Ausgabe 
30.4.1928
 
Einzelbild herunterladen

55 5

3&

t

&

0

0

35= ?

3 i! 'S

*i iz a o eo: d

<» 2 Q"

5*3 2 ,8 'SS äjs i cra s 23 k-"-

Wo" "Z5 ,2.3 2 ®» -

-M O»lc? -£5r-$s: »Pi-Roo

«O; 2?

k^W

J 62?= £2,

- = = " '»s= a- l1- 3 a 2B--»1

= 2.?=®«b al !?.!§== *2{?

>5.5'* S--1 ='-j

: o n_ 3® 2;= 2'-

> 3 £ = = r--r

,»55=?: ä-if|i

cE~Si1n='- ' = &'2 ?Z

:^=?f=Pr-

U?2oti^ct !ft3 2.3252= '

2§=§i?5n,

; rȟ-2=-'-2 r g 53 = pX ' ^5=*^''

;,= - = = 2c.a = r, bn£>Ä

*a = o r? a "*r >2 __' " -a «HAH

fo

/9-,. 2- - g - - >tVftO aZdn:

= ?a 7*^72 = s?la* --

*;vpy- (_-> a» <5® - 3 ., > w 3- D n y " »D-i s-v-^= ?*?-!' H o Q 2To=l

0

3

38 r o n »

o 2 5 - «3' Cfl o o

»Z 6>? «t

Co s3 o

S= 5 5

»s ®

kZ

3-

5J

Montag. 30. April 1928

IT 8. Jahrgang

Nr. 101 Erstes Blatt

Ct|d)ctnt lüg lich, außer Sonntags und ffreiertag»

Beilagen.

Siebener Jcmilienbtttttei

5 et mal im Bild Die Scholle

Conats-EejagspreU;

2 N^chsmard und 20 Reichs psenntg ftLr Träger» lohn, auch bei Nichter» scheinen einjdnerTlummem infolge höherer Gewalt. Jern|pred)an|d)iai|e: 61, M und 112

Anschrift für Drahtnach­richten: Snjelgtr Gieße».

P-ßscheckkonto: jrenftnrlam Main 11636.

3an4Q*e »en Bnjeiaen für die Tagesnummer bis |ne Nachmittag vorher.

Preis ttr 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspf enmg; für Re» klomean^eigen von 70 mm Brette 35 ReiLspfennig, DlaHvorschrift 20' mehr.

Chef red akteur

Dr. Friede Dllh Lange. Derantwonlich für Tolitxh Dr Fr Wtth Lärme für Feuilleton l)r H Thyttol, für den übrigen Ted Emst Blamfchein; für den An- jeigcntetl rturi hillmann. fömtlich in Dieben

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

trvtf tmö Verla-: VrLhl'sche Uittveesi1Lte'v»ch. and Stdibruderet L. tauge tn Gietzea. S^rtftletarag und cheschästrtzele: 8ch«lfttaße t.

3

im

sich folgen.

ersten Wahlgang zustande kamen, ergibt

des

15

dev

145

106

55

123

47

101

14

2

I

(Befamtrefulat: Rechtsstehende Rechtsrepublikaner (Rlarin

und katholische Demokraten) Linksrepublikaner Rechtsradikale (Loocheur) Radikale Sozialrepublikaner Sozialisten Kommunisten

LoziaUstifche Kommunisten Regionallsten

Demokraten (Marin) Linksrepublikoner Rechtsradikale (Loucheur) Radikale Sozialrepublikoner Sozialisten Kommunisten Sozialistische Kommunisten Regionalisten Mit den Ergebnissen der 187

Paris, 30. April. (WIR. Funkfpruch.) Vas Ministerium des Innern veröffentlicht um 5 Uhr vormittag» über da» Ergebnis des zweiten Wahl­gangs solgende Statistik (das letzte wahlrefultal

aus den Kolonien steht noch aas): Rechtsstehende Rechtsrepublikaner und kalholifche

Zur Nachahmung empfohlen! Eine Vereinbarung zur Sicherung eine» ruhigen und maßvollen WahllampfeL.

g . r l I a , 29. April. Unter dem Vorsitz des Re- akrengspräiibenten in Köln. Dr. Llsgen. haben, wie die Voss. 310 meldet, die Führer der politischen Parteien des Regierungsbezirk» Köln, mit Aus- nähme der Kommunisten und Ratio- naisozialisten. für die Wohlbewegung fol­gen be Vereinbarung getroffen:

L 3ebt planmäßige and absichtliche Störung ober Sprengung öffentlicher Ver­sammlungen de, Wahlgegners hat zu unter- bieiben.

2. wir sind bereit, in unserer Partei und uns nahestehenden Organisationen dahin ju wirken, daß ble Abgeordneten, Redner und Führer des politi­schen Gegners nicht persönlich herabge- setzt oder beschimpft werden.

3 Zeitungsartikel, Flugblätter und Plakate solleu frei sein von Beleidigungen und Per- leumdungen. AngeNcble plakale der anderen Parteien sollen weder abgerissen noch oor- zeilig verklebt werden.

4. wir werden unsere Parteifreunde und Or­ganisationen veranlassen, beim Ankleben der pla- täte das Beschmutzen der Häuser und

die Verunstaltung des Slrahenbilde» z u o e r m e i d e n. Die plakale sind vielmehr an ge­eigneten Plötzen, an Anschlagsäulen, Bretterroän- ben u. Dgl anzuNeben. Insbesondere muh das An- kleben kleiner gummierter Zettel an Fenster und Türen vermieden werden.

5. 3n den Wahllokalen sollen die Parteien friedlich nebeneinander arbeiten.

6. Aus unsere Parteipresse wollen wir eiu- wirkcn, damit die vorstehende Vereinbarung össent- (Id) bekannt wird, und die presse bitten. mH aller Entschiedenheit sür d i e D u r ch s ü h r u n g eines ruhigen und sachlichen Wahlkampfes Ihren grohen Linstuh geltend zu machen.

Der Evangelische Bund gegen die Splitterparteien.

Erste preffestimmen.

Rückkehr Poinear^S an der TPitze Nationalen Blocks.

Der Reichsinnenminister über das Verfaffungsproblem

Düsseldorf. 29. April. (WTD.) 3n einer OBäblcrvcdanim'.una der Deutschnationalen Volks-

Partei erklärte Reichsinnenmintster Dr. V v n «eudell u. a.: DaS die «Tragt ber juhinfUgen Ausgestaltung unjerer Dersumsung anaebe Io bitten die Mtntsterprasidenten der Sinlellünder darin übereingestimmt. dah die Del- toarcr Qkrfaf'dng auf die Dauer nicht auttecht- erhalten werden könne. Der Ausga^^punkt für eine unpolitische Betrachtung der Dersassungs- fraac fei der Schrei nach Ersparnissen. Bisher sei aber niemals ein Beweis dafür er­bracht worden, dah der Einheitsstaat billiger fei als der Föderalismus. Mit der Beamten- besoldungsreform sei ein langwieriges Unrecht gut gemocht worden. Dabei gehöre es iu dem Kapitel d.s Desinnungszwanges, der in Preußen üblich sei, dah der politische Be­amte höher bezahlt werde, als der nicht- politische. Dadurch würde einer Korruption Tür und Tor geöffnet, die in weiteren Kreisen unseres Volkes unbekannt sei.

Es bestehe kein Zweifel darüber, dah es wesent­lich billiger wäre, wenn den Sinzellän- dern selbst eine gewisse FinanzHoheit eingeräumt werde und wenn sie nicht Aus­gaben beschlössen, deren Deckung nicht aus den Einnahmequellen der Länder, sondern aus Ueber- toeifungen des Reiches erfolgen muhte. Die meisten Kosten erwüchsen aus den Bestimmungen unserer Verfassung und aus der Tatsache dah im Gegensatz zu allen anderen demokratischen Ländern der Deutsche Reichstag der einzige Faktor der Staatsmacht ist und völlig souverän in der Bewilligung von

poincare siegt auch im zweiten Wahlgang

Das Ergebnis der Stichwahlen zur französischen Deputiertenkammer.

76 60 40

102

41 86 14

2

3 Wahlen, die

OieZusammenschungderaltenKammer

Zu Verglelchszwecken geben wir in folgendem die Zusammensetzung der bisherigen Peputiertenfommer. Nach einer amtlichen Statistik sind 612 Kammerplatze xu vergeben. Durch die Rückkehr zu dem Einerwohl, snstem hat sich die Zahl der Abgeordneten um 28, also von 584 auf 612 erhöht. Die 5M Sitze waren auf die Parteien wie folgt verteilt: Reaktionäre 11, Rechtsrepublikaner, darunter die Gruppen Marin und Maginot, 28, Linksrepublikaner 85, Radikale Linke (Loucheur) 48, Radikale 135, Sozialrepubll- faner 48, Sozialdemokraten 102, Kommunisten 27.

Ausgaben. Die Folge des parlamentarischen Systems sei auf der anderen Seite eine Heb er­fülle von Gesehen und CD e r o r ö - n u n g e n. die dazu angetan seien, daS RechtS- bewuhtfein des Dolles zu untergraben. Der Red­ner fragt, ob eS wirklich im Intereste unteres Volkes und unseres Ausstiegs liege; wenn le­benskräftige Staatsgebilde vergewaltigt werden sollen. Gehe man den Dingen auf den Grund, so finde man. dah in Wirklichkeit das Zu­sammengehörigkeitsgefühl mit dem Reiche in Bayern und Württemberg reinen Vergleich zu scheuen habe, dah vielmehr von Süddeutschland mit Grillparzer gesaat werden könne: _3n deinem Lager ist Deutschland Die Frage der Slitterparteien könne nur durch eine Reform unseres Wahlrecht- gelöst werden. Riemand habe ein 3nterefk daran, im Rahmen der allgemeinen staatsbürgerlichen Rechte auch einer Partei, wie der k o m m u n i st i f ch e n. Hin­dernisse in den Weg zu legen. Wenn man dem Staat selbst seine Sristenz ausrecht erhalten wolle, dann könne er nicht zulasten, dah eine mili­tärische Organisation, wie der Rote Zrontkämpserbund, auf die Dauer bestehe, eine Organisation, von der ihr Führer selbst erkläre, dah sie nur -um dauernden Umsturz geschaffen ist und dah eine ausländische QjLa ch t hinter ihr steht.

Der Außenminister im Wahlkampf.

Berlin, 29 April. (WB.) Aus dem Parteitag der Deutschen Dolkspottei für den Wahlkreis Westfalen- Sud, in Iserlohn sprach Reichsauhenminister Dr. Strefemann. Er fühtte u. a. aus: Nichts ist mir mehr verdacht worden, als der Optimismus, der in dem von mir zitierten Wort des Staatssekre­tärs Bergmann von dem Silber ft reifen am Horizont steckt. Man muh an den Wiederauf- stieg des deutschen Bottes glauben, um ihn durchführen zu können. Wir sehen in den letzten Jahren eine wachsende Achtung der Welt vor der Sclbsterhaltung des deutschen Volke-. Man kann nicht den größten Krieg der Weltgeschichte verlieren und so weiterleben wollen, wie man vor»

Das Wahlergebnis in Elsaß-Lothringen.

Die Erfolge der Amonomislen.

Strahburg. 30. April. (TU.) Die Feinde eines autonomen Elsah-Lothringens h ab en trotz verzweifelter Gegenwehr in der gestrigen Stich­wahl nicht verhindern können, dah die von chnen bekämpfte Heimatbewegung in der neuen sran- »ösifchen Kammer in der verfchiedensten Gestalt vertreten fein wird. Die Erfolge des Hetmot- gedankens verteilen sich gleichmähig auf die drei elsah-lothringischen Bezirke. 3m Oberei sah sind nur noch der Sozialist G r u m b a ch und der Katholik Dr. Pfleger Verteidiger der Der-

welschung. Dagegen find die wicdergewahlten Abgeordneten Brom und Bilger Anhänger der Heimatidee. 3m 11 n t e r e 11 u b wurden tue Abgeordneten Peyrotes und Dr. Ober­kirch und der Demokrat Frey wtedergewahlt Die wiedergewählten Abgeordneten Seitz und Walter, der Präfident und der Parteisekretär des elsässischen Zentrums sind Anhänger einer Verwaltungsaulonomie. Trotz des gegen sie ge­führten Wahlkrieges sind zweientfchi ebene Heimatrechtler Meck und Dahlet ge-

(Berlin, 28. April. Das Präsidium des Evan­gelischen Bundes erläßt eine Erklärung zu den Wahlen. Das Präsidium lehnt eine Stel­lung n ahme zugunsten irgendeiner Partei ab. betont aber, dah Wahlrecht W a h 1 p s l i ch t bedeute, und fordert auf, viele Wahlpflicht aus deuttch-evanaelifcher Gefinnung

heraus zu erfüllen. Mit großer Entschiedenheit wendet sich die Erklärung gegen die Split­terparteien: ..Splittergruppen, bte nicht ein­mal die zur Bildung einer eigenen Partei er­forderliche Mindestzahl von Abgeordneten in Die Parlamente hineinzubringen Aussicht haben, kön­nen niemals irgendwie Entscheidendes erreichen. Obre Bildung führt mit Sicherheit zu einer bedenklichen Schwächung der mahgebenden Parteien und zu einem verhängnisvollen Kampf aller fegen alte den ReichStagSwahlen vom 4. Ma» 1S24 givaen un ganzen auf diese Weise rund 850 000 Stimmen unbetoertet verloren. Mögen deshalb Splitter Parteien, welcher Art auch immer, mit noch so verlockenden Aufrusen und Programmen aut den Plan treten: der deutsch-evangelische Wähler wird und muh ihnen gegenüber ruhigste ileberlegung und wei 1 - fchauendste Vorsicht walten lasten.

regieren können. ,.Popu 1 alre schreibt: Die neue Kammer wird eine Kammer der Rech­ten sein. Die Rationale Einigung ist wieder »um Nationalen Block geworden. Die kommunistische JÖumanitr schreibt Die Wahlen von 1928 sind für die kommunistische Partei das höchste Derspre- chen für die Zukunft. Die kommunistische Partei wird aus Grund der 1100 000 Stimmen, die im ersten Wahlgang für sie abgeaeben wurden, mit noch gröberer 6 nt|d) Ionen l)tit ben ruck- iichtslosen Kampf gegen die Rationale Einigung rorlsetzen. ,

Rur drei Blätter besprechen bU Wah l der Autonomist en im Slsah. nämlich derMa- trn". die .Victoire" und derQuotidien . Der Mat in" schreibt: Sine einzige Wolke stehl über dem Ergebnis, nämlich die über dem Slsah. Der schädliche Kommunist Huber ist zwar in Strahburg geschlagen worden, man wird aber 2 oder 3 Autonomisten als gewählt anzuseyen haben. Da« istdereinziae Flecken eineS T a g e s . d e r s o v i e l L i ch t s e i t e n f u r d i e a u f to e i ft . denen der Kampsgedanle der S t nl- Qung deS Vaterlandes am Herzen liegt. Die

Vic toi re" schreibt: DaS Slsah sendet un« ein halbe- Dutzend Autonomisten, die von fern gesehen - befonderS für die Augen der Deut­schen Protestler find. Dem Kartell der Anken verdanken wir diese schöne Maskerade. Roch einige Wahlen wie diese, und wir werden unS in einigen 3ahren ganz sachte h a r t a m Rande einer herannahendensozia- listischen Revolution in allen 3ndustne- lenhxn befinden. Wenn Poincars mit dem ge­strigen Tage zufrieden ist, dann ist et eben leicht zufriedenzustellen.

wählt. denen man den Kommunisten Wouter zurechnen darf, der in Strahburg den Sozialisten Weill zu Fall brachte.

Don den gewählten Autonomisten Dr. R icklin und Professor R off 4 liegen nunmehr auch die Stimmzahlen vor. Während Dr. Ricklin mit 7740 einen glatten Sieg über den bisherigen Abg. Silbermann (4516) erringen konnte, be­hauptete sich Prof Rosse mit einer Stimmenmehr­heit von rund 4000 Stimmen gegenüber dem So- zinldemokraten Richard (7333). Da sich beide als Angeklagte i m Kolmarer Autono- mistenprozeh im Gefängnis befinden, darf angenommen werden, dah sie noch im Laufe der Nacht von ihrer Wahl zum Abgeordneten der französischen Kammer in Kenntnis gesetzt werden. Mit um so gröberem Fntereste. wird man dem Ver­laus dieses Prozesses entgegensehen müssen, da das Ergebnis der heutigen Wahlen nicht ganz ohne Einsiuh bleiben dürste. 3n Weißenburg konnte sich das Mitglied der elsässischen Dolkspartei, W e y d m o n n. gegenüber dem Kommunisten Liebrich behaupten. Ebenso gelang es in S a a r- bürg dem Demokraten Peter den langjährigen Abg Meyer- Wa Ische id zu verdrängen Zn Diedenhofen-Ost wurde der frühere Abg. Schumann, der durch feinen Antrag in der französischen Kammer gegen das Ausnahmegesetz ockonnt geworden ist, wiedergewählt. Zm Kreise Zobern ist der Herausgeber der unterdrückten heimatlichen ZeitungDas neue Elsaß- als Kandi­dat der elsässischen Fartschrittspartci, Camille D a h- [et, mit kommunistischer Unterstützung gewählt so daß der sronzosiich nationalistisch eingestellte bis­herige demokratische Abg Altdorsser nicht w.e- der in die Kammer einzieht.

Aus Lothringen liegen bisher solgende Er- aebniffe vor: In Metz I und in Saorgemund sind die Kandidaten der Lothringischen Bottspartei (Zentrum) Moncelle und Romine gewählt, während In Diedenhosen-West und Forbach die hei­matlich eingestellten Kommunisten B e r o n und P neble gesiegt hoben. Im Kreise Dolchen ist der katholische Heimatrechtler L a b o ch roiebergcro ihlt. Der bisherige Abg Paque hatte seine aussichts- los gewordene Kandidatur freiwillig zurückgezogen. Die unzweideutige Wablkundgebung zugunsten des bodenständigen Volkstums erhält ihr besonderes Ge- sicht angesichts des am Montag beginnenden Hoch- verrotsprozesses gegen den Autonomismns, , den Frankreich als künstliche Mache anfehen wollte.

Paris, SO. April. (WTB. Funksvruch.) Soweit die Presse das Gesamtergebnis der Kommerwahlen beurteilt, stellt sie mit wenigen Ausnahmen den Sieg PoincarLs feft DasJournal schreibt. Die schlacht ist beendet. Sie ist nach dem Zusam- menstotz Des ersten Wahltages zum Potteil der Po­litik Poincarss ausgegangen und gegen den revo­lutionären Crtrcmismus. DasD e u d re er. klärt: Die Wahlen fanden statt auf den Namen Doincaräs. PoincarL ist in ganz Frankreich m i t sehr grober Mehrheit ae wo Hit worden. (Sein erfolg ist nid)t Sr niemals

eine so grobe Popularität gekonnt wie letzt. Wenn Poincar^ noch den geltenden Gepfiogcnhe,ten noch den Wahlen dcm Präsidenten der Republik seinen Rücktritt erklärt, wird Doumcrgue ihm aufs neue die Kabinettsbildung übertragen. Ere Novelle" erklärt: Die Kammer von 1928 wird eine Kammer der Repbliko - Nischen Konzentration sein. Die extremen Parteien sind geschlagen. Poincor^ wird mit den Linksrepublikanern im weiten Sinne des Wottes

gen könne. Außenpolitisch fordere die Partei Räu­mung des Rheinlandes, europäische Verständigung und Minderheitenschutz. Ein weiteres Ziel sei die Festigung der Republik gegenüber dem Dikiaturae- danken, der fetzt in der milderen Form oustauche, dem Reichspräsidenten das Recht zu übertragen, Minister ohne Rücksicht auf den Reichstag zu be­rufen und zu entlassen und jeden Reichstogsbe- schlutz darüber zu verhindern.

Der Einheitsstaat müsse mit einer Aus­dehnung der Selbstverwaltung verbunden sein, wie sie nur in einem gut gegliederten Staat möglich fei. Zur Kulturpolitik bemerkte der Redner, dah wir nicht ein katholisches oder ein evangelisches, sondern nur ein deutsche« Doll vor uns haben. Die WittschastS-, Agrar­und HandelLvettragspolitik sei keine grundsayllck-e Polittk. sondern eine LiebesgabcnpoNtik gewesen. Aus dem Gebiet der Sozialpolitik verlangte Koch nachdrücklich eine Rentnergesetzgebung. weiteren Ausbau der Sozialgesetzgebung. Schliebl'ich hob der Redner hervor, dah die Wahlkreise von einer Persönlichkeit erobert werden mühten, wo« jedoch nur durch eine Tief or m des Wahl­gesetzes möglich sei. Sodann sprach als Ver­treterin der demokrattschen Frauen Frau Dr. LüderS über das Thema .Gleiches Recht für die Frauen Hilfe für die Rotleidenden". Als dritter Redner sprach der preuhische Finanz­minister Dr. Hoepker-Aschoss über Erfolge und Ziele demokrattfcher Politik in Preußen. Graf Bernstorfs machte dann eingehende Ausführungen über die Auhenpolittk des Reiches. Als letzter Redner sprach Bürgermeister Dr. Petersen- Hamburg zu dem Thema .ReichS- einheit und Liberalismus'. An die Vorträge schloh sich eine lebhafte Aussprache an.

Kommunistischer Wahlterror.

Vlutige Zwischenfälle in Essen.

Essen, 29. April. Gestern nacht wurden zwei Nationalsozialisten von etwa 20 Rotsront- leuten ohne Grund verprügelt. Die Mihhan- dellen flüchteten in eine Wirtschaft, von der aus ein Polizeirevier um Entsendung von Beamten ge­beten wurde. Ein P o l i z e i b e a m t e r in ZivU ging dann mit den beiden Nationalfoziallsten $ui.

her gelebt hat. Aber der Geschichtsschreiber wird einmal über das KapitelDeutsche Geschichte" die Ueberschrisl setzen:Der Wiederaufstieg des deut- scheu Volkes". Wir feiern mit allen anderen die Er­innerung an die grohen Tage, bekennen uns aber auch zur Mitarbeit an den 2l u fga b e n des neuen Deutschlands. Eine Republik wird nur bann als grofj in der Welt gelten, wenn sie groß genug ist, um die Grütze der Vergangen- hell anzuerkennen. Wenn ich gefragt werde, ob ich Jur Weiterführung unserer Außenpolitik es mit er Rechten oder der Linken halten wolle, bann muß ich darauf antworten: Wenn hinter dem deutschen Autzenministcr keine andere Macht steht, als nur die Idee, kann die Außenpolitik nicht zum Erfolg geführt werden. Für die Außenpolitik gibt es weder rechts noch links, sondern nur bas einige deutsche Volk. Freiheit und Vaterlandsliebe liegen begründet in unserem Ge- fang:Deutschland hoch in Ehren!" Das ist die Po- litik, zu der wir uns bekennen. Mäge sie ihren Ein- zug halten in alle deutschen Lande.

Tagung des Demokratischen parteiausschuffes.

Berlin, 29. April. (TU.) Der Reichsparteiaus' schuß der Deutschen Demokratischen Partei trat am Sonntag zu einer Tagung zu­sammen, die von Vertretern aus dem ganzen Reiche stark besucht war. Noch einer Ehrung der Ehren­vorsitzenden der Deutschen Demokratischen Pattei, der bekannten Führerin der Frauenbewegung, Frau Dr. h. c. Helene Lange, aus Anlaß ihres 80. Geburtstages, sprach der Führer, Reichsminister a. D. Koch, über das ThemaSieben Ziele für den neuen Reichstag". Er erklärte, die Demokraten bekämpften die Polittk des Grafen Westarp, weil diese die Sozialisten nur radikalisiere. Wer Rußland kenne, werde alles daran setzen, die So- zialdemokratte beim Staate zu erhalten, indem man ihr die Mitarbeit einräume. Seine Pattei fei grund­sätzlich Anhängerin der Großen Koalition im Reiche und in Preußen. Es müßte eine feste Mehrheit geschaffen werden, damit der Reichstag endlich anstatt nur Programme zu verkünden, poli­tische Ziele zur Durchführung briu-