Ausgabe 
29.12.1928
 
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f c n, der an Stelle des verstorbenen Grafen Rantzau nun das schwere Amt in Moskau über­nimmt, hat die Aufgabe, die weiteren Fragen, die noch schwieriger sind als die bisher be­handelten, )u lösen. Er kennt die Verhältnisse und das Gelände ausgezeichnet und bietet die Gewähr dafür, daß die bisherige Linie weiter eingehalten wird. Es dreht sich dabei nicht nur um die bekannten Fragen des Wirtschaftsver- kehrS oder des Kredits und dergleichen. Es dreht sich um sehr große politische Zusammen­hänge! Die Sowjetregierung blickt gespannt nach Washington und erhofft von dein neuen Präsidenten und seinen Mitarbeitern die diplo­matische Anerkennung und die große wirtschaft- li'che Zusammenarbeit mit Amerika, nach der sie sich sehnt. Andererseits sind unzweifelhaft die Faden zwischen Vertretern der russischen und englischen Wirtschaft wieder ausgenommen. Auch hier ist es nicht nur der wirtschaftliche Gesichts­punkt, der Druck der City und der Wirtschaft, die fürchten, daß mit der jetzigen englischen Politik gegen Rußland das ganze Feld dort end­gültig an die Amerikaner und die Deutschen ver­lorengeht. Etwas spielt dabei auch mit der politische Gesichtspunkt, das Verhältnis zu Ame­rika, das die englische Politik im abgelaufenen Nähr so heillos verfahren und gefährdet hat und dos nicht mit ein paar freundlichen Reden wiederherzustellen ist.

Wirtschaft.

Oie Bankabschlüffe.

Die nächsten Wochen stehen bei den Banken im Zeichen der Arbeit für die Ausstellung der Iahresoilanzen über das Jahr 1928. Die Troß- bonkabschlüsse interessieren nicht nur die Aktionäre und andere unmittel.ar Beteiligte, sondern auch die breitere Oeffentlichkeit, weil sich in ihren Zahlen die wt tschaftliche Entwicklung und der Tätigkeitsgrad der gesamten Wirtschaft besonders eindringlich widerspiegeln.

Was die Dividende Aussichten der Großbanken onbclangt, so ist wohl damit zu rechnen, daß von allen Großbanken die Dividendenzif- f er n deL Vorjahres gehalten werden, schon weil Prestigegründe zu einer stabilen Divi- dendenpolilik zwingen. 3m allgemeinen hat man den Eindruck, daß diese stabile Dividendenpolitrk um so berechtigter ist, als die Gewinne des Jah­res 1928 denen des Jahres 192? durchaus gleich­kommen werden, obgleich es im Jahre 1928 an­dere Kosten gewesen sind, als in den Jahren 1926 und 1927, die diese Gewinne abwarfen. Das Jahr 1927 ift für die Banken ein ausgesprochenes Llebergangsjahr zur normalen geschäftlichen Tä­tigkeit und Entwicklung gewesen, nachdem das 3ahr 1926 infolge seiner Sonderkoniunktur auch bei den Banken Sondrrgewinne gebracht hatte. Die Auswirkungen des Jahres 1926 hielten bis zum Mai des Jahres 1927 an, und die Banken konnten damals im Börsen- und Emissionsgeschäft große Gewinne erzielen. Bereits in der zweiten Hälfte 1927 trat eine grundlegende Aenderung ein. Das Kontokorrentgeschäft nahm bedeutend -ui, und am Ende des Jahres 1927 konnten die Banken feststellen, daß die durch den Ausfall des Börsen- und Emissionsgeschäfts verloren gegange­nen Gewinnmöglichkeiten im regulären Geschäft, weim man so sagen will, ausgeliehen werden konnten. Eine Beurteilung der Gewinnmöglich­leiten des Jahres 1928 kann natürlich nicht an der rückgängigen Konj unktu rbewe- flung, die uns das 3ahr 1928 gebracht hat, und deren Auswirkungen in der zweiten Hälfte stär­ker hervorgetrcten sind, vorübergehen. 3n der Ookomotivi'.dustlie, im Schilfbau, im Steinkohlen­bergbau und in manchen Teilen der Textilindu­strie find sogar Depressi -nserscheinungen zu ver­zeichnen. Anderstes gibt es aber eine ganze Reihe von Teilgebieten der Wirtschaft, die im Lahre 1928 eine ziemlich rege Tätigkeit, zum Teil sogar lebhafte, au-zuweisen hatten, so die Elek- trizitätsi.dustrie, die chemische Industrie, der Braunkohlenbergbau und vor allem das Dau- aewerbe. Die wichtigsten älmsatzziffern der deut­schen Wirtschaft (Wagengestellung der Reichst ahn, Arbeitslosenziffern) zeigen, daß sich auch im Lahre 1928 reiche Detätigungsmöglichkeiten für Handel und Industrie, damit auch für die Ban­ken boten. Alles in allem kann man also wohl sagen, daß sich das gewerbliche Kreditvolumen bis zum Herbst d. IS. ständig ausgedehnt hat. Diese Tatsache, verbunden mit der vorhandmen Tendenz zur Zinssatzsteigerung, hat den Danken Mehreinnahmen geschaffen, die das Fehlen von Schi der gewinnen im Jahre 1926, die in 1927. wie oben gesagt, bedeutend geringer waren als 1926, mehr als ersetzen. Der Abstieg der Kon­junktur toni je sich ferner ohne Zweifel viel rascher vollzogen haben, wenn nicht der immer»

währende Zufluß von Auslandgeldern die Ge- schaftstätigkeit stkrs von neuem belebt Hütte. Auch hieran Haven die 'Banken verdient. Hinzu kommt, daß die Fi lanzierung beä Außenhandels, der bekanntlich die 10-Milliarden°Grenze und die Vorjahrszahlen überschritten Hal, erhebliche Mit­tel der Danken beanspruchte. Unter diesen Um­ständen wird man bei einzelnen Banken wohl nicht fehlgehen, wenn man sogar größere Gewinne als im Vorjahre annimmt.

Wochenbericht

vom Frankfurter Effektenmarkt.

In der Berichtswoche beschränkte sich die Dörsentätigkeit in Anbetracht der Weihnachts­feierlage auf drei Tage, an denen naturgemäß die Umsahtätigkelt außerordentlich gering war. Es machte sich weiterhin die denkbar größte Lustlosigkeit und Zurückhaltung be­merkbar. Von einer Beteiligung sowohl des Aus­landes. als auch des privaten Publikums konnte wieder nicht die Rede sein, und der andauernd herrschende Ordermangel drückte wieder stark auf die Stimmung. Der Ultimo veranlaßte einige weitere Realisationen seitens dec Spekulation, wobei das wenige an den Markt kommende Ma­terial nur zögernd ausgenommen wurde. Die Tendenz neigte daher im allgemeinen eher wei­ter etwas zur Schwäche: Kursrückgänge erheb­licheren Ausmaßes konnten jedoch vermieden wer­den. Ein starkes Moment der Zurückhaltung war der von Reichsinnenminister Severing ge­fällte Schiedsspruch für die nordwestdeutsche Eisenindustrie, der an der Börse geteilte Auf­nahme fand. Meist war man sich jedenfalls über feine voraussichtlichen Auswirkungen noch voll­kommen im unnaren. Ferner trug die Ungewiß­heit über das Ergebnis der Auffichtsratssihungen im Siemenskonzeru eine gewisse Unsicherheit in den Börsenverkehr. Als dann die 14prozentige Siemensdividende und die Höhe des Reinge­winnes bekannt wurde, war man vielfach in seinen hochgespannten Erwartungen enttäuscht. Man hatte auch ein etwas aus schlußs icheres Coin- munique erwartet. Doch war wohl der Haupt­grund für die nunmehr einsehenden Abgaben in Elektrowerten die Tatsache, daß der Anreiz des Unbekannten in Wegfall tarn. Verschiedentlich konnte man nun Taufchoperationen von Elektro­werten gegen I.-G.» Farben feststellen, für die man weiterhin die bekannten Dividendenerhö­hungshoffnungen hegte. Mit einiger Unsicher­heit sah man dem Jahresultimo am Geldmärkte entgegen. Zwar betrachtete man die Vorberei­tungen dazu, wie sie auch in den Monatsbilanzen der Großbanken zum Ausdruck kamen, für aus­reichend, doch namentlich seitens der öffentlichen Stellen war der Geldbedarf unverändert groß. Am Privatdiskontmarkt nahm das Angebot von Tag zu Tag zu, doch wuroe das Material zu­nächst zu unverändertem Satz ausgenommen. Schließlich ließ sich aber eine Erhöhung des Satzes um //8 Prozent auf e8/« Prozent nicht mehr berme.öen. Jedenfalls wollte man in dem klar ersichtlichen Bestreben, den Prioatdiskont- satz niedrig zu halten, verschiedentlich die Absicht der Aeichsbank erkennen, zu Beginn des neuen Jahres den Reichsbankdiskont zu senken, wie es schon einige Zeit von verschiedenen Stellen ge­fordert wird, um den weiteren Rückgang der Konjunkturentwicklung etwas aufzuhalten.

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D i e Hessische Landesbank Staatsbank in Darmstadt empfiehlt im heutigen Anzeigenteil ihre reichsmündelsiche­ren 8Vo°Gvld-HyPothekenpfandbriefe und 8°/0- . Gvld-Schüldverschreibungen zur Kapitalanlage. x

* Hessische E i s e n b a h n - A.»G., Darm­stadt. Die auf den 18. Januar 1929 einberufene außerordentliche Generalversammlung der Hessischen Eisenbahn - A.-G. soll Beschluß fassen über die Auf­nahme von Darlehen in ausländischer Währung (Amerika-Anleihe) gegen Ausgabe von Jnhaber- Teilschuldoerschreibungen und die hypothekarische und anderseitige Sicherstellung der Darlehen.

* Einlagen statt st ik der Preußischen Sparkassen im November. Nach derDeut­schen Sparkassen-Zeitung" betrug in Millionen Mark bei den preußischen Sparkaisen der Bestand der Spareinlagen Ende November 4217,0, der Zu­wachs im November 107,8, die Einzahlungen 347,5, die Rückzahlungen 239,7. An Giro-, Scheck, Konto­korrent- und Depositeneinlagen betrug der Bestand Ende November 925,5, die Einzahlungen im No- oember 2200,7, die Rückzahlungen 2180,5.

Verlängerung des Zementver­bandes. Die Verhandlungen über die Verlänge­rung des Zementoerbandes über den 31. Dezember 1928 hinaus haben zu dem Ergebnis geführt, daß der Verband zwar verlängert worden fft, jedoch in Anbetracht der ungeklärten Verhältnisse wiederum nur auf die Dauer eines Jahres, d. h. bis zum 31. Dezember 1929.

* D i e Reparationsaufträge derPhi- lipp H o lz m a n n - A. - G., Frankfurt a. M. Die kürzlich gemeldeten Verhandlungen über grö­ßere Reparationsaufträge für die Philipp Holz- mann - A.-G. Frankfurt a. M. find, wie der Fwo. erfährt, vor einigen Tagen zum endgültiaen Ab­schluß gekommen. Es handelt sich außer früheren Aufträgen hier um die Arbeiten am Aisne-Oise- Kanal, die Holzmann gemeinschaftlich mit der Firma Etablissement Fougerolles in Paris nas­führt. Das Objekt beläuft sich auf etwa 17 Millio­nen Mark. Der dritte große Reparationsauftrag steht, wie der Fwd. noch hört, unmittelbar vor dem Abschluß. Die Verhandlungen darüber werden augenblicklich in Paris geführt. Dabei handelt es sich um die Ausführung von Hafenarbeiten, dis gleichfalls ein mehrfaches Millionen-Objekt bar» stellen.

Köln-Reuessener Bergwerksver- et n, Essen. Zur derzeitigen Geschäftslage wurde in der gestrigen Generalversammlung aus­geführt, die Verhältnisse auf dem Kohlenmarkt hatten in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres eine wesentliche Aenderung nicht erfahren. Die Förderziffern seien ungefähr die­selben wie in den beiden letzten Monaten des Vorjahres. Rur der Rovember weise etwas bessere Ziffern auf. Das Bezeichnende bei dieser Entwicklung sei, daß der Absatz im unbestrittenen Gebiet start nachgelassen habe unb der Ausgleich hauptsächlich in einer Verstärkung des Absatzes im bestrittenen Gebiet gefunden worden sei, so daß der Absatz in das umstrittene Gebiet im Verhältnis zum Gesamtabsah sich ungefähr so gestellt habe, wie er vor der durch das Syndikat borgenommenen Abdrosselung gewesen sei, näm­lich auf 47 Prozent. Man setzte also fast die Hälfte nach Gebieten ab, wo die ab Mainz beschlossene Kohlenpreiserhöhung überhaupt nicht in Frage kommt. Die Folge fft, daß sich diese Preiserhöhung auch nur zur Hälfte auswirken farm. Darüber hinaus aber würde die Lage da­durch außerordentlich ungünstig beeinflußt, daß alle Lohnerhöhungen die Gesellschaft besonders stark treffen, in der Lohnanteile auf den Selbst­kostenpreis eine weit größere Rolle spielten, als in fast allen anderen Industriezweigen. Rechne man dieselben Ausgaben, die mit der Höhr der Arbeitslöhne anteilmäßig steigen, also die Bei­träge zur Knappschaft, zur Derufsgenossenschaft, zur Erwerbslosettsürsorge und die Lohnsummen­steuer hinzu, so betrage der zur Zeit von der Lohnhöhe abhängige Anteil der Selbstkosten über 70 Prozent. Gegenüber solchen Verhältnissen zur Zeit einen Ausgleich zu finden, fei sehr schwer. Er sei nur durch Maßnahmen ntäglich, die tm Interesse des großen Ganzen besser unterblieben. Zu diesen Maßnahmen zähle die Abdrosselung des Auslandabsatzes. Man bringe dadurch den Durchschnittserlös in die Höhe, man müsse aber als unerwünschte Folge eine geringere Förderung und dadurch Arbeiterentlassungen und Einleguitg von Feierschichten in Kauf nehmen. Man dürfe sich nicht verhehlen, daß die Verhältnisse, wie sie sich in der letzten Zeit herausgebildet hätten, den Ruhrbergbau auch weiterhin vor größte Schwierigkeiten stelllen.

* Bayrische Motorenwerke A.-G., München. Dir Bahr. Motorenwerke A.--G., München, haben, wie der Auto-Pressedienst mit­teilt, allein durch die auf der Berliner Auto­mobilausstellung getätigten Abschlüsse bereits einen erheblichen Teil ihrer Produktion für 1929 verkauft. Das im Jahre 1928 durch den Dau großer Hallen und eine eigene Versuchsrennstrecke erweiterte Werk ist voll beschäftigt. Ab Früh­jahr 1929 ist das neue 750 eem-Modell in Stahl- preßrahmen-Aussührung lieferbar. Auch über die Produktion der kürzlich von BMW. erworbenen Dfti-Werke ist bereits jetzt für 1929 zu großen Teilen verfügt.

AranLsurter Börse.

Frankfurt, 29. Dez. Tendenz freundlich. Bei Eröffnung der heutigen Samstagsbörse machte sich wieder eine freundlichere Haltung bemerk­bar. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse blieb nicht ohne Einfluß auf die Stimmung, doch waren die Umsätze sehr bescheiden, da sich das Fehlen von Auslandorders störend bemerkbar machte. Auch war von einer Beteiligung der Bank­kundschaft am Börsengeschäft nur wenig bemerkbar, so daß sich die Spekulation äußerst reserviert ver­hielt. Das Geschäft beschränkte sich nur auf Spezial- werte, die zeitweise etwas reger verlangt waren. Die Tendenz erfuhr eine weitere Befestigung, da der verhältnismäßig flüssige Geldmarkt und die glatte Ueberwindunq des Ultimos allgemein günstig beurteilt wurden. Im Vordergrund des Interesses standen vor allem Kaliwerte, da hier bei der am 10. Januar stattfindenden Generalversammlung gün­stige Ergebnisse erwartet werden. Auch der bis­herige günstige Geschäftsgang bei den Kaligesell­schaften fand gute Beurteilung. Aschersleben lagen

4 o. H. und Westeregeln 4,5 v. H gebessert. Am Elek- tromarft machte sich besonders für Rheinische Elek- trijität mit plus 4,75 v. H. lebhaftere Nachfrage be« merkbar. Auch die übrigen Werte dieses Marktes konnten 2 v.H. gewinnen. Farben lagen bet ver­hältnismäßig kleinen Umsätzen 1 v S) erhöht. Scheideanstalt eher angeboten. Lebhaft und bis etwa 4 v H. gebessert waren noch Reichsbank, Waldhof und Holzmann, letztere auf erneute Repa­rationsaufträge. Von den übrigen Werten ist im allgemeinen nur wenig zu berichten, doch gingen die Kursbesserungen überwiegend bis 1,5 v.H. gegen- über der gestrigen Abendbörse. Vernachlässigt lagen Norddeutscher Lloyd und am Automarkt Daimler. Am Rentenmarkt waren die Umsätze beschränkt. Ab­lösung ohne Option konnten etwas an zieh em Von Ausländern Türken angeboten und etwas schwächer. Nach einer vorübergehend kleinen Abschwächung wurde es im Verlaufe weiter etwas fester. Das Ge schäft war jedoch sehr klein, und es kamen nur noch Abschlüsse in den bevorzugten Werten zustande. Nur Rheinische Braunkohlen wurden lebhafter verlangt und waren erneut 4,-5 v. H. gebessert. Auch die übri­gen Werte lagen weiter etwas erhöht. Nur J.-G.- yarfaen waren etwas schwächer und aageboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1958, gegen Pfund 20,3790, gegen Paris 124/)5, London gegen Kabel 4,8565, Madrid 29,78, Mailand 92,74, Holland 12,0775.

Bc uer Börse.

Berlin, 29. Dez. Wie gewöhnlich an Sams tagen, war das Geschäft auch heute äußerst ge­ring. Orders lagen nur wenig vor. Die Spekula­tion zeigte auch weiterhin zögernd Neigung, neue Engagements einzugehen. Für einige Spezialwerte bestand wieder etwas Interesse. Die feste gestrige Neuyorker Börse stimmte trotz des immer noch steifen Tagesgeldes doch eher freundlich. An vor­liegenden Momenten war vor allem die gestrige Hoesch-Generaloerfammlung zu erwähnen, die nicht gerade günstig aufgenommen wurde, da aus dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, daß der Auf. tragsbestand gegen das Vorjahr zurückgegangen ist. Auch die Stöhr-Generalversammlung rief Verstim­mung hervor, da man der Ansicht ist, daß die Aktionäre größere Vorteile aus der Freigabe hätten erwarten dürfen. Am Montanmarkt sprach man von der heutigen Nachricht, daß ein europäisches, Kohlenkartell geplant sei, dagegen verstimmten aber die rückgängigen Eisenpreise. Die ersten Kurse waren meist 1 bis 2 o. H. höher, vereinzell waren aber auch, besonders am Montanmarkt, kleine Rückgänge festzustellen. Neichsbank waren auf an­geblich holländische Käufe fast 6 v.H. höher und ziemlich lebhaft. Sehr fest lagen Kali Westeregeln, die 12 v.H. anzogen, dagegen waren Salzdet­furth vernachlässigt. Am Elektromarkt waren Rhei­nisch-Westfälische Elektrizität und Rheinische Elek­trizität A.-G., Mannheim, 4 bis 5 o. H. höher. Auch Gesfürel waren etwas gefragter. Holzmann konnten etwa 3 v. H. anziehen, ebenfalls Schlickert und Salzer, Danatbank und Spritwerte. Deutsche Anleihen lagen fest. Ausländer ebenfalls eher be­festigt. Zolltürken 0,5 v. H. höher. Der Pfandbrief- markt war bei großer Geschäftsstille uneinheitlich. Der Geldmarkt war noch nicht ganz zu übersehen. Tagesgeld stellte sich auf 6,5 bis 8,5 v. H Nach den ersten Kursen wurde es zettwellig etwas schwächer, später aber wieder allgemein fester. Rheinisch-Westfälische Elektrizität gewannen erneut 2,25 v. H., Chadeaktien. Salzdetfurth, Westeregeln und Waldhof 2 v. H. Ablösungsschuld für Neubesitz zogen bei weiter lebhaftem Geschäft an.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 30. Dezember.

8,30 bis 9.30: 'Juocsenfeier, veranstaltet von der Freireligiösen Gemeinde. 11 bis 11,3ft Eltern- stunde. 11,30 bis 12: Stunde der Jugendbe­wegung:Die Jugend und der Friede", Vortrag von Dr. Otto Reinemann. 12 bis 13: Bruckner- Zyklus III: Dritte Sinfonie in O-Moll. 15,30 bis 16,30: Stunde der Jugend 16,30 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters: Operiunusik. 18 bis 19: Stunde des Landes. 19 bis 19,30: Sport- Nachrichten. 19,30 bis 20: Stunde des Rhein- Mainifchen Verbandes für Volksbildung. 20,30: Alte Gassenhauer, Reue Schlager. Darauf bis 0,30: Tanzmusik.

Montag, 31. Dezember.

6,30: Morgen -ym.rasttt. 12,30 ois 13,30: Schall- Platten-Konzert: Buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 1555 bis 16,05: Haus- frouendienst. 16,05 bis 17,15: Konzert des Rund­funkorchesters. 17,15 bis 18,15: Von Kassel: Geist­liche Silvester-Feier. 18.30: Vom Frankfurter Opernhaus:Die Fledermaus", Operette in drei Akten von Johann Strauß. Anschließend:ES geht auch anders", eine Funi-Revuc. 23,45: Reu­jahrs-Ansprache an die Rundfunlhörer. 24: Funk- Reportage: Silvester-Betrieb auf den Frankfurter Straßen. Darauf bis 1: Von Berlin: TcmzmusiL

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren ange'übrten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.

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