Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Nr.178 Zweite; Blatt
Dienstag, 51. Juli 1928
Köln vollbracht toon
Vereine
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JR. 7D05D ^Isut^onbori. Echtes
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Qßir haben gehört unD davon gctytfen, waS für herrliche Leistungen auf dem Turnfest in :ben find. Echt turnerische
Drückende- Schweigen. ttntcrhanteln. Da — ein Bote, atemlos: ti-äfar in Acht. 3um Feind deS Vaterlands erklärt!
QZun, meine Freunde? Jetzt frage ich! Jetzt sage ich euch: Oa, nach Haufe, aber gegen 'Rom! Hinüber über den Rubikon!
Und alle, alle folgen. Sein Stern ist Im Steigen.
Der Marsch auf Rom!
Unruhe greift den Zuschauern ans Herz. Ve- ziehung-weife macht s e aufhorchen, da und dort formen sich die Sippen zu einem Evviva, die Handflächen klatschen auseinander.
Cäsar in Rom. Cäsar im Parlament .in dieser cloaca maxima der Republik!‘ ‘IDic rief doch Wussvliut aus? .AuS dirier au la si-rda <- grigia, ein Diwak hätte ich machen können für meine Schwarz hem den aus dieser dumpfen und dunklen Aula!"
Der Senat. Lächerlich, was und anlikrbegeistertr Leute erzählten in unseren heiligsten ^kuqcnd- jahren von den .ed'en Römern', den .Herrschern der Welt", dem .ehrwürdigen Senat". Mord. Blut. Halunkerei. nicht» anderes bewegte die meisten dieser Senatoren, vor Christus und nach Cbristu». furchtbarste Verderbtheit war die Republik. grausigste Rieter.racht das Ka/ertum. Mit Menschen mästete man die Fi che. mit Menschen mästeten sich die .Großen".
Aber für all das Grauen hatte man schöne Worte. Cicero duktcte auch in dieser Rächt vor Pomadem CassiuS machte Thrattc. Cato hat es immer anders gemeint. Brutus dreht den Daumen bald nach oben, bald nach unten, wenn er an Cäsar denkt.
Cäsar: brutal, ehrlich. Ichnatur ohne Skrupel, abergläubisch wie Wallenstein, immer anders, als ihn die höheren Töchter sehen.
Cäsar immerhin noch in der Toga, was zu bemerken im Zeitalter des be,racktcn Hamlet und des Casars in Shawbemdärmcln vielleicht nicht überflut'ig ist. Und da fühlt man gleich, daß er den vielen Senatstogen nicht geaxrchsen ist. Sollte sich auf den Wan en rock beschränken. Zu allem Unstern hat er aber ein Faible für diesen Jüngling Brutus, stärker noch als für seine Calpurnia und sogar die Kleopatra. die.
etwas unmotiviert, auf einem Tragbett vorüberschwebt Äaum hebt sie den Kopf, den nachtblau umsluteten. denn sie trägt keine Vublsrisur, ertappt man sich dabei, wie man nach ihrer Rase schielt. Dieser terühmen Rase. Sie wissen doch, die die ganze Weltgeschichte ander» gestaltet Hütte, wenn eS damals schon Parafsineinfprichungen gegeben hätte.
Run. eS kommt, wie es kommen muh. Der Verfasser. selbst ein römi'cher Senator, Enrico Sorte b i n i. hat der Geschichte keine nennenswerte Gewalt angetan. Man sagt ihm nach, er hätte seine schon vor einem Menschenalter geschriebene Tragödie ein klein wenig nachttäglich, nach dem anderen Marsch auf Rom. ergänzt. Parallelen hineingeschmuggett. DaS ist natürlich Unsinn, historische Parallelen kann man nicht fabrizieren.
st en besetzt hielten; Blumengrüße regnete es auf die Kvlnfahrer herab, und überall lauchzte man ihnen, besonders aber Karl Reuter, freudig zu. So ging eS in einem Fcstzug. wie ihn Gießen selten gesehen Hal, zur Volkshalle.
Oie Feier in der Volkshalle.
3n bet mit Fahnen in den hessischen und Reichsiarbr 1 verschwenderisch g: schmückten V 0 lkshallc hatte sich bereit £ vor dem Eintreffen des FestzugeS eine ftatttiche Menschenmenge versammelt. Die Tribünen waren sehr bald dicht besetzt, und auch der große Hallenraum selbst erwies sich schon nach für-er Zeit als zu klein für die von außen hereinstrvmenden riesigen schaulustigen Menschenma'sen. die der Siegerehrung beiwohnen wollten.
Das Eintreffen des Zuges kündigte fich mit den Klängen der Zugkapelle von der Straße her an. und wahrend sich die VolkShalle bald b i s auf den letzten Sitz- und Stehplatz füllte, erfolgte unter den Klängen der Musik und dein ftünnifdjen Beifall der Menge der feierliche G i n j u g; an der Spitze des ZugeS erschien, mit d '.n gölten m Sichenttanz ge chmückt. die Gestalt tes Zwölfkampfsiegers Karl Reuter, der sogleich, unter immerwöhrenten Heil- und Hochrufen und Händellatschen vom Oberbürgermeister Dr. Keller an den Ehrenplatz i. n die übrigen Sieger und Siegerinnen, die Spitzen der Behörden, die zahlreichen Qkreine und dann der ganze lange Zug. au» allen Kreisen der Bevölkerung sich zu- lan'.inen'etzend. der vom Bahnhos den he'mlcbren- den Kölnfahrcrn das Geleite gegeben hatte. Bald waren alle Tische dicht be'etzt. auf den Tribünen, und selbst in den Gängen stand die erwartungsvoll gestimmte Menge Kopf bei Kopf.
Ver Willkomm der (Siebener Turnerschaft.
Rach einigen musikalischen JDarb.ctungcn der Kapelle Topp erschien auf dem Rednerpodium zunächst Lehrer Kling vom Wännerturnverein. der. nachdem endlich ein wenig Ruhe eingetreten mar. das Wort zu folgender Ansprache ergriff:
Hochverehrte Fest Versammlung?
Liebe Turnfchwestern und Turnbrüder!
Ein seltenes Erlebnis, von dem noch unsere Kinder und KindeSkinder reden werden, hat uns heute hier an dieser Stelle vereint. ®Ut es doch, die Sieger und Siegerinnen Gießens auf dem großen Deutschen Turnfest in Köln zu ehren. Dah die Gießener Bevölkerung die dort am Rhein vollbrachten Leistungen in ihrem ganzen Umfang zu würdigen weiß, hat der begeisterte Empfang der Kölnfahrer eben am Bahnhof und hat der übcrtoältigenbe Besuch dieser Feier in der Vollshalle zur Genüge bewiesen. RamenS der Gießener Turnerschast heiße ich Sie alle hier auf daS herzlichste willkommen. 2nsbeicmdere gilt heute abend mein Gruß den Kölnfahrern, unter ihnen wiederum dem Gauvertteter Pfeiffer. Wetzlar, unfern Siegern und Siegerinnen, vor allen dem ersten PreiSttäger Karl Reuter. Er besonders hat durch seine Leistungen auf dem Turnfest den Rainen der Stadt Gießen in alle Welt getragen. In den fernsten Orlen der Welt wird jetzt in diesen Tagen sein Haine und der der Stadt Gießen mit ehrenvollster Anerkennung genannt. Don den übrigen sieggekrönt heim- gekehrten Gießener Turnern möchte ich nur zwei Frauen hier besonders erwähnen, die erst 16jäh- rige ®I<e Dickelhaupt und Frau A l t h 0 f, die L egerin im Schwimmen. Ein Deutsches Turnfest erfordert die besten Kräfte! Wir haben unsere Besten geschickt, und sie Haden unsere Erwartungen vollauf erfüllt. Ihnen gilt heule mein herzlichster Glückwunsch zu ihrem schönen Erfolg und aufrichtiger Dank für daS, was sie
Gießen gmßi seine siegreichen Turner.
Begeisterter Empfang der Kölnfahrer am Bahnhof. - Oer Triumphzug durch die Stadt. - Glänzende Siegesfeier in der Volkshalle.
hier, unter dem Halbmond, wartet die immense cavca auf die Besucher, das Amphitheater. Es ist anzunehmcn, daß unter den Tausenden von damals auch Cälar war, denn in den letzten Zeiten der Republik, jener durch und durch verderbten Oligarchie, wurde es gebaut Wir von beute, wir beschwören ihn herauf, er soll vor uns spielen. Zeigrn, wie er daS gemacht hat daS Regieren. An der Stätte seines Triumphes, am Hafen, wo er die Schiffe bestieg, die well- umfegelnden.
Ave Cäsar, dich grüßen, die dich bewundern! Die leben, während du stirbst.
Campagnanacht um Casar.
Von Gustav W. Gbedcin, Rom.
Die Rächt ist ftumm und groß. Weit in der Ferne, dort too AeneaS landete an der Tibermündung brennt eS, bunlclrot und sengend, als fei ein Gestirn heruntergestürzt. Vielleicht nur ein Dehöst vielleicht der erste jener den römischen Sommer durchbeizenden Steppenbrän- de. ES schmeckt nach Rauch, nach blutiger Wal-
Der Mond ist viel näher, er hängt wohl an einem Zirkusmast und scheint grell wie eine Azetylenlattme, türkisch zurechrg^chnitten. Die Menschen eilen alle in dieser Richtung, stolpern, vom Theaterfieber gepackt, über das Travertin- Pflaster, unn Glück darf heute keine Viga ver- kehren. Zweitausend Jahre alt ist daS Pflaster zu beiden (Seiten der Straße gähnen offene Gräber und abgedeckte Häuser, undeutlich lieht man die Mofaikbilter des FußbotenS hrrauf- schimmem. Spät beginnt das Schauspiel, mitten in der Rächt und die Römer haben schon eine gute Strecke hinter fich — zwanzig Kilometer vor den Toren Hegt die Bühne. An der CestiuSptzramide kann man die elektrische Fern- ttam nehmen, sonderbar unwirllich schattet he übet die Campagna.
Man gibt (Sii'ar. _
3m römischen Theater der einzigen römischen Stadt die bis zu dieser Stunde römisch blieb: in Ostia. Als man in der Asche vor dem Vesuv wühlte, da kamen mit Pompeji griechische Züge -um Vorschein. Als man die Lava am Meeres strand aufbrach da sah man erftount in em hellenisches Gesicht, in die Landhäuser von Herkulanum. Erst als der Sand der Campagna abgedeckt wurde, dieses immensen Gräberfeldes, da wuchteten hoch die Säulen des 3m- berrume. da stiegen herauf Stock über Stock die gewaltigen Getteidernagazine, die Warenhäuser. die Hafenhallen, tet tat sich auf Der Mund von Rom, der Weltbalen der Weltstadt
Ostia hatte seine Tnnpel, seine Fora, feine -ßeater. Hatte? Rein, es hat sie noch. Dort in
Ferne, wo die wabernde Lohe leuchtet, dort steht offen der Tempel des Dulkcmus,
Tugenden. Spannkraft uni) Dllziplin. Wut. Ausdauer und Hingabe sind glänzend in Erscheinung getreten. Höchstleistungen sind vollbracht worden, die weithin ehrenvolle Anerkennung gefunden haben. Höchstleistungen zu vollbringen 1'1 heute die Schicksalsfrage tes deutschen Volkes, Höchstleistungen auch aus wirtschaftlichem, sozialem unb kulturellem Gebiete Wenn i-. htem Platz von diesem Streben durchdrungen, fein Höchstes und Bestes zu leisten gewillt ist, bann wird unser Weg wieder zur lichten Höhe einpor- führen, «ter dem deutschen Volle für feinen Fleiß und seine Tüchtigkeit gebührt.
Aus dem Deutschen Turnfest in Köln hat den höchsten Sieg errungen unser lieber imb verehrter Mitbürger Karl Reuter. (Stürmischer Beifall.)
Sehr geehrter Herr Reuter! GS ist mir eine große Ehre und Freude, Sie im Romen der Stadt Gießen zu begrüßen und auf das Herzlichste zu d«n schönen Erfolge zu beglückwünschen, den Sie erkämpft haben. Im Zwölfkampf, dein schwersten Wettkampf der deutschen Turners chaft, sind Sie als erster Sieger mit dem goldenen Sichenttanz geschmückt worden. Ihr Rame wird in diesen Tagen in ganz Deutschland und weit über Deutschland hinaus mit Ehre und Anerkennung genannt werden. 3n keiner Stadt aber ist die Freude und Anteilnahme an Ihrem Ersolge größer und inniger als in Gießen. Als 'Bürger Der Stadt und als Mitglied des Turnvereins 1846 haben Sie den Ql amen der Stadt m ganz Deutschland und im Ausland zu hohen Ehren gebracht. Hierfür sp«che ich Ihnen im Rainen der Stadtverwaltung ganz besonderen Dank aus. Als sichtbares Zeichen dieser Qlnedeniumg überreiche vch Ihnen hiermit einen wertvollen Kunstgegenstand. Möge Ihnen diese Ehrengabe ter Stadt zeitlebens eine erfreuliche Erinnerung fein!
Liebe Mitbürger! Ich bitte Sie, sich zu erheben und mit mir unserer Freude und Anerkennung Ausdruck zu geben durch den Ruf:
JJRta OlidÜM «W • 6«nltl
N7.
Hut
Wagen
EopttlMnntri mit m langen Venera ■ lämillchem Z-de- i*r, au Dtrfam. SfoielifiMn!
•iNer.tiibMii, ’l. Ami Grottn- nbtn 218. ,n'D
in dielen Tagen geleistet haben. Gin Fest ter Freude ist es und ein Fest des Dankes das wir heute abend hier begehen. Und io wollen wir das Ge'.öbniS aolegen, allezeit treu zur deutschen Turn fache zu steh."' bis zum letzten Atemzug.
Ein in Die’em Sinne vom Redner ausgebrachics dreifaches Gut Heil!" wurde von der Qkr- fammlung begeistert ausgenommen.
Die Ansprache -es Oberbürgermeisters.
Rach weiteren Musikvorträgen der Kapelle betrat Oberbürgermeister Dr Keller gemeinsam mit dem Sieger Karl Reuter, stürmisch begrüßt, das Podium, wo Oberbürgermeister Dr. K eilet alsbald daS Wort zu folgender Ansprache
Liebe Mitbürger!
Sin Tag der Freude und der Ehre ist über unserer Stadt erschienen. Kein Festausschuß konnte monatelang diese Feier vorbereiten und trotzdem ist heule ganz Gießen auf den Deinen: eine tau^endköpfige Monge versammelte frch am Bahnhof und i.i den S.raßen der Stadl und ist hier in der Dollshalle zusammengest romt, voll Freude und Qöege.ilerung darüber, daß es ein Bürger der Stadt Gießen gewesen ist, der beim 14. Deutschen Turnfest in Köln den ersten und höchsten Sieg errungen Hai. In Köln, der al,ehrwürdigen Stadt am Rhein Hal das 14. Deutsche Turnfest ft attgef unten. Es war cm glücklicher Gedanke, am Rhein imö im Rheinland, dessen baldige Qklreiung jedes deutsche Herz ersehnt, in dieser schwere?. Zeit zweimalliunterl- tausend Turner, Jünger des Qütme.sters Friedrich Ludwig Jahn, zum friedlichen Wettkampfe zu versammeln. Fürwahr ein glücklicher und herz- erhebender Gedanke.
Zwischen dem Bär und ter Kassiopeia, dem Himmelwagrn und dem götthast funkelnden W. zwischen Den beiden schönsten Sternbildern liegt Die Bühne. Ungeheure Pinienschirme daneben im Schwarzblau ter Rächt, die erhabensten Baum- monumente. Davor ter grüne Halbttris. dann aufsteigend Ring üter Ring d e schwarze Wenge, aufgebellt durch teile Sommer.l.idchen unD graziöse Mädchenbeine. summend vor Heitcrlcit und Erwartung. Darüber — darüber — unsagbar Dieses Darüber. Tieser gestirnte Himmel, auf- wachsend auS Dem Richts, ver iuZenD im Richts. Glühwürm ctenhaft Durchzuckt die gcwalttge Kuppel von Den Zigarcttcnkvpfen.
Fanfaren. Feme Trompcttnstöße. Kaltes Aui- leuchten von Stahl im wachsenden Mondschein. Eine abgebrochene Säule, vielleicht ein Mellenstein. Und plötzlich ein erwachendes Heer, ein murrendes, ein meuterndes Heer. Fackeln. Die römischen Adler... K
Fahnen. Ueberall das S. P. Q. R. Senat unb Dolk von Rom. wenngleich an den Grenzen Italiens, am Rubikon. Weiter, noch we ter. nein, jetzt wollen die Soldaten nicht mehr, sie |inD müDe. zwanzig Jahre, dreißig und mehr furchtbarsten Kriegsdienstes brennen in ihren QZarben. Wo find die verheißenen Landstriche, wo das Beutegold? Fern wie Heim und Herd. Mag Cä'ar allein vorwäriSstürrnen ins Ungewis c, sie gehen nach Hause. ,
Böse Rachrichten von Rom: Die Freitent bedroht. die Republik. Oluf welcher Seite stcht ter Feldterr? Cäsar, wir fragen dich: mit wem hältst du's?
Oer Willkommqruß der Gladt Gießen.
Dcr QlufruI ter Gießen er Turnerschaft, ten Siegerinnen unb Ciegcrn pom 14. Deutschen Xurnfeft in Köln einen würdigen Empfang in ter Heimat zu bereiten, war bet ter hiesigen Bevölkerung auf einen lebt fruchtl-aren Boten gefallen. Alle stäbifchen. viele rlfentliche und eine fehr große Zahl privater Gebäude trugen reichen Flaggenschmuck, betonter* in den Straf en, durch Die sich Der Fest- Aug bewegen sollte Sine frohtewcgtt Menge füllte Die Straßen, die ststig wuchs, namentlich m ter Rähe D.-4 Bahnhofs. Gegen 1 Uhr abends marf(teerten die Mitzlieter ter beiten ©.ebener Turnverein.', unter Dorantritt ter Kapelle Weller, in geschloffenem Zuge eben all» babin. Zu ihnen gefeilten sich fdion untcrweg» andere hiesige Oktane ober fanden sich mit ih.en Fahnen nach unb nach am Bahnhofsplah ein. Zum Empfang waren weiter erfchlenen von d.r Stadlver- Wallung d.e Herren Ofcrbürgcrnuiiter Dr. Keller unb Bürgermeister Dr. Selb, als Der- ircter ter Justizbehörde Landgeiichtspräfident Reuen Hagen. Pros. Dr. Kl ute als Der- treter ter Universität und Sr. Magnifizenz tes Herrn Rektors. Regierungsrat Schmidt als Vertreter ter Provinzial erwa lang, und Major L ü t e r v. ter Kommandeur des hiesigen Da- taillonv. sowie eine große Zahl von StaDtverorb- ncten aller Sroftior.cn. Sie begaben sich mit ten Bertreten ter Gießener Turnerschaft zum Bahn- fic-g. während vor dem Ausgang neben dem .Fürstenbau Turnerinnen und Turner. Schutzen. Säuger unb Sportler Aufstellung nahmen. Mit halbstündiger Qkdbätung lief endlich ter Kölner Zug. empfangen von ten brausenden Heilruse n Dar Wenge, die sich inzwischen aus dem Bahnsteig versammel! tetie tin. DieMusik spielte einen flotten Marsch, unb als bie Kölniahrer dem Zuge entstiegen, wollte ter Jubel kein Ente nehmen. Sr verstärkte sich, als Karl Reuter sichtbar tourte. Ihn beglücktoün'chte Oberbürgermeister Dr Keller zu seinem so herrlichen Erfolg, über reichte ein Dlumengebinte und brachte auf ihn ein begeistert au genommenes _Gut Heil" aus. Die Musik stimmte das Deutschlandlied an. das die Anwesenden entblößten Hauptes mitfangen. Die Gießener Turnerschaft ebrte die Sieger und Siegerinnen durch Ueterreichung von Blumensträußchen. Dann begaben f ich alle, voran K Reu ter mit Herrn Oberbürgermeister Dr. Keller, zum Dahnaus- gang. Erneuter, nicht entenwollenter Jubel schlug ihnen entgegen. Kaum war es möglich, ten Weg zu dem Wagen frei$uhalten, in Dem 5t Oie u ter neben dem Gießener Stadtoberhaupte Platz nahm. Den zweiten Wagen bestiegen die Spitzen der 'Behörden, ter dritte nahm den Kreisvertteter Pfeiffer von Qvetzlar. Bürgermeister Dr. Selb und die Dorsitzenden der beiden Turnvereine auf. Sin vierter Wagen war von der Turnerschaft den Angehörigen Reuter» zur Qkrfügunfl gestellt worden.
Oer Festzug zur Dottshalle.
Gegen 7,9 Uhr fetzte sich Der Festzug in Qtetoc- gung. voran bie Kapelle Topp. Denen Die erwähnten vier Wagen folgten, hierauf Die Fahnen Des T.D. von 1846 unD des M. T. D.. hinter Denen Die Siegerinnen unD Sieger, geführt von Dem ®auobertumtoart Will, gingen. Ihnen gaben Die Fechterabteilungen Der Turnvereine Das Ehrengeleile. unD Dann schloffen sich die Turner und Turnerinnen sowie Die übrigen Zugteil- nehmet an. So gestaltete sich Der Einzug Der Gießener Siegerinnen unD Sieger zu einem Ereignis. wie es unsere Stadt bisher wohl kaum bat erleben Dürfen. Immer toieDcr brach Der Jubel Der Zuschauer durch. Die Die Stta-
Wes aber diesen Cälar aus dem nüchternen Rahmen der Geschichte heraus und über Die Pennäler Dramen erhebt, DaS ist die in ihm verkörperte Idee der unsterblichen Okoma. Kbin künstlich gesteigerter Uebermensch, ein Mann und Held, ter nur, unD hier begegnet er sich allerdings mit Wusiclini, feinem Bater'anD lebt. .Seine Olpolheose wird dauern von Sälulurn zu Säkulum. leine überragende Größe wird feinem Geschlecht Vorbild unD Ansporn sein..
Zwischen Bär unD Ka fiopeia schoß raketenhaft ein Gestirntrllche.i auf. Durchmaß Den Raum unD erlosch spurlos. alS Cäsar erDvlcht vor Der 6*aiue des Pompons zu amw.enbrach. Für diesen Regie- einfaU zeichnete niemand verantwortlich. Es war der Himmel selber, ter sprach.
Unter diesem gewaltigen Himmel muß alle- kleiner. kleinlicher, erscheinen als auf unseren toohlüberdack ten Bühnen. In Diriem Raum, der tönt vor Urftille unb Zeiiloligkrit. wol en bie Trompeten nicht so recht heraus. Es gibt kein Schicksal, das uns erschüttern Bronte im Anblick ter Kassiopeia. 3n Fleifch und Bllrt sah Cäfar auf diesen aleichen Stufen, vor denen heute sein HadeSschatten spielt. Jahrtausende zogen vorüber an Dem Himmelswagen — Schnuppen. Schnuppen, nichts als Eternschnupoen.
Rom nicht, eines nur ist unsterblich: der gestirnta Hnnmel fiter uns.
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Wanderer- Motorrad
0'^Äi.darml, X*. Äne.u. o38 an d. W, int k»l erboltener,
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Un’er Mitbürger Karl Reuter Gut HcU. Gut Hell, Gut Heil!
Rach ter mit großem Beifall aufgenommenen Ucberreichung Der Sgrengabe, einer wertvollen Statuette. Durch ten Oterbüt,Kmiciflcr an ten Zwölfkamp',fieger brachte ter Gesangverein Heiterkeit einige Chöre zum Vortrag, bie lebhaften Anklang fanten
Oer Oanf öer Slälnfabrcr.
Hierauf ergriff Univerfitätsoterinfpekkor Erle, Tv. 1846. Das Wort, um im Rainen ter Köln- fahrer herzliche Worte b c» Dankes für ben f 0 überaus freundlichen Empfang an die Qfcrfammlung, insbesondere an ten Herrn Oberbürgermeister unb Herrn Lehrer Kling zu richten. Es seien schwere Tage gc«
Errungen unb nur mit Einsatz aller Kräfte an Die Fahnen ter Vaterstadt geheftet worden. Um so größer fei bie Freute, d.e Leistungen Der Gießener Mitkämpfer durch Die VaterstaDt anerkannt zu sehen. Mit ‘Begeiferung habe man in Köln Die Votschast vernommen. Daß du Deutscher unb ein Amerikaner ten ersten, fchwer- strn Sieg erkämpft hatten. Durch ben Sieg sei Gießens Rame jetzt in aller Munte. und Darum habe Die StaDt ein gutes Recht, sich diese- Steges zu freuen unb stolz auf ihn zu sein.
Der Redner schloß mit Dem Gelöbni-. immerdar treu zur Turnsache, treu zum Verein und treu zum lieben Daterlante zu stehen, worauf Die Versammlung sich erhob, um Das Deutschien D1 i e D anzustimmen.
IBeifcre Glückwünsche.
Ql ach einigen Musikstücken ter Kapelle, sowie mehreren, mit lebhaftem Beifall auf genommenen Chvrvorträgen Des Bauerfchen Gesangvereins (unter Mitwirkung Des ehemaligen StaDttbeotcrmitglicM Kurt Richter- ergriff Kreisvertteter Pfeiffer. Wetzlar, das QBort als Ehrenmitglied Der Gießener Turnerfchaft, als Gau- unD Kreisvertteter. fovie im Auftrage DeS HauptausfchufseS Der Deutschen Turnerschaft, in Deren Rainen er Den Siegern herzliche Glückwünsche übermittelte. In Taufen Den von StäDten unD Ortschaften, weit über DeutschlanDs Gaue hinaus, werte heute Kari Reuters unb GiehenS Qlame mit einem freu» bigen Gut Heil begrüßt. Sein Dank galt inSte- fonterc sowohl Den leiblichen Eltern DeS Zwölfkampfsieger- (bie samt zahlreichen Geschwistern sich eingesunten hatten, ten Ehrentag ihres Sohnes zu begehen), sowie ten turnerischen OZätern unb Lehrme.stern Reuters. Turn- wart Srb unb Gauturnwart Will. SS gehe für die Turnerschaft nicht nur um die Pfleg«- DeS Körpers unD Der Leibesübungen, auch Die Kräfte Des Geistes unD GemüteS zu heben unb zu dilten liege ihr am Herzen, zum Wohl teS ganzen Deutschen Daterlanles. Der Deutschen Turnerschaft galt fein Dreifaches Gut Heil.
3m Romen der Gießener Rudervereine entbot Herr Chr. Reiber den Siegern herzliche Glückwünsche unter Ueberrcichung einer prachtvollen Blumenangebindcs an den Zivolfkampfsicger. der bf- scheidcn alle die Ehrungen entgcgcnnalmi, die ihm an diesem Abend Überreichlich zuteil wurden: Blumen über Blumen, offizielle und inoffizielle Ansprachen, Glückwünsche und Händedrucke, Zutrunk und Zuruf und viele, viele bewundernde Blicke. Und einen Stotz Telegramme obendrein von nah und fern; sogar aus Amerika sollen welche gekommen fein.
Zum Schluß des offiziellen Teils der Siegesfeier richtete Lehrer Kling vom Männerturnverein namens dcr Gießener Turnerschaft herzliche Dan- kesworte an die Festocrfammlung, insbesondere den Herrn Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung, ferner an die beiden Gießener Otefaiigvereine nebst allen übrigen Vereinen, die bei den Feierlichkeiten milgewirkt haben, und schloß mit dem Wunsche,
Lim'chM Grammophon mit Platten zu verfaulen. (056
VadnbMralik s.
Büfett und
Kredenz Schwere» Eiche- tpaneelfofa mit Evteael-Nui'ay
Jlurqarbcrobe ’lntiHe Trübe Schwarz voltrrtr»
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