Ausgabe 
30.7.1928
 
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Die Siege der Gießener Turnerschafi beim 14. Deutschen Turnfest in Köln.

sogar Gewinnchance enuräumen. Dock änderte llch sofort nach Beginn der -Veiten Hälfte die Jage Zwar wurden hier anfangs alle Angriffs- versuche des HSV. durch die Abseitstaktik der Herthaverteidigung unterbunden. Es w« aber nicht zu vermeiden, datz bei einem Durchbruch Rabes eine hohe Flanke von Horn unöaU- bar eingekövst wurde. Der Sieg

war jetzt gesichert und stand unerschütterlich fest. als Kölzen ou* Vorlage von Harder dos 5 Tor für den HSV. erzielte. Grenzel buchte dann für Berlin noch den 2. Treffer. Der Sieg des HEB. ift ganz. auch der Höhe nach verbeut. Die Verteidigung und die Läuferreihe war eine Klalle besser als di« der Berliner. Sie waren ausschlaggebend für den Sieg.

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Reunkampf der Aelteren unter 951 Mitbewerbern den 28. Sieg mit 139 P., Toni Schneider. Mtv im Fünfkampf der Aelteren unter 1332 Bewerbern den 10. Sieg mit 104 P., Ludwig Malkomesius, Mtv.. im Funftampf in volks­tümlichen Hebungen unter 2202 Bewerbern den 34. Sieg mit 83 P., Paula Hofmann. Mtv., im Siebenkampf der Turnerinnen unter 1141 Be­werbern den 28. Sieg mit 100 P., Ria Schwan, Mtv. im Siebenkampf der Turnerinnen den .30, Sieg mit 98 P. Tilli Sspach. Mtv., im Vierkampf der Turnerinnen unter 667 Bewerbern den 18. Sieg mit 68 P, Glse Dickelhaup t. Mtv., tm Hochsprung den 2. Sieg Init 1.484 Meter, Turnerinnen st affe l, Mtv., 4x100 Meter den 7. Sieg mit 53,6 P.

Ausklang in Köln.

Teverings Festrede.

Köln, 29. Juli. (WB.) Schon lange vor Be­ginn der Uebungcn waren die Erhöhungen an ;xrr Jahrnwiefe dicht besetzt. Allster den bereits rciiatmien Ehrengästen hatte sich u. a. auch 2ld- iniral Zenker eingesunden. Volkstänze der Turnerinnen leiteten die Veranstaltungen ein. Reichsstaffel und M a nn s cha f t - s pe« r- werfen fariden lebhaften Beifall. Bei Sonnen­schein begann der über eine Stunde dauernde Einmarsch der cm d?" Massemidungen teil* nehmenden ) LOOOTurnerinnen und 25000 Turner sowie der Fahnen. Hinter dem Banner der Deutschen Turnerschaft kamen 120 alte Fah­nen. zum Teil über 100 Jahre alt, und etwa 6000 weitere Fahnen. Roch einer eindrucksvollen Gefallenenehrung führten zunächst die TurneV-nnen ihre Freiübungen vor. Dann nahm Reichsm J ।ter Seb«ring das Mort und führte u. a. aus. er fei gekommen, um den Veranstaltern und den Teilnehmern am Deutschen Turnfest die herzlichsten Grütze der Reichsregierung zu übermitteln. Das Fest sei auherorktentlich gut gelungen. Wer Zeuge des farbenfreudigen Fest­zuges war, habe unverletzliche ®tnbrüae getotm* nen. Die Deutsche Turnerschaft will dafür sorgen, datz die deutsche Jugend, die deutschen Männer und Srauen auch in der Zukunft den Anforde­rungen des Lebens gewachsen seien. Sie wollen, fuhr der Minister fort, den deutschen Menschen heraus heben aus den Niederungen des Alltags, und in dieser Hinsicht tun Sie das am deutschen Volke. Sie Wolken Menschen gesund machen, denn nur ein gesunder Mensch kann arbeiten, unb Sie Wolken Deutschland neue Menschen für eine neue Zeit bilden. Für diese Tat danke ich Ihnen, denn l cd ist dir erste GruudlagL für den Staat. Deut­sche Turner! Auf Suren Schultern liegt Deutsch­lands Zukunft! In hervorragendean Matze zeigt Ihr Such dieser Aufgabe würdig. Bildet Sure Männer nicht nur zu tüchtigen Turnern und frohen Sängern, sondern auch zu guten Stacrts- büigcrn aus!

Aach der mit lebhaftem Beifall auf genommenen Rede führten die Turner ihre Freiübungen vor, die Helle Begeisterung auslösten. Darauf nahm der stallvertreten de Oberturnwart Ste- ding die Siegerehrung vor. Sr beglück­wünschte die ersten Sieger des Zwölf­kampfes Karl Reuter aus Dietzen und Smil P r e i tz aus Ehilago und drückte beiden den Siegerkranz aufs Haupt.

Der herrliche Sieg, den Turner Karl Reu­ter vom T.D. 1846.in Köln errungen hat. kann nicht hoch genug gewertet werden. Ist eS doch daS erste Mal, datz ein Gietzener Turner als 1. Sieger im Zwölfkampf von einem Deutschen Turnfest Mmkehtt, auf dem doch nur die Besten der D. T. um die Siegesvalme rin­gen. Dieser Erfolg gereicht nicht nur dem Lieger und seinem Dererne, fonbetn auch der Heimat­stadt zu hoher Ehre. Wird doch dadurch der Rame Dietzen hinausgetragen nicht mir in alle deutschen Gaue, sondern über die Grenzen Deutsch­lands hinaus, besonders auch in die Länder, wo Deutsche und deutsch« Turner wohnen. So dürften denn in diesen Tagen die Hamen Karl R « ut - r und Betzen in aller Munde sein. naiTnmtlich auch bei den Hunderttausenden von Festbesuchern, die in Köln -usammerrgelommen waren.

Richt minder bedeutungsvoll ist ober auch der 2. Sieg, den die noch jugendliche Else B i cke lh a n p t vom M. T. V. im Kampfe um die Meisterschaft im Hochsprung mit 1,48» Meter errang. Hat sie damit doch die Erwartungen erfüllt, Die man nach ihren ver­schiedenen Siegen in Gau und KraiS auf sie ge­setzt hatte, und hat sie so ebenfalls dazu bei- getragen, den guten Ruf Dietzens alS Turner­stadt zu wahren und zu festigen.

Alber ovdh eine1-reiteten 6 i <* A ->r i n sei rüh­mend geuacht. nämlich Lilli Ä l t h o f f WM L.D. 1846, die im 200 Meter-Lagen- s chwimmen den 1. und im 100 Meter- Brustschwimmen den 2. Sieg an die Fahne ihres Vereins geheftet hat. Auch dieses ErtegrllS dürfte dazu beitragen, die Achtung wr den Leistungen der Xtimerinnevt in Köln i r.) toefenti: h ,<v «"Hilden. Die Softener Stadtverwaltung und die Gietzener Turnerschaft sind sich der hervorragenden Bedeutung dieser arohen Erfolge wohl bewußt, und beide sind daher übereingetommen. allen Gietzener Siegerinnen und Siegern von Köln einen würdigen und feierlichen Emp­fang in der Heimat zu bereiten. Dieser findet heute abend um 1 9.36 Uhr am hiesigen Bahn­höfe statt. Von hier geht es tm festlichen Zuge zur Volkshalle, wo die eigentliche 'Begrüßung erfolgen wirb. Jedermann hat hierbei freien Zutritt und t» darf Wohl erwartet werden, datz dte Gietzener Bevölkerung ihrer Freude und itteem Danke an Siegerinnen und Sieger durch rächt zahlreichen Besuch dieser Feier Ausdruck nmt. Der Festzua bewegt heb durch folgende Straf en: Vahnhofsirntze, Liebigftrntze. Frankfur­ter Straße, 6eifer#tr»eg. Kreuzplav, Sonnen- firatze. Reuen-Väue, Kaiserallee.

Von den Mitgliedern der Gießener Turner­schaft wurden -- soweit bis jetzt bekannt ist errungen:

Karl Reuter, Tv. 1846, im Zwölfkampf der Männer unter 1336 Mitbewerbern den 1. Sieg mit 208 P. Elfriede Münnich, Tv. 18t6. im S eienkamps der Turnerinnen unter 1141 Bewer- lern den 22. Sieg mit 106 P., Lilli AIth off, Lv. 1846, im 2OO-Meter-Lagenschwimmen den I.Sieg, im lOO-Meter-Brustschwimmen den 2. Sieg. HanS GeiSmar. Tv. 1846. im Mehr­kampf im SclMnmmen den 5. Sieg. Turne- rinnen staffel Tv. 1846 4 *50-Vleter-Schwim- men den 2. Lieg. Karl Müller. 2Ptv., im

raum gegeben. Rur mit Mühe wehrte Gehl- haar av «zc konnte aber ntcht verrneroen. datz der Ball an Rabe gelangte dellen Tlac; schuß prompt im Retz sah. Gleich darauf körn. Fischer gerade noch auf der ßtnic etn 3.

für den HSV verhindern. Doch dauerte eS nur kurze Zeit, bis Ziegen speck, sich durchsp!«- lend Kölzen den Ball vorlegte, der aus einem (dränge heraus das 3. Tor für Hamburg nach 20 Minuten Spielzeit buchen konnte. Endlich kam i-ann Berlin zu seinem ersten Tor. Der linke .'.luces arbeitete sich sehr mit durch und in muftcrbaHer Weise erzielte Ktrsey das erste vOr für seine Farben. Mit 3:1 wurden die Leiten gewechselt. Rach dem Gesamtein- btvrt a<»r ersten Spielzeit konnte man Hertha immerhin itecr eine Ausgleichsmöglichkeit und

Der Vorbeimarsch bet 200000.

Köln. 29. Juli. (WTB.) Bei schönstem Son- nenschein setzte sich heute morgen gegen 8 U$t der Festzug der Deutschen Turner­schaft mit Musik und Gesang durch die Straßen der Stadt Köln in Bewegung. Am LathauS be­grüßte Oberbürgermeister Dr. Adenauer die Ehrengäste. Auf der Ehrentribüne am Opern­haus hatten die Ehrengäste, darunter btr Ehri der Heeresleitung. General v. Heye. die Reichsminister Sevcring und Hirtsiefer, der Oberpräsident der Rheinprovinz und zahl­reiche andere Vertreter der Behörden sich ver­sammelt. AuS den Fenstern der festlich gefchmuck- ten Häuser jubelte eine ungeheure <^schauer- mengc den Turnern begeistert zu. Besonders herzlich wurden die Auslanddeutschen, darunter die große Zahl der deutsch-ameri­kanischen Turner.. begrüßt, ebenso die Deut­schen aus abgetrennten und abgetretenen Gebie­ten. Das eindrucksvolle BUS. das der Festzug bot, wurde durch die historischen Handwerker­gruppen. gestellt von den Kölner Innungen, be­sonders belebt. An dem Festzug nahmen etwa 200 000 Turner und Turnerinnen teil.

Oie neuen O. T.-Meifier.

Besonders ungünstig beeinslutzt wurden bit am Samstag ausgetra *enen Entscheidung«- kämpfe in der Leichtathletik. Die Kämpfe zogen sich biS in die späten Abend­stunden hin und mußten schließlich wegen des allzu reichlichen Wassers eg 2ns abgebrochen werden.

Die Ergebnisse: Männer: 100 Meter: 1. Lohmann, Barmen. 10,9 Sek.: 800 Meter: Wach. Barmen, 1:57.5; 400 Meter: Danz, Kassel, 50.7 Sek.: 5000 Meter: 1. Schaum­burg. Hünxe. 15:33.5; 1500 Meter. 1.Thiede. Biesdorf. 4:13.6; 110 Meter Hürden: l.Schlie. Berlin, 15.0 Sek.: Kugelstoßen: 1. ßingnau, Dortmund, 13,38 Meter; Speerwerfen: 1. Macke, Dochenem, 59,40 Meter; Hochsprung: l.Haag, Göppingen 1.86,6 Meter; Stabhochsprung: 1. Bensch, Braunschweig, 3,60 Meter. Tur­nerinnen: 100 Meter: 1. irret tag, Weimar 13,4 Sek.: 4x100-Meter-Siaffel: 1. Turnklub Han nover 51,6 Sek.. Speer: 1. Frl. Schumann, Essen, 38,40 Meter: Diskus: 1. Frl. Biesen­thal. Berlin, 33,66 Meter.

DieGchwimm-Meisterschasten her O. T.

2m Kölner Stadion wurden am Samstag mehrere Meisterschaften der D.T. im Schwimmen, Springen usw. zur Entscheidung gebracht, bei denen es auch nicht an neuen D. T. - B e st le i st u n a en fehlte. Rachstehend geben wir die Ergebnisse:

200 Meter-Lagenschwimmen: Entscheidung für Turnerinnen: 1. Arndt, Tv. Siegen, 3:42,2; 2. AumerSdach. Tv. Offenbach, 3:55,1; 3. Hoffmann. Turngemcinde Darmstadt. 4:08,3.

4x50 Meter-Bruststaffel für Turnerinnen, Entscheidung: 1. Mio. Stuttgart 3:12; 2. Tv. Dießen 3:122; 3. Mtv. Goslar 3:16,1.

100 Meter-Seiteschwtmmen für Turnerinnen. Entscheidung: 1. Weynell. Atv. Breslau 1:39.2; 2. Stell. Tv. Mannheim. 1:44,1; 3. Weilmann, Turnerbund Stuttgart. 1:45,3. Außer Wettbewerb startete H. Fecht, T.B. Frankfurt, und erreichte die Bestzeit von 137.4.

100 Meter-Hüh für Turnerinnen. Entscheidung: 1. Gerhardt, Tgmde. Darmstadt, 1:34,2; 2. Weltmann. T.D. Stuttgart, 1:38,4; 3. Sieben, Tv. München-Gladbach,. 2:04,2.

40 Met.-Tauchen f. Turnerinnen: 1. Pietsch, BsL. 58 Eharloticnbg., 39,2; 2. Teschke. Atv. Breslau, 40,2; 3. Darf ort. Tschst. Dollswvhl Leipzig, 41,2.

100 Meter Rücken für Turnerinnen, Entschei­dung: 1. Backosf. To. Offenbach, 1:37 (neue DT.-Bestleistun>g); 2. Wald, Tv. Leipzig, und 2lnderSöach, Tv. Offenbach, je 1:40,4; 3. Eli, T. B. Stuttgart, 1:41,7.

4xl00-Meter-Lagenstaffel für Männer, Gnt- schrrdung: 1. Tumgcmeinde Darmstadt 5:35,3; 2. Ww. Stuttgart 5:30,5; 3. S. S. 6. Osnabrück 5:35,3.

Hauptspringen für Turnerinnen: 1. Kapp, T. und Z. C. Frairlsurt, 59'/, P.; 2. Kahl. VfL. 58 Lharlottenburg 58/» P; 3. Mieth, Mtv. Kiel, 57"-. P.; 4. Bach, Tv. Wiesbaden,

11915'fo P.: 3. Teschke, Akv BreSlan. 118^7* Puntte.

4x50-Meter-Freistilstaffel für ZunKrinnen: 1. Turngemeinde Darmstadt. 2:53 (neue DD- Bestlcistuna); 2. Turnerbund Stuttgart, 3:11,3; 3. ATV. Bonn 3:13.1.

100-W«ter-Brustschwimmen für Xumerinnen: 1. Westphal . Mw. Blankensee. 1:31.1 (neue DT.-Destleistung>: 2. Arndt, Tv. Gießen. 1:34.4; 3. Fecht-Mw. Stuttgart. 1:38.1.

100* -Meter-Brustschwimmen für Turner. Ent­scheidung: 1. S o m m c r . Tv. Mühlhausen. 121.4 (neue DT.-Bestleistung); 2 Schröder. Turner­schaft Dresden. 1:26; 3. Jachtmann. Tgm. Darmstadt. 127,1.

Zußballmeiflerschast der O %.

Das Endspiel um die Futzballmeifter- schaft der Deutschen Xu r ner f d> at t. daS im Kölner Stadion am Sonntag zum Aus trag kam. gewann der Hamburger Xurner- bund gegen den Allgemeinen Xurnerverrii, Leipzig-Paunsdorf mit 1:0 (1:0). - __

Handballmeisterschast der O.T.

Im Endspiel um die Deu tl che Hand­bai l m e i st e r s ch a f t der Deutschen Tur­ne r f ch a s t. die am Sonntag tm Kölner Sta­dion auSgc tragen wurde, schlug der Turnverein Chernnih-Gablenz den Turnverein Fürth 1860 mit 9:6 (3:4) nach Verlängerung, nachdem das Spiel bei Schluß des regulären Kampfes 6:6 gestanden hatte.

Tv. Schweinfurt deutscher Zaustballmeister.

Nachdem sich die Turnvereine Lichtluftbad Frank­furt a. M. und Hambura-Rothenburgsort fast ein - Jahrzehnt lang in der Meisterschaft abwcchselten, kannte in diesem Jahre sich als dritter verein der To. Schweinfurt in die Liste der Meister- schastsinhaber einzeichnen. Zum Gegner hatte der To. Schweinfurt den Tv. Hamburg-Rothen­burgsort, dcr nur ganz knapp unterlag. Rothen­burgsort war durch Ersatz im Sturm etwas ge­schwächt, dennoch war der Sieg des To. Schwein­furt vollkommen verdient. Mit 14:S hatte Hamburg- Rothenburgsort noch bei Halbzeit die Führung, doch zog der Tv. Schweinfurt bei 17:17 gleich und stellte das Resultat bis zum Schluß auf 19:18 zu feinen Gunsten.

München 1860 deutscher Schlagballmeister.

Im Kampf um die Schlagball-Melster- schuft gab es ein Ergebnis, das durchaus nicht Dem Starkeverbältnis der beiden Endspielgegner entsprach und lediglich auf da» Unwetter zurückzu- führen ist. Der Platz war völlig unter Master gc- seht, so daß sich die Spieler nur schwer aus der glätten Wiese halten konnten. Zunächst waren sich beide Parteien ziemlich ebenbürtig, dann setzte sich jedoch München 1860 durch und sicherte sich den Sieg mit 103:26. Nur zweimal fand ein Wechsel statt.

Spielvereinigung Fürth schlägt Iuhballsportverein Frankfurt 4:1 (1:0)

Beide Vereine lieferten sich ein scbr flottes und schönes Spiel, da» mit großer Fairneß durchgeführt wurde. Die produktive Stürmerreihe Fürth» ver­mochte einen verdienten Sieg herauszuholen, woran besonders Ascherl, Kißling und Rup­precht hervorragenden Antell hatten. Die Fürther Läufer waren im Zusammenspiel nicht auf der Höhe. Bei den Frankfurtern war der rechte Läu­fer, E s ch e n l o h r, der beste Mann. Dom Sturm mar nur da» Jnnentrio gut, solange Dritte- uillc es anführte. Nach dcr Pause ersetzte ihn Klurnpp nicht zufriedenstellend. Die letzte Vier­telstunde der Spielzeit gehörte den Frankfurtern, jedoch konnten sie an dem Ergebnis von 4:1 nichts mehr ändern.

(Sefellfchastsspiele in Sübbeuffchlanb.

F. Sp. D. Mainz Wormatia Worms 1:2.

F. C. 1893 Hanau Sp. vg. 60/94 Hanau 3:1.

Sp. Dg. 1902 Griesheim F. vg. 1903 Fechen- heim 7:1.

Sp. Dg. Fürth F. Sp. v. Frankfurt 4:1.

Kickers Offenbach V f. L. Neu-Isenburg 3:0.

Sp. Bg. 1902 Griesheim Viktoria 1912 Ecken­heim 3.4.

AomanehesjungenFrankrsich

Im Jnfel-Derlag erscheint .zur Zeit eine Reihe von Romanen, d'c geeignet sinb, in ihrer Gesamt­heit ein interessantes Bild der gegenwärtigen Strömungen der literarischen Moderne in Frank­reich zu vermitteln, und im einzelnen sich als avtzerordentlich charakteristisch für die verschiede­nen und untereinander höchst verschieden gearte­ten Träger des modernen Schrifttums unserer westlichen Rachbarn erweisen.

Da ist zunächst Fran^oiS M a u r i a c. dessen RomanDie Einöde der Liebe" vor kurzem mit dem französischen AkademiepreiS ausgezeichnet und seinerzeit auch in unseremBüchertisch" be­sprochen worden ist. UnS hat das neue, in der l»ezeichneten Reihe vorliegende Werl. ..Die Tat der Tbcres« DeSqueyrour". stärker und mimiilcl&atcr angesprochen, als jenes preis­gekrönte Buch, In dessen Stil und Stoff sich zu- rechtzuftnden unß einzulesen auch für den lite­rarisch geschulten, zeitgenössischen Deutschen nicht ganz leicht schien. Der neue Roman ist viel straf- ser lonzipiert und auch gesammelter erzählt, mit Ta,ent und ausgesprochen romanischem Zorm- empfinden zum Vortrag gebracht. Der psychv- logische, säst pshckoanalylische Grundton deS Buches stört hier nicht die Rundheit und essen­tielle Geschlossenheit der Fabel: das Schicksal einer unverstandenen und aus dem Kreise ihrer flachen und spießbürgerlichen Umgebung aus­brechenden cm ihrer »usLlligen ..Familie" zu­grunde gehenden Frau. DaS rein Tatsächliche ist dabei gering, oft aeradezu spärlich, die Vor­gänge sind ganz nach innen getrieben, im Seeli­schen gespiegelt und aufgelöst; vielleicht toar über» lumpt nut ein Franzose, ein sensitiver West­europäer des 20. Jahrhunderts imstande, au« dcrn Vorwurf immerhin einen runden ui:b Übr'.grnS spannenden Roman zu spinnen. ouS dem ein deutscher Autor vielleicht nur eine knappe Ra­vel le in strindbergischem Halbdunkel destill.ert hätte. Die äleberfetzuna von ®. Iramet ist n-cht schlecht, aber doch nicht eine Io rcftlote E ndeutschung. daß man da» fremd- un"> -n v.eleStellen burchschimmrrnd? Original n .J>- 'chan nach kuezern Lesen als Vorlas und llr- tert empfände.

Dann gibt es einen sehr merkwürdigen Roman von Paul Morand der auch anderweitig, mit Rovellen z. B.. bei unS bekanntgeworden ist , er heißt .Der lebende Buddha" und liest sich manchmal wie eine orientalische Para­phrase zu Spengler: Untergang des Abendlan­des. vom Morgenlande aus gesehen und erlebt. DaS Stoffliche liegt einem zunächst der Ro­man hebt an in einer erotischen LandschaftS- szensrie sehr fern, doch ist man bald ge­fesselt, weil man spürt, daß die Einkleidung, daS Milieu und der Rahmen nicht ausschlag­gebend sind, und datz der Autor die Handlung in einer ganz bestimmten thematischen Linie ausbaut; man ist interessiert, weil mau die all­gemeinen. sagen wir kulturpolitischen ©runb* lagen des Romans sehr bald gewahr wird. Prinz Djali entdeckt Europa, et gibt ein Gast­wiel als farbiger Globetrotter und buddhistischer Heilslchrer in London und Paris, findet sich in­dessen nicht im Lande zurecht und nicht in den Menschen des Landes die enttäuschende Be­gegnung mit einer jungen Dame auS U. S. A. ist wohl symbolisch zu verstehen und kehrt schlietzlich heim ohne Gewinn, ohne 'Beute auf den inzwischen verwaisten Thron seiner Väter in Indien. Für uns ist die Spiegelung der euro­päischen Gegenwartswelt Im Hirn und Herzen dieses wahryast Fremden und Außenstehenden von Belang, werwvller als die leichte, oft spannende Schürzung der Handlung, die strecken­weise wie in einem Unteryaltungsroman dahin- läuft. Die Hebertragung von Th. Mutzen­de che r wird dem eigen rüntlkb prägnanten, häufig mit ganz geringem Aufwande sehr plasti­schen Stil des jungen Frcmzosen erfveulich ge­recht.

Da. dritte der aus der Reihe vorliegenden Werke führt den sonderbaren Xitel .Ariel oder DaS Leben Shelleys". Und stammt von Andr^ M a u r o t s. Man hört des öfteren sagen, Shelley sei namenlos langwellig, und ihn zu leien, tönnc keinem modernen Mitteleuropäer l-rnstlich zugemutet werden. Dir vermögen dies "-cht zu beurteilen. Aber wir müssen gestehen, dvitz uns dieser Roman, der bas Leben Shelleys mit einer außerordentlichen Phantasie und einer sozusagen historischen Genauigkeit und Wirtlich­

keit schildert, sehr gefallen hat. am allerbesten von den dreien, datz er leicht, amüsant und fein geschrieben und also mit innerer Spannung und literarischem Genuß zu lesen ist. DieS liegt ein­mal an der bestechenden Bewegtheit und Farbig­keit der Fabel, dann an der Eleganz, dem Elan und überlegenen Temperament, mit dem der mo­derne Franzose sich deS toten englischen Dich­ters und feines stürmischen ErdendaseinS an­genommen hat. Das ist alles glänzend gesehen, glänzend gesagt, von innen und offenbar aus einer gewissen Wahlverwandtschaft heraus emp­funden und gestaltet. Und was den besonderen Reiz dieser Erzählung ausmacht: wenn man nicht ganz sichet wäre, die deutsche Uebetsetzimg eines französischen Buches in Händen zu halten, so würde man glauben können, einen deutschen Roman vor sich zu haben. Wir willen nicht, ob man der brillanten Uebersetzung von Karl L e r b S der als «in Bremischer Anekdvtenerzäh- [er von sicherstem Stilgesühl bekannt wurde ein besseres Lob spenden kann.

SS bleibt unS noch die Pflicht, abschliehend der wie immer vorbildlich schönen und gediegenen Buchausstattung zu gedenken, die der Insel-Ver­lag den drei neuen Werken (194/196) hat an- geocihen lassen.y

Drei Jubelpaare vor dem Traualtar!

Am 10. März 1707 fand in der Stadtkirche zu Gießen rin seltenes Fest statt, nämlich btr Ehe­paare. hvchbetagt, standen vor dem Altar, um ihren Ehebund noch einmal kirchlich entlegnen zu lasten, worüber uns eine RÜberschrift jener Zeit berichten mag

Qlrtrto 1707, beit lOtcn Markt, haben ihr Hoch- zecktest erneuert und rin solennes Andenken ihres vor so oktal nunmehr verflossenen Jahren ge­schlossenen »hebünhnilles mit öffentlichem Kitth- gang begangen brei folgende Paare:

1. Herr Jacob Ernst Doltz. Arrrts-Schultheiß zu Heuchelheim im 79. Jahre seines Alters und Frau Hedwig Juliana, eine geborene Steuber. im 77. Jahre hres Alters und 57. Jahre ihrer She

2. H. Joh. Melchior Plock, ältester Bürger­

meister. RatS- und GerichtSschösfe und Ätr^ete ältester zu Gießen «n 80. Iahte seines Alters und Frau Anna Margarethe, geborene Qoni, tm 82. Jahre rhreS Alters und 62. Jahre ihres Ehe­stands.

3. Herr Johann Georg Dctegd, Stadtwacht- meifter in Gießen, im 83. Jahre seines Atters und Frau Anna Margarethe, eine geborene Hübner, im 79. Jahre ihres Alters unb 60. Jahre ihrer Ehe.

Den Sermon hielt Ihre Hochwürden H Joh. Christoph BAefeld der Theol. toettberühmter Dvc tor unb Prof, theol. primarius. Erster öuperinten- beret unb Oberfirdyrnratb im der StatMrchc bei sehr volkreicher Versammlung.

Der Text war Psalm 71, 05.17 und 18: -Gott, du hast mich von Jugend auf gelehret. und bis hierher vertu obige ich deine Wunder. Auch ver­laß mich nicht. Gott, im Alter, wenn ich grau werbe, bis ich deinen Arm verkündige Kmdes- krndern und deine Kraft arten, btt noch kommen sollen."

Der Introitus (fr h Eingangswort) war I.Samuriis 7.12: »Da nahm Samuel einen Stein unb letzte ihn zwischen Mizpa und Sen. und h»eh ihn Eben-Ezer, und sprach: .Dis hierher hat uns der Herr geholfen." Das Gtotbium (Schlußvvri) war Sacharia 8.4: .So spricht der Herr Zebaoth: .ES sollen noch fürder wohnen ht den Gassen zu Jerusalem alte Männer und Weiber, und die an Stecken gehen vor großem Alter."

D.. Pfr. tn X

Die Russen frinfen noch immer gern.

Obgleich Vie Sowjets erklärt haben, daß sie nicht geringere Altoholgegner wären als die Repubtikam-r der Vereinigten Staaten, weist doch chr Alloholkvnsum gewaltige Ziffern auf. Wäh­rend noch 1925 480 000 Hektoliter Alkohol ver­braucht wurden, waren es 1927 bereits 3 Millio­nen und tn den offiziellen Blättern, die von den Sowjets!ontro(llett werden, wird versichert, baß der Verbrauch in diesem Jahre auf 5 Millumen steigen wird, wozu nock 3 Millionen ürmmen. d :ic Thrai n^toeinbrenner sich selbst brermen. DaS ©atuc stellt einen Wert von über 3 Milliar­den Mark dar.

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