Nr.230 viertes Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 29. September (028
50Jahre Gießener Polizei
1<feen Reichsamt <mgef
von
Die Erhöhung
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9tentfammer, Kam-
Nachdruck verbalen
4. Fortsetzung
unbekannten
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«raus und stellte be
sten noch Menschen in
überreichen konnte.
geraten. Heda?'
Ein hochaufgeschossener Junge in einem roten Aftenkostüm brachte den Korb rml Blumen heran. Es mären arme, gequälte, verstaubte Nelken. (Brätlet? muhte lange suchen, ehe er ein paar balbwegs
Lächeln.
Sie errötete tief, wie erschrocken. „Sie behandeln mich wie eine Dame, und Sie wissen doch gar nicht, wer ich bin.*
,.Tg5 wissen Sie von mir ja auch nicht, viel- leicht bin ich ein Derbrecher, ein Hochstapler zum Beispiel?*
Der Vertreter der fürstlichen merdirektor Dr. Weimer, gab die Zusicherung.
Unterhaltung beitragen.
Meine Wirtsleute. Er war Bankbeamter, ist ab- gebaut und macht Schreibarbeiten irgendwo, im Arbeitsamt, glaube ich. Wonach sehen oie eigentlich immerfort aus?*
„Es ist so eine Gewohnheit von mir. Ich genieße auf diese Weise die Jährt vor- und rückwärts.
Es kamen neue Gaffen, ein öffentlicher Platz, eine Bahnunterführung. Martha Rebmann blickte verwunden auf ihren nervösen und schweigsamen Kavalier. Plötzlich stachen bunte Sichter in das Dunkel. „Taft Oft*
Es waren arme, gequälte, nenn leck muhte lange tuchen, ehe er frische fand und sie feiner Dame ..Ich darf doch'* fragte er mit seinem ritterlichsten
nung durch die Nachricht bestätigt, dasi die Anleihe der Rheini'ch-Westsälischen Glektrizitifts- werke in Reuyork stark überzeichnet wurde. Auch die JaticdK. dah am internattnnalen Geldmarkt eine fortschreitende Erleichterung zu beobachten war, fand günstige Aufnahme. Oine stärkere Anregung gmg ferner von der günstigen deutschen A u fe e n h a n d e l s b i l a n z für August au», die nach Richtigstellung der vom Statt fit* * 'her fast voll-
„Nein, das sind Sie nicht*, entgegnet, sie heil,, ger, als e» nötig war. „Das find Sie nicht * Und sie setzte etwas ruhiger hinzu: „$ann hätten Sie nicht auf den Baron verzichtet.* E» klang, al» hätte sie etwa» ganz andere» sagen wollen
Der Kellner kam. von Grotteck herbeigewinkt. Er warf einen flüchtigen Blick auf die beiden, und e» schien (Brätlet?, al» fei dieser Blick mit Hohn kurdv fetzt vielleicht kannte er sie von frühem Be uthen mit andern Kavalieren. Hegerlid) warf er da»
packen.
Ihre angespannte Miene, mit der ft* ihn beobachtet hatte, wurde weich. Ein zärtlicher Zug kam in ihr blaffe» (Berufet und mochte es bildhübsch „Sie sind ein guter Mensch*
..Es ist leicht, gut zu fein, wenn e» einem fo gut gehl, wie mir jetzt — ich meine natürlich in Ihrer Gegenwart*
sie warteten eine Weile braufeen auf einen Wagen. Aber die waren feilen in dieser ziemlich abr,?!. gtnen Gegend
„Sollen wir nicht gehen?* fragte sie schüchtern. ..Es ist nicht mehr weil bi» zur Steinftrafee.
Er antwortete nur mit einem ungeduldigen Kopfschütteln. Sie mufete allein nach Hause: er hatte ihre Hbreffe ja deutlich genug getagt, und es war nicht ausgefchloflen, dah die Verfolger dort warteten.
Endlich kam ein Auto. Er half ihr hinein und sagte, mit einem verwunderten Blick auf die Uhr: .Zum Teufel, das habe ich ja ganz vergessen. Ich muh noch ein überaus wichtige» Telegramm aufgeben. Nach Yokohama.*
(Fortsetzung folgt)
Geld fällt Dom Himmel
Roman von Paul Snderlmg.
Copyright by Earl Duncker. Verlag, Bersin.
ton feit, begeht sie auch jetzt ohne oid Aufhebens oder grobes Gepränge ihre 3ubi!äums'eier. Tah unterer Polizei fei der Zeter tag zu einer wertvollen Quelle neuer Ära't für ihren schweren und verantwortungsvollen Dienst werde. und die guten V'tiefeungTn zwilchen der orkmungslietvn- den ^ürflrr1^^Q1t und ifercr treuen Hüterin, un- «crer Polizei. auch künftigfein auf dem Grunde eines gegenseitigen Vertrauensve hültnilles be- stefe.n mögen, das ist der feerzliche Wunsch, mit dem wir des 3ubiläumstages der Giestener Polizei feier geben!en.
auch in Gtesten überhand nehmenden Unsicher- heil zu steuern, unterm 23. November 1916 die Schutzmannschaft durch eine Sicherheitswache verstärkt, die pro Stopf und Tag erst 5 Mk.. später 8 Mk. erhielt 3m 3uni 1919 wurde eine aus Mi.gliedern verschiedener Giestener Vereine tefruticrte, ehrenamtlich tätige Sicherheitswehr gebildet, die zum Schuve von Leben und (Eigentum der Giestener Bürger, insbesondere gegen Plünderung und Aufruhr in Aktion treten sollte, wenn die vorhandenen Polizei- und Sicherheitswachtr-.annfchasten nicht aus- re-chten. Milte April 1921 wurde die Stadt Giesten in drei Polizeireviere etngeleiU.
Dmn 3afete 1878 ab war die Giestener Polizei eine kommunale Organisation mit staatlicher Leitung in der Spitze gewesen, abgesehen von einigen polizeilichen Redenzwrigen. die von dem Bürger- irxifter verwalte! wurden Durch das Gesetz über die ONspolizei rom 14.3ult 1921 wurde sie eine staatliche Einrichtung Sämtliche Po- lizeibeamteu. mit Ausnahme von vier nocy vorhandenen Hi s-schütz! cuten <Rächtschutzf.ule) traten in den Staatsdienst über. Mit dem 3nfraf (treten dieses Gesetzt erreichte auch die Tätigkeit der Sicherheit-wache, die inzwischen auf 21 Mann zufammengeschrnolzen war, und der SicherheitS- wehr chr Ende Die Austenpolizei hatte big zu diesem Zeitpunkt eine Stärke von einem Polizeikommissar. drei Polize-oberwachtmeistern, 43 Polizeiwachtmeistern imo 12 Schutzmännern er- rvicht Vei der Verstaatlichung standen m der Kriminalpolizei ein Krim mai oberwacht- meister und drei Krimmalwachtmeister im Dienst. Die Verwaltung-Polizei bestand zur Zeit der Verstaatlichung aus zwei Obe riet relären, zwei Oberassistenien. einem Kanzleiallistenlen und drei Vureaugehilfen.
Die Schuhmannschaft Diestens, die vor 50 Jahren aus eifern Polizei Wachtmeister und 14 Schutzleuten bestand, ist bi- heute auf eine Stärke von drei Polizeiinspekloren. zwei Polizeikommissarcn. einem Polizeimeister. 56 Poli- zeifeauptwachtineistern, 12 Polizeioderwachtmei- ftern und 14 Polizeiwachtmeistern erhöht. Zur Geltung des Austendienstes ist seit 3uu 1926 dem Polizeiamt ein besonderer Veamter lAustendienstleiter) zugewiesen worden. Die Sri« minalpolizei wird seit 1.2Wril 1923 von einem Kriminalkommissar geleitet. Sie setzt sich jetzt zusammen aus einem Kriminalkommissar, einem Kriminalpolizeimeister, zwei Krimrnal- sekretären und fünf Kriminalhauptwachtmeistern. Zur Verwaltung-Polizei zählen zur Zeit ein Polizeioberinspektor, ein Polizeiinspektor, drei Pollzeisekretäre. fünf Polizeioberassistenten. zwei Polcheiassistenlen. drei Kanzleigehllien und cm Anwärtern au her dem sind bei der Verwaltung drei Kriminachauptwachtmeister zur Kontrolle von Gewerbe- und VaferungSmittelangelegen-
, Dir muffen dach erproben, ob wir uns auch außerhalb des Alcazars vertragen*, meinte er lächelnd, und er fpidte eine Delle den Liebens- würdigen Mit Erfolg, wie er merkte.
T-as Taft war schwach gefüllt. 3n den Nischen drückten sich zerknitterte Paare aneinander. Die Langeweile verzweifelten Vergnügens brannte allen ihren Stempel auf. Man mufete mit den ®offen beulen. ... .
Gratteck ahmte Quevedo nach, seine treuherzige Halunkenmiene, die Beweglichkeit des quabbligen Körpers, das Falsett der Stimme.
Sie lachte Tränen. „Sie hätten Schauspieler wer- den sollen.* __ . .. . .
,3a, ich habe hundert Talente. Aber kems scheint avsuireidfen. um meinen Zeitgenossen zu genügen/ Denn Sie nur das Talent zum Geld haben...
Jjab ich*, tagte er übermütig, und er ahmte ein Weilchen den Seiger aus dem Alcazar nach und
dah sich die Fürstlich Psenburg-Büdingische Verwaltung insoweit an dem Unternehmen beteiligt, al» sie da» gesamte, in der Gemarkung Büdinger Wald für den Bahnbau notwendige Gelände durch da» Feldbereinigungsoerfahren zur Verfügung stellt. Die Verwaltung wünscht sich insoweit an dem Unternehmen zu beteiligen.
Die Vertreter der Stadt Vüdingen gaben die örflärung ab. datz sie im Hinblick auf die ihnen heute gegebenen Aufklärungen dem Projekt sym- pa'.hisch gegenüberfteben und dast das Ergebnis der heutigen Verhandlung wohl geeignet sei, die QfrunMage eines abzuschltestenden Vertrag- bll- den zu können. Einstimmig ist man der Auffassung, dast al- geeignete Form für die Durchführung des Unternehmen- der in der hessischen Gemeindeverfafsung vorgesehene Gemeinbe- verband (Zweckverband) anzusehen ift. Diefem Verband könnten sowohl die Stadt Vüdingen, wie auch die fürstliche Standesherrschaft. letztere al- Inhaber der Gemarkung „Büdinger Wald" angebönm. Die Firma Vafaltsteingesell- schaft und etwaige sonstige Unternehmer können für ihr Einbringen durch Rückversicherungs-, Fracht Vergünstigung-- und ähnliche Verträge entsprechend gekichert werden.
Ohne seine Dame zu fraaen. liest Grotteck den Wagen halten. Er spra— ------ —k "*"'* h-
sriedigt fest, dast weder der Nähe waren.
Manha Rebmann folgte ihm zögcmd in da» (Taf6. ..Es ist schon spät*, sagte sie mit einem Blick auf die Armbanduhr. Aber es schien ihm nicht der einzige Grund zu fein, vielleicht kannte sie hier Gäste, denen sie sich nicht gern an der eeite eines neuen Kavaliers zeigte. Das ging ihn nichts an. Du bist nur dazu da. meine Spur zu verwachen, teure Martha, und nur solange bleiben wir hier.
kommen ausgeg—, _ . r _
der Ausfuhr ist jedoch im wesentlichen auf fatfon- mästige Sinstüsfc zurückzusühren, während der Einfuhrrückgang, der vor allem Rohstoffe betrifft, älS Beweis für den weiteren Konjunkturrückgang angesehen werden farni. Bei genauer Betrachtung der Austenhandelszikfern must sich also die Heber^eufluna durchsetzen, dast fein Grund zu besonderer Freude vorhanden tst. Zum Wochenschiust trat baß Ausland wieder mü ein .gen Kaufaufträgen hervor. Die Haltung war allgemein weiter befestigt und für Spezia!werte auch lebhafter Iw Vordergründe standen wieder Glektrowerte. vor allem ASG und Siemens, bi« merklich anziehen konnten. Lebhaftem Interesse begegneten ferner wieder die Äaliaftien auf den weiter günstigen Absatz, besonders nach dein Auslande. Auch erhofft die Börse ein Bezug-recht im valzdetfurthkon»ern. Auch Montanwerte waren auf die anhaltend festen Sisenerportpreise stärker beachtet. Die Farbenaktie trat dagegen wieder stark in den Hintergrund Recht unerfreulich waren die Ereignille am Markte der RSU-Aktien. Auf die Ungewißheit über das Au-mast der bevorstehenden Sanierung — in Börsenkreisen sprach man zunächst von einer Zusammenlegung des Aktienkapitals im Verhältnis 3:1. schließlich sogar von 5:1 - wurde da- Angebot so dringend. dast der Kur» eine Reduzierung von 49.5 Prozent auf 30 Prozent erfuhr. 3m Zusammenhang damit waren auch Daimler abgeschwächt und gingen unter pari Man glaubt.
beiten tätig. ~ ri ___ ...
Sin Schmerzenskind der Polizei war schon seit dem Jahre 1880 das Polizeiamts- gebäu de. von dem man angesichts des $>aufe« Weidengasse 5 wohl unwidersprochen sagen bann, dah es nicht nur in seinem Aeustern. sondern auch in seinen Raumoerhältnisfen gänzlich unzulänglich war. und dies im Lause der Jahre mit dem Anwachsen der Polizeiausgaben immer mehr geworden ist. Aach vielfachen Bemühungen zur Behebung des liebe(ftanbefl. in deren Verlaus verschiedene Projekte erwogen wurden, kamen die maßgebenden Stellen endlich im 3ahre 1927 zu dem entscheidenden Entschluß: die frühere Zehntscheuer neben dem Kreisamt wurde einem gründlichen Umbau unterworfen und als zeitgemäße- Polizeiamtsgebäude hergerichtet. 3n eifriger Arbeit wurde der Vollendung des Umbaue- zugestrebt. iedoch gelang es nicht, der Feier des 50iähr.gen Bestehens der Polizei noch eine besondere Weihe durch den Bezug des neuen DienstgebäudeS zu geben da die Baum« bis heute noch nicht fertig- gestellt sind. Der Umzug in das neue und tour- dige Hrim soll aber noch in diesem Jahre et* ^3^ schlichter Weise, wie die Polizei ihren Dienst für die Bürgergrsamthnt btefec stets ge-
„Defeppers? Wer ist denn bas?* Er mar immer noch mit her Beobachtung der Straße beschäftigt, und es war ihm sehr gleichgültig, wer Dekepper» roaren, aber er mußte doch auch em wenig zur
,Lch habe gar keine Erfahrungen, und das ist es ja eben."
„Also. Kurt Grotteck *
'Nein."Das bin ich nur von Quevedos Gnaden Es ift ein Spitzname den ich meiner, wie Sie zu- geben müssen tadellosen Haltuna verdanke. Ich habe nicht einmal den einfachen Adel.
Mötzlich fühlte er sich verfolgt und umstellt. Es mor t”n rrduer ffln.nb bofür «ndupeben. Sb« fern flnftinft war ja Grund genug — und dann diese iunaen Leute die hinter ihm lärmten und hartnäckig in seiner Kielfpur zogen. Als er mit feiner die Straße überquerte und sie tm gleichen ^0 W.n.M.e «: bo, Spld b^nnt fd>on.
Aber gleichzeitig erwachte die Lust am Kamps, die Freude an der Spannung, am Zug um Zug ffir liefe ein Auto halten, das sast die Bord- schall! streifte, fragte nach MartK» «dresie und rief sie laut dem Chauffeur 3u: ..steinftrafee km. Einen Augenblick später nickte der °
„Denken Sie, ich bin noch niemals Auto g«fah- "jÄnld mu8 man 1= moV anfaneen/ Sr
ÄWM Än auf
der Straße.
Sie haU-n atfo kein Aula
Fuß war keine Verfolgung zu furchten. Lder
L am Ende nur harmlose Leutchen flem^en. Ne ihn und seine Begleiterin nur em biMg rempeln wollten? Die Stunde wäre ia recht oer führerisch gewesen. . , . -
„Wir müssen aber schon cm a-templatz da't-.
begann seine Begleiterin, die er fast vergessen - ,^ch kann doch nicht im Auto vorfahren, a- denken Dekeppers sonst von mir?*
Qto 1. Oktober 1928 kann die Polizei der Stadt Siesten auf die 50. Wiederkehr des Lagos lurücfMidcn. an dem sie im fahre 1878 durch ein .Tteglemen» bett, die Organisation des Polizei- Aussicht^enstes in der Provinzialstauptstadt Eiesten* einer durchgreifenden Aeu^taltung unterzogen und damit in grundlezender Sonn für die späte« Zeit inhituiert wurde. Gin halbes Jahrhundert ereignisreicher von mancherlei Wandlungen erfüllter Tätigkeit verbindet fett- dem die Polizei mit unserer Bürgerschaft Daß die Organe ber Polizeibehörde in allen Dienst- MDtigen während dieses halben Jahrhunderts treue Sachwalter der A lgerneininterelsen waren und dast enge Bande zwischen Polizei und Bur- gerfefeaft ihre belebende Kraft zum Butzen beider Teile wirksam werden l cfeen. find erfreuItd» Tatsachen dieses Stückes Giestener Lokalgeschich e deren wir heute gerne geEk'-Icn
Aus Anlaß des 50jährigen Bestehe n- der Giestener Polize i hat deren Leitung ein.- Festschrift Herau-gegeben, dta ^nter-llantc Einblicke in d.c Geschichte dieser 3aÜUutitm ge- wäfert Bi» auf die Anfänge polrzetlichcr Tätigkeit in der Stadt Diesten unter bem Lmidgra en Pftilipp dem Großmütigen im 3ahre 1530 wird in der Festschrift zuruckaegriffen. Don diesem Ausgang-rur.kt an werden bie verichtedenen «feafen der Polizeigeschichte un'erer Stadt m X Zügen geschildn-t und '^14 da- ge- schichtliche Werden in dem letzten Halchahrhundert eingehend dargestellt. 3m Rahmen unseres Ar- tikcls möchten wir der Zeit vom 1. Oktober 1878 bU 1. Oktober 1923 daS besondere Interesse unserer Tlttbürger zuwenden.
Die Aeuorgant'ation der Polizei am 1. Oktober 1878 trat, nach der erwähnten Denllchrist. mit einen Perfona. von einem Polizeiwachtmeister und 14 Schutzmännern in Kraft Da da- seitherige Wachtlokal im Alten AathauS den durch Ke vermehrte Mannschaft gestellten Anforderungen nicht mehr genügte, wurden im Hause der Gebrüder Hochstätter in der Schloßgafse zwei Räume gemietet, von denen einer als Wacht- ftube für die Schutzmänner, der andere als Bureau des Potizeiwachtmeisters biente; von hier aus wurde der gesamte Aull^chtsdienst au-geübt Das Bureau der Polizeiverwaltung, die aus dem Po.-.zeikommi'lär und einem Pollzeischreiber bestand. verbixd in den seitherigen Räumen un grostherzogl cheii RegierungsgedLude. 3m 2ahrc 1880 wurde das Wachtiokal m der Schloßgalle durch die Stadtverwaltung getünbigt Am 12. April 1880 siedelte die Polizei in bic frühere Realschule m Hause Weidengasse5 über in bem zwei Zimmer für bic Polizeiwache und den Polizeiwachtmeister, sowie ein Arrestlokal zur Verfügung gestellt würben. Gegen bie ileber- fieMung in dieses HauS hatte sich die Polizeiverwaltung mit allen Mitteln gesträubt, weil das Haus wegen seiner versteckten Lage an einer wenig besuchten Strafte als für Polizeizwecke ungeeignet bezeichnet wurde Das Strauben gegen das neue Heim Hieb jedoch vergeblich. 3m Februar 1881 siedelte auch die Polizeiverwaltung in die Weidengall« 5 über, da bie Räume im Damaligen Regierungsgebäude anderweitig gebraucht wurden. Durch Vroftherzogliche Dersu- aung vom 14. April 1882 wurde di- Bezeichnung der Dienst stellen in „D r o st h e r zo g l i ch e s Polizeiamt Gießen" umgcttxmbelL Am 1 Januar 1885 wurde die SelterStorwache er- Öffnet, d« erst im April 1918 wieder aufae- hoben wurde. 3m 3ahre 1903 wurde bie mHi- tLrllch« Organisation bet Schutzmannschaft durchgeführt. Am 1. Oktober 1903 konnte dw Schutz- Mannschaft Sieszen, bic inzwischen aus 24 Schutzleute und 5 HllfSschutzleute an gewachsen war, auf chr 25jähriges Bestehen zurückHickai. Bon den ersten 14 Schutzmännern, die bei ber Gründung der Schutzmannfchaft eingestellt worden waren, standen an diesem 3ubiIäumÄtage noch drei im Dienste der Gießener Polizei, nämlich ber Polizeiwachtmeister Kasper und die Schutzleute Göbel und P f e ff c r , 3n den folgenden 3ahren stieg die Zahl ^r Schutzmannfchaft bis zun, Ausbruch des Weltkrieges auf 28 Mann Rach bem Krieg°ende wurde, um ber
dann den allen Komiker dort. ,,2Iu» welcbem Musi- eimer der Menschheit ist er wohl gezogen?*
Sie sah verletzt drein, und er wurde ernst „Fühlen Sie sich wohl dort? Sie sind doch fo ganz anders.*
,Lch bin erst kurze Zeit dort*, sagte fie, abge- wandten Kopfes, wie belchäml.
Er tröstete sofort: „Ls ist ja fehr interestant dort. Eine bunte Gesellschaft. Ich glaube, man könnte hort allerlei erleben. Nein, ich begreife, daß Sie sich dort eine Welle wohlfühlen. Quevedo ist ja kein Menschenfrrsier, und schsimmstenfall» wäre ich ja auch da *
„Sie kommen selten.*
„Willen Sie das auch schon? Aber ich könnte mir Leute denken, die mir verübeln, daß ich dort- hin komme.*
„Ihre Famllie?*
„Nein. Die ist weit von hier, und bann bin ich jo auch so ziemlich erwachsen.*
eie gab sich einen Ruck. „Offen gestanden, ich wunderte mich heute auch. Sie dort zu sehen.*
„Ich a?ar auf der Flucht .. .*. begann Grotteck, die Wollust des gefährlichen Spiels auskostend.
„Auf der FlucH? Wovor?*
„Dor mir selber*, vollendete er lachend _2öie sagte doch der Weise? 34 habe noch feinen Men- j(feen glücklich gesehen, es fei denn, er wäre trunken gewesen.'*
.Das ist eine böse Weisheit *
,3a. Wahrheiten werden selten kandiert überreicht. Uebrigen» hat er die Kunst und die Arbeit der Hönde vergessen. Ich glaube, man kann hier das Glück finden, das keinen Nachgeschmack hat. Na. wir sind schon ins Philosophieren hinein-
Gin Vüdinger Vahnbaupwjeft.
! ! Bübingen, 27 Sept. 3m Saale des altehrwürdigen Rathauses fand gestern nadxmttag eine bcnltDürbigc Sitzung stoüt. Bürgern«, st er Hildner hatte bie Herren der 3cra>alrunqfr- unb R«vk«komnnssion in Verbindung mit ber Frnanzkvmmiffion. ferner bie 5adH'crftänbigcn, 3ng. Schmidt und Aet t (Frankfurt a. M.'. den Vertreter der Fürstl. Vsmburg-Büdingifck>m ReTttkammer. Kammerdirektor Dr. Weimer, sowie den Vertreter ber Firma Basaltsteingefell- fchaft. Direkwr Dr. Stein, einyelab.-n. um über bk Erbauung ber Eisenbahn-Teilstrecke Bübingen-- Ochsengemäul zu beraten, ein Ereignis, bas geeignet sein dürfte, die Hoffnungen oezügltch des Seemenratbahn- projektcs neu aufleben zu lassen.
Direktor Dr. Stein gab zunächst einen lieber- blick über bie für den Betrieb ..Basaltsteinbruch Ochsengemäul* blstedenden Persoektioen. wobei er anfuhrte. daß zur Zeit die Jahresproduktion des Werkes rund 60 000 Tonnen betrage, daß jedoch diele Produktion ohne weiteren Ausbau des Werke» auf rund SO. bi» 100 000 Tonnen gesteigert werden könne, wenn die enormen Transportschwierigkeiten per Lastauto in Wegfall kämen Direktor Dr. Stein glaubt sogar eine vier» bi» fünffache Produktion und die damit verbundene 81rbeüerbe|dxi|tigung in Aussicht stellen zu können, wenn endlich da» Bahn- Projekt zur Ausführung gelange. Die Beteiligung an den Kosten des Dahnbaues. die nach Mitteilung der Sachverständigen etwa 700 OdO Mark betragen wer- den, soll seitens der Dasattsteingesellschast in der Weise erfolgen, daß gegen gewiße Sicherungen ein Zu schüfe in Form von Baumateriallleferungcn in Höhe von 150 000 Mark geleistet wird. Die Dasaft- sieingeseUschaft ist jedoch auch bereit, einen Teil de» Zuschusses in bar, resp. als Zinsgarantie für obigen Betrag zu übernehmen.
Die Sachverständigen beurteUen da» Projekt in- fasern als günstig, als bei einem Abtransport von 135 000 Tonnen Basalt und 5000 Tonnen Holz pro
Geld hin.
Er mußte hier fort. Da» hatte er neben diesem unbekannten Mädchen zu fachen, mtt dem ihn eine ftüchtige Laune zafammengeworien oder der Wunsch, die nächste Stunde nicht allein zu bleiben? Wer nwr sie denn? Er wußte nur, daß sie eine Klavierspielerin in einem Tingeltangel war, mäßig hübsch, die der ersten Einladuna gefolgt war. Sie würde auch Kieweninps Einladung gefolgt fein, wenn er sich die Muhe gemacht hätte. Wie kam er eigentlich auf Hiemening?
Nein, da tat er ihr doch wohl Unrecht. Ihre Haltung im Alcazar war tadellos gewesen. Au» dem Bedürfnis, dies gedachte Unrecht gutzumachen, ließ er den Inhalt der Kuchenschüsiel für sie ein-
Jahr unter Anwendung eine# FrachtsaNe» 90 Pfennig pro Tonne, sowohl die Verziniunl Abtragung des Kapitals, wie auch die Bet kosten vollauf gedeckt würden.
Wirischast.
Dochcndenchl
vom Sranffurter (iffeftenmarff.
D«e Börse stand m dieser Woche tin Zeichen des Quartalsultimos G.ne Belebung des Grichäftes konnte »war zunächst wieder nicht ein- treten, da Publikum und Ausland in ihrer Otutrcfkloftflfcit verharrie'. doch war die Stimmung allgemein e:was fester. Die Tat'ache. daß nunmehr nur noch einmal monatlich Viauibolion stattftndet. hatte die CpeMaiton. die ihre Engagement- kenne 33 Tage duichhalten wollte, dazu veranlaßt, dr Ultimovorbereirungen frühzeitig zu beginnen und ihre Positionen abzubauen. Infolge d.efer umfangreichen Borberri- tunacn ergaben sch am Tage der Prämien- ert.ärung Enne besonderen Schwierigkeiten mehr, wenn auch noch etwas Prämtenware herauskam. die einen g'willen Druck auf das Kur-nw«u ausübte öm Ausgleich wurde feergestellt durch bk Nachfrage, die sich auf etrngen Märkten per Ultimo Oktober bemerkbar machte Durch den Wegfall de- Handel- per Medio traten bei den Oftobcrfurien gegenüber den Kurien per September naturgemäß größere D.llerenzen auf. als man sie bis Jetzt an den Stichtagen gewohnt war. «Der Report ging in vielen Fällen über diese Kursunterschiede dinauSll Starke Zurückhaltung verursachten wieder die Betrachtungen der Geldmarktlage vor dem Zafeltag war Tagesgrid stärker gesucht, so daß der Satz, der sich die Woche über auf 6 Prozent hatten konnte, auf 7d Prozent erhöht wurde Der lermtn- gelbmarft blieb unverändert steif 3n Börsen-^ Freden glaubt man mit einer sehr starken Tin»w spannung der Reichsbank zum lllllmo rechnen äu müllen aus den MonatsbLanzen der Kredit- banfen war bere.ts eine starke Illtimoverknap- pung crschllich. Man befürchtete nun für bie Zukunft, daß neben dem großen Bedarf der 3n- dustrie und der Kommunen die Rachfrage seitens der Landwirtschaft zum Zwecke der Erntefinanzierung erheblich stärker wird. An der Börse wurde vieftach die Hoffnung gehegt, daß gegen Ende Oktober weder neue Au-'.andmüeihen in Gang kommen werden. Diese Kreise sanden iferc Mei-


