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loeüau«grafenben Ärctfed jener Schmarotzer. trie sich gern auf Kosten anderer amüsieren, und nach -Wölf Monaten waren die 250 000 Dollar futsch, und Titman muhte sich nach einem Lebensunterhalt um tun.

Mit Frcnden nahm man ihn afo Masseur in einem türkischen Bad auf. Biele Dickwänste pfle­gen solche Anstalten in der Hoffnung auszu- hrchen. etwas von ihrem überschüssigen 5«tt loS- -uwerden und wenn sich die auch nicht immer erfüllte, so muhte ihnen doch der dnblid des dicken Charlie zum Drost gereichen und ihnen we­nigstens in der Ginbildung die Last deS allzu festen Fleisches erleichtern.

Bor einem Jahre 6atic Titman einen Schlag­anfall, ein -weiter hat feinem Dasein jetzt ein Ziel gesetzt. Gharlie war ein jovialer K?r!. Sein sehnlichster Wunsch war. wenigstens einmal in seinem Leben Im Flugzeug auf-usteigen. Dor zwei Jahren schien e-, als sollte ihm dieser Wunsch erfüllt werden. Der Führer eine- Cur- tih-Luftboote- hatte sich anheischig gemacht, ihn mitzunehmen. Die Maschine glitt eine halbe Meile weit über das Wasser hin. lehnte den Aufstieg mit dieser Last aber ächzend ab. Der Pilot versuchte Charlie damit zu trösten, dah nur der ungünstige Wind und die Dünung den Flug verhindert habe, aber Titman wuhte Be­scheid, und die Geschichte der Aviatik vermeldet nicht, ob er jemals zu einem zweiten Bersuch gekommen ist.

Eine gelungene Revanche

(f) London.

Der Prinz von Wales lieh vor einiger Zeit sein herzkrankes Licblingspferd (alle Welt erfuhr von dieser gewichtigen Staatsaktion') von einem berühmten Facharzt nicht etwa Tierarzt untersuchen und behandeln. Die englische Presse stellt nun schmunzelnd fest, dah es in der Tat nichts Reues unter der Sonne gäbe, und weist auf einen ähnlichen Fall hin. der sich ebenfalls in England abgespielt hatte. Der bekannte Maler Whistler besah einen Hund, den er wie sein eigenes Kind liebte. Als das Tier einmal schwer krank wurde, lieh der Maler seinem Freund, dem berühmten Professor Sir Morel M a ck e n z i e sagen, er möge schleunigst zu ihm kommen, es ginge um Leben und Tod. Sir Mackenzie dachte natürlich, sein Freund wäre plötzlich erkrankt, brach die Sprechstunde ab und eilte Hals über Kops zu dem Künstler. Ms er dann erfuhr, wer lebensgefährlich erkrankte, sagte er lein Wort de- Vorwurfes, untersuchte das Tierchen, schrieb Medikamente vor und entfernte sich in aller Freundschaft. Aach etwa einer Woche trommelte sodann der Diener des Professors den Maler in der fie6enten Morgenstunde mit der Aachricht aus dem Bett, sein Herr wünsche diesen in einer unaufschiebbaren Angelegenheit zu spre­chen. Whistler dachte an große Bestellungen und kam der Einladung unverzüglich nach.Ich hätte heute viel zu tun gehabt, lieber Professor", sagte er zu Sir Mackenzie, bei ihm angelangt, ..da Sie aber betonten, dah es sich um eine äußerst wichtige Lli^gelegenheit handele, zögerte ich keinen Augenblick. Verfügen Sie über mich!" Ja, mein lieber Whistler", erwiderte Mackenzie mit einem feinen Lächeln,die Sache duldet keinen Aufschub. Mein Haustor befindet sich in einem menschenunwürdigen Zustande. Da wollte ich Die herzlich bitten, die Maler­arbeit freundlichst zu übernehmen und womög­lich heute noch auszuführen. Ich muhte mich an Sie wenden, sind Eie doch der renommierteste Malermeister in meiner Aähe!..Whistler bih sich in die Lippen und verstand. Wortlos drehte er sich um, holte von Hause daSWerk- zeua" und erledigte höchst persönlich den ehren- i?ollen Auftrag. Bierundzwanzig Stunden später hatten sich die beiden Freunde ausgesöhnt. .

i Papagei, Rasiermesser, Vendetta r und Amokläufen.

(f) A i o de Janeiro.

In dem südbrasilianifchen Städtchen Billa P o c o e s hat sich ein an daS Groteske grenzen­der, grauenhafter Vorfall ereignet, von dem im Augenblick das ganze Land spricht. Der Schul­direktor von Billa Pocoes hatte einen Papagei, und dieser in Brasilien gar nicht so seltene Vogel wurde zum Anlaß einer Katastrophe, die einem halben Dutzend Menschen daS Leben kostete. Ein Schüler der Kn oben-Lehranstalt von Billa Po- coeS tötete besagten Papagei durch einen Stein- Wurf. Der Schuldirektor schnitt daraus, rache- schnaubend, dem Kinde mit einem Aasiermesser die Kehle durch. Der Bater des Jungen, ewigen Vendettagesetzen gehorchend, eilte kurzentschlossen mit einem Revolver in die Wohnung des Di­rektors, erschoß diesen, dessen Frau, dessen beide Sohne sowie dessen Schwiegermutter und lief ..nach getaner Arbeit" laut aufheulend auf die Straße. Sofort feftgenommen und auf die Polizei­wache gefchleppt. konnte man bei dem Racher nur noch den Ausbruch vollkommensten Irrsinns konstatiercu. - Eine auch für füdbrafilianifche Verhältnisse schaurige Geschichte, über die man zur Tagesordnung gehen könnte, wenn sie eben nicht wahr wäre.

Wab eine Krau im Frühling träumt

(h) Rom.

Eine italienische Zeitschrift richtete an ihre Leser vielmehr Leserinnen die nicht un­interessante Rundfrage, wann sich eine Frau am glücklichsten fühlt. Aus der Fülle der eingegan­genen Antworten verdienen drei besondere Be­achtung: 1. Wenn sie nach dreißigjähriger Ehe noch immer an die Treue des Ehnnanne« glaubt. 2. Wenn sie scheinbar ihren Mann auf dem ..Thron' sitzen läßt, das Zepter in Wirklichkeit jedoch selbst führt. 3. Wenn sie sich bannt ab- suchet, daß keine Frau restlos glücklich sein kann, da es keine restlos guten Manner gibt. Eine Dame die wohl ihre dösen Erfahrungen hinter sich bat. stellte demgegenüber fest, daß Stamm­mutter Eva im Paradiese die einüge uncinge- schräukt glückliche Frau war. da sie keine Rivalin zu bekämpfen hatte!...

Notlandung eines Verkehrsflugzeugs.

Kassel, 29. Aug. (WTB) DaS auf der Linie Hamburg - Frankfurt a. M ver- fcbtenbe Flugzeug D. 87 7 erlitt beute nach­mittag über Waldeck Propellerbruch und ging im Gleitf 1 ug nieder, um ' ß einen ge­eigneten Landungsplatz zu suchen Dab.i brach der zweite Propeller Bei der unweit Altwildungen erfolgten Rolland nng zer- s p r a n a dann auch der dritte P rohe, le r DaS Fahrgestell wurde beschädigt, auch hi« Trag* flächen trugen Beschädigungen davon Fluggäste, die sämtlich un perlen? b' . feen, setzten ihre Reise mit bet Bahn fort

Oberheffen.

Lanvtreis Greven.

r. Grohen-Linden, 29. Aug. Am Sams­tag und Sonntag unternahm der hiesige Ge­sangvereinHarmonie" eine Sänger- fahrt an den Rhein Außer den aktiven Sängern beteiligte sich eine stattlich« Anzahl passiver Mitglieder Die Abfahrt erfolgte Sams­tag vorm. 6.45 Uhr nach Bingen. Rach gemein­schaftlichem Mittagessen erfolgte die Ueberfahrt nach Büdesheim Sodann ging es zu Fuß über das Aiederwalddenkmal nach Aßmannshausen. Dor dem 2la täona [benftna ( fang der Verein unter Leitung feines bewahrten Chormeisters Musiklehrers Schüttler. Gießen, einige schön« Chöre, darunter den Chor ..Schwur am Rhein", welch« von der großen Masse der Zuhörer mit großem Beifall auf genommen wurden. Bei herr­lichstem Weiter fetzte der Verein seine Fußtour bis Aßmannshaufen fort. Rach einem zwei­stündigen Aufenthalt dortselbst wurde mit einem Dampfer die Rückfahrt nachBingen an getreten, um von dort nach Büdesheim zu gelangen. In Büdesheim war die ..Harmonie" Gast des Mannergesangvereins ..Loreley", der sich in echt sangesbrüderltcher Weise erboten hatte. Nacht­quartiere zur Verfügung zu ftetlen. Am OrtS- erngang von Büdesheim fand em Empfang durch den Männergesangverein ..Loreley" statt, an dem fich der größte Teil der Büdesheimer Bevölkerung beteiligt*1 Unter Dorantritt der Musikkapelle ..Stolzenfels" ging es in den Römersaal. Rach 'BerteHung der Aachtguartiere traf man sich zu einem gemütlichen Beisammensein. GesangSvor- träge beider Bereute und ein Tänzchen hielten die Teilnehmer einige Stunden beisammen. Sonn- tagvormiltag setzte der Betern seine Reise mit Dampfer bis Koblenz fort. Während der Fahrt auf dem Dampfer brachte der Berein einige gut geschulte Chöre zum Bor trag, welche von den etwa 2000 Mitreisenden mit nicht endenwollendem Beifall quittiert wurden. Gegen 13 Uhr gelangte man nach Koblenz. Hier wurde der Rote Hcchn sowie das Deutsche Eck besichtigt. Um 17.24 Uhr wurde die Heimreise nach Gießen-Großen-Linden angetreten. Allen Teilnehmern wird die Sänger­fahrt an den schönsten ©trom Deutschlands noch lange in Erinnerung bleiben.

D Grohen-Linden, 29. Aug. Einer der letz­ten Teilnehmer aus dem Deutsch-sranzMchen Kriege von 187071 wurde vorgestern zu Grabe ge­tragen. Es war der im 80. Lebensjahr stehende Ludwig Dietz. Ein großes Trauergefolge gab dem alten Veteranen das letzte Geleit.

Aus demBufeckerTal. 29. Aug. Selten trifft m einem Jahr das Wetter so günstig, daß im August di? Ernte v o 11 ft ä n M g unter Dach gebracht wird, wie in diesem Jahr. Bur ganz vereinzelt stehen noch Fruchthaufen auf dem Felo, und diese werden im Berlauf der Woche noch verschwinden. Ueberall in den Ortschaften sind die Dreschmaschinen schon seit Wochen an der Arbeit. Seit vielen Jahren hat unser Tal eine so gute Ernte nicht auf?,nweisen gehabt, wie Heuer. Alle Fruchtarten haben einen vollen Ertrag gebracht, sowohl in Menge, als auch in Güte. Die Korner sind voll und kräftig entwickel', was besonders beim Dreschen in Erscheinung tritt; denn die Frucht läuft viel belfer und schwerer als in anderen guten Jahren. Auch die G r u m m c t c r n t e. die hier und da schon einsetzt, fällt besser aus. als man anfänglich erwartete. Die Biederschläge der letzten Wochen, toerm sie auch in geringen Mengen tarnen, haben den GraSwuchs noch wesentlich gefördert. Hatte man vor Wochen nochBedenken, die Kar­toffeln würden klein bleiben, so hat sich gerade in der letzten Woche gezeigt, daß, wenn auch hier und da bad Kartoffelkraut schon abstirot, die Knollen sich träftig entwickelt haben und vor allen Dingen gesund gewachsen sind. Die Aussichten auf eine gute Obsternte find jedoch nicht groß. Zwar gibt es genügend Steinobst, und auch dieBirnen zeigen einen guten Behang, bedeutend geringer ist jedoch der Erttag der Llpfelbäurne. Einzelne Sorten sind zwar gut behangen, andere jeovch haben dieses Jahr vollständig versagt.

i Mainzlar, 29. Aug. Die Grummet- ernte ist nun b?i uni in vollem Gange. Quanti­tativ ist der Ertrag recht gut. da es sich meistens um Wiesen in feuchten üagen handelt, denen die diesjährige sommerliche Trockenheit sehr zugute kam. Auf den trockenen Wiesen hingegen wird sich daS Mähen kaum lohnen; daher waren auch bei der gestern stattgehabten ersten @rum- metgraS-Bersteigerung der Gemeinde bei nicht allzu starker 'Beteiligung die Preise niedrig.

ch A n s d c r n b c n a u , 29. Aug. Die Preise für Frühkartoffeln haben sich in ber letzten Woche etwas erhöht. Gegenwärtig werden 6,50 biß 7 Mark pro Zentner bezahlt. In fast allen Dörfern werben über zunehmende Felddieb st ähle Kia- gen geführt. Den Ob ft bau men kann die vor­handene Feuchtigkeit keinen bemerkenswerten Butzen mehr bringen. Die teilweise recht gut behangenen Zwetschenbäume lassen einen ansehnlichen Teil ihrer Früchte unreif abfallen Die wenigen Aepfel und Birnen sind in ihrer Entwicklung infolge ber Trocken- heit im Sommer sehr zurückgeblieben; sie erscheinen durchweg klein und schorfig.

?) L i ch. 30. Aug. Das Frankfurter K ü n ft * l« rtheatcr für Rhein und Main (Hessi­sches Künstlertheater) beginnt in diesen Tagen hier seine Spieltätigkeit. Die erste Gastspielreise der Bühne bringt den Freunden des Theaters in unserer Stadt ein schon lange erwartetes klassi­sches Schauspiel:Maria Stuart" hon Schiller.

tor. Dorf-Dill, 29. Aug Das Jahres- sest des Gustav-Adoif-Zweigver- eins Solms konnte am vergangenen Somttag bet prächtigem Wetter in unsrer Gemeinde ge­feiert werden. Um 2 Uhr war der schöne Platz an der Kirch« mit einer großen Schar Festteil- nehmer gefüllt, von denen viele von auswärts gekommen waren. Mit reger Aufmerksamkeit lauschte nach der Begrüßungsansprache des Orts- piarrers die Menge der trefflichen Festpredigt, in welcher Pfarrer Draudt von Bieder-Erlen- bach von der GlaubenSnot der Brüder in der Diaspora redend, di« Herzen zum rechten Glau­bensdank zu bewegen wuhte. Pfarrer Wahi bon Lang-GönS gab einen außerordentlich fes­selnden 'Ber'cht von der Geschichte und dem Leben her Evangelischen in Kärnten, dle mit großer Treue am Evangelium und an ihrem Deuvchtuin hängen. Rach dem±Iufttoort des OrtSvfarrerS. welche^ an die Plicht der Liebe im Glauben S- gehor'arn erinnert? und zu neuer Glaubens- neubigfeit aufriesanb btc 'chöne Feier ihr End-, die durch die M lwirkung des hiesigen jDofouncn- und Gemischten LhorrS. unter per vorzüglichen Leitung ihre« Dirigenten Messer-

schm \ b t, wesentlich bereichert wurde. Die Feft- follelte betrug 93 Mk, außerdem konnten sämt­liche Schritten für 22 Mk. verkauft werden.

F Obbornhofen. 29. Aug. Gestern feierte der ölte ft e Einwohner urrse r«S Dorfes und auch der ganzen llmgegenb. der Auszügler Baien tin Kl ös. feinen 98 Geburtstag. DaS hoch betagte GeburiStagSkinb ift hn Verhält­nis zu fernem Alter geistig noch rüstig, nur daß das Augenlicht sehr nachgelassen hat. Bei gün­stigem Wetter unternimmt er täglich un Hose noch kleine Spaziergänge. Der z w e i t ä 11 e ft_e O rt S- bürger hat auch das bfolrsche Alter überschrit­ten. Es ist der Aus-iieher Heinrich Kam­mer. Maurer und Weißbinder seines Zeichens, der nun schon 9 1 Lenze hat kommen und gehen sehen. Er ist noch rüftig wie ein Siebzigjähriger und in der Lage, klein« Handreichungen zu ver­richten.

Krcis Friedberg

WSB. Friedberg, 29. Aug. Dtc hier statt­gehabte Bürgermeister-Versammlung deS Kreises Friedberg wurde von Bür­germeister Gvy (Heldenbergen) geleitet, der zu­nächst di« neugewählten Bürgermeister Reuter und Häuser begrüßte. Er hielt barm einen Vortrag über Beschaffung von Straßenschildern, Verkehrs schildern und ©tragen bau. Es wurde ber gemeinsame Bezug von Warnungsschilbrm be­schlossen; diesem Antrag schlossen sich zwanzig Gemeinden an. Zum Schluß hielt Betermärrat Walter einen interessanten Bortrag über Be­kämpfung von Tierkrankheiten.

z' Bad-Bauheim, 29. Aug. Für die Er­richtung eines Bestibül« am großen Bühnensaal des Kurhauses hat her Hessische Landtag im Dezember vorigen Jahres 88 000 Btt. bewilligt. Anfang Oktober soll mit demBau be­gonnen werden, und biS zu Beginn der nächst­jährigen Hauptsaison werden die Arbeiten be­endet sein. Die Schasfung des Bestibüls ist eine dringende Botwendrgkeit. Denn bei größeren Ber- crnstaltungen im großen Bühnensaal haben fofe die Gänge und Borräume wiederholt als zu eng erwiesen. Es fehlt vor allem an einem größeren Aufenthaltsraum für die Besucher während der Pausen.

<> Butzbach. 29. Aug. Auf Einladung des Autoverkehrs Butzbach und Um« geg « nd G. m. b. H. zu Butzbach fand am Sonn­tag imHessischen Hof" eine öffentliche Versammlung statt, an der die Bürger­meister bzw. Gemeindevorsteher der beteiligten Gemeinden, eine Anzahl Gemeindeverlreter. Ar- beiicrvcrtreter und Vorstandsmitglieder des Detaillislenvereins und des BürgrrvereinS Butz­bach teilnahmen. Die Versammlung, die von Bürgerineister Diehl, Hochweisel, geleitet wurde, beschäftigt« sich in der Hauptsache mit der finan­ziellen Unterstützung ber AutoverkehrSgefellschaft ourch die beteiligten Gemeinden auch für die Zu­kunft. Gefchäftsiührer F r ei t a g - Butzbach er­stattete nach Eröffnung der Bcrfammlung durch Bürgermeister Diehl- Hochweifei einen ein­gehenden Bericht über die Entwicklung der Ge­sellschaft seit ihrer Gründung im Jahre 1926. In der Aussprache wies Bürgermeister Dr. Jansen (Butzbach) darauf hin. daß sich der Be­trieb der eingerichteten Auto-Linien als ein dauerndes Bedürfnis herausgestellt habe, dah die Stadt Butzbach nach wie vor bereit sei, die Gesellschaft auch rveiterhin zu unterstützen, daß jedoch das BerhältniS zwischen allen beteiligten Gemeinden einerseits und der Autogesellschaft andererseits auf einer vertraglichen Grundlage festgelegt werden müsse. An der weiteren Aus­sprache beteiligten sich Bürgermeister R o m p f - Langenhain, Ämtsobersekretär Sänger -Groß- Rechtenbach für die beteiligten Gemeinden des Kleebachtales), Kaufmann W. Bern Butzbach, Kaufmann Hadermann - Butzbach, Bauunter­nehmer Schäfer- Dornholzhausen und Bürger­meister Hohn- Kleeberg Uebereinftimmend wurde bekundet, baß die bisher bestehenden Auto­linien im Interest« des öffentlichen Tc ehre, auch weiterhin unter allen Almftänb.'i erhalten bleiben sollen. Bei den weniger rentablen Strecken soll geprüft werden, ob nicht zweckmäßig Bettieb«- einschräntungen vorgenommen werden sollen. Die Stadl Butzbach und bie übrigen beteiligten Ge­meinden wollen die Autoverich.sgesell'chaft auch weiterhin gegen Leistung «ntlprochender Sicher­heiten weitgehend finanziell unterstützen. Es wurde ein Bertragscnttourf verlesen, her die Leistungen der Gemeinden und die Berpflichtun- gen der Firma im einzelnen naher fest legen soll. Der Berfragtenttoiitf, mit dem sich di« Bürgermeister bzw. Gemeindevorsteher tin An­schluß an die öffentliche Ber'ammlung im engeren Kreise noch näher beschäftigten, soll den Ge­meinden in Kürz« zur Herbeiführung einer ent- sprechenden Beschlußfassung durch bi? Gemeinde­vertretungen zugeleitet werden. 'Die ebenfalls erörtert« Uebernahine des Autobetriebs in Ge- meinbe-Bcaic wurde abgelehnt. Zur Beförderung der Gemeindevertreter. Arbeitervertreter usw. hatte der Autoverkehr feine Omnibusse zur Ber­ingung gestellt, die di« Hin- und Rückfahrkbn zur Hälfte des sonst üblichen Fahrpreises auS'ührten.

* Reichelsheim. 29. Aug. Di« Ernte der Frühkartoffeln ist hier noch in vollem Gang«. Beben Odenwälder Blaue, All erst ruhst« Gelbe wurden hier noch Asches Gvldn^re und Holländer Erstlinge angebmit, welche beiden letzten Sorten bei der großen Trockenheit aber weniger befriedigten. Jimnethin betrug der Durch­schnittsertrag 55 bis 60 Zentner je Morgen. Die Grünlandwirtschaft findet hier immer mehr Ausbreitung. Fast alle Btehbesitzer Haden Viehweiden angelegt, auf denen vor allem die Jungtiere sich tagsüber tummeln. Teilweise näch­tigen sie auch m einfachen Schutz Hütten. Der dauernde Aufenthalt in frischer Lust beeinflußt den Gesundheits .-stand und bte Entwicklung des BicheS in gür.stigster Weise und Menge und Güt« deS Milcyc rlrageS wird dadurch erhöh'. Bedingt durch bi? günstigen Eriahrungen steht eine allgemeine Ausdehnung der Weidewirtschaf t mit Koppelbetri eb zu er märten. DaS neue Kassengebäude der hiesigen Spar- und Kreditkasse wird in diesen Tagen bezugsfertig. An htm Straßrn- tntnfcl Bahn ho» straf,« -Biagrnbeimer Straße ge­legen. verschönt der Bau das Stadtbild tn bester Weis«

Ärcie Büdingen.

_ Biböa. 29. Aug Gestern leitete hier Schreinermeister Friedrich Reuning II. teilten 8 0 Geburt 6 tag Er gehört zu den­jenigen Bürgern unserer Stadl, bie sich um das allgemeine Wobl ganz besonders verdient ge­macht hab?n und deshalb sich hob?« Verehrung und Werls Atzung criruen. Der Ju ailar gehör e viele Jahre bem Sladtovrstand ber Kirchen-

gemeindeverttetung. dem Beritanb der BoIM- und Gewerbeschule, der Bezirkssparkasse und des Berti ns Krcrr.keTtpllege an und hat sich tn all diefon Ehrenämtern stets als eifrige# Mitglied bewährt. Mit allen Fasern seines Herzens hängt

a^SLJ5't ,eincT bis heute an dem Turnverein, besten langjähriger Borifoenher er war und zu hrifon a'ärizender Entwicklung er mit CKort und Tat unschätzbar viel imtgettnrft hat. Dieser Eifer und die Betätigung im Turnen mag biel dazu beigetragen haben daß sich der Acht- vgiabrige noch «yt einer erstaunlichen Rüstig­keit erfreut und eine Ausdauer besitzt Me wohl selten ihresgleichen findet. Machte er doch noch wie einige hiesig« aktive Turner kindlich daS große Turnfest in Köln mit und ertrug trotz der Hiße bie Reis«, die Rachtlager im Mastenquar- lier, den Marsch im Festzug und bgl. ohne jeg­lich« Beschwerden. Daß er auch tropentähig ist be­weisen zwei Reisen, bie er vor und nach dem Kriege in vorgerücktem Alter nach Südwtstafrika rum Besuche seines Sohnes, dt« Geologen und beurlaubten Privatdvzenten tn Gießen Trmh Reuning. zur Zeit wieder tn Afrika, ohne jeglichen gesundheitlichen Bachteil unternommen bat. Boch jetzt ift er täglich in her Mödelsobrtt seine« ältesten Hohnes hier unermübTUfe tätig Bon allen Seiten ber Einwohnerschaft^ ben Be- borben, und von seinen zahlreichen 5reunÄh aus nah und fern wurden dem Jubilar in ungemetn großer Zahl bie herzlichsten Geburt« tag-wünsch« und sinnreiche Geschenke entgegengebracht. Der Turnverein veranstaltete dem all verehrten ältesten Mitglied zu Ehren einen Fackelzug. Per 1. Vor­sitzende. Dr. med. Fritz Koch, gratulierte sei­nem verdienstvollen Vorgänger im Barnen des Verein« in herzlichsten Worten. Bon ber Kreis- unb Gauleitung erhielt ber achtzigjährige Turner Reuning einen Ghrenbrief. Möge e« dem allverehrten Mitbürger vergönnt fein, noch viele Jahre in her bisherigen Rüstigkeit weiter wirken zu formen.

ÄreiS Schotten.

i Gedern, 29 Aug. In unserer Stadt ift man dazu übergegangen, in bie Wasserleitung eine« jeden Hauses einen Wassermesser einzubauen. Seither mußten pro Btonat bezahlt werden für die Person 15. für jede« Stück Großvieh 15. für den Anschluß selbst 50. für einen Hydranten 50. für eine Badeeinrichtung 50 und für ein Klosett 50 Pfennige In Zukunft wird neben der gleichbleibenden Anlchlußgebühr von 50 Pf. pro Btonat nur btv tatsächlich ver­brauchte Wasfermcng«. wie sie auf dem Wasser- m«n«r abgelegen wird, bezahlt Per Preis pro Kubikmeter ift auf 20 Pf. festgesetzt.

Krei» Lauterbach.

t Lauterbach, 29. 2(ug. Im Verein mit dem Pädagogischen Institut zu Darmstadt oeranftallft das Kreisschulamt eine reichhaltige Pödagv g i s ch e W o ch e in der Zeit vom 3. bis 9. September im ganzen streife Lauterbach. Der Zweck dieser Ver­anstaltung soll sein, einerseits den Lehrerstudenten eine Einsichtnahme in die Schulverhältnisse eines ent legenen Landkreises zu gestatten, andererseits soll sie den ansässigen Lehrern zur Fortbildung ttienrn und ihnen neue Anregungen geben für ihren Berus.

(Starkenburg.

Lpd. Darmstadt. 29 Aug Sine in weiten Kreefen bekannt« und geschätzte Persöntichkelr. Obrrbürgormeister a. D. Hermann Schäfer, be­geht am 30. August fern von her Heimat, bei ferner Tochter an her Waterkant fernen acht­zigsten Geburtstag.

Rheinhessen.

Lpd. Mainz, 29. Aug. Bachdem durch den Befchluß des vom hess.schen Innenministerium eingesetzten Beirats die Baugenehmigung für daS beabsichtigte Grupp«nwasserw«rk ,.® e r a ue r Land" vorläufig zurückgestellt und erneute Prüfung durch einen Unterausschuß an* geordnet worden ist, gleichzeitig aber sich bie Stadt Darmstadt eifrig bemüht, bie Wasser­versorgung der Riedgemeinden und ebenso ber BerbandSgemeinschaft ..Drrauer Land" durch da« Darmstädter Wasserwerk zu erreichen, tritt nun auch die St^dt Mainz aus ben Plan mit dem Vorschlag, di« Wasserversorgung durch Anschluß an das Mainzer Wasserwerk Schönau durch- zusüHren. Beim Llbfchlevpen von Erdmassen rutschte ein Lastpferd mit d« m Wagen in den 4 Bieter tiefen Graben an der Bastion Martin ab. wobei da« Pferd zum Glück ohne größere Beschädigung blieb; es konnte nach seinem Stall abgeführt werden. Der Boller­karren wurde durch die inzwischen «ingetrosfen« Fseuerwehr unter Anwendung eine« Pretfaxfe au« dem Graben geschasst.

Lpd. W o r m « , 29 Aug öimge Tage vor seinem Geburtstag ertrank der 11 Jahre aftt Realschüler Paul Trepte au# Worin« beim Badenim offenen Rhein bei der P>'iev«au

Gestern nachmtttag for-mg der Itzjäbnge Metzger geselle Franz Meyer mi« Lüsche in Oldenburg von der Straßenbrück« in den Rhein. Nachdem er noch etwa 100 Bieter geschwommen war. versank er plötzlich tn den Fluten. Der Ertrunkene befand in Be­gleitung von zweiBurschen auf der Wanderschaft und wollte biefen da« Kunststück vorfübrv^ Di« Leiche konnte bisher noch nicht gsläTidet werden.

Preußen.

Kreitz Wetzlar.

| Wetzlar, 29. »ug. Di- im Verein deutscher Jugendherbergen ocganJirrten Jugendver- c i n e gaben sich am Samstag und Sonntag hier em Stelldichein, da« einen recht guten Verlaus nahm. Beben den verschiedenen Vereinen bet Scadt waren auch aus ber näheren und weiteren Umgebung. Gießen usw. stattliche Jung- scharrn hierhergekommen, bie mit ihren vielen Wimpeln und Fahnen dem Sttahrnbild ein be­lebtes Aussehen gaben Pie Veranstaltung be­gann am Samstagabend mit einem Facke 1 zug, an dem sich mehrere Hundert 5a del träger be­teiligten und ber aus dem Domplatz fern Ende nahm Hier würben die Fackeln zufammenge- worsen. und bet dem mächtig auf lodernden Feuer !prachen Verirrter der einzelnen Jugenbvereine ihr« Feuersprüche Eine längere Ansprache des Be ttetet« au« Gießen über ben Zweck und die Ziele her Jugend her vergsbrwegung bem bett tne von einem zahlreichen Publikum umrahmte Abend e»er Rach cm<mi Weckrus am Sonntag» vormittag wimnelte sich hie Jugend auf dem Kal « munt zu 'inet Morgenfeier Roch- mn.ags fanden auf he* Ochtenwiefe allerhand l?ci i n 1 r- ieie statt, abends versammelte sich cm« stattliche Gemeinde von Jungen und 311 en