergebnis: 1. Williams (Kanada), 10,8; 2. London (England), 20 Zentimeter zu­rück; 3. Lammers (Deutschland), Brustbreite); 4. Wykoff (USA.); 5. Legg (Südafrika);

6. Mac 21 klisier (USA.).

Die 400 Weier Hürden erbeten mit einem überraschenden Siege des Engländers Lord Burghleh. Auch hier war wieder die Fveu.de im Stadion groß, weil Europa in dem Duell gegen Am-rita ebnen neuen Sieg errungen hatte.

Das Ergebnis: 1. Lord Durghley- England 53,4; 2. Cuhel - USA. 1 Meder zurück; 3. Tay- l o r - 11601. dichtauf; 4. Petterson» Schwe­den; 5. Livingstone-England; 6. Facelli- 3taiien.

Zwischeichurch wurde das Hammerwerfen entschieden. Hier siegte ohne deutscheBe­teiligung etwas überraschend der 3te 0'6 a 1» laghan mit 10 Zentimeter vor dem Favoriten 6fölb»Schweden. Das Ergebnis: 1. 06aI- laghan - Irland 51,39; 2. Sköld - Schweden 51,29 Meter: 3. Black-USA 49,03 QUetcr; 4. Paggiolo- Italien 48,37 Meter; 5. Gwynne-USA. 47,15 Meter; 6. Eonnor- USA. 46.75 Meter.

Die 100-Meter-Dorkampfe der Damen brachten in den Vorläufen vier deutsche Siege. In ben Zwischenläufen jedoch fielen dann Frl. Holbmann (im 1.) und Frl. Junker (im 2.) aus. Die DT.-Meisterin kam aber noch vor der Japanerin H i t e m i ein, so daß auch diese nicht mehr im Wettbewerb ist. Nur im 3. Zwischenlauf qualifizierten sich Frl. S ch m i b t mit 12,8 unb Frl. Steinberg bichtauf für bie Entscheidung, in bet außer ihnen 3 Ännnbicrinnen unb die Amerikanerin Robinson stehen. Die erzielten Zeiten sprechen klar für bie 2luslänberinnen.

Für bas 800-Meter-Finale qualifizierte sich von deutscher Seile aus lebiglich Engel- harbt, ber im 2. Zwischenlauf, den ber Schwede Bylehn in 1:55,6 gewann, ben 2. Platz vor dem Amerikaner Watson belegte. Im 1. Zwischenlauf kam Peltzec nur als Fünfter ein. Hier qualifizietten sich Fuller-USA. mit 1:57,K, Lowe- England unb Keller- Frankreich. Im dritten Zwischenlauf, ben Lloyd Hahn- USA. _ in 1:52,6 vor Edwards- Kanada unb Sera Martin- Frankreich gewann, kam Müller- Zehlenborf erst an 5. ober 6. Stelle ein. Die Entscheidung bestreiten demnach Engel- Hardt, Fuller-USA., Lowe-Englanb, Keller- Frankreich, Bylehn-Schweben, Watson-USA Lloyd Hahn-USA., Edwarbr-Kanaba unb Sera Martin-Frankreich.

Aurmis Spurisieg über Vitola.

Die letzte Entscheidung, die am Sonntag auf bet Aschenbahn fiel, war der 10 000 Meter- Lauf, zu dem 24 Läuter starteten. Zunächst führte der Engländer Beavers, aber bald hatten sich die beiden Finnen R i t o l a und Tlurrni, denen sich der Schwede W i d c an- schloh, die Spitze erkämpft. B i t o l a führte nun die ganze Strecke hindurch, immer dickt gefolgt von Durmi und W i d e . der allerdings nach 7000 Meter dem verschärften Tempo der beiden Finnen nicht mehr folgen tonnte und schnell Bo­den verlor. Hinter dieser Spitzengruppe hatte sich das Feld immer mehr auseinander gezogen, bei 7000 Meier etwa trennte eine zweite Gruppe gute 300 Meter von den Führenden, und hinter chr folgten in immer größeren Abständen wei­tere Läufer. Als bie letzte Bunde angeläutet wurde, lag Aitota vor Tlurrni Am Warathon- turm begann der Kampf. Zunächst lieh Xitola, der Olympiasieger von 1924, seinen Landsmann nicht vorbei, aber als 100 Meter vor dem Ziel Aurmi zu spurten begann, war bie Widerstandskraft Aitolas gebrochen Hurrni siegte mit etwa 4 Meter Vorsprung m neuer olympischer Rekordzeit 30:18,8 (Welt­rekord Rurmi 30:6,2).

Das E rgebni s : 1. Hur mi - Finnland

30:18,8; 2. Ritola- Finnland 30:19,4; 3.

Wide - Schweden 31:4; 4. Lindgren- Schwe­den; 5. Muggridge- England; 6 Rah - Ber. Staaten; 7. L o u t o l a - Finnland.

Zloreti-Mannschirftsfechien.

DaS olympische Fechtturnier begann mit den Mannschastskämpfen im Florett, deren günstigstes Ergebnis für Deutschland uoch der Sieg Easrnirs über den sranzdfifcken Meister Ducret im Tressen Deutschland-Frank­reich war. Wie gegen Frankreich verlor die deutsche Mannschaft auch gegen Dänemark, unb gegen Rumänien gewann sie nur durch gröherr Trefferzahl.

1. Runde: Frankreich Dänemark 12:4, Deutschland Rumänien 8:8 <durch grö­ßere Trefferzahl 60:55 für Deutschland gewon­nen). Belgien - Spanien 10:6, Argentinien

Sonne, bie strahlend unb ohne Wärme zu spenden niederleuchtete, ließ jedes Reifkörnchen an Zweigen unb Halmen wie Kristall funkeln.

Mitten in ber lärmenden Großstadt war eine kleine Zauberinsel, voll von Schönheit und Wechc.

Mitten in ihrem Lebenskampf feierten zwei junge Herzen eine heilige Stunde, lachten junge Lippen, war Fnihlinaswonne in Eis unb Schnee. Als fie sich enblich yeiinwandten, weil Mensä)en- stimmen unb Äinbergclärm hercinbrachen in ihren Frieden, sagte Godesheim:Jetzt also telephonierst du an den Bayerischen Hos, und bann gehen wir zusammen esien bock biefts eine Mal noch sollst bu mein Gast sein, ehe du München verläßt bann holen wir beine Sachen im Wagen ab unb bringen sie zur Bahn, unb bann Wie soll ich es hier noch brei Wochen aushalten ohne bich?"

Du wirst sehr fleißig sein. Unb heule abend an der Bahn sehr gesetzt unb vernünftig. Frernbe Augen sollen nicht vor ber Zett hineinschauen in unser Glück."

Gut. Meine Lippen werben schweigen. Aber ob ich meinen Augen auch befehlen kann? Kufs' mich noch einmal, Maria, ehe wir wieber unter bie Menschen gehen."

Der Mürzwück fegte durch die Berliner Straßen. Er hiett es nach Bürgers Worten:Der Tauwinb tarn vom Mittagsmeer, er schnob durch Welsch- land trüb unb feucht." Sooft ein Stückchen blauer Himmel sich burch bie fliegenden Wolken schob, oer- hüllte ihn wieder eine neue jagende Decke, aus Weiß unb Grau gewirrt. Von Zeit zu Zeit riß biefe Decke in Fetzen, es prasselte auf den Asphalt, alle Regenrinnen plaiterten. bie Menschen schoben ben Kopf zwischen bie Schultern unb liefen Trab ober tauften in Torwegen und Haustüren unter.

Heinz Godesheim kam bte Potsdamer Straße herunter, unb wie er an der vporheke auf den Platz bog, jagte ihm just solch ein kalter Schauer ent­gegen. Das Blumenmädchen, bas Mimosen unb Veilchen im lorb feilhielt, brückte sich gegen bie Hauswand. ,jog bie mageren Schullern nach vorne unb schnäuzte sich in bie regennasse Schürze.

Heinz trat heran unb nahm ber Alten, bie er schon vor bem Krieg hier hatte stehen sehen, ein Bund Veilchen ab, ließ sich nichts zurückgeoen und

erreichte öamit, baß bie Alte ihm ganz verwirrt nachsah, als er nun bei Josty vorüber unb in bie BeUcoueftroße cinbog.

Ihm war so jungenhaft luftig zu Sinn, er mußte sich auslaufen trotz Märzcnsturm unb Regen­schauern.

Fori von Maria bas war hart. Do man kaum drei Wochen zusammen in Berlin lebte! Aber hinunter nach Spanien unb für ein großes ®ert alte Baubenfinäler zeichnen es war doch her» lick. Rosen unb Sonnensechin unb freie Reise unb ein nettes Sümmchen aus der Bank, wenn er heim­kam bas kleine Nest an ber (Elbe tauchte immer deutlicher aus den Nebeln ber Zukunft auf.

Trotz ihrer Hoheit Frau Schulze.

Denn bie war seine Freunbii, nicht. Die war unb dachte praktisch. Unb ein junger Zeichner, einer, bereinmal eine Zukunst haben würbe, aber noch keine rechte Gegenwart halte" formte man es ihr verdenken, daß er auch in (einem besten (tut und mit seinen ehrfürchtigsten Handküssen in ihrem Salon nur brüte Garnitur oorftelUe? Eigentlich nur ausgenommen, weil er ihrer Nichte feine kleinen Ritterdienste hatte leisten dürfen? Heinz gab sich in dieser Hinsicht durchaus keinen Täuschungen hin. Was lai's? Ihm gehörte Marias Herz, und dieses Herz mar goldecht. Und um dieses Herzens willen nahm er bie mißtrauischen Blicke ber hohen Dame in heiterer Unbefangenheit hin.

Ein Auto fuhr hart am Bord des Fußsteige» neben ihm vorbei, er sah slüchttg einen massigen Schäbel, zwei scharfe hellblaue Äuqen, bie in feine trafen, dachte:fiollmann", kam aber nicht mehr zum Gruß. In ben letzten Wochen war er ihm zweimal bei «chulze» begegnet unb hatte beob­achtet, wie ber Generaldirektor sich unauffällig Maria näherte. Hatte gemerkt, baß auch die Hoheit dies beobachtete, allein Maria schien nichts davon zu spüren. Einmal hotte er gedacht: ..Soll ich sie warnen?" Dann war der Gedanke fortgeschoben worden. Je unbefangener sie blieb, um so weniger würde Herr Kollmann Gelegenheit zu einer Er- flärung finden.

vorausgesetzt, daß er uberhau-t an dergleichen back,,. Warum sollte ein älterer Herr sich nicht ein­fach an einem fo entzückenben Geschöpf freuen ohne weitere Gedanken.

(Fortsetzung folgt.)