Staaten $u etieicyen, i»cren moralische Mitwirkung unerläßlich war. Daher habe ich es begrübt, daß Herr Kellogg vom Anfang der aktiven Verhandlungen an. die er mit soviel Klarbllck und AuSdaner geführt hat, dem neuen Patt, für dessen Ausdehnung er ein* trat, den allgemeinen Univers alitätS* charakter beigelegt hat. der den Wünschen Frankreichs voll entsprach. Diese Universalität, die schon in der Konzeption des Pakte- liegt, besteht, wie man sagen kann, virtuell auch in seiner Anwendung, denn die von den zahlreichen Regierungen bekundeten Dispositionen berechtigen uns schon jetzt dazu.
die geistige Gemeinschaft der moralisch bei dieser ersten Unterzeichnung vertretenen Staaten als viel größer anzuseheu, als sie hier in die Er- scheinung tritt.
Und es .st no-twendig, daß olle diejenigen, deren Delegierte heute nicht unter uns Platz nehinen konnten, m dieser Stunde der vollkommenen Einigung unser einmütige- Bedauern über die rein praktischen Rotwendigkeiten wohl empfinden, aus denen ein Verfahren, das zum CGtoble aller den Grsolg des unternommenen großen Werkes sichern und beschleunigen sollte, eingeschlagen werden muhte. So erweitert sich in unserem Geiste die seierliche Versammlung der Grstunter- ac ; ebner des Allgemeinen Paktes zum Verzicht aus den Krieg, und über die Mauern dieses Saales und über alle Land- und Seegrenzen hinaus wird diese weite menschliche Gemeinschaft fühlbar genug, damit wir aufrichtig das Recht hoben, unS als mehr denn vierzehn an diesem Tisch zu betrachten. Deshalb haben Sie auch bemerken können, daß die Regierung der Republik da« Gebäude, das unS beherbergt, in Den Farben aller Rationen geflaggt hat.
Meine Herren? 3m nächsten Augenblick wird der Telegraph der Welt do» Erwachen einer großen Hoffnung milkikn. E» wird für uns eine heilige pflicht sein, nunmehr olle» zu tun, roa» möglich und notwendig sein wird, damit diese Hoffnung nicht enttäuschen werde. Den Frieden zu präparieren ist gut, ist viel. Aber, man wird ihn organisieren muffen. An die Stelle der Gewaltordnungen wird man Rechtsordnungen sehen müssen. Das ist die Arbeit von morgen.
In dieser denkwürdigen Stunde ichwingt sich doS Gewissen der Völker, geläutert von jeder nationalen Selbstsucht, in aufrichtigem Streben zu den reinen Gefi lden auf. wo die menschliche Vrüderlidjtfci't sich im Schlagen desselben Herzens ausdrückt. Suchen wir einen gemeinsamen Gedanken, in dem wir unseren Eifer und unsere Hingabe vereinigen können. Es ist unter den hier vertretenen Rationen nicht eine, die nicht ipr Blut auf den Schlachtfeldern des letzten Krieges vergossen hätte' Ich schlage vor, den Tölen, allen Toten des großen Kruges, das Ereignis zu weihen, da« wir durch unsere Unterschrift besiegeln werden.
Diner und Empfang im Quai d'Orsay.
Paris. 27. Aug. (WTB.) Außenminister B r i a n d gab heute abend im Quai d'Orsay im Ramen drrsranzösischenRegierungan- lüßlich der Unterzeichnung deS Allgemeinen Kriegsächtungspaktes ein Diner, zu dem u. a. erschienen waren, die bevollmächtigten Unterzeichner der verschiedenen Mächte, Darunter Dr. St re fernann. das Diplomatische Korps, die Präsidenten von Kammer und Senat, Minister- ^Präsident P o i n c a r 6 und die Mitglieder der französischen Regierung, eine Reihr von Parla- Mnentarkrn und höheren Beamten deS Ministe- rium«. Im Anschluß an das Essen fand in den 'Räumen des Quai d'Orsay ein Empfang statt, zu dem sich außer den Teilnehmern des Essens zahlreiche Vertreter der Politik. Presse. Kunst und Wissenschaft, sowie btt Pariser Gesellschaft eingefunden hatten.
Telegrammwechsel zwischen Loolidge und Äoumergue.
Paris, 27. Äug. (WTB.) Anläßlich der Unterzeichnung des Kriegsächtungspaktes Hot her Präsident der Vereinigten Staaten an den Präsidenten der französischen Republik ein T e l e g r a m m gerichtet, in dem es u. a. beißt: ,.Es ist für mich eine große Freude und Genugtuung, Ihnen und durch Ihre Vermittlung den Vertretern der in Paris versammelten Nationen meine herzlichen Glückwünsche für den glücklichen Ausgang der von Frankreich und den Vereinigten Staaten eingeleiteten Verhandlungen zum Abschluß des Vertrages zum Verzicht auf den Krieg al« einem Instrument Der nationalen Politik zum Ausdruck zu bringen. Der Vertrag hat leinen Ursprung in dem im letzten Jahre von der französischen Regierung der Rcgicruna der Wer- cinialen Staaten unterbreiteten Vorschläge. Der Gedanke Briand« hat die ganze Welt erfüllt. (3# war für die Vereinigten Staaten eine Befriedigung, mit Frankreich und den anderen friedenSliebenden Ländern zusammengehen zu können."
In feinem Antwort telegra »i in dankt Präsident Doumergue für die Botschaft des amerikanischen Präsidenten und sagt u a : ..Die Tatsache, daß d'.e Zeremonie der Paktunterzeichnung sich beute in Pari« abspielt, entsprich! dem von Ihnen zum Ausdruck gebrachten Wunsch. den Anteil anzuerkennen, den die französische Regierung und ihr Außenminister von Anfang an der Verwirklichung diese« großen Planes genommen haben. Dank der geschickten und entgegenkommenden Bemühungen deS Präsidenten und deS Staatssekretärs der 'Vereinigten Staaten konnte der 'Pakt bei den Hauptmächten der Welt eine Aufnahme finden, die der Universalität entspricht, die seine Stärke und feine Größe auSmacht. Wie Sie habe ich die Ueterzeugung, daß der Pakt. ter heute vollzogen wird, den tiefen Wünschen der ganzen Menschheit entspricht."
Ein Telegramm LhambeNams.
Pari« 27. Aug (WB.) Lord tfufhen- Dun. Der für Großbritannien Den Sinti» kriegspakt unterzeichnet hat. hat Außenminister Briand folgende« T. e 1 c q t a m m zur Kennt- nie gebracht:
„Ich b.tte Sie. meinem lieber Freunde Vri - d nd, der die wichtige Verfammlrmg vom Mon-
Die Tariferhöhung -er Reichsbahn
B e r I i n, 27. Aug. (WB.) Das Reichsbahn- gerlchl hat auf den Antrag der Reichsbahn wegen Tariferhöhung entschieden:
„Die Deutsche Reichsbahngefell- schäft ist berechtigt. $u einem von dem Reich»verkchr»minister zu bestimmenden möglichst nahen Zeitpunkt eine larlf- erhöhung für den Güterverkehr und den Per- fonenverkehr in einem Verhältnis von etwa 4:1 zueinander und in einem Ausmaß vorzunehmen, daß sie eine Mehrelnnohmc von 2 50 2H i U Ionen R c l ch s m a r k j ä h r l i ch erzielen kann."
Dieser Entscheidung ist eine umfangreiche Begründung bergegeben, die inhaltlich u.a. solgendes enchält:
DaS Gericht habe eine Gewinn- und Derlust- redmung Der Reichsbahn auf den 31. D^ember 1927 ausgestellt, die darin gipfelte, daß der Bruttoüberschuß von 1 269.7 Millionen mit 100.8 Millionen auf die gesetzliche AuS- gleichsrücclage entfällt, mit 61.6 Millionen auf die Dividende für Vorzugsaktien, mit 173.2 Millionen auf den Gewinnvortraa und mit 934,1 Millionen auf Abschreibung. Das Gericht ftdle fest, daß diese von ihm errechneten 934,1 Millionen für Abschreibung für ein Jahr unzulänglich seien. Sie ergäben nur eine Abschreibung von 3,6 Prozent der Anlagewerte, wodurch die Finanzlage der Reichsbahn beengt und knapp werde. Die disponiblen Mittel der RcichSbahm betrügen nach Abzug der gefundenen Reserven (gesetzliche Ausgleichsrücklage) nur 241 Millionen Reichsmark, d. s. 4.6 Prozent des Almfahe«. während daS Gericht nach dem guten Grundsatz des deutschen Handelsrechtes es sür nötig halte, jährlich eine Reservestellung auS dem Reingewinn solange vorzunehmen. biS ein der Größe des Unternehmens entsprechender Reservesonds vorhanden ist.
9n dem zweiten Teil der Begründung wird die Einnahmcentwicklung des Jahres 1928 daraufhin geprüft, ob sich eine Tariferhöhung vermeiden ließe. Wenn auch die ersten sieben Monate erhöhte Bruttoeinnahmen gebracht hätten, die nach gemeinsamer Auffassung zwischen Reichsregierung und Reichsbahn eine Gesamteinnahme von 5110 Millionen Reichsmark im Jahre 1928 gegenüber 5039 Millionen im Jahre 1927 erwarten ließen, so stünden dieser aufsteigenden Linie in den Einnahmen auch wesentlich erhöhte Ausgaben gegenüber. Die persönlichen Ausgaben ließen ein Mehr von 236 Millionen Mark 1928 gegen 1927 erwarten, während die säch. lichcn Ausgaben aus Mangel an Mitteln stark hätten ei it geschränkt werden müssen.
Bei 5110 Millionen Mark Einnahmen und 4417 Millionen Mark Ausgaben bliebe ein Bdricbeübcr- schuß von 693 Millionen Mark. Die Summe würde durch die gesetzlichen Verpflichtungen nicht nur voll
anfgezehrl, sondern e» würde noch ein Fehlbetrag von 74 Millionen Mark für 1928 entstehen. Zur Deckung der DividentenZahlungen und der Abschreibungen auf Anlagezuwachs würde die gefehliche Rücklage aufgezehrt werden.
Rttt der vom Bericht als zweckmäßig erachteten Abschreibung würde fich für das Jahr 1928 ein ungedeckter Bedarf von 469 Millionen Reichsmark ergeben.
Die Eiawirckung Der Tariferhöhung auf die deutsche Voikswirt scha f t sei auch vom Gericht erörtert worden. Das Gericht glaube, daß eine Unrentabilität der Deutschen Reichsbahn für die deutsche Gekamt- wirtfchast sich entschieden ungünstiger auswirken würde, als eine Tariferhöhung. Die Derluftwirtschafl bilde daS größte Hemmnis für einen künftigen Tarif abbau. Die Entscheidung des Gerichts sei so zu verstehen, daß zur Er- reichung der Mehreinnahmen von 250 Millionen Reichsmark
nur eine einmalige Tariferhöhung zulässig sein solle. Bei deren Durchführung solle entsprechend denz Vorschläge Der Reichsbahn eine be- s on der« fchonendeRegelung für Brennstoffe und für Heu und Stroh vorgenommen werden. Außerdem empfiehlt das Gericht die individuelle Vchandlung einzelner Güter, die dem Interesse Der Wirtschaft dienen, und die Prüfung. ob nicht Tarifermäßiaungen in bestimmten Relationen eine solche Derkeyrssteigerung bringen, daß he zu Mehreinnahmen führen.
Auch die Schonung deS Berufsverkehrs bei Der Erhöhung der verhältnismäßig niedrigen Personentarife begrüße das Gericht. daS auch die Einführung deS Zwei - klaffens y st ems befürworte, da hierbei lediglich die praktischen Folgen aus Der Benutzung Der Wagenkkassen gezogen würden.
Zum Schluß beschäftigt sich das Gericht in seiner Begründung noch mit der Beschaffung von neuen Mitteln für Neuanlagen. Diese Mittelbeschaffung ist nach der Feststellung des Gerichts besonders dringlich und wichtig, weil manche wich- tigen technischen und organisatorischen Verbesterun- gcn und Fortschritte bei der Reichsbahn erst voll wirksam werden können, wenn das System, auf Dem sie aufgebaut find, ganz durchgesührt ist. Bei Betrachtung der gesamten finanziellen Entwicklung und derzeitigen Lage der Reichsbahn habe das Gericht die lleberzeugung gewonnen, daß bei der Reichsbahn zu keiner Zeit seit ihrer Begründung Diejenige finanzielle Bewegungsfähigkeit und Freiheit vorhanden gewesen sei, die ein Unternehmen von dieser Größe und dieser Bedeutung für die deutsche Ge- samtwirtschast besitzen müßte. Die finanzielle Lage der Reichsbahn bürde aber der Reichsregierung die dringliche Aufgabe auf. den für die Reichsbahn unumgänglich notwendigen liquiden B e - triebsmittel st and zu schaffen.
tag letten wird, Syrern Kellogg, dessen Freundschaft ich erprobt habe, als er sein Land in London vertrat, und mit dem Ich stet« glücklich zusammengeaicheitei habe, Herrn Strese- mann sowie Den Vertretern der anderen Rationen, die sich in Paris zusammen gefunden haben, und nrbt denen ich Die Ehre gehabt habe, vier lange Jahve hn Interesse des Weltfriedens zusammenzuarbeiben, daS tiefe Bedauern zum Ausdruck zu bringen, daS ich empfinde, weil ich bei dieser historischen Gelegenheit mich nicht unter ihnen befinden kann. Ich bitte Sie, ihnen zu sagen, daß ich aus der Ferne das Gefühl teile, das sie beseelt, und ich bitte Sie. ihnen meine aufrichtigen Wünsche für den Erfolg des Werke - zu übermitteln, das sie vollbringen.
(gez.) Austen Chamber la in.
Stresemann
über den Keliogg-paki.
Reuyork, 27. Qlug. (WTB.) Die Associated Preß verbreitet nachstehende Aeußerungen des Reichsaußenministers Dr. Stresemann gegenüber ihrem Berliner Vertreter:
„M it innerer Genugtuung begrüße ich den heutigen Tag, an dem sich die Vertreter großer Rationen zusammenfinden, um alS Bevollmächtigte ihrer Staatsoberhäupter im Ramen ihrer Volker feierlich zu erklären, daß sie auf den Krieg als Mittel für die Beilegung von Konflikten und als Werkzeug nationaler Politik in ihren gegenseitigen Beziehungen verzichten.
3d) sehe in Der Unterzeichnung des durch den Slaafefcfretär der Bereinigten Staaten, Herrn Frank B. Kellogg, inspirierten Bertraqc ein Ereignis von hervorragender Bedeutung in der Geschichte der Menfäzheit.
.Diese, noch befangen in dem Leid vergangener Jahre, ist im Begriff, heute den Grundstein für einen beständigen Fried en zu legen. Der Vertrag zeigt, daß der Wille zu friedlicher Verständigung unter den Völkern vorhanden und stark genug war. um sich durchzusetzen.
Das Bewußtsein und die Kraft diese« Willen« berechtigt zu der Hoffnung, daß es weiterer Arbeit gegeben sein mag. auch nod) vorhandene, au« Dem Geiste des Krieges geborene Gegensätze zu beseitigen."
Ein englisches Kompliment für Stresemann.
Pari«, 27. Aug. lWTB.) Bei einem E m p- sang der Presse in Der englischen Botschaft erklärte Der stellvertretende Staatssekretär LorD Eufhendun heute abend, die geschichtliche Bedeutung der Anwesenheit Stresemann« in Paris und die Tatsache. Daß er den AntikriegS-Pakt unterzeichnet hat, neben Den Vertretern Der Staaten, mit Denen Deutschland noch vor zehn Jahren im Kriege ftanD, habe auf ihn, Eushen- Dun. großen Eindruck gemacht Man muffe Stresemann Du« Kompliment machen. Daß er nicht nur Zivilcourage, ton Dem auch politischen und moralischen Mut gezeigt habe
e
i r i e 2.. 21 ug >WT V' Im Vaufe te» Rachnuttag« hat ernt ganze Anzahl Delegierten die zur Unterzeichnung
des Patte« in Paris anwesend sind, den Wunsch geäußert, von Reichsaußenmiaister Stresemann empfangen zu werden, so u. a. der englische stellvertretende StaatSsettetär. Lord Eushendun, und der belgische Außenminister Hyman«. In Anbetracht des Umstandes je» doch, daß der ReichSauhemminister sich große S cy o n u n g auferlegen muß, konnte er dm aus- gesprochenen Wünschen nicht Folge leisten.
Gruß derZnterparlamentarischen Union.
Berlin, 27. Aug. (WTB.) Die Interparlamentarische Union ließ durch ihren Präsidenten Dr. Schücking solgendes Telr- gramm nach Paris schicken:
„Die 25. Interpariamentarische Konferenz, Die ter gewählten Vertreter von 38 Rationen vereinig, begrüßt auf« herzlichste im Ramen der Jnterpariamentariichev Union die Vcr- fasser des Paktes zur Verdammung des Kriege«, die Herren Vriand und Kellogg, sowie die Vertreter der Staaken, die heute fe! erlich den Vertrag unterzeichnen werden. Sie spricht den Wunsch aus, daß alle anderen Staaten ihn ebenfalls unterzeichnen werden. 6eut ihrer Konferenz in Bem vom Jahre 1924 hat di« Interparlamentarische Union Die A « chtung des Krieges proklamiert Sie wird es in Zukunft als eine ihrer wichtigsten Aufgaben betrachten, fich für Die uneingeschränkte Annahme dieses Prinzips in allen Staaten einzusehen.
gez. Schücking. Lange.
An alle Machte Der Welt.
Paris, 27. Aug ,WV.) Havas verbreitet folgende Mitteilung: Heute haben Vertreter von nur 15 Mächten den KriegSächtungspakt unterzeichnet. Um diesem Vertrag den universellen Eha- ratter zu geben, den seine Srftunterzeichner wünschen, ist die amerikanische Regierung beauftragt worden, den Tert allen Mächten der Welt ohne Au«nahmc rnttzuteilen. Die ainerikanische Regierung hat also ihre Vertreter in den interessierten Staaten angewiesen. noch heute den Regierungen ter Mächte, die Den Pakt nicht unterzeichnet haben, bie Sette der Unterzeichnungen und den Text des Vertrages mit den Beitrittsbedingungen mitzuteilen. Um jedoch Zeitverluste zu vermeiden, werden toe 'Vertreter der Vereinigten Staaten den interessierten Regierungen zur Kenntnis bringen, daß sie schon jetzt dem Vertrage beitreten können, ohne sein Inkrafttreten abzuwarten, das ftattfinten wird, sobald die Ratifikationsurkunden von den Urstunterzeichnern nietergelegt sein werden. Die amerikanische Regierung iah fich jedoch bei zwei Mächten nicht in der Lage, diese Mitteilung zu machen, erstens bei Sowjetrußland. mit dem es keine dplomatifchen Beziehungen unterhält, und zwei.cns bei Afghanistan, DaS sie anerkannt hat, wo sie aber noch lernen offiziellen Vertreter besitzt. Die amciJa- Nische Regierung hat also Die Vermittlung der französi eben Regierung tn Anspruch genommen, die Die Mitteilung an Diese beiten Machte übernommen hat.
Oie Einladung an Rußland.
Moskau, 27. August «WB.) Der franjöhf'te Botschafter fjerbett, nterre-chc bei”«' >«" Ans trage Der französischen Regierung d?ni ' clloertre- tenben volkskommistor für auswärtige Angelegen
beiten, Litwinow, die offizielle Einladung an die Sowjetregierung, dem Kellogg. Pakt beizutreten. Im Auftrage seiner Regierung teilte der Botschafter mit, daß der Beitritt zu dem Pakt dieselben Bedingungen und vor- rechte vorausfetze, die von byi Mächten, die Den Pakt heute in Paris unterzeichnet haben, anerkannt worden feien. Zugleich überreichte Herbette dem fleUDertretenben Volkskommissar eine Abschrift des heute unterzcichnetkn Paktes. L i t w i n o w bat ben Botschafter, ihm ein Verzeichnis aller Regierungen zu übermitteln, denen eine analoge Aufforderung zugegangen fei und ersuchte ferner um Einsicht in bi c gesamte Svrrespon - d enz, bic sich auf Den Kellogg. Pakt be zieht, da diese Informationen der Sowjetregierung bei der Beurteilung her von dem französischen Bot fchafter überreichten Einladung unerläßlich feien.
Die ersten Beitrittterflärungen.
Pari», 28. Aug. (WTB Funkspruch.) „Motin ' berichtet, daß von ben Rationen, die gestern noch Vornahme der Unterzeichnungszcremonte aufgefor dert worden sind, auch ihrerseits Dem Anti kriegspakt bcizutreten, bereits vier Länder telegraphisch ihre Zusage erteilt haben. E» sind dies Dänemark, Jugoslawien, Rumänien und Peru.
Stresemann bei poincart.
pari», 27. Aug. (IDIB.) Reichsaoßenmlnistcr Dr. Stresemann stattete heule vormittag gegen 11 Uhr dem französischen ZninlffcrprflfiDenku P o i n c a r e im Finonzinioifterium einäi Besuch at>. Die Untere«bung beider Staatsmänner dauerte It Sinn de Dr. Stresemann, ter sich In Begleitung De» Dolmetscher» Dr. Schmidt befand, wurde bei feiner Ankunft und Abfahrt von einer beträchtlichen Menschenmenge, Ne_ die Einfahrt zum Flnanzmlnlst^ivm umlagerte," respektvoll begrüßt.
Ueber den Besuch te» Reichsaußenminister» Dr. Stresemann beim Ministerpräsidenten p o i n - rar« berichtet „Petit parisien", e» sei offenbar, daß im Lause einer einstündigen Unterredung der deutsche Außenminister sich nicht daraus beschränkt habe, feine Befriedigung übet feinen Aufenthalt in Poris zum Ausdruck zu bringen. E» fei sogar fehr wahrscheinlich, daß Dr. Slrefemanu die erste seltene Gelegenheit einer persönlichen 3 üt) - luugnahme mit dem französischen Ministerpräsidenten benutzte, uin in großen Zügen die Ansichten der deutschen Regierung über di, noch zwischen Frankreich und Deutschland schwebenden Probleme, sowie über die vorzeitige Rheinlondräumung, die eine interalliierte Frage sei, zu umreißen, wir glauben zu wißen, so erklärt da» Blatt, daß poiucar« mit l<b- hostestem Interesse das Expos« des deutschen Minister» ongehört hat, aber die Unferrebung ist wahrscheinlich abgeschlossen worden, ohne daß die beiden Staa«»mänuer die Grenze dessen überschritten hätten, roa» man al» einen Ueberblick über die Lage bezeichnen kann.
perfinax über die Unterredung Stresemann-Poincatt-
London, 28. Aug. (WTB. Fuukfpruch.) per- t i n a x meldet dem „Dailn Telegraph" an» pari»: Ls verlautet, daß in der Unterredung zwischen Stresemann und polncor« die Lage mit Bezug auf Frankreich und Deutschland durchgesprochen wurde. L» würde s o i s ch sein, eine solche Unterredung als möglichen Ansgang»- punkt sür Verhandlungen zur Lösung der noch zwischen Frankreich und Deuischland ausstehenden Probleme anzufehen. Ls bestehe Grund zur An- nähme, daß auf beiden Selten eine nicht bindende Haltung beobachtet wurde. Da» deutsche Lrsumen um Räumung des RheInlandes werde daher nicht ernstlich o ergeb r a dH werden, bevor der völkerbundsrot in Gens Zusammentritt, und bann könne der Fortschritt diese» Ersuchens durch die Abwesenheit Stresemann» und Lhamberlain» behindert werden. Line fehr auffallende Zu- rüdhaMung, die wahrscheinlich der bemerkenswerteste Umstand der pariser Zusammenkunft von Staatsmännern und Diplomaten sein werde, fei oon Anfang an oon feiten Kellogg» an den Tag gelegt worden. L» werde beridstel, daß Lord L u - f t) e n ö u n rasch dieselbe Haltung wie ste' logg angenommen und erklärt hat, er sei nad) pari» gekommen, um den Pakt zu unlerzelchnen und woOc sich mit keiner anderen Frage befassen.
Besprechungen in Saden-Saben.
Berlin, 27.August. (Privatinsormatton.i Au Berliner zuständiger Stell, liegt ein eingehender Bericht über die Unterhaltung, die Dr. Stresenionu beule mittag mit Poin - c o r ö gehabt hat, noch nicht vor. Der 'Reichsaußen- Minister hat offenbar auch hier ten Weg der direkten Unterrichtung gewählt. Er wird innraen Pari» verlassen und nach Baden-Baden reifen, wo er am Mittwoch mit bem etaatslefrddr o. Schubert zusammentrisst. ter seine Reife noch Gens Von umerbricht. Ebenso wird auch Reichskanzler Hermann Muller für einige Stunden auf seiner (Benter Reise in Boden Baten oussiei- gen, um Dr. ctrejemann zu sprechen. Angriichts dieser Dispositionen ist entgegen der in ter Presse aufgeraiichlcn Annahme eine Sitzung des R e i d) s - kabinett» vor ter Abreise dec Kanzlers nicht mehr zu erwarten.
Reine frühere (Einberufung des Reichstags.
Berlin, 27. Aug <DDZ.) Der Ael test cn» rat Des R e ich « tages hielt am Montag eine kurze Sitzung ab. Wie Das Rachrichten- bureau Des Vereins Deuttcher Zeitungsvce'cger hört schloß ttch keine andere Partei tem kommunistischen 7kdangen nach Einberufung de« Reichstages zu einer besonderen Taaung wegen de- Panzerkrcu.zerbaues mi lieber Die Zrage. ob ter Bau te« Panzerkreuzers uberhanvl noch cinma! vom Reichstag behantett werden soll, wurde jedoch noch keine EnticheGung getroffen.


