Ausgabe 
29.3.1928
 
Einzelbild herunterladen

Bartn-tny-

865t

-Vaidersund-

225

Iberdeen.

damofl «Äß

ScM---

mUlnoc/j,den 2&. 772£73 28. ftabendf.

Annahme des Etats im Reichstag

von Weimar beseelt habe. ES fand eine eingehende Aussprache allgemeiner Art statt, die sich auf Fragen der Weckung des po­litischen Verantwortungsgefühls des deutschen Staatsbürgers, auf die Betonung und Vertiefung des sozialen Cha­rakters der Demokratie, auf den Aufbau unseres Volkstums auf den geistigen und sitt- lichen Kräften des Christentums und schließ­lich auf die Ziele unserer Außenpolitik be­zog. Grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten er­gaben sich dabei nicht. Der Parteivorsihende Dr. Marx, wie auch der derzeitige Führer der Reichstagsfraktion Dr. S t e g e r w a l d, stellten mit Genugtuung fest, daß die Versicherung Dr. Wirths, sein- weitere politische Wirksamkeit i n - nerhalb der Partei und der Fraktion zu betätigen, die Kampfesfront für die Wahlen völlig geschlossen habe.

Ohne sine Stärkung der Macht des Finanzmini- sters im Sinne unserer Forderung muh dos parlamentarische System an der jetzigen Parla­mentarischen Ausgabenwirtschast zugrunde gehen.

Abg. Dietrich-Baden (Dem.): Die größte Sorge bereitet der Fraktion djy Fortsetzung des finanziellen, verwaltungsmäßig imb wirtschaft­lich untragbaren Verhältnisses zwischen Reich, Ländern und Gemeinden. Die Länder sind zu einer Ausgabenpolitik verleitet worden, die in dem Augenblick katastrophal werden muß, in welchem infolge peränderter Wirtschastslgge die Steuereinnahmen des Reiches zurückgehen. Für das Reich war die Folge dieser verhängnisvollen Politik, daß ihm die Mehreinnahmen nicht zur Verfügung standen, um die notwendige Steuer­senkung durchzusühren. Die Finanzpolitik hat sich unter dem gegenwärtigen Finanzminister mehr und mehr in bureaukratisch- fis­kalische Dahnen verlegt. Schließlich sind unhaltbare Zustände dadurch herbeigeführt wor­den, daß nach dem Zusammenbruch der Koalition der Etat noch durch einen schwerwiegenden Er, gänzungsetat erweitert wurde. Die dL.no» kratische Fraktion ist daher nicht in der Lage, dem Etat für 1928 zuzustimmen.

Abg. Dr. Cremer (D. D.) erklärt, die Volks- Partei sei sich bewußt, daß sie mit der Zustim­mung zum Etat eine große Verantwortung über» nehme. Es komme nun darauf an, ob sich das Rotprogramm tatsächlich im Rahmen des Er- gär zungsetats durchführen lasse. An der Spitze der Finanzpolitik müsse jetzt der Grundsatz stehen, die Steuerkraft der Wirtschaft zu schonen, damit sie den Wiederaufbau aus eigener Kraft und nicht durch dauernde Abhängigkeit vom Ausland­kapital vornehmere kann.

Reichsfinanzmimster Dr. Köhler erklärt sich einverstanden mit den Ausschuh­anträgen, die eine solide Zinanzwirtschast und klare Etatsverhältnisse verlangen. Es komme we­niger auf Paragraphenbestimmungen über die Zuständigkeit an als auf die Gesinnung, mit der das Parlament seine Ausgabenwirtschaft treibt. Die von Dr. Hilferding angeführten Zah­len könnten irreführend wirken, weil sie nicht die

Ministers so stärken, wie sie im alten Preu­ßen mit seiner ausgezeichneten Finanzwirtschaft war.

Unser eigentlicher innerer Etat wird ja immer mehr vermindert, weil der Löwenanteil unserer Mittel als Reparationslast ins Aus­land fließt. 2Nit dem Vorredner bin ich der Meinung, daß wir nicht weiter von Jahr zu Jahr die Ueberweisungen des Reichs au die Länder steigern können. Die Länder müs­sen sich e i u s ch r ä n k e n. Es ist aber der Gipfel der Verlogenheit, wenn die Entente uns vorwirft, wir brächten einen gerechten Finanz­ausgleich nicht fertig. Dieser endgültige Finanz­ausgleich ist nicht möglich, bevor nicht unsere Dawesoerpslichtungen endgültig geregelt sind. Das Ausland hindert uns also am endgültigen Finanzausgleich. Diese Blut- steuer ans Ausland lastet aus jedem einzelnen Deutschen. Jede einzelne deutsche Familie ist mit 600 Rlart an den Auslandsschulden beteiligt.

polnischen Problems wenigstens Wege findet, die eine einigermaßen günstige Entwicklung der polnisch- litauischen Beziehungen gewährleisten.

Die beiden Führer. Woldemaras und Zaleski, werden sich wohl dieser Schwierigkeiten bewußt sein. Beide versprechen eine aufrichtige Absicht, zur Einigung zu kommen. Dazu kommt noch, daß auch der Völkerbund seine Bereit­schaft eventuell vermittelnd mitzuwirken, zuge» sags hat und Herrn Deelaerts van Blök- land, den holländischen Außenminister, schon jetzt zur Verfügung hält, um ihn, wenn es notwendig werden sollte, nach Königsberg zu schicken. Ent­scheidend dürfte schließlich auch sein, daß sich doch alle dessen bewußt sein werden, daß bei einem eventuellen Scheitern der Königs­berger Kompromißverhandlungen die Verant­wortung für die Konsequenzen, die sich daraus ergeben würden, zu groß wären, als daß sie einer aus sich nehmen könnte. Es steht des­halb zu erwarten, daß auch Herr Zaleski ver­suchen wird, Mittel für ein derartiges Kompro­miß, das wenigstens einigermaßen den An­sprüchen der beiden Länder gerecht würde, zu finden. Woldemaras wird sicher nicht mit der radikalen Forderung nach einer sofortigen Rück­gabe Wilnas auftreten, vielmehr versuchen, ent­sprechend seiner Regierungserklärung vom vo­rigen Jahre so viel zu erreichen, wie nur irgend möglich. Ganz Europa aber wird diese Konferenz mit Interesse verfolgen, handelt es sich doch schließlich um ein Problem, das wohl in der Lage ist, eine Beunruhigung des ganzen europäischen Erdteils zu verursachen, wenn sich diese beiden an und für sich kleinen Staaten nicht einigen könnten, und der Konflikt zwischen ihnen eventuell Maße annehmen würde, die in ihrer Auswirkung noch gar nicht zu übersehen sind. Mag Königsberg ein Wegstein der polnisch­litauischen Verständigung werden im Interesse der beiden Länder, im Interesse von Europa.

gebenden Einfluß erreichen können und ihr parteimäßiger Aufbau auf einer Ver­kennung des Wesens des politisch-parlamenta­rischen Symstems beruht.

Wirth und das Zentrum.

Berlin, 29. März. DieGermania" teilt varteioffiziös u. a. mit: In einer Besprechung des Parteivorsitzenden Reichskanzler Dr. Marx mit Mitgliedern des Parteivorstandes ergab Jid) völlige Einmütigkeit in dem Sinne, den Wahlkarnpf in größter Geschlossenheit durchzusühren. Dr. Wirth nahm Gelegenheit, die Beweggründe darzulegen, die seine von der Reichstagsfraktion abweichende Haltung in den letzten Jahren bestimmt hatten und be­tonte, daß seine politische Einstellung der Sorge entsprungen sei, es möchte die deutsche Demo­kratie dem Geiste untreu werden, der die Arbeit

in dem der sozialdemokratische Reichstagsabge­ordnete Dr. Q u e s s e l sich gegen die Schaf­fung neuer Stellen und neuer Ausgaben in Hessen wendet. Ohne persönlich werden zu wol­len, müsse man doch erst den Rachweis der Qualifikation des Vorgeschlagenen verlangen. Er fordert, daß von den in höhere Stellen Stei­genden, die nicht aus der Beamtenlaufbahn her­vorgegangen sind, eine gewisse Vorbe­reitungszeit durchlaufen werden müsse. Man habe bisher in Hessen nur die Mittelmäßigkeit hochgezogen. Er lehnt die Vorlage ab.

Abg. v. d. S ch m i t t (Komm.) wendet sich zu­nächst gegen die Ausführungen des Vorredners. Sachlich müsse er sagen, baß bei der gegen­wärtigen Rot der Kleinbauern und Kleinhand­werker es ungerechtsertigt sei, neue Stellen zu schaffen. Abg. Werner (Dn.) erklärt die Ablehnung der Deutschnationalen gegen die Vor­lage. Die Vorlage wird darauf gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei, des Bauernbundes, der Dolksrecht- partei und der Kommunisten angenommen. Rach kurzer Pause folgt

die Beratung eines Steueroorausz ihlungsgesehes für 1928.

Abg. Dr. Aiep 0 th (D. Dp.) lehnt das Ge­setz als Ganzes ab. Rein agitatorische Gesten der Koalitionsparteien dürfe er nicht unter­stützen. Er erkennt an, daß die endgültige Er­ledigung der Vorauszahlungen für 1925 und 1926 auf die Sondergebäudesteuer zu begrüßen sei. Sie entspreche den Wünschen unb Anregungen seiner Partei. Ganz anders sei es mit dem Vorschlag der Regierung aus Regelung der Gewerbesteuer 1927. In Konsequenz der Haltung vom Sommer vorigen JahreS verlange er Veranlagung für 1 9 27. Wenn die Regierung im Finanz­ausschuß erklärt habe, die Kräfte der Finanz­ämter reichten dazu nicht aus, sei das nicht stich­haltig: denn die Regierung habe für die nach­trägliche Veranlagung für 1925 und 1926 die Beamten ja auch parat gehabt. Er wäre mit der Vorlage einverstanden, wenn für 1927 Nachlässe einträten, falls sich die Veranla­gung für 1928 niedriger stellt. Die ganze Vorlage sei eine glänzende Rechtfertigung der Politik seiner Fraktion.

Abg. Angermeier (Kom.) lehnt die Vor­lage ab. Die Zahlungen seien für die Klein­bauern und kleinen Gewerbetreibenden einfach unmöglich. Er führt dann Beschwerde gegen das Landesfinanzamt Darmstadt, das sich gegen Steuernachlässe stets ablehnend verhalte.

Abg. Lux (Soz.) legt kurz dar, daß das Gesetz angenommen werden müsse, weil spnst ab 1. April ein gesetzloser Zustand eintvete und die Regierung keine Mittel in die Hand be­komme zur Besoldung.

Abg. Leuchtgens (Dauernbd.) erkennt an. daß die Regierung sich bemüht habe, die Vor­aussetzungen für den endgültigen Abschluß der rückständigen Vorauszahlungen zu schaffen und auch in ihrem Rundschreiben an die Finanzämter verschiedenen Wünschen nachgekommen sei. Ledig­lich gegen die Forderung der Regierungsvor­lage, auch die Steuersätze für das kommende Jahrnach den jetzt gelten­den Sätzen zu erheben, müsse er sich wenden. Falls die Koalition seinen diesbezüglichen An­trägen abgeneigt sei, müsse seine Fraktion die Vorlage ablehnen.

Abg. Kindt (Dn.) lehnt die Vorlage einer Regierung, die sein Vertrauen nicht habe, ab. Ihr könne er nicht Helsen.

Abg. Wolf (Vrechtspt.) lehnt im Ramen seiner Fraktion die Vorlage ab. Die Regierung habe Vollmacht, alles zu tun, waS sie wolle.

Abg. A x t (Vrechtspt.) fragt wegen der rück­ständigen Vorauszahlungen aus dem Jahre 1924. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß es sich hier um festgesetzte, nicht gestundete Steuerbe­träge handle. Härten beim Einzug würden ver­mieden werden.

Die einzelnen Artikel werden darauf mit den . Stimmen der Koalitionsparteien unter Ab­lehnung aller Aenderungsanträge angenom - m e n. In der Gesamtabstimmung wird das Ge­setz in erster und zweiter Lesung genehmigt gegen die Stimmen der Rechten und der Kommunisten.

Fortsetzung: Donnerstag.

Aus dem Finanzausschuß.

Darmstadt. 29. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages erledigte in seiner Sit­zung am Mittwochnachmittag die noch aus­stehenden Gehälter der Besoldungsgruppefeste Gehälter". Bei Gruppe la (Staatspräsident) und Gruppe Ib (Minister) wurden je 2000 Mark jährlich gestrichen. Diese 2000 Mark werden jedoch als Aufwandsentschädigung eingesetzt. Die Gruppen 82, 83 und 84 werden um je 1000 Mark gekürzt. Es handelt sich um Ministerialdirektoren, Staatsräte, Ge­neralstaatsanwalt und Landgerichtspräsidenten. Die Regierungsvorlage, wonach im Patholo­gischen Institut in Gießen Anbauten vorgenommen werden sollen, wird in Höhe von 85 000 Mark und 23 000 Mark g e nehmigt.

Berlin, 28. März. Aus der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haushaltes der «Allgemeinen Finanzverwaltung". Der HauS- hqltsausschuß legt Entschließungen vor, in denen u. a. eine Reform der Reichshaushaltsordnung und eine klare Scheidung zwischen den Posten des ordentlichen und außerordentlichen Etats ent­sprechend ihrer wirklichen etatrechtlichen Bedeu­tung gefordert wird. Aba. Dr. Hilferding (Soz.) weist darauf hin, daß 1924 1,10 Milliarden Üleberschuh in der Reichskasse waren. Die Steuer­senkung durch Reinhold sei berechtigt gewesen. Die folgenden Etats seien nur mit Hilfe des Lleberschusses von 1924 in Ordnung gebracht worden. Im außerordentlichen Etat von 1927 sei ein Defizit von l1 /, Milliarden gewesen. Jetzt seien noch 853 Millionen Defizit vorhanden, für die keine Deckung vorhanden sei. Dabei haben sich die Einnahmen um rund 2 Milliarden in diesen Jahren gesteigert. Diese Einnahme­steigerung ist im wesentlichen von den breiten Massen aufgebracht worden. Sie tragen 3/s, der Besitz 1/3 der Lasten. Die in der Lex Brüning enthaltene Zusage einer Herabsetzung der Lohnsteuer ift nicht eingelöst worden, die Zusage einer Erhöhung derDermögens- steuer auch nicht. Darin zeigt sich die antisoziale Tendenz unserer Finanzpolitik.

Wir wollen nicht die Bewilligung von neuen Ausgaben von einer Zweidrittelmehrheit ab­hängig machen lassen. Das würde einer Minder- heit die Macht geben, jede positive Politik der Mehrheit zu hindern, das wäre eine Aufhebung des gleichen Wahlrechts von hinten herum.

Die Balancierung des ordentlichen Etats ist nur scheinbar. 3n Wirklichkeit weist dieser Etat e i n Defizit auf. Im neuen Etat wird ein Defizit von einer halben, wahrscheinlich von dreiviertel Milliarden zu decken fein. Wir er­warten vom Minister eine offene Erklärung über die Regierungspolitik in der Frage der Auslandanleihen. Die Bilanz der Rechts- regierung ist auch finanzpolitisch nicht erfreulich. Wjr werden unserer Opposition gegen diese Politik Ausdruck geben durch die Ablehnung des vorliegenden Etats.

Abg. Qua atz (Dn.): Es ist kein erhebendes Bild, wenn eine kommende Koalition durch ihren Sprecher sich bemüht, die Arbeit der vergangenen Koalition auf dem neutralen Gebiet der Fi­nanzpolitik vor den Augen des Auslandes her- abzusehen. (Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Wollen Sie toirflid) behaupten, wir hätten durch verschwenderische Wirtschaft das Defizit verschuldet? Wir hatten das Minuserbe der vorausgegqngenen Regierung anzutreten. Das bezog sich be­sonders auf die Sozialpolitik. Es war ja nichts getan für die Desoldungsreform, für die Sozial- und Kleinrentnerfürsorge. Gerade Sie (nach links) behaupten ja immer, es sei auf diesem Gebiet noch nicht genug geschehen. Die notwendigen Mittel dafür hatte Finanzminister Dr. Reinhold nicht hinterlassen. Er hatte die Steuern gesenkt nicht einmal zugunsten einer Stärkung der Produktion, sondern zugunsten eines kleinen Teils des Handels. Der jetzige Reichs- finanzminister hat das Defizit dauernd ver­mindert. Wir wollen die Stellung des Finanz-

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 29. März. Auf deutschem Boden in der altehrwürdigen Ostpreußenstadt wollen sich also nun am 30. d. W. Woldemaras, der litauische Ministerpräsident, und Zaleski, der polnische Außenminister, treffen, um Mittel und Wege zu finden, den nun fast zehnjährigen Konflikt zwischen Polen und Litauen aus der Welt zu schaffen. Die Haltungsweise in diesem Konflikt während der letzten Zeit im Anschluß an die bekannte Resolution des Dölkerbunds- rates vom Dezember vorigen Jahres ist nicht gerade vielversprechend. Ein außer­ordentlich heftiger Hptenwechsel setzte bald nach Genf ein, der fast zu einer Verschärfung der Lage geführt hätte, wenn nicht Professor Wolde- maras im letzten Augenblick den Vorschlag vor­gebracht hätte, am 30. März d. I. in Königs­berg zusammenzukommen, um eine Bereini­gung des Konfliktes zu versuchen.

Wie dem auch sei, es ist immerhin erfreulich, daß man zunächst einmal den Entschluß gefaßt hat, über­haupt zusammenzukommen. Das bedeutet natürlich noch keinerlei Aussicht auf eine Lösung. Man fängt auch zunächst noch recht vorsichtig an. Die großen politischen Probleme, die W i l n a f r a g e im be­sonderen, Hai man vorläufig in den Hintergrund gedrängt. Wirtschaftliche Fragen sollen in erster Linie behandelt werden, Fragen also, die an sich ganz harmlos aussehen, die aber, da sie not­wendigerweise mit den politischen Problemen ver­bunden werden müssen, zu außerordentlich ernsten Verwicklungen fuhren können. Wilna ist ent­scheidend. Zwischen Polen und Litauen gelegen, bildet es gleichsam die Brücke des Wirtschaftsver­kehrs. Die Bahnlinien führen über Wilna, der Njemen durchfließt diese Stadt, auf die die Litauer mit historischer Begründung Anspruch erheben. Hier gilt es also, eine Taktik einzuschlagen, die unter Vermeidung der kompliziertesten Stelle des litauisch-

Eine polnisch-litauische Konferenz

Zusammenkunft Zaleskis mit Woldemaras in Königsberg.

Das Handwerk gegen berufsständische Splitterparteien TerNeichsverband des deutschen Handwerks zu den kommenden Wahlen.

Berlin, 28. März. (WTB.) Der Reichsver­band des Deutschen Handwerks teilt mit: Ange­sichts der bevorstehenden Wahlen machen sich im Handwerk erneut Bestrebungen geltend, die durch die Aufstellung besonderer Handwerkerlisten eine bessere Berücksichti­gung des Berufsstandes durchsetzen wollen. Der Reichsverband des Deutschen Handwerks und der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag als die maßgebenden Spitzenorganisationen des gesamten Berufsstandes lehnen diese Ver­quickung berufs ständischer Inter­essenvertretungen mit politischen Bestrebungen ab, da jede Verbindung mit solchen Zielen die unabhängige freie Willens­bildung in den Spihenverbänden wie auch die entsprechend notwendige freie Vertretung der Interessen gefährde und die berufsständische Geschlossenheit des Handwerks zerschlagen müsse. Grundsätzlich nehmen die Spitzenverbände des Handwerks auch gegenüber den Plänen zur Gründung besonderer Handwerkerparteien eine ablehnende Stellung ein. Sollten tatsäch­lich neue Parteien auf berussständischer Grund­lage einige Vertreter in die Parlamente ent­senden, so wird deren Tätigkeit unfruchtbar bleiben, da sie niemals einen ausschlag­

Sfl"

Kestern der. ou^jederl' hiE? weile" ÄS

£

ö? er 8una<

Kriege lvcr

mit I'rekwr

KL Z nehmen der -Ui dient gemach-, des Gchener bäte Tättglelt, ein liebens charaktervolle ' legen, seinen 1 schast die gegs angenehmer f diese vorttef lrc er sich ebenso allgemeine 2Idi hiesigen Durgei Wesen uni) je gezogenheit unserer 6tadt einigen Jahren des Direltors dieser Stellung rastender Arbc Pflege guter unserem Seme gegangene hint Mitteldeutschen Grundes- und Lücke. Das An und seingesinn: Kreisen unserer Deile lebendig

Protest gege

Auf Einloünn Ortsgruppe Eie Leib eine Pro: gegen die v nexion Deu der Lund der ! nähme gegen E der breitesten Stadt auf feine' sichtbar, daß a kolonialen, ma Deutschlands im Unterstützung jt

Nach den & isnach hm Si berufet in time hmo her uns Habgier der Ei dringend notn Volkes in (Finn die von Englo Ostofrikas in d< nehmen. Trotz dürften wir da nien nicht nutz über das vom hinwegsehcn ü die. Annektion Drücke von K damit ein gi schaffen. Zu b frühere Rotor Kscharakters slch ölt reihen

gesteigerten ReparativnSlasten und viele andere zwangsläufige Ausgabenposten be­rücksichtigt hätten. Don einer verschwenderisch« Wirtschaft könne nicht gesprochen werden. Der Aetto-Etat des Reiches sei vielmehr wesentlich herabgesetzt worden. Der Grundsatz der Sparsamkeit darf auch bei der Aufnahme von Anleihen nicht verlassen werden. Aus­landanleihen der Länder und des Reiches sind zur Zeit nicht zweckmäßig. Allein die Reichs- regterung trägt die letzte Verantwortung für di« Finanzgebarung der öffentlichen Körperschaften: von dem Bewußtsein der Verantwortung ist auch bei ihren Entscheidungen die Beratungs­stelle getragen, die jetzt beschäftigt ist, sich ein Bild über die Höhe des bestehenden Gesamt- bedarfes an Anleihen zu machen und zu prüfen, wieviel und was von den vorliegenden Anträgen tragbar ist. Die Prüfung ist soweit fortgeschritten, daß wir binnen kurzem mit ihrem Abschluß rechnen können. Dann wird di« end­gültige Entscheidung über das als be­rechtigt anzuerkennende Maß der Anlechen sowie über Art und Form ausgesprochen werden, in denen die Verhandlungen freigegeben werden können. Dabei wird geprüft werden, für welchen angemessenen Zeitraum der Bedarf der öffent­lichen Körperschaften an Anleihen als gedeckt angesehen werden kann. Mit Genugtuung ist festzustellen, daß die Länder und Gemeinden bemüht sind, mit der Aeichsregierung auf dieser Grundlage zusammenzuarbeiten.

Der Haushalt wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten angenommen. Angenommen wird weiter das Haushaltgeseh, das gewisse Stärkungen der Stellung des Reichsfinanzministers bringt. Ferner der Ergänzungsetat mit dem Teile des Rotprogramms, der 25 Millionen für die landwirtschaftlichen Genossenschaften einsetzt und die zum Rotprogramm gehörende Rovelle zum Gesetz über die Rentenbankkreditan­stalt. In allen drei Lesungen wird ein Jni- tiativgesetzentwurf angenommen, wonach für die Durchführung des landwirtschaftlichen Rotpro­gramms ein 28glieö tiger Reichstags- auss chuß eingesetzt wird, der das Recht er­halten soll, seine Tätigkeit bis zum Zusammen­treten des neuen Reichstages durchzuführen.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Berlin, 28. März. (WB.) Auch in der ersten Märzhälfte ist die Arbeitslosigkeit nur in dem gleichen geringen Umfange zurückge- gangen, wie in den vorhergehenden Wochen: dies dürfte in der HqupHache auf die kalte Witterung zurückzuführen sein, die bis Mitte März angehaften hat. In der Arbeitslosenver­sicherung betrug die Zahl der Hauptunterstüt­zungsempfänger am 15. März 1928 rund 1200 000 gegenüber 1 237 500 zu Anfang des Monats: sie hat also um rund 37 500 oder um 3 Prozent abgenommen. Der Rückgang machte hei den männlichen Arbeitslosen 3,3 Pro­zent, bei den weiblichen dagegen nur 1,1 Pro­zent aus. Die Krisenfürsorge zeigte für den gleichen Zeitraum nur einen geringen Rück­gang von 1,2 Prozent oder rund 212 300HauPt- unterstützungsempfänger am 15. März gegen­über 215 000 am 1. März 1928. Die Zahl der Rotstandsarbeiter hat in dem Berichts­zeitraum wieder um 4,5 Prozent zuge­nommen und betrug am 15. März insgesamt rund 70 800.

Oie Wetterlage.

OWOixentos.® neuer a naro oeaeciu. e weiitia e ctdtcin eRege^

* Schnee & Qr$u»ein e Meoei K Gewitter.(g)wind5tiiie -CS seW leichter Ost _p massiger Sudsuowesi stürmischer «oröwcsft eie Pfeile fliegen mit dem finde Die opoen Stationen sitzenden ZW len gehen die Temperatur an Die unten .erDmcco Orw eit gitiUK* <uf nceresniiteau umaerechnefcn udtdrua

Wettervo raussage.

Ein T«-ilwirbel, der heute morgen über Ost­deutschland lag, brachte dort verbreitete und ercji«= bige Niederschlage. So meldet Magdeburg 18 Milli­meter, Berlin 9 Millimeter Niederschlag. Kühlere Lufkmassen an seiner Rückseite haben auch unser Gebiet erreicht und Temperaturrückgang herbei­geführt. Das nordwestliche Druckfallgobiet hat sich noch weiter vertieft und sein Bor-erseiteneinfluß dürfte uns neben starker Bewölkung auch Nieder­schläge zuführen. Dabei steigen die Temperaturen zunächst wieder an.

Wettervoraussage f ü r Freitag: Zeit­weise stärker bewölkt, Temperaturen wieder an­steigend, später mehrfach Uebergang zu Nieder­schlägen.

Witterungsaussichten für Sams» t a g: Wechselnde Bewölkung, allmählich wieder etwas kühler, strichweise noch Niederschläge.

Lufttemperaturen am 28. März: mittags 10 Grad Celsius, abends 5 Grad Celsius; am 29. März: morgens 4,2 Grad Celsius. Maximum 13,5 Grad Celsius, Minimum 2,2 Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 28. März: abends 8,9 Grad Celsius: am 29. März: morgens 5,7 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 2% Stunden.

l