Ausgabe 
31.3.1928
 
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erst um 20 Uhr beginnen zu lassen, wie es in vielen anderen Städten üblich ist. Besonders die Geschäftswelt wird diesen späteren Anfang sehr be­grüßen, der es ihr ermöglicht, rechtzeitig und ohne Hast ins Theater zu kommen. Die auswärtigen Thea­terbesucher erreichen nach Schluß der Borstellung alle in Frage kommenden Anschlußzüge noch bequem.

** Abbruch des Steigerturmes beim Turmhausam Brand. Der seither für Zwecke der Feuerwehr beim Turmhaus am Brand befind­liche Steigerturm wurde in den letzten Tagen in seinem oberen Teil abgetragen, und der verbleibende Teil mit einem neuen Dach versehen. Als Ersatz des Steigerturms ist schon seit dem Jahr 1922 an der Feuerwache am Oswaldsgarten ein Turm hergestelll, der bereits seit längerer Zeit benutzt wird.

** Hessische Studienanstalt in Gie­ßen. Die Leitung der Hessischen Studienanstalt zu Gießen hat in den lebten Tagen ihren Jahresbe­richt über das verflossene Schuljahr veröffentlicht. Die Studienanstalt (unter diesem Namen wird fortan das bisherigeLyzeum mit Studienanstalt" benannt werden) war im Schuljahr 1927/28 insge­samt von 688 Schülerinnen besucht. Davon traten 33 im Laufe des Schuljahres aus, so daß am Ende dieses Schuljahres noch 655 vorhanden waren. Von den am 15. Mai 1927 gezählten Schülerinnen waren 573 evangelisch, 54 katholisch, 36 israelitisch, 1 son­stige. In Gießen wohnten 509 Schülerinnen, in anderen hessischen Orten 91, in nichthessischen Orten 64. Die Reifeprüfung zu Ostern 1928 haben zwölf Schülerinnen bestanden. Nach dieser Reifeprüfung am 20. Februar d. I., welche die erste an der An­stalt war, erfolgte die Anerkennung der Schule als Vollanstalt, deren Abiturientinnen das Recht zum Studium haben. Die Anstalt umfaßt als neunstufige, höhere Mädchenschule die Klassen Sexta bis Ober­prima und führt, wie schon oben erwähnt, den NamenStudienanstalt". Der Jahresbericht des Leiters, Oberstudiendirektors Dr. Kalbfleisch, gibt den Eltern der Schülerinnen ein fesselndes Bild von der außerordentlich vielseitigen und sehr regen Tätigkeit in der Anstalt.

** Gießener Pädagogium. Die Anstalt wurde im abgelaufenen Schuljahr von über hundert Schülern und Schülerinnen besucht. Bon den 20 Untersekundanern unterzogen sich 14 der Reichsver- bandsprüfung, die von allen bestanden wurde. Die übrigen setzten ihre Studien auf der Obersekunda staatlicher Anstalten fort, da das Pädagogium nur bis zur Obersekunda führt. Das neue Schuljahr be­ginnt am 17. April.

* Danke in den Anlagen. Die schon früher in den Anlagen aufgestellten Danke sind jetzt nach ihrer Instandsetzung wieder angebracht worden. Gleichzeitig werden 10 neue, aus Holz hcrgestellte und mit weißem Anstrich versehene Danke an bevorzugten Stellen der Anlagen zur Aufstellung kommen. Diese neuen Bänke, die mit einem erheblichen Kostenaufwand fertigge­stellt wurden, seien dem besonderen Schutze des Publikums empfohlen.

** Der diesjährige Frühjahrswald­lauf, vom 25. März auf den 1. April von Butz­bach nach Gießen verlegt, fällt nun auch dem Po­lizeierlaß zum Opfer, do unter das Spielverbot nicht nur Fußballspiele, sondern auch alle sonstigen

sportlichen Veranstaltungen fallen, wie das hiesige Polizeiamt dem Veranstalter, der Svielvereinigung 1900 Gießen, im Laufe des geftaacn Tages m.i teilte. Der Lauf findet also nicht statt.

* 25jähriges Geschäftsjubiläum feiern am 1. April die beiden Gießener Druckerei- besiher Justus Christ, Wetzsteins! raße 38, und Wilhelm Herr. Walltvrstraße ZZ. Beide Be­triebe pflegen Lithographie und Buchdruck und danken ihre Entwicklung der fachgemäßen Mit­arbeit ihrer Inhaber. Herr Christ führt seit zwei Jahren den Vorsitz in der Vereinigung Gießener Duchdruckereibefiher.

** Geschäftsjubilaum. Die Inhaberin des RestaurantsZum Tannhäuser" Besitzer Georg Kraft Wwe., kann morgen, 1. April, ihr 25. Ec- schäftsjubiläurn begehen.

Der Oberhessische Kunstverein eröffnet morgen, Sonntag. 1. April, eine Kol­lektiv-Ausstellung von Aquarellen, Zeichnungen und Radierungen des in Dresden wohnenden Kunstmalers P. A. D ö ck st i e g e L Der Künstler entstammt dem westfalischen Bauernstand und ist mit seiner Heimat, in welcher seine Eltern das Land bebauen, noch immer eng verbunden. Das Land der ..Roten Erde" und seine ländlichen Bewohner zeichnet und malt er mit treffender Charakteristik und glühender Farbenpracht. Die Ausstellung ist wieder zu den üblichen Desuchs- zeiten geöffnet (siehe Anzeige in gestriger Rüm­mer). am Karfreitag und Ostersonntag jedoch geschlossen. Die von Mitglieder bestellten Rubensblätter sind an der Kasse in Emp­fang zu nehmen.

* Der Osterhase kommt ins Stadt- t h e a t e r. Dian schreibt uns: So vielen kleinen und auch aroßen Leuten hat Peterchens und Anne­lieses holder Mainachtstraum, ihre Fahrt nach dem Mond, so sehr gefallen, daß das liebe Märchen­spielPeterchens Mondfahrt", von Gerdt von Basse- mitz, mit der entzückenden Musik von Clemens Schmalstich noch einmal zur Aufführung angesetzt wird, und zwar für Ostermontag nach­mittag. Diesmal werden die kleinen Mondfahrer aber auch zum Osterhasen kommen. Und ist dieses in der Erzählung enthaltene Osterbild von selten des Dichters in fein Märchenspiel nicht aufge­nommen worden, und kann es auch von ihm nicht nachgeschrieben werden, weil er nicht mehr unter dcn Lebenden weilt, so hat Onkel V o l ck als Spiel­leiter, der bei uns das Stück inszenierte, im Ein­verständnis mit dem Verlag, ein solches Osterbild in Anlehnung an die Erzählung verfaßt, das in die Bilderfolge emgereiht werden wird. Nun gibt's noch mehr zu sehen und zu hören. Wie werden sich die Kinderchen da freuen! Dec Vorverkauf beginnt am Montag, 2. April.

** Derkehrsbund-Tagung in Gießen. Der Verkehrsbund Oberhessen hat seine diesjäbrige ordentliche Jahreshauptversammlung auf M o n f a g, 2 3. April, nach Gießen einberufen. Neben dem Geschäftsbericht über das Jahr 1927 und den anderen üblichen Geschäftspunkten steht ein bedeutsamer Vor­trag von Regierungsrat Dr. Krebs (Darmstadt) überFremdenverkehrswerbung" auf der Tagesord­nung.

"UnglückseligeTatinfosgeNerven- ft 5 r n n g c n. Heute vormittag gegen zehn Uhr sprang in Lannsbach eine in den dreißiger Jahren stehende verheiratete Frau aus dem Bodenfenster ihres Wohnhauses. Die Frau schlug beim Sturz auf das Dach eines kleineren Gebäudes auf und trug Wunden am Kopf und besonders eine Kieferoerletzung davon. Die Verletzte wurde mit dem städtischen Kran­kenauto durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Gießener Chirurgischen Klinik zu- geführt. Die Frau dürfte die Tat infolge Nerven- tärungen begangen haben, die nach einer kürzlichen Kopfgrippeerkrankung eintraten.

** Klagen über di e 50- Pf«nni gft ücf e. In der letzten Zeit werden die Klagen über die kürzlich ausgegebenen neuen 50-Pfennigstücke immer lauter, wobei darauf hinbewiesen wird, daß sie in keiner Weise den Bedürfnissen des Verkehrs ent­sprechen. Besonders die Gewerbetreibenden betonen immer wieder, daß es außerordentllch schwierig sei, die ohnehin schon schlecht geprägten Münzen ihrer Größe wogen von den Renten 5- und 10- Psennigstücken zu unterscheiden, und daß dadurch schon sehr oft Verluste entstanden seien. Zahlreiche wirtschaftliche Vereinigungen sind aus diesem Grunde bei den Behörden vorstellig geworden, um eine Abänderung dieses unerfreulichen Zustandes herbeizuführen und darauf hinzuwirken, daß die im Verkehr befindlichen Geldstücke wieder zurückgezogen und durch neue ersetzt werden. Jetzt ist auch im preußischen Landtag ein dahingehender Antrag ein« gebracht worden, der verlangt, daß die Preußische Staatsregierung auf die Reichsregierung in dem oben erwähnten Sinne einwirken möge. Die Reichs­bank wird sich auf die Dauer den angeführten, durchaus einleuchtenden Gründen nicht entziehen können, und es sind daher auch, wie wir hören, bereits Erwägungen im Gange, um die neuen 50- Pfennigstiicke wieder aus dem Verkehr zu ziehen und sie durch andere, den Verkehrsbedürsnissen ge­eignetere zu ersetzen.

* Film-Vorführung in der IoHan­ne s k i r ch e. In der Iohanneskirche lief gestern abend der FilmDer hillige Born". Ss wurde eine Fülle von Glend verkrüppelter Menschen vorgeführt, aber zugleich auch in überwältigender Weise gezeigt, wie es der christlichen Liebe in Verbindung mit der ärztlichen Kunst gelingt, hoffnungslose Menschen wieder zur Leistungs- fähiakeik, zum Glauben und damit zur Lebens­freude zu führen. Es war wohl für die Veran­staltung, die zum Besten der neuerbauten ersten hessischen Krüppelwerkstatt der Inneren Mission zu Aieder-Ramstadt stattfand, zu wenig ge­worben worden, sonst hätte sie besser besucht fein müssen. Vielleicht bestimmen diese Zeilen noch manchen, die zweite Aufführung am heutigen Samstagabend 8 -Ufcr zu besuchen.

Anpaddeln der Paddler-Gilde Gießen. Von bet Gießener Paddler-Gilde wird uns berichtet: Am vergangenen Sonntag wurde der Sportbetrieb 1928 mit dem Anpaddeln eröffnet. Der hinter uns liegende Winter hatte die Mehrzahl der Paddler zu einer recht ausge­dehnten Ruhepause gezwungen. Als Ergänzungs­sport wurde in der Hauptsache das Schneeschuh­laufen betrieben. Einige ganz Abgehärtete haben

aber auch während des Winters bas Paddeln nicht vermissen können. Bei GiS und Schnee, in teilweise fest gefrorenen Flüssen, wurden Fahr­ten unternommen. Ganz besonderes Vergnügen bereitete es dem wasserechten Paddler, bei Hoch­wasser die Wehre der Lahn zu befaßten. Die rechte Zeit des WasserwandernS beginnt aber erst mit dem Eintritt wärmerer Witterung. Der Paddler freut sich ganz besonders auf den Tag. an dem er zum erstenmal wieder sein Doot dem Wasser anvertrauen kann. Eine stattliche Anzahl Mitglieder war dem Ruse zum Anpaddeln und zur Taufe der neuen Boote gefolgt. Das Boots­haus an der Pulvermühle hatte in der letzten Woche ein neues Gewand bekommen. Begeisterte Kameraden haben den Außenwänden des Boots­hauses in kürzester Zeit einen Farbenanstrich ge­geben und auch das Innere des Bootshauses geschmackvoller als seither hergerichtet. Mit einigen kernigen Worten begrüßte der aufopferungsvolle Vorsitzende der Paddler-Gilde die Erschienenen. Es folgte die Taufe der sechs neuen Boote. Die geschlossene Ausfahrt von 16 Booten führte nach der Dadenburg und zurück. Seit Bestehen der Paddler-Gilde haben noch nie so viele Boote am jährlichen Anpaddeln teilgenommen. Die Fahrt sand am Bootshaus ihr Ende. Der Derkehrswart brachte ein kräftige« .Hub Heil" auf ein weiteres Blühen der Paddler^ilde aus. Schon das sport­liche Ergebnis des vergangenen Jahres war hinsichtlich der Zahl der unternommenen Einzel- fabrten und der zuruckgelegten Kilometer recht gut. Das neue Paddeljahr wird aber in dieser Hinsicht gegen das alte nicht zurückstehen. Die Ostersahrt findet alljährlich im Verein mit der Sieger Paddler-Gilde auf unserer schönen Lahn statt. Die Pfingstfahrt führt nach der vielge- wundenen Mosel. Zwei Mitglieder werden eine mehrmonatige Reise auf der Donau, am Schwarzen Meer entlang, durch den Bosporus bis nach Kairo unternehmen. Weitere größere Wander­fahrten finden auf der Weser und dem Rhein (Olympiade.Fahrt) statt. Der Verein llferfritif hat in liebenswürdiger Weise für die beste sport­liche Leistung im Jahre 1928 einen Preis ge­stiftet.___________________________'__

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Utjr aadjmiMags.

Samstag nachmittag geschlossen

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(Club e. V.)

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Gießen (Dammstraße 8), den 30. März 1928.

Die Beerdigung findet Montag, den 2. April, nachmittags 2V2 Uhr,

auf dem Neuen Friedhof statt.

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keit zu nehmen.

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Lang-Göns, den 30 März 1928.

Die Beerdigung findet Montag, den 2. April, nachmittags 2V8 Uhr,

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3480V

Ruttershausen, den 30. März 1928.

Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. April, nachmittags 2'/, Uhr, statt

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Karl Vogel, Lackierermeister.

vom Trauerhause aus statt.

Am 28 d. M. verschied nach schwerem Leiden

ter MMtir Gustav KW

Mit ihm hat der Gesellschaftsverein Gießen seinen langjährigen hochverdienten I.Vorsitzenden verloren.

Seine vorbildliche Pflichttreue, sein vornehmer Charakter und seine hebenswürdige Persönlichkeit sichern ihm bei uns allezeit ein treues und dank' bares Andenken.

Der Vorstand des Gesellschaftsvereins

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

Elise Weber geb. Schneider.

In tiefer Trauer:

Familie Ludwig Schadeck 111 Familie Heinrich Schadeck.

Drucksachen aller Art

>ie Srühl'sche Unlver-täU-vNttkerei. 8. Lange. Sietzen. Zchulfn. 7

Danksagung

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir innigsten Dank

Peter Will und Kinder

Annerod, den 31. März 1928

Todes-Anzeige.

Heute nacht um 12 Uhr entschlief nach langjährigem Leiden meine liebe Frau, Mutter, Schwiegertochter und Schwester

Frau Marie Vogel geb. Mecker

im Alter von 37 Jahren.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel

Ludwig Schadeck II.

nach kurzem Leiden im 68. Lebensjahr zu sich in die Ewig-

Heute morgen entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein Heber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater

J ohannes Weber V.

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