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** Militärpersonalien unserer Garnison. Oberleutnant Vepp wurde zum A egimentsstab nach Kassel und Oberleutnant rhuchardt zur Mlnenwerserkompagnie nach Reffet versetzt. Leutnant Pe termann wurde mit Wirkung vvm 1. Rovember zum Oberleutnant befördert.
" Abfahrt der 1. Komp, unserer Garnison nach Berlin. Die I. Komp, des hiesigen Bataillons, die ab I. Dezember zur Tachttruppe in Berlin abkommandiert ist, rückt heutigen Mittwochabend 21.20 Uhr von der "«ferne ab und marschiert durch die Oicher
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eirb in diesem Jahre wahrscheinlich zwei Millionen »rreichen. Sie vollzieht sich dank der Organisation rer chinesischen Behörden, die den Auswanderern nid)t nur ihr mandschurisches Siedlungeland im ivraus zuteilcn, sondern oft auch noch Die Jteije= I kosten tragen, völlig reibungslos und erstreckt sich entlang den immer weiter vorstoßenden Bahnen. 3m zweiten Teil seines Vortrags vertiefte und vervollständigte der Redner seine hochinteressanten und -on reichem Beifall belohnten Ausführungen an ^er Hand von Lichtbildern. Die Hörer lernten die Halbmillionenstadt Chardin mit ihren zahlreichen mb Didarligen Kirchen, Tempeln und Graber- ; teldern kennen und verfolgten gespannt bic Aus- I führungen über die schweren Pestepidemlen des letzen Jahrzehnts, die Uebertragung der Pest durch I ten murmeltierähnlichen Tarabagan, und die jungst nergifdien Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung. Sie »-gleiteten die Crpedition von Tsitsikar den Nonni« i j|Ufe in einer Dschunke aufwärts über Mergen in t>ie bisher unerforschten, von Birkenwäldchen, Edel- ureißsteppe und Lärchen-Taiga bedeckten Weiten des Nordens der mandschurischen Provinz Heilungkiang
!und erfuhren dabei vieles über den mandschurischen Lewässerunaslandbau (Sojabohne, Kauliang-Hirse, Leizen, Hafer), über den Gold-, Sohlen« und Eisen« rzreichtum, die großen Holzschätze, sowie die niatc« । teile und geistige Kultur der tungusischen Rest- bölfdjen, der Tahuren und Solonen. H. L.
Zusammenschiuß der Vvgelkenner Hessens
Auf Einladung des Leiters der Vogelzugstation Nainspitze, Dipl. Agr. L. K. M a l d i u e (Mainz) tra« ; fra sich am Sonntag die Dogelkenner und Bogelberm« esr Hessens in Frantfurt a. M., um der Anregung von Professor Balser (Friedbergs entsprechend den schon längst im Interesse der Zusammenarbeit bei her Erforschung der hessischen Vogelwelt erforderlichen ZusammenschlußderDogelkenner Hessens durchzuführen. Durch planmäßige Ein« teilung der Deobachtungsgebiete unter den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft ist es gelungen, ein über ganz Hessen ausgedehntes Beobochtungsgediet ui schaffen, so daß dadurch besonders der seither old zu unmethodisch behandelte Vogelzugforschungs- bienst, ferner aber auch die Vogelschutzwacht und der Dogelschutzerkennungsdienft in hervorragender Weise berücksichtigt werden können. Die wissenschaftliche ' Verarbeitung der Jahresergebnisie hat man in die bewährten Hände von Professor Balser (Friedberg) und Karl Rudolf Fischer (Laubach) gelegt.
Gictzerrer Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem gestrigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,10 btt 2.20; Matte 30 bis 35; Wirsing 12 bis 20; Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Mben 10 biS 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 25 bis 40; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 30 bis 40: Zwiebeln 12 bis 20; Meerrettich 50 bis 1,50; Schwarzwurzeln 40 bis : 60; Kartoffeln 5; Repfel 20 bis 40; Birnen 10 btt 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 btt 1,20; Gänse 90 bis 1,20; Rüsse 60 bis 80; Hier Stück 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20; Endivien 10 bis 20; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Wirsing Zentner 10 biS 12; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15> Aepfel 20 bis 25; Dirnen 10 bis 20; Kar- • toffeln 4,30 bis 4,60.
Daten für Donnerstag, 29. November.
Sonnenaufgang 7.40 Uhr, Sonnenuntergang 15.57 Uhr. — Mondaufgong 17.39 Uhr, Monduntergang 10.23 Uhr.
1797: der Komponist Gaetano Donizetti m Bergamo geboren; — 1802: der Dichter Will;. Hauff in Stuttgart geboren; — 1839: der Dichter Ludwig il„zengruber in Wien geboren; — 1856: der Reichs- Muster von Bethmann-Hollweg geboren.
Borrrotizen.
— Tageskalender für Mittwoch. Lb. Glaubens- und Missionskonserenz des Mis- üvnsbundes Licht im Osten: 19.30 Uhr, De- grühungsvortrag im Saale der Stadtmission, Ükberstrahe 14. — Stadttheater: 20 Mr, „Per en* lomödie". — Deutsche Dollspartei: Lichtbilder- norltag „Don Versailles über London nach Genf". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Rächt ohne Hoffnung". — Astoria-Lichtspiele: „Zwei hvl> usche Tage".
- Stadttheater Gießen. Rus dem ötadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 2D Uhr findet die Erstaufführung von Bruno Franks Lustspiel „Die Perlenkomödie" statt. Spielleitung: Julius Baste. Bühnenbilder: Karl Löffler. Es wirken mit die Damen: Brack, Syfo, Kramer; die Herren: Frank Falkner vom Reuen Theater in Frankfurt als Gust, an 3 teile des plötzlich erkrankten Herrn Ebert- Aiassow, ferner die Herren Linkmann, Ritter, aSttmetl • . ,, .
- Der Missionsbund „Lrcht rm 0 ft e n" veranstaltet von heute bis einschl. nächsten Sonntag im Saale der hiesigen Stadtmillion seine ,'tk Dlaubens- und Missionskonferenz mit Dorträgen. Räheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.
— (Sin Dvrtrag übär den Rudersport. Ruf Deranlassung der Gießener Ruder- T-rsellschaft spricht am morgigen Donnerstag-- lEenb ün großen Hvrsaal der Universität Herr 5>. Bvrrmann aus Berlin über „Rudern — iter Sport für alle.“ Bvrrmann. dem ein Ruf aE8 guter Redner vorauZgeht, ist — so schreibt inan uns — als Dozent an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen in Berlin wie wenige baju beraten, die Schönheiten der Ruderei und ihre Einwirkungen au; Körper und Geist in Wort imb Bild (eine Reihe von Lichtbildern unterstützen beix Dortrag) seinen Zuhörern vorzu tragen. Lille Sportfreunde beiderlei Geschlechts sind zu dem Vortrag eingeladen, der wertvolle Rnregungen Ilitr alle bringen wird. Ramentlich ist auch den Schülern der höheren Klassen, den Lehrern und filtern, sowie der Studentenschaft der Besuch bei Dortrages zu empfehlen. Räheres siehe »estrige Anzeige.
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Buntes Allerlei.
Deutscher Derein gegen den Alloholiömus.
Der Deutsche Derein gegen den Alkoh olismus, dieser große und angesehene Zusammenschluß der gemäßigten Rlkohol- gegner Deutschlands, hielt vom 4. bis 7. Ro- vember 1928 in Münster in Westfalen seine 3 9. Jahre sversammlung ab. Sie war von Dertretern der Reichs- und Staatsbehörden, von Kirchen und Spihenverbänden reich beschickt, aus dem ganzen Reiche und besonders den Industriegebieten außerordentlich besucht. Zum Kampf gegen den Alkoholismus auf dem Lande sprachen u. a. Med.-Rat Dr. Dohrn (Hannover), Pastor Seyserth (Berlin), Frau Dr. von Herwarlh (Berlin). Dorsihende des Reifensteiner Derbandes für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande. Der Rlkoholis- mus, der auch auf dem Lande wieder stark im Dordringen sei, bedürfe gerade dort entschiedenster zusammenfassender Bekämpfung, um unserem Dolle seine letzte Kraftquelle zu erhalten. Das Landvoll selbst müsse Träger der Abwehr werden. Eine Entschließung fordert neben planmäßiger Aufklärung durch Schule und Kirche und Ausdehnung der Trinkerfürsorge auf das Land vor allem der Förderung des Milchverbrauchs und der gärungslofen Früchteverwertung, Unterstützung der ordentlichen Gastwirte, Gründung alkoholfreier Gemeindehäuser u. dgl. — Die 3n« dustriefrage behandelten Med.-Rat Dr. Schröder (Oberhausen), Tlniv.-Prof. Dr. Többen (Münster), Privatdozent Dr. Sartorius (Münster), San.-Rat Dr. Bonne (Adendorf). Die Industrie- arbellerschaft sei sichtlich im Erwachen. Klare Erkenntnis der Rlkoholgefahren setze sich immer stärker durch. Arbeit gegen den Alkoholismus bedinge hier auch unermüdlichen Kampf gegen die Wohnungsnot. — Die Haupttagung begleiteten mehrere Konferenzen und Sonderversamm- hingen. In denen für Trinkerfürsorge und Trinkerheilung wurde in neuerer Zeit stärkeres Dorwalten der Psychopathen und WUlensschwachen und leider auch der Jugendlichen unter den Alkoholkranken festgestellt. Die Derkehrskonferenz brachte umfangreiche neue Statistiken über „Unfälle und Alkohol" und forderte Aufklärung der Cisenbahnbeamten wie der Kraftfahrer, Berücksichtigung der Rl- koholfrage bei den Prüfungen dec Kraftfahrer und Dorsorge für gute alkoholfreie Getränke an Halteplätzen und in Kantinen. Der g ä» rungslosen Früchteverwertung, besonders der Herstellung und Derbreitung guter billiger Süßmost: (aus Aepfeln, Beeren, Trauben) galt eine eigene Fachkonferenz, zum großen Teile auch die Landfrauentagung. Einen Höhepunkt bildete die Studentenversamm» l u n g mit dem glänzenden Dortrage von UniD.» Prof. Dr. Stählin, Münster in Westfalen: „Alte und neue Formen akademischer Geselligkeit". Die Dersammlung war einig in der Forderung der
Straße, Ludwigsplatz, Reuenweg, Seltersweg, Frankfurter Straße, Lieb'.gstraße, Bahnhofstraße zum Bahnhof. Am Donnerstag u n 3.07 Uhr morgens erfolgt von dort die Abfahrt, die Ankunft In Berlin um 2.30 Uhr in der Rächt zum Samstag. Die Kompagnie verbleibt bis zum 1. März bei der Wachtiruppe in Berlin.
*• Dom D. H. C. Die alljährlich wiederteh- renbe Jung°D. H. C.-Führertagung findet am 1. und 2. Dezember unter dem Dorsitze des Obmanns. Prof. Gg. Dender, Frankfurt a.M., in Offenbach a. M statt.
•• D i e Deutsche Duchgemeinschaft veranstaltet morgen nachmittag im Hotel „Prinz Carl" eine Wander-Buchausstellung, zu deren Besuch im heutigen Anzeigenteil eingeladen wird. Räheres in der Anzeige.
•• Einbruch beim Konsumverein. Gestern wurde während der Mittagspause in dem Geschäftslokal des Konsumvereins ein Einbruch verübt. Entwendet wurden aus der Registrierkasse etwa 140 Mk. Bargeld und Sparmarken mit den Rummern 500—750. Personen, die sachdienliche Angaben zur Herbeischaffung des Diebesgutes und zur Ermittlung der Täter machen können, werden gebeten, der Kriminal- Wteilung Rachricht zu geben.
•• Wohnungseinbruch. Der heutige Po- lizeibericht meldet: In der Zeit vom 13. bis 15. Rovember wurden aus einer Wohnung im Seltersweg folgende Gegenstände entwendet: Eine Stahlkassette mit 16 Mark in bar, eine silberne Herrenuhr mit doppelreihiger ilnionteite, ein goldener Rurg mit blauem Stein, ein silbernes Taschenmesser und ein silbernes Kragentettchen, außerdem Disilenlarten auf den Romen „Heinrich Weister, Gießen". Die Ahr ist mit Goldrand und deutschen Ziffern versehen und trägt das Lagerbuch Rr. 14100, das Gehäuse die Rr. 286 800 und die Buchstaben „H. M.'
,e D i e Männer- und Frauen-Der- einigung der Matthäus-Gemeinde veranstaltete am Freitag einen gut besuchten Lichtbildervvrtrag. Garteninspektor R e h n e l t sprach über „Das schöne Italien" an der Hand sorgfältig getollter Bilder, meist eigener Ausnahmen. Kleine Erlebnisse von seinen Stuften» sahrten belebten den Bortrag. Der anderthalbstündige Dortrag behandelte die oberitalienischen Seen, Florenz, Rom, Reapel, Sizilien. Reicher Beifall lohnte den Redner.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 27. Rov. Der Obst- und Gartenbauverein Wieseck unternahm am Montagvormittag bett guter Beteiligung unter Führung des neuen Kreisobstbauinspektors, Di- plcin-Obstbauinspektors E n k l e r einen Gemarkungsrundgang. Herr Enkler hatte hier Gelegenheit, an praktischen Beispielen zu zeigen, wie Obstanlagen anzulegen sind und welche Bodenarten sich am besten für die verschiedenen Obstsorten eignen. Besonders wurde die Wir- 'kung der Schädlinge an den Bäumen und ihre Bekämpfung behandelt. Abends hielt Herr E n k° l e r im Saal von Gerlach einen interessanten D o r t r a g über „Das Anlegen von Ostbanlagen, die Schad tinge an Daum und Frucht, die Bekämpfung der Schädlinge, daS Deredeln und die Auswahl der Sorten". Die von großem fachmännischem Wissen zeugenden Ausführungen des Referenten wurden durch Lichtbilder gut ver- stündlich gemacht. Lehrer Petri konnte mit Recht im Ramen der Anwesenden Herrn Enkler für ferne Führung und den Dortrag danken mit
Abschaffung des Trink z w angs im akademischen Leben. Die bedeutungsvolle Tagung stellte gleichzellig eine Ehrung des Dereinsdirektors, Prof. Dr. med. h. c. Gonse r, dar. Seit 25 Jahren leitet er die Geschäfte des Dereins. Seine Each- lichleit und unermüdliche Tatkraft, seine überzeugende Wärme unb große Organisationsgabe haben viel mit dazu geholfen, daß die Alkoholfrage im Dolke und besonders von den Behörden mehr und mehr als Sache eines jeden Derantwortungsbewuhten ertannt wird.
Bevorzugen Sie bei Frauen langes oder kurzes haar?
Eine englische Zeitung veranstaltete kürzlich eine Rund frage, ob die englischen Politiker bei den Frauen langes oder lurzes Haar bevorzugen. Fast alle Parlamentarier haben geantwortet und eine Majorität von zwei Dritteln hat sich für das lange Haar entschieden. Ein Lord antwortete, daß er sich hüten würde, Partei zu ergreifen, da seine Frau langes, seine Töchter dagegen kurzes Haar trügen. Lord Sydenham entschied sich für das lange Haar, da die Ratur es lang gemacht habe. Ein anderer Lord mißbilligt das kurze Haar besonders bei älteren Frauen, weil kurzes Haar nur zu einem ganz jugendlichen Gesicht passe. Einige Abgeordnete haben sich natürlich der A b st i m- mung enthalten. So antwortete Lord Bir- k e n h e a d, daß er z u alt sei, um sich für eine derartige Frage noch zu interessieren, und der konservative Abgeordnete Sir Ashton Putnal erklärte, daß in seinem Wahlkreis über 35 000 Frauen seien, von denen sich etwa 25 000 bei der letzten Wahl für ihn entschieden hätten. Er würde einen politischen Selbstmord begehen, wenn er durch eine Entscheidung in einer so wichtigen Frage ohne zwingenden Grund eine große Anzahl seiner Wählerinnen vor den Kopf stoßen würde.
Lin schönes Beispiel konfessioneller Duldsamkeit.
Die seit Jahrhunderten bestehenden Nachbarschaften der Stadt Andernach sind rein katholischen Ursprungs und haben auch in diesem Sinne geweihte Fahnen. Im Laufe der Jahre wurden auch evangelische und jüdische Mitbürger aufgenommen. Da nach einem katholischen Kirchengesetz die geweihten Fahnen bei Beerdigung von Andersgläubigen nicht mitgetragen werden dürfen, entschlossen sich die Katholiken Andernachs, den evangelischen Nachbarschaftsmitgliedern eine Fahne zu stiften. In einem feierlichen Akt, an dem alle Kreise der Bürgerschaft teilnahmen, wurde den evangelischen Mitgliedern die Fahne überreicht. Professor Dr. Schwab feierte das Ereignis als einen Akt der Billigkeit und Gerechtigkeit gegenüber den Andersgläubigen. Vertreter aller drei Konfessionen betonten das Gelöbnis der Duldsamkeit zum konfessionellen Frieden.
dem Wunsche, Herrn Enkler noch öfters als Berater in Obst- und Gartenbauangelegenhellcnr in Wieseck zu sehen.
: Großen-Buseck, 27. Rov. Sell Wochen wird von den Bahnhöfen Großen-Buseck und Reiskirchen Material zur Pflasterung der Straße Giehen-Reiskirchen angefahren. Im vergangenen Frühjahr wurde die Strecke von Gießen bis zum Kilometerstein 7 unweit der Ganseburg mit Kleinpflaster versehen, im kommenden Jahr ist die Weitecfüh- rung der Pflasterung biS Reiskirchen vorgesehen. Bei dem sich immer mehr steigernden Derkehr mit den schweren Lastkraftwagen gibt es kaum eine andere Möglichkeit, die Haichtver- kehrsstraßen fahrbar zu erhalten, als sie mit Kleinpflaster zu versehen.
f Obbornhofen, 27. Rov. Bei der T r e i b- j a g d im hiesigen Gemeindewald, die in diesen Tagen stattfand, wurden 8 Rehe, ein Rehbock, 15 Hasen und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Der Jagdpächter. Landwirt Hermann R ü ck - eisen von Wohnbach, hat außerdem in der vergangenen Woche zwei Füchse in Eisenfallen gefangen. — Als Abschluß der Kanalisations- arbeiten werden gegenwärtig die Strahen- goffen in Ordnung gebracht und teilweise einer Reupflasterung unterzogen. Um sauberen Fußes zur Bahnstatton Obbornhofen-Bellersheim gelangen zu können, wurde entlang der rechten Häuserreihe von der Gosse bis wider die Hofreiten Pflaster angelegt. Der erhöhte Fußsteig zum Bahnhof, der durch die Wasserleitungsarbeiten sehr gelitten hat, soll demnächst auch ausgebessert werden.
Kreis Friedberg.
WSR. Friedberg, 27. Rov. Auf unaufgeklärte Weise explodierte gestern in der hiesigen Zuckerfabrik eine mit schwefliger Säure gefüllte Stahlslafche. Durch den starken Luftdruck scheint der mit dem Anschluß beschäftigte Arbeiter gegen die Wand der Saturationspfanne geschleudert worden zu sein, wobei er schwere Verletzungen erlitt. Ein anbecer Arbeiter, der ihm bei der Arbeit geholfen hatte, erlitt durch ausströmende Gase im Gesicht Verlegungen. Als ilrfadje des Unfalls wird angenommen, daß die Flasche vielleicht einen Konstruktionsfehler hatte. Dieser Hnglüdsfall ist in kurzer Zeit der dritte in der Zuckerfabrik. Bei den vorhergehenden Llnglücksfällen waren zwei Tote zu beklagen.
CD Nieder« Flor st adt, 27. Noo. Zu der Bürgermeister wähl am nächsten Sonntag stehen sich 3met Kandidaten gegenüber, und zwar der seitherige Beigeordnete Gastwirt Lux und Weiß bindermeister Stelz. Lux wurde von der Sozialdemokratischen Partei als Vertreter der Arbeiterschaft aufgestellt. Stelz kandidiert für Landwirte und Gewerbe.
Kreis Büdingen.
]:[ Ortenberg, 27. Rov. Am Samstagnachmittag hatte der Zweckverband für Autoverkehr zu Ortenberg die neun in Frage kommenden Gemeinden Ortenberg, Bergheim, Gelnhaar, llfenbom, Gckartsborn, Schwil- kartshausen, Dobenhausen I, Dellmut und Wippenbach mit ihren Bürgermeistern und Semcinde- vorständen zu einer Desprechu rg eingeladen. Ferner war Kreisdirektor Dr. Gähner der Einladung gefolgt. Der zweite Dorsitzende R. S ch w e i d e r t legte dar, daß es für das Fortbestehen der Autvverbindung besser sei, aus dem Zweckverband Ortenbergcr Privatleute eine Aktiengesellschaft der Gemeinden zu machen. Zu diesem Zwecke werden Anteilscheine von je 500 Mark ausgegeben, die je nach Leistungsmöglich-keit der Gemeinden auf diese
verteilt werden. Rach längerer Aussprache über das Für und Wider dieses Planes haben sechs (Eemcinbcn sofort den Dorschlag unterschrieben. Die drei anderen Gemeinden behielten sich die Zustimmung ihres Gemeinderates vor, die im Lause dieser Woche einlau en soll. Hoffenllich kommt eine Einigung zustande, damit die Qluto» Irnic bestehen bleibt.
Kreis Schotten.
I Ober-Lais, 27. Rov. Zu einem außerordentlichen (Erfolg, wurde die hiesige Vorführung des Afrikafilms „Die erwachende S p H i n x' durch die Kulturlichtbildstelle des Kreisschulamtes Schotten. Rachmittags wurde der Film den Schulen der Umgebung vorgeführt, die sich freuen, nun nicht m.hr die wellen Wege nach Gedern zu berartigen Vorführungen zurücktegen zu müssen. Es waren die Schulen von Ober-Lais, Glashütten, Steinberg und Schwickartshausen er- schienen. Die aus Ober-Lais und Glashütten recht gut besuchte Abendveranstaltung, in der der gleiche Film den Erwachsenen vorgeftihrt wurde, brachte ein recht gutes finanzielles Ergebnis, das dem Kreisschulamte Veranlassung geben dürste, auch in Zukunft derartige Veranstaltungen wieder in unserem Dorfe zu unternehmen, zumal die Verhältnisse dafür hier besonders günstig liegen. Senn außer einem recht geräumigen, lustigen ©aal haben wir hier eine sehr interessierte Bevölkerung.
Kreis Alsfeld.
s Ruppertenrod, 27.Nov. Gestern abend ereignete sich hier ein bis jetzt noch ungeklärtes Vorkommnis. Zwei jugendliche Arbeiter aus dem benachbarten Ober-Ohmen gingen in der Nähe des Kaufhauses Hofmann über die Straße, als der eine, der 19jährige R. Philippi, mit einem Schmerzensschrei nach seinem Arm griff. Eine Kugel war in seinen O b e r a r in am Oberarmgelenk eingedrungen und steckengeblieben. Der Verletzte konnte sich mit Hilfe einiger Burschen nach Ober-Ohmen begeben, wo ihm der im Heere ehemals als Sanitäter tätig gewesene Gastwirt Heinrich Krebs den ersten Notverband anlegte. In der Nacht wurde der Arzt, Dr. N e e n aus Groß- Felda gerufen, der den Verletzten sofort dem Krankenhaus in Laubach zuführte. Das Vorkommnis ist insofern e^enartig, als die Wunde (Einschußstelle) schwarze Ränder aufweist, was auf einen Schuß aus nächster Nähe schließen läßt. Zum andern wurde nur ein dumpfer Knall vernommen. Durch die Untersuchung wird die Angelegenheit wohl geklärt werden.
Starkenburg.
WSR. Offenbach a. 01t, 26. Rov. Die Ehefrau Maria Schulz, die bei einer hiesigen Firma beschäftigt ist, stürzte versehentlich in den Schacht des Auszuges. Sie fiel v o in dritten Stockwerk bis in den Keller hinab. Die Frau hat sich dabei so schwere Verletzungen zugezogen, daß sie nach einer Stunde im Städtischen Krankenhaus gestorben ist.
Meinhessen.
Lpd. Mainz, 27. Rov. Die städtischen Körperschaften beschäftigen sich zur Zeit mit einigen Vorlagen über ausgedehnte Rotstands- arbeiten, wofür die Summe von etwa 1 ,2 Millionen Mark vorgesehen ist. Der größte Teil dieses Betrages wird in Form von Löhnen den Erwerbslosen, die bei der Ausführung der Projekte beschäftigt werden, zufließen. Geplant ist der Ausbau von Straßen und die Errichtmig neuer Sport- und Ruheplätze.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
IL Wetzlar, 27. Noo. Wie wir hören, hat die Stadtverwaltung den in voriger Woche vergebenen Bau eines Kalsmunthotels ein st eilen lassen. Die Einstellung dürfte wohl auf die Entschließung der letzten Stadtoerordnetensitzung zurückzuführen sein, bei der von bürgerlicher Seite eine Zurückstellung dieses Projektes gefordert wurde.
WSR. Wetzlar, 27. Rov. Gestern nachmittag fiel ein sechsjähriger Knabe beim Spielen in die Hochwasser führende Dill. Der 20jährige kaufmännische Angestellte Willi Steinbrecher, der den Vorfall beobachtete, warf die Kleider ab und sprang dem bereits sinkenden, von der Strömung fortgewirbelten Kinde in das eisige Wasser nach, und in verzweifeltem Bemühen glückte es ihm, nach zweimaligem Tauchen den schon bewußtlos gewordenen Knaben zu erfassen und an Land zu bringen. Wiederbelebungsversuche hatten glücklicherweise Erfolg. — In Oberndorf, Kreis Wetzlar, stürzte ein elfjähriger Schüler in den hochgehenden Solmsbach. Er konnte sich an einen hinausragenden Baumstamm anflammern und sich selbst wieder herausarbeiten.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 27. Rov. Mit Rücksicht auf die gespannte Finanzlage und im Interesse der steuerlichen Gerechtigleit gegenüber der normalen Grunderwerbssteuer beantragt der Magistrat bei der Stadtverordnetenversammlung, die Erhebung des gesetzlich zulässigen Zuschlags von zunächst V2 Prozent zu der erstmalig am 1. Januar 1929 zur Erhebung gelangenden Grunderwerbsteuer von 1 Prozent des Grundstückswertes vom Grundbesitz der sog. toten Hand zu beschließen. — In der vergangenen Woche sind in Frankfurt insgesamt 500 Ruhrkinder eingetroffen. Sie werden bis Anfang des nächsten Jahres in Frankfurt bleiben und' besuchen hier auch die Schule. — Die beiaimte Frankfurter Opernsängerin Frau Sutter-Kottlar, erlitt gestern abend bei der Aufführung von „ Figaros Hochzeit" bei offener Szene dadurch einen Unfall, daß sie von einer der Treppen im Hintergrund der Szene stürzte und sich Verletzungen am linken Fuß zuzog. Sie muhte sofort ins Krankenhaus gebracht werden.
Briefkasten der Redaktion.
h. B. Die Privatadresse dieser Kinoschauspielerin ist uns nicht bekannt. Fragen Sie beim „Film- Kurier" in Berlin W 57, Blumeshof 3, an.
Berliner Börse.
Berlin, 28. Rov. (WTB. Funkspruch) Bei fast vollkommener Geschäftslosig.eit ist die Tendenz im heutigen Frühverkehr noch sehr undurch- fichttg, zumal Kurse überhaupt noch nicht genannt wurden. Für Spezialwerte herrschte weiter ganz gute Meinung, aus den vorliegenden Rachrichten lassen sich jedoch auf die Entwicklung der Tendenz keine Schlüsse ziehen.


