bat der preußische Minister des Innern, Grzc- s i n s k i, die fofortige Enthebung des Landrats an- yeordnet. Die zuständigen Stellen prüfen, welche Maßnahmen gegen die Mitglieder der nationalsozialistischen Organisation zu treffen sein werden.
JeratunMelle für Insektenbekämpfung
Während eine kranker oder verwundeter Mensch nicht im Zweifel ist, daß ihm die Hilfe des Rrztes zur Verfügung steht, und der Besitzer eines kranken Tieres weih, dah er sich an den Tierarzt zu wenden hat, herrscht in Fällen der Wirt- schaflsschädigung, des Materialverlustcs, der Vor- ratsgefährdung durch Insekten im allgemeinen noch große Ratlosigkeit. Das Bedürfnis, auch hier im Rotfalle Beratung und Hilfe finden zu können, ist ein dringendes. Die Oeffentlichkeit sei darauf hingewiesen, dah jene Wissenschaft, deren Ziel die Erforschung und Bekämpfung tierischer Schädlinge ist, seit einiger Zeit auch an der Gießener Universität eine Heimstätte hat. Die unter der Leitung von Prof. Dingler stehende „21 bteilung f ü r Forstzoologie und Schädlingsbekämpfung" des Forstinstitutes, Braugasse 7, 2. Stock, ist nunmehr soweit ausgebaut, dah sie sich neben ihren wissenschaftlichen 2lufgaben in Bälde auch der Beratung und Begutachtung in Schädlingsangelegenheiten widmen kann. Sie hat zu diesem Zweck etne „Beratungsstelle für Insektenbekämpfung" errichtet, die in enger Fühlungnahme mit der .Hauptstelle für Pflanzenschutz" arbeitet und in dringenden Fällen auch heute schon der 2lll- gemeinheit zur Verfügung steht.
Wirtschaft.
Trübes Wirtschafisbild der Reichsbahn.
WB. Am 26. und 27. Rovember tagte der Verwaltungsrat der Deutsche n Reichsbahngesellschaft in Berlin. Den Hauptgegenstand der Beratung bildete der Voranschlag für das Iahr 1929. Die derzeitige Bilanzlage der Reichsbahn ergibt folgendes Bild: Die Güterbewegung weist im allgemeinen den bei Einführung der Tariferhöhungen angenommenen Umfang auf. Die Produktionsstockung im Ruhrrevier hat jedoch schon jetzt eine Verminderung des Güterverkehrs zur Folge. Die von der Aeurinteilung der Personenklassen erwartete Aufwanderung in die Polster» klasse ist insbesondere Im Nahverkehr einge- treten. Zur Vermehrung der Polster- klassenwageu und zur einheitlichen Ausgestaltung der WagenderHolzklasse hat der Verwaltungsrat weitere Mittä bereit- gestellt. Ein zahlenmähiges Bild von der Wirkung der anfangs Oktober eingeführicn neuen Tarife läßt sich heute noch nicht geben. Ein Ue bersch uh als Vortrag für das neue Iahr wird sich auch im günstigsten Falle nicht ergeb n. Die nach der V rl h s ei un d s Iah es 19zd geschätzten D^trieoseumahinen für 1929 decken außer den gesetzlich vorgeschriebenen Lasten und Rücklagen die Betriebsausgaben nur bei äußerster Einschränkung verlaufenden sächlichen Anforderungen. Dringend erwünschte Reubauten und Verbesserungen sind nur möglich, wenn es im neuen Iahre gelingen sollte, neue Kapitalien auf* zunchmen. Der Voranschlag ist so knapp bemessen, dah jede Verringerung der Einnahmen oder Erhöhung der Ausgaben einen Fehlbetrag Hervorrufen muh. Eine Verringerung der Einnahmen ist, abgcs?hen von den in einem möglichen Koniunkturabstieg liegenden Gefahren, aus dem steigenden Wettbewerb der anderen Verkehrsmittel zu befürchten. Die Reichsbahn hat fast allein die politischen Lasten (Reparationen, Verkehrssteuer und außerordentliche Pensionslasten) zu tragen, von denen die übrig.n Verkehrsmittel nahezu frei stad. Ferner werden dirsen die Verkehrswege zum erheblichen Teil aus öffentlichen Steuermitteln geschaffen und unterhalten. Wird der über das gesunde wirtschaftliche Maß hinausgeh/nden Förderung dieses Wettbewerbes nicht Einhall getan und trotzdem von der Reichsbahn die volle Aufbringung ihrer politischen Lasten gefordert, so müßte der weiter auf die Eisenbahn angewiesene Verkehrum svschwererbelastetwerden. Eine wesentliche Ausgabensteigerung droht aus der bekanntgewordenen Absicht, für die Reichsbeamten und damit auch für die Reichsbahnbeaw' ten die jetzt gültige Arbeitszeit grundsätzlich zu verkürzen. Die durch die Einführung der wöchentlich 48 stündigen Arbeitszeit entstehende jährliche Mehrausgabe ist für die Reichsbahn auf 250 Millionen zu schätzen. Zur Deckung dieser Mehrausgaben käme
Neue Buch er.
— Vö Vin R 2: Das Buch vom Ien- seits. Basel, Kob:rsche Verlagsbuchhandlung. Geh. 2,50, geb. 4 Mk. (472) — Richtig und froh zu leben versteht erst der Mensch, der den Zustand der Bereitschaft zu sterben täglich und stündlich willkürlich in sich zu erzeugen vermag, frei von Furcht und frei von jeder Traurigkeit. Was du hiev auf Erden dein Schicksal nennst, ist nur ein lächerlich kleiner Ausschnitt eines unermeßlich großen Ganzen, und wenn du hier, vielleicht in sehr verständlicher und. menschlich gesehen, entschuldbarer Weise mit deinem Schicksal haderst, gleichst du dem Kinde, das etwas haben will, was ihm später, w.nn es erwachsen ist, in reich.ichster Fülle zusteht, was i)m aber heute vielleicht schaden würde: erst auf hoher Stufe der geistigen Well angelangt, wirst du dereinst dein Schicksal verstehen können, und dann wirst du lächeln über dein früheres Urteil. — Das sind ein paar Kardinalsätze aus dieser Schrist, die nicht auf der Höh: des Buches Dä Bin Räs „Dom lebendigen Gott" cheht, von mir an dieser Stelle angezeigt. Der Hypothese über die letzten Dinge, die geradezu in rophe.re ausklingt, haftet vuviel Problematisches an. Da leuchten mir die Schlußworte der Schrift des Tübinger Philosophen Karl Groos, „Befreiungen der Seele", mehr ein. Die Seele sucht den Hei- matsarund und der Hoffnung Ziel und des all-- umfaffenden Lebens Fülle. „Harrend lauscht die Seele auf die befreiende (Stimme. Die aber schweigt. Da ergreift die Sehnsucht die Hand und legt sie sacht auf den Riegel des Tores" Der Tübinger Philosoph sucht mit den Augen der Sehnsucht die letzten Dinge, und das macht ihn im höchsten Sinne des Wortes produktiv. A. B.
— Ludwig Huna: Hexenfahrt. Verlag Grethlein & Eo., Leipzig. Ganzle.nen 8,50 Mk. (484) — Der Dichter der Renaissance-Romane hat sich in diesem von Abenteuern und Geheimnissen sprühenden und schillernden Werk der zauberdurchträntten Romantik zugewendtt. Das deutsche Mittelalter steigt vor uns auf. Es zieht ein junger Edelknabe aus, den heiligen Gral zu suchen: er ringt mit Gott und Teufel, immer nach dem Erhabenen lechzend und immer wieder vom Teufel in reizvoll wechs:Inder Gestalt herabgezogen. So wirbelt der reine Tor Sebaldus von Stain aus einem Abenteuer ins andere. Phantastik und Wirklichkeit verbinden sich reizvoll zu einem unglaublich besellten Kunstwerk. Schöne Hexlein, von verführerischem Liebeszauber um
sponnen, geistern magisch durch daS erregende Buch. Dec weise, mit Goll verbundene Paracelsus steht neben b:m dämonischen Faust, der mit dem Teufel paktiert. Es tob: der Bauernkrieg. Gewalt und Unzucht verderben die Seelen. Aber immer wieder leuchtet im Herzen der wahre, der heimliche Gral.
— Wilhelm Gerd Kunde: Susanne Gülden. Roman (Grotesche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller, Bd. 174). Geh. 5,— Mk., in Ganzleinen 6.50 Mk. Berlin. G. Grote. (656.) — Ein Mädchenschicksal ist dargestellt, vielleicht nicht einmal ein ungewöhnliches. Die lebensfrohe Susanne Gülden lernt im Seebad den Komponisten und Gesanglehrer Peter Harden kennen. Beim ersten Begegnen fühlen sie instinktiv, daß sie für einander bestimmt sind. Rach Hamburg zurückgekehrt. sehen sich die Liebenden heimlich. Das junge Mädchen lernt das Schweigen und ist verschiedenen Heiratsplänen der Mutter taub. Iahr und Tag bleibt die Hoffnung wach, daß Peter die Scheidung von seiner ungeliebten Frau, die Veröffentlichung seiner musikalischen Werke, zu denen ihm Susanne Inspiration und Kraft gbll, durchsetzen wird. Es mißlingt alles, Peter geht daran zugrunde. Susanne hat ihre Iugend und ihren Frohmut dahingegeben. Rach Iah- ren heiratet sie den Sozius des Vaters. Doller Schwermut erwartet sie ihr Kind und stirbt, als sie ihm das Leben gegeben hat.
— Armin T. Wegner, Moni ober die Welt von unten. Der Roman eines Kindes. In Seinen gebunden Mk. 6.—. Deutsche Der* lagsanstalt, Stuttgt. (653) — Gin Buch aus der Perspective einer Zweijäh tigern Eine wunderliche Welt, aus der Höhe von 70 bis 80 Zentimetern gesehen, eine Welt, die sich viel feindlicher zeigt, als die Erwachsenen ahnen. Denn sie haben es längst vergessen, daß nicht nur der erste Schritt« den das Kind von der Mutter fort auf seinen kleinen Füßen wagt, eine gewonnene Schlacht bedeutet. Ieder Tag mit seinen tausendfältigen Ereignissen, seinen Dingen und Lebewesen, mit seinen Pflichten, wie Essen, Spielen und Schauen bringt Kämpfe. Moni ist kein Paradekind, das sich in anekdotischem „Kindermund" auswerten läßt, sie ist viel mehr. Ein kleiner Mensch schreitet mit festen Beinchen ins Leben, tapfer, un'öeirti durch die Fallstricke, die ih.n die unklugen Behüter seiner Iugend allzuo.t legen.
als einziges Ab Hilfsmittel eine neue Tariferhöhung in Frage. Sie müßte wegen des mit ihr verbundenen Verkehrsrückganges wesentlich mehr als 2 5 0 Millionen aus machen. Der Verwaltungsrat ersuchte den Generaldirektor, die zuständigen Rtichssteilen nachdrücklich auf den aus dieser Darlegung sich ergebenden Ernst der Lage hinzuweisen.
*
• Hannoversche Maschinenbau-A. - G. (Hanomag). In der Aufsichtsratssihung der Hannoverschen MasHinenbau*A.*G., vorm. Georg Egestorff, wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1927/28 vorgelegt und der Vorschlag des Vorstandes gutgeheißen, beträchtliche Ab- fchreibungen auf Materialien vorzunehmen, die aus den aufgegebenen Fabrikationszweigen noch vorhanden sind. Die Bilanz weist einen Verlust von 5 096 622 Mk. aus, zu dessen Beseitigung vorgeschlagen werden soll, die offenen Reserven auf 1 368 463 Mk. zu vermindern. Die Liquidität hat sich durch Verringerung des Lagers und der Außenstände, sowie durch eine entsprechende Verminderung der Verbindlichkeiten erheblich gebessert.
* G eb r. Stollwerk, A. - G., Köln. 3n der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrates der Gebrüder Stollwerk A.-G. wurde die Bilanz und die Gewinn- und Verluftrechnung für das Geschäftsjahr 1927/28 vorgelegt. Diese ergab nach Vornahme von 762 502 Mark Abschreibungen einschließlich des Vortrages von 107 014 Mark einen Reingewinn von 2 314 108 Mark. Die Verwaltung beschloß, der für den 29. Dezember einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von wiederum 9 Prozent vorzuschlagen. Außerdem wurde mitgeteilt, daß im neuen Geschäftsjahr die Freigabe des in Amerika beschlagnahmten Eigentums der Gesell- scbaft erfolgt ist. Der hiernach der Gesellschaft zu- fließende Betrag einschließlich der Zinsen belauft sich, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, auf rund 1600 000Dollar, der jedoch nicht in vollem Umfange in bar, sondern teilweise in Zertifikaten von langer Laufzeit vergütet wird. Nähere Mitteilungen find noch abzuwarten. Bisher sind eingegangen 1253 000 Dollar. Die Verwaltung wird mit Rück
sicht hierauf der Generalversammlung vorschlagen, aus den zur Auszahlung aelangenben Zinsen des Amerikaguthabens an die Aktionäre eine Sonder- dioidende in Höhe von 5 Prozent zur Verteilung zu bringen. Die restlichen Beträge des Amerikaaut- habens sollen zur Verstärkung der Betriebsmittel der Gesellschaft, sowie zur Bestreitung der Ausgaben für Betriebsoerbesserungen und Betriebserweiterungen dienen. Ueber das laufende Geschäftsjahr wurde berichtet, daß bisher der Umsatz im Vergleich zum Vorjahre wesentlich gestiegen ist.
Frar. urtcr Börse
Fran kfurt a. M., 29. Noo. Tendenz: freundlich. — Die freundliche Haltung der gestrigen Abendbörse übertrug sich auch auf Den heutigen Verkehr. Die Haussebewegung der gestrigen Neu- yorker Börse und die starke Beteiligung des Auslandes und der Bankkundfchaft am Börsengeschäft hatte eine allgemeine Belebung des Marktes zur Folge. Daraufhin schritt die Spekulation zu weiteren Deckungen, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist weitere Kurs- erhöyungen bis zu 2 v. H. zu verzeichnen waren. Auf der anderen Seite wurden jedoch verschiedentlich Gewinnsicherungen vorgenommen, so daß bei ganz vereinzelten Werten kleinere Kursrückgänge eintraten. Die allge- meine Tendenz blieb jedoch f e ft. Auch die immer noch ungeklärte Lage im Eisenkonflikt konnte feinen Einfluß auf die Tendenz ausüben. An der Spitze standen, wie schon an den vorangeganaenen Börsen- tagen, die Spezialwerte, der Kreis derselben hat sich jedoch eher noch vergrößert. AEG. waren 1,75 v. H., Chade-Altien 3 Mark, Elektrische Lieferungen 1,5 v. H., Rheinische Elektrische 1,75 v. H., und Siemens 1,25 v. H. höher und weiter gesucht. Gesfürel, Licht & Kraft, Bergmann und Schlickert waren dagegen aus den schon erwähnten Gründen eher angeboten und bis 1 v. H. schwächer. Farben hatten nur kleines Geschäft, blieben jedoch gut behauptet. Am Montanmarkt waren auch heute die Umsätze minimal. Nur Rheinische Braunkohlen, die lebhafter umgesetzt wurden, konnten 4,5 v. H. anziehen. Am Bankenmarkt waren Reichsbank wieder etwas lebhafter verlangt, mit plus 1,5 v. H. Auch Barmer Bank
konnten 2,5 v. H. gewinnen, und für Hapag machte sich mit Plus 1,5 v. H. stärkeres Interesse bemerkbar. Am Automarkt wurde die Abwärtsbewegung in Adlerwerken heute durch etwas größere Aufnahmelust unterbunden, und diese konnten 1 v. H. zurück- gewinnen. Stärker gesucht waren noch Holzmann mit plus 3,75 v. H. und Zellstoff Waldhof mit plus 4 v. H. Renten still und gut behauptet. Im Verlaufe wurde das Geschäft wieder still, und es ergaben sich kleine Abschläge bis 1 v. H. Die Grundstimmung blieb jedoch freundlich. Eine Ausnahme mach- ten die Kaliwerte. Salzdetfurth wurden stürmisch gel-andelt und konnten bis 17 v. H. gewinnen, auch Westeregeln konnten im Zusammenhang damit 7 v. H. anziehen. Wetteres Interesse bestand für Elektrische Lieferungen mit erneut 1,5 d. H. Tagesgeld war mit 6 o. $)• unverändert. 21m Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4,1945, gegen Pfund 20,353, gegen Paris 124.07, gegen Mailand 92 60, gegen Madrid 30 09, gegen Holland 12,0790, London gegen Kabel 4,8518.
Bc <ier Böric.
85 e r (i n, 29. Nov. Ebenso wie gestern croff* nete die heutige Börse, trotz überwiegend ungünstiger Momente, in befeftigter Haltung. Die erhöhten Arbeitslosenziffern, Insolvenzen in der Berliner Konfektion, erneute Vertagung im Ruhr, konflikt und schlechte Berichte einzelner Gesellsü',asten aus der Industrie hatten keine allgemeine Wir^ kung. Dagegen verwies man auf die weiteren Kurs fteigerungeu an der Neuyorker Börse und das zu- nehmende Interesse des Auslandes, wobei man den Eindruck hat, als wenn die internationale Spekulation sich wieder mehr für den Berliner Platz interessiert. Zum ersten Male feit längerer Zeit war ein größerer Orderseingang bei den Banken festzustel- len, und neben dem Auslände war auch die Provinzkundschaft vertreten. Schon rein börsentechnisch wirkt sich die Zunahme der Umsatztätigkeit in einer Verzögerung der Kursfestsetzung aus. Der Kreis der Spezialpapiere hat erheblich zugenommen, und Kurserhöhungen von 1 bis 3 v.H. bildeten die Regel. Darüber hinaus konnten Papiere wie Schu^ bert & Salzer, Holzmann, Zellstoff- und Kaliaktien, AEG., Schlesische 6-Gas, Oberkots, Pöge, Dynamit und A.-G. für Verkehrswesen bis zu 7 o. H. gewinnen. Als Ausnahme waren Autowerte zu nennen. Adlerwerke erschienen zunächst mit Minus- Minus-Zeichen und notierten 7 v. H. nichtiger. Karstadt waren 3,5 v.H. niedriger angeboten, da der Nettoemissionskurs von 86,75 für die neue Anleihe als sehr niedrig und ungünstig angesehen wurde. Die Spekulation benutzte die höheren Kurse zu. Realisationen, was auch im Verlaufe bei dcn meisten Kursen der Hauptgrund für kleine Abschwächungen war. Deutsche Anleihen freundlicher. Ausländer ruhig. Bosnier bei geringen Umsätzen weiter nachgebend. Anatolier gefragt und teilweise etwas fester. Pfandbriefe wieder freundlich, besonders Liquidationspfandbriefe und Anteile. Das Geschäft hat aber im Gegensatz zu gestern nachgelassen. Der Geldmarkt war infolge des Ultimos weiter etwas versteift. Tagesgeld nannte man mit 7 bis 9 v. H., Monatsgeld 8 vis 9 v. H., Geld über Ultimo 8 bis 9,5 v. H., Warenwechsel ohne Umsatz. Wie schon gesagt, überwogen im Verlaufe die Kursrückgänge. Durch feste Haltung fielen Salzdetfurth (8 v. H. über Anfang), Hamburger Elektrizitätswerke (weitere 2 v. H. höher) und Elektrische Lieferungen (plus etwa 3 o. H.) auf.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 29. Rov. Der heutige Frankfurter Produktenmarkt stand im Zeichen äußerster Zurückhaltung. Geschäfte kamen infolge der wieder etwas ermäßigten Ausland* notierungen kaum noch zustande. Die offizielle Preisgestaltung behauptete sich bei matter Tendenz im allgemeinen. Weizen und Roggen fest* loten eine Kleinigkeit, während Weizenmehl 0,25 Mk. zurückgehen konnte. ES wurden notiert: Weizen \ 22,85; Roggen 21,85; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25; Hafer, inländ., 22.75 bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,75; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizen- kleie 13,50 bis 13,60; Roggenkleie 14 bis 14,25. Tendenz: matt.
Frankfurter Schlachtviehrnarkt.
Frankfurt a.M, 29.Rov. Auftrieb: 1107 Kälber, 411 Schafe, 389 Schweine. ES wurden notiert: Kälber: Doppellender bester Mast 62 bis 66 Mk.; beste Mast- und Saugkälber 54 bis 61; mittlere Mast- und Saugkälber 45 bis 53. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weldemast) 44 bis 49; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schüfe 40 bis 43: fleischiges Schaf- Vieh 30 bis 39. — Schweine: Vollflei schige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77; von etwa 200 bis 240 Pfund 75 bis 78; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis 77 Mk. — Marktverkauf: Bei allen Vieh* gattungen ruhig und ausverkauft.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.
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